PV Tech: Solarmodule altern unerwartet schnell

Leserzuschrift:

Laut Spiegel gibt Audi dem Verbrenner-Motor noch 5 Jahre: 

“Die bekannten Modelle A3 und A4 sollten demnach keine direkten Nachfolger mehr haben, sondern komplett neu konzipiert und umbenannt werden. Die letzte Premiere eines Verbrennerautos werde 2026 ein Q-Modell sein, also ein Stadtgeländewagen, der bis Anfang der Dreißigerjahre vertrieben werde, schrieb die »SZ«. Danach wolle Audi weltweit ausschließlich Batteriefahrzeuge verkaufen.”

Die Genialität der AUDI-Zukunftsplanung liegt darin, dass man heute schon damit anfängt, von den eigenen Modellen abzuraten: „Kauft nicht mehr bei AUDI, wir stellen den A3/A4 ohnehin demnächst ein“. Ein sonderbarer Weg, den man da einschlägt. Aber die Mitbewerber könnte es freuen, zumal dann, wenn man genau diese ‚Strategie’ nicht übernimmt und sich vielmehr ‚ganz ungezwungen’ alle Optionen offen lässt. Denn erstens kommt es anders, als man es sich zweitens denkt … 

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Electroverse am 22.6.2021:

Antarctic Air Engulfs Western Australia

While eastern Australia has been grabbing the cold headlines of late, Antarctic air is now punishing the west, with Perth, the capital of Western Australia, copping a brutal shot of polar cold Tuesday morning, June 22.

Nochmal Electroverse am 22.6.2021:

Rare Summer Frosts Sweep the UK as Record June Cold sets in

Western Europe has been suffering yet more unusual chills of late, adding to the historically cool year so far. For me in Portugal, for example, daytime highs have held some 10C to 12C below the seasonal norm for the past week.

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Bundesamt für Strahlenschutz:

Klimawandel erfordert Schutz vor UV-bedingten Gesundheitsschäden

Schon heute hat der Klimawandel in Deutschland mess- und spürbare Folgen. Dazu gehört auch, dass die Zahl der wolkenlosen, sonnigen Tage zunimmt. Erste Auswertungen des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) zeigen, dass in Jahren mit erhöhter Sonnenscheindauer die Bevölkerung im Durchschnitt mehr UV-Strahlung ausgesetzt ist. So kommt dem Schutz vor der UV-Strahlung der Sonne im Zusammenhang mit dem Klimawandel eine noch wichtigere Rolle zu als bisher. Am Montag ist die aktuelle Klimawirkungs- und Risikoanalyse (KWRA 2021) der Bundesregierung vorgestellt worden, an der das BfS zum Thema „Klimawandel und UV-Strahlung“ beteiligt war.

Zum zweiten Mal nach 2015 fasst die Analyse zukünftige Risiken für Deutschland zusammen, die mit dem Klimawandel in Verbindung stehen, und bewertet diese. Zugleich enthält die Analyse Lösungsansätze zur Verringerung möglicher Risiken und Einschätzungen dazu, welche Handlungen erforderlich sind.

„In der aktuellen Klimawirkungs- und Risikoanalyse der Bundesregierung sind UV-bedingte Gesundheitsschäden jetzt als weiteres Thema aufgenommen worden. Wir begrüßen, dass damit dem Schutz vor UV-Strahlung auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel der notwendige Stellenwert eingeräumt wird. Denn mit dem Klimawandel steigt auch das Risiko jedes Einzelnen für UV-bedingte Erkrankungen“, sagt die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, Inge Paulini.

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Universität zu Köln:

Klimabedingungen während der Wanderung des Homo sapiens aus Afrika rekonstruiert

Klimarekonstruktion der letzten 200.000 Jahre aus Ostafrika veranschaulicht die Lebensbedingungen des Homo sapiens als er aus Afrika auswanderte / Homo sapiens war überregional mobil während der Feuchtphasen und zog sich während der Trockenphasen in Höhenlagen zurück

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Professor Dr. Frank Schäbitz hat eine Klimarekonstruktion der letzten 200.000 Jahre für Äthiopien publiziert. Damit liegen jetzt hochaufgelöste Daten des Zeitraums vor, in dem sich der frühe Homo sapiens, unser Vorfahr, auf den Weg aus Afrika nach Europa und Asien machte. Schäbitz und seine Kolleg:innen ermittelten die Daten anhand eines Bohrkernes von Seesedimenten, die sich im südäthiopischen Chew Bahir-Becken abgelagert hatten, das in der Nähe von Fossilfundstätten unserer Spezies liegt. Die maximal bis auf 10 Jahre genaue zeitliche Auflösung der Proben ergab, dass von 200.000 bis zu 125.000 Jahren vor unserer Zeit das Klima dort relativ feucht war und genug Wasser und damit reichlich pflanzliche und tierische Ernährungsquellen in den Tiefländern Ostafrikas bot. Von 125.000 bis 60.000 Jahren wurde es allmählich trockener, ganz besonders trocken zwischen 60.000 bis 14.000 Jahren vor heute. Die nun ermittelten Daten passen zeitlich gut zu bisher bekannten genetischen Befunden, nach denen unsere direkten genetischen Vorfahren („African Eve“) Afrika vor ca. 70.000-50.000 Jahren „erfolgreich“ – in einer Feuchtphase – verlassen haben.

Der Artikel “Hydroclimate changes in eastern Africa over the past 200,000 years may have influenced early human dispersal” ist in Nature Communications erschienen.

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PV Tech am 8.6.2021:

Built solar assets are ‘chronically underperforming’ and modules degrading faster than expected, research finds

Solar asset underperformance continues to worsen, with projects “chronically underperforming” P99 estimates and modules degrading faster than previously anticipated, risk management firm kWh Analytics has found.

kWh Analytics’ new Solar Risk Assessment, released this week, pulls together a raft of industry experts to assess the greatest risks to the global solar industry and has identified a number of serious threats which threaten to reduce investor returns and damage the industry’s credibility moving forward.

The report itself is separated into three sections, detailing the risk to solar assets posed by financial modeling, operational performance and extreme weather. Each section features insight from a range of contributors including the likes of PV Evolution Labs, BloombergNEF, Fracsun and Nextracker.

Perhaps the most notable finding from the report, which builds on a finding from last year’s edition, is that operational solar assets are continuing to experience higher than expected rates of degradation, with annual degradation in the field observed at around 1%.

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Seit einem halben Jahr gibt es die Klimaschau auf Youtube. Haben Sie den Kanal bereits abonniert? Sie könnten der 4000. Abonnent werden:

Screenshot, 25.6.2021

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ISIpedia:

ISIpedia: the open climate-impacts encyclopedia

We provide public access to climate-impact science to generate a better understanding of climate related risks.

Auf den ersten Blick handelt es sich um eine neue Klimaalarm-Datenbank. Gleich auf Seite 1 geht es um Klimaklagen. Man wudnert sich kaum, dass das PIK das Projekt per Pressemiteilung bewirbt:

Klimafolgenforschung für die Öffentlichkeit besser zugänglich machen: ISIpedia-Portal startet

Entscheidungsträgern auf allen Ebenen wird ein neues Werkzeug zur Bewältigung der Herausforderung des Klimawandels in die Hand gegeben. Daten und Erklärungen zu den Auswirkungen der globalen Erwärmung – von Überschwemmungen bis hin zu Dürren – werden von einem Team aus 12 internationalen Forschungsinstituten der Öffentlichkeit besser zugänglich gemacht. Heute starten sie das Online-Portal ISIpedia, in dem Forschende ihre Studien erklären und globale Ergebnisse auf Länderebene herunterbrechen, sowohl für die Planung von Anpassung an die Folgen als auch von Emissionsminderungen.

„Das Problem zu verstehen kann ein mächtiges Werkzeug sein, um dabei zu helfen, eine sichere Klimazukunft für alle zu schaffen“, sagt Katja Frieler, ISIpedia-Projektleiterin vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. „Wir alle sind Entscheidungsträger bei diesem Thema, und unsere Entscheidungen sollten idealerweise auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Deshalb machen die Forscherinnen und Forscher auf ISIpedia nicht nur ihre Daten, verdichtet in Karten und Grafiken, und entscheidende Informationen aus globalen Studien auf Länderebene leicht zugänglich, sondern geben auch einen Einblick in die Analysen selbst. Auf ISIpedia erzählen sie über den Forschungsprozess; die Methoden, die sie anwenden; was wir nicht wissen und was wir sehr sicher wissen.“

„ISIpedia wird wachsen“, sagt Frieler. „Unser Ziel ist es, die Beweise auf den Tisch zu legen, damit sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Unternehmen und Politiker bestinformierte Entscheidungen treffen können, wenn es um das Handeln in der Klimakrise geht.“

Wer unbedingt weiterlesen möchte, kann dies auf idw tun.

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Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung am 10.6.2021:

Klimaschutz, Erhalt der Biodiversität und soziale Gerechtigkeit – diese Aufgaben lassen sich nur im Dreiklang lösen

Der Kampf gegen die Erderwärmung und für eine nachhaltige Entwicklung kann nur gelingen, wenn die Menschheit die Themen Klimaschutz, Biodiversität und soziale Gerechtigkeit fortan gemeinsam denkt und bei allen politischen Entscheidungen – global, national und regional – in ihren Wechselwirkungen gleichrangig berücksichtigt. Diese Aussage ist nach Ansicht deutscher Ko-Autoren die wichtigste Kernbotschaft eines neuen wissenschaftlichen Workshop-Berichtes zu „Artenvielfalt, Ökosystemen und Klimawandel“, den Expertinnen und Experten des Weltbiodiversitätsrates IPBES und des Weltklimarates IPCC erstmals gemeinsam erarbeitet haben. Er wird heute der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Die Wissenschaftler:innen zeigen darin, warum vor allem der Verzicht auf fossile Brennstoffe für Klima- und Naturschutz wichtig ist. Außerdem belegen sie, wie gesunde Ökosysteme langfristig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Die Autor:innen legen aber auch offen, in welchem Ausmaß einseitig gedachte Klimaschutzkonzepte wie der großflächige Anbau von Energiepflanzen der Natur kurz- und langfristig schaden und ihre Fähigkeit mindern, das Klima zu regulieren und die Menschen mit ausreichend Nahrung, Trinkwasser und anderen überlebenswichtigen Dienstleistungen zu versorgen.

„Unsere Synthese verdeutlicht, auf welch vielfältige Weise sich das Klima und die Naturräume der Erde gegenseitig beeinflussen. Wir können sie deshalb nicht isoliert voneinander betrachten, denn für eine nachhaltige, sozial gerechte Entwicklung menschlicher Gemeinschaften ist beides essenziell: eine möglichst geringe globale Erwärmung und eine artenreiche, produktive und widerstandsfähige Natur“, sagt Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner, Klimaforscher am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), der die Arbeiten an dem Workshop-Bericht gemeinsam mit dem südafrikanischen Naturschutzexperten Prof. Dr. Robert J. Scholes geleitet hat.

Diese engen Wechselwirkungen stellen die Politik vor enorme Herausforderungen. „Wenn die internationale Gemeinschaft ihre Klima-, Naturschutz- und Entwicklungsziele erreichen möchte, wird sie nicht umhinkommen, die Belange des Klimas, der Natur und die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung im Dreiklang zu denken. Das heißt, Aufgabenstellungen werden komplexer, weil zum Beispiel Klimaschutzideen, die für sich betrachtet vielversprechend sind, im Hinblick auf die Natur und die lokale Bevölkerung weitreichende Nachteile mit sich bringen können“, sagt Ko-Autor und Biodiversitätsexperte Prof. Dr. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).

Die Herausforderung: Klimaschutzpotenziale der Natur konsequent nutzen und gleichzeitig die Grenzen der Ökosysteme im Blick behalten

Plakative Beispiele dafür sind die Abholzung tropischer Regenwälder für den Anbau von Energiepflanzen wie Soja und Ölpalmen. Aber auch in Mitteleuropa stellt sich angesichts zunehmender Flächenkonkurrenz die Frage, wie Land- und Forstwirtschaft oder Küstennutzung betrieben werden müssen, um einen nachhaltigen Interessenausgleich zwischen Klima, Natur und Mensch zu erzielen – das heißt: die Artenvielfalt zu sichern, ausreichend Nahrungsmittel zu produzieren, den Ausstoß von Treibhausgasen zu minimieren und gleichzeitig die Kohlenstoffspeicher der Wälder und Böden, auch des Meeresbodens, im maximalen Umfang zu erhalten. „Eine klimaschonende Landnutzung ist machbar, wenn wir bei unseren Entscheidungen beachten, wie viel der jeweilige Naturraum zu leisten vermag und durch welche Nutzungsformen möglichst viele Menschen von der Natur profitieren“, sagt Josef Settele.

Beim Thema Wald stehe die Politik zum Beispiel vor der Wahl, große Monokulturen für die Rohstoff- und Energiegewinnung anzubauen oder aber den Aufbau artenreicher Ökosysteme voranzutreiben. „Angesichts des rasant voranschreitenden Klimawandels dürfen wir jedoch nicht davon ausgehen, dass unsere einheimischen Baumarten für ein künftiges Klima geeignet sind“, sagt Hans-Otto Pörtner. Die Anzeichen mehren sich, dass die angestammten Arten nicht widerstandsfähig genug sind. Das gilt sowohl für Baumarten in den mittleren Breiten als auch für jene in den tropischen Regenwäldern.

Der falsche Ansatz: Emissionen dürfen nicht mit Biodiversitätsschutz verrechnet werden

Angesichts der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse erscheinen auch neue Strategien der Politik, Treibhausgasemissionen energieintensiver Branchen mit Renaturierungs- und Naturschutz-Maßnahmen zu verrechnen, als irreführend und kontraproduktiv. „Klimapolitisch macht es überhaupt keinen Sinn, den weiteren Ausstoß von Treibhausgasen dadurch zu legitimieren, dass ein existierender Wald nicht abgeholzt wird“, sagt Hans-Otto Pörtner. „Die Welt braucht kurzfristig drastische Emissionseinsparungen, um den Temperaturanstieg zu stoppen und gleichzeitig den Erhalt und Wiederaufbau großer, gesunder Ökosysteme, die uns langfristig in die Lage versetzen, der Atmosphäre mehr Kohlenstoff zu entziehen als durch menschliche Aktivitäten freigesetzt wird. Die Leistungen der Natur sollten wir als zusätzliches Gut betrachten, welches es langfristig zu stärken gilt.“

Besondere Erfolgsaussichten hätte eine solche Klima- und Naturschutzpolitik, wenn sie mit der Verbesserung sozialer Gerechtigkeit einhergingen: „Es gilt, die Armut weltweit zu bekämpfen und die Verteilungsgerechtigkeit zu erhöhen. Vielen Menschen bleibt aufgrund ihrer sozialen und wirtschaftlichen Not gar nichts anderes übrig, als ihren Lebensunterhalt durch Jagd, illegale Fischerei, Goldsuche oder aber durch andere Aktivitäten zu bestreiten, die zum flächendeckenden Raubbau an der Natur beitragen. Sie aus dieser Notlage zu befreien, wäre ein erster wichtiger Schritt für nachhaltigen Klima- und Naturschutz“, so Hans-Otto Pörtner.

Natur- und Klimaschutz als gemeinsames Leitbild allen politischen Handelns

Aus Sicht der Wissenschaftler liefert der neue Workshop-Bericht wichtige Grundlagen für künftige politische Entscheidungen: „Er bringt die Klimakrise, die Biodiversitätskrise und die soziale Krise zusammen und zeigt auf, dass sich diese drei Krisen nur durch gleichgerichtete, aufeinander abgestimmte Transformationsprozesse lösen lassen“, fasst Josef Settele zusammen.

Denkbar wäre zum Beispiel, ein Biodiversitätsgesetz im Stil des Klimaschutzgesetzes einzuführen. Auf diese Weise könne man das Thema „Naturschutz“ aus seiner bisherigen politischen Nische befreien und einen zukunftsweisenden Biodiversitätsschutz über Ministeriumsgrenzen hinweg etablieren. Künftig, so lautet ein Fazit der Wissenschaftler, müssten sich alle politischen Entscheidungen daran messen lassen, inwiefern sie bestmögliche Resultate für das Klima, die Biodiversität und die Menschen vor Ort erzielen.

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Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V. am 10.6.2021:

Ruß aus Heizungen und Verkehr ist nicht nur ein lokales Problem

Studie aus Thüringen zeigt: Je 50 Prozent vom gesundheitsschädlichen Ruß kommen aus lokalen Quellen und aus Ferntransport

Ruß-Partikel aus Öl- und Holzheizungen sowie Straßenverkehr können die Luft in Europa viel großräumiger verschmutzen als bis angenommen. Das schließen Forschende des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) aus einer Messkampagne im Thüringer Wald. Die Auswertung der Quellen ergab, dass rund die Hälfte der Ruß-Partikel aus der Umgebung stammten und die andere Hälfte aus großen Entfernungen. Dies unterstreicht aus Sicht der Forschenden die Notwendigkeit, den Ausstoß an gesundheits- und klimaschädlichem Ruß weiter zu reduzieren, da die kohlenstoffhaltigen Partikel auch über mehrere hundert Kilometer noch zur Gesundheitsgefährdung und Klimaerwärmung beitragen.
Die Ergebnisse wurden im Journal „Atmospheric Chemistry and Physics“ (ACP), einem Open-Access-Journal der European Geosciences Union (EGU) veröffentlicht.

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