Sag deine Meinung – solange es die richtige ist!

Hart ins Gericht mit der Grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock geht Frank Stauss in einem Interview in der Welt.

“Die Menschen trauen ihr das Kanzleramt nicht zu. Annalena Baerbock steht dem Erfolg ihrer Partei im Weg. Nicht nur wegen der Fehler, die sie gemacht hat, sondern weil sie aus ihrer Biografie heraus für diesen Job nicht geeignet ist. Sie ist die unterqualifizierteste Kandidatin, die jemals für das wichtigste politische Amt dieses Landes nominiert worden ist.”

Man muss allerdings wissen, dass Stauss die SPD bei verschiedenen Wahlkämpfen begleitet hat. Vielleicht stammt daher auch seine Überlegung, dass Olaf Scholz der lachende Dritte sein könnte, denn auch Armin Laschet stellt er kein gutes Urteil aus. Die Hochwassersituation hat den Grünen offenbar keinen Rückenwind gegeben. Zwar geben mittlerweile mehr als 80% der Deutschen an, dass mehr Handlungsbedarf beim Klima besteht, die Zustimmungswerte für die Grünen sinken aber erstaunlicherweise. Zur Umfrage geht es hier.

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Gewinnt das Thema Elektroauto an Traktion? Mercedes Benz stellt neue Pläne vor, u.a. sollen laut FAZ 8 eigene Batteriefabriken entstehen. Der Autobauer verabschiedet sich vom Verbrenner. Gleichzeitig meldet die Zeit, dass sich die Zulassungszahlen für E-Autos in der EU verdoppelt haben.

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Luisa Neubauer war zu Gast bei Markus Lanz. Sie hat dort erwartungsgemäß sehr viel gesagt, dazu gehörte auch der Vorwurf an die Bundesregierung diese sei unangemessen überheblich. Weiterlesen in der WELT. Derweil unterstützen Luisa Neubauer und ca. 120 Demonstranten in Hamburg die Opfer der Flut mittels einer Demo bzw. eines Streiks. Die vergleichsweise geringe Zahl erstaunt etwas, liegt es an der Urlaubszeit? Ob solche Veranstaltungen den Betroffen irgendwie helfen?

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Folgt nach der Einigung Deutschlands mit den USA in Sachen Nordstream 2 ein Umdenken in der Energiepolitik der Ukraine? Teil des Deals sind Zahlungen Deutschlands an das Land, um die Energiewende zu fördern. Der Spiegel berichtete.

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Laut En-Former, dem Energieblog von RWE, sind die USA das momentan attraktivste Land für Investitionen in Grüne Stromquellen. Weiterlesen hier.

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Manchmal ist der Blick von außen ein etwas anderer. In diesem Fall blickt die NZZ auf die Hochwasser in Deutschland und die schnellen Erklärungsversuche.

“Fakt ist aber: Die globale Erwärmung führt zu mehr Niederschlag, weil warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. Tatsächlich haben auch in Deutschland die Niederschlagsmengen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 zugenommen. Nur für den Sommer zeigt sich kein eindeutiger Trend.”

Ein gutes meteorologisches Erklärstück in Sachen Starkregen, abseits irgendwelcher Statistiken, liefert Kachelmannwetter.

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“Der Klimawandel darf nicht alles regieren – auf keinen Fall”, sagt der Schweizer Ökonom Bruno S. Frey in einem Interview mit der Welt. Der Artikel steht hinter eine Bezahlschranke.

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Axel Göhring am 14.7.2021 auf EIKE:

Plagiate-Unwesen nun auch im Bundesverfassungsgericht? Klima-Urteile vom ehelichen Küchentisch?

Wie Sebastian Lüning in der Klimaschau 43 und Fritz Vahrenholt im Gespräch mit Roland Tichy anmerkte, findet sich im Urteil des BVerfG zur Klimaklage von Luisa Neubauer, Volker Quaschning und vieler anderer Aktivisten Formulierungen und Begriffe, die vier Monate zuvor auf der Seite der Frankfurter Grünen-Größe Bastian Bergerhoff bereits erschienen. Das ist pikant, da Bergerhoff der Ehemann von Richterin Gabriele Britz ist, die als Berichterstatterin des Gerichtes fungierte.

Wenn Annalena Baerbock abschreibt, ist das schon schlimm genug, aber eher politisch-moralisch.

Wenn das Bundesverfassungsgericht, das ranghöchste Deutschlands, in seinen Urteilen Positionen von Parteien übernimmt, hat das staatsrechtliche Bedeutung.

Wurde hier abgeschrieben? Urteilen Sie selbst:

Weiterlesen auf EIKE

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Leserpost:

Windenergie in Niedersachsen wird zusehends Teil der Kulturlandschaft

So äußert sich Wirtschaftsminister Olaf Lies. Na das ist ja mal eine Aussage. Die muss man erst einmal sacken lassen. Niedersachsen, ohne hin schon das Bundesland mit den meisten Onshore-Windkraftanlagen, soll in der Vorstellung von Olaf Lies deutlich an Ausbaumasse zulegen. Bislang sind ca. 45.000 Hektar „Kulturlandschaft“ in Niedersachsen mit Windrädern überbaut. 2020 waren das 6.352 Anlagen. Alles soll nun bis 2030 auf ca. 67.000 Hektar ausgeweitet werden, aufgestockt auf ca. 9.500 Anlagen.

Im Schnitt bedeutet das rechnerisch einen jährlichen Zubau von ca. 315 WKA. Zur Realisation ist dazu an jedem Arbeitstag die Fertigstellung von 1,5 WKA erforderlich, die vorab natürlich alle auch das Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen. Übrigens: in 2020 wurden in Niedersachsen immerhin ganze 48 WKA zugebaut. In diesem Zusammenhang wurde auf „Kalte Sonne“ in einem Bericht am 08.06.2021 bereits zu den erschwerenden Auswirkungen eines Urteils des Oberverwaltungsgericht Lüneburg ausgeführt.

Und weil nun auf dem „platten Land“ anscheinend nicht mehr genügend Genehmigungsflächen für WKA verfügbar sind, soll der weitere Ausbau  lt. Aussage des Ministers behutsam durch Abholzung von Waldflächen möglich werden. Pro Windrad müssen dazu mindestens ca. 4.000 m² Wald geopfert werden. Hinzu kommen Flächen für die Versorgungstrassen. In wieweit hier das Urteil des OVG Lüneburg umgangen werden kann und ob die ökologische und ökonomische Rechnung überhaupt aufgehen wird, bleibt abzuwarten? Das wird Herr Lies letztendlich verantworten müssen. Ein kultureller Zugewinn aber wird es seiner Meinung nach allemal. Wie schön.

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Jörg Neubert am 18.7.2021 auf Achgut:

Sag deine Meinung – solange es die richtige ist!

Meinungsvielfalt ade? Cancel Culture und andere Formen der Diskursverengung nehmen erkennbar zu, die Demokratie bröckelt. Der neue Novo-Band „Sag, was du denkst!“ nimmt sich diesen Missstand vor.

Achtung! Warnung! Diese Rezension behandelt ein Buch über Meinungsfreiheit, und der Autor derselben hat ausgiebig Gebrauch von ihr gemacht. Sie gibt daher ausdrücklich seine persönliche Meinung wieder, und er hat keinerlei Rücksicht auf die Gefühle anderer Menschen genommen, die sich dadurch gestört fühlen könnten.

Kommt ihnen diese Warnung seltsam vor? Nun, wie Ihnen wahrscheinlich aufgefallen ist, wird in letzter Zeit über wenig so viel gestritten wie über Meinungsfreiheit, und manche sehen diese auch durch derartige „Trigger-Warnungen“ ernsthaft gefährdet. Der Journallist Thilo Spahl hat dazu eine Textsammlung mit dem passenden Namen: „Sag, was du denkst!“ (Edition Novo) herausgebracht, in der sich verschiedene Autoren mit dem Phänomen der Meinungsfreiheit beziehungsweise deren Gefährdung auseinandersetzen.

[…]

Im zweiten Teil konzentrieren sich die Autoren dann auf die Meinungsvielfalt. Es geht also weniger darum, überhaupt eine Meinung zu äußern, als dass möglichst vielfältige im allgemeinen Diskurs aufeinander stoßen. Dass hier ein Problem vorliegt, zeigt sich sehr schön an dem Beitrag von Sebastian Lüning und Fritz Vahrenholt. Diese haben zwei Bücher über den Klimawandel publiziert, in denen sie mit viel wissenschaftlicher Akribie Katastrophen-Szenarien kritisieren, ohne die grundlegende Problematik abzustreiten. Mit kurzen Strichen zeichnen sie in ihrem Artikel nach, wie man sie nach dem ersten Buch verketzert hat und die Mainstream-Medien das zweite Buch fast völlig verschwiegen. Ein wissenschaftlicher Dialog wurde von Anfang an verweigert. Wissenschaft lebt aber nun mal von Meinungsstreit. Das scheinen aber einige nicht verstanden zu haben.

Ganzen Beitrag auf Achgut lesen.

Hier geht es zum besprochenen Buch: Sag, was Du denkst!: Meinungsfreiheit in Zeiten der Cancel Culture (Novo)

Aus der Buchbeschreibung:

Eine offene Debattenkultur ist der Kern jeder demokratischen Gesellschaft. Sprachvorschriften, Zensur, Drohung, Skandalisierung, Diffamierung sind die Instrumente der Cancel Culture. Ein falsches Wort auf Facebook, ein misslungener Witz oder zwei falsche Likes bei Twitter können schon genügen, damit die Disziplinierungsmaschine anspringt. Es steht nicht gut um die Meinungsfreiheit in Deutschland. In vielen Bereichen hat sich ein ängstlicher Konformismus breit gemacht. Besonders deutlich und besonders bedenklich ist das an Hochschulen, in der Politik und in den Medien. Es ist höchste Zeit, dass wir unkonventionelle, exzentrische, unbequeme Meinungen und harte Auseinandersetzungen wieder als Bereicherung betrachten. Wir müssen als Gesellschaft so selbstbewusst sein, auch hässliche, abwegige und „gefährliche“ Meinungen nicht zu unterdrücken, sondern ihnen im hellen Licht der Öffentlichkeit und im Vertrauen auf die Urteilsfähigkeit unserer Mitmenschen zu begegnen. Die Autoren dieses Bandes zeigen Probleme auf, analysieren Hintergründe, verdeutlichen den fundamentalen Wert von Meinungsvielfalt und plädieren für das Recht auf Redefreiheit ohne Wenn und Aber. Mit Beiträgen von: Robert Benkens, Detlef Brendel, Michael Bross, Nick Buckley, Ilka Bühner, Karim Dabbouz, Frank Furedi, Alexander Horn, Mick Hume, Carlos A. Gebauer, Christoph Lövenich, Sebastian Lüning, Milosz Matuschek, Sabine Mertens, Michael von Prollius, Thilo Spahl, Fritz Vahrenholt, Karo Voormann, Colin Wright und Kolja Zydatiss

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Technische Universität Berlin:

Zukünftiger Schutz gegen Extremniederschläge: weitere Bebauungsverbote dürfen kein Tabu sein

Der Wasserwirtschaftler Prof. Dr. Reinhard Hinkelmann über Konsequenzen aus den Sturzflutereignissen in Deutschland

„Derzeit gibt es in Deutschland keine gesetzlichen Regelungen, die den Überflutungsschutz vor Sturzfluten, sogenannten Flash floods, in kleinen Einzugsgebieten, wie wir sie vergangene Woche in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erlebten, regeln. Deshalb sind bislang in den nun überfluteten Regionen auch keine oder kaum Überflutungsschutzmaßnahmen durchgeführt worden. Das wird sich ändern müssen. Der umfangreiche, sehr gute Hochwasserschutz in Deutschland ist bislang auf Flusshochwasser ausgelegt“, sagt Dr.-Ing. Reinhard Hinkelmann, Professor für Wasserwirtschaft und Hydrosystemmodellierung an der TU Berlin.

Der Unterschied zwischen Flusshochwassern, wie sie sich zum Beispiel 2002 und 2013 an der Elbe ereigneten, und den jetzt stattgefundenen Sturzfluten, vergleichbar mit denen 2016 in Simbach (Bayern) und Braunsbach (Baden-Württemberg), ist, dass diese Sturzfluten aus Extremniederschlägen in kleinen Einzugsgebieten hervorgehen. Sie sind durch sehr schnelle Abflussprozesse von Bergen und Hängen über Bäche, die zu Strömen werden, gekennzeichnet und haben sehr kurze Vorwarnzeiten im Gegensatz zu den Flusshochwassern großer Flüsse wie der Elbe oder dem Rhein, für die die Vorwarnzeiten einige Tage betragen. Dadurch sind untere und mittlere Hanglagen sowie Tallagen nahe von Bächen besonders gefährdet“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Reinhard Hinkelmann.

Ein wirksamer Schutz vor solchen Sturzfluten werde nicht ohne kostenintensive, millionenschwere Investitionen und harte Maßnahmen möglich sein wie den Bau großer Ableitsysteme vor Siedlungen, den früheren Stadtmauern ähnlich, in die Landschaft eingepasste Dämme, versenkbare Mauern und Geschiebesperren im Ober- und Mittellauf der Bäche – wie sie aus dem alpinen Raum bekannt sind –, um Bäume und Geröllmassen zurückzuhalten, so Reinhard Hinkelmann. Wichtig werde sein, die Schutzmaßnahmen den lokalen Gegebenheiten anzupassen. Aber auch Veränderungen in der Siedlungs- und Landschaftsplanung wie weitere Bebauungsverbote in überflutungsgefährdeten Bereichen dürften kein Tabu sein. „Wir müssen über Maßnahmen nachdenken, die über das Existierende hinausgehen und damit meine ich auch, dass wohl überlegt werden muss, ob die jetzt weggerissenen Gebäude an ihren ursprünglichen Stellen wiedererrichtet werden sollten.“

Eine weitere Konsequenz aus den Extremwettereignissen der letzten Tage sei, die Bemessungsgrundlage für die Hochwasserschutzmaßnahmen zu ändern. „Zurzeit werden die meisten Hochwasserschutzmaßnahmen für ein Flusshochwasser ausgelegt, das statistisch einmal in 100 Jahren auftritt. Hier ist über erhöhte Bemessungsereignisse nachzudenken, also sich an noch extremeren Wetterereignissen zu orientieren, wie sie zum Beispiel alle 200 Jahre auftreten könnten“, so Reinhard Hinkelmann.

Die Hochwasserschutzanlage der sächsischen Kleinstadt Grimma, die nach der Flutkatastrophe von 2002 an der Elbe begonnen wurde zu bauen, nennt Reinhard Hinkelmann eine gelungene Hochwasserschutzmaßnahme, wenngleich keine Blaupause für all die jetzt betroffenen Kommunen, da in Grimma der Denkmalschutz eine gewichtige Rolle spielte. „Zudem dauerte die Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen 17 Jahre. Für die Maßnahmen, die jetzt nötig sind, um die Siedlungen an den Ober- und Mittelläufen der Bäche und in Tallagen zu schützen, sollten wir nicht weitere 17 Jahre brauchen“, sagt Reinhard Hinkelmann.

Die Extremniederschläge resultieren seiner Einschätzung nach aus den Folgen des Klimawandels. Das bedeute für den Hochwasserschutz, dass die Auswirkungen des Klimawandels seitens der Politik intensiver angegangen werden müssen. „Auch zukünftig werden wir keinen 100-prozentigen Hochwasserschutz haben, das Schutzniveau wird voraussichtlich auch nach dem Umsetzen vieler weiterer Maßnahmen sinken, das Leben wird riskanter. Das wird den Druck auf die Politik weiter erhöhen“, urteilt Reinhard Hinkelmann.

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Hätte das Talsperren-Management in Westdeutschland angesichts der kürzlichen Flutkatastrophe besser sein können? Noch im September 2020 waren die Pegel einiger Talsperren sehr niedrig. Wollte man sie jetzt richtig voll machen, um möglichst viel Trinkwasser zu speichern oder Wasserkraft zu erzeugen? Was ist die optimale Füllung einer Talsperre, die sowohl gegen Dürre als auch Starkregen puffern soll? Eine zu volle Talsperre kann die großen Wassermassen einer Starkregenphase nicht bewältigen.

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Michael Sauga am 13.7.2021 im Spiegel:

Deutsche Arroganz: Wir Klima-Fundamentalisten

Die Deutschen wollen der Welt genau vorschreiben, wie das Klima zu retten ist. Dabei sind sie gegen Kernenergie, gegen das Vergraben von CO₂ und gegen Wasserstoff aus Gas. Kurz: Sie sind auf dem Weg ins Abseits.

[…]

Der deutsche Klima-Fundamentalismus ist ein gefährlicher Irrweg. Er gibt theoretischen Risiken ein größeres Gewicht als den naheliegenden Gefahren der Erderwärmung. Er ist arrogant, weil er die Sichtweise anderer Länder auf die Kernenergie nicht dulden will. Er blockiert wirtschaftliche Lösungen. Und er gefährdet Europas Klimastrategie, weil die Deutschen ihre Position, ähnlich wie in der Flüchtlingskrise, mit einer moralischen Rigorosität vertreten, über die der Rest des Kontinents den Kopf schüttelt.

Ganze Artikel im Spiegel lesen.

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Judith Curry am 11.7.2021 in ihrem Blog:

5 minutes

How would you explain the complexity and uncertainty surrounding climate change plus how we should respond (particularly with regards to CO2 emissions) in five minutes?

Last week I served on a panel for a summer school in Canada for engineering students. They are working on the energy transition, and their Professor wanted them to be exposed to the debate surrounding all this, and to think critically. I was the only climate scientist on the panel, the others were involved in renewable energy. Each panelist was given 5 minutes to make their main points. The essay below is what i came up with. 5 minutes is longer than an elevator speech, but it is still pretty short

Weiterlesen in Judith Currys Blog