DIE WELT: Das waren die Fehlprognosen für 2020

(Abbildung Screenshot ZDF Mediathek)

Der ZDF Meteorologe Gunter Thiersch geht nach 35 Jahren ZDF Wetter in Rente. Seine unaufgeregte Art und Weise das Wetter zu präsentieren wird fehlen. Thiersch war dafür berühmt, dass er Deutschland kannte und, was wir ja so lieben, seine Vorhersagen mit geographischen Begriffen garnierte. Es macht für viele einen Unterschied, ob man von nördlich der Elbe oder im Norden spricht, genauso wie von der Eifel und nicht einfach vom Westen.

Eine Eigenschaft, die Thiersch Kollege Özden Terli, einem Klimaaktivisten, leider fast vollständig abgeht. Er schafft es, ganze Wetterberichte fast ausschließlich mit den Himmelsrichtungen zu erklären. Ganz anders als seine Kollegin Katja Horneffer. Bei Ihrer Vorhersage am 30.12.2020 brachte sie mal locker 15 geografische Begriffe unter. Vielleicht liegt es daran, dass sie die Chefin beim ZDF Wetter ist?

Das ZDF hatte in seiner Sendung vom 30.12.2020 eine Art Rückblick auf das Wetter in 2020. Darüber, dass es im abgelaufenen Jahr in Deutschland wärmer und auch trockener war als im langfristigen Mittel besteht kein Zweifel. Aber schon bei der weiteren Berichterstattung wird man doch stutzig. Es geht dabei um das Wetter in der Welt. Die Brände in Australien Anfang 2020 wurden zu den schlimmsten in seiner Geschichte erklärt. Wer sich die Webseite von Roy Spencer ansieht, der die verbrannte Fläche in Australien vergleicht, kommt hier schon ins Staunen. Auch wenn seine Statistik nicht die gesamten Brände Anfang 2020 erfasst hat, können die Höchstwerte 1974-1975 nicht erreicht worden sein. Vielleicht aber passt das einfach besser zum Narrativ der Klimakrise?

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WELT-Leser fragen, Klimaforscher Georg Feulner antwortet. Der Artikel steht hinter einer Bezahlschranke, daher hier auch keine Zitate. Bei einigen Antworten wundert man sich aber dennoch, wie man eindeutige Fragen so gezielt missverstehen kann.

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Was 2020 alles passieren sollte. So lautet ein Artikel von Axel Bojanowski in der WELT (Bezahlschranke). Es geht um die Notfall/Notstand/Krisen/Katastrophen-Rhetorik in Sachen Klima und wie gefährlich Ultimaten und Deadlines sind. Wir berichteten vor Kurzem über die Arbeit von Oliver Geden über dieses Problem. Bojanowski listet in dem Artikel auf, was an Vorhersagen, alle jeweils auf dem seinerzeit aktuellen Stand der Wissenschaft, nicht eingetreten ist: Gletscherfreie Zugspitze, eisfreie Arktis im Sommer, 1 Mrd. Hungertote wegen des Klimawandels usw.

Der Artikel kritisiert nicht, dass sich Menschen irren können, er weist vielmehr daraufhin, dass in jeder Prognose eine Unsicherheit steckt. Diese wird aber gern verschwiegen. Jeder allerdings, der sich medial präsentiert, muss an seinen Worten gemessen werden dürfen. Man kann später Fehler eingestehen oder es einfach machen wie Mojib Latif, der sagt, er wäre seit 20 Jahren falsch zitiert worden vom Spiegel, ohne dieses aber jemals an der Quelle klarzustellen. Dann allerdings darf man sich nicht wundern, dass einem die Prognosen später unter die Nase gerieben werden. Noch besser sind allerdings Prognosen wie diese: Es wird kälter, weil es wärmer wird. Damit liegt man immer richtig und ist stets auf der sicheren Seite.

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Am 23.12.2020 stand es hier im Blog:

Die Welt säuft ab…wirklich?

Notrickszone übernahm und trug es auf englisch in die weite Welt hinaus. Schließlich landete der Artikel auch im weltweit größten Klimablog WUWT:

Spiegel Article By Stefan Rahmstorf Has “Nothing In The Least To Do With Science”…”Embarrassing”

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Dick Gill konnte zeigen, dass die Maya-Zivilisation aufgrund jahrelanger Dürre untergegangen ist. Die Dürre wiederum war eine Folge der Südverschiebung der äquatorialen Regenfälle.

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Focus, 26.12.2020:

Versunkenes Paradies
Siedlungsreste bis heute am Meeresgrund: In der Nordsee versteckt sich zweites „Atlantis“

Gegen Ende der Eiszeit ist Großbritannien zu Fuß erreichbar und die Nordsee eine Tundra. Noch heute befinden sich dort, im einstigen Doggerland, Siedlungsreste am Meeresgrund.

Weiterlesen beim Focus

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Markus Fiedler:

Die 97% Einigkeit unter Wissenschaftlern, die es nie gegeben hat

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Pressemitteilung des Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde vom 11.12.2020:

Globale CO2-Bilanz 2020 veröffentlicht: Rekord-Rückgang der fossilen CO2-Emissionen – IOW lieferte Daten aus der Ostsee

Heute verkündeten die Universitäten von East Anglia und Exeter die jährliche weltweite CO2-Bilanz als Ergebnis des sogenannten „Global Carbon Projects“ (GCP). Die neue Bilanz zeigt einen noch nie erreichten Rückgang der fossilen CO2-Emissionen, der auf Corona-bedingte Einschränkungen des Transportwesens zurückgeführt wird. Die atmosphärische CO2-Konzentration stieg jedoch trotzdem weiter an. Das GCP vereint zahlreiche internationale Forschungseinrichtungen weltweit. An der jetzt vorliegenden Veröffentlichung beteiligten sich mehr als 80 Autor*innen, unter ihnen auch Dr. Henry Bittig, Meereschemiker am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW).

Die Ergebnisse im Einzelnen: Die fossilen CO2-Emissionen sanken 2020 um 7 % im globalen Schnitt (EU27: –11 %, USA: –12 %). Treiber dieser Entwicklung ist vor allem der Transportsektor. Keine deutliche Verbesserung zeigt sich hingegen in den Emissionen aus Landnutzung. Die CO2-Emissionen werden insgesamt – aus fossilem CO2 und Landnutzung – 2020 bei etwa 39 GtCO2 liegen.

Die Meereschemiker des IOW steuern jährlich zu dem globalen Budget eigene Ostseedaten bei. Dafür messen sie kontinuierlich den pCO2-Gehalt im Oberflächenwasser der Ostsee zwischen Lübeck-Travemünde und Helsinki. Ihre Messgeräte sind an Bord des Finnlines-Fährschiffes „Finnmaid“ installiert, das regelmäßig diese Strecke befährt. So kann die Aufnahme oder Abgabe von CO2 zwischen Atmosphäre und Ostsee bestimmt werden. Dank einer weltweiten Vernetzung solcher Messungen lässt sich auf diesem Wege ermitteln, wie viel CO2 durch die Meere aufgenommen wird. „Unsere kleine Ostsee kann keinen nennenswerten Beitrag als CO2-Senke liefern, aber den generellen Trend einer ansteigenden Aufnahme sehen wir auch hier“, sagt Henry Bittig vom IOW. Für ihn ist das internationale Mammutvorhaben ein Vorzeigeprojekt. „Wir können hier gut den Wert von Langzeitbeobachtungen erkennen. Es lohnt sich, einen langen Atem zu haben. Durch den freien Zugang zu allen Daten sind wir einfach schneller geworden und können bereits kurz vor Jahresende die Jahresbilanz abschätzen.“

Der neueste Bericht des GCP zeigt, dass es fünf Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen gelungen ist, die Zunahme der globalen CO2-Emissionen zu verlangsamen: In der Dekade von 2010 – 2019 gingen die fossilen CO2-Emissionen bereits in 24 Ländern bei gleichzeitig wachsenden Volkswirtschaften deutlich zurück, was auch auf ein Greifen von Klimapolitik zurückzuführen sein könnte. Im Jahr 2020 sanken die weltweiten fossilen Emissionen auch aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie um den Rekordwert von 7 % oder umgerechnet etwa 2,4 Milliarden Tonnen CO2 auf 34 Milliarden Tonnen CO2. Dieser Rückgang ist erheblich größer als frühere signifikante Rückgänge von 0,5 (1981 und 2009), 0,7 (1992) und 0,9 (1945) Milliarden Tonnen CO2. Um die Pariser Klimaziele nicht zu überschreiten, müssen zwischen 2020 und 2030 im Durchschnitt jährlich 1 – 2 Milliarden Tonnen CO2 eingespart werden.

Für den größten Teil des Rückgangs der Emissionen im Jahr 2020 war der Transportsektor verantwortlich. Auch im Dezember 2020 lagen die Emissionen aus dem Straßen- und Luftverkehr aufgrund der anhaltenden Beschränkungen immer noch um etwa 10 % bzw. 40 % unter den Werten von 2019. Ob der 2020 auch Corona-bedingte Rückgang der Emissionen sich in der Zukunft fortsetzen wird, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden, warnen die Forscher. Nach dem Rückgang der Emissionen aufgrund der globalen Finanzkrise 2008, stiegen die Emissionen im Jahr 2010 sprungartig um 5 % an als sich die Wirtschaft erholte. Es besteht die Befürchtung, dass ein sprunghafter Anstieg der CO2-Emissionen auch 2021 passiert.

CO2-Emissionen insgesamt – aus fossilem CO2 und aus Landnutzung – liegen 2020 bei etwa 39 GtCO2, trotz des Rückgangs also immer noch auf einem Niveau wie etwa 2012. Dies ließ den CO2-Gehalt in der Atmosphäre weiter ansteigen. Im Jahresmittel wird er voraussichtlich einen neuen Rekordwert von 412 ppm (parts per million) erreichen. Das entspricht einer Zunahme von 48 % gegenüber dem vorindustriellen Wert. Stabilisieren wird sich der atmosphärische CO2-Gehalt und damit das Weltklima erst, wenn die globalen CO2-Emissionen sehr nahe bei null liegen, so die GCP-Forscher.

Die Land- und Ozeansenken nehmen den Emissionen entsprechend kontinuierlich zu, und haben im Jahr 2020 etwa 54 % der gesamten anthropogenen CO2-Emissionen aufgenommen. „Einige vorsichtig positive Signale dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der CO2-Anstieg in der Atmosphäre nach wie vor sehr hoch ist“, warnt Henry Bittig. „Wir brauchen eine wirkungsvolle Klimapolitik und in der Wissenschaft das deutliche Bekenntnis zu Langzeitbeobachtungen, ohne die wir keine Bilanzen erstellen können und keine Trends erkennen.“

Paper: Pierre Friedlingstein et al.: Global Carbon Budget 2020, Earth Syst. Sci. Data (2020) 12, 3269–3340, https://doi.org/10.5194/essd-12-3269-2020