Vier Fragen an Volker Quaschning

Drei Linkempfehlungen. Sie führen zum Blog Umweltwatchdog, der vom Verein für Landschaftspflege & Artenschutz in Bayern e.V. (VLAB) betrieben wird. Der erste Link führt zum Thema Windkraftanlagen in Wäldern und wartet mit zahlreichen interessanten Fakten auf. Der zweite Link führt zu einem Kommentar des Münchener Journalisten Georg Etscheidt über die Änderungen im EEG. Der dritte Link behandelt das Thema Balsaholz, das für Windkraftanlagen benötigt wird. Dieses extrem leichte aber stabile Holz wird in den Tropen geschlagen. Aus den Augen aus dem Sinn, niemand in Europa sieht die Auswirkungen, die das Abholzen in den Tropen bewirkt, alle haben aber ein gutes Gewissen.

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Ebenfalls mit den EEG beschäftigt sich der Journalist Jörg Rehmann. Das Video mit seinem Kommentar bei Vimeo kann hier aufgerufen werden. Derweil stellt die FDP im Bundestag eine kleine Anfrage zur EEG Novelle. Hieraus vier Fragen:

„Stuft die Bundesregierung Strom aus Kernenergie dabei als klimaneutral ein? Welche Studien und Gutachten hat die Bundesregierung zur Vorbereitung des Gesetzesentwurf in Auftrag gegeben? Nach welchen Kriterien wurden die beteiligten Verbände ausgewählt? Welche Organisationen und Einzelpersonen nehmen am StakeholderDialog zur geplanten Befreiung der Produktion von grünem Wasserstoff von der EEG-Umlage teil und nach welchen Kriterien wurden diese ausgewählt?“

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Die polare Seidenstraße. So lautet der Titel eines Artikels in der WELT (Bezahlschranke!). Es geht um den chinesischen Hunger nach Rohstoffen und Energie. Daher hat das Land ein Auge auf Russland geworfen. Dort gibt es an der arktischen Küste bereits chinesische Beteiligungen bei der Ausbeutung von Gasfeldern und Flüssiggas-Terminals. Außerdem eröffnet eine lange eisfreie Nordostpassage neue Möglichkeiten des Frachttransports nach Europa.

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Heise.de wartet mit einem Artikel über die Forschung an neuen Kernreaktoren in den USA auf. Das US-Energieministerium investiert große Summen in die Technik um „unstete“ (O-Ton Heise) Energiequellen zu ergänzen. Die neuen Reaktoren sollen schon in 7 Jahren laufen.

„Zudem lässt sich das erhitzte Flüssigsalz nicht nur sofort zur Stromerzeugung im Generator verwenden, sondern auch später – alternativ kann man es zunächst in Tanks speichern. Die eigentliche Reaktor-Leistung bei dem geplanten Terrapower-Demonstrator beträgt 345 Megawatt, aber mit genügend heißem Salz im Speicher kann sie bis zu fünf Stunden lang auf 500 Megawatt erhöht werden“

„Derlei Flexibilität wird heute vielleicht noch stärker gebraucht als die fast schon berühmte Grundlastfähigkeit von Kernreaktoren: Weltweit wächst der Anteil von erneuerbaren Quellen an der Stromerzeugung, die dadurch insgesamt unstetiger wird. Bislang wurden deshalb schnelle Gas-Kraftwerke in Reserve gehalten und zunehmend große Akku-Speicher gebaut.“

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Was für ein Foto! Es zeigt den Grünen Umweltminister von Baden Württemberg Untersteller beim Baustart des Windparks Lauterstein hinter einem abgesägten Baumstumpf mitten in einem gerodeten Wald. Was mag er bei der Rede nur gedacht haben? Weiterlesen in der Stuttgarter Zeitung.

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Es gibt einen neuen Podcast. Er stammt vom Berliner Hochschulprofessor und Aktivisten Volker Quaschning. Der Podcast hat einen originellen Titel: Das ist eine gute Frage. Nun, wir machen gleich mal die Probe auf das Exempel. Wobei es mehrere Fragen sind, die wir gerade auf dem Herzen haben. Es geht um die Stromerzeugung in Deutschland. Wir haben uns einmal die letzten 4 Wochen bei Agora angesehen. Auf geht‘s Herr Quaschning.

1. Frage: Die Zeiten mit wenig Wind sind in dieser Übersicht mit einem roten Kreis gekennzeichnet. Wie soll Ihrer Meinung nach die Stromversorgung gesichert werden, wenn demnächst die Kernkraftwerke abgestellt sind und auch die ersten Kohlekraftwerke nicht mehr in Betrieb sind. Daran anschließend: Sie sehen die gelben Spitzen der Photovoltaik. Wie sollen diese Leistungen kompensiert werden in der Nacht und ganz besonders dann, wenn kein oder nur kaum Wind weht?

2. Frage: Wir vermuten, die Antwort lautet: noch mehr Erneuerbare Energien. Nehmen wir aber mal die Nachtzeiten, also keine Sonne und wenig bis kein Wind, müssen ausgeglichen werden durch mehr Windkraft (rote Kreise in dem Chart).
Wollen Sie die Windkraftkapazitäten, die nach dem Chart einen Faktor von 50 – 100 gegenüber dem Stand jetzt bei gleichen Windbedingungen haben müssten um den Bedarf zu decken, dann um diesen Faktor steigern?
Wollen Sie also Stand heute dann 1.5 Millionen – 3.0 Millionen Windkraftwerke in Deutschland errichten, damit bei den o. g. Windverhältnissen in der Nacht der Strom durch Windkraft gedeckt werden kann?

3. Frage: Nehmen wir nur für einen Moment an, diese Anzahl ließe sich in Deutschland bauen. Wie wollen Sie bei mehr Windaufkommen (im Chart etwa 3.-10. Oktober) dann die gewaltigen Strommengen bewältigen? Sie wären anlog der Leistung ja auch 50-100 mal so hoch wie jetzt. Abschalten? Wenn ja, wie wird das vergütet?

4. Nehmen wir noch einmal an, diese Anzahl an Windkraftanlagen ließe sich tatsächlich realisieren. Wie hoch wären dann die Kosten für den Stromverbraucher? Die EEG Umlage macht je nach Verbrauch schon um die 250 Euro im Jahr pro Haushalt aus. Steigt die dann auch um den Faktor 50 – 100?

Wir geben zu, dass sind kniffelige Fragen, aber Sie haben jetzt die Chance allen interessierten Bürgern gute Antworten zu geben und sie zu überzeugen. Ach, das noch: Solche Sachen wie virtuelle Kraftwerke wollen wir nicht hören (die gibt es nämlich nicht und Stromerzeuger sind jetzt schon in Europa zusammengeschlossen, wie sollte sonst französischer Atomstrom nach Deutschland kommen?) und da wir nur von Stromerzeugung sprechen bitte auch nichts über Kraftwärme- oder Sektorenkopplung usw.

Das wäre noch mal eine ganz andere Fragerunde. Bestimmt auch sehr interessant.

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Man muss die deutsche Energiewende bzw. ihre Gestaltung nicht immer verstehen. Zu den schwer verständlichen Dingen gehört der Windenergieausbau im Norden und zwar ohne, dass zuvor die Kapazitäten für den Abtransport des Stroms geschaffen wurden. Es ist vergleichbar mit einer Wasserquelle, bei der man viel zu kleine Rohre zum Transport des Wassers verbaut hat. Statt aber größere Rohre zu nehmen, werden weitere Quellen angebohrt, die man dann aber reduzieren muss, weil die Rohre nicht mehr aufnehmen.

Das Bohren der Quellen wird nämlich gut bezahlt und der Besitzer der Quelle wird auch dann bezahlt, wenn sein Wasser gar nicht abgenommen wird. Zu allem Überfluss rufen Freunde des Quellwassers dazu auf, noch mehr Quellen anzuzapfen, weil man nämlich großen Durst auf das Wasser hat. Das verbessert aber nicht die Situation.

Nun ist nach 5 Jahren Bauzeit die Hochspannungsleitung Mittelachse eröffnet worden in Schleswig-Holstein. Mit ihr soll Strom aus Windkraft aus dem Norden besser abgeführt werden. Die ZEIT berichtet über die Eröffnung der 82 km langen Leitung. Dort heißt es, dass nun weniger abgeregelt werden muss. Diese Abregelung hat die Stromkunden einige Hundert Millionen Euro gekostet, wie der NDR berichtet. Anlagenbetreiber hätten bis zu 80% ihrer Einnahmen aus Entschädigung erhalten. Aus der Aufstellung von Schleswig-Holstein Netz geht hervor, das über 500 Windkraftanlagen mehr als 25.000 Stunden aufgelaufen in 2020 abgeregelt werden mussten, und das ist nur eine Auswahl.

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Tesla trotzt der Wirtschaftskrise und steigert den Umsatz und den Gewinn.

„Der Elektroautobauer hat erneut die Erwartungen übertroffen und mitten in der Corona-Pandemie einen Rekordumsatz erzielt. Die Erlöse schossen um gut 39 Prozent auf fast 8,8 Milliarden Dollar in die Höhe. Tesla profitierte zum einen vom Verkauf von CO2-Guthaben an andere Autobauer, die damit ihre eigenen Emissionswerte für das Erreichen von CO2-Zielen ausgleichen. Zum anderen lieferte Tesla im Berichtszeitraum mit 139.300 Autos so viele Fahrzeuge aus wie noch nie in einem Quartal.“

Weiterlesen bei der Tagesschau.

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Kälteeinbruch in den USA. Ventusky zeigt eine Grafik, die zeigt, wie kalte Luft bis weit in den Süden der USA eindringt. Da die Gebirge in den USA vorwiegend in Nord-Süd-Richtung verlaufen, gibt es keine natürlichen Barrieren wie z. B. die Alpen in Europa, die in West-Ost-Richtung liegen. Dieses Wetterphänomen kann allerdings auch in die andere Richtung funktionieren und warme Luft in den Norden bringen in Nordamerika. Es ist wichtig das zu verstehen. Im Sommer gab es Warmlufttransporte in den Norden Europas oder auch Asiens, wo die warme Luft ohne Abkühlung über Meere bis weit in den Norden gelangte. Auch dort fehlten Gebirge, die die warme Luft ggf. aufhalten könnten.

In den Folgetagen twitterte Ventusky erneut über eine Rekordkälte in den USA, die sich langsam in Richtung Osten ausweitet. Texas erwartet Schnee. Einige US-Staaten vermelden Rekordkälte und Schneehöhen für Oktober. Dieses Phänomen nennt sich übrigens Wetter. Nach den Tanzmustern verschiedener Lobbyisten müsste man jetzt sonst nämlich von einer Klimakatastrophe sprechen, weil die Temperaturen eine Anomalie aufweisen, in diesem Fall aber in eine ganz andere Richtung. Jeder, der Wetter kennt und einschätzen kann, bleibt hingegen ruhig, weil es in kurzer Zeit schon wieder ganz anders aussehen kann.

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Greta Thunberg übernimmt für einen Tag die Chefredaktion der schwedischen Zeitung Dagens Nyheter. Sie hatte die Publikation stark kritisiert wegen der aus ihrer Sicht nicht ausreichenden Berichterstattung über den Klimawandel.

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Strom- und Energiepreise steigen in Zeit von Corona an. Der private Stromverbrauch steigt auch wegen verstärkter Homeoffice Arbeit an. Weiterlesen im SPIEGEL.