Sollte die Energiewende mehr Zwischenschritte enthalten?

Leserpost:

Klimagipfel in Glasgow ist reine Geldverschwendung…

…so titelt der Spiegel. In einem Videobericht werden Ziele, Sinn und Unsinn dargelegt. Allein 20.000 Delegierte aus 195 Ländern werden zu diesem Event anreisen. Hinzu gesellen sich Reporter, TV-Teams, Journalisten, Übersetzer, Fahrdienste, so wie eine große Zahl von Klimaaktivisten. Durch die An- und Abreisen wird eine unfassbare CO2-Produktion in Gang gesetzt, die locker vermieden werden kann.

Auf dem Meeting soll also beraten werden, mit welchen Verschärfungen von Maßnahmen das vor 6 Jahren in Paris gefasste 2 Grad-Ziel ./. X rechnerisch erreicht wird. Dabei wird der Glaube penetriert, dass nur das anthropogene CO2 alleinig ursächlich für die Erderwärmung verantwortlich zeichnet und das nur mit einer weltweiten CO2-Reduzierung die Erderwärmung auf das neuerdings ausgerufene 1,5 Grad Ziel gebracht werden kann. Darüber bestünde uneingeschränkt weltweit wissenschaftlicher Konsens.

Das entspricht nicht der Wahrheit. Hinsichtlich der wesentlich klimaverändernden Einflüsse ist die Wissenschaft zerstrittener denn je, so wie es im Buch „Unerwünschte Wahrheiten“ von Vahrenholt/Lüning dargelegt wird. Nicht einmal beim IPCC finden wir demnach konkrete Aussagen, ob oder in welchem Umfang natürliche und/oder anthropogene Einflüsse überhaupt zur Erwärmung beitragen. Das politisch gefasste Ziel wird so augenscheinlich als Blaupause für eine Geldbeschaffung durch Umverteilung benutzt.

Dabei läuft doch eigentlich alles vorbildlich. Die UN ging vor 6 Jahren noch von einem errechneten Temperaturanstieg bis 2100 von mind. 3 Grad aus und korrigiert im Vorfeld des diesjährigen Kongresses die Berechnungen aktuell auf 2,7 Grad. Da wurden in der Vergangenheit auch schon gerne mal 4 – 5 Grad Temperaturanstieg genannt. Na, ist denn ein 10 %iger Rückgang in 6 Jahren nicht als Erfolg zu werten? Die Bemühungen einer CO2-Reduzierung tragen schon beachtlich große Früchte. Aber das reicht den Klimaaktivisten bei weitem nicht. Anscheinend wollen sie nicht wahr haben, dass vor allem die Wirtschaft zur CO2-Reduzierung auf breiter Front bereits große Anstrengungen unternommen hat und weiter unternimmt, ohne Rücksicht auf Folgen in der Arbeitswelt, die in vielen Bereichen dabei zerstört wird.

Bemerkenswert ist aus Anlass des Klimagipfels auch, dass die sogenannten reichen Staaten eine große Summe Geld zur Verfügung stellen, damit die armen Länder Ausgleichszahlungen für erlittene Klimaschäden, bzw. für klimafreundliche Veränderungen erhalten. Da steht aktuell jährlich ein Betrag von 100 Mrd. US-$ zur Verteilung an. Bis 2025 soll auf 125 Mrd. US-$ aufgestockt werden. Deutschland hat 2020 wohl 9 Mrd. US-$ beigesteuert, wobei im Haushalt nur 4,6 Mrd. US-$ ausgewiesen waren. Bis 2025 will die Regierung die Summe im Haushalt auf 7 Mrd. US-$ einstellen. Alles zusätzlich zu den 12,43 Mrd. Euro im Haushalt vorgesehenen Entwicklungshilfen. Alles wird verteilt ohne zwingend einen Verwendungsnachweis zu verlangen.

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Leserpost

Weltuntergangsstimmung

Wird mit dem Klimawendelthema nicht gerade versucht, den Menschen so etwas wie Leidensdruck aufzuoktroyieren? Doch wer leidet ist nicht frei, um positive Veränderungen zu generieren. Solch Gefühlslage führt eher zu depressiven inneren Lähmungen und zur Handlungsunfähigkeit. Warum lässt der Großteil der Bevölkerung das alles über sich ergehen? Zumal doch die Verbreitung von Optimismus und das Schaffen von Vertrauen eine viel bessere Methode wäre. Es scheint vielleicht doch eine typische deutsche Tugend zu sein, dass man sich nur mit einem schlechten Gewissen gut fühlen darf. Irgendwer hat in Deutschland in der jüngeren Vergangenheit angeordnet, dass der Klimawandel von jetzt an unser einziges wirklich wichtiges Problem ist. Wenn wir diesem Dilemma nicht sofort alles andere unterordnen, wird die Welt untergehen. Dabei könnte es auch anders herum gelingen. Doch die Klimaangst hat in Deutschland Hochkonjunktur – das politisch-mediale Trommelfeuer in den Medien zeigt Wirkung. Der Beitrag in der NZZ klärt auf.

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Bloomberg 23.10.2021:

India Wants Compensation for Climate Damages Caused by Rich Nations

Environment ministry sets out main talking points ahead of COP26 summit

Weiterlesen bei Bloomberg

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Alex Reichmuth am 21.10.2021 im Nebelspalter:

Satellitendaten wecken Zweifel am menschengemachten Klimawandel

Die Klimamodellierung ist mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden. Doch zwei deutsche Forscher belegen, dass in der Klimaforschung Beobachtungen wichtiger sind als Berechnungen.

Weiterlesen im Nebelspalter

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Buchbesprechung auf EIKE von „Thomas Eisinger: Hinter der Zukunft“:

Thomas Eisinger weiß, was die Grünen wirklich wollen

von Edgar L. Gärtner

Der bislang als Internet-Unternehmer und Business-Coach tätige Augsburger Thomas Eisinger (58) ist während des Covid-Lockdowns unter die Schriftsteller gegangen. Seit kurzem liegt sein erstes Opus, ein Zukunfts-Roman von fast 550 Druckseiten vor. Das Werk trägt den Titel „Hinter der Zukunft“ und den Untertitel „Near Fiction“. Damit wollte der Autor wohl nicht nur andeuten, dass seine Geschichte schon in naher Zukunft spielt, sondern auch, dass es sich dabei nicht um eine Dystopie handelt. Denn vermutlich ist ihm bewusst, dass Dystopien nach dem Muster von George Orwells „1984“ in der Politik eher als Gebrauchsanweisung denn als Abschreckung gebraucht werden. Und so hat er eine Geschichte mit lustigen Passagen erfunden, die so leicht niemand nachmachen oder missbrauchen kann.

Thomas Eisinger malt zunächst schlicht aus, wie Deutschland aussähe, wenn das aktuelle Programm der Grünen und die Forderungen der hüpfenden „Pennäler*innen“ von Fridays for Future sowie der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 24. März 2021 buchstabengetreu umgesetzt würden. Das BVerfG hat in diesem Beschluss der Klage einiger prominenter Einzelpersonen wie des Schauspielers Hannes Jaenicke und der Fridays-for-Future Aktivistin Luisa Neubauer sowie von Alarmisten-Gruppierungen wie Germanwatch, Deutsche Umwelthilfe (DUH) Greenpeace und BUND stattgegeben und das deutsche Klimaschutzgesetz vom 12. Dezember 2019 für verfassungswidrig erklärt. Weshalb dieses ohnehin schon wahnwitzig strenge Gesetz über die Reduktion des Ausstoßes von Kohlenstoffdioxid (CO2) am 24. Juni 2021 noch einmal verschärft wurde. Nun soll Deutschland schon im Jahre 2045 statt zuvor in 2050 „CO2-neutral“ werden. Bis zum Jahre 2030 soll der CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 65 Prozent sinken. Das BVerfG gibt der Politik ein festes CO2-Budget von 6,7 Gigatonnen vor, das bis 2045 in kleinen Raten genutzt werden darf. Das legt es nahe, dieses Budget auf die Einzelpersonen herunterzubrechen.

Gerade damit beginnt Thomas Eisingers Plot: Jedem Bürger wird ein CO2-Lebensbudget zugeteilt, das in digitale Währungseinheiten („Coints“) aufgeteilt wird. Bargeld gibt es nicht mehr. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von monatlich 3.000 Coints reicht das Budget genau für 65 Jahre. Ein nicht abnehmbares intelligentes Armband, genannt „der gute Helfer“, das ständig mit der „Cloud“ verbunden ist, überwacht, ob die Coints für solidarische oder unsolidarische Aktivitäten verwendet werden und teilt automatisch Belohnungen oder Bestrafungen aus. Kinderlosigkeit wird mit 100.000 Extra-Coints belohnt, die Zeugung eines dritten Kindes wird mit dem Abzug von 500.000 Coints (umgerechnet etwa 14 Lebensjahren) bestraft. Harte Strafen gibt es auch für Fleischverzehr und andere unerwünschte Lebensäußerungen. Ein Amt für Scham und Schande zieht die Untertanen der Klima-Kanzlerin Milena Grosse-Strümpel dafür zur Rechenschaft. Das Ministerium für De-Industrialisierung treibt seit dem Lockdown von 2020 unter dem Slogan „Build back better“ die Verwandlung Deutschlands in ein Agrarland voran. Arbeitslosigkeit gibt es nicht mehr. Wer keine Kopfarbeit in der Bürokratie bzw. in einem Nachhaltigkeits-Institut oder Handarbeit in der Landwirtschaft verrichtet, muss aufs Tretrad, um acht Stunden täglich Öko-Strom zu erzeugen. Denn es gibt keine Kraftwerke mehr.

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Max Roland auf TE am 19.10.2021:

Verdiente Retourkutsche

Polen kritisiert jetzt mangelnde Unabhängigkeit des Bundesverfassungsgerichts

Es gehört zum guten Ton der europäischen Politik, mangelnde Unabhängigkeit des polnischen Verfassungsgerichts zu bemängeln. Jetzt dreht Polen den Spieß um – und das Bundesverfassungsgericht steht plötzlich mit seiner kaum getarnten Abhängigkeit von der Politik am Pranger.

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Alex Reichmuth am 4.10.2021 im Nebelspalter:

Simonetta Sommaruga: Klimaschutz zum Nulltarif?

Analyse – Die Umweltministerin will das Pariser Abkommen umsetzen, ohne dass es die Menschen in ihrem Portemonnaie spüren. Doch das ist unmöglich. Es ist an der Zeit, realistischer zu werden.

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Youtube am 21.10.2021:

Dirk Müller: Gaspreis-Explosion – Wer ist hier der Bösewicht?

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Leserpost von Rolf Lautenschlager:

Ich halte die hysterische Diskussion über den menschengemachten Klimawandel für eine vorgeschobene Begründung um mittel- bis langfristig von der fossilen Energie wegzukommen. Eine ehrliche Regierung sollte sich bemühen diese (allgemein akzeptierten) Notwendigkeiten angstfrei und faktenbasiert ihren Bürgern zu kommunizieren. Offensichtlich sind aber die Politiker der Welt unfähig, diese Notwendigkeit mit rationalen Argumenten ihren Wählern zu vermitteln. Daher greift man zu einer Hilfskonstruktion, einem Narrativ: Dem katastrophalen menschengemachten Klimawandel. Das Ganze wird durch willfährige Wissenschaften begründet (die sich dadurch fast alle staatliche Förderung für Personal und Rechnerausstattung erhoffen).

Es wird dann eine für die Menschen anschauliche Maßzahl eingeführt: Ein globaler Mittelwert der Erdtemperatur. Dabei ist deren praktische Bestimmung (heute über Satellit, früher durch extrem ungleichförmige Verteilung der Mess-Stationen und noch weniger Messpunkten in den Ozeanen) ein kaum lösbares Problem, was den Anschluss der Messreihen früher/heute kaum ohne willkürliche Anpassungen möglich macht. Diese Anpassungen und ihre Auswirkungen werden zudem kaum öffentlich diskutiert. Zum anderen ist der Einfluss der Speicherfähigkeit der Ozeane (2/3 der Erdoberfläche und einem gewaltigen Volumen) und der zyklischen geographischen Verlagerung der Kalt/Warmpositionen wesentlich sowohl auf das (kurzfristige) Wetter als auch auf das Klima größer einzuschätzen als die Schwankungen der täglichen Sonneneinstrahlung. Entscheidend ist doch der Energieumsatz im gesamten Erdsystem, getrieben durch Sonneneinstrahlung plus der Trägheit der Energiespeicher.

Dass die um 300% auseinanderliegenden Modell-Vorhersagen hinsichtlich der Verdopplung des (monokausal) betrachteten lebensnotwendigen Gases CO2 jeden Naturwissenschaftler sofort veranlassen sollte, diese Modelle nicht für breit angelegte Horrorszenarien zu verwenden, sollte eigentlich das berufliche Ethos gebieten. Ich habe 30 Jahre meines Berufslebens mit Modellierung technischer Prozesse bzw. dynamischer Systeme verbracht. Nach der Modellbildung, die immer starke Abstraktionen enthält, ist entscheidend die Möglichkeit der Modellvalidierung durch reale Tests. Dies ist bei technischen Prozessen immer möglich. Nur so können unzureichende Modellannahmen korrigiert werden.

Dieser Weg ist Klimamodellen grundsätzlich versperrt. Wir können (und sollten) nicht mit dem Klima experimentieren, um Realdaten zu erhalten, um damit die Modelle hinsichtlich ihrer Prognosen zu verbessern. Andererseits erfordern Maßnahmen, die auf Modellergebnissen beruhen, eben validierte Modelle. Bei der Validierung von Klimamodellen muss zumindest auf die Historie der Klimadaten zurückgegriffen werden. Wie sich zeigt, ist es bis jetzt nicht gelungen: die prognostizierenden Modelle können keine passende Klimanachhersage leisten. Wenn das grundsätzlich nicht geht, dann sind aus diesen Modellen keinerlei vorbeugende Maßnahmen, die das Klima stabilisieren sollen (welch ein Unsinn), zu begründen, sondern Aktionismus. Umso verwunderlicher ist es, dass das Bundesverfassungsgericht ein Urteil /Auftrag an die Regierung erlässt, das als Grundlage eine rein modellmäßig abgeleitete Größe (1,5°C) hat. Einem sich wandelndes Klima kann man sich nur anpassen, aber kann es nicht beeinflussen, was schon ein Vergleich der Energieumsätze beim Wetter mit technischen Energien zeigt.

Der Umweg zur Einhaltung des Zieles von 1.5°C über die sog. Energiewende ist ja ein grandioser Irrweg und eine Täuschung der Öffentlichkeit. Dabei geht es ja bisher nur um die elektrische Energie, d.h. um gerade um etwa 20% unseres Primärenergieverbrauchs. Die restlichen 80% werden ja bisher kaum beachtet. Die sog. „Erneuerbaren Energien“ d.h. volativen Primärenergieträgern mit extrem geringen Energiedichten, sind grundsätzlich nicht grundlastfähig (Speichertechnik hin oder her). Daher sind sie ungeeignet bis 2050 oder später in einem hoch industrialisierten Land die komplette Energieversorgung Co2-frei zu gestalten, wenn der gesamte Lebenszyklus dieser Systeme betrachtet wird. Der technische Erntefaktor müsste bei mindestens 10 liegen. Wobei es grundsätzlich fraglich ist, mit einem derartigen System eine völlige CO2-Freiheit erreichen zu können. Dazu müsste eine mindestens 5-fach größere elektrische Energiemenge, zuverlässig 24/7 und bezahlbar zur Verfügung stehen. E-Autos und synthetische Kraftstoffe (E-to Fuel) oder E-to H2 brauchen aufgrund der Umwandlungsverluste entsprechend viel Strom zur Herstellung, Verteilung und Betrieb. Dafür kommt in der 2. Hälfte des 21. Jh. eigentlich nur die Kernfusion in Frage. Als Brückentechnologie bis dahin sind die Kernreaktoren 4. Generation geeignet. Diesen Weg beschreiten die meisten Industrieländer (ohne es groß an die Glocke zu hängen). Diese Länder haben den ambitionierten und die physikalischen Fakten ignorierenden Weg Deutschlands (bisher) in Anbetracht der zu erwartenden ökonomischen Schäden, bisher abgelehnt.

Die Erfahrung der Geschichte zeigt, dass der Wohlstand der Menschheit stets an der Erschließung von Energiequellen mit hoher Leistungsdichte gekoppelt war. Eine Hinwendung zu niedrigen Leistungsdichten bei gleichzeitig steigender Weltbevölkerung führt daher zwangsläufig zu global vermindertem Wohlstand (und ist gerade gegenüber den bisher wenig entwickelten Völkern unfair).

Die deutsche Energiewende möchte ohne Zwischenschritte (d.h. ohne Backups) das Ende des fossilen Zeitalters in einem Ruck innerhalb 30 Jahren erreichen. Wenn dies die durch Wissenschaften gestützte Methode sein soll, kann ich nicht an eine unabhängige Wissenschaft/Technik glauben, sondern wir haben es mit einem sich selbst erhaltenden interessengeleiteten Verein zu tun, der wider besseres Wissen die ideologischen Vorgaben einer Politik stützt, die dies wiederum durch Unterstützung ebendieser Institute stabilisiert.

Nochmals: Ein Umsteuern in der Energieversorgung weg von den fossilen Energiequellen ist langfristig anzustreben. Energieeinsparungen im Privaten und bei Industrieprozessen sind ok. Wachsendes Umweltbewusstsein ebenfalls. Die Politiker trauen offenbar den Menschen nicht zu, diese Wahrheiten zu akzeptieren und wählen den heuchlerischen Umweg über eine Angstkampagne namens „Klimakatastrophe“. Die Kommunikation von vielleicht unbequemen energiepolitischen Änderungen im Alltag ist eine notwendige, aufwändige Notwendigkeit. Aber bitte faktenbasiert und nicht an den Naturgesetzen vorbei und vor allem angstfrei ohne Weltuntergansszenarien. Das ist mühselig, dafür wäre es aber ehrlich.

Ich hoffe nicht, dass es eines nationalen, wochenlangen Blackouts bedarf, um die Bevölkerung von dem klimamodellgestützten Irrsinn dieses deutschen Energiewendeweges zu überzeugen.