Solarlobby will Kritiker des Klimaalarms wegen Sabotage von Notstandsmaßnahmen bestrafen lassen

Deutschlandfunk am 25.12.2019:

Klimaforscher Johan Rockström hält Ausrufung eines „Klima-Notstandes“ für gerechtfertigt

Rockström (PIK-Chef):

„Die Ausrufung eines „Klima-Notstands“ mache es möglich, wirklich große Entscheidungen zu treffen. Etwa Dinge zu ermöglichen, die notwendig seien, man bisher aber für nicht realistisch gehalten habe.“

Erinnert in der Diktion an den 24. März 1933, damals hieß das Gesetz offiziell: „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ und es diente dazu, die Republik abzuschaffen. Wird denn keiner stutzig? 

Passend hierzu eine Aktion der Solar-Lobby, die auf dem Rücken der vermeintlichen Klimakatastrophe gute Geschäfte gemacht hat. Wer den Klimaalarmismus fachlich kritisiert, wird als Störenfried angesehen. Da passt es gut ins Bild, dass der Solarenergie Förderverein Deutschland e.V. auf seiner Webseite zur Bestrafung von Kritikern aufruft. Die Adresse der Seite lautet: http://sfv.de/artikel/verharmlosung_der_klimakrise_eine_straftat.htm . Darin lesen wir:

Wolf von Fabeck fordert Bestrafung bei Verharmlosung der Klimakatastrophe:

Verharmlosung der Klimakatastrophe gefährdet das Überleben der Menschheit – müssen wir das hinnehmen?

Warum sich die Verharmloser nicht hinter dem Grundrecht der Meinungsfreiheit verstecken dürfen

Verlinkt wird dann eine PIK-Alarm-Arbeit.

Als erste deutsche Stadt hat Konstanz nun auf Anregung der fridays for future – Demonstranten den Klimanotstand“ ausgerufen – ein eher symbolischer Akt – der aber zeigt, was von Nöten wäre. Oberbürgermeister Burchardt erklärte, ab nun müssten alle Entscheidungen, die im Gemeinderat anstehen, im Sinne des Klimaschutzes beurteilt werden. Gleichzeitig forderte er die Bundesregierung auf, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Klimaschutzmaßnahmen zu verbessern.

Es gilt, nicht nur in Konstanz, sondern überall bei uns in Deutschland (jeder sollte zuerst vor seiner Haustür kehren) und schließlich weltweit, die Gefahr nach bestem Wissen und Gewissen entschlossen abzuwehren. Bestes Wissen liefern im Fall der Klimakatastrophe die Naturwissenschaften, nicht aber die Verharmloser. Was die Verharmloser tun, kann man als Sabotage bezeichnen. Und Sabotage an Notstandsmaßnahmen gehört bestraft.

[…]

Eine wehrhafte Demokratie darf diese Entwicklung nicht hinnehmen. Hier fehlt eine gesetzliche Strafandrohung im Strafgesetzbuch – etwa so wie bereits in der Zusammenfassung erwähnt:

„Wer in einer Weise, die geeignet ist, die Abwehr der Klimakatastrophe nach dem Pariser Klima-Abkommen und seinen Folgevereinbarungen zu stören, verächtlich zu machen oder gänzlich zu verhindern, die Klimakatastrophe verharmlost oder leugnet, wird mit einer Geldstrafe von bis zu 300 Tagessätzen bestraft. Im Wiederholungsfall ist die Strafe Haft“.

Mit einer solchen Strafandrohung wird das Grundrecht auf Meinungsfreiheit keineswegs ausgehebelt. Auch die Meinungsfreiheit kennt, wie bereits einleitend erwähnt, gesetzliche Grenzen (Art. 5, Abs.2, erster Halbsatz GG). So werden beispielsweise nach den Paragrafen 185 bis 187 im Strafgesetzbuch auch Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung sanktioniert, weil anders ein friedliches Miteinanderleben nicht möglich ist.

Notstandsgesetze, Sabotage, Bestrafung. Diese wenig demokratisch anmutende Argumentation ist in Deutschland nicht ganz neu. Zuletzt hörte man sie vor 80 Jahren…

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Spiegel Online (SPON) am 11.10.2019:

Neue Klimastudie: Forscher warnen vor dramatischem Temperaturanstieg am Mittelmeer

20 Prozent schneller als im globalen Durchschnitt steigt die Temperatur im Mittelmeerraum. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie. Sie warnt: Einige Inseln könnten komplett verschwinden.

Wow, eine volle Ladung Klimaalarm. Der Spiegel dreht nach dem Abgang von Bojanowski richtig auf, als hätte er Nachholbedarf. Aber nicht so schnell. Welche Forscher warnen wovor? SPON:

Mehr als 600 Wissenschaftler aus 35 Ländern haben für die Untersuchung Daten zum Klima am Mittelmeer ausgewertet. Das Projekt läuft unter dem Dach der UfM und des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP. Der deutsche Geograf und Ökologe Wolfgang Cramer koordiniert die teilnehmenden Wissenschaftler. In Barcelona wurden nun erste Ergebnisse präsentiert.

Klingt sehr nach IPCC-Lookalike. Und der Koordinator Wolfang Cramer ist auch beim IPCC beteiligt. Cramer war lange beim Potsdamer PIK tätig, wechselte dann nach Frankreich an ein Institut. So breitet sich das PIK organisch aus und prägt sogar einen Mittelmeerbericht, obwohl Deutschland selber gar nicht am Mittelmeer liegt. Erstklassig eingefädelt.

Im SPON-Artikel heißt es:

Demnach bedroht der Klimawandel die Mittelmeerregion wie kaum ein anderes Gebiet der Erde. Der Temperaturanstieg schreite dort aktuell um 20 Prozent schneller voran als im globalen Durchschnitt, hieß es.

Wieder so ein Kandidat aus der folgenden Kategorie:

Phänomenal: Fast die ganze Welt erwärmt sich doppelt so schnell wie der Rest der Welt

Der Rest des SPON-Artikels besteht aus wilden Prognosen auf Basis von Klimamodellen, von deren Gebrauch die Modellierer jedoch selber momentan dringend abraten.

Wir schauen kurz in den Cramer-Bericht (großes pdf hier). Der besteht aus 36 Seiten. Das ist nicht viel angesichts der 600 beteiligten Wissenschaftler. Die Betrachtung beginnt im Jahr 1880 – und das obwohl in der Autorenliste ausgewiesene Fachleute für den vorindustriellen mediterranen Klimawandel gelistet sind. Wie konnte das passieren? Die Begriffe „Little Ice Age“ oder „Medieval Climate Anomaly“ sucht man vergeblich im Bericht. Die Modellsimulationen sind nicht gegen die vorindustrielle Klimaentwicklung geeicht. Das macht die Prognosen im Prinzip nahezu wertlos. Lesetipp:

Lüning, S., L. Schulte, S. Garcés-Pastor, I. B. Danladi, M. Gałka (2019): The Medieval Climate Anomaly in the Mediterranean region. Paleoceanography and Paleoclimatology, doi: 10.1029/2019PA003734

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Deutschland, offenbar kein Vorbild für andere Länder. Weder beim Thema Ausstieg aus der Atomkraft noch bei der Kohle kann Deutschland andere Länder überzeugen. Die Welt berichtet über die verstärkte Nutzung von Kohle in anderen Regionen. Die Kohle stirbt nicht, sie zieht nach Asien um. Eine Erkenntnis, die auch Professor Sinn in seinem Vortrag „Wie wir das Klima retten und wie nicht“ (wir berichteten) beschreibt.

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31, 13, 12, 9? Wer hat noch weniger zu bieten? Wenn es um den Zeitpunkt des Weltuntergangs geht kursieren viele Zahlen, wieviel Jahre der Menschheit noch bleiben. Michael Miersch nimmt sich in den Salonkolumnisten der zahlreichen Apokalypsen an. Auch derjenigen, die nicht eingetreten sind. Wenn nur das Getöse um die nicht stattgefundenen Weltuntergänge genauso groß wäre, wie die Ankündigungen.

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Im März 2019 erschien das folgende Buch von Jens Soentgen:

Konfliktstoffe: Über Kohlendioxid, Heroin und andere strittige Substanzen (Stoffgeschichten)

Buchbeschreibung von der Verlagswebseite:

Konfliktstoffe: Über Kohlendioxid, Heroin und andere strittige Substanzen

Stoffe aller Art werden rund um den Globus aus dem Boden, aus Lebewesen oder aus der Luft gewonnen, in Raffinerien und Fabriken gereinigt, zerlegt, wieder verbunden, durch Pipelines gepumpt, auf Containerschiffen verschickt, transformiert und verbraucht. Gleichzeitig machen sie sich, oft unerkannt, selbst auf den Weg, versickern und verdunsten, geraten in Nahrungsketten, verteilen sich in der Atmosphäre und in Gewässern, dringen ein und breiten sich aus. Es ist gerade dieses ungeplante und ungewollte Eigenleben, das zu Konflikten führt – Konflikte, denen die Stoffgeschichten nachgehen, indem sie den Lebensweg ausgewählter Substanzen nachzeichnen.

Dieses Buch beantwortet die grundlegenden Fragen zu Theorie und Praxis der stoffgeschichtlichen Forschung. Zugleich erzählt es exemplarisch die Biografien typischer Konfliktstoffe unserer Zeit, nämlich Stickstoff, Nitrosprengstoff, Gummi und Kohlendioxid, sowie die Geschichte der ungleichen Schwestern Aspirin und Heroin.