Sag beim Abgang leise Sch….

Wer geglaubt hatte, Annalena Baerbock würde nach der Pleiten-, Pech- und Pannen-Serie der letzten Zeit den Staffelstab doch noch an Robert Habeck übergeben, der wurde spätestens nach dem Grünen Parteitag eines Besseren belehrt. Mit einem Wahlergebnis, auf das vermutlich sogar Erich Honecker zu Zeiten als Staatsratsvorsitzender neidisch gewesen wäre, wurde sie von den Delegierten des Parteitags als Grüne Kanzlerkandidatin bestätigt.

Es folgte eine 45 minütige Rede, die der sonst sehr wohlwollende Deutschlandfunk als nicht aus einem Guss bezeichnete. Über die Eigenheit von Baerbock, ganze Silben zu verschlucken oder eigenartige Formulierungen zu finden und Worte zu verdrehen haben wir ja schon berichtet. In ihrer Rede, die sie eigentlich vom Blatt und vom Teleprompter hätte bequem ablesen können, fehlte ein ganzes Wort, was den Sinn des Satzes aber komplett entstellte.

“Die Angriffe von heute finden ja vor allen Dingen digital statt. Und die liberalen Feinde innen wie außen wissen das gezielt zu nutzen. Was früher -“

Sie korrigierte sich selber danach, weil sie offenbar selbst bemerkte, was für ein vermurkster Satz plötzlich entstand. Als sie dann später von der Bühne abtrat, da vergaß sie offensichtlich, dass das Mikrophon noch an war und fluchte laut: Scheiße.

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Leserpost zum Parteitag der Grünen:

Unspektakülärer Parteitag der Grünen

Nun ist er Geschichte, der Parteitag der Grünen vom vergangenen Wochenend. In den Tagesmedien wurde ausführlich berichtet, so dass es vorerst an dieser Stelle nicht unbedingt weitere Auslassungen bedarf. Aber vielleicht doch noch ein Link zu einer erheiternden Parteitags-Ergebnis-Zusammenfassung:
https://www.achgut.com/artikel/broders_spiegel_14_06_2021

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Kohle war der wichtigste Energieträger bei der Stromgewinnung im ersten Quartal 2021.
Windkraft brach regelrecht ein. Man hört ja immer wieder, dass windarme oder windschwache Zeiten zu vernachlässigen sind, aber ein Minus von 30% in einem Quartal klingt anders.
Wind ist und bleibt eine Laune der Natur. Weiterlesen bei der Tagesschau.

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Polen plant nach Angaben von Enformer, dem Energieblog von REW, einen gewaltigen Ausbau seiner Offshore-Windkraftanlagen und würde zum größten Erzeuger von Windkraft in der Ostsee aufsteigen. Weiterlesen bei Enformer.

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Wenn man den Artikel in der TAZ über die Wirkung von Wäldern auf das Klima gelesen hat, dann fragt man sich, warum die EU das Verbrennen von Holz immer noch als nachhaltig ansieht.

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Man kann fast die Uhr danach stellen. Kaum beginnt rund um Grönland die Schmelzsaison im Juni, wird ein ganz bestimmtes Foto hervorgeholt. Seht her, soll es suggerieren, die Schlitten und die Hunde, die sie ziehen, saufen ab, im wahrsten Sinne des Wortes. Das Bild zeigt aber in erster Linie, dass Eis auf der Oberfläche schmilzt und nicht abfließen kann, weil das Eis darunter nicht durchlässig ist. Auch Grönland hat Jahreszeiten. Für einige genauso schockierend wie der Sommer in Sibirien.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Mitte Juni 2021 sieht es jedenfalls nicht nach großen Abweichungen rund um Grönland aus. Anders als in Teilen Russlands, wo es um die Insel Nowaja Semlja herum aktuell wärmere Temperaturen gibt als im Mittel.

(Abbildung: Screenshot Ventusky)

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Termine:

15.6.2021
Präsentation neue Broschüre: „Früher war alles später – wie der Klimawandel in den bgld. Naturparken ankommt
http://termindienst.pressetext.com/eventdetails/154756

15.6.2021
Gesundheitliche Auswirkungen der Energieversorgung
http://termindienst.pressetext.com/eventdetails/154705

15.6.2021
„Prüf deine Parlamentarier“: wählbar2021-Initiative checkt Klimatauglichkeit von Wahlkreiskandidaten
http://termindienst.pressetext.com/eventdetails/154763

15.6.2021
U.S. Climate and Energy Renewal Politics under Biden: A New Path Forward
http://termindienst.pressetext.com/eventdetails/154742

16.6.2021
Mit Bäumen gegen die Erderwärmung – echte Lösung oder Wunschdenken
http://termindienst.pressetext.com/eventdetails/154741

15.5.2021
Managerkreis AG Energie und Umwelt: Energiewende als Gemeinwohlprojekt – Den Wandel klimagerecht und sozial gestalten
http://termindienst.pressetext.com/eventdetails/154731

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Bildungsklick am 27.5.2021:

Wissen hilft: Fakten zum Klimawandel

Das Nachhilfeinstitut Studienkreis veröffentlicht ein kostenloses E-Book für Kinder und Jugendliche mit Faktenwissen zum Klimawandel und bietet Ferienkurse zum Aufholen von Lernrückständen an.

Hier ist das pdf.

Die Broschüre umfasst den üblichen Alarm. Die Darstellung beginnt um 1850. Davor gab es offenbar kein Klima:

Den Schülern wird erklärt, wie man zivilen Ungehorsam leisten kann:

Wer genau die Broschüre geschrieben hat, bliebt unklar. Ob hier auch Potsdamer Ghostwriter wieder mit dabei waren?

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Pressemitteilung der Naturschutzinitiative vom 26.5.2021:

Umweltverband Naturschutzinitiative e.V. (NI) fordert: Keine Windenergie im Pfälzerwald

Der Pfälzerwald als deutscher Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen ist das größte zusammenhängende Waldgebiet in Deutschland und ein einzigartiges Natur- und Wanderparadies.

„Wälder sind unverzichtbare Lebensräume in unserer bereits intensiv genutzten Kulturlandschaft und bedeutend für die Biologische Vielfalt. Es ist geradezu absurd, Wälder als wichtige Kohlenstoffspeicher zu Industriegebieten zu machen. Damit wird der angebliche Zweck, das Klima zu schützen, konterkariert. Denn das Hauptproblem beim Artensterben und dem Verlust an biologischer Vielfalt ist in Mitteleuropa und Rheinland-Pfalz nachweislich nicht der Klimawandel, sondern die fortschreitende Zerstörung und Fragmentierung  von Lebensräumen sowie die industrielle Landwirtschaft mit ihrem Pestizideinsatz“, so Harry Neumann, Landesvorsitzender der Naturschutzinitiative (NI). Hier komme die Landesregierung ihrer Verantwortung für zukünftige Generationen nicht nach und müsse sich viel stärker engagieren, um das Artensterben und den Verlust an Biodiversität zu stoppen. „Denn eine hohe Biodiversität ist unsere Lebensversicherung“, so Harry Neumann.

Aus dem Ökosystem Wald würden Windindustriezonen

Die Errichtung von Windindustrieanlagen im Pfälzerwald bedeute einen weiteren Tabubruch der rot/grün/gelben Koalition zugunsten der Windkraftindustrie, da das gesetzlich gesicherte Schutzgebiet „Biosphärenreservat“ laut Verordnung eine Freiheit von Windenergieanlagen beinhaltet, so der Umweltverband NI. Die Planungen seien gegenüber dieser einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft respektlos und unverantwortlich, so die NI. „Die Folgen für das Ökosystem Wald würden erheblich sein. Weitgehend geschlossene Wälder würden zerstückelt und in ihrer Funktion beeinträchtigt. Aus dem für den Natur- und Klimaschutz wichtigen Ökosystem „Wald“ würden naturzerstörerische Industriezonen“, so Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der Naturschutzinitiative e.V. (NI).

Dadurch würden sich die Konflikte zwischen der Windkraft, dem Natur- und Artenschutz und dem gesamten Ökosystem weiter verschärfen“, so der Umweltverband. Die NI lehne daher die Errichtung von Windindustrieanlagen im Pfälzerwald ebenso entschieden ab wie den weiteren autobahnähnlichen Ausbau der B 10, weil beides zu einer Fragmentierung des Biosphärenreservates und Landschaftszerstörung führen werde, so die NI.

Kulturlandschaft als Naturerbe schützen

Aber auch unter dem Aspekt der Bewahrung einer historischen Kulturlandschaft sei es für das kulturelle Naturerbe enorm wichtig, Landschaften zu erhalten, die nicht industriell überprägt seien. Auch riskiere das Land, die Anerkennung als Biosphärenreservat zu verlieren. Dies wäre mit starken wirtschaftlichen Einbußen und einem erheblichen Verlust für die Attraktivität der Region verbunden. Auch die Absicht, Windenergieanlagen „nur“ an sogenannten „vorbelasteten“ Stellen zu bauen, führe erfahrungsgemäß nur zu weiteren Bauvorhaben in „Salamitaktik“ und lehne die NI daher strikt ab, erklärte Immo Vollmer.

Die Naturschutzinitiative (NI) kritisiert die Ignoranz der Politik gegenüber dem Eigenwert von Landschaften, Wäldern, Wildtieren und Lebensräumen und den damit verbundenen Kultur- und Schutzgütern.

„Unsere Position ist ganz klar: Der Pfälzerwald muss in seiner Gesamtheit geschützt werden, keine Windräder im Wald, weder im Pfälzerwald noch anderswo“, so Harry Neumann und Immo Vollmer.

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Noch eine Pressemitteilung von der Naturschutzinitiative vom 26.5.2021:

Landesprogramm „Windenergie und Artenschutz“ in Hessen verstößt gegen EU-Recht

Die FFH-Richtlinie kennt keine rechtsfreien Räume in Hessen

Das vom Land Hessen vorgelegte und von den alten Naturschutzverbänden ausgehandelte neue Landesprogramm „Windenergie und Artenschutz“ lehnt der bundesweit anerkannte Umweltverband Naturschutzinitiative e.V. (NI) grundlegend ab.

Windvorranggebiete nicht gleichmäßig verteilt – Gesamtpopulation betroffen

In den Windvorranggebieten Hessens sollen die nationalen und EU-Vorgaben des Natur- und Artenschutzes nicht mehr gelten. Die bestehenden Tötungs-, Störungs- und Habitatbeschädigungsverbote sollen dort auf mehr als 2 % der Landesfläche ignoriert werden. Unter Berücksichtigung der großen Aktionsräume der windkraftempfindlichen Großvögel im Einflussbereich der Windkraftvorrangflächen kommt aber eine viel größere Flächenbetroffenheit heraus. Weiterhin liegen die Windkraftvorrangbereiche nicht gleichmäßig verteilt in der Landesfläche, sondern konzentrieren sich in den Wind-Gunsträumen. Vögel, die sich auf diese Mittelgebirgslagen konzentrieren, wie z.B. der Schwarzstorch, sind also möglicherweise in ihrer Gesamtpopulation stark betroffen. „Die beschwichtigend klein aussehende Zahl von 2% der Landesfläche trifft also bei näherer Betrachtung nicht zu und ist ein Versuch, das Artenschutzproblem kleinzureden“, erklärte Dr. Jochen Tamm, Wissenschaftlicher Beirat der Naturschutzinitiative e.V. (NI) und ehemaliges Vorstandsmitglied der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON).

Dieses werde angeordnet, um ohne Rücksicht auf Leben und Überleben von Vögeln und Fledermäusen diese großtechnischen Industrieanlagen in der freien Landschaft und vor allem in den Wäldern errichten zu können, so die NI.

„Dieses Programm verstößt nicht nur gegen das Bundesnaturschutzgesetz und wildtierbiologische Aspekte, sondern auch gegen das europäische Naturschutzrecht und die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes“, betonte der hessische Landesvorsitzende der NI, Harry Neumann.
Im Gegenzug für diesen selbst ausgestellten Freifahrtschein zum Töten und Verdrängen geschützter Tierarten soll ein sogenanntes „Artenhilfsprogramm“ für die besonders betroffenen Arten außerhalb der Windvorranggebiete für die schweren Verluste, die nachweislich von solchen Anlagen der fliegenden Tierwelt zugefügt werden, einen Ausgleich schaffen.

Rechtsbruch der hessischen Landesregierung

„Wir halten nicht nur das gespaltene Rechtsbewusstsein und den offenen Rechtsbruch der hessischen Landesregierung und der das kritiklos sehenden alten Naturschutzverbände für skandalös, sondern auch, dass die vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen ihr Ziel bei Weitem nicht erreichen können“, erklärte Dr. Jochen Tamm.

So sollen für den Schwarzstorch zwar forstlich ungenutzte Zonen um mehrjährig besetzte Horste eingerichtet werden, um diesem sehr scheuen Vogel das ungestörte Brüten zu ermöglichen. Doch wechseln Schwarzstörche regelmäßig ihre Horste, so dass nur ein Bruchteil der Brutpaare aus dieser Regelung Nutzen ziehen könnte. Die vorgesehene Renaturierung von Bächen im Offenland stieße weitgehend ins Leere, weil Schwarzstörche vor allem in Waldbächen ihre Nahrung suchen, die in der Regel nicht verbaut sind. Auch das Vernässen von Wiesen würde diesem Vogel wenig helfen, weil er, anders als der Weißstorch, Wiesen nur randlich nutze und vor allem in Bächen jage, so Dr. Tamm.

Schutzzonen nicht ausreichend

Die Schutzzonen für den Rotmilan sind bei Weitem zu klein, um wirken zu können, und für den Wespenbussard beschränkt man sich im Wesentlichen nur auf das „Sammeln von Wissen“. Für die in Laubwäldern lebende, seltene Bechstein-Fledermaus sieht man Maßnahmen vor, die ohnehin von der FFH-Richtlinie der EU für diese gefährdete Art vorgeschrieben und selbstverständlich sind. Und zwar auch innerhalb von Windkraftvorranggebieten, denn die FFH-Richtlinie der EU gilt auf der gesamten Landesfläche der Mitgliedsstaaten. Hessische rechtsfreie Räume sind nicht vorgesehen.

Wälder sind keine Industriegebiete

Wiederholt hat die hessische Landesregierung darauf hingewiesen, dass die Windvorranggebiete nur 2 % der Landesfläche einnähmen und somit keinen großen Schaden an Natur und Landschaft anrichten könnten. Die Naturschutzinitiative (NI) weist jedoch darauf hin, dass die Windenergieanlagen nur dort errichtet werden können, wo ausreichend Wind weht. In Hessen also auf den zumeist bewaldeten Bergen. Solche Standorte nehmen nur etwa 10 % der Landesfläche ein. Wenn das Soll von 2 % für Windräder auf den 10 % geeigneter Bergwälder umgesetzt würde, so stünde auf jedem fünften Berg in Hessen ein Windindustriegebiet. Das hätte gravierende Folgen für die letzten ungestörten Wälder des Landes und das Landschaftsbild. Das sind Wälder, die bereits durch forstliche Fehlbestockungen, eine falsche Waldbewirtschaftung und den Klimawandel schwer vorgeschädigt sind und keine weiteren Beeinträchtigungen vertragen.

Hinzu käme, dass die Windindustriegebiete in den Bergwäldern massiv die Quellwasserhaushalte schädigten, und dies in Zeiten knapper werdenden Wassers. Das Trockenfallen zahlreicher Bäche wäre die Folge.

Windkraftnutzung in Hessen auf dem Irrweg

Die Windkraftnutzung des Landes Hessen in der vorgesehenen Weise sieht die Naturschutzinitiative (NI) daher als Irrweg an, der einerseits massive Naturzerstörungen zur Folge hätte und andererseits dennoch keinen nennenswerten Beitrag zur „Rettung des Weltklimas“ zu leisten vermag.

„Hier soll offensichtlich ein deutscher Sonderweg, den Artenschutz mit vorgeblichen Artenhilfsprogrammen auf dem Altar der Energiewende und des „Klimaschutzes“ zu opfern, erprobt werden. Dass trotz erkennbarer Rechtswidrigkeit die hessischen Umweltverbände BUND, NABU und HGON letztlich Urheber und Mitgestalter des Angriffs auf den Artenschutz sind, kommt einer einschneidenden Zäsur der Rolle dieser Verbände in der Naturschutzgeschichte Deutschlands gleich“, so Dr. rer. nat. Wolfgang Epple, Biologe und Wissenschaftlicher Beirat der Naturschutzinitiative (NI). „Mit der Einführung eines Zwei-Klassen-Naturschutzes zu Gunsten der Windkraftindustrie steht das Prädikat ‚unter Naturschutz‘ endgültig zur Disposition“, so Dr. Epple.

Das rechtlich und fachlich äußerst fragwürdige Vorgehen des Landes Hessen würde „Zwei-Klassen Rotmilane und Schwarzstörche“ schaffen. Die eine Hälfte würde getötet, die andere „gepflegt“. „Das sogenannte „Artenhilfsprogramm“ nimmt so wie der neue hessische Windenergieerlass offensichtlich aus politischen und ideologischen Gründen wesentliche ökologische und auch juristische Fakten nicht zur Kenntnis. Wir gehen davon aus, dass beides gegen EU-Recht verstößt und nicht angewandt werden darf. Auch das werden wir gerichtlich klären lassen“, so Harry Neumann und Dr. Tamm.

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Björn Lomborg am 27.5.2021 in der FAZ:

Wenig Nutzen, hohe Kosten: Wie Klimaklagen den Armen schaden

Wohlmeinende Aktivisten versuchen, den Klimaschutz auf Kosten aller anderen erstrebenswerten Ziele zu erzwingen. Doch dabei vergessen sie die Armen auf der ganzen Welt.

Trotz großer Sorgen um das Klima sind die meisten Wähler nicht bereit, die Billionen Euro auszugeben, die nötig wären, um Emissionen drastisch zu senken. Deshalb verfolgen Klimaschützer eine neue Strategie: Klimapolitik durch Gerichte zu erzwingen. Weltweit zählen die Vereinten Nationen (UN) mindestens 1550 solcher Klimaklagen in 38 Ländern – oft von jungen Menschen eingereicht, die sich auf die Angst um ihre Zukunft berufen. Leider untergraben solche Fälle die Demokratie, schaden den Armen und halten uns von intelligenteren Wegen zur Lösung des Klimaproblems ab.

[…]

Außerdem ist es schwierig, beständige Mehrheiten für eine teure Klimapolitik zu finden. Bidens Versprechen kostet jeden Amerikaner 1500 Dollar im Jahr, während Umfragen zeigen, dass die meisten nicht bereit sind, mehr als 24 Dollar jährlich für den Klimaschutz auszugeben. Das ist un­haltbar, genauso wie die französische Öko-Steuer, welche 2018 zu jahrelangen Protesten der Gelbwesten führte und letzt­endlich wieder abgeschafft wurde.

Weiterlesen in der FAZ (kostenpflichtig)

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In Science wird der Zusammenhang zwischen der „arktischen Verstärkung“ (AA=arcitc amplifikation) ) einer getriebenen Erwärmung und dem Jetstream diskutiert. Es werden die Ergebnisse umfangreicher Modell-Experimente referiert. Ergebnis: selbst bei noch größerem Eisverlust als bisher beobachtet, sind Einflüsse auf den Jetstream nur marginal. Es werden viele Theorien erwähnt, die solche Zusammenhänge herstellen. 

Dabei hilft ein Blick in die Beobachtungen. Der Jetstream  ist in unseren Breiten ein Starkwindband, das von West nach Ost in 8-12 km Höhe weht. Kann die AA diesen Wind beeinflussen? Hierzum haben wir die AA  als Trendvielfache von 1980-2021 in der kalten Jahreszeit Dezember-März ( die AA ist vornehmlich in dieser Zeit nachzuweisen) zwischen der Arktis ( 65-90°N) und den subtropischen Breiten ( 20-40°N) über die Höhe aufgenommen: 

Man erkennt, dass die AA vornehmlich eine Sache der bodennahen unteren Troposphäre ist. Am Boden ( 2m) sehen wir eine fast 3-fache Erwärmungsrate in der Arktis gegenüber den Subtropen, in der Höhe von 1,5-2 km ( 850 hpa) schrumpft die AA schon auf den Faktor 1,5 zusammen, in 3000 m Höhe ist sie bereits negativ! Irgendwo bei 2500m Höhe ist die AA also verschwunden. Die Ergebnisse  wurden mit den Temperaturdaten von GISS ( am Boden) und den Reanalyse Daten ERA 5  erzielt. Wenn die AA aus den Daten von 1980-2021 also in 2500 m Höhe verschwindet, wie soll die stärkere Erwärmungsrate bodennah dann den Jetstream in mehr als 8000 m Höhe beeinflussen?

Dass solche Zusammenhänge nur marginal sein können ( wenn überhaupt vorhanden) liegt auf der Hand.  So verdient dieses „Erklärvideo“ aus 2018 von Karsten Schanke, in dem er die Schwächung des Jetstreams auf die stärkere arktische  (bodennahe!!) Erwärmung zurückführt ( ab 3:50 Min) vielleicht eher den Grimme-Preis (für deutsche Sprache und Journalismus), den er damit erhielt,  denn einen Preis für fachlich korrekte Information.

Das Diagramm noch mal eindeutiger, die AA bei eins bedeutet: Die Erwärmung in der Arktis ist gleich zu den Subtropen, >1 bedeutet: Arktis erwärmt sich schneller mit dem Faktor auf der Abszisse, <1 erwärmt sich langsamer: