FFF hat genug von Luisa Neubauer

Die FAZ ehrt in einem Artikel Freemann Dyson – einen Mathematiker und Physiker von Weltruf. Der Wissenschaftler starb jetzt im Alter von 96 Jahren. Es wäre kein Wunder, wenn andere Nachrufe weit weniger charmant ausfallen als der von FAZ. Dyson äußerte sich bereits von 12 Jahren zu Klimamodellen und das sehr kritisch. Der australische Professor Richard Parncutt (Uni Graz) schlug sogar vor, Dyson sollte die Todesstrafe erhalten, neben 269 anderen „Climate Deniers“.

„Some global warming deniers would never admit their mistake and as a result they would be executed.“

Ein letztes Video von Dyson beschäftigte sich mit Sonnenaktivitäten und Wasserdampf in der Atmosphäre in Bezug das Klima. Es erschien vor 2 Monaten. Sehenswert auch das Video zum Gleichgewicht von Kohlenstoff in der Atmosphäre.

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Regenwälder können bis zu 30% weniger CO2 speichern. Das jedenfalls sagt der Spiegel und beruft sich auf eine Studie, die in Nature erscheint.

„Hält die Entwicklung an, könnte die CO2-Speicherfähigkeit der Regenwälder bis zum Jahr 2040 um weitere 14 Prozent sinken. Im Amazonas könnte diese bereits im Jahr 2035 auf null sinken. Ab diesem Zeitpunkt würden absterbende Bäume mehr Treibhausgase ausstoßen, als durch nachwachsende Bäume gebunden werden können. Solche Hochrechnungen sind grundsätzlich mit großen Unsicherheiten verbunden, gehen aber weit über Werte hinaus, von denen die meisten Klimamodelle derzeit ausgehen. „Die unmittelbaren Bedrohungen für tropische Wälder sind Abholzung und Brände“, sagte Lewis. „Diese erfordern dringende Maßnahmen.“

Möglicherweise war der Vorschlag von Professor Sinn, die EU sollte den Amazonas kaufen doch besser als gedacht. Er stammt aus seinem Vortrag: Wie retten wir das Klima und wie nicht.

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Die Barentsee wird kälter, jedenfalls seit 5 Jahren. Der langfristige Trend (40 Jahre) ist allerdings immer noch eine Erwärmung.

“It is well known that the Barents Sea over the last 40 years has become much warmer, [and] the cooling of the last years is part of natural fluctuations that will always be there,” the researcher Sigrid Lind  says.”

Mehr lesen im Barents Observer: hier.

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Einen ausgesprochen sehenswerten Beitrag zum Thema Biodiesel liefert das ARD Magazin Panorama. Jeder Dieselfahrer tankt, ob er will oder nicht, bis zu 7% Biodiesel. Dieser wird aber nicht nur aus z. B. heimischen Raps gewonnen, sondern auch aus Palmöl. Und für das Pflanzen von Palmen wird immer mehr Urwald gerodet. Wertvoller Lebensraum wird gegen Monokultur eingetauscht. Das Fatale an der Entwicklung ist, dass solche auf Urwaldrodung basierten Plantagen sogar im Nachgang ein Nachhaltigkeitszertifikat in Deutschland bekommen. Frankreich ist aus diesem Spiel ausgestiegen, weil man erkannt hat, dass es der falsche Weg ist. Wieder wird Klimaschutz mit Umweltzerstörung bezahlt.

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Eine unendliche Geschichte: Die Causa Kemfert. Jetzt ist das Thema in der FAZ angekommen. Es ist aber alles in allem ein sehr neutraler Artikel, der in erster Linie die Schlacht der Ökonomen beschreibt. Offenbar sehen nicht alle das so. Thilo Jung wird auf Twitter nicht müde, von einer FAZ-Kampagne neoliberaler Ökonomen und Klimawandelleugner gegen Claudia Kemfert zu schreiben.

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Berühmtheit hat einen Preis. Die Fridays for Future (FFF) Aktivistin Luisa Neubauer wird als Dauerrednerin ausgebootet. Und offensichtlich fällt jetzt sogar der Bewegung auf, dass die Klimaschützerin oft geflogen sein soll.

„Das Problem: Neubauer stehe zu sehr in der Öffentlichkeit. „Dieser Personenkult um Luisa Neubauer ist schon schwierig“, sagte Laetitia Seyboldt aus dem FFF-Führungsteam im Schwarzwald der „Welt“. „Sie soll in der Vergangenheit auch relativ oft geflogen sein – ich bin mir deshalb nicht sicher, ob sie als Repräsentantin geeignet ist“. Es komme bei Fridays for Future nicht auf Einzelpersonen an, sondern auf die Sache an sich.“

Weiterlesen auf Mopo.de

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Bei Kachelmannwetter gibt es nun Vorhersagekarten in Bezug auf das Corona-Virus. Ausgehend vom der Empfindlichkeit der Viren gegenüber UV Strahlung und Wärme gibt es dort 10 Tages- Prognosen. Die bedeuten aber lediglich, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass das Virus bei bestimmten Wetterlagen (Temperatur und UV Strahlung) inaktiv in der freien Natur wird. Ein Video auf Youtube erklärt es. Ob es Spielerei ist? Immerhin erklärt es, warum Afrika bisher recht gut davongekommen ist.

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Klimawandel könnte Sojaanbau in Sibirien ermöglichen. So titelt die SZ. Das Blatt berichtet aus einer Studie, die im Februar 2020 veröffentlicht wurde.

„Vor allem die nördlichen borealen Regionen in Russland und Kanada könnten sich zu so etwas wie neuen globalen Zentren der Lebensmittelproduktion entwickeln. In beiden Ländern kommen der Modellierung zufolge durch die klimabedingte Verschiebung der Agrargrenzen jeweils mehr als vier Millionen Quadratkilometer neues Nutzland hinzu. Für Kanada etwa bedeute dies die Chance auf eine Verdoppelung der landwirtschaftlichen Produktion.“

Gleichzeitig warnt die Studie davor, dass eine Ausweitung der Landwirtschaft, die möglicherweise für die Ernährung von demnächst 10 Mrd. Menschen sorgen muss, auch negative Folgen haben könnte.

„Die wohl gravierendsten Auswirkungen hätte die durch den Klimawandel beförderte massive Ausweitung der Agrarproduktion aber für den Kampf gegen die Erderwärmung selbst. Durch die Bearbeitung des Bodens würden riesige Mengen Kohlenstoff freigesetzt, der in den bislang ungenutzten Böden gespeichert ist. Die künftig nutzbaren Gebiete hätten weltweit die mit am kohlenstoffreichsten Böden, sagte der Bodenexperte der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), Ronald Vargas, der Thomson Reuters Stiftung.“

Das aktuelle Wetter in Kanada macht wenig Hoffnung, dass diese Ausweitung der Landwirtschaft schon in Kürze passieren wird. Es herrscht Dauerfrost bis nach Südkanada. Große Teile des Landes sind zudem mit Schnee bedeckt.

Aber das ist Wetter und nicht Klima. Und für einen Winter ist es auch nicht ungewöhnlich.