Tichys Ausblick Talk: „Flutkatastrophe und Klimawandel – Große Sprüche, keine Taten“

Sebastian Lüning war zusammen mit Norbert Bolz und dem Flutopfer Britta Mecking bei der Sendung „Tichys Ausblick“ eingeladen, moderiert von Roland Tichy. Hier gehts zur Beschreibung bei TE:

Die Welt dreht sich weiter und die Flutkatastrophe ist zum größten Teil wieder aus den Medien verschwunden. Zurück bleibt nur die ewige Leier vom menschengemachten Klimawandel. Doch die Menschen, die um ihre Liebsten trauern, die von den Geschehnissen traumatisierten sind, die alles verloren haben, sind weiterhin da, wenn die Aufmerksamkeit der Medien lange abgeklungen ist.

In unserer heutigen Sendung „Flutkatastrophe und Klimawandel – Große Sprüche, keine Taten“ sprechen wir darüber, wie die schrecklichen Bilder der Flut zwar liebend gerne für die Klimaagenda instrumentalisiert wurden, aber keine reellen Taten gefolgt sind – die Opfer wurden alleine gelassen, Helfer sogar noch vertrieben.

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Sebastian Lüning in der Weltwoche am 18.8.2021:

Wer hat die mittelalterliche Wärmeperiode ausradiert?

Im jüngsten Uno-Bericht wurde die Klimageschichte verzerrt. Die Spuren führen nach Bern.

Im Mittelalter war es in der Schweiz und in anderen Teilen Mitteleuropas ähnlich warm wie heute. Die sogenannte „Mittelalterliche Wärmeperiode“ ist in der Region wissenschaftlich gut dokumentiert: Zwischen 800 und 1300 nach Christus schrumpften viele Alpengletscher dramatisch und waren zum Teil sogar kürzer als heute. Die Baumgrenze verschob sich nach oben. Der Permafrost taute in hochalpinen Regionen, die sich aktuell noch immer fest im Griff des Eises befinden. Die warmen Temperaturen sind auch durch Baumringe, Pollen, Zuckmücken-Fossilien und weitere geologische Rekonstruktionsmethoden unzweideutig belegt.

Lange hatte man angenommen, dass es sich bei der mittelalterlichen Wärme um ein regionales, nordatlantisches Phänomen handeln könnte. Dies hat sich jedoch nicht bestätigt, denn die Warmphase gab es auch in vielen anderen Regionen der Erde, zum Beispiel auf der Antarktischen Halbinsel, in den Anden, in Nordamerika, in der Arktis, im Mittelmeerraum, Ostafrika, China und Neuseeland. Zusammen mit Fachkollegen habe ich in den letzten Jahren viele hunderte von Fallstudien aus der ganzen Welt ausgewertet und die Synthesen kontinentweise in begutachteten Fachjournalen publiziert. Drei der Veröffentlichungen wurden jetzt sogar vom Weltklimarat (IPCC) in seinem kürzlich erschienenen 6. Klimazustandsbericht zitiert. Auf die mittelalterliche Wärme folgte global ein jäher Temperaturabsturz. Während der Kleinen Eiszeit 1450-1850 kühlte sich das Klima ab, und zwar auf das kälteste Temperatur-Niveau der gesamten letzten 10.000 Jahre.

Im neuen IPCC-Klimabericht sucht man nach diesen Informationen leider vergeblich. Dort pflegt man eine „eigene“ Sichtweise der Klimageschichte der letzten 1000 Jahre. In der Zusammenfassung für Politiker prangt gleich zu Beginn unübersehbar eine kontroverse Temperaturkurve, die suggeriert, es hätte nur minimale vorindustrielle Klimaveränderungen in den letzten zwei Jahrtausenden gegeben. Mit Beginn der Industrialisierung um 1850 schießt die Kurve dann raketenhaft um mehr als 1 Grad nach oben. Die Darstellungsweise ist auch als „Hockey Stick“ bekannt, wobei die klimatisch angeblich ereignislose vorindustrielle Zeit als geradliniger Schaft und die rapide moderne Erwärmung als Kelle des Hockeyschlägers fungieren. Es handelt sich daher um ein unnötiges Déjà-vu. Denn bereits im 3. Klimazustandsbericht von 2001 sollte ein ähnlicher Hockeyschläger den Politikern vorgaukeln, dass die heutige Erwärmung noch nie dagewesen und daher vollständig menschenverschuldet sei. In den folgenden zwei Jahrzehnten machte die Paläoklimatologie jedoch große Fortschritte und sammelte fleißig Daten. Hieraus wurden realistischere Temperaturentwicklungen mit ausgeprägter Mittelalterliche Wärmeperiode und Kleiner Eiszeit erstellt. Umso bitterer ist nun der Rückfall in alte Hockey-Stick-Zeiten. Wie konnte dies passieren? Was waren mögliche Beweggründe für die erneute klimahistorische Verzerrung?

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Leserpost:

KLIMASCHUTZBEMÜHUNGEN: STAATLICHE SUBVENTIONEN FAST DOPPELT SO HOCH WIE 2019
Zur Erklärung einer sinnlosen Maßnahme wurde in der Vergangenheit oft folgender Kalauer zitiert: Der Bauer gibt für die Anschaffung einer Melkmaschine seine letzte Kuh in Zahlung. Heute lautet die Devise: Bürger*innen greifen zur Rettung des Klimas z. B. zur Anschaffung einer PV-Anlage oder e-Autos erst einmal die bereitstehenden Subventionen ab. Ob dadurch der erhoffte Klimaeffekt erreicht wird, kann von keiner Stelle garantiert werden. Es ist derweil nicht überliefert, ob oder wieviel Bauern dem wie vor beschriebenem Merkmaschinendeal gefolgt sind. Das Abgreifen der Subventionen  aber erfreut sich heutzutage wohl erkennbar großer Beliebtheit. Siehe Bericht hier.

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Saudi-Arabien, Du hast es besser. Viel Sonne, viel freie Flächen, lange Küsten. Also das genaue Gegenteil von Deutschland. Es ist daher kein Wunder, dass die Saudis sich etwas vom Wasserstoffkuchen abschneiden wollen. Die Tagesschau stellt die Pläne von Saudi-Arabien vor. Auch der Oman hat ambitionierte Pläne und dürfte ein wichtiger Player zu werden.
Deutschland bleibt nur die Rolle des Lieferanten von Maschinen und Ausrüstung und später der Import von Wasserstoff.

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Am deutschen Klimawesen soll die Welt genesen. Oder eher doch nicht? In Schweden schaut man eher entgeistert auf den deutschen Weg. Vor allem das Abschalten der Kernkraftwerke, welches zwangsläufig zu mehr Emissionen im Bereich Stromerzeugung führen wird, irritiert die Schweden. Der deutsche Weg schreckt die Schweden eher ab, auch wenn die Voraussetzungen in den beiden Ländern (Wasserkraft und Kernenergie) nicht vergleichbar sind. Expressen berichtete.

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Verwirrende Wahlkampfplakate in Berlin zur Bundestagswahl. Die Klimaliste Berlin schreibt so klein auf den Plakaten, dass man schon sehr sehr dicht an das Plakat herangehen muss, um es zu entziffern. Immerhin, das muss man eingestehen, wird perfekt gegendert, auch wenn das nach den Regeln der Rechtschreibung falsch ist.

Bei den Humanisten ist die Botschaft rätselhaft. “Unser Herz für brennt für Fakten.” Daneben ein Bild zwei Kühltürme, und damit man die nicht mit denen von Kühltürmen von anderen Kraftwerken verwechselt, ist eine Art Nuklearzeichen angebracht. Dahinter sind zwei Windräder zu sehen. Bedeutet es nun, Kernenergie statt Windkraft oder umgekehrt?
Oder Kernenergie und Windkraft, also Laufzeitverlängerung für die Kernkraftwerke, weil die Humanisten, die ja nach eigenen Worten für Fakten brennen, wissen, dass es Flauten gibt? Man weiß es nicht.

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China hat keine andere Chance als auf Kohle zu setzen. Das jedenfalls mein Artikel bei CNBC.

““Because renewable energy (sources such as) wind and solar power are intermittent and unstable, we must rely on a stable power source,” said Su Wei, Deputy Secretary-General of the National Development and Reform Commission. “We have no other choice. For a period of time, we may need to use coal power as a point of flexible adjustment.””

Weiterlesen hier.

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Deutschland in der Strompreisfalle. Das ist der Titel eines Gastkommentars beim Handelsblatt. Autor ist Christian Kullmann, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie und Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG. Zum Artikel geht es hier lang.

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Forscher vermelden einen Erfolg bei der Kernfusionsexperiment. Der Artikel steht bei Heise.de

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Wer hätte das gedacht? In seinem Klimaurteil hat das Bundesverfassungsgericht den emeritierten Professor für Öffentliches Recht Dietrich Murswiek noch mehrmals zitiert. Der aber kritisierte das Urteil des Gerichts jetzt hart in der Welt: „Ökonomisch und ökologisch unsinnig, verfassungsrechtlich falsch“. Der Meinungsartikel steht hinter eine Bezahlschranke.

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Zum ersten, zum zweiten, zum dritten, wer hat noch zu bieten? Die Tagesschau. Denn jetzt wird nachgelegt und auch das 2 Grad Ziel für unerreichbar erklärt.

“Die globale Erwärmung noch vor Überschreiten der 1,5-Grad-Schwelle zu stoppen – dieses hehre Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens muss man wohl inzwischen verlorengeben. Doch selbst für eine Beschränkung auf zwei Grad bleibt offenbar nur noch verschwindend wenig Zeit. Dafür müsste der globale Ausstoß von Kohlendioxid vor 2025 seinen Höhepunkt erreichen, also spätestens in drei Jahren. So steht es in einem Text aus der Feder des Weltklimarates, der im März nächsten Jahres erscheinen soll. Konkret handelt es sich um den Entwurf einer Kurzfassung von Teil III des neuen Weltklimareports. Er befasst sich mit Maßnahmen zur Minderung des Klimawandels.”

Interessanterweise spricht die Tagesschau von den Berichten als die Klimabibel. In der Bibel geht es aber um Glauben und nicht um Wissen. Anderseits gibt es sehr viele Parallelen zur Kirche und zum Glauben, inkl. Schuld und Sühne sowie Erlöserin.

“Klima Bibel in drei Teilen
Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (engl.: Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) veröffentlicht seine Sachstandsberichte in drei Teilen. Der Report von Arbeitsgruppe I befasst sich mit den physikalischen Grundlagen der globalen Erwärmung und gibt den Stand der eigentlichen Klimaforschung wieder. Teil II erörtert die Auswirkungen des Klimawandels und Teil III Maßnahmen zu seiner Minderung.
Der inzwischen sechste Weltklimareport hat sich durch die Corona-Krise um Monate verzögert. Arbeitsgruppe I hat ihren fast 4000-seitigen Bericht nun Anfang August vorgelegt. Die Teile II und III sollen im Februar und März des nächsten Jahres erscheinen. Von ihnen und deren Kurzfassungen, den „Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger“, existieren bisher nur vertrauliche Entwürfe.”

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„Das Verbrennerverbot 2035 ist unnötig und unklug“ so titelt die Welt und befasst sich mit der Autoindustrie in Deutschland. Zum Artikel bitte hier entlang.

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Bei Brandeins erschien eine sechsteilige Serie über den Green Deal. Wer hier bahnbrechend neues erwartet wird vermutlich enttäuscht. Es wirkt fast so, als wenn der Auftraggeber KfW das ganze gern an der Oberfläche lassen wollte. Die spannenden Fragen wie Deutschland in Zukunft seinen Strom erzeugen soll, wenn die Grünen Stromquellen mal wieder nicht zur Verfügung stehen, fehlen komplett. Dabei wäre das ein elementarer Punkt. Die pdfs kann man sich hier herunterladen.

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Der weltbeste Motorenbauer dämpft die Elektroauto-Euphorie. Bei Infosperber kommt der Schweizer Ingenieur Mario Illien zu Wort. Der Entwickler von Formel 1 Motoren kritisiert die E-Autos sehr stark.

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Der WWF beklagt sich:

“Klimakiller Waldbrand – unser Klima wird brandstiftenden Wirtschaftsinteressen geopfert”

Über gerodete Wälder für Windkraftanlagen liest man in dem Artikel allerdings nichts.

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Die USA ernennen einen eigenen Aufpasser für die Nordstream 2 Pipeline. Er soll darauf achten, dass Russland die neue Pipeline nicht für politischen Einfluss nutzt. Der Spiegel berichtete.

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Die EU fördert die Erforschung von schwimmenden Windkraftanlagen mit 4 Millionen Euro. Zur Meldung.