Welchen Wert haben Umfragen, wenn man nur Aktivisten fragt?

Aktivistenumfrage auf Zeit Online am 11. Dezember 2018:

Wenn Klimaforscher die Welt regieren würden
Autos abschaffen, Wald aufforsten, vegetarisches Essen – was muss der Mensch sofort tun, um die Erderwärmung zu stoppen? Neun führende Forscher antworten auf ZEIT ONLINE.

Zu den „führenden Forschern“ gehören leider vor allem Aktivisten, wie Michael Mann sowie Mitglieder von privaten Dekarbonisationsinitiativen. Gemäßigte Meinungen waren offenbar bewusst nicht dabei. Viele dieser Organisationen sind interessanterweise in Berlin angesiedelt, z.B. das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change sowie das New Climate Institute. Über letzteres lesen wir auf dessen Webseite:

NewClimate Institute is a limited liability non-profit company (gGmbH). It was founded in November 2014, and is managed by six partners, who are its only shareholders. NewClimate Institute has offices in Cologne, Germany and Berlin, Germany.

Man bekommt fast den Eindruck, dass hier massenweise aus dem PIK- und Stiftungsumfeld massenweise gezielt „Institute“ gegründet werden, um die Dekarbonisierung mit Auftragspapers und -Gutachten zu unterstützen. Im Zeit-Interview auch Friederike Otto (die mit dem Augenbrauen-Piercing), sowie der PIK-Mann Hermann Lotze-Campen („Wir sollten den Fleischkonsum auf 600 Gramm pro Woche reduzieren“).

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Kennen Sie schon das Blog ScienceFiles? Dort erschien am 12.1.2019 der folgende Beitrag:

„Fanatischer Dogmatismus“: Deutsche Wissenschaft wohl weitgehend im Katastrophenmodus

Bei uns um die Ecke, in Bangor, an der dortigen Universität lehrt Raimund Karl Archäologie. Seit 2003 tut er das. Er ist, so kann man daraus schließen, wie wir real Welsh. Genau wie wir, kann er es jedoch nicht lassen, die Missstände, die er in Deutschland und vor allem in der deutschen Wissenschaft sieht, anzuprangern, und zwar mit deutlichen Worten: “Wider die zahmen Worte” heißt ein bemerkenswerter Beitrag, der in diesem Sinne von Raimund Karl verfasst und auf seinem Blog und Online Journal „Archäologische Denkmalpflege“ veröffentlicht wurde.

Karl beobachtet fanatischen Dogmatismus in der deutschen Wissenschaft. Das Besondere: seine Fanatiker finden sich in der Archäologie, nicht in den Sozialwissenschaften. Das ist aber auch der einzige Unterschied. Diesem einen Unterschied stehen viele Gemeinsamkeiten gegenüber, die die Fanatiker der Archäologie mit denen in den Sozialwissenschaften verbinden und die Zerstörung von Wissenschaft zu beider Projekt machen.

Wissenschaft, soviel zur Erinnerung, ist ein dem Erkenntnisfortschritt gewidmetes Projekt. Erkenntnis ist ein flüchtiges und vor allem temporäres Phänomen, einfach deshalb, weil man heute nicht wissen kann, was morgen entdeckt wird. Deshalb sind alle, die behaupten, sie wüssten genau, wie es sich in ihrer Wissenschaft verhält, Scharlatane, besser: religiöse Fundamentalisten, die vorgeben, was sie nicht wissen können:

Weiterlesen auf ScienceFiles – kritische Sozialwissenschaften.

Zwei Tage später brachte das Blog diesen Beitrag:

Neues Hochschul-Fach: Politische Agitation zum Kohleausstieg

Kennen Sie Eberswalde in Brandenburg? Wussten Sie, dass Eberswalde eine Hochschule hat, eine Hochschule für nachhaltige Entwicklung? Einmal ehrlich – Sie wussten das nicht und wenn doch, dann weil sie in unmittelbarer Nähe wohnen oder dort studiert haben. Wir jedenfalls, die wir uns täglich mit wissenschaftlichen Themen, Pressemeldungen und vielem anderen mehr aus dem Feld der Wissenschaft befassen, wir wussten bis heute nichts von der HNEE, der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Wenn man als Hochschule etwas unter dem Radar fliegt und nicht die Hochschule ist, die Studierwilligen als erstes einfällt, wenn sie an einen Studienort denken, dann muss man sich etwas einfallen lassen. Früher haben Hochschulen versucht, durch Forschungsergebnisse in die Schlagzeilen zu kommen. Dann haben sie damit geworben, dass sie familienfreundlich und entsprechend zertifiziert sind.

Und nun präsentieren sich Hochschulen, die in die Schlagzeilen wollen, als Lehranstalt für politische Agitation. Und so ist der Präsident der Hochschule in Brandenburg, die so viele nicht kennen, zufrieden mit seinen Studenten, die in einem offenen Brief gerade den schnellstmöglichen Kohleausstieg gefordert haben:

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