Wilhelm Busch zur Kraft des Windes

Unkritische Umarmung

Wir wollen hier nicht permanent Hans-Joachim Friedrichs zitieren. Aber wir müssen es wohl. Der langjährige Tagesthemen Moderator hatte seine eigene Ansicht über Journalismus und Neutralität. Er vertrat die Meinung, dass sich ein Journalist mit keiner Sache gemein machen sollte, auch nicht mit einer vermeintlich guten. Beim Interview auf NDR Info, dass Verena Gonsch mit der Klimaaktivistin Franziska Heinrich führte, hätte Friedrich sich vermutlich mit Grauen abgewendet. Gonsch und Heinrich führen hier ein Gespräch wie unter besten Freundinnen. Die Aktivistin (21) wird selbstverständlich von der Interviewerin (55) geduzt.

Die NDR-Frau geht hier völlig in der Rolle einer Stichwortgeberin auf. Es folgt keine einzige kritische Nachfrage zu den Thesen der Aktivistin. Selbst als diese von Aktionen auch jenseits der Legalität schwärmte, griff Gonsch nicht ein und stellte wenigstens eine einzige kritische Frage. Verletzte Polizisten, Sachbeschädigungen, Hausfriedensbruch – das ist offenbar alles keiner Nachfrage wert. Das 40-Minuten-Zeugnis dieses Journalismus-Versagens gibt es hier nachzuhören.

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Platz wäre vorhanden. Der Deutsche Gemeinde und Städtetag fordert mehr Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden. Golem berichtete.

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Michael Shellenberger wundert sich bei Forbes über das Eintreten von Unternehmen der fossilen Brennstoff-Wirtschaft für Erneuerbare Energien. Er geht davon aus, dass sie das nicht aus Klimaschutzgründen machen.

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Umweltverbände haben Bedenken gegen neue Tesla-Pläne. Golem berichtet über die Einwände von verschiedenen Verbänden, es geht u. a. um den Wasserverbrauch der Giga-Fabrik in Grünheide.

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Brennende Elektroautos sind kein Privileg von Tesla. Auch GM hat Modelle im Angebot, die Feuer fangen können. 150.000 Fahrzeuge müssen zurück in die Werkstatt. Kosten ca. 1 Mrd. Dollar. Auch hier berichtete Golem.

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Das Handelsblatt berichtet über Stromausfälle im deutschen Stromnetz. Diese sind aktuell so selten wie nie zuvor. Herbert Saurugg hat da auf seinem Blog seine Zweifel.

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Hitzewellen in den 1930er Jahren in den USA sind wissenschaftlich gut belegt. Etliche Temperaturrekorde aus verschiedenen Bundesstaaten stammen aus dieser Zeit. Die Klimaschau 52 berichtete. Die Hitzewellen aus den 1930er Jahren gefallen nicht jedem. Für den US-Klimaforscher Andrew Dressler sahen diese Hitzewellen irgendwie nicht richtig aus. Er erfand einfach neue Parameter, die denen der bisherigen Forschung und den offiziellen Werten nicht mehr entsprechen und radierte die Hitzewellen somit einfach aus, damit am Ende eine neue Art Hockeystick für das 20. bzw. 21. Jahrhundert daraus wird. Alles wurde einfach abgeflacht bis in die neuere Zeit, dann stieg seine Kurve stark an. Wissenschaft kann so einfach sein. Was nicht passt, wird passend gemacht. Die Geschichte ist bei Twitter bei Björn Lomborg nachzulesen.

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Das Karlsruher Institut für Technologie forscht in allen drei Leitprojekten des Bundes zum Thema Wasserstoff. Es geht dabei um die Erzeugung auf See, den Transport und die Serienfertigung von Elektrolyseuren. Zur Meldung.

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Klimawandel mitverantwortlich für Juli-Flut im Westen von Deutschland. So titelt die Tagesschau. Die Zahlen lassen sich aber auch anders interpretieren, wie Axel Bojanowski in der Welt darlegt. Er widerspricht der These von mehr Niederschlag nicht, sagt aber, dass es auch viele Unbekannte gibt. Der Artikel steht hinter einer Bezahlschranke.

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Ja, auch Griller sind gemeint!
„Kein schöner Land“, dieses deutsche Volkslied haben sich die Grünen ausgewählt und neu betextet, es wird zu „Ein schöner Land“. Vielleicht war es den beiden Co-Vorsitzenden dann doch zu peinlich zu singen, sie sagten ihren Text am Ende nur auf. Immerhin ein Volksliedtext in dem Klima, Kurzstreckenflieger und WLAN vorkommen. Zur Meldung bei Twitter.

(Abbildung: Screenshot YouTube)

In der etwas längeren Version werden sogar grillende Menschen gezeigt. Was genau sie grillen, kann man nicht erkennen, es werden wohl Tofu-Würste und Maiskolben sein. Alles andere wäre ja unglaubwürdig. Immerhin ist es ein Gasgrill und kein Holzkohleteil, CO2 ja, aber kein Feinstaub. Für den Feinstaub und noch mehr CO2 sorgt das aufgestapelte Holz hinter dem Grill.

(Abbildung: Screenshot YouTube)

Das Ganze läuft unter dem Hashtag Spot, wie gut, dass es nur ein weiteres T braucht, um zu Spott zu werden. Weiterlesen bei der Welt.

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“Wir müssen nicht alle Engel werden”.

Sagt Robert Habeck bei der Tagesschau.

“Als Beispiel nannte Habeck den Kohleausstieg. Den wollen die Grünen vorziehen: Derzeit soll er bis 2038 abgeschlossen sein, die Grünen halten das schon 2030 für möglich. Der Sorge, dass der Verzicht auf Kohle für Bürgerinnen und Bürger höhere Strompreise mit sich bringe, stellt sich Habeck entgegen. Der Verbraucher werde beim Stromverbrauch „gar nichts merken“, sichert er zu.”

“Eine gute Klimapolitik wird aus seiner Sicht auf allgemeiner Ebene organisiert, ohne „individuellen Verzicht“ eines Einzelnen. Es gehe darum, bessere Politik zu machen und nicht um die „Umerziehung der Menschen””… “Kein höherer Strompreis durch Kohleausstieg

Das wäre in der Tat bemerkenswert, weil sich die Strompreise in den letzten Jahren ausschließlich nach oben bewegt haben. Oder meint Habeck, dass die Preise 2030 schon so ein Niveau erreicht haben, dass es dann auch fast egal ist wie hoch er noch steigt?“

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Wilhelm Busch zur Kraft des Windes:

Aus der Mühle schaut der Müller,
der so gerne mahlen will,
stiller wird der Wind und stiller,
und die Mühle stehet still.

So geht’s immer wie ich finde,
ruft der Müller voller Zorn,
hat man Korn so fehlt’s am Winde,
hat man Wind so fehlt’s am Korn.

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Leserpost von J. C. Freundlich: 

Darf ich betonen, dass die Wasserkatastrophe im westrheinischen Voreifelgebiet an der Besiedlungsgeschichte liegt: da gibt es kelto-germanische Ortsnamen (zB. Zülpich, Lövenich etc. [ähnlich „Zürich“= mit „-ICON“-Endsilbe]), die liegen in den sehr fruchtbaren Ebenen abseits der (eher selten)Hochwasser führenden „Eifel-Flüsschen“ wie Erft, Rur, Ahr, etc. Und an diesen liegen sehr pittoreske Städtchen mit deutschsprachigen Ortsnamen, vermutlich frühe Franken-Landnahme, mitten im Flusstal, wie zB. Bad Münstereifel und Ahrweiler. Mitten durch den Ort läuft der äusserst pittoresk gestaltete Wasserlauf des Eifelflüsschens. 

[1] Der RUR-Fluss.  Hier zum Glück keine Katastrophe, perfekte Höchstflutsicherung, Zukunft-Sicherung, wohlbedacht. Die HAUPTentwässerung des Eifelraums führt der Rur-Fluss(fließt bei Roermond in die Maas),da wurden seit 1902 perfekt alle nötigen Höchstflutsicherungen (nach katastrophalen Jahrhunderthöchstwässern) geschaffen, viele umfangreiche Auffangräume, grosse,nasse Fluträume und „trockene“ Wiesen(die sind im Sommer überall voller Campingplätze). Keine Katastrophe gab’s am 14/15.Juli 2021; alle (!) Campingplätze wurden total schnell geräumt. Zwar, vielfach „mal Wasser im Keller“ (nicht anders als fern, am Rhein-: überlastete Abwasserleitung). Sogar die lokale Eisenbahn RTB21 blieb völlig verschont, sie fährt selbstverständlich ganz nah entlang, an der Rur, völlig normal.  NIX Katastrophe am RUR-fluss. Resilienz. Damit nicht genug:

[2a] Genau ebenso war die nötige Höchstflutsicherung für die (kleineren, stillen) Flüsschen Erft und Ahr vorgesehen, man hat es leider aufgeschoben, zunächst bei geringer Besiedlung, leider auch später, im 20. Jh, infolge von bedrängenden Notzeiten und andauernden Mangelzeiten, bei 2 verlorenen Welt-kriegen (dazwischen, danach und währendderen) –für sehr lange Zeiten   –dann–  (damals, leider,)… … Höchstflutsicherung   —  NEIN-Danke<< –  damals schon-: 

[2b] Fluss-Renaturierung anstatt Höchstflutsicherung (Alles ganz anders machen als je zuvor); ca.1960 gab es endlich Geld für Ahr und Erft, die „stillen, kleinen“ Eifelflüsschen, wo grosse Flutungsräume noch nicht  ausgelegt waren. Da standen (zB. ‚Holzmülheim‘) die Wassermühlen der weit-gerühmten hochentwickelten ‚Klein‘-Industrie. InVerbindung zur „WEG-MIT“-Bewegung(1965ff) eifrigerNaturromantiker wurden die kleinen  Flüsschen höchst aufwendig „re-naturiert“, um den lieben Fischlein den „Weg-nach-oben“ zu erleichtern,  und all die umfangreichen  >>überflüssigen<<  Stauwehre samt Hochwasser-Überlauf und Wassermühlen mussten aufwendig zurückgebaut und der „Natur“ zurückgegeben werden,u. hierfür ging das Geld hin; damals begann das Jammern über häufige Überschwemmung beimSturzregen im Sommer.–  So einfach ging das („beispiellos“[unprecedented] — Höchstfluten längst vergessen), damals, leider. 

[3]damals: >>Bubenstück<<, uneingedenk des vorhandenen Expertenwissens (Nachbarfluss RUR) hat die „junge“ >>Neudenke<< die manifeste Katastrophe herbeige-„modernisiert“, liebe Leute, macht Euch auf, verständig Rat zu suchen bei den(stillen,besonnenen) Experten nebenan, JETZT, es wäre vorbildlich. Höchstflutsicherung. Wenigstens JETZT, tut es wenigstens JETZT.

Wer DAS damals in örtlichen Wasserwirtschaftskommissionen kenntnislos ertrotzt (oder genehmigt) hat, würde heute selbstverständlich schweigen;hoffentlich ein wenig ernüchtert.PEINLICH?Tut es wenigstens –  – tut es JETZT-: HöchstFLUTsicherung, wenigstens  JETZT.  —   damals ging es vielerorts anscheinend leider ähnlich dumm, damals, und -damals,leider- nachdrücklich; es fehlt nicht an dummen Vergleichsfällen.

Hier sogleich mit dem allgegenwärtigen Sündenmasochismus“Klimarettung“ zuzuschlagen– ist das nicht völlig unangemessen angesichts von Not und Tod?  (man wird doch fragen dürfen). Tief beschämt und traurig (auch unser Keller hatte 6 cm Regenwasser [4000L], ebenso wie ca. alle 8 Jahre).

Anmerkung zur Flussregulierung im Mittelgebirge– NIEMALS „monokausal“, immer 7-fach, BITTE !!: (1) zuerst FLUTSICHERUNG, (2) Wasserhaltung: Landwirtschaft, Schiffahrt(auch Sport), (3) Reinhaltung /Wasserwirtschaft ,  (4) Fischerei (auch Sport), (5) Freizeit, Baden, Wassersport, (6) Abwasserwirtschaft, (7) Energie: Wassermühlen,Turbinen.Weiss das keiner? (ELEMENTARWISSEN…warum sagt es keiner?)

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Alex Reichmuth am 23.8.2021 im Nebelspalter:

Die wundersame Erholung des Great Barrier Reef

Umweltschützer und viele Wissenschaftler prophezeien dem grössten Korallenriffs der Welt das baldige Ende – wegen der Erderwärmung. Doch Totgesagte leben länger: Innert Jahresfrist ist die Korallenbedeckung des Great Barrier Reef vor der Küste Australiens um rund ein Fünftel gestiegen.

Das Great Barrier Reef, das sich über 344’000 Quadratkilometer Fläche erstreckt, hat in letzter Zeit wieder einmal für Schlagzeilen gesorgt. Im Juli war das Welterbe-Komitee der Uno-Organisation Unesco drauf und dran, das als Weltnaturerbe klassifizierte Korallenriff bei Australien als «gefährdet» einzustufen. Wegen der höheren Wassertemperaturen und der steigenden Versauerung der Ozeane soll das Riff in seiner Existenz bedroht sein.

Die Rückstufung wäre eine Peinlichkeit für Australien gewesen. Zudem wäre die touristische Ausstrahlung des Great Barrier Reef in Frage gestellt worden. Das Riff besitzt einen Vermögenswert von geschätzten 20 Milliarden Franken.

Vorläufig keine Rückstufung

Doch geschicktes Lobbying – und auch Druck – der australischen Regierung konnte die Deklassierung des Riffs in letzter Minute verhindern. Am 23. Juli beschloss das Welterbe-Komitee, darauf zu verzichten – zumindest vorläufig. Das Komitee entschied, erst 2023 wieder über das Great Barrier Reef zu beraten. Bis im Dezember 2022 soll Australien nun Zeit haben, einen weiteren Bericht vorzulegen, wie das Riff gerettet werden kann.

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