FAZ: „Welcher Kipppunkt macht Ihnen am meisten Sorge?“ Klimaforscher Marotzke: „Keiner“

Am 13.4.2020 erschien in der FAZ ein bemerkenswertes Interview von Andreas Frey mit dem Hamburger Klimaforscher Jochem Marotzke. Titel des Interviews: „Bloß keine Panik – auch nicht beim Klima“. Darin geht es unter anderem auch über die Kipppunkte im Klimasystem, die vor allem von Forschern in Potsdam als Drohkulisse der Energiewende verwendet werden. Hier ein Auszug aus dem Interview:

FAZ: Ein Grund, warum viele Menschen Panik vor dem Ende der Welt haben, sind die sogenannten Kipppunkte im Klimasystem. Das sind Schwellenwerte, die irreversible Prozesse in Gang setzen, die, einmal angelaufen, nicht mehr zu stoppen sind. Wie viele solcher Kipppunkte gibt es?

MAROTZKE: Wir wissen von zwei globalen Kipppunkten, dass es sie wirklich gibt. Allerdings sind wir davon weit, weit entfernt. Da ist einmal die Möglichkeit, dass die Erde komplett vereist. Das wissen wir deswegen, weil es schon einmal passiert ist.

FAZ: Snowball Earth . . .

MAROTZKE: Ja, der Schneeball Erde, vor 700 Millionen Jahren. Das zu beweisen ist nicht ganz einfach, aber es gibt Belege dafür, dass es auf Meereshöhe in Äquatornähe Gletscher gab. Es ist sehr plausibel, dass die ganze Erde zugefroren war. Aber wenn das so war, ist sie auch wieder aufgetaut. Das war garantiert ein Kipppunkt, die grundsätzliche Physik dahinter ist auch nicht so schwer. Der zweite Kipppunkt ist das Runaway Greenhouse, das Schicksal der Venus. Das wird auch der Erde passieren, wenn sich die Sonne ausdehnt in ein bis zwei Milliarden Jahren. Dann verdampfen die Ozeane, und der Treibhauseffekt wird so stark, dass die Energie nicht mehr rauskommt. Das sind die beiden globalen Kipppunkte oder Katastrophen, die belegt sind.

FAZ: Und was ist mit den anderen?

MAROTZKE: Die sind denkbar, können nicht ausgeschlossen werden, aber bei fast allen wissen wir nicht, wo wir stehen.

FAZ: Das ist seltsam. Denn die Menschen, die eine existentielle Angst vor dem Untergang verspüren, beziehen sich genau auf solche Kipppunkte. Lassen Sie uns kurz Pingpong spielen. Ich nenne Ihnen einen Kipppunkt und Sie sagen mir, auf einer Skala von 1 bis 10, wie gut diese belegt sind.

MAROTZKE: Grönland-Eisschild: 9, Golfstrom: 3, Westantarktis: 5, Ostantarktis: 1, Korallenriffe: Uh. Das weiß ich nicht. Ich kenne die Biologie der Riffe nicht gut genug. Amazonas-Absterben: 3

FAZ: Welcher Kipppunkt macht Ihnen am meisten Sorge?

MAROTZKE: Keiner.

Ganzes Interview in der FAZ lesen.

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Bild.de am 14.1.2020:

Kommentar zum „Unwort des Jahres“: Sprachpolizei will Kritik an Klima-Aktivisten ächten

Wenn nicht irgendjemand uns gern vorschreiben würde, wie wir zu reden haben, dann wären wir wohl nicht in Deutschland.

Es ist die erste Meldung der Kulturnachrichten im Deutschlandfunk. Die „Tagesschau“ verkündet es auf Twitter in heiligem Ernst: „Klimahysterie ist das Unwort des Jahres 2019.“

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Ein britisches Polizeidokument listete Extinction Rebellion (XR) als extreme Gruppe mit gefährlicher Ideologie. Nach Protesten musste die Polizei die Seite zu XR jedoch wieder entfernen. Auf WUWT können Sie die ursprüngliche Seite jedoch noch anschauen.

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FAZ am 7.1.2020:

Skurriler Befund: Wie der Klimawandel das Erreichen des Klimaziels begünstigt

Die intensive Sonnenstrahlung und die starken Winde führen dazu, dass die deutschen Emissionsziele vielleicht doch noch erreicht werden. Die Bundesregierung kann sich dennoch nicht zurücklehnen.

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Merkur am 31.1.2020:

Klamotten-Tausch gegen den Klimawandel

Das Aktionsbündnis „Germering for Future“ hat erstmals eine Kleidertauschparty organisiert. Vom großen Interesse war man überrascht. Eine Neuauflage ist wahrscheinlich.

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Im Jahr 2004 sagte das US-Verteidigungsministerium voraus, dass der Klimawandel bis 2020 zu Nuklearkriegen und überschwemmten Großstädten führen könnte. Nun ist das Zieljahr erreicht. Kein Nuklearkrieg, keine überschwemmten Großstädte. Die Alarm-Prognose ging voll daneben.