Dem antarktischen Meereis geht es wieder gut

Man hört in letzter Zeit so wenig vom antarktischen Meereis in den Medien. Woran könnte es liegen? Ein Blick auf die Statistik des NSIDC zeigt es:

In blau sieht man die Änderung der antarktischen Meereisausdehnung von 2020 im saisonalen Verlauf. Stets war die vereiste Fläche größer als im Rekord-Minimum-Jahr 2017. Es gab fast so viel Eis im Durchschnitt des Referenzzeitraums 1981-2010 (dunkelgraue Linie). Die Eispanik in der Antarktis ist abgeblasen, und kaum jemand hat es mitbekommen.

Einen Zusammenhang des arktischen (!) Meereises mit der AMO beschreibt perspectaweather.

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Wattenrat am 11.7.2020:

Unbemerkt von der Öffentlichkeit wird weiter am Abbau von artenschutzrechtlichen Vorgaben für die Windenergiewirtschaft gearbeitet. Es geht wieder einmal um die Abstände von Windkraftanlagen zu Vogellebensräumen und das damit verbundene Tötungsrisiko für Vögel. Bis 2015 wurde von den Umweltministern der Länder versucht, die Veröffentlichung des mehrfach überarbeiteten „Helgoländer Papiers“ (oder auch „Neues Helgoländer Papier“, Abstandsempfehlungen für Windenergieanlagen zu bedeutsamen Vogellebensräumen sowie Brut­plätzen ausgewählter Vogelarten, Stand April 2015) der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG-VSW) zu verhindern.

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Grüner Klimaalarm auf Welt.de am 8.7.2020:

„Besorgniserregendes Tempo“: Temperatur der Nordsee seit 1969 um 1,3 Grad angestiegen

[…] Nord- und Ostsee sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich wärmer geworden. Die Nordsee hat sich im Zeitraum 1969 bis 2017 unter Berücksichtigung der mittleren Oberflächentemperatur um 1,3 Grad Celsius erhitzt, wie aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine schriftliche Frage der Parlamentarischen Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Steffi Lemke, hervorgeht. In der westlichen Ostsee wurde demnach seit 1982 ein Temperaturanstieg von 0,6 Grad pro Dekade gemessen, das heißt um mindestens 1,8 Grad. „Nord- und Ostsee erhitzen sich in besorgniserregendem Tempo“, sagte Lemke der Deutschen Presse-Agentur.

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Brandneue Meldung oder ein Aufkochen alter Kamellen? Das Bundesverkehrsministerium klärt über die Temperatur der deutschen Meere auf, ob das das richtige Ressort ist? Und weshalb hat die Grüne Steffi Lemke diese Anfrage gestellt? Bevor wir hier genauer hinschauen, wollen wir zunächst die Fakten klären. Dazu gehen wir auf klimawandel-in-deutschland.de und lesen:

Der Temperatursprung der späten 1980er Jahre ist auch in den Meeresoberflächentemperaturen der Nordsee und Ostsee stark ausgeprägt, wobei sich das Niveau um 1°C erhöhte (Abb. 4).

Abbildung 4: Entwicklung der Meeresoberflächentemperatur in der Nordsee und Ostsee (ganzes Gebiet). Graphik: European Environment Agency.

Die Ursache für den starken Erwärmungsschub in den späten 1980er Jahren ist noch nicht vollständig verstanden. Eine wichtige Rolle kommt wohl dem Ozeanzyklus der Nordatlantischen Oszillation (NAO) zu, die zu dieser Zeit maximal positive Werte einnahm, welche danach in ihrem Ausmaß nicht mehr erreicht wurden (Abb. 5). Die NAO wird von der Sonnenaktivität mitbeeinflusst und ist ein wichtiger Steuerungsfaktor von Niederschlägen und Temperaturen in Teilen Europas.

Abbildung 5: Verlauf der Nordatlantischen Oszillation (NAO) während der vergangenen 140 Jahre. NAO Winter Index. Graphik: Wikipedia. By Delorme [CC BY-SA 4.0], from Wikimedia Commons.

Die Analyse fällt ziemlich kurz aus: Steffi Lemke hat die Wirkung der NAO auf die deutschen Meerestemperaturen ignoriert, also die mittelfristige natürliche Klimadynamik verschwiegen. Der kräftige Temperaturanstieg hat zu einem großen Teil mit dem Anstieg der NAO zu tun, insofern führt Lemke hier die Öffentlichkeit bewusst oder unbewusst in die Irre. Man könnte dies als parteitaktischen Schachzug abtun. Aber weshalb schweigen die Wissenschaftler, die es eigentlich besser wissen müssten? Sie bleiben aus gutem Grund stumm, denn wer sich in der heutigen Zeit mit den Grünen anlegt, hat schwerste persönliche und karrieretechnische Folgen zu befürchten. Da wird dann einfach ein FFF-Mob aufgehetzt, Mobbing betrieben. Da hält man doch lieber die Klappe und lässt die Steffi machen.

Auch dem Verkehrs- (!) Ministerium sind hier Vorwürfe zu machen. Weshalb wurde der NAO-Bezug nicht mitgeliefert? Weshalb wurde nicht erwähnt, dass es die letzten Jahre wieder kälter geworden ist (Abb. 4). In der öffentlichen Klimadebatte gibt es zu viele Amateure. Frau Lemke schürt Klimaangst, das Ministerium versäumt es den Kontext zu liefern und Die Welt bringt unkritisch das traurige Resultat. Wissenschaftler schweigen aus Angst vor Repressalien. Irgendetwas läuft schief im Klimastaate Deutschlands.

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Adaption hilft gegen Klimaextreme, das ist nichts Neues. Der Standard verpackte es aber anders und stellte es am 7.7.2020 als Neuigkeit dar. Wer „reich und schlau“ ist, hat angeblich Vorteile denen gegenüber die „dumm und arm“ sind:

Höheres Bildungsniveau schützt vor Klimafolgen

Neben dem Alter spielt das Bildungsniveau eine wichtige Rolle in der Frage, wie stark Menschen von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind

[…] Das Alter ist nicht der einzige Faktor, der eine Rolle dabei spielt, wie stark man von Klimafolgen getroffen wird. In einer Arbeit die Striessnig vor ein paar Jahren mit Kollegen im Fachblatt „Science“ veröffentlichte, konnte das Team einen Zusammenhang zwischen dem durchschnittlichen Bildungsniveau und der gesellschaftlichen Vulnerabilität gegenüber Klimafolgen aufzeigen. „Je nachdem, wie gebildet und finanzstark Bevölkerungen sind, können sie in höherem Ausmaß Vorsorgemaßnahmen treffen und die Notwendigkeit dafür verstehen. Solch bessere Einsicht führt zu deutlich höherer Befolgung von Notmaßnahmen im Katastrophenfall.“

Auch in Österreich gibt es regional beträchtliche Unterschiede im durchschnittlichen Bildungsniveau. In Wien beispielsweise ist die Bevölkerung im ersten oder achten Bezirk wesentlich gebildeter als im zehnten oder elften Bezirk. „Die Bewohner der durchschnittlich höher gebildeten, aber auch einkommensstärkeren Bezirke können sich üblicherweise in ihre Zweitwohnsitze außerhalb der städtischen Hitzeinsel flüchten oder sind mit Klimaanlagen auf künftige Hitzewellen vorbereitet“, sagt Striessnig.

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Der vielfach mit Forschungspreisen ausgezeichnete Physiker und Mathematiker Freeman Dyson verstarb am 28.2.2020 in Princeton im hohen Alter von 96 Jahren. Dyson war erklärter Gegner des Klimaalarms und warnte vor dessen Instrumentalisierung. Er bezweifelte, dass Klimamodelle bereits in der Lage seien, robuste Temperaturprognosen aufzustellen. Ruhe in Frieden, Freeman, und danke für Deine wichtigen Beiträge zur Klimadebatte.