Sie verwenden ungern Eigenes?

Mittlerweile könnte für die Geschehnisse rund um Annalena Baerbock fast ein Liveticker gemacht werden. Regelmäßig kommen neue Dinge ans Licht. Zunächst erklärt sie zusammen mit ihrem Verlag, dass es in zukünftigen Auflagen ihres Buches “Jetzt – Wie wir unser Land verändern” ein Quellenverzeichnis geben soll. Theoretisch könnte Baerbock einfach auf die Arbeit des Plagiatjägers Weber aus Österreich zurückgreifen. Der kommt mittlerweile auf 43 Stellen, er hat seine Arbeit aber noch nicht beendet.

Dennoch könnte es auch hier heikel werden, wenn Baerbock nämlich Quellen vergessen sollte. In jedem Fall hat sie ihrem Parteikollegen Krischer einen schönen Dienst erwiesen. Der hatte in einer Sendung bei Markus Lanz noch abgestritten, dass abgeschrieben wurde. Erst als Markus Lanz ihn aufklärte, dass ein wortwörtlicher Reisebericht bei der Deutschen Welle aus dem Irak, den die Autorin als eigenen Eindruck verkaufte, bereits ein Jahr vor Baerbocks Buchs erschien, kam Krischer ins Stammeln.

Aber, auch das ist noch nicht alles. Bereits vor einiger Zeit ging die Förderung der Promotion von Baerbock über die Böll-Stiftung durch die Presse. Baerbock schloss die Promotion nie ab, was aber zunächst unkritisch ist, denn die Zahlung ist nicht an einen Abschluss gebunden. Knapp 40.000 Euro bekam die Grüne. Es gibt allerdings andere Bedingungen an die Zahlung und die könnten noch unangenehm werden. Zeitgleich zur Promotion war Baerbock nämlich Landesvorsitzende in Brandenburg und da diese Aufgabe nach einem Rechenschaftsbericht der Grünen mehr als 50% der Arbeitszeit ausmachte, wurde ab 2013 ein Gehalt von 64.000 Euro bezahlt. Das aber wäre nach den Förderungsstatuten des Stipendiums nicht rechtmäßig gewesen. Zu den Hintergründen geht es hier.

Laut Bild lässt Baerbock diese Zahlungen jetzt prüfen, auch wenn sie schon 10 Jahre her sind. Die Zahlen, die im Artikel genannt werden, passen nicht zu den Personalausgaben, die im o. g. Rechenschaftsbericht der Grünen auftauchen, aber möglicherweise klärt sich das ja auch auf. Die Frage bleibt ohnehin, wieso das Familieneinkommen (sie ist seit 2007 verheiratet, ihr Mann war zu dem Zeitpunkt bei den Grünen fest angestellt) offenbar nicht reichte, um die Promotion zu beenden und ein Antrag auf zusätzliche Gelder bei der Böll-Stiftung durch sie gestellt wurde. Richtig geschafft hat man es Politiker aber erst, wenn man in eine Werbekampagne beim Autovermieter Sixt aufgenommen wird. Hoffentlich können die Grünen darüber genauso lachen wie seinerzeit über die Sixt-Kampagne mit Angela Merkel.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Bei Wikipedia tobt derweil ein sogenannter Editwar, wie die NZZ berichtet. Offenbar gibt es Kräfte, die die Ausrutscher der Grünen Kandidatin nicht gern in ihrem Wikipedia-Eintrag sehen wollen. Das wäre insofern kein Problem, wenn nicht bei anderen Politikern mit ganz anderer Elle gemessen wird. Einen etwas anderen Weg in Sachen Buch geht die taz. Sie gehört traditionell eher zum linken Medienspektrum, der grüne Vorwurf einer rechten Schmutzkampagne greift hier nicht wirklich. Statt also nach Plagiaten zu suchen, hat sich der Korrektor der taz an das Buch gesetzt und etliche inhaltliche Fehler gefunden.

Zu guter Letzt hat sich nach 2 Wochen Schweigen auch Robert Habeck zu Wort gemeldet. Man muss kein Philosoph wie er sein, um seine Kritik am Baerbock-Team zu verstehen. Weil Habeck dann noch irgendetwas gegen die Union in Stellung bringen wollte, brachte er die Solarindustrie ins Spiel, die seiner Meinung systematisch kaputt gemacht wurde in Deutschland. Nun, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Bei einem hohen Automatisierungsgrad bei der Fertigung spielen Personalkosten keine sehr große Rolle. Die Vormachtstellung von China im Bereich Solar ist also kaum auf niedrigere Personalkosten zurückzuführen, sondern auf massive Subvention in diesem Bereich. Dazu gesellen sich niedrige Energiekosten, Ausbeutung der Arbeitskraft von Minderheiten und katastrophale Umweltbedingungen bei der Produktion. Wir berichteten.

Es gibt Gründe, sich an diesem ”Race-to-the-bottom” nicht zu beteiligen. Deutschland hat bei der Werftindustrie schmerzlich erfahren, wie man Geld verbrennen kann, aber am Ende nichts gewinnt. Aber vielleicht denkt ein Grüner tatsächlich so, weil ohne Subventionen das eigene Narrativ nicht aufrechterhalten werden kann.

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Ungewöhnliche Entwicklung nach wie vor in Sachen Zuwachs der Eismasse (SMB Surface Mass Balance) im Juli 2021 auf Grönland. Mitten in der Schmelzsaison bildet sich laut Polarportal.dk Eis.

(Abbildung: Screenshot Polarportal.dk)

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Rainer Baake, Direktor der Stiftung Klimaneutralität, muss ein ganz besonderes Auto fahren. In einem SUV hat er eine Weltreise gemacht und behauptet, das sei in Sachen CO2-Fußabdruck überhaupt kein Problem. André Thees von der Universität Stuttgart hat nachgerechnet und kommt zu einem ganz anderen Ergebnis. Sein Fazit:” Ein Klimadenkfabrikdirektor auf Weltreise im SUV ist ungefähr so glaubwürdig wie ein kettenrauchender Lungenarzt.”

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Videotipp. Piere Ibisch ist ein anerkannter Wissenschaftler. In einem ca. 30-minütigen Video spricht er über die Waldkrise in Deutschland. Dazu gehört auch das Thema Windkraft im Wald, die er als neue Form der Störung bezeichnet.

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„Windenergieanlagen sind für den Rotmilan mittlerweile Todesursache Nr. 1 und sicher populationsgefährdend“, sagt Claudia Rapp-Lange, Sprecherin der Naturschutzinitiative (NI). Bis Oktober 2020 wurden 601 getötete Rotmilane der Zentralen Schlagopferstelle gemeldet. Die Dunkelziffer könnte noch deutlich höher liegen, denn nicht alle Tiere werden gefunden. Weiterlesen hier.

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Jürgen Fritz Blog im Februar 2020:

Bei dieser „Klimaforschung“ ist was faul

Über 30 Erstunterzeichner und inzwischen über 33.000 wahlberechtigte Unterstützer haben den Abgeordneten des Deutschen Bundestages 16 Klimafragen vorgelegt, die das gängige Narrativ kritisch hinterfragen. Stefan Rahmstorf, Klima- und Meeresforscher, einer der Hauptantreiber der Klimahysterie, hat daraufhin im SPIEGEL einen Artikel veröffentlicht, in dem er viel redet, aber keine einzige der 16 Fragen beantwortet. Können oder wollen Sie nicht, Herr Rahmstorf, fragen Annette Heinisch und Prof. Dr. Klaus-Dieter Döhler.

Sie erinnern sich vielleicht an die Aktion. Was ist aus den Fragen geworden? Die gesammelten Fragen und Antworten der Bundestagsfraktionen finden Sie auf klimafragen.org.

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Auf dem Videoportal der Universität Freiburg gibt es einen interessanten Vortrag von Prof. Dr. Dietrich Murswiek zum Thema „Klimapolitik und Grundgesetz“. Darin kommentiert Murswiek auch den kürzlichen Beschluss des BVerfG. Hier gehts zum Video.

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Transparency International zur Wissenschaft:

Gesetzlicher Ökonomisierungsdruck und die zunehmende Entkopplung der planbaren Grundfinanzierung von den zugewiesenen Aufgaben gefährden heute die verfassungsrechtlich garantierte Unabhängigkeit der Wissenschaft und ihre Gemeinwohlorientierung. Der Zwang zur externen Geldbeschaffung in Verbindung mit Stärkung und Hierarchisierung der Institutionen und systematischer Marginalisierung der demokratischen Selbstverwaltung bei gleichzeitigem Rückzug der Aufsichtsbehörden aus Fach- und Rechtsaufsicht führen zu Intransparenz und Korruptionsgeneigtheit und gefährdet die Eigengesetzlichkeit der Wissenschaft. Im Namen ihrer eigenen, institutionellen Wissenschaftsfreiheit beschneiden heute die Entscheidungsträger unternehmensförmiger Wissenschaftsinstitutionen zunehmend selbst die grundgesetzlich zugesicherten Freiheitsrechte ihrer Wissenschaftler.

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