Schellnhuber-Alarm: Klimawandel ist wie ein Schulbus, der mit 98% Wahrscheinlichkeit tödlich verunglückt

Prof. Dr. Gösta Jamin von der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen hält am 19. Mai 2022 (17:00 – 18:30 Uhr) einen hochinteressanten Vortrag, den man auch im Internet online verfolgen kann. Titel der Veranstaltung: „Green Finance – Geld verbessert die Welt!?“ Aus der Ankündigung der Hochschule:

Nachhaltigkeit ist DER Mega-Trend in der Finanzbranche. Die Idee: Durch die Lenkung von Anlageströmen in nachhaltige Aktivitäten beschleunigt sich die Nachhaltigkeitstransformation. Nachhaltigkeit ist jedoch ein komplexes Konzept, es gibt viele Zielkonflikte und daher ist die Umsetzung in Anlagestrategien gar nicht so einfach.

Thema: „Green Finance – Geld verbessert die Welt!?“
Termin/Uhrzeit: 19.05.2022, 17:00 – 18:30 Uhr
Ort: Aula, Ernst-Boehe-Str. 4, 67059 Ludwigshafen
Dozent: Prof. Dr. Gösta Jamin, Professor für Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre im Fachbereich Dienstleistungen & Consulting

Die Vorlesung wird im hybriden Format angeboten. Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob Sie an der Vorlesung vor Ort oder online teilnehmen möchten. Den entsprechenden Link zur Online-Vorlesung erhalten Sie vorab per E-Mail.

Der Vortragende wird u.a. anhand der Social Development Goals der UN herausarbeiten, dass Nachhaltigkeit nicht nur Klimaschutz ist, sondern vielfältige Ziele beinhaltet und es durchaus auch Zielkonflikte gibt. Weiter wird Prof. Jamin als Herausforderung für nachhaltiges Anlegen die Schwierigkeiten thematisieren, Technologien in „gut“ und „böse“ einzuteilen – was man prominent am Beispiel der EU-Taxonomie und der Kernenergie sehen kann.

Weitere Themen: Wie soll nachhaltiges Anlegen funktionieren? Was ist eigentlich nachhaltig, welche Zielkonflikte gibt es bei der konkreten Frage, welche Aktivität nachhaltig ist? Welche Probleme entstehen mit nachhaltigen Anlagen? Welche Fragen kann ich meinem Finanzberater stellen?

Zur kostenlosen Anmeldung geht es hier (bis zum 17. Mai 2022).

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Sinkt die deutsche Abhängigkeit vom russischen Gas wirklich? Business Insider stellt einige spannenden Überlegungen dazu an.

“Aber 20 Prozent weniger Gas-Importe – umgerechnet deutlich über elf Milliarden Kubikmeter Erdgas – aus Russland, nur durch das Abschließen neuer Verträge? Diese Erzählung sorgt in der Energiebranche gleich aus mehreren Gründen für Irritationen.

Zum einen, weil die Menge der Gas-Importe aus Russland stabil bleibt. Das zeigen die Lageberichte der Bundesnetzagentur. Gerade die Gasflüsse über die Pipeline Nord Stream 1, über die ein Großteil des russischen Erdgases nach Deutschland geleitet wird, liegen ohne größere Schwankungen bei knapp unter 1800 Gigawattstunden pro Tag. Das Gleiche gilt für die Megal-Pipeline, über die pro Tag etwa 800 Gigawattstunden Erdgas aus Russland nach Deutschland gelangen. Zwar landet seit Anfang März eine große Menge dieses Gases in den deutschen Gasspeichern – das erklärt jedoch nicht, warum der Anteil russischen Gases an den Erdgas-Importen insgesamt gesunken sein soll.”

Der Artikel geht nicht davon aus, dass es kurzfristig möglich ist, auf russisches Gas zu verzichten.

“Und so schreibt ein Sprecher des deutschen Energieversorgers Uniper auf Anfrage von Business Insider: „Für unser Unternehmen und für Deutschland insgesamt gilt: Ein kurzfristiger Verzicht auf russisches Gas ist nicht möglich, dieser hätte dramatische Folgen für unsere Volkswirtschaft.“

Weiterlesen bei Business Insider.

(Abbildung: Screenshot Youtube)

Ganz anders sieht erwartungsgemäß die Deutsche Umwelthilfe DUH die Sache. In einem Interview mit den Lübecker Nachrichten (Bezahlschranke) gibt der Geschäftsführer Müller-Kraenner dem geplanten LNG-Terminal in Brunsbüttel keine Chance. Die DUH sieht massive Überkapazitäten und beruft sich auf das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW. Das klingt wie eine Art Zitierkartell. Ganz abgesehen davon sind die Rechenkünste des DIW in Sachen Energie bekannt. Und noch etwas ist interessant. Müller-Kraenner stört sich an dem vereinfachtem bzw. beschleunigtem Verfahren, das der Bund im Falle der LNG-Terminals anwendet. Genau jenes Verfahren, mit dem der Ausbau von Wind- und Solarstrom beschleunigt werden soll und die die DUH ansonsten laut bejubelt.

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„Schwere Ware für die Nordsee“. So titelt die Welt und beschreibt die technischen Probleme beim Ausbau der Offshore-Windenergie an der Nordsee.

“Nur wenige Terminals in Nordeuropa können große Offshore-Windpark-Projekte wie etwa „Kaskasi“ heutzutage realisieren, neben Eemshaven sind das vor allem die Anlagen im dänischen Esbjerg und in den niederländischen Häfen Rotterdam und Vlissingen. Sie alle sind jeweils auf mehrere Märkte in Europa zugleich ausgerichtet. „Wir können von hier aus neben deutschen Offshore-Windkraft-Projekten sehr gut auch solche in den Niederlanden und in Großbritannien umsetzen“, sagt Schulz.

Neben sicheren Abläufen geht es an den Kaikanten vor allem darum, beim Umschlag des Materials keine Zeit zu verlieren. Faktoren wie das Wetter lassen sich nicht beeinflussen, die Qualität der logistischen Planung hingegen schon. „Offshore-Windparkprojekte stehen unter einem enormen Kostendruck. Ein Errichterschiff kann am Tag so viel kosten wie eine kleinere Eigentumswohnung in Hamburg“, sagt Schulz. „Verzögerungen im Projektablauf sind mit hohen Vertragsstrafen belegt.“”

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Erneut haben sich Aktivisten von “Die letzte Generation” an einer Pipeline zu schaffen gemacht. Diesmal in der Nähe von Barnim, wie RBB24 berichtet. Auch diesmal haben die Aktivisten ein Notfall-Ventil abgedreht, was aber keine Auswirkungen auf die Pipeline hatte. Möglicherweise sind solche Aktionen auch wenig verwunderlich, wenn man sich Aussagen wie die von Hans-Joachim Schellnhuber ansieht. Er äußerte sich bei TerraX. Das Zitat wird selbstverständlich weiterverbreitet und befeuert solche Aktionen wie jetzt in Barnim.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

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Es kommt immer wieder etwas Neues in den Tank. Wir hatten schon Frittenfett oder Käse, nun sind es Bananen. Schweizer Forscher wollen eine Methode gefunden haben, um Biomasse zu Wasserstoff zu machen. Die Mengen, die Pressetext.com beschreibt, verblüffen allerdings etwas:

“Das Team hat mit Biomasse unterschiedlicher Herkunft experimentiert: Bananenschalen, abgenagte Maiskolben, Orangenschalen, die Haut von Kaffeebohnen und Kokosnussschalen, die zunächst 24 Stunden lang bei 105 Grad Celsius getrocknet und dann gemahlen wurden. […] „Aus jedem Kilogramm Biomasse gewinnen wir rund 100 Liter Wasserstoff und 330 Gramm Biokohle“, so Giraults wissenschaftliche Mitarbeiterin Bhawna Nagar. Das entspräche etwa 33 Prozent der ursprünglichen getrockneten Bananenschalenmasse. Der Energieinhalt beider Produkte liegt bei 1,15 Kilowattstunden pro Kilogramm Biomasse. Der Wasserstoff kann als grüner Kraftstoff verwendet werden, etwa in Elektroautos, die ihren Strom aus Brennstoffzellen beziehen, während sich die Biokohle als Bodenverbesserer oder zur Herstellung leitfähiger Elektroden für Batterien nutzen lässt.”

Ganzen Artikel bei Pressetext.com lesen. Weitere Informationen sind auf der Webseite des Unternehmens H2Valais zu lesen.

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In gewisser Art und Weise ähnelt der Weg von Kalifornien dem der Deutschen bei der Energiewende. Auch dort soll der Ausstieg aus der Kernenergie erfolgen. Allerdings gibt es jetzt beim letzten Kernkraftwerk Diabolo Canyon nun ein Umdenken. Ob die schwankenden Leistungen der Erneuerbaren Energien ein Grund sind? Laut LA Times prüft der Gouverneur des Staates Newsom den Ausstieg zu stoppen.

“Newsom told the L.A. Times editorial board Thursday that the state would seek out a share of $6 billion in federal funds meant to rescue nuclear reactors facing closure, money the Biden administration announced this month. Diablo Canyon owner Pacific Gas & Electric is preparing to shutter the plant — which generated 6% of the state’s power last year — by 2025.”

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Energiewende 2022: Energie überall

Foto: Frank Bosse

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Der schwierigste Gegner von Tesla in Deutschland ist nicht das deutsche Baurecht und seine Administration im Hinblick auf die Fabrik in Grünheide, sondern die Hauptuntersuchung für seine Fahrzeuge. Laut einem Bericht bei GIGA schneidet das Model S beim Vergleich zu anderen E-Autos sehr schlecht ab. Jedes 10. Fahrzeug schafft die Untersuchung wegen erheblicher Mängel nicht. Wer jemals das Audi-Werk in Ingolstadt besichtigt hat, der dürfte sich über die Tesla-Fahrzeuge auf dem Gelände gewundert haben. Sie dienen den Audi-Mitarbeitern als Anschauungsmaterial in Sachen Spaltmaße, aber nicht als glänzendes Vorbild sondern als abschreckendes Beispiel.

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Leserpost von Otto Glinzer:

Seit der Lektüre von Thess‘ „Sieben Energiewendemärchen? – Eine Vorlesungsreihe für Unzufriedene“ verfolge ich seine Twitter-Hinweise und seine wöchentlichen „Energiewendemärchen“ (unter Publikationen auf https://www.igte.uni-stuttgart.de/institut/team/Thess/ ). Dadurch las ich heute den 14 Jahre alten „Spiegel“-Artikel „Kernkraft – ja bitte?“ vom 6.7.2008, der die folgende prophetische Passage enthält:

Vor allem die zunehmende Abhängigkeit von russischen Lieferungen bereitet vielen Politikern Bauchschmerzen. Die Gefahr wächst, dass Gas als politisches Druckmittel eingesetzt wird. Die EU-Kommission hat mehrfach gefordert, der Abhängigkeit von wenigen Lieferanten entgegenzuwirken, bislang ohne Erfolg. Russland dominiert das Geschäft, während die Erdgasproduktion in Norwegen nur schwer auszuweiten ist. Die Vorkommen in Großbritannien reichen kaum noch, um den Bedarf der Briten zu decken. Ohne Atomkraft würde die Elektrizitätsversorgung der Bundesrepublik binnen kurzer Zeit zusammenbrechen. Fast die Hälfte des Grundlaststroms in den deutschen Netzen stammt aus Kernkraftwerken. Windkraft und Solarenergie sind dafür ungeeignet, weil sie mal im Überfluss anfallen und mal gar nicht und sich kaum speichern lassen.

Offenbar waren die Politiker-Bauchschmerzen bzgl. „Gas als politisches Druckmittel“ und volatiler Windkraft und Sonnenenergie bei nicht vorhandener Speichermöglichkeit nicht von ausreichender Nachhaltigkeit, um rechtzeitig aus zu großer Abhängigkeit von Rußland auszusteigen und stärker zu diversifizieren.

Mit freundlichen Grüßen
Otto Glinzer

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Leserpost von Michael Jäger:

Betreff: Abhängigkeit von  Erdöl

Guten Tag,

bei Erdöl wird immer eines vergessen: Bitumen und der sonstige Rattenschwanz an wichtigen Produkten. Wenn die Raffinerien nur noch wenig Öl verarbeiten, weil niemand mehr Benzin, Diesel und Heizöl braucht, dann gibt es auch nur noch wenig Ethan (einerseits als Kältemittel R 170, andererseits als Grundlage für Polyethylen). Propan und Butan werden als LPG/Autogas sowie zum Kochen und Heizen beim Camping oder in abgelegenen Gegenden benutzt. Es wird auch bei den sauberen Antrieben von Schiffen eingesetzt. Macht aber nichts, dann werden die grünen Umweltschützer eben auf ihre tropischen Früchte und tägliche Avocado verzichten müssen; machen sie doch bestimmt gerne (eher wohl nicht, die verzichten ja auch nicht auf Fernreisen und gut geheizte Wohnungen). Auch Pentan wird in der chemischen Industrie gebraucht, vor allem zum Aufschäumen von Styropor (für die Wärmedämmung der Häuser – hier beißt sich die Katze dann endgültig in den Schwanz!).

Es wird aber auch etwas anderes sehr wichtiges fehlen, nämlich Bitumen zum Straßenbau. Bitumen ist das, was nach der Destillation von Rohöl übrig bleibt, man kann es nicht weiter nutzen (außer als sogenanntes Schweröl zum Befeuern von Schiffsdieseln).

Wir werden dann wohl wieder zum Kopfsteinpflaster zurückkehren müssen wie vor 100 Jahren. Viel Spaß beim Rad fahren auf nassem Kopfsteinpflaster!

Mit freundlichen Grüßen
Michael Jäger

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Leserpost von Hans Joachim Voigt:

Betreff: Geomar: Wie nah ist der Kipp-Punkt?

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein interessanter Vortrag. Was mich interessiert ist die Versorgung unserer Menschen mit ausreichend Nahrung unter dem Aspekt des Stellvertreter-Krieges in der Ukraine. Russland ist der größte Weizenerzeuger in der Welt. Fällt die von Amerika geführte Koalition und die Ukraine geht an Russland, dann kaufen wir kein Öl und Gas, sondern Weizen von Russland und dagegen gibt es dann kein Embargo. Ich weiß nicht ob die Flüchtlinge die hierhergekommen sind inbrünstig mit uns hungern oder doch die Lebensmittelläden stürmen würden. Was will man von einer Regierung aus Studienabbrechern und realitätsfremden Besserwissern erwarten welche schon mit der Realität vollkommen überfordert sind, geschweige vorausschauend denken können was ihr Handeln anbelangt, was ihr eigentlicher Job wäre.

Übrigens nebenbei, bei einem Atomschlag entsteht u.a. ein elektromagnetischer Impuls, welcher im großen Maßstab die Elektronik zerstört. Windanlagen bestehen nicht nur aus Mechanik, sondern ist in ihnen ein Berg von Elektronik und nach so einem Atomschlag und den damit auftretenden Stürmen würden diese Windkraftanlagen hochdrehen bis zur Selbstzerstörung. Dieser elektromagnetische Impuls wäre ja nicht lokal begrenzt, da es keine autarken Stromnetze gibt, da diese alle miteinander über das Netz verbunden sind.

Mit freundlichem Gruß
Hans Joachim Voigt