Lösen thermische Batterien das Speicherproblem?

Ein interessanter Artikel bei Science.org über eine neuartige Speicheridee. Geschmolzenes Metall soll als Speicher dienen. Grundlagen der TVP genannten Technologie wurden bereits in den 1960er Jahren gelegt.

“The idea is to feed surplus wind or solar electricity to a heating element, which boosts the temperature of a liquid metal bath or a graphite block to several thousand degrees. The heat can be turned back into electricity by making steam that drives a turbine, but there are trade-offs. High temperatures raise the conversion efficiency, but turbine materials begin to break down at about 1500°C. TPVs offer an alternative: Funnel the stored heat to a metal film or filament, setting it aglow like the tungsten wire in an incandescent light bulb, then use TPVs to absorb the emitted light and turn it to electricity.

When the first TPVs were invented in the 1960s, they only converted a few percent of the heat energy into electricity. That efficiency jumped to about 30% in 1980, where it has largely been stuck ever since. One reason is that tungsten and other metals tend to radiate photons across a broad spectrum, from high-energy ultraviolet to low-energy far-infrared. But all photovoltaics—TPVs included—are optimized to absorb photons in a narrow range, meaning light with higher and lower frequencies tends to be wasted.”

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Anna Veronika Wendland scheint laut Twitter vor Gericht eine Einstweilige Verfügung gegen die Zeit bekommen zu haben. Es ging dabei um einen Artikel von Anika Joeres, den wir auch schon einmal besprochen haben. Dort ging es auch um die Helfershelfer der Autorin. Gegenstand des rechtlichen Vorgehens waren offenbar rufschädigende Behauptungen durch Joeres. Wir hatten in dem Artikel bereits darauf hingewiesen, dass der Text merkwürdig ungeprüft wirkt. Ein erfahrener Redakteur hätte das eigentlich erkennen können und den Text, der sich wie ein persönliches Rachestück liest, ändern lassen müssen.

Bei Amazon drehen die Bewertungen für das Buch gerade wieder. Offenbar haben sich einige Amazonkunden verpflichtet gefühlt, das Buch mit schlechten Ratings zu überziehen. Ob sie es wirklich gelesen haben, „steht in den Sternen“. Amazon lässt es zu, dass nicht verifizierte Käufer jedes Produkt bewerten können. Das lädt zum Missbrauch ein. Mittlerweile bekommt das Buch aber deutlich bessere Bewertungen.

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Interessante Debatte bei Klimareporter.de. Sascha Müller-Kraenner von der Deutschen Umwelthilfe wettert gegen Agrokraftstoffe. Die Replik dazu stammt von Elmar Baumann vom Verband der Deutschen Biokraftstoff-Industrie. Offensichtlich lässt man sich beim Klimareporter mittlerweile tatsächlich auf Debatten und verschiedene Sichtweisen und Meinungen ein. Erstaunlich.

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War es der aktuell schwache Windstrom? Nein, wohl eher ein Ausfall auf der Mittelspannungsebene. Die taz konnte wegen Stromausfall und dadurch bedingt Serverausfall nicht gedruckt werden, wie Golem berichtet.

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Steigende Energiepreise machen den Verbrauchern im Vereinigten Königreich zu schaffen. Der Express veröffentlicht eine Umfrage, die aufschlussreich ist. Ein Teil der Bevölkerung hat demnach mit dem Heizen aufgehört. Es fehlt einfach das Geld dazu.

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MSN.com bzw. die Welt als Quelle betrachten die Radikalisierung von Teilen der Klimabewegung.

Auch die wochenlange Blockade wichtiger Hauptverkehrsstraßen in mehreren Städten kann von der Gruppe als Erfolg verbucht werden. Medial wurde der Protest zum Dauerbrenner. Einige wenige Verhaftungen waren für die Beteiligten ein verschmerzbares Opfer. Die verhaltenen kritischen Töne der Bundesregierung werden in den Ohren der Klimaschützer eher bestärkend geklungen haben.

Nun also gezielte Angriffe auf die Infrastruktur. Wer sich fragt, wie dieser Wahnsinn beendet werden könnte, muss sich einer simplen Erkenntnis stellen: Für den Großteil der Aktivisten sind die Aktionen mehr als ein sinnstiftendes Hobby. So banal das klingen mag: Der „Aufstand der letzten Generation“ glaubt genau das, was sein Name verheißt. Die Gruppe sieht den eigenen zivilen Ungehorsam als einzige Möglichkeit an, den Zusammenbruch der Zivilisation – und damit die Apokalypse – zu verhindern.

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Eva Ladipo kommentiert in der FAZ die Abhängigkeit Deutschlands von russischer Energie. Sie gibt allerdings nicht nur der SPD die Schuld, sondern der deutschen Energiewende, an der ja auch noch andere Akteure beteiligt waren. Nach Ausstieg aus Kernenergie und Kohle blieb letztlich nur Erdgas, um als Backup zu dienen. So jedenfalls der Plan bis Ende Februar 2022.

“Die Fiktion war nicht völlig aus der Luft gegriffen: Mit dem ersten Atomausstieg unter Gerhard Schröder und Joschka Fischer ging nämlich der Bau von Nord Stream 1 einher, der ersten direkten Gaspipeline von Russland nach Deutschland, die die deutsche Abhängigkeit begründete. Der zweite Atomausstieg unter Angela Merkel folgte auf den vergleichsweise glimpflich verlaufenen GAU in Fuku­shima. Während Experten diese Unfallserie als extremen Belastungstest und Beweis für die relative Sicherheit von Atomkraftwerken werteten, gab Deutschland die seinen in reflexartiger Panikreaktion auf. Drei Jahre später wurde der Bau von Nord Stream 2 beschlossen.”

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Kohlestrom aus der Reserve. Wer hätte gedacht, dass Kohle noch einmal so wichtig wird für Deutschland. Die Tagesschau berichtet über das Kraftwerk Bexbach im Saarland.

“Bexbach ist ein Kraftwerk der sogenannten Netzreserve. Wegen des schrittweisen Kohleausstiegs und der Bepreisung von CO2-Emissionen ist es für den Betreiber seit Jahren nicht mehr rentabel. Die von STEAG beantragte Stilllegung hat die Bundesnetzagentur aber abgelehnt, weil sie das Kraftwerk als systemrelevant einstuft. Wenn es im Stromnetz zu Engpässen kommt – zum Beispiel, weil an einem windstillen Tag nur wenig Energie aus erneuerbaren Energien gewonnen wird -, springt das Kraftwerk ein und stützt das Stromnetz; ebenso wie neun weitere Kohlekraftwerke in Deutschland, die ebenfalls zur Netzreserve gehören. Bexbach und ein weiterer Block im Saarland sind im Jahr 2020 insgesamt 21 Mal angefordert worden, um das Stromnetz zu stützen.”

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW sieht offenbar keine Probleme, dass Deutschland aus Erdgas und Kohle aussteigt bis 2030, wie das PV Magazin berichtet. Kohle soll Kernenergie ersetzen. Wie das zu den sonstigen Äußerungen des DIW passt, ist nur schwer zu verstehen. Möglicherweise ist es auch gar nicht zu verstehen, weil halt viel publiziert wird, wenn der Tag lang ist.

“Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass 2023 etwa 45 Prozent der Stromerzeugung aus Erdgas durch solche aus anderen Quellen ersetzt werden könnten. Das betrifft vor allem Anlagen, die nicht in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben werden. Am Atomausstieg könne aber festgehalten werden. In die Bresche springen vor allem die in Betrieb befindlichen Braun- und Steinkohlekraftwerke, die höher ausgelastet werden. Dazu kommt eine zusätzliche Erzeugung aus Steinkohlekraftwerken in der Netzreserve und Braunkohlekraftwerke in der Sicherheitsbereitschaft. Die Kohleimporte aus Russland ließen relativ einfach durch den Bezug von internationalen Märkten ersetzen.”

Passend dazu ein Artikel bei der Tagesschau. Er wirft der Bundesregierung Panikmache vor in Sachen Gasembargo.

“Für Prof. Alexander Kriwoluzky, Makroökonom beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, sind solche Aussagen von Wirtschafts- und auch Gewerkschaftsvertretern zum Großteil „Panikmache, die nicht belegt werden kann“, da sie nicht auf Modellen oder wissenschaftlichen Ableitungen beruhe. Führende Fachleute und Wirtschaftsinstitute haben in vier unterschiedlichen Analysen die Auswirkungen eines Embargos auf die deutsche Volkswirtschaft untersucht.

Das Ergebnis: Es sei mit einem Einbruch des Bruttoinlandsproduktes von 0,5 bis maximal sechs Protent zu rechnen. Die Gemeinschaftsdiagnose führender Wirtschaftsforschungsinstitute, die im Auftrag der Wirtschaftsministeriums erstellt wird, rechnet im Jahr 2023 mit einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung um 2,2 Prozent. Und das bei einem sofortigen Embargo. „Die Auswirkungen sind vergleichbar mit der Corona-Pandemie“, sagt Kriwoluzky. Man sei aber weit davon entfernt, von Massenarbeitslosigkeit zu reden.

Ein Embargo würde durchaus zu einer Rezession in Deutschland führen, meint auch die Wirtschaftsweise und Ökonomin der Leopoldina Prof. Veronika Grimm. Aber es wäre „keine wirtschaftliche, komplette Katastrophe, sondern eine Situation, die zwar sehr herausfordernd ist, aber handhabbar wäre“. Und zwar mit den richtigen politischen Maßnahmen: Energie stärker aus anderen Quellen beziehen und innerhalb Deutschlands mit Unternehmenshilfen und Kurzarbeitergeld den Einfluss auf bestimmte Wirtschaftszweige verringern.”

Und nur kurze Zeit später berichtet eben diese Tagesschau über die Bundesnetzagentur, die Krisenpläne schmiedet. Vielleicht sollen die Redaktionen mal miteinander sprechen?

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: Windkraft in Rheinland-Pfalz

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine Anmerkung zum Blog vom 21.04.2022. Darin wird in einem kurzen Artikel über die Windkraftpläne in Rheinland-Pfalz berichtet. Danach sollen die Abstandsregeln für Windkraftanlagen zu Wohnbebauung auf 900 m, teilweise auf 720 m verringert werden. Wieder einmal hat die Politik durchgesetzt und die Gesundheit der Menschen aufs Spiel gesetzt. Gesundheitsgefahren durch Infraschall werden von den Befürwortern der Windenergie vehement abgestritten. Dabei sind weltweit Gesundheitsstörungen durch den Infraschall bekannt. In Frankreich hat im vergangenen Jahr ein Gerichtsurteil Betroffenen Recht gegeben. Doch hier in Deutschland werden solche Vorkommnisse ignoriert.

Robert Habeck hat die Errichtung der Windenergieanlagen als im öffentlichen Interesse deklariert. Dabei sind natürlich gesundheitliche Belange der Bevölkerung zweitrangig. Wann wird die Politik endlich wieder die Menschen schützen und nicht nur ihre eigenen Ideen.

Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn

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North Carolina State University am 20.4.2022 auf phys.org:

Researchers predict active hurricane season

The 2022 Atlantic hurricane season will see 17 to 21 named storms forming in the Atlantic basin, according to researchers at North Carolina State University. The Atlantic basin includes the entire Atlantic Ocean, the Gulf of Mexico and the Caribbean Sea.

The number of named storms predicted is above the long-term average, according to Lian Xie, professor of marine, earth and atmospheric sciences at NC State. The long-term (1951 to 2021) average of named storms is 11.

Of the predicted 17 to 21 named storms, seven to nine may grow strong enough to become hurricanes (the historical average is six), with the possibility of three to five storms becoming major hurricanes.

The Gulf of Mexico will see an active hurricane season, though one more in line with historical averages, as Xie’s data indicate the likelihood of three to six named storms forming in the region, with two to five of them becoming hurricanes, and one to two becoming a major hurricane. Historic averages for the Gulf are three named storms and one hurricane.

Xie’s methodology evaluates more than 100 years of historical data on Atlantic Ocean hurricane positions and intensity, as well as other variables, including weather patterns and sea-surface temperatures, to predict how many storms will form in each ocean basin.

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