Luisa, Greta, Adélaïde und Anuna schreiben einen Brief

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Luisa, Greta, Adélaïde und Anuna schreiben einen Brief

Führende Klima-Aktivisten veröffentlichen auf Medium.com einen offenen Brief. Zu ihnen gehören Luisa Neubauer, Greta Thunberg, Adélaïde Charlier, Anuna de Wever van der Heyden. In dem offenen Brief werfen sie der EU vor, mit Zahlen zur Reduktion von CO2 zu betrügen und ihnen die Zukunft zu stehlen. Wer den Brief liest, der kommt aus dem Staunen kaum heraus. Denn es geht bei dem, was hier als Betrug angeprangert wird, um einfache Mathematik.

Den Unterzeichnerinnen passt es nicht, dass das Pariser Abkommen (und genau danach richtet sich die EU) als Basis das Jahr 1990 genommen hat. Nun gut, irgendein Jahr muss schließlich genommen werden, wenn man etwas plant. 1990 ist nach Ansicht der Aktivistinnen aber nicht gut, weil man es lieber hätte, dass man von heutigen Stand bzw. 2018 ausgehen sollte und dann 50%, 55% oder gar 65% einsparen sollte. Das aber wären deutliche größere Ziele (total), als wenn die Basis 1990 benutzt.

„Die vorgeschlagenen Reduktionen innerhalb der Europäischen Union sollen ausgehend von einem Basisjahr 1990 erfolgen. Da die EU bereits – nach einem sehr langsamen Emissionsreduktionstempo in den letzten 30 Jahren – ihre territorialen Emissionen um etwa 23% reduziert hat, bedeutet dies, dass das von der EU-Kommission angekündigte Reduktionsziel von 55% tatsächlich eine Reduktion um 55% minus 23% gegenüber dem Niveau von 1990 bis 2030 darstellt. Ausgehend von den heutigen Niveaus würde dies eine ungefähre Reduzierung unserer Emissionen um 42% bedeuten.“

Das ist Mathematik. Von einem bereits verminderten Wert ausgehend, wird auch die Prozentzahl sinken. Das ist also keine Trickserei. Die Lücke zum Ziel wird sich immer weiter schließen.
Aber indirekt sagen die Damen hier, dass die EU reduziert hat, das ist ja schon mal etwas.
Sonst hört man nämlich eher, dass nichts gemacht wird. Dann hingegen wird es wieder mathematisch:

„Wenn die Staats- und Regierungschefs der EU versprechen, die Emissionen bis 2030 um 55 % gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren“, müssen sie von Anfang an ehrlich sein und mitteilen, dass dies einer Reduzierung von nur etwa 42 % gegenüber dem Stand von 2018 entspricht.“

Ja, der Wert 2018 ist bereits vermindert gegenüber 1990. Je nach Starttermin einer Betrachtung wird man zu unterschiedlichen Prozentzahlen kommen. Bizarr sind auch die Vorwürfe an die EU, dass Flüge weit außerhalb der EU Grenzen nicht berücksichtigt werden. Als Beispiel dient der Flug von Buenos Aires nach Bangkok. Man kann sich mit Sicherheit darüber streiten, wem die Emissionen bei so einem Flug zugerechnet werden (vermutlich der Nationalität der Fluggäste?), aber allen Ernstes eine Klage darüber führen, dass eine Zugfahrt zwischen Köln und Aachen zu mehr Emission führt, die der EU zugerechnet werden als besagter Interkontinental-Flug zwischen Südamerika und Asien ist schon sehr schräg.

„Und eine kurze Zugfahrt von Köln nach Aachen wird zu mehr Emissionen führen, die als Verantwortung der EU gezählt werden, als ein Flug nach Buenos Aires oder Bangkok und wieder zurück. Dieses Problem wird durch den vagen Vorschlag zukünftiger Border Carbon Adjustments (BCA) nicht „behoben“. Die Reduktionsziele und Statistiken der EU müssen alle Emissionen der EU einbeziehen.“

Offenbar schwebt den Aktivistinnen vor, dass sämtliche Waren, die außerhalb der EU hergestellt werden und durch die EU importiert werden, das CO2 Budget der EU belasten soll. Mit der Denkweise wäre ein Exportland wie Deutschland vermutlich fein raus, die EU als Ganzen vermutlich nicht, denn der Großteil der deutschen Exporte geht in die EU. Wird ein deutscher PKW exportiert, dann geht das Budget ins Abnehmerland. Ob das wirklich durchdacht ist? Importländer hätten das Nachsehen. Ob den Damen bewusst ist, dass viele Entwicklungs- und Schwellenländer Importnationen sind? Ist da dann klimagerecht?

Besonders skeptisch sollte einen das Narrativ machen, dass die EU komplett allein die weltweite Reduktion auf die eigenen Schultern nehmen soll. Auch hier wieder Mathematik. Wenn Asien einen vierfach höheren Anteil am CO2 Aufkommen hat, dann hat jede Senkung der EU um z. B. 10% dort nur einen Effekt von 2,5%. Oder anders, wenn dort 10% eingespart werden würden, entspräche es bei der EU 40%. Nun geht es hier aber gar nicht um das Umlasten. Die Unterzeichnerinnen stellen zu Recht die Frage:

„Wenn wir es nicht schaffen, die Führung zu übernehmen und den ersten Schritt zu tun, wie wir es versprochen haben – wie können wir dann erwarten, dass Länder wie China und Indien ihren gerechten Beitrag leisten werden?“

Die Antwort ist eigentlich schlicht, nach dem Paris Abkommen können diese Länder bis 2030 einfach weitermachen wie sie möchten. Sie müssen gar keinen Beitrag leisten. Den Beitrag leistet momentan die EU und diese ist dennoch der Prügelknabe in diesem Klima-Spiel. Sie wird es vermutlich auch noch lange bleiben, weil man in Europa deutlich einfacher demonstrieren kann und sich über demokratische Wahlen etwas erreichen lässt als in fernen Asien. Auch ist die zu mobilisierende Menge deutlich besser auf die Straße zu bekommen als in Asien.

Offenbar ist den Aktivistinnen nicht bekannt, dass es sehr viele Länder mit Ausnahmen bzw. längeren Fristen gibt. Statt aber das Pariser Abkommen selber zu kritisieren werden diejenigen gescholten, die sich an das Abkommen halten oder es immerhin versuchen. Aber so richtig kritisieren möchten sie die Vereinbarung dann wohl doch nicht, weil sie sich ansonsten nicht permanent darauf berufen könnten.

Übrigens das Abkommen ist eine Absichtserklärung. Nichts ist dort verbindlich, es gibt keine Strafen und keine Sanktionen, wenn Ziele nicht erreicht werden. Es ist also wabbelweich aber für die Unterzeichnerinnen des offenen Briefs dann aber doch solide genug, um ständig damit zu wedeln, wie auch in ihrem jüngsten Schreiben.

Hört auf die Wissenschaft, möchte man den Aktivistinnen zurufen. Zum Beispiel auf den Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn. Der hat letztes Jahr zu dem Thema in einer Rede einen Vorschlag gemacht, er nennt sich Climate Club und hat vermutlich deutlich bessere Chancen zu einer CO2 Reduzierung auf der ganzen Welt zu sorgen. Damit würde auf der ganzen Welt ein CO2 Preis eingeführt, denn jeder, der mit der EU-Handel betreiben möchte, müsste Mitglied dort werden. Noch ist die EU wirtschaftlich attraktiv genug, dass sich der Rest der Welt für eine Mitgliedschaft interessieren könnte.

Das könnte sich allerdings auch ändern, wenn nämlich ausgerechnet die Dekarbonisierungsanstrengungen zu einer schwächeren Wirtschaft führen. Sehr gutes Beispiel dafür sind die deutschen Stromkosten, die Erneuerbare Energien hervorrufen. Sie sind eindeutig ein Wettbewerbsnachteil in Deutschland und verteilen Geld gewaltig um. Weg von den Konsumenten hin zu Unternehmen, die klug genug waren auf den Subventionszug aufzuspringen. Immerhin gilt es jedes Jahr 25 Mrd. Euro abzugreifen.

Wenn wenigstens sehr viele Arbeitsplätze dadurch entstehen würden, aber die Hoffnung haben weder Wind noch Solar bisher erfüllt. Trotz immenser Subventionen sind gerade mal 300.000 Arbeitsplätze entstanden. Das ist im Vergleich zu anderen Branchen nicht wirklich viel, auch wenn die Lobbyisten der Branche es immer anders darstellen. Auf über 41 Millionen deutsche Beschäftigte spielt es kaum eine Rolle und auf die jährlichen Subventionen heruntergebrochen ist es allerdings eine immense Förderung pro Arbeitsplatz.

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Jörg Kachelmann erklärt Greta Thunberg die Wissenschaft. Die junge Klima-Aktivistin weist auf Twitter auf Waldbrände in Paraguay hin und benutzt dabei wieder die Attribution Wärme bedeutet Waldbrand. Dabei ist es die Trockenheit und fast immer das Einwirken des Menschen, wie Kachelmann der Schwedin freundlich auf Twitter erklärt. Holz fängt ab 250 Grad an zu brennen. So weit ist Paraguay noch nicht.

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Claudia Kade von der WELT kommentiert die Position der Grünen, die gleichzeitig für und gegen ein Projekt sind. In diesem Fall für und gegen ein Autobahnprojekt in Hessen, das mit dem Roden eines Waldes einhergeht. Schade, dass die Kommentatorin nicht noch den Link zu Bäumen hinbekommt, die für die Aufstellung von Windkraftanlagen in Wäldern weichen müssen, während andere Bäume mit allen Mitteln verteidigt werden. Es gibt nämlich gute und schlechte Bäume bei den Grünen, je nach Motivation. Dabei ist jeder Baum, der aus der Natur entfernt wird, schlecht, egal wie die Intention lautet.

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Friedrich Merz im Interview mit dem Handelsblatt:

„Ich habe Markus Söder anders verstanden. Er will aus den fossilen Brennstoffen raus. Aber wenn wir den Grünen folgen würden, die ab 2030 Verbrennungsmotoren ganz verbieten wollen, dann wird sich schon morgen kein Student mehr für diesen Teil des Maschinenbaus an einer Universität einschreiben. Gedanklich und technisch würden wir sofort aussteigen – und wenn in fünf Jahren saubere synthetische Kraftstoffe auf dem Markt kommen, sind wir nicht mehr dabei. Wir brauchen Technologieoffenheit – und das bedeutet, kein Enddatum für Antriebe zu nennen.“

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Lobbyisten wie Simone Peter können vermutlich wieder besser schlafen. Die Temperaturen in Sibirien liegen größtenteils wieder unter Null Grad. Das, was Peter für den Sommer in Sibirien als normal angesehen hat, tritt jetzt ein. Der Rückgang der Temperaturen geschah übrigens ohne, dass noch viel mehr Windräder in Deutschland aufgestellt wurden. Das Phänomen, das den Temperaturrückgang einleitet, nennt sich Wetter.

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Attacken auf den Natur- und Menschenschutz, so titelt die Webseite „Rettet Brandenburg“ über die Novelle des EEG und entdeckt dabei sehr versteckt einige erschreckende Regelungen, die weitestgehend unbemerkt geblieben sind.

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Ralf Fücks erstaunt als Grüner einmal mehr. Während einiger seiner Parteifreunde vom Systemwechsel träumen, stellt er den CO2 Ausstoß der alten Bundesrepublik mit dem der DDR auf Twitter gegenüber. Anlass war der Tag der Deutschen Einheit. Läuft bereits ein Partei-Ausschlussverfahren?