Strom wird immer teurer: Lohnt der Kauf eines E-Autos noch?

Offenbar sind die Versicherer in Deutschland nicht ganz so optimistisch wie einige Experten in Sachen Blackout. Sie warnen laut Tagesschau vor den Folgen eines Stromausfalls in Deutschland:

“Für einen auf der GDV-Webseite erschienenen Beitrag hat der Verband mehrere Katastrophenschützer und Krisenmanager befragt. Demnach gehört ein Blackout aktuell „zu den größten Risiken für unser Land“, so Wolfram Geier, Abteilungsleiter für Risikomanagement und Internationale Angelegenheiten im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Mangelnde Sensibilität für Blackout-Risiko

Albrecht Broemme, der frühere Präsident des Technischen Hilfswerks, warnt: „Auf einen Blackout ist Deutschland überhaupt nicht vorbereitet.“ Die Sensibilität für die Folgen eines Blackouts sei in keiner gesellschaftlichen Gruppe vorhanden.

Doch was könnte einen solchen größeren Stromausfall verursachen? Broemme hält Hackerangriffe für die größte Gefahr. Auch Terroranschläge oder Extremwettereignisse könnten an neuralgischen Punkten die Netzstabilität in ganz Europa gefährden.”

“Andere Experten, darunter auch die deutschen Energieriesen E.On und RWE, sehen derweil in der Energiewende ein zusätzliches Risiko für die Stabilität des Stromnetzes in Deutschland und den Nachbarländern. Ende dieses Jahres sollen die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet werden.

Gravierende Stromausfälle hat es in Deutschland bislang zwar nicht gegeben, aber die Zahl der Eingriffe der Netzbetreiber zur Stabilisierung des Stromnetzes ist deutlich höher als vor Beginn der Energiewende.

Die Ursachen dafür liegen auf der Hand. So sind Wind und Sonnenlicht natürlichen Schwankungen unterworfen, sie können also nicht durchgehend und ohne Unterbrechung Energie liefern. Im Zweifelsfall müssen konventionelle Kraftwerke einspringen.”

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Reichlich reißerisch macht inside-digital auf. Dort werden die Kosten von Strom und Kraftstoff von verschiedenen Autos verglichen. Da es eine Gleichung mit vielen Unbekannten ist, sollte das Ergebnis dort mit etwas Vorsicht gesehen werden.

“Der VW Golf in der Diesel-Version verbraucht 4,8 Liter auf 100 Kilometer. Bei einem Preis von 1,60 Euro pro Liter kosten 100 km demnach 7,68 Euro. Die Benzin-Variante des Golfs kommt auf einen Verbrauch von 6,1 l auf 100 km. Beim Preis von 1,72 Euro pro Liter kosten 100 km demnach 10,49 Euro. Und das E-Auto? Der e-Golf fährt mit einem Strompreis von 40 Cent/kWh und einem Verbrauch von 15,8 kWh auf 100 Kilometer vor. Somit kosten Fahrer des E-Autos 100 km genau 6,32 Euro. Bei einem Durchschnittspreis von 50 Cent pro kWh an der Ladesäule kosten 100 Kilometer exakt 7,90 Euro. Somit ist das Laden des e-Golf zu Hause noch günstiger als das Fahren eines Verbrenners. Wer aber statt den e-Golf den VW ID.3 in die Rechnung mit aufnimmt, fährt mit 7,72 Euro heute bereits teuer als mit einem Diesel-Golf.

Pro Jahr fährt jeder Deutsche im Schnitt rund 12.000 Kilometer. Rechnet man die Summen hoch ergeben sich folgende jährlichen Kosten:

Benziner: 1.258 Euro

Diesel: 921 Euro

E-Auto: 758 Euro

Betrachtet man also nur die Kosten für das Aufladen beziehungsweise Auftanken, hat der e-Golf im Vergleich zu seinem Diesel- und Benziner-Pendant die Nase vorn. Der VW ID.3 wäre mit 926 Euro aber schon teurer als der Golf mit Diesel-Motor.”

Sicher ist nur, dass Energie, egal ob Strom oder Benzin in Zukunft teurer werden. Die Frage ist nur, wie schnell.

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Wie wahrscheinlich sind Klima-Szenarien? Diese Frage haben wir hier schon häufiger behandelt. Zeke Hausfather und Glen P. Peters finden in Nature die “business as usual” Story leitet fehl. Sie unterscheiden zwischen wahrscheinlichen und eher unwahrscheinlichen Szenarien. Erwärmungen von mehr als 3 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts halten sie für unwahrscheinlich. Allerdings werden diese oft und gern als ”business as usual” bezeichnet.

Ähnlich argumentiert Roger Pielke Jr. auf Twitter. In seiner Betrachtung geht es aber auch um den CO2 Gehalt in der Atmosphäre und damit verbunden und eine Erhöhung der durchschnittlichen Temperaturen. Auch er moniert, dass ausschließlich das Szenario PCP8.5, was fast einer Verdoppelung des CO2 Gehalts in der Luft bis zum 2100 bedeuten würde, für die zukünftige Entwicklung als Grundlage genommen wird.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

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Electrive.net stellt eine Fraunhofer-Studie zum Thema Wasserstoffantrieb im Straßenverkehr vor. Wasserstoff kommt nicht gut weg dabei. Ein Grund sind die Wirkungsgradverluste.

“Zu einem ganz ähnlichen Ergebnis wie die Fraunhofer-Analyse ist auch eine in der vergangenen Woche veröffentlichte Studie des Ifeu gekommen. Demnach werden im Jahr 2030 Batterie-elektrische Lkw und Oberleitungs-Lkw aufgrund ihrer Kostenvorteile dominieren. Mit Wasserstoff aus Deutschland können Brennstoffzellen-Lkw nicht mit den E- und O-Lkw mithalten. „Der Einsatz von Brennstoffzellen-Lkw stellt also mittelfristig eine Wette auf die zukünftige Verfügbarkeit günstigen und vollständig erneuerbaren Import-Wasserstoffs dar“, fasst die Studie zusammen.”


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Der Spiegel thematisiert das Thema Energieverbrauch von Rechenzentren in Deutschland. Wir haben das Thema in diesem Blog vor 2 Jahren schon einmal betrachtet. Vor allem hatten wir seinerzeit auf ein Paradoxon aufmerksam gemacht.
Gerade Jugendliche, die sich als Teil der Lösung beim Klima verstehen, tragen nicht unerheblich zu diesem Energieverbrauch bei, weil Streaming, Datennutzung usw. zu ihrem Leben gehört.

Wie allerdings das Ziel der Ampel erreicht werden soll, dass 3.000 Rechenzentren in Deutschland bis 2027 klimaneutral werden, bleibt unklar. Staffan Revemann, ein Experte in diesem Bereich, äußert sich bei Datacenter-Insider.de zu dem Thema und das sehr eindeutig. Titel: Unwissenheit ist Stärke.

“Auf dem Papier hat die neue Bundesregierung sehr hohe Nachhaltigkeitsambitionen. Bis 2030 sollen laut Koalitionsvertrag 80 Prozent des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Stromquellen stammen. Derzeit liegt der Anteil bei weniger als der Hälfte, 42 Prozent. Prozentuale Vergleiche sind hier jedoch trügerisch.

In absoluten Zahlen bedeutet es: von 224 Terwattstunden (TWh) Erneuerbare Energien in 2021 auf 600 TWh erneuerbare Anteile bis 2030. Ganze 168 Prozent Zuwachs basierend auf 490 TWh Stromerzeugung 2021 und 750 TWh Stromverbrauch in 2030 laut Habecks Prognose.

Der Anstieg setzt einen exorbitanten Ausbau sowohl an Windkraft als auch an Solarenergie voraus. Die landgestützte Windkraft soll mit 100 Gigawatt (GW) ausgebaut werden. Gleichzeitig wird die Offshore-Windkraft um 30 GW erhöht. Bei einer durchschnittlichen Leistung von 4 MW pro Turbine werden zusätzlich etwa 33.000 Windkraftanlagen benötigt.”

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Es verwundert nicht. Drei US-Staaten steigen aus der Kernenergie aus. Als Folge gehen die Emissionen in die Höhe wie Climatewire berichtet.

“New York passed a law in 2019 requiring the state to eliminate carbon dioxide emissions from power plants by 2040. But over the last two years, the exact opposite has happened: CO2 from power plants has climbed nearly 15 percent, according to EPA data.

New York’s experience is hardly unique. In neighboring New England, where six states are united by a single electricity market, power emissions are up 12 percent over the last two years. And in Pennsylvania, emissions from electricity generation have grown 3 percent.”

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Genormter Hagel und Salznebel: Solaranlagen im Stresstest. So lautet der Titel eines Artikels bei Enformer, dem Energieblog von RWE.

“Dafür beschießen seine Kollegen Solarzellen unter anderem mit genormten Hagelkörnern. Eine Druckluftkanone lässt sie aus gut einem Meter mit 80 bis 110 Stundenkilometer auf die Module treffen. Die Geschosse sind perfekte Eiskugeln mit Durchmessern von 20 bis 50 Millimetern.
„In der Natur ist kein Hagelkorn wie das andere, durch unregelmäßige Lufteinschlüsse sind sie weniger kompakt. Dadurch ist ihre Durchschlagskraft bei gleicher Größe deutlich kleiner“, erklärt Althaus. „Die Normung dient also weniger der exakten Simulation, sondern der weltweiten Reproduzierbarkeit von Testverfahren.“ Dennoch lasse sie einen aussagekräftigen Rückschluss darauf zu, wie ein Hagelsturm die Funktionalität eines Solarparks beeinträchtigen kann.”

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Leserzuschrift von Dipl.-Ing. Peter Dietze:

BILD 2007: „Es bleiben nur noch 13 Jahre, um unsere Erde zu retten!“ Das bezog sich auf ein vermeintliches „Restbudget“ welches gemäß falschem C-Modell (CO2-Kumulierung in der Atmosphäre ohne Senkenfluss) pro Kopf der Weltbevölkerung berechnet wurde. Der Unsinn dieses Restbudgets führte zu unserem auf das BVG-Urteil gestützten Klimaschutzgesetz mit dem festgelegten Reduktionspfad um bis 2045 völlig unnötig CO2frei zu werden.

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Von Frank Bosse

Es ist bekannt, dass GISS die Temperaturen nicht so verarbeitet wie sie ermittelt werden sondern „korrigiert“. Solche Korrekturen mögen sinnvoll sein, inwieweit sie jedoch Trends der Erwärmung beeinflussen bleibt eine offene Frage. Gavin Schmidt als Chef und Verantwortlicher für die Messreihe twitterte unlängst jedoch Merkwürdiges: 

Abb.: Screenshot Twitter

Er stellt fest, dass der Gesamttrend mit den Korrekturen (grün) abnimmt gegenüber den Rohdaten (schwarz gestrichelt). Nun ist es allerdings so, dass die anthropogene Beeinflussung der Erwärmung erst nach 1950 spürbar wird. Wenn man nun diesen Teil der Gesamtreihe digitalisiert, ergibt sich ein ganz anderes Bild: 

Zwar verringert sich der Trend von 1880 bis 1950, das ist jedoch für Berechnungen beispielweise der Klimasensitivität relativ unbedeutend, weil in dieser Zeit nur sehr geringes anthropogenes Forcing auftrat. Nach 1950 jedoch sehen wir eine Trendversteilerung von 13% durch die „Korrekturen“. Das wurde auch auf Twitter schnell kommuniziert und man muss sich fragen, warum Gavin Schmidt diese irrelevante Verringerung der frühen Trends so prominent erwähnte. Nebelkerze? 

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Ein schlimmer zweiter Sturm am 18./19. Februar 2022 wütete in Norddeutschland. In Bremen wurden wegen einer Sturmflut Anwohner evakuiert. Sturmfluten hat es leider immer schon gegeben. An einer der Weserbrücken im Bremer Stadtzentrum erinnern Hochwassermarken an diese schlimmen Ereignisse: