Harald Lesch – Das Universalgenie

Danke für einen Leserhinweis in Sachen TGI Terli-Geographie-Index. Dieser Index geht auf den ZDF-Wetter-Präsentator Özden Terli zurück, der es schafft, ganze Wetterberichte mit nur minimalsten geographischen Begriffen zu moderieren. Ihm reichen in der Regel die Himmelsrichtungen. Wir haben daher mal einige Wetterberichte aus verschiedenen ZDF-Heute-Sendungen analysiert und gezählt, wie sich Kollegen von Terli schlagen. Um es kurz zu machen, keiner kommt bisher auch nur annähernd in den mageren Bereich von Terli. Es sind aber auch noch nicht alle dran gewesen. Christa Stipp fehlt z. B. noch.

Der Hinweis des Lesers betrifft das ZDF Heute-Journal vom 28.02.2020. In dieser Sendung gab es als Extra eine Erklärung zur Heuschreckenplage in Afrika. Katja Horneffer, die ja in der TGI-Liga Kopf an Kopf mit den männlichen Kollegen Tiersch und Stöwe spielt, erklärt die Plage. Genauer gesagt erklärt sie eine Klimaschaukel, die u.a. durch El-Nino Phänomene verursacht wird. Der Indische Ozean Dipol sorgt für Wärme und Regen vor Ostafrika und Kühle und Trockenheit in Südostasien und Australien. Das bewirkt einerseits gute Brutbedingungen für Heuschrecken in Afrika aber auch Dürre in Australien, die wiederum Brände begünstigt. Chapeau! So funktioniert erstklassige Wetterinformation.

Jetzt fragt man sich, warum man solche Erklärungen nicht von Özden Terli erfährt. Liegt es daran, dass die Begriffe Nord-Süd-West-Ost bei einer solchen Präsentation nicht reichen würden? Oder, dass er wie Katja Horneffer es ohne den menschengemachten Klimawandel erklären müsste? Allein die blau eingefärbten (=kühlen) Teile der Karte dürften schon ein gewaltiges Problem für ihn sein. Er sitzt lieber mit seinen Freunden zusammen und fabuliert über das Klima. Man beachte die vielen Bücher im Hintergrund. Ob da wohl ein Atlas dabei ist?

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#netzstreikfürsklima

Die Angst, dass das Thema Klima durch ganz andere und vor allem sichtbarere Bedrohungen wie die Corona-Pandemie in den Hintergrund rückt, muss gerade extrem groß sein, jedenfalls für einige. Nur so lassen sich bestimmte Dinge gerade erklären. Momentan gibt es zum einen diejenigen, die versuchen, die eigene Agenda zu promoten – vielleicht in der Hoffnung, dass die Angst vor dem Corona-Virus es ihnen ermöglicht, irgendwo Huckepack mitzureiten. Solche Fälle haben wir hier schon beschrieben. Es gibt aber auch diejenigen, die offenbar befürchten, dass der Elan der wöchentlichen Klimastreiks durch den quasi Shut-Down in Deutschland zum Erliegen kommt.

Aus diesem Grund wird jetzt im Netz gestreikt. Schüler und Schülerinnen, die nicht zur Schule gehen, also „streiken“, kann man ja noch einigermaßen nachvollziehen. Aber ein Streik im Netz (ein Pappschild in eine Webcam halten?!) ist schon etwas skurril. Wer oder was wird hier wohl bestreikt? Eine Schule ja wohl kaum, die sind in Deutschland die nächsten Woche zu. Aber was dann?

Werden die nächsten Wochen also einen Einfluss haben, wie sich die Fridays For Future (FFF) Bewegung entwickelt? Die Zahl der Demonstranten war auch schon vor der Pandemie auf dem Sinkflug. Den Peak haben die Organisatoren im September 2019 erreicht, im November 2019 sanken die Zahlen schon. Einige Chapter wie Köln hatten danach bereits erklärt, keine Demos mehr zu organisieren.

Niemand weiss, wie lange die Pandemie in Deutschland anhalten wird und welche ökonomischen Auswirkungen sie auf das Land haben kann. Sollte die deutsche Wirtschaft wie befürchtet sehr leiden, dann dürfte das Wiederbeleben der Ökonomie Vorrang haben. Klimaschutz muss sich ein Land wie Deutschland leisten können. Das geht nur mit einer funktionierenden Wirtschaft. Der eigene Job oder die eigene Existenz wiegen in einem solchen Fall schwerer als die Angst ums Klima. Wir werden es so erleben, jede Wette und auch wie FFF damit umgeht.

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Es läuft nicht wirklich gut für Professor Quaschning. Sein Thema Klima gerät gerade aus dem Fokus und krampfhaft versucht der selbsternannte Experte (Twitter Eigenwerbung) sich irgendwie im Spiel zu halten. Der bereits vorgestellte Rückgang der CO2 Emissionen in 2019 war schon ein Schlag ins Kontor, denn wie soll er denn jetzt argumentieren? Die Regierung macht nichts, das war sein Credo und dann solche Zahlen!?

Nun also Corona. Jetzt sorgt doch tatsächlich das Virus dafür, dass die Klimaziele für 2020 vermutlich erreicht werden. Ob das tatsächlich der Fall ist, steht noch nicht fest, aber da das öffentliche Leben in Deutschland gerade auf ein Minimum heruntergefahren wird, könnte das passieren. Es wäre aber auch durch andere Maßnahmen passiert. Kohle wird aus wirtschaftlichen Gründen durch Gas verdrängt, welches eine erheblich bessere CO2 Bilanz hat. Und auch der Wind, über den Quaschning bei jeder Gelegenheit frohlockt, sorgt für einen Rückgang beim CO2 Ausstoß.

Am schrägsten ist allerdings sein indirekter Vorwurf, es würde nur etwas für die Alten getan, weil die am ehesten bedroht sind durch das Virus. In Italien waren 22% der Infizierten im Alter von 19-50 Jahre. In seinem Tweet sieht man ihm die Angst förmlich an. Was passiert, wenn Corona wieder vorbei ist? Ganz einfach, dann wird die Wirtschaft wieder aufgebaut und die besteht, auch wenn es ihm schwerfallen dürfte das zu verstehen, nicht nur aus Windkraft und Solar.

Nachdem Professor Quaschning dann doch offenbar selber gemerkt hat, was für ein Posting er auf Twitter losgelassen hat, rudert er später zurück. Aber auch nur so halb. Was reitet einen Menschen in der unmittelbarsten Krise seit dem 2. Weltkrieg in diesem Land einfach nur stumpf seine Agenda zu reiten? Lesenswert sind die Kommentare unter dem Tweet. Das Wort zynisch wird sehr oft benutzt.

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Der Experte für alles!

Nehmen wir mal an, Sie sitzen in der Quizsendung „Wer wird Millionär?“ und Sie haben es bis zur letzten Frage geschafft und alle Joker verbraucht bis auf den Telefonjoker. Und dann kommt die letzte Frage, die sie blöderweise nicht beantworten können. Wen rufen Sie an? Wir haben einen ganz heißen Tipp: Rufen Sie Harald Lesch an. Der Mann weiß offenbar alles, gerade wird der Astrophysiker! und Philosoph!! in Sachen Corona als Experte herumgereicht im ZDF.

Selbst als Astrophysiker scheint man also über genügend Wissen zu verfügen, um zu Viren und Pandemien interviewt zu werden. Lesch auf den Spuren von Universalgenies wie Humboldt und Da Vinci, nur die beiden können weder angerufen noch interviewt werden. Ganz ohne Widerspruch geht es aber offenbar nicht. Der Makroökonom Professor Paul Welfens findet auf Twitter, dass Leschs Verbindung Klima und Corona reine Spekulation ist und daher kein Deut besser als die Fakenews, die Lesch ansonsten anprangert.

Besorgen Sie sich vorsichtshalber die Telefonnummer von Lesch, wenn Sie es in die Quizshow geschafft haben. Es kann (fast) nichts schiefgehen. Viel Glück.

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Die schottische Windkraftindustrie als Jobmotor?

Auch hier lohnt es sich mal etwas tiefer einzusteigen. Mit 28.000 Jobs hatte man im Jahr 2010 für Schottlands Offshore Windparks bis 2020 gerechnet. Nun ist 2020 und es geht zur Überprüfung. Es wurden tatsächlich nur 1.700 Fulltime Jobs geschaffen, also knapp 6% der Vorhersage. Das berichtet der britische The Herald.

Nach Wettanbietern dürfte der Betrieb einer Windkraftanlage die beste Lizenz zum Gelddrucken sein. Auch in Schottland wird für Strom bezahlt, der gar nicht produziert wurde, weil es keinen Bedarf gab. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2020 waren es umgerechnet 75 Millionen Euro, die den Betreibern als Kompensation dafür gezahlt wurden, von den Strombeziehern versteht sich. Selbst wenn es sich um zwei windstarke Monate gehandelt hat, am Ende des Jahres 2020 könnten da ca. 300 – 400 Millionen Euro zu zahlen sein. Der Bericht, ebenfalls bei The Herald, ist hier zu lesen.