Reaktoren bleiben am Netz: Frankreich verlängert AKW-Laufzeit

Wall Street Journal am 21.2.2021:

Why Beijing Loves Biden and Paris

The U.S. rejoins a climate pact that gives China a free carbon ride.

The U.S. officially rejoined the Paris climate accord on Friday to much media and European applause. Our guess is that China is the most pleased because it knows the accord will restrict American energy while Beijing gets a decade-long free ride.

Paris is a voluntary agreement, and nations submit their own commitments to reduce greenhouse-gas emissions. The Obama Administration vowed to slash emissions 26% or more from 2005 levels by 2025, but the Trump Administration withdrew from the accord. President Biden has now pledged to reach “net-zero emissions no later than 2050.”

Weiterlesen im Wall Street Journal

Ein Leser schreibt uns dazu:

In dem Artikel wird glänzend dargestellt, wie der Westen sich heute verpflichtet, CO2 einzusparen, dagegen China immer mehr CO2 in die Luft blasen darf. China hat 2020 4.874 TWh Kohlestrom hergestellt, die USA 788 TWh. China hat 2020 praktisch jede Woche ein Kohlekraftwerk installiert. In der Planung sind Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 73,5 GW. Die US-Wirtschaft wird bis 2025 beim BIP $ 250 Mrd. (1,17 % des BIP 2019) und bei den Arbeitsplätzen 2,7 Mio. einbüßen. Bis 2040 beträgt der Rückgang des BIP 9 % = $ 1.930 Mrd. Es werden bis 2040 31. Mio. Arbeitsplätze verloren gehen. China hat 5.538 Kohlekraftwerke. Die USA 1.228. Deutschland 251. Die Daten bekommt man bei www.globalmonitorenergy.org.

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Vortrag von Dr. Björn Peters auf Youtube:

Neustart der Energiepolitik: Der Ökologische Realismus – Vortrag von Dr. Björn Peters

Ein Leser schreibt uns zu dem Vortrag:

Peters Kernaussagen lauten:

—> Die Energiewende ist gescheitert, sie ist ein Konzept aus dem letzten Jahrhundert

—> Es wurde viel Geld ausgegeben und großer Schaden angerichtet, vor allem der Flächenfraß durch die Nutzung von Umgebungsenergien (u.a. WKA) ist verheerend und das Gegenteil von „öko“ oder „grün“

—> Der „Ökologische Realismus“ kann die Vorlage dafür bilden, wie die menschliche Zivilisation bei der Herstellung von Nahrung, Rohstoffen und v.a. Energie wieder in Einklang mit der Natur kommt

Dr. Björn Peters ist ein begnadeter Redner, der das komplexe Thema allgemeinverständlich und mit viel Fachwissen erklärt. In seinem Vortrag geht er auf so gut wie alle relevanten Themen zur Energiewende ein. 

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BDEW am 28.1.2021:

Drei Fragen an…Prof. Dr. Holger Schulze

Die Energieerzeugungslandschaft ändert sich. Das kann man nicht nur sehen, sondern auch hören. Sagt ein Professor für Musikwissenschaft. 

Herr Schulze, Sie forschen über die Auswirkung von Klängen auf Menschen. Was für ein Geräusch macht die Energiewende?
Das Umsteuern von fossilen Brennstoffen zu nachhaltiger Kreislaufwirtschaft will dem Rohstoffabbau der letzten beiden Jahrhunderte ein Ende setzen. Es ist ein Umsteuern, das nicht nur nationale Wirtschaftskreisläufe umbaut, sondern sich um eine Rettung vor dem Klimakollaps bemüht. Klanglich heißt das: wir bewegen uns von Klängen der Rohstoffgewinnung zu Klängen einer respektvolleren Wirtschaftsform. Denn Klänge entstehen durch konkrete Handlungen. In der Energiewende höre ich vor allem ein langsames Ausklingen des kämpferischen Lärms der Industrialisierung:

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Ein Leser schreibt uns zu dem Beitrag:

Das Geschwurbel um die Energiewende lässt sich steigern, wenn man einen Prof. für Musikwissenschaft ranlässt . . .

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Buzzfeed.de am 23.2.2021:

Recherche zum Energiecharta-Vertrag: Wie Schiedsgerichte Europas Klimaziele bedrohen

Ein wenig bekannter Vertrag könnte die EU-Staaten in den kommenden Jahren hunderte Milliarden Euro kosten und den Kampf gegen die Klimakrise entscheidend verzögern. Das zeigen monatelange Recherchen von „Investigate Europe“ und BuzzFeed News Deutschland.

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Tesla und der Bau der Giga-Fabrik im brandenburgischen Grünheide stehen im Mittelpunkt einer Frontal 21 Sendung im ZDF.

(Abbildung: Screenshot ZDF Mediathek)

Da das ZDF die Sendung bei Youtube hochgeladen hat, entfallen wahrscheinlich die üblichen Ablaufzeiten. Ein Schwerpunkt der Dokumentation ist das Thema Wasser oder besser der Wasserverbrauch der Tesla-Fabrik.

Auf Twitter entfacht die Dokumentation einige Diskussion. So wird der Wald, der weichen musste, als Holzplantage bezeichnet. Vielleicht werden die gefällten Bäume ja auch in Kraftwerken verbrannt, um mit dem Strom dann später Teslas zu laden? In sich wäre das eigentlich stimmig. Eigentlich.

Das Thema Wasser polarisiert, es gibt Vermutungen, dass der Vorsitzende des Wasserverbandes einen Privatkrieg gegen Tesla führt. Dabei bestätigt auch der Umweltminister des Landes, dass das Wasser nur in begrenztem Umfang zur Verfügung steht. Tesla wüsste laut dem Minister, dass es diese Begrenzung gibt. Baut man dann an der Stelle eine Fabrik, die auch noch wachsen soll?

Man kann nur darüber spekulieren, was passiert wäre, wenn statt der Tesla-Fabrik ein anderer Autobauer dort Verbrenner gebaut hätte oder eine andere Industrie sich angesiedelt hätte. Üblicherweise werden dann Bäume besetzt und Baumhäuser gebaut. Zugegeben, das geht bei Nadelbäumen nicht ganz so gut wie bei Laubbäumen. Es ergibt sich immer noch ein eigenartiges Bild, dass in einer der trockensten Gegenden Deutschland eine Fabrik mit hohem Wasserbedarf gebaut wird.

Auch in Sachen Arbeitsplätze äußert sich der Landrat des Kreises in der Dokumentation. Seine Befürchtung ist, dass die Fabrik in erster Linie durch Pendler aus Berlin und Polen bestückt wird und dem Kreis daher wenig bringt. Sein Kreis müsse aber für die Infrastruktur sorgen und das betrifft nicht nur Straßen. Fast könnte man auf den Gedanken kommen, dass Brandenburg hier auch die Scharte der langen Bauzeit des Flughafens BER irgendwie auswetzen müsste. Und sei es nur mit vorläufigen Baugenehmigungen, weil die deutsche Bürokratie und Tesla nicht die synchrone Geschwindigkeit haben.

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ntv am 25.2.2021:

Reaktoren bleiben am Netz: Frankreich verlängert AKW-Laufzeit

Ein Großteil der französischen Energieversorgung stammt aus der Atomkraft. Einige der ältesten Reaktoren haben ihre gesetzliche Laufzeit von 40 Jahren eigentlich überschritten. Nun macht die Regierung den Weg für einen weiteren Betrieb frei. Reparatur-Maßnahmen sollen dabei Unfällen vorbeugen.

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Und hier noch eine spannende Idee zur Geothermie, von Eavor:

The First Truly Scalable Form Of Clean Baseload Power

Hier geht es zum Erklär-Video.

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In eigener Sache: Die kommenden Sendungen der Klimaschau verspäten sich leider um wenige Tage. Die Recherche zu einigen Beiträgen war zeitintensiver als gewöhnlich. Qualität vor Quantität. Wir hoffen, es wird Ihnen gefallen. Von den früheren Sendungen haben nun alle die 3000er-Zuschauermarke erreicht, mit Ausnahme der letzten Sendung (kurz davor), sowie der Ausgaben 4, 10, 12. Wer Lust hat und diese Sendungen noch nicht kennt, kann ja gerne mithelfen, auch dort die 3000er-Marke zu knacken. Allen Zuschauern vielen Dank für das Interesse!