Artenschutz adieu

In ihrem Podcast beim MDR fabuliert Claudia Kemfert von DIW über – festhalten – Versorgungssicherheit. Die will sie mit Erneuerbaren Energien gewährleisten. Dafür soll der Umweltschutz dran glauben.

“Nichts gegen Artenschutz und Umweltschutz. Aber wir brauchen Versorgungssicherheit an erster Stelle.”

Mit wetterabhängigen Stromquellen soll also Versorgungssicherheit hergestellt werden.
Wie bitte soll das funktionieren? Wir schauen uns einen grauen Novembertag im Jahre 2021 an, den 28.11.2021 um 14:00. Kernenergie, Kohle und Erdgas liefern etwa 40 GW Strom für Deutschland. Insgesamt werden 61 GW Strom benötigt.

Biomassen kommt auf etwas mehr als 5 GW, hier wäre zur Not sogar noch Luft für weitere 3 GW. Das reicht aber hinten und vorne nicht. Wind kommt auf 5,9 GW, Solar auf 2,7 GW. Insgesamt macht das dann also etwas weniger als 14 GW. Anders gerechnet müsste sich dieser Anteil um den Faktor 3 steigern um Kernenergie, Kohle und Gas zu ersetzen. Mit dem unschönen Effekt, dass nach Sonnenuntergang Solar nichts mehr beisteuert. Wind müsste also bei gleichen Windbedingungen eine Verdreifachung der Kapazitäten haben, es dürfte sich der Wind aber nicht legen. Was soll daran sicher sein?

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E-Autos verlieren, Verbraucher verlieren die Lust. So titelt Giga.de.

„Laut Deutsche Automobil Treuhand (DAT) sei es für 43 Prozent der Befragten denkbar, das aktuelle Haupt-Auto durch eines mit E-Antrieb zu ersetzen, ein Minus von vier Prozent im Vorjahresvergleich. Für 39 Prozent komme ein E-Auto hingegen nur als Zweitwagen in Frage. Das DAT-Barometer zeigt auch, dass sich aktuell nur 14 Prozent ein reines Elektroauto anschaffen würden.

Auffällig dabei ist, dass sich gleichzeitig mehr potenzielle Kundinnen und Kunden mit dem Thema Elektromobilität beschäftigen würden. Ihr Anteil ist um zehn Prozent auf aktuell 39 Prozent gestiegen (Quelle: DAT). Auslöser für das hohe Informationsinteresse seien die Kaufprämien. Doch dann scheint etwas schief zu gehen, denn obwohl – oder gerade weil – sich mehr Leute mit dem Thema Elektroautos auseinandersetzen, sinkt das Kaufinteresse.”

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Kaiseradler sind seltene Tiere in Österreich, es gibt gerade einmal 30 Brutpaare. Umso schlimmer, wenn eines dieser Greifvögel an einem Windrad getötet wird. Die Kleine Zeitung schildert einen aktuellen Fall.

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Kernfusion: Der deutsche Versuchsreaktor Wendelstein 7-X schaltet in den Dauerbetrieb, wie Trends der Zukunft beschreibt.

“Mit dem Versuchsreaktor Wendelstein 7-X in Greifswald wiederum sollen die Grundlagen für den Bau eines Stellarators geschaffen werden. Dort war es im Jahr 2018 gelungen, für rund 100 Sekunden ein für die Kernfusion benötigtes Plasma zu erzeugen. Bei der späteren Analyse des Experiments werteten einige Wissenschaftler dies als Nachweis dafür, dass die Kernfusion tatsächlich funktioniert. Weil sich in der Vergangenheit viele Hoffnungen nicht erfüllt haben, wird dies von einigen inzwischen nämlich durchaus bezweifelt. Bei Wendelstein 7-X handelt es sich allerdings um einen Versuchsreaktor. Er war daher von Beginn an nur für kurze Experimente ausgelegt. Seit dem Jahr 2019 wurde er daher umgebaut, um auch eine Art Dauerbetrieb zu ermöglichen.”

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Verwegene Idee bei den Salonkolumnisten. Analog den Waldbesetzungen im Hambacher Forst wird dort überlegt Kernkraftwerke zu besetzen. Bitte das Zitat vor dem Hintergrund eines satirischen Artikels lesen.

“Im Hambacher Forst haben wir gesehen, welch wunderbar aufschiebende Wirkungen Besetzungen haben können. Daher schlage ich vor: von Hambi lernen, heißt siegen lernen. Lasst uns die Kernkraftwerke instandbesetzen. Denn sie sind akut vom Abriss bedroht.

Dass man das einfach bewerkstelligen kann, weiß ich von den Greenpeacern, die durch einige Kaspereien an KKW-Zäunen beweisen wollten, dass Terroristen dort eindringen könnten. Was also erst, wenn die Besetzer wohlgesonnen sind, sich mit Kerntechnik auskennen und mit Transparenten anrücken, auf denen steht: „Emsland bleibt!“ oder „Den ökofaschistischen Konsens angreifen – Neutronen befreien!“ Das werden auch die einheimischen Atomarbeiter prima finden und uns reinlassen.

Und dann werden wir das große Besteck rausholen. Wir werden die Abfahrpläne verbrennen. Wir werden heimlich frische Brennelemente laden und die Kiste illegal laufzeitverlängern. Wir werden Claudia Roth kidnappen und im Druckhalter-Armaturenraum einsperren, bis sie bereut. Wir werden Strom an die Bevölkerung verschenken. Wir werden uns im Kontrollraum am Reaktorfahrpult anketten und den Abschaltknopf vor der Polizei verteidigen.

Und gleichzeitig werden unsere Anwälte und Abgeordneten vor Gericht und im Parlament den Ausstiegsbeschluss anfechten. Nach dem Sieg der ökomodernistischen Weltrevolution werden wir Energiekommissare und bauen Thoriumreaktoren an Elbe, Isar, Weser und Saale. Ach, Franz-Joseph (der Degenhardt, aber vielleicht auch ein bissl der Strauß) hätte eine Freude an uns.”

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In Belgien gerät der für 2025 geplante Atomausstieg laute Euractiv ins Wanken.

“Politiker im flämischen wie französischsprachigen Teil Belgiens stellen den geplanten Ausstiegstermin offen in Frage – und begründen dies mit dem Klimaschutz. „Es ist unmöglich, die Atomkraftwerke 2025 abzuschalten“, sagt etwa der einflussreiche Senator Georges-Louis Bouchez von den wallonischen Liberalen, die zur belgischen Regierungskoalition gehören. Er meint, bei einem Ausstieg könne Belgien seine Klimaziele nicht erreichen.

Ähnlich argumentiert auch die wohlhabende Region Flandern, in der gut die Hälfte der knapp zwölf Millionen Belgier leben. Sie weigert sich, dem Bau eines modernen Gaskraftwerks zuzustimmen, das die entstehende Lücke bei der Energieversorgung füllen soll. Denn Gas ist ein fossiler Energieträger, und damit würden Belgiens Treibhausgase wieder zunehmen.”

Dazu passt ein Interview im Handelsblatt von EU-Kommissar Breton, der sich zur Kernenergie äußert.

“Kann Europa seine Klimaziele auch ohne Kernkraft erreichen?
Das ist unmöglich, für mich ist das völlig klar, und ich glaube, jeder versteht das. 26 Prozent unserer Energieversorgung werden von Nuklearreaktoren gedeckt. Es ist schlicht nicht machbar, unsere Stromkapazitäten ohne Kernkraft zu verdoppeln.

Kapazitätsprobleme gibt es nicht nur bei der Stromversorgung. Wir sehen auch in der Industrie akute Engpässe. Die Folge sind steigende Preise.
Wir haben es mit verschiedenen Arten von Engpässen zu tun. Es gibt einen Fachkräftemangel, und es gibt Probleme bei Rohstoffen, Energie und Halbleitern. Viele Fabriken wurden während der Pandemie geschlossen und mussten wieder hochgefahren werden. Jetzt deckt die Produktion die Nachfrage nicht.”

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Ist es eigentlich sinnvoll, sich von Stromlieferungen aus dem Ausland abhängig zu machen? Die Norweger haben jetzt die Antwort bekommen. BusinessPortal Norwegen am 23.11.2021:

Schweden reduziert Stromfluss nach Norwegen – Statnett reagiert mit Begrenzung des Stromexportes

Der schwedische Netzbetreiber Svenska Kraftnät hat den Stromaustausch zwischen Südschweden und dem Osten Norwegens eingeschränkt. Das Unternehmen kündigte an, dass es künftig insgesamt Einschränkungen im Stromaustausch mit Norwegen und mehreren anderen Ländern geben werde. Jetzt hat der norwegische Netzbetreiber Statnett reagiert. Das Unternehmen teilte mit, dass es den Stromfluss aus Ostnorwegen über die Grenze nach Schweden ebenfalls begrenzen werde.

Weiterlesen im BusinessPortal Norwegen

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Spon berichtet über einen Untersuchungsausschuss die Flut betreffend. Er macht mit Kachelmann auf, der als Sachverständiger gehört wurde. Aber was soll die Aufregung? Am 14.7. (!) hatte Claus Kleber doch die Erklärung: Es ist das Klima, namentlich der dadurch schwächelnde Jetstream. Er verkündete das mit dem Brustton der Überzeugung als des „Rätsels Lösung“. Damit war der staunenden Öffentlichkeit der Schuldige präsentiert. Nun also der Untersuchungsausschuss, und der untersucht nicht das Klima? Sollte etwa eine in der Literatur zumindest stark umstrittene These vor allem des PIK Potsdam da voreilig zur besten Sendezeit als „die Wahrheit“ von der Kanzel gepredigt worden sein? Sollte sich der Untersuchungsausschuss nicht auch mit der Rolle von Medien und gewissen einflüsternden Lobbyisten beschäftigen? Fragen über Fragen…“

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: Naturschutz und E-Ladestation

Von meiner Seite einige Anmerkungen zum Blog vom 26.11.2021: Es ist schon interessant, wie insbesondere die Grünen Natur- und Gesundheitsschutz zugunsten der Erneuerbaren Energien, insbesondere Windkraft, zurückstellen. Im Blog wird auch berichtet, dass nicht der Mensch sondern der damalige (nicht menschgemachte) Klimawandel für das Aussterben der Mammuts verantwortlich war. Wird in zukünftigen Geschichtsbüchern stehen, dass eine Umweltschutzpartei für das Aussterben der Rotmilane verantwortlich ist? Auch die Gesundheit der Menschen durch den Infraschall der Windräder wird von den Grünen und anderer Umweltgruppierungen ignoriert bzw. als „eingebildet“ abgetan.

In einem kurzen Video wird gezeigt, wie eine Ladestation auf Mallorca durch Dieselaggregate gespeist wird. Das ganze erinnert mich an einen Beitrag vor einigen Tagen hier im Blog, mit dem Vorschlag ein Dieselaggregat im E-Fahrzeug mitzuführen, um dieses während der Fahrt aufladen zu können. Dabei könnte man das Batteriepaket im Auto reduzieren, da die restlichen Batterien ja permanent entladen werden. Würde es gelingen, das Gesamtgewicht des Fahrzeugs mit weniger Batterien und trotz Dieselaggregat zu reduzieren, könnte sogar Energie gespart werden nach dem physikalischen Gesetz: Kraft = Masse * Beschleunigung.

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The Telegraph am 24.11.2021:

Net zero plans scaled back amid concerns over soaring fuel and heating bills

Plans to expand the UK Emissions Trading Scheme have been watered down after a backlash from senior government ministers

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Washington Times:

Google, YouTube, and the Climate Inquisition

A slippery slope toward censorship and intellectual tyranny