Energiewende in Irland: Kleine Insel, große Probleme

En-former, der Energieblog von RWE hat sich Irland und seinen Weg in Sachen Energie angesehen. Viele der Probleme gleichen denen von Deutschland, außer, dass Irland als Insel deutlich schlechter an die Nachbarländer angebunden ist beim Strom. Irland hat wenig Wasserkraft und setzt stark auf Windstrom. Ähnlich wie in Deutschland warnen Netzbetreiber vor Engpässen.

“Dies könnte die Insel allerdings vor ein Versorgungsproblem stellen, warnt EirGrid im aktuellen GCS. Die Elektrifizierung von Wärme- und Transportsektor sowie neue Rechenzentren und andere Großverbraucher würden den Stromverbrauch im Zeitraum 2022 bis 2031 um 37 Prozent steigern.

Dem stünden neben den geplanten Stilllegungen auch ein stockender Ausbau neuer abrufbarer Erzeugungsanlagen entgegen, sagte EirGrid-CEO Mark Foley bei der Veröffentlichung des Reports Anfang Oktober: „Die Zahl der Systemwarnungen wird steigen.“ Um Engpässe zu vermeiden, steht deshalb bereits eine Laufzeitverlängerung für bis zu 1,2 GW konventioneller Leistung im Raum.”

Es gibt noch weitere Parallelen zu Deutschland, denn auch in Irland, obwohl es eine Insel mit langer Küstenlinie ist, weht der Wind nur dann, wenn das Wetter es will. Im Zweifel muss England Strom liefern.

“Mittelfristig dürfte Windkraft also eine dominante Rolle in der irischen Stromversorgung spielen. Doch, auch wenn der Wind zwischen Atlantik und Nordsee eine zuverlässigere Energiequelle ist als an den meisten Standorten in Europa, bringt sie mindestens zwei Probleme mit sich.

Zum einen bleibt Windkraft ein Stromlieferant, der in erster Linie nach Wetterlage und nicht nach Bedarf Strom produzieren kann. Um Erzeugungsengpässe kompensieren und Überproduktion exportieren zu können, ist Irland seit mehreren Jahren mit dem britischen Stromnetz über zwei Gleichstrom-Interkonnektoren mit einer Übertragungsleistung von jeweils 500 MW verbunden.”

Es geht weiter mit den Gemeinsamkeiten zwischen Irland und Deutschland. Alte Kraftwerke dürfen länger laufen, es werden Gaskraftwerke gebaut. Lastabwurf scheint auch ein Thema auf der Insel zu sein.

“Um die Stromversorgung auf sichere Füße zu stellen, hat die zuständige Regulierungsbehörde „Commission for the Regulation of Utilities“ grenzübergreifende Maßnahmen vorgeschlagen. Neben der genannten Laufzeitverlängerung gehören dazu eine Reserve-Kapazität von 700 MW und die Ausschreibung von einer Kapazität von zwei GW für flexible Gaskraftwerke. Außerdem sollen Auktionen stattfinden, auf denen Großverbraucher sich verpflichten bei Bedarf ihre Last zu reduzieren. Energieexperte Ó Gallachóir hat noch einen Vorschlag: „Wir müssen den Verbrauch reduzieren und die Effizienz zügig erhöhen.“”

Zwei unterschiedliche Länder, ähnliche Ziele und die gleichen Probleme.

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Klimanaivität

So haben die beiden Autoren David Stadelmann und Marco Frank ihren Kommentar bei Wirtschaftliche Freiheit betitelt.

“Klimaschutz ist ein globales öffentliches Gut. Alle könnten davon profitieren. Doch das macht effektiven Klimaschutz nicht wahrscheinlicher, sondern sehr viel unwahrscheinlicher. Mindestens vier Kosten-Nutzen-Überlegungen sind dabei von zentraler Bedeutung.

Trittbrettfahrer: Diejenigen Länder, die ihre Emissionen tatsächlich reduzieren, tragen die Kosten für Klimaschutz. Die Nutzen von Emissionsreduktionen verteilen sich hingegen weltweit, sodass hauptsächlich andere profitieren.

Gegenwartsliebe: Emissionsreduktionen führen sofort zu Kosten. Da das Weltklima träge ist, fällt der Nutzen erst in Zukunft an. Politiker und Bürger bevorzugen im Regelfall Nutzen heute und Kosten in der Zukunft.

Unsicherheit: Die Kosten für Klimaschutz sind sichtbar und gewiss. Die Nutzen von Klimaschutz hingegen sind nicht sofort sichtbar und ungewiss, da sie durch die Senkung der Wahrscheinlichkeit von Schäden irgendwo auf der Welt und in der Zukunft zustande kommen.

Ungleichheit: Mit fortschreitender Erkenntnis über die möglichen Schäden der Erderwärmung wird klarer, dass diese ungleich verteilt sein werden. So dürfte es große und kleine Verlierer aber auch Gewinner des Klimawandels geben. Letztere haben wenig Eigeninteresse an Klimaschutz.”

Sie haben eine eigene Sicht auf Klimaabkommen.

“Internationale Klimaverträge, wie beispielsweise das Übereinkommen von Paris, werden mit einer überwältigenden Anzahl an Nationen geschlossen. Doch Vertragsparteien sind dabei viele Regierungen, die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte eher nur auf dem Papier würdigen. Sie behandeln ihre eigenen Bürger oft wie Untertanen, beseitigen kritische Medienschaffende, internieren ganze Volksgruppen oder führen Angriffskriege. Der Glaube daran, dass genau diese Regierungen sich beim Klimaschutz für das Wohl der zukünftigen Bürger der Erde einsetzen, erscheint, mit Verlaub, doch leicht naiv. Man könnte diesen Glauben mit dem Titel Klimanaivität zweiten Grades versehen.”

Die Lösung der beiden: Anpassung. Auch wenn die eigentlich verpönt ist, denn wer Anpassung fordert, die auch noch Geld kostet macht sich schnell der Klimawandelleugnung schuldig, weil er ja nichts gegen die Ursachen unternehmen möchte. Die Autoren zeigen aber die Vorteile von Anpassung auf.

“Zweitens gilt es, beim Klimaschutz eine Abkehr von Klimanaivität hin zum Realismus einzuleiten. Anpassung an die zu erwartende Erderwärmung und ihre Gefahren sollte an Bedeutung gewinnen. Denn während Klimaschutz ein internationales öffentliches Gut ist, lassen sich die Vorteile von Anpassungen auf nationaler, lokaler und individueller Ebene schon heute realisieren. Baumaßnahmen reduzieren Sturmschäden, Deiche schützen vor einem höheren Meeresspiegel, robustere Baumarten erhalten den Wald – und natürlich verschaffen Klimaanlagen Kühlung. Da die Bürger direkt von der Anpassung profitieren, sind sie bereits jetzt bereit, diese mitzufinanzieren. Das setzt den Unternehmen Anreize, schnell neue Anpassungstechnologien zu entwickeln.

Anpassung an den Klimawandel entspricht einer Investition in Resilienz. Wer sich angepasst hat, muss weniger befürchten. Und wer wenig zu befürchten hat, kann international anders auftreten. Die Ansage, dass wer sich vor den Gefahren der Erderwärmung nicht großartig fürchten muss, aber dennoch aus altruistischen Motiven für den Rest der Welt bereit wäre, effizienten Klimaschutz mit Kostenwahrheit zu betreiben, ist nicht klimanaiv.”

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Axel Bojanoswki interviewt in der Welt Ludger Weß. Der Artikel ist ein Bezahlartikel. Der beschreibt, welcher Irrsinn deutsche Vorschriften bei der Energiewende beherrscht. Das Unternehmen von Weß stellt aus CO2 und Sonnenergie Fischfutter für Fische aus Aquakultur her. Nur leider nicht in Deutschland, denn hier wiehert der Amtsschimmel in Form von Gesetzgebung. Das Unternehmen setzt seine Technik nun in Portugal um.

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Eigentlich hat das Thema Klima alles, was die Katholische Kirche so braucht. Schuld und Sühne, Himmel und Hölle. Besagte Hölle hat der UN-Generalsekretär kurz vor der Klimakonferenz COP17 benannt. Ob er dabei den alten AC/DC Song “Highway To Hell” im Kopf hatte, weiß man nicht. Kath.net berichtet:

“Bei der Konferenz hat UN-Generalsekretär António Guterres die Klimapanikwelle eingeheizt  und von einer „Highway zur Klimahölle“ gesprochen, was von Wissenschaftlern wie Kernphysiker Götz Ruprecht klar abgelehnt wurde. Bei ServusTV meinte er dazu: „Das ist die Sprache von Demagogen. So hat man im Mittelalter die Leute zur Religion gebracht. Es gibt auch Lösungen für die Klimaprobleme, aber nicht in dem man sich an Straßen klebt und ruhig darüber diskutiert, was es für technische Lösungen gibt.“ Man kann den Klimawandel nicht verhindern, man müsse sich anpassen. Die Effizienz der erneuerbaren Energien seien leider unglaublich schlecht.”

Aber dann nach einem Statement eines Bischofs ein unglaublicher Plot Twist.

“Diese Fürst-Behauptung, die der Bischof von Stuttgart in dogma-ähnlicher Forum präsentiert, wird zumindest von namhaften Wissenschaftlern in Frage gestellt. So verweisen Fritz Vahrenholt, Klimaexperte und ehemaliger Umweltsenator von Hamburg, und Sebastian Lüning, Geowissenschaftler, in ihrem Buch „Unerwünschte Wahrheiten – Was Sie über den Klimawandel wissen sollten“, darauf, dass die globale Temperatur in den letzten 150 Jahren durchschnittlich um 0,07 °C pro Jahrzehnt gestiegen ist. Diese Erwärmungen konzentrierten sich aber vor allem auf drei Temperaturschübe in den Jahren 1860-1880, 1910- 1940 und 1975-1998. Zwischen diesen Erwärmungsphasen kühlte sich das Klima sogar ab und stagnierte.”