Der Irrtum auf dem Dach

Mutig, was Andreas Luczak hier bei Heise zum Thema Photovoltaik schreibt: Der Irrtum auf dem Dach. Die große Zahl an Kommentaren inklusive Beleidigungen zeigt, dass er einen Nerv getroffen hat.

“PV-Strom wird so gut wie nicht abgeregelt und wenn dann nur bei Großanlagen in dünn besiedelten Gebieten. Die Millionen PV-Batteriespeicher dienen also weitestgehend nur der Speicherindustrie und dem vermeintlichen Gefühl, etwas Gutes damit zu tun, obwohl sie in Wirklichkeit durch die Herstellung und durch die Speicherverluste zu Mehremissionen führen.

Eine möglichst hohe Stromautarkie von Haushalten, Wohnquartieren oder Regionen ist kein Wert an sich, sondern der damit verbundene Aufwand muss daran gemessen werden, inwieweit damit tatsächlich Netzausbaukosten und/oder Emissionen eingespart werden können. Und da zeigt sich, dass der Netzausbau in den allermeisten Fällen deutlich ökonomischer ist als der Einsatz von Speichern, selbst wenn die Speicher netzdienlich betrieben werden, was bei den momentan installierten PV-Speichern nicht der Fall ist.

Selbst wenn mit Speichern im Einzelfall die Abregelung von Ökostrom reduziert werden kann, sind die Kosten pro „gerettete“ Kilowattstunde Ökostrom so exorbitant hoch, dass man mit demselben Aufwand ein Vielfaches an Ökostrom durch simplen zusätzlichen Ausbau der PV- und Windkapazität erzeugen könnte.”

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1985 erschien der Spielfilm “Zurück in die Zukunft”. Einer der Erfindungen in dem Film war der sogenannte Flux-Kompensator. In ihm wurde aus einer Bananenschale so viel Energie gewonnen, dass ein Sportwagen die nötige Geschwindigkeit bekommen sollte, um eine Zeitreise zu unternehmen. Ein Pendant dazu scheint der Quanten-Akku zu sein, über den Trends der Zukunft berichtet. Nichts Genaues weiß man nicht, nur, dass Forscher an so einem Akku arbeiten, der unglaublich schnell laden soll.

“Quantenakkus gelten generell als vielversprechend für hohe Ladegeschwindigkeiten. Bisher existieren sie jedoch nur in der Theorie. Im Januar gelang ForscherInnen ein Nachweis der Superabsorption in einem Proof-of-Concept-Gerät. Dabei handelt es sich um ein quantenmechanisches Prinzip, das Voraussetzung für die Entwicklung nutzbarer Quantenakkus ist. WissenschaftlerInnen aus Südkorea berechneten nun, wie schnell Elektroautos mit einer entsprechenden Technologie geladen werden könnten.

Das Team des südkoreanischen Institute for Basic Science (IBS) in Daejeon kam zu einem Ergebnis, das den Begriff „Schnellladen“ neu definieren würde. Statt in 30 Minuten könnte ein Quantenakku an einer Schnellladestation in nur neun Sekunden geladen werden. Zuhause an der Steckdose oder Wallbox wäre eine Ladezeit von drei Stunden möglich.”

Eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir in Interviews gesagt bekommen, die Technik wäre doch schon längst vorhanden, wir müssten sie nur einsetzen. So wie den Flux-Kompensator mit der Bananenschale.

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Ein bemerkenswertes Interview mit Robert Habeck in der taz. Habeck: „Ich bin nicht Minister für Grüne“.

“Und wenn das nicht klappt mit der Gemeinschaftsleistung?

Im ersten Jahr der Legislaturperiode musst du anschieben, reden, fördern, überzeugen. In der Mitte der Legislatur muss ein Schalter umgelegt werden. Da muss es dann eine gesellschaftliche Dynamik geben: dass man Zustimmung gewinnt, wenn man Wind- und Sonnenkraft ausbaut und Landtagswahlen verliert, wenn man sich dagegenstellt. Wenn das nicht passiert, wird ein Bundesminister scheitern, auch wenn er noch so fleißig ist. Und weil ich nicht scheitern will, ist es meine Aufgabe, diese Dynamik zu orchestrieren. Die Logik ist: Jedes Land trägt Verantwortung, und wer die Veränderung mit aufs Gleis setzt, wird davon profitieren. Aber ein Verharren im Weiter-so darf politisch nicht belohnt werden.”

Irgendwie muss Habeck aber auch klar sein, dass Deutschland in Zukunft Wasserstoff importieren muss, und zwar in großen Mengen. Gekonnt verschweigt er in dem Interview, dass bei den aktuellen Strompreisen und den Wirkungsgradverlusten, eine Produktion in Deutschland sehr kostspielig sein dürfte. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ging es bei seinem Besuch auch um Wasserstoff. Der aber könnte dort aus Strom erzeugt worden sein, der aus Kernenergie stammt.
Habeck muss momentan vieles schlucken, egal ob Braun- und Steinkohle oder Fracking-Gas. Das scheint aber alles noch angenehmer als die letzten deutschen Kernkraftwerke weiterlaufen zu lassen. Wir leben in einer verrückten Welt.

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Die Preisbildung in Sachen Strom ist nicht immer leicht verständlich. Die Tagesschau erklärt, wie Preise zustande kommen und warum die staatlichen Regulierungen hier zu skurrilen Entwicklungen führen.

“Preis des teuersten Kraftwerks müssen alle zahlen

Da bieten zunächst die billigsten Kraftwerke an: Atomkraftwerke, deren hohe Investitionskosten längst abgeschrieben und deren Kosten für Brennstäbe und Betrieb minimal sind. Oder Braunkohlekraftwerke, die ihren Brennstoff für nicht mal drei Cent pro Kilowattstunde aus der Erde graben. Darin sind die Kosten für die mittlerweile zum Klimaschutz eingeführten CO2-Zertifikate schon eingerechnet.

Wenn mehr Strom benötigt wird, kommen am Ende die teuersten, meist gasbetriebenen Kraftwerke zum Zug. Und dann folgt eine Besonderheit, die nun die Preise explodieren lässt: Am Ende bekommt jeder den Preis, den das teuerste Kraftwerk verlangt hat. Jeder, egal, wie billig sein Brennstoff auch ist, erhält den Preis des teuersten Kraftwerkes. Und der ist immer wieder um mehr als das Zehnfache höher als die tatsächlichen Kosten.

Diese Art der Preisbildung nennt sich „Merit Order“. Jahrzehntelang hat sie funktioniert, sogar Preise gesenkt. Je mehr Strom aus Wind und Sonne auf den Markt kam, desto seltener kamen die teuersten Kraftwerke zum Zuge. Der Börsenpreis sank. Immerhin konnten Betreiber von Braunkohle- und Atomkraftwerken noch Preise erzielen, mit denen respektabler Gewinn übrig blieb.”

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Aufsehenerregendes Urteil aus Australien. 260.000 Australische Dollar muss der Betreiber einer Windkraftfarm Anwohnern zahlen. Es geht um die Lärm-Emissionen in der Nacht.

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Interessante zeitliche Nähe zur Eröffnung des neues Tesla-Werks in Brandenburg. Das Bundesland Brandenburg plant laut rbb die Rationierung von Grundwasser, aus dem sich ein Großteil der Trinkwassergewinnung des Landes speist.

“90 Prozent des Trinkwassers in Berlin und Brandenburg werden laut Umweltministerium durch Grundwasser gedeckt. Von etwa 3,7 Milliarden Kubikmetern sich erneuerndem Grundwasser pro Jahr, seien laut Ministerium aktuell zwei Milliarden Kubikmeter nutzbar. Das Landesamt für Umwelt hat die Daten von 1.250 Grundwassermessstellen ausgewertet, wo sie für mindestens 30 Jahre vorliegen. Laut der erarbeiteten Modelle werden die Grundwasserpegel im Land weiter sinken. Zwar wird mit höheren Niederschlagsmengen gerechnet. Wegen steigender Temperaturen nimmt aber auch die Verdunstung zu.”

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Sie ist der Liebling einiger Medien: Claudia Kemfert. Würde man für jeden Medienauftritt in diesem Jahr nur 1 Euro bekommen, man wäre ein reicher Mensch. Dabei stört es einige Medien überhaupt nicht, dass sie wie ein One-Trick-Pony durch die Gegend zieht. Ein Zirkuspferd, das genau ein Kunststück beherrscht. Ihr Kunststück ist zu fordern, dass die Erneuerbaren Energien so schnell wie möglich ausgebaut werden müssen. So wie jetzt im Deutschlandfunk zu hören. Sie studiert aber gerade noch einen zweiten Trick ein und das ist das Fordern eines Tempolimits. Immerhin…

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: Ausbau der Windenergie

Sehr geehrte Damen und Herren,

einige Anmerkungen zum heutigen (26. 03. 22) Blog. An zwei Stellen geht es dabei um den Ausbau „erneuerbarer Energien“. Mit einem Screenshot fordert Hans-Josef Fell die sofortige Genehmigung aller ausstehenden EEG Anlagen. In einem weiteren Beitrag wird ein Interview mit der Ökologin Katrin Böhning-Gaese dargestellt. Dabei geht es vorzugsweise um den Artenschutz. Frau Katrin Böhning-Gaese gesteht zwar ein, dass Arten wie der Rotmilan zwar durch die Windräder gefährdet werden und die Bestände zurückgehen. Dann sagt sie jedoch, dass auch durch den Klimawandel die Bestände gefährdet sind. Letztendlich werden durch die Windräder die Rotmilane auch geschützt, weil dadurch der Klimaschutz zurückgedrängt wird.

Mir war bisher nicht bekannt, dass der Rotmilan sich erst nach der mittelalterlichen Warmzeit entwickelt hat. Im Mittelalter gab es eine Warmzeit mit ähnlichen, vielleicht etwas höheren Temperaturen als heute. Diese Warmzeit dauerte etwa 500 Jahre an. Nach den Angaben der vielen „Experten“, welche das Aussterben einer Reihe von Tierarten durch die Klimaerwärmung hervorheben, dürfte es viele Arten heute gar nicht mehr geben. Auch die römische Warmzeit oder vorherige Warmzeiten nach der letzten Eiszeit waren deutlich ausgeprägter als heute. Nachdem was ich einmal gelernt habe dauert die Entwicklung neuer Tierarten Tausende von Jahren. Danach können sich die heute durch den Klimawandel so „bedrohten Tierarten“ nicht erst während der kleinen Eiszeit entwickelt haben.

Noch eine weitere Anmerkung zu den Windenergieanlagen. Es sind heute neben der Gefährdung von Arten eine Menge weiterer Belastungen durch diese Anlagen bekannt. Gesundheitsschäden durch Infraschall, negative Beeinflussung des Mikroklimas, Entsorgungsprobleme der abzubauenden Anlagen usw. Trotz dieser bekannten oder vermuteten Schadenswirkungen wird der Ausbau diese Anlagen ohne Rücksicht auf Verluste vorangetrieben.

Mit dem Beginn der Industrialisierung gingen Umweltbelastungen einher. Diese Belastungen waren damals nicht bekannt. Erst als diese Störungen offensichtlich wurden, kam es zu Widerständen und es wurden Regelungen erlassen, um diese Störungen zu reduzieren. Im Laufe der Zeit wurden die Vorschriften zum Umweltschutz immer schärfer.

Doch heute sind bereits Schädigungen durch Windenergieanlagen bekannt. Doch die Verantwortlichen setzen die Scheuklappen auf und machen noch die Augen zu. Nichts von Störungen, die Anlagen sind von „nationalem Interesse“. Na, vielen Dank auch!

Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn

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Leserpost von Paul Schwedtke:

Weltwirtschaft, bleibt sie ohne Schaden?

Der Überfall Putins Armee auf die Ukraine ist eine Schande. Bisher undenkbar, ein verständnisloses Verhalten.  Warum bommt man kaputt, was zu einem gehört? Es sind nicht  die Not leidenden Russen in Donez und Luhansk,  es ist  der gigantische Reichtum an Kohlenwasserstoffen der Ost-Ukraine. Aber auch ihr landwirtschaftliches Potenzial. Zusammen mit der russischen Weizenmenge deckt sie 1/3 der Erzeugung der Erde ab. Dauert der Krieg noch drei Wochen, kann der Weizen in diesem Frühjahr kaum ausgesät werden. Mit riesigen Problemen für die Welternährung.  Fehlt zudem noch Gas für die Düngerproduktion, verschärft sich die Situation, das sogar längerfristig.

Russisches Gas,  Erdöl und die Kohle sind die Triebkraft der Wirtschaft nicht nur europäischer Länder.  Putins Kohlenwasserstoffe gehen in die ganze Welt, sogar in die USA. Nicht zu fassen. Doch hat Russland genügend Reserven, um den zunehmenden Hunger nach Energie zu stillen? Fachleute sind der Meinung, dass eine Grenze erreicht ist. Verschärften wird sich das Problem, wenn Lieferung von Ersatzteilen für die Erschließung und Förderung ausfallen.

Genau so sieht es auf dem Gebiet der russischen Metalle aus, von Nickel bis zu Palladium. Kürzt Putin hier die Lieferungen oder fallen diese unter das Embargo, so wird sich das auf den Lauf der Weltwirtschaft auswirken. Lieferketten werden reißen, Ersatz ist so schnell nicht herbei zu schaffen. In jedem Fall werden sich vom Weizen bis zu den seltenen Erden die Preise drastisch erhöhen.

Wie wird sich das auf die Weltwirtschaft auswirken? Nicht nur bei uns stoppen Fabriken,  die Wirkung wird auch China spüren. Wenn ihre Schuldner, und davon hat China viele,  nicht mehr ihre Waren abnehmen oder die chinesischen Kredite nicht mehr bedienen können? Vor dem Hintergrund ist das Zaudern, Einfluss auf Putin zu nehmen, schwer zu verstehen. Zumal Chinas Politik  langfristig angelegt ist.  Eine kurzfristige Rezession kann sich das Land  aber auch nicht erlauben. Soziale Verwerfungen wären die Folge.  Haben die Signale Herrn  Zi noch nicht erreicht?

Natürlich käme es bei uns auch dazu, wenn Putin das Gas abdreht oder wir es nicht mehr abnehmen. Ich sehe  durch Putins Krieg einen gravierenden Einfluss auf die Weltwirtschaft. Not wird kein Fremdwort dann mehr sein. Mir ist das als Baujahr 1940 ebenso bekannt wie die Phrasiologie der Diktatoren. Ja, und es macht mir Angst im Hinblick auf die  nachfolgenden Generationen. Doch, was tun?

Unsere Politik war  zu gutgläubig. Es ist bisher alles reibungslos gelaufen. Als Mannesmann die ersten Röhren geliefert hat, meinte ich: „liefert den Russen keinen Schieber, die drehen uns das Gas ab“.  Damals utopisch, heute hilft nachdenken.  Wir haben gerade in Norddeutschland Schiefergas. Da bohren wir aber ebenso wenig wie in der Nordsee, wo je qkm große Mengen  „Pockennarben? auf Austritte von  Methan hinweisen. Unsere Bohrindustrie, einst  aus Celle, hat man schon vor einer Generation verkauft. Die Metaller der Werften könnten heute sofort neue Bohrgeräte entwickeln. Und diese brauchen wir auch für eine Energiequelle, die unter unseren Füßen, Tiefengeothermie. 27 Länder nutzen sie weltweit. München hat fünf Anlagen für Wärme und Strom.  Wir haben Energie ohne Ende. Nur 1985, als ich MP Barschel bei der ersten Werftenkrise darauf hinwies, zertrat die Ölindustrie die Idee. Heute werden das Wind- und PV-Lobbyisten bei der Politik schaffen. Doch dieser Energie kann Dunkelflaute nichts anhaben. Sie steht für uns bereit bis ans Ende unserer Tage. Was Putin erreicht hat, ist das Politik und Medien aufgewacht sind.
Infos bei www.deutsche-rohstoffagentur.de  www.leibniz-liag.de

Paul Schwedtke, Techniktisch der Kreis-VHS, Plön, 21. März 2022

Friede ernährt – Unfriede zerstört

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Leserpost:

„Unter Berücksichtigung der europäisch-deutschen Energiekrise gibt es bereits Stimmen, die über den Kauf von Fonds oder ETF´s nachdenken, welche sich an Firmen zur Gas-Förderung beteiligen. Gerade auch Miteigentum an jenen Unternehmen, die das fracking beherrschen, könnte lukrativ werden. Denn entsprechend dem u.a. WELT-Artikel darf man davon ausgehen, dass in nicht allzu ferner Zukunft auch in der EU (und selbst in Deutschland) die allgemeine Gasförderung wieder aufgenommen werden wird. Und dass das ´fracking´ dabei noch immer einen schlechten Ruf besitzt, ist erstens ohnehin nicht durch Fakten gedeckt und zweitens ist das Schiefergas sicher bald auch ein „Wunsch“ der Grünen … denn gegen eine wieder verstärkte Kohleförderung und -verfeuerung (die Stilllegung von Kohlekraftwerken soll laut Kabinettbeschluss vom 24.3.2022 ausgesetzt werden) wäre das fracking zur Versorgung neuer (und bestehender) Gaskraftwerke doch das erheblich kleinere Übel. Link zum Artikel von Axel Bojanowski (leider Bezahlschranke!): https://www.welt.de/politik/ausland/plus237519431/Energiekosten-Wie-Putin-Klimaschuetzer-gegen-den-Westen-einspannte.html .“