Gerade die gewerblichen Kunden sind jetzt auf günstigen Strom angewiesen

Der Energieversorger EnBW gibt seine Windkraftpläne in Pfettrach (Landkreis Landshut) auf. Der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) hatte geklagt.

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TV Tipp: Sonnenenergie im Marokko. Die Dokumentation „Sonnengeschichten – Wie in der Wüste das Licht angeht“ gibt es in der Mediathek der ARD noch bis 15.04.2021 zu sehen. Interessant ist die Lösung des zur Deckung des Energiebedarfs nach Sonnenuntergang.

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Gleich zwei aktuelle Artikel in der WELT betreffen das Thema Energie und Umwelt. Im ersten Artikel geht es um Überlegungen für Deutschland als Öko-Staat.

„Der ökologische Umbau der Industriegesellschaft mag in Deutschland als wirtschaftliche Chance gelten – viele andere EU-Staaten sehen eher die Lasten. In Brüssel geht bereits die Sorge um, der geplante „European Green Deal“ werde sich nicht mehr durchsetzen lassen.“

Der zweite Artikel ist ein Interview mit dem Geschäftsführer des Verbandes der kommunalen Unternehmen VKU, Ingbert Liebing:

„Gerade die gewerblichen Kunden sind jetzt auf günstigen Strom angewiesen. Deshalb brauchen wir eine grundlegende Reform der Energiewende-Finanzierung. Die Corona-Krise zeigt die Probleme der Einspeisevergütung deutlich: Die Stromnachfrage sinkt, automatisch steigt der ohnehin schon zu hohe Anteil der Umlagen und Abgaben am Strompreis weiter an. Denn die gleichbleibende Abgabensumme verteilt sich jetzt auf weniger Kilowattstunden. Die EEG-Umlage, die den Differenzbetrag zwischen dem niedrigen Marktwert des Stroms und der festgelegten Einspeisevergütung ausgleicht, könnte in den kommenden Jahren – je nach weiterer wirtschaftlicher Entwicklung – deshalb wieder steigen. Das zeigt, dass dieses System in sich nicht mehr stimmig ist.“

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Die Rettung der Welt war noch nie so günstig, sie droht nun aber wegen Corona zu scheitern. Über das Demokratie-Event – nein, nicht demokratische Wahlen sind gemeint! – haben wir hier und hier ja schon mal berichtet. Für den Spottpreise von 29,95 Euro pro Teilnehmer hätten viele Menschen am 12.06.2020 im Berliner Olympiastadion Gesetze per Klick auf das Handydisplay quasi im Alleingang durchbringen wollen, so zu mindestens der Plan. Es ging immerhin um die Rettung der Welt.

Das deutsche Petitionsrecht sieht glücklicherweise etwas anders aus, als die Veranstalter es sich offenbar gewünscht bzw. vermittelt hatten. Aber, seit den neuesten Beschlüssen des Bundes und der Länder in Sachen Corona ist klar: diese Veranstaltung wird sicher nicht stattfinden. Sie fällt in die Zeit, in der solche Großveranstaltungen gar nicht mehr stattfinden dürfen. Sofern es keinen späteren Termin gibt, dürfte es spannend werden, wer für die bisherigen Kosten aufkommen wird, denn solche Kosten wird es gegeben haben. Werden es die Käufer der Tickets sein oder die Sponsoren?

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Seeadler zählen zu den imposantesten Greifvögel, die wir in Deutschland haben. Etwa 400 Brutpaare schätzt man für Mecklenburg-Vorpommern. Im Gegensatz zu Amseln oder Meisen fliegen diese Vögel eher selten gegen Scheiben, werden von Autos erfasst oder von Katzen gefressen. Daher sind Vergleiche mit Sing- und Gartenvögel auch nicht wirklich passend, obwohl Windkraftfans diesen Whataboutism immer wieder bringen. Leider hat es jetzt eines der Tiere in der Nähe von Plau am See erwischt. Es wurde durch den Flügel eines Windrads erfasst, das berichtet die Schweriner Volkszeitung (Paywall).

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Die zukünftige Tesla Gigafactory hat einen enormen Wasserbedarf. Das ist in einer Gegend, in der im Vergleich zu anderen Teilen Deutschlands weniger Niederschlag fällt, ein großes Problem. Sowohl die Beschaffung von stündlich(!) 320.000 Liter Wasser als auch die Entsorgung sind eine enorme Herausforderung. Die TAZ berichtete im Januar 2020:

„Der Wasserverband Strausberg-Erkner hat im Januar Alarm geschlagen: „Gegenwärtig kann weder die Trinkwasserversorgung noch die Schmutzwasserentsorgung in dem von Tesla gewünschten Zeitrahmen gewährleistet werden.“ Derzeit dürfe der Verband pro Jahr knapp 11 Millionen Kubikmeter Wasser fördern. Wenn Tesla produziert, schnelle der Bedarf auf über 18 Millionen Kubikmeter hoch.“

Offenbar haben die Proteste gegen die Fabrik und die Schwierigkeiten beim Wasser zu einer geänderten geplanten Produktion geführt. Laut einem Bericht im MANAGER MAGAZIN wird Tesla versuchen mit weniger Wasser auszukommen. Vorausgegangen war allerdings eine Klage.