Das „größte Filmprojekt aller Zeiten“

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) veröffentlichte 2019 ein Studie mit Daten und Entwicklungen zur deutschen und globalen Energieversorgung. Das pdf können Sie kostenlos hier herunterladen. Für die kommenden 20 Jahre werden keine großen Wunder im Energiemix erwartet. Insgesamt wird die bereitzustellende Energiemenge weiter steigen, auch weil die Weltbevölkerung weiter steigt. Abbildung aus der Studie (Seite 40):

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Abwarten und Bier trinken

(Screenshot Startnext)

Puhh, es muss immer das ganz große Rad sein. Das „größte Filmprojekt aller Zeiten“, so wird ein Film über Fridays For Future gerade angepriesen auf der Crowdfunding-Seite Startnext. Natürlich darf ein dramatischer Trailer nicht fehlen. Der erinnert durchaus an den Film „Die Geister, die ich rief“ aus dem Jahre 1988, dort gibt es einen ähnlichen Trailer für die Weihnachtssendung eines fiktiven amerikanischen TV-Senders. Zu sehen ist es bei YouTube dort ab ca. 0:35. Die Claims und die Dramatik aus diesem fiktiven Trailer sind fast 1:1 übertragbar auf den neuen Trailer.

Das „größte Filmprojekt aller Zeiten“ ist erstaunlich günstig, denn das Ziel der Aktion bei Startnext sind lediglich 120.000 Euro. Das täuscht allerdings etwas, denn erst ab dem Ziel fangen die Beteiligten an, die ersten Finger zu krümmen. Das nächst größere Ziel sind dann 2 Millionen Euro. Aber auch das ist für das „größte Filmprojekt aller Zeiten“ immer noch sehr überschaubar. Der Film soll klimaneutral produziert werden. Wir dürfen gespannt sein, wie das geht.

Seit Anfang Oktober 2020 wird Geld eingesammelt auf der Plattform, mal sehen, wie viele Unterstützer bis Ende Dezember 2020 noch dazukommen. 104.000 Euro wurden bisher eingenommen. Etwa 700 Unterstützer hat das Projekt in 2 Monaten geschafft, bis Ende Dezember 2020 ist noch Zeit für die fehlenden 20.000 Euro. Bis dahin heißt es abwarten und Bier trinken, denn die Krombacher Brauerei unterstützt bereits mit 17.450 Euro.

Die Machart der Aktion erinnert stark an das „größte Demokratieprojekt“ aller Zeiten. Es sollte im Juni 2020 Berliner Olympiastadion stattfinden musste wegen der Corona Pandemie aber abgesagt werden. Seinerzeit gingen die Organisatoren davon aus, dass 70.000 Teilnehmer, die per Handy Petitionen abklicken, das Größte ist, was eine Demokratie erleben kann. Sind das nicht Wahlen mit viel mehr Wahlberechtigten, die nicht mal Eintritt zahlen müssen im Gegensatz zu der Berliner Veranstaltung?

Ob es ein Film nach Al Gores „Eine unbequeme Wahrheit“ noch einmal schafft, Änderungen jedweder Art zu erreichen? Das ist schwer zu beantworten, denn der Film soll sich nach eigenen Aussagen ja mit der Bewegung Fridays For Future beschäftigen und weniger mit dem Zustand der Umwelt.

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Der dritte Teil der Beiträge von Björn Lomborg zum Thema Klima ist jetzt bei der WELT erschienen. Titel: Die E-Auto-Illusion. Wie bisher steht es hinter einer Bezahlschranke, ganz genau hier.

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Der Deutschlandfunk hat eine sehr eigenwillige Auswahl bei Interviewpartner. So wurde ein Soziologe zum Thema Atomkraft interviewt. Was kommt als nächstes? Ein Veterinär äußert sich zur Rentenpolitik? Ein Klempner nimmt Stellung zum Brexit? Eine Meeresbiologin wird zum Thema Kulturpolitik? Zum Interview bitte diesem Link folgen.

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Gustav Schwab schrieb 1826 sein Gedicht „Der Reiter über den Bodensee“ . Von dem relativ häufigen Zufrieren des Untersees hatte er Kenntnis. Die nächsten beiden „Seefrörnen“ geschahen  kurz danach im Jahr 1830 und 1880. Daran ist gut zu sehen, wie lange die Kleine Eiszeit dauerte und noch nachwirkte.

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Wenn wir das moderne Klima verstehen wollen, müssen wir zunächst die natürliche Variabilität des Klimas der Vorzeit analysieren und dessen Antriebe verstehen. Eine Forschergruppe um Laura Perez hat nun im Fachblatt Global and Planetary Change eine Untersuchung der Wassermengen des Río de la Plata (Uruguay, Argentinien) während der vergangenen 1000 Jahre vorgelegt. Neben charakteristischen Zyklen konnte das Team auch den Einfluss des El Nino (ENSO) nachweisen, sowie Trends bestimmen. Hier der Abstract:

Last millennium intensification of decadal and interannual river discharge cycles into the Southwestern Atlantic Ocean increases shelf productivity

Large rivers represent transitional environments between the coast and the open ocean which discharge is influenced by both climate and anthropogenic impacts. In general, historical information on river discharges does not extend beyond 100-yr data series. This is the case of the Río de la Plata (RdlP) watershed, which represents a very important geographic region sensitive to El Niño Southern Oscillation (ENSO). Thus, this study analyzes a continuous millennial, high-resolution record of river discharge oscillation cycles into the ocean and associated productivity changes. We used two 10-m-long sediment cores retrieved from the high-resolution RdlP mud depocenter from the inner continental shelf off Uruguay, namely GeoB 13813-4 and GeoB 13817-2. The first sediment core yielded a mean linear sedimentation rate of 9.7 mm yr−1, while the second exhibited a lower resolution, with a mean rate of 7.1 mm yr−1. Differences in the sedimentation rate are attributed to the distance to the continental source. We performed 2-mm-step-size XRF scanning and used the Ti/Al, Fe/K, Fe/Ca and Si/Al element ratios as proxies for terrigenous supply into the Southwestern Atlantic Ocean (SWAO), and Fe/Mn as a proxy of the redox conditions. At the same time, Ba/Al ratios recorded productivity changes. We detected significant cycles of 50, 20, 10, 2–7 yr, and less than 1 yr for most of the element ratios of both cores. We inferred that cyclicity was related to the Climatic Modes of Oscillation (CMO): Atlantic Multidecadal Oscillation (AMO), Pacific Decadal Oscillation (PDO), Southern Annular Mode (SAM) and ENSO. The CMO play a crucial role in modulating the geochemical characteristic of the terrigenous fine sediments, building up the RdlP mud depocenter. The process of millennial intensification of river discharge, and the associated increase in productivity, were both modulated by the ENSO mode of variability, particularly after the onset of the Little Ice Age (LIA) especially after 1500 CE. During the LIA, ENSO displayed mostly decadal cycles, whilst after the end of the LIA and onset of the Current Warm Period (CWP), the cyclicity intensified to half-decade cycles. After 1970s, river discharge attained maximum magnitude and frequency as a sign of combined natural and anthropogenic forcing, but we also inferred a concomitant increase in productivity. Herein, we introduce evidence that global warming is causing an intensification of the inter-annual hydro-climatic variability within SESA and land-use practices (mainly intensification of soya crops and deforestation) are producing significant soil erosion after 1970. This intensification represents an early warning signal to anticipate a further increase in continental input and productivity within SWAO, which holds both regional and global implicances.

Highlights:

–The Río de la Plata mud depocenter holds an excellent high resolution paleoceanographic record.•

–Continental input was related to climatic modes of oscillation and intensified over the last 1000 yr.•

–River discharge frequency/intensity was modulated by the ENSO and exhibited decadal cycles from 1500 to 1800 CE.•

–After onset of the Current Warm Period, cyclicity changed to half-decade cycles.•

–Since 1970, river discharge attained maximum magnitude/frequency as a sign of combined natural and anthropogenic forcing.

Das pdf des Papers kann bis zum 1. Januar 2021 kostenlos hier heruntergeladen werden.

Hier die Autoren der Studie:

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Youtube-Kanal von Sahra Wagenknecht:

Der große Elektroauto-Schwindel

E-Autos sind nicht die Antwort, sie sind keine klimafreundliche Alternative. Ihre Herstellung produziert viel mehr CO2 als die von Verbrennern und der Abbau von für die Batterien notwendigen Ressourcen zerstört ganze Landstriche. Trotzdem unterstützt die Bundesregierung den Kauf eines Elektroautos mit Tausenden Euros. Man könnte meinen, sie haben ihren Blick nicht auf die Zukunft in diesem Land gerichtet, sondern auf die hübsche grüne Traumlandschaft eines Tesla-Werbeclips. Warum E-Autos nicht die Antwort sind und welche Alternativen es gibt für umweltfreundliche Mobilität – darüber spreche ich diese Woche im Video. Der Bundestag geht morgen in die Sommerpause – neue Videos gibt es anschließend in ein paar Wochen wieder. Ich wünsche euch so lange einen schönen Sommer und hoffentlich trotz allem die Möglichkeit auf ein wenig Urlaub und Erholung!