Hat die Klimabewegung ein Rassismusproblem?

Die Klimabewegung hat ein Rassismus-Problem, das meint jedenfalls die farbige Aktivistin Tonny Nowshin bei Klimareporter.de.

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Etwas ratlos macht ein neuer Tweet von Greta Thunberg. Nein, den gesamten Podcast haben wir uns nicht gegeben, bereits die Zeilen aus dem Tweet verwirren dennoch. Was könnte die junge Klimaaktivistin damit gemeint haben, dass die „Klima- und ökologische Krise“ nicht mit den heutigen politischen und wirtschaftlichen System gelöst werden kann?

Ob sie den Sozialismus und Planwirtschaft meint? Die Zeit von 1945 – 1989 war in Sachen Umweltschutz im real existierenden Sozialismus in Europa oder anderen Ländern mit Sicherheit keine Glanzleistung. Möglicherweise ist auch ein Schleifen des Rechtsstaats gemeint. Den oder besser die Möglichkeit, den Rechtsweg zu beschreiten, haben ja auch andere Klimaaktivisten wie Christian Stöcker vom Spiegel schon beklagt.

Oder, als ganz andere Möglichkeit, Demokratie-Events, wie das im Berliner Olympiastadion geplante, aber wegen Corona ausgefallene sind gemeint. Dort sollte das demokratische Mittel der Petition „benutzt“ werden – ohne allerdings die zahlenden Besucher darüber aufzuklären, dass solche Petitionen, die über Clickvieh-Sammlungen wie change.org laufen, keinerlei rechtliche Relevanz haben. Die offiziellen Petitions-Seiten der Regierung haben alle eine Registrierungspflicht, die über eine simple Mailanschrift hinausgeht. Das Offenlegen der persönlichen Daten ist bereits für viele eine große Hürde. Aber auch 60.000 oder 90.000 Zeichnungen einer Petition sind keine bindende Angelegenheit für eine Regierung. Nun, wir wissen es nicht, aber vielleicht werden wir durch künftige Aussagen von Greta Thunberg bald wissen, wie es die Klimabewegung denn mit der Demokratie hält.

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Windparks am Schwarzen Meer könnten gefährlich für die dortige Fledermaus-Population sein, sagt eine Studie des Leibniz-Instituts. Weiterlesen hier.

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Leserzuschrift:

Energiewende im praktischen Alltag

Scientists for Future (s4f) begründet die Notwendigkeit einer globalen Energiewende mit 24 Fakten. Fakt 24 lautet:

Stark sinkende Kosten und steigende Produktionskapazitäten für bereits eingeführte klimafreundliche Technologien machen eine Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zu einem vollständig auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystem bezahlbar und schaffen neue ökonomische Chancen (Nykvist and Nilsson, 2015; Creutzig et al., 2017; Jacobson et al., 2018; Teske et al., 2018; Breyer et al., 2018; Löffler et al., 2017; Pursiheimo et al., 2019).

Wie sich die neuen ökonomischen Chancen des neuen Energiesystems im praktischen Alltag eines jeden Bürgers anfühlen werden zeigt ein Artikel im Juni-Heft der Zeitschrift „test“ der Stiftung Warentest auf Seite 65 der Printausgabe. Zitat:

Gebrauchte E-Autos / Reichweiten-Roulette

Die Reichweite gebrauchter Elektroautos ist meist deutlich geringer als in den Inseraten angegeben – zumindest im Winter. Das zeigt eine Stichprobe der Schweizer Verbraucherzeitschrift K-Tipp. Die Leistung der Batterie und damit die Reichweite lässt mit der Zeit durch Alterungsprozesse nach. Die auf dem Gebrauchtmarkt angegebenen Reichweiten, die häufig von den Herstellern stammen, wurden im Test nicht annähernd erreicht. Beispiele: Für einen R……. Jahrgang 2016 gaben viele Händler einen Aktionsradius von 240 Kilometer an. K-Tipp schaffte mit dem Modell nur 110 Kilometer – also nicht einmal die Hälfte. Ein neun Jahre alter M……. sollte 160 Kilometer erreichen. Im Praxistest kam er nur 57 Kilometer weit.

Weiterlesen in Stiftung Warentest, Zeitschrift „test“, Juni 2020 – Printausgabe.

Der Autor fährt einen 11 Jahre alten dieselangetriebenen PKW eines großen deutschen Herstellers (fast genau seit Beginn des 24. Schwabe-Sonnen-Zyklus). Das Fahrzeug fährt noch locker zu jeder Jahreszeit gut 700 – 800 Kilometer ohne ängstlich auf die Tankanzeige blicken zu müssen. Ob die aktuell geplanten Erhöhungen der Kaufprämien für Elektrofahrzeuge auch die Reichweiten der neuen Elektroautos an die Reichweiten der Verbrenner heranführen werden (am Ende des 25. Schwabe-Sonnen-Zyklus)?

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Die Presse – Printausgabe 16. Juni 2020, Seite 20:

Ein neuer Hype hat die Börse erfasst

Wasserstoff. Europäische Politiker entdecken im Rahmen der Öko-Offensiven gerade das Thema Wasserstoff für sich. Die Anleger spielen es bereits seit einiger Zeit – die Branchenaktien heben ab.

Noch im toten Winkel der breiten öffentlichen Aufmerksamkeit bahnt sich derzeit ein neues Großthema an, das zumindest an den Börsen bereits stark antizipiert wird – und den Anschein macht, zu einem neuen Hype zu werden: Wasserstoff. Das irrwitzigste Anzeichen dafür war die Aktienentwicklung des US-Amerikanischen Mobilitätsunternehmens N….., das erst Anfang Juni über den Zusammenschluss mit dem Nasdaq-Unternehmen V….. gelistet wurde. Im Nu stieg der Kurs auf das Doppelte – ehe er knapp die Hälfte abgab. N…. macht wohlgemerkt noch keinen Umsatz. Sein Börsenkurs lebt von der Fantasie. […] Ob Die Aktien der kleinen Wasserstoffunternehmen für eine langfristige Anlage taugen, muss sich erst weisen. Kurzfristig sind sie zum Renner geworden. […] Die Bewertungen sind also teilweise extrem luftig, die Aktien entsprechend riskant.

Ganzer Artikel in Die Presse.

Fazit: Es fehlt also nur noch der wirkliche Zündfunke für den unaufhaltsamen Aufstieg der Öko-H2-Technologie, an der schon seit Jahrzehnten gebastelt und getüftelt wird.

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So wie in Deutschland, so sind auch in Österreich die Öko-Lobbyisten in den Startlöchern, um sich in der Nach-Corona-Zeit eine dicke Scheibe vom staatlichen Förder-Schinken abzuschneiden. Dazu folgender aktueller Artikel aus Der Standard am 16. Juni 2020, Seite 14:

Konjunkturschub durch Erneuerbare

Jede Krise geht irgendwann zu Ende, durch politisches Handeln findet die Wirtschaft in der Regel aber rascher aus dem Tal als ohne staatliche Intervention. Die Kernfrage ist aber, wie der Impuls zur Stärkung der Wirtschaft nach der Corona-Pandemie weltweit in eine tiefe Rezession gestürzt ist, ausfallen soll.
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Und weil Energie in alle Lebensbereiche hineinspielt, komme insbesondere auch der Stromproduktion eine entscheidende Rolle bei der Erreichung des1,5-Grad-Ziels zu, sagt der Geschäftsführer der IG Windkraft, Stefan Moidl.
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Bis 2024 können laut Moidl jährlich an die 300 Megawatt (MW), sprich rund 80 Windkraftanlagen neu errichtet werden. Damit dürfte der Anteil der Windenergie an der Stromversorgung in Österreich auf 13 Prozent steigen. 400 Millionen Euro an jährlichen Investitionen würden dadurch ausgelöst und rund 650 Dauerarbeitsplätze geschaffen, in der Errichtungsphase sogar knapp 7300.
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„Wenn man ein Konjunkturbelebungs- und Arbeitsplatzbeschaffungsinstrument sucht, dann kommt man an der Photovoltaik nicht vorbei“, sagt der Präsident des Interessenverbandes Photovoltaik Austria (PVA), Herbert Paierl, im Gespräch mit dem STANDARD.
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Aufgrund des starken Preisverfalls in den vergangenen Jahren sei der Unterstützungsbedarf bei PV gering, sagt Paierl.

Ganzer Artikel im Standard.

Fazit: Ist der Begriff „Unterstützungsbedarf“ eine wohlklingende Umschreibung, wenn man das abstoßende Wort „Subvention“ vermeiden muss? Muss man im Umkehrschluss zum letzten Satz nicht ergänzend sagen, dass die anderen (Wind/Speicherung) – vorsichtig formuliert –  eine immense Stange Geld kosten werden?