Biogas hat eine negative Klimabilanz: Kommt jetzt das Aus?

Tesla, eine Marke für alle, die das Besondere suchen. Golem berichtet von einer ungewöhnlichen Befestigung beim etwa 55.000 Euro Model Y. Winkelleisten aus Holz aus dem Baumarkt wurden dafür eingesetzt, um ein Kühlaggregat zu befestigen. Angeblich gab es beim Hochfahren der Produktion Probleme. Vielleicht hatten die Baumärkte in der Nähe der Produktion einfach nicht genügend hölzerne Winkelleisten?

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Oh weh, Dank eines Leserhinweises haben wir uns einen Meinungsbeitrag von Sabrina Fritz vom SWR in den Tagesthemen vom 08.09.2020 angesehen. Die Botschaften sind sehr schlicht, entweder der Bürger fährt jetzt endlich gefälligst Elektroauto oder soll ansonsten Fahrrad oder Bahn fahren. Dazwischen gibt es nichts? Die Journalistin beklagt, dass es immer noch kein deutsches Massenmodell in Sachen E-Auto gibt. Ob ihr aufgefallen ist, dass selbst Tesla keines hat? Die Modelle sind im Konzert der großen Autohersteller immer noch eine Nische. Massenmodelle werden millionenfach gebaut und gefahren. Beispiele ist der VW Golf.

Ja, sagt Sabrina Fritz, die E-Autos hätten noch Macken. So kann man es natürlich auch sehen, weil es so herrlich niedlich klingt. Vielleicht hätte sie einfach einmal darauf achten sollen, wie des Nachts in Deutschland der Strom produziert wird. Auf Seiten wie Electricity-Map kann man das wunderbar sehen. Wenn die Sonne untergegangen ist und dann dummerweise der Wind einschläft, wie es in diesem Sommer sehr häufig der Fall war, dann saugt das E-Auto munter Kohlestrom. Und das macht das E-Autos, das Nachts laden soll, weil es immer noch keine Speicher gibt. Diese würden aber dringend benötigt, bei einer Technologie, die es nicht schafft bedarfsgerecht Strom zu produzieren. Oder meint sie mit Macken, dass beim Bau von E-Autos Kobalt benötigt wird, das unter schlimmsten Bedingungen in Afrika abgebaut wird, Stichwort Kinderarbeit. Sie könnte mit Macken aber den Abbau von Lithium gemeint haben, der die Umwelt in Südamerika zerstört.

Eigentlich müsste das einer Wirtschaftsredakteurin alles auffallen, wenn sie so einen Kommentar verfasst. Frau Fritz aber leider nicht. Es ist dann doch alles etwas komplexer als es einer Redakteurin erscheint. Und weil es so ist, braucht es ganz andere Lösungen als nur die Wahl E-Auto oder Fahrrad/Bahn. Genau aus diesen komplexen Gründen heraus, ist der Umbau einer Schlüsselwirtschaft eine große Aufgabe, von der wir heute nicht einmal wissen, ob sie der Umwelt oder dem Klima nützt. Ulrich Schmidt von Kieler Institut für Weltwirtschaft hat zum Thema Elektroauto eine etwas andere Meinung und im Gegensatz zu Sabrina Fritz begründet er sie auch.

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Peak Extinction Rebellion? Die FAZ berichtet davon, dass sich die Finanzierer von der Klimasekte abwenden. War die Blockierung der Auslieferung von Zeitungen in England dann doch zu viel?

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Windkraft in Wäldern, ein Fachbeitrag von Johannes Bradtka. Der sehr ausführliche Beitrag ist hier erschienen und widmet sich verschiedenen Aspekten der Auswirkungen von Windkraftanlagen in Wäldern. Da Deutschland in Ermangelung von Platz diesen Weg gehen will, sind die Szenarien und auch die bereits festzustellenden Schäden ernst zu nehmen.

„Wenn Windkraftlobbyisten und Politiker fordern, die im Zuge des Fichtensterbens und des Waldumbaus entstehende Kahlflächen gewissermaßen mit Windkraftanlagen „aufzuforsten“, um den Klimawandel abzubremsen, ist dies an ökologischer Ignoranz kaum zu überbieten: Wir brauchen Bäume im Wald, keine Windkraftwerke!“

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Wenn bald nur noch an sonnigen und windigen Tagen Strom zur Verfügung steht, heißt es erfinderisch zu werden. Reiche Leute stellen sich ein Dieselaggregat in den Garten und zahlen einfach den CO2-Ausgleich. Gar kein Problem. Für andere stellt der Focus ein neues Kochbuch vor:

Kochen in der Katastrophe: Regierung gibt Notfallkochbuch heraus

Wenn man schon ohne Licht und Fernsehen auskommen muss, sollte man nicht auch noch Hunger leiden. Doch wie kocht man ganz ohne Strom? Diese Frage will das Bundesamt für Bevölkerungsschutz nun klären – und arbeitet an einem „Notfallkochbuch“. Erste Ideen gibt es schon.

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Achterbahn der Gefühle im Focus 19.2.2020:

Stromausfall wegen Extremwetter: Hohe Blackout-Gefahr durch Klimawandel? Forscher entkräften Schock-Studie

Im Zuge des Klimawandels kommt es zu immer mehr Extremwetterphänomenen. Langanhaltende Hitzewellen und starke Unwetter könnten die Stromversorgung in den kommenden Jahrzehnten beeinträchtigen – das ermittelte jetzt ein internationales Forscherteam. Deutsche Wissenschaftler erklären, was die Ergebnisse für uns bedeuten.

[…] Die Wissenschaftler um Dasun Perera von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne gelangten zu folgendem Ergebnis: Die Verlässlichkeit der Stromversorgung könnte in den kommenden Jahrzehnten um 16 Prozent abnehmen, es könnten Versorgungslücken von bis zu 34 Prozent auftreten. Insbesondere erneuerbare Energien sollen künftig vom Klimawandel betroffen sein. „Wir haben festgestellt, dass derzeitige Energiesysteme so konzipiert sind, dass sie sehr anfällig für extreme Wetterereignisse wie Stürme und Hitzewellen sind“, erklärt Perera.

Insbesonders Erneuerbare Energien sind anfällig. Wäre das nicht ein Argument, diese nicht ganz so schnell auszubauen? Focus ist kreativ und wendet gleich den repair-patch an:

Das sehen deutsche Wissenschaftler jedoch anders. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung warnt davor, die Simulation auf Deutschland zu übertragen:

Genau, Claudia Kemfert die Expertin aus Delmenhorst für Extremwetter. Wirtschaftswissenschaften hat sie studiert, das scheint sie auch dazu zu qualifizieren die Ergebnisse der schweizerischen Studie elegant herunterzuspielen. Lobby-Arbeit at its best.

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Juliane Wellisch auf t-online:

Biogas – wie klimafreundlich ist diese erneuerbare Energie?

[…] Doch mittlerweile kommen bei der Erzeugung von Biogas vor allem eigens dafür angebaute Energiepflanzen zum Einsatz. Nur etwa zwanzig Prozent der eingesetzten pflanzlichen und tierischen Stoffe stammen aus Bio-Abfällen und Gülle. Vor allem Mais wird als Biomasse eingesetzt, da es sich besonders gut für die methanbildenden Mikroorganismen eignet. Dadurch werden jedoch Ackerflächen für die Energiegewinnung beansprucht, die sonst für die Lebens- und Futtermittelproduktion genutzt werden könnten. Insbesondere wenn der Mais oder andere Energiepflanzen als Monokultur angebaut werden, fallen so nicht nur Flächen für den Anbau anderer Pflanzen weg, die Böden werden zusätzlich ausgelaugt und auch die Biodiversität leidet. […] Doch dies ist nicht der einzige Nachteil von Biogas. Im Gegensatz zur Energiegewinnung mittels Windkraft oder Solarenergie gelangen durch die Anlagen Treibhausgase in die Atmosphäre. Vor allem Methan kann an verschiedenen Stellen der Produktion entweichen. Es hat dabei ein weitaus höheres Treibhauspotential als CO2.

Ganzen Artikel auf auf t-online lesen.

Die Klimabilanz von Biogas ist insgesamt negativ. Sollte man hier nicht eigentlich dann sofort austeigen? Atomkraft weg, Kohlekraftwerke weg, Biogas weg?