PIK: Moderne Brennstoffe beschleunigen den demografischen Wandel

Neuer Job für Annalena Baerbock? Ja, es sieht ganz so aus. Für die Betriebserlaubnis der Gaspipeline Nordstream 2 ist die Bundesnetzagentur zuständig. Sie untersteht dem Wirtschaftsministerium. Aktuell prüft die Bundesnetzagentur die Inbetriebnahme. Einer der Bedingungen für die Erlaubnis ist eine deutsche Rechtsform des Betreibers, neben der Trennung von Betreiber der Pipeline und den Lagerstätten des Gases. Das steht aus und deshalb hat die Agentur das Verfahren vorläufig ausgesetzt. Nun aber kommt Annalena Baerbock ins Spiel, sie übernimmt quasi die Rolle eines Sprechers der Agentur und erklärt laut Tagesschau den Betrieb für nicht vereinbar mit Europarecht.

Nun gut, sie dürfte es wissen, nachdem sie in einem Jahr einen Masterabschluss an einer Privatuni in London gemacht hat. Sie kommt ja nach eigenen Angaben mehr vom Völkerrecht und hält die UN- Charta für das höchste UN-Gremium. Wer es sich geben möchte, der kann sich das gesamte Interview mit Thilo Jung und ihr ansehen. Man lernt ganz neue Worte wie Waffenaufstieg, Wohmheim und auch so interessante Dinge wie die UN-Charta. Wir dachten immer, die Vollversammlung bzw. der Sicherheitsrat wären die höchsten Gremien. So kann man sich irren. Man müsste es dann aber fast eine Stunde durchhalten. Vermutlich hat sie die Aussage getätigt, um irgendeinen Spin zu ihrer Rolle als Außenministerin zu bekommen.

Einen Rüffel aus dem Wirtschaftsministerium für Baerbock, sich doch bitte um die eigenen Angelegenheiten zu kümmern, ist nicht zu erwarten. Dort sitzt ja Parteifreund Habeck, und der lässt sich die Butter bestimmt gern vom Brot nehmen. Er kommt ja nach Baerbocks Aussagen auch mehr von den Kühen, Hühnern und Schweinen. Wie soll er da etwas zu Betriebsgenehmigungen sagen? Mittlerweile dringt auch Österreich laut Spiegel auf eine Inbetriebnahme der Pipeline. Die NZZ hat einen sehr guten Überblick über den Stand in Sachen Nordstream 2 verfasst.

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Framing heißt ein neues Modewort. Früher hätte man gesagt, irgendetwas oder jemanden in eine Schublade packen. Der Journalist Felix Huesmann von Redaktionsnetzwerk Deutschland (Fachgebiet Multimedia!) hat ein anschauliches Beispiel für einen Framing-Artikel verfasst. Solche Artikel zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass die in so einem Artikel beschriebenen Personen nicht nach ihrer Ansicht gefragt werden. Es gibt also keine Möglichkeit, die eigene Sicht der Dinge zu schildern. Der Autor macht sich kein persönliches Bild durch ein persönliches Gespräch. Er beobachtet und zieht seine Schlüsse. Eigentlich ist das auch kein Journalismus, denn er müsste immer beide Seiten zeigen. Hier geht es eher darum auf eine Seite zu zeigen.

Huesmann berichtet über die EIKE-Veranstaltung in Gera, auf der er offenbar anwesend war. Und weil es so unglaublich schwer ist, zu differenzieren, dafür müsste er sich ja mit dem Thema und den Personen beschäftigen, wird in dem Artikel die Nazikeule olympiareif geschwungen. Auch Fritz Vahrenholt wird in eine Schublade gepackt und weil es ja vielleicht widersprüchlich sein könnte, wird seine Vita schlank verkürzt. Der Bereich Windenergie wird besser nicht erwähnt, es könnte ja irritieren. So degradiert Huesmann Vahrenholt mal eben zum Stichwortgeber gegen Klimaschutz. So einfach geht das heutzutage. Wer auch nur einen Funken Kritik an den Plänen der Regierung in Sachen Energiewende äußert, wird flugs ins rechte Lager gesteckt, selbst als SPD Mitglied. Und weil es gerade publik ist, wird kurzerhand noch das Thema Corona aus dem Hut gezaubert und munter reingemischt. Ob Huesmann als Vorbereitung die letzten Buchveröffentlichungen von Vahrenholt gelesen hat? Vermutlich nicht, das wäre ja auch sehr anstrengend und könnte sein vorgefertigtes Weltbild ins Wanken bringen.

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Die schweren Tornados im mittleren Westen der USA gingen durch die Medien. Kein Wunder, kamen doch etliche Menschen zu Tode durch die Wirbelstürme. Nach solchen Ereignissen werden immer gewisse Mechanismen in Gang gesetzt. Einer davon ist, dem Klimawandel die direkte Schuld an den Tornado zu geben. Es folgen dann in der Regel sofort Attributionen, wie viel häufiger solche Ereignisse durch den Klimawandel stattgefunden haben und noch werden. Solche Attributionen haben einen gewissen Charme. Wegen der langen Zeit und unserem schlechten Gedächtnis lassen sich die Aussagen kaum überprüfen. Genauso passierte es im Sommer 2021 als es im Westen der USA sehr warm war, es Brände gab und gleichzeitig die Flutkatastrophe im Westen von Deutschland. Ganz Findige wie Oliver Krischer von den Grünen gaben Armin Laschet direkt die Schuld. Die Attribution lautete Laschet = Hitzewellen und Starkregen.

Garniert werden die Aussagen dann mit der nötigen Dramatik. Einer, der sich nach den Ereignissen in den USA meldete, war Michael Mann. Der meinte, die Todesopfer durch das Corona Virus wären ein Klacks gegen die Toten als Folge des Klimawandels. Zur Einordnung, man rechnet mit bisher 18 Millionen Menschen, die mit oder an dem Virus gestorben sind. Zahlen über die Toten durch umweltbedingte Katastrophen listet die Seite cred.be auf. Auf ihr findet sich keinerlei Beleg für die These von Mann.

Attribution kann sogar eine Obsession sein, das meint jedenfalls Roger Pielke Jun. seinem Artikel. Er legt dar, wie der Stand der Wissenschaft ist und nutzt dafür die Berichte des IPCC. Die Daten und auch die Trends, die dort aus den Daten ermittelt werden, sprechen eine andere Sprache. Das wissen natürlich auch einflussreiche Klimawarner in Deutschland, und deshalb geben sie ihre Statements erstaunlich zurückhaltend ab. Wenn sie den IPCC hier kritisieren würden, dann wäre das ja kein gutes Bild für alle anderen Schlüsse aus deren Reports.

Pielke weist auf etwas hin, was man im Sommer auch schon in Deutschland beobachten konnte. Die Attribution macht es sehr einfach, alle anderen Dinge in den Hintergrund treten zu lassen. Dazu gehören Frühwarnsystem, Meldeketten und Evakuierungsmaßnahmen. Die sind erst einmal unwichtig, dabei können solche Systeme und Maßnahmen Menschenleben retten. Im Fall der USA hat es offenbar auch ein Lager des Versandriesen Amazon betroffen. Amazon hat seine Mitarbeiter nicht aus dem Gebäude gelassen, wie eine traurige letzte Nachricht eines später Verstorbenen zeigt. Für Amazon ist der Klimawandel als Ursache daher eine feine Sache, keiner fragt nach der Verantwortlichkeit des Unternehmens seine Mitarbeiter angemessen und rechtzeitig zu schützen.

Nun könnte man sagen, dass hier nur die üblichen kritischen Geister wie Pielke ihre Meinung äußern. Da ist bei Zeke Hausfather von Carbonbrief aber keinesfalls so. Er hat im Mai 2019 den Artikel: “Tornados und der Klimawandel, was sagt die Wissenschaft?” veröffentlicht. Eine Grafik illustriert sehr gut, was die Wissenschaft weiß und was eben nicht. Wirbelstürme stehen sehr weit unten in dem Chart.

(Abbildung: Screenshot Carbonbrief.org)

Und Hausfather hat noch eine interessante Grafik in seinem Artikel. Sie zeigt zwischen 1950 und 2018 keinen signifikanten Trend in der Entwicklung der Tornados in den USA.

(Abbildung: Screenshot Carbonbrief.org)

Wir wissen also, dass wir es (noch) nicht wissen. Was hätten wohl die ganzen Spezialisten gesagt, wenn das Jahr so ausgeklungen wäre, wie es bisher war in Sachen Tornado, nämlich unterdurchschnittlich? Wäre das dann ein Grund für die Attribution Klimawandel = weniger Tornados gewesen? Ein gutes Beispiel wie sich Journalisten mit einem Thema beschäftigen können ist ein Artikel von Philip Bump von der Washington Post. Der ist mal wohltuend anders als die ”I told you so” Artikel.

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Ein schwedischer E-Autobauer ist laut Golem bereits vor der Auslieferung des ersten Fahrzeugs insolvent.

Eigentlich sollte der Prototyp bis zum zweiten Quartal 2020 fertig sein und danach die Kapitalbeschaffung starten. Der technische Partner saß ausgerechnet in Wuhan und konnte keine Karosserieteile von seinen Zulieferern erhalten. Alternative Hersteller waren zu teuer. So konnte das Unternehmen auch kein neues Kapital beschaffen.

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Wenn man diese Meldung vom PIK liest, kann man spontan auf die Idee kommen, dass das Institut offenbar zu viel Geld hat. Anders lässt sich so eine Studie kaum erklären.

Moderne Brennstoffe beschleunigen den demografischen Wandel.

Vielleicht hätten sich die PIK-Forscher vorher noch besser informieren sollen. Jede Form von Wohlstand wirkt sich auf die Geburtenrate aus. Kinder werden nicht nur zum Holzsammeln in die Welt gesetzt, sondern in Entwicklungsländern als Altersvorsorge. Eigener Wohlstand macht Kinder, wenn man so will, überflüssig.

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Leserpost von Hartmut Hufenbach:

Zufällig bin ich während einer Recherche auf einen Beitrag auf holzkurier.com folgendes gestoßen. Mit deutschem Maschinenbau-Know-how wird gerade für eine brasilianische Holzfäller-Firma eine zweite Anlage zur Gewinnung von Holzpellets aufgebaut, um die aktuelle Fertigungs-Kapazität von 70000 t/a auf 190000 t/a zu erweitern. Das pikante daran ist für mich, dass sich diese Menge ausschließlich auf die Resteverwertung bezieht. Man kann nur erahnen, wieviel Festmeter an Tropenholz dafür geschlagen werden. Die Pellets sind natürlich zertifiziert. Bevorzugter Zielmarkt soll Europa sein. Das ist meiner Meinung nach weder nachhaltig und schon gar nicht klimaneutral.

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Leserpost von Michael von Grotthuss:

Betreff: Beitrag von Dipl.-Phys. Ulrich Waas

Dank sei Herrn Waas für diesen Beitrag, der auch von Laien gelesen und (!) verstanden werden kann. Was ich darin vermisse, ist der Hinweis auf neue KKW-Technologie (dual-fluid) , die eine Reduktion des atomaren Abfalls (20 t / KKW) bewirken kann. Die möglichen sicheren Endlager in Finnland / Schweden sind in Deutschland kaum zu realisieren, weshalb gerade bei uns eine intensivere Nutzung von „abgebranntem“ Kernbrennstoff an erster Stelle stehen sollte. Reduzieren wir also vorerst die Zahl der Castoren, indem der darin enthaltene radioaktive Abfall einer weitergehenden Nutzung zugeführt wird.

Natürlich kann man den KKW-Gegnern fast välliges Fehlen von Fachwissen vorwerfen, aber Herr Waas hatte bereits deutlich angemerkt, dass Ideologie immer stärker sein wird als naturwissenschaftliche Erkenntnis. Im Wunsch, die in Sonne und Wind steckende Energie für menschliche Bedürfnisse nutzbar zu machen, schweben sie leicht über die damit zusammenhängenden technischen Probleme hinweg. Ich erinnere noch saharabasierte Projekte – Wasserstoffherstellung durch Elektrolyse mit Hilfe von Solarmodulen – oder Leitung des Sroms auf die Iberische Halbinsel – aus diesen Träumen wurde nichts, weil kein Investor die Risiken ausblenden kann. Letztendlich wird man nicht ohne Kernkraft auskommen können, zumal das „Fell des Bären“ ( der nutzbare elektrische Strom) durch zunehmende Nutzung der E-Mobilität, Wärmepumpen etc. immer kürzer wird. Ich hoffe, mit dual-fluid nicht auch zu den Träumern zu zählen.