Geliefert wie bestellt

Hat Annalena Baerbock möglicherweise ihr komplettes Buch abgeschrieben? Der österreichische Plagiatsjäger Weber hat das Buch von Annalena Baerbock nun zu Ende analysiert. Sein Urteil ist vernichtend. Baerbock hat seinen Ergebnissen zufolge sogar beim politischen Gegner abgeschrieben.

Was reitet eine Partei und ihre Vorsitzende, so ein Buch zu veröffentlichen, wenn es doch nach eigenen Aussagen bei der anstehenden Bundestagswahl um Alles geht? Weiterlesen bei Exxpress.at. Baerbock selbst vergleicht sich derweil in der New York Times mit Hillary Clinton. Auch sie stehe für Aufbruch. Die Politikerin, die ja nach eigener Aussage mehr vom Völkerrecht kommt, scheint die intellektuelle Transferleistung des Vergleichs nicht ganz zu gelingen. Clinton war zuvor schon Teil einer Regierung, sie wollte damals einem Parteikollegen folgen (Obama), das ist nun alles andere als ein Aufbruch, sondern die Fortsetzung einer Politik.

+++

Geliefert wie bestellt. Ist das schon eine Bewerbung auf einen Staatssekretärsposten in einer Regierung, an der die Grünen beteiligt sind? Es sieht fast so aus. Claudia Kemfert vom DIW trommelt jedenfalls ganz gewaltig für die Grünen und die gebauchpinselten Grünen trommeln gleichfalls für die Studie des DIW. Vice Versa. Die Bewertung des DIW ist auch ganz einfach. Je mehr eine Partei von den Ideen von Frau Kemfert übernommen hat, desto mehr Erdkugeln bekommt sie.

(Abbildung Screenshot Twitter)

Dumm nur, dass es Menschen gibt, die die Originalbewertung des DIW ansehen und dann mit der Darstellung der Grünen vergleichen. Und siehe da, die Grafiken stimmen nicht überein. So was aber auch.

(Abbildung Screenshot Twitter)

Hoffentlich wissen die Grünen diese Art der aktiven Wahlkampfunterstützung auch zu würdigen und vergessen Frau Kemfert nicht, wenn es nach der Wahl an die Futtertröge geht.

(Abbildung Screenshot Twitter)

Eine kritische Auseinandersetzung mit der DIW-Studie findet sich bei Beyondtheobvious. Die haben sich auch den Auftraggeber der Studie angesehen, es ist die Stiftung Klimaneutralität, die vom Grünen Politiker Rainer Baake geführt wird. Insofern überrascht das Ergebnis nicht wirklich. Geliefert wie bestellt. Lesenswerte sind auch die Tweets von Dr. Daniel Stelter von Beyondtheobvious. Ein Auszug aus dem Fazit:

“Medienfutter der ganz schlechten Sorte. Die Autoren wussten, dass die relevanten Medien die Aussagen ungeprüft in die Welt tragen würden und damit ihren Zweck erreichen. Denn wie kommt man zum gewünschten Ergebnis:

–Man definiert die eigene Sicht der Dinge als Maßstab.

–Man gewichtet jene Dinge besonders hoch, in denen der gewünschte Sieger besonders gut ist.

–Man wertet interessante Ideen anderer nicht, weil sie nicht in das Schema passen oder aber „unrealistisch“ sind.

Das DIW hat hier benotet, wer Klimaschutz so machen will, wie das DIW ihn sich vorstellt. Einziges Risiko: die inhaltliche Nähe der GRÜNEN zur LINKEN wird überdeutlich. Beide setzen auf sozialistisch-planwirtschaftliche Wirtschafts- und Gesellschaftssteuerung, denn nur so können wir im Alleingang das Klima retten (nach Auffassung des DIW und einiger politischer Strömungen). Nur dann wird das neue klimagerechte Deutschland so toll, dass alle in der Welt es nachmachen wollen. Wenn mehr Bürger erkennen, was das bedeutet, geht der Schuss nach hinten los.”

Das Kind ist hier aber schon längst in den Brunnen gefallen, denn die Medien haben die Studie bzw. die Resultate längst brav und ungeprüft (?) weiterverbreitet. Schnelligkeit vor Gründlichkeit, so funktioniert Journalismus 2021.

+++

Und gleich noch ein Highlight, und wieder ist Frau Kemfert ein Teil davon. Wir fangen aber bei Simone Peter an. Die Lobbyisten dürften ja schon mal den Sekt kaltgestellt haben und die Korken nach der Bundestagswahl laut knallen lassen. Kaum ein Weg führt an der Regierungsbeteiligung der Grünen vorbei. Auf Twitter wird die Grundlast mal wieder geleugnet. Stattdessen geht es nun um Flexibilität. Ob Simone Peter damit meint, dass man halt flexibel sein muss, zukünftig auch ohne Strom klarzukommen?

(Abbildung Screenshot Twitter)

Immerhin verweist sie auf einen Artikel vom Deutschlandfunk, der allerdings schon 10 Jahre auf dem Buckel hat. Grundlast wäre altes Denken. Hoffentlich meint das dann nicht indirekt ”Die Neue Zeit” ein Begriff, mit dem Deutschland keine gute Erfahrung gemacht hat vor 80 Jahren. In dem Artikel über die Grundlastleugnung spielt Claudia Kemfert erneut eine Rolle. Sie erklärt dort wie schon so häufig die Kosten für die grünen Stromquellen wären keine Kosten sondern Investitionen.

Dass Investitionen aber auch bezahlt werden müssen, vergisst sie schlicht dabei. Professor Weimann, genau wie Kemfert Ökonom, hat ihr in einem Faktencheck nicht nur nachgewiesen, dass sie sich mal eben um mehrere Hundert Milliarden Euro verrechnet hat, er hat auch die passende Metapher für ihren eigentümlichen Kosten/Investitionen-Vergleich: Sie können auch an einem zugefrorenen See stehen und behaupten, das wäre kein Eis, das wäre gefrorenes Wasser.

+++

Norwegen produziert das grünste Öl. Hört sich wie ein Widerspruch an, meint aber, dass mittlerweile Windräder den Strom für die Ölplattformen herstellen. Das Land könnte vor einem Richtungswechsel bei den anstehenden Parlamentswahlen. Rot-Grün werden Chancen eingeräumt eine knappe Mehrheit zu erreichen. Das hätte dann auch Auswirkungen auf die Ölpolitik des Landes. Weiterlesen bei der Tagesschau.

+++

Es gibt Streit um das Bezahlen von Strom an Ladesäulen. Die Betreiber setzen auf Apps, Banken und Finanzdienstleister würden sich gern ein Stück von dem Kuchen abschneiden und möchten Kartenzahlung. Weiterlesen bei der Tagesschau.

+++

China bereitet Tests für einen Thorium-Reaktor vor. Der Start der Normalbetriebs ist für 2030 geplant. Zum Artikel bei Nature bitte hier klicken.

+++

Das Leben schreibt die eigenartigsten Geschichten. Ökologisch Radikal Links nennt sich ein Twitter Account. Dort wird auch gegen die IAA in München demonstriert. Zu sehen ist das Video einer jungen Dame, festhalten, einem Transporter mit einem Transparent. Solche Transporter sind fast immer Dieselfahrzeuge. Aber selbst ein Benziner wäre ein netter Widerspruch.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Das scheint aber Methode zu sein. Eine der Co-Gründer von Extinction Rebellion im Vereinigten Königreich musste kürzlich zugeben, dass sie einen Diesel fährt. In erster Linie, um ihre Kinder zum Sport zu fahren. Der große Robert Gernhardt ”Die größten Kritiker der Elche, sind selber welche” hätte sicherlich seinen Spaß an solchen Meldungen gehabt.

+++

Auf Island ist die aktuell größte Anlage zur CO2 Speicherung in Betrieb gegangen. Passiert hier gerade etwas analog dem deutschen Vorgehen bei der Kernenergie? Unsere Nachbarn scheinen auf das IPCC zu hören, die Kohlenstoffabscheidung schon 2014 empfohlen hatte als eine von 4 Maßnahmen. Der Spiegel berichtete.

+++

War die Verlegung eines Bahnhofs für die Tesla-Fabrik in Grünheide eine illegale Subvention?

“Demnach handele es sich bei der Baumaßnahme um eine meldepflichtige Beihilfe, die der EU-Kommission hätte gemeldet werden müssen. Das wiederum sei aber nicht geschehen. Dem Gutachten zufolge, das BI vorliegt, nütze die Verlegung des Bahnhofs vor allem Tesla selbst und dessen Belegschaft, nicht aber der Allgemeinheit. Damit sei die gesamte Maßnahme wohl eine unrechtmäßige Beihilfe für Tesla.”

Weiterlesen bei Golem.

+++

Professor Robert Schlögel von der Max-Plank-Gesellschaft (Fritz-Haber-Institut) mit einem langen Interview zum Thema Grüner Wasserstoff.

“Herr Prof. Schlögl, wir können nicht einmal den derzeitigen Strombedarf mit Windkraft und Fotovoltaik decken. Wo sollen all die erneuerbare Energie und der grüne Wasserstoff für den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft herkommen?

Einen Großteil des erneuerbaren Stroms und des Wasserstoffs werden wir nicht in Deutschland erzeugen, sondern in Ländern, in denen es mehr Wind und Sonne gibt. Da könnte dann eventuell das Wasser knapp sein, sodass man mit Meerwasserentsalzung arbeiten müsste – was einen kleinen Teil der Energie kostet. Und mit Meerwasser Elektrolyse zu betreiben ist technisch schwierig.  Aber in Deutschland und Europa können wir die Wasserstoffmengen, die wir benötigen, nicht produzieren.”

Das ganze Interview gibt es hier.

+++

Die Zeit lässt sich zukünftig von Luisa Neubauer und Joe Kaeser (Ex Siemens) zu Umweltthemen beraten. Auch Ottmar Edenhofer vom PIK gehört dem Green Council der Zeit an. Weiterlesen hier.

+++

Kennen Sie schon die Seite Klimawandel in Österreich? Hier werden die Fakten vollständig und ausgewogen präsentiert.