Die lange Geschichte des Öko-Pessimums

Die lange Geschichte des Öko-Pessimums – Klimawandel ist nicht die erste öko-apokalyptische Idee und es wird nicht die letzte sein

Ein Long-Read Hinweis vorneweg ist immer so etwas wie eine Warnung, aber auch Hinweis auf eine detaillierte Darstellung. Diese lange Geschichte von der Seite Spiked-Online aus dem Oktober 2019 ist es aber wert ganz gelesen zu werden. Wer den zugegeben langen englischen Text schneller erfassen möchte, dem empfehlen wir die Seite Deepl.com. Es ist ein ganz hervorragender Übersetzer, der auf Basis von in bereits verschiedenen Sprachen vorliegenden EU-Dokumenten trainiert wurde und ein gutes Beispiel für Künstliche Intelligenz bzw. Deep Learning darstellt.

Der Artikel beschreibt die lange Geschichte von sehr pessimistischen Prognosen, die aber nicht so eingetreten sind wie vermutet. Prognosen von Wissenschaftlern nebenbei bemerkt. Angefangen von Berichten über Bodenerosionen bis hin zum Klimawandel wird dabei ein großer Bogen geschlagen. Dieser Teil des Artikels geht sehr auf Details vor mehr als 70 Jahren ein, um am Ende aber interessante Parallelen zur heutigen Zeit zu ziehen und die Liste der trotz Expertenmeinung ausgebliebenen Katastrophen ist lang.

„Menschen reagieren unterschiedlich auf das wiederholte Scheitern apokalyptischer Umweltprognosen. Heutige Konservative und Personen, die an den materiellen Fortschritt glauben, insbesondere wenn sie in der Vergangenheit das Scheitern von Umweltprognosen miterlebt haben, werden mit der Zeit typischerweise abgestumpft. Andererseits benötigt die heutige Linke, und insbesondere ihr Jugendflügel, anscheinend eine ständige Versorgung mit schlechten Umweltnachrichten, um ihre antikapitalistische Weltsicht zu rechtfertigen.“

„Wie dem auch sei, es wurden mehrere Erklärungen dafür angeführt, dass Umweltaktivisten und Theoretiker für nachhaltige Entwicklung nur ungern ihre Meinung ändern, wenn sie mit widersprüchlichen Beweisen konfrontiert werden.“

Vielleicht klingelt es hier ja bei dem einen oder anderen, was den Rückgang von CO2 Emissionen bis Ende 2019 angeht. So eine Nachricht passt nicht in die Agenda. Und das Worst-Case-Szenario wäre ein durch den milden Winter in Deutschland und den (fast) Shut-Down durch die Corona Pandemie deutlich gesunkener CO2 Ausstoß. Wie soll man das den eigenen Anhängern verkaufen?

„Die Wurzel des Ökopessimismus ist also immer eine tief sitzende Desillusionierung über den technologischen, wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt. Die Desillusionierung ist so glaubensähnlich, die Misanthropie so tief verwurzelt, dass keine noch so gute Nachricht sie vertreiben kann.“

Ein sehr prominenter Vertreter, der ebenfalls oft in die Alarm-Kerbe haut, ist David Attenborough. Es soll hier nicht seine großartige Leistung als Produzent von hervorragenden Tier- und Naturdokumentationen geschmälert, aber seine grundsätzliche Einstellung hinterfragt werden.

„Im November 2018 gab Attenborough zu, er sei besorgt darüber, dass das ständige Klingeln der Alarmglocke der Umweltschützer für die Menschen ein wenig „abschalten“ würde. Er hatte Recht. Nicht, weil es, wie Attenborough meint, der falsche Weg ist, die richtige Botschaft zu vermitteln. Sondern weil die Umweltkatastrophe, die in der Geschichte der Menschheit immer wieder widerlegt wurde, überhaupt die falsche Botschaft ist.“

Eine lesenswerte Reise zu mehr Erkenntnis, mit DeepL sogar eine, die keine anstrengende Übersetzungsarbeit braucht und trotzdem den Kern gut wiedergibt. Dieser Kern ist Fortschritt und das haben Apokalyptiker nie auf der Rechnung gehabt.

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1,60 Meter dickes Eis und wöchentlich Besuch von Eisbären. Das ist die kurze Zusammenfassung eines Artikel vom Deutschlandfunk über die Expedition der Polarstern. Vor allem die Dynamik des Eises hat die Forscher überrascht.

„Also normalerweise ist es so, dass direkt nach dem Sommer das Eis noch sehr, sehr dünn ist. Es bricht sehr schnell. Und dass es so häufig gebrochen ist und sich so häufig bewegt hat, das hat sich viel länger in den Winter fortgesetzt, als wir es eigentlich alle gedacht haben.“

Auch hier gilt: Science is not settled. Ansonsten bräuchte man solche Expeditionen ja auch nicht.

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Und noch jemand, der offenbar weder die Corona Krise noch den Klimawandel wirklich verstanden hat und es bunt mischt: Professor Volker Quaschning. Ist das schon eine Nominierung für den Auweiha Award 2020 wert? Mit Windkraft und Solardächern gegen einen Virus. Hat man Worte? Was ist eigentlich schlimmer: Das Virus oder Menschen, die es zur Promotion der eigenen Agenda missbrauchen?

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Als ob Katja Horneffer, Leiterin des ZDF Wetterteams, von unserem TGI Wettbewerb weiß. In dem Terli-Geographie-Index (TGI) geht es darum, wie oft geographische Begriffe außer den Himmelsrichtungen und dem Alpenrand in einem Wetterbericht vorkommen. Der Name des Index geht auf Özden Terli zurück, der es tatsächlich schafft mit extrem wenigen geographischen Begriffen grob durch das Wetter zu führen.

Die Horneffer Kollegen Tiersch (18 Nennungen) und Stöwe ( 15 Nennungen) haben bereits gut vorgelegt, während der Begründer dieses Wettbewerbs Terli lediglich 2 Nennungen innerhalb des Beobachtungszeitraums verbuchen konnte. Jetzt greift die Wetterfrau Horneffer ein und kommt auf stolze 14 Nennungen am 14.03.2020. Uns haben besonders das Wiehengebirge und die Stadt Emmerich gefallen. Bleiben Sie dran.