Neue Erkenntnis zu Waldbränden: Kein Funke, kein Feuer

Siemens bietet Luisa Neubauer einen Sitz im Aufsichtsrat an, sie lehnt ab. Siemens Chef Joe Kaeser überraschte laut Morgenpost mit dem Angebot, die Klimaaktivistin in den Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft Siemens Energy zu berufen. Luisa Neubauer hat dieses Angebot aber bereits abgelehnt, weil sie die Welt retten muss. Die Geschicke der Siemens Tochter zu beaufsichtigen, wäre allerdings kein Widerspruch zur Weltrettung. Sieht so die Übernahme von Verantwortung aus?

Siemens ist keineswegs ein Ausrüster für den Minenabbau, wie fälschlicherweise in den Medien berichtet wird. Es liefert Signalanlagen für Eisenbahnen. Diese Signalanlagen betreffen auch die Güterzüge für eine Kohlemine, die der indische Konzern Adani plant. Und diese ist der Stein des Anstoßes. Man darf gespannt sein, wer sich noch den Zorn der Aktivistin zuzieht, denn der Kreis von Zulieferern der Adani-Mine könnte noch sehr viel weitergezogen werden: Fahrzeuge, Unterkünfte und Verpflegung von Minenarbeitern, Infrastruktur usw.

Wie weit das gehen kann, zeigt der Fall Roger Federer. Der Schweizer Tennisspieler ist Markenbotschafter der Schweizer Großbank Credit Suisse. Da Credit Suisse auch Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen hat, die sich mit fossilen Brennstoffen beschäftigen, wird Druck auf den Tennisstar mittels des Hashtags #RogerWakeUpNow ausgeübt. Aber auch hier die Frage, wie weit man den Bogen schlagen will. Denn was ist mit dem Hersteller der Tennisschläger, der Schuhe oder der Kleidung, die Federer benutzt. Sind diese Hersteller als nächstes dran?

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Die Australische Academy of Science meldet sich zu Wort zu den Busch- und Waldbränden in ihrem Land. Dabei bleibt die Akademie aber erstaunlich vage. Sie vermeidet die direkte Attribution zwischen Klimawandel und den Feuern. Vielleicht ist die Akademie auch nur schlau genug, dass sie nicht zwischen die ideologischen Frontlinien Klimaalarmisten und Klimaleugner geraten möchte, denn das sind die beiden extremen Pole in der Klimadebatte. Zwischenstufen scheint es kaum noch zu geben, wer in welche Richtung auch immer nur irgendeine Kritik äußert wird sofort in eines der beiden Lager gesteckt. Das aber erstickt Debatten.

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Nicht nur Australien hat Probleme mit Wald- und Buschbränden. Auch Kalifornien wird immer wieder von Bränden heimgesucht. Im Jahr 2018 kamen dort bei Bränden 86 Menschen ums Leben. Das Jahr 2019 wäre prädestiniert gewesen für viele Brände. Besonders der Herbst war sehr trocken, wenngleich das Frühjahr relativ feucht war und in Teilen des Bundesstaats lange Schnee lag. Aber es geschah genau das Gegenteil, 2019 war das Jahr mit den geringsten Bränden für Kalifornien seit 2011. Während in Deutschland ausgiebig diskutiert wird ob denn nun Temperatur und/oder Glasscherben oder Trockenheit für die Feuer verantwortlich sind, war man in Kalifornien etwas pragmatischer. Dort begab man sich auf die Spurensuche. Die LA Times hat die Geschichte ausführlich aufgearbeitet.

„It doesn’t matter how dry the vegetation, how fierce the winds or how high the temperature; if there is no ignition, there is no wildfire. Outside of the Sierra Nevada and the state’s northernmost tier, there is little lightning, nature’s ignition source“

Es muss Zündungen geben sonst gibt es kein Feuer, egal wie trocken oder warm es ist. Blitze kommen nur selten als Auslöser in Frage. Aus der Tragödie um die niedergebrannte Stadt Paradise hat man auch gelernt, dass Funken aus Stromleitungen Feuer verursachen können. Besonders in Zeiten von heißen Winden wurde der Strom präventiv in verschiedenen Teilen des Landes abgeschaltet, weil man wusste, dass der Wind die Funken weit tragen kann. Zusätzlich wurden Schäden an den Stromleitungen durch Windeinfluss analysiert. Über 300 Stellen wurden gefunden, die sehr wahrscheinlich zu Lichtbögen und somit zu Bränden geführt hätten.

Es ist also etwas zu einfach lediglich auf den Klimawandel zu zeigen, jedenfalls im Fall von Kalifornien. Wälder und Büsche entzünden sich nicht von selbst, nicht einmal bei Temperaturen von über 40 Grad. Es braucht etwas mehr für einen Brand. Jennifer Balch, Hauptautorin eines Papiers von 2017 zu dem Thema:

“I’m not saying that climate change is not important,” added Balch, who directs the Earth Lab at the University of Colorado-Boulder. “I’m saying we have a confluence of climate change setting the stage for warmer and drier conditions — and people are providing the ignitions for those large blazes,” she explained. “The convergence and timing is really unfortunate.”

Während man auf das Klima kaum einen Einfluss hat, kann man die Einflüsse von Menschen oder menschlicher Technik durchaus steuern. Kalifornien ist dafür ein gutes Beispiel.

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Wie man fast 1 Mrd. in den Sand setzt

Die Energiewende rückwärts: Ein erst vor 4 Jahren in Betrieb gegangenes Solarkraftwerk in den USA wird geschlossen. Der Strom war zu teuer, weil die Technik bei der Inbetriebnahme bereits veraltet war. Der Fokus berichtet.

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Anfang Januar und wir haben schon die zweite Nominierung von Professor Quaschning beim Auweiha Award 2020. Wir weisen den Experten für Erneuerbare Energien aber vorsichtshalber daraufhin, dass nur der absurdeste Beitrag am Ende zählt und nicht die Anzahl der Nominierungen. Natürlich kann Professor Quaschning seine Chance erhöhen, wenn er sich im Absurden steigert. Das versucht er gerade mit einer echten Gaga-Rechnung. Ob der Mann jetzt dem Staat Australien 0,13 Tiere ersetzt? Das wäre nämlich der Anteil pro Klimasau in Deutschland.

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Über den Leakage Effekt haben wir hier schon berichtet. Professor Sinn hat ihm in seinem Vortrag „Wie retten wir das Klima und wie nicht“ im Dezember 2019 erklärt und auch warum das Einsparen von CO2 das Gegenteil bewirkt. Sinn macht das aus der Erzeugersicht.

Spieltheorie ist Teil der Wirtschaftswissenschaft und Christian Rieck erklärt in seinem Video, warum unser Verzicht auf das Schnitzel oder der Strohhalm nichts bewirken wird. Diesmal allerdings aus Verbrauchersicht. Die gute Nachricht: Er erklärt in dem Video auch, wie die Lösung lautet. Spoiler: Nutzen.

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Der Unterschied zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich ist in einigen Teilen sehr groß. Das betrifft auch den Bereich Humor. Vom Komiker Groucho Marx stammt die Aussage zu den drei dünnsten Büchern der Welt. Eines war „Das Geheimnis der englischen Küche“ und eines „Tausend Jahre Deutscher Humor“. Schlechte Küche auf der einen Seite und Humorlosigkeit auf der anderen Seite, der Marx Brother hatte es voll getroffen. Wie sich das im Bereich der Klimadebatte auswirkt, kann man bei BBC Scotland gut sehen. Dort gibt es einen Sketch mit den Eltern von Greta Thunberg, die die Abwesenheit der Tochter, sie weilte in den USA, nutzen um mal richtig die Sau rauszulassen.

Als Greta verfrüht nach Hause kommt, müssen die Eltern die Überbleibsel des ausschweifenden Lebens eiligst verschwinden lassen. Vermutlich regt das Stück im Vereinigten Königreich niemanden auf. In Deutschland hingegen macht ein Satiriker wie Dieter Nuhr Greta zum Teil seines Programms und es löst einen Shitstorm in den sozialen Medien aus bis hin zu Petitionen, dass der Sender Dieter Nuhr umgehend entlassen soll. Strafanzeigen wurde nur deshalb nicht gestellt, weil der Straftatbestand der Majestätsbeleidigung seit dem Böhmermann/Erdogan Gedicht abgeschafft wurde. Vereinigtes Königreich, Du hast es besser.