Das Ende der Stahlproduktion in Deutschland?

Werner Köppen hat auf seiner Webplattform „Klima – Die großen Transformation“ wieder einige interessante Beiträge erstellt. Im Folgenden das Inhaltsverzeichnis. Mit einem Klick auf den jeweiligen Link der Kapitelnummer kommen Sie zur Langversion:

8.15.1 Die Deutsche Bank Research prognostiziert  für das Jahr 2023 Einbrüche des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis zu 4%.

Dagegen sieht die Projektgruppe „Gemeinschaftsdiagnose“, die die Bundesregierung berät, für das BIP 2023 eine Verringerung von nur 0,4%.

In der der Studie „Gemeinschaftsdiagnose“ stehen folgende Kernaussagen:
#: Schon vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine zeichnete sich ab, dass sich Energie deutlich verteuert
#: Auf absehbare Zeit kann ein Verzicht auf fossile Energieträger nicht annähernd durch erneuerbare Energien kompensiert werden.
#. Die Institute empfehlen, den Ausstieg aus der Atomenergie um einige Jahre zu verschieben.
# Es ist damit zu rechnen, dass die aktuelle Energiekrise zu dauerhaften Einkommenseinbußen und entsprechend niedrigeren privaten Konsummöglichkeiten in Deutschland führen wird.

8.15.2 und 8.15.3 Laufzeitverlängerung der AKW’s bis 15. April 2023, ein fauler Kompromiss der Regierung, doch im Hintergrund war die Ablehnung der Laufzeitverlängerung bereits vorformuliert.

Der 2. Stresstest und die Bundespressekonferenz und wie man den Beitrag der AKW’s auf 1‰ des Gasverbrauchs herunterrechnet

8.13.4 Deutschland führt einen Krieg gegen sich selbst: Die Alternativen Fracking und CCS bleiben unbeachtet,

8.15.5 Auf dem Weg in den grünen Kommunismus: Initiatoren, Unterstützer und Mitläufer

# die Parteien: Alle im „grünen Mainstream“
# die Medien: Gut ist alles, was Panik schürt
# die großen Organisationen von Wirtschaft und Gesellschaft: Heimische Industrie opfert   in Brüssel ihre technologische Führungsposition dem Green Deal.
# der Bürger: Um mit Professor Hans-Werner Sinn zu sprechen: Ich kann mich nur wundern, wie leicht sich das deutsche Volk zu irrealen Träumereien hat verleiten lassen

8.15.6 die „grünen NGO’s“

Die deutsche Regierung verstärkt sich mit Funktionsträgern bzw Aktivisten von grünen NGO’s. Es  gibt es keine Grenzen mehr zwischen NGO‘s und dem Staat.

8.15.7 Deindustrialisierung, Insolvenzen, Wohlstandsverlust

Insolvenzen, im Oktober 2022, ein Drittel mehr als im Vorjahr (Insolvenzprognose IWH).

Der Wohlstandsverlust ist ein längerfristiger Prozess. Das hat mit der Demografie und der massiven Beschädigung der Wettbewerbsfähigkeit durch die grüne Energiewende zu tun. Diese Politik hat die deutsche Automobilindustrie und damit das Herzstück der deutschen Wirtschaft ihres Wettbewerbsvorteils beraubt ( Hans-Werner Sinn)

Weiterlesen bei Werner Köppen

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Die Wirtschaftswoche wagt einen Blick in die Zukunft und die sieht nicht gut aus für den Standort Deutschland.

“Warum die Stahlerzeugung abwandert? Nun, dass die Stahlproduktion ergrünen muss, ist allen klar. Daran führt kein Weg vorbei. Allein Thyssenkrupp Steel Europe verursacht derzeit 2,5 Prozent der deutschen Kohlenstoffdioxid-Emissionen. 2,5 Prozent! Auch der Weg dorthin ist eindeutig, das ist keine Raketentechnik. Die Hochofen-Route, bei der Koks verwendet wird, um Eisenerz um Sauerstoff zu reduzieren, wird ersetzt durch sogenannte Direktreduktionsanlagen, DRI-Anlagen. Die ziehen Sauerstoff mithilfe von Wasserstoff aus dem Erz. Das Ergebnis ist sogenannter Eisenschwamm, der dann weiterverarbeitet werden kann. Auf dem Gelände des Duisburger Werks soll bis 2026 eine erste DRI-Anlage errichtet werden, Kostenpunkt über zwei Milliarden Euro. Das Land NRW, Schwarz-Grün, hilft mit einem „mittleren dreistelligen Millionenbetrag.“ So weit, so ambitioniert.

Nur: Rentabel, wettbewerbsfähig ist diese Art der Vorort-Produktion absehbar nicht, wird es möglicherweise nie sein. Denn der Bedarf an grüner Energie ist zu groß. Wollte Thyssenkrupp so viel Stahl – etwa elf Millionen Tonnen pro Jahr – wie er derzeit in den vier Hochöfen im Duisburger Werk erzeugt wird, grün herstellen, wäre viermal so viel Grünstrom nötig, wie ihn die Stadt Hamburg verbraucht. Viermal so viel wie eine deutsche Großstadt! Mit diesem Strom müsste dann mit Elektrolyseuren grüner Wasserstoff hergestellt werden.”

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Wir brauchen mehr Energie!

Volker Wienand, Geschäftsführender Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability an der Goethe-Universität in Frankfurt, kommentiert im Tagesspiegel die Energiepreisentwicklung in Deutschland.

“Was wir wirklich brauchen, ist mehr Energie. Deutschlands Sonderweg zur Klimaneutralität im Jahr 2045 war auf russisches Gas gebaut. Notwendig ist jetzt, eine neue Brücke zu bauen, die es der Bundesrepublik ermöglicht, sich bis 2045 von Treibhausgasemissionen zu befreien – und gleichzeitig eine führende Industrienation mit wachsendem Wohlstand zu bleiben.

Statt den Brückenbau in Angriff zu nehmen, begnügt die Politik sich leider damit, Gasspeicher zu füllen und die Laufzeit von drei Kernkraftwerken um dreieinhalb Monate zu verlängern.

Es gibt pragmatische Ansätze

Notwendig wäre eine schnelle, massive und zunehmend klimafreundliche Ausweitung des Energieangebots. Das würde die Energiepreise wieder senken. Ein pragmatischer Ansatz müsste erstens eine mehrjährige Ausweitung der Kohleverstromung beinhalten, auch wenn das nicht gut fürs Klima ist.”

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Mehr Energie braucht auch Japan. Die Lösung dort lautet, man reaktiviert Kernkraftwerke. Andolu Agency berichtet.

“After the 2011 Fukushima disaster prompted Japan to reduce its nuclear power generation to as low as 1% of total output, the country is now gearing up to bring more of its reactors back online.

Japan currently has 54 reactors and 17 nuclear power plants, with an installed nuclear power capacity of 48.8 gigawatts.

However, it gradually shut down reactors after Fukushima, with the share of nuclear in total power generation falling to as low as 1% in 2015 from about 30% before the incident.

As reactors were later switched back on, this rate increased to 4% in 2020 and 6% in 2021, with plans to make it 22% by 2030.

As of this year, 10 reactors are actively producing electricity, with plans to raise this number to 17 by summer 2023.

A new 1.2-gigawatt advanced light water reactor, called SRZ-1200, is scheduled to be commissioned in the mid-2030s.”

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Die Preise für Lithium steigen. Nach Angaben von Financial Times (Bezahlartikel) bedeutet das erheblich Preissteigerungen, vor allen Dingen bei kleineren E-Autos, bei denen die Marge der Hersteller ohnehin geringer ist. Schon Ende September gab es einen Artikel bei E-Fahrer, der auf das Problem aufmerksam machte.

“Doch bereits jetzt ist die Lage auf dem Rohstoffmarkt angespannter denn je. Ein Ende ist nicht in Sicht – im Gegenteil. Der neueste Bericht der Analysten von Global Data zeigt, dass bis Ende des Jahrzehnts mehr als 27,5 Millionen batteriebetriebene Elektrofahrzeuge produziert werden, die eine Vielzahl von Lithium-Ionen-Zellen benötigen. Während die Regierungen vieler Länder erfolgreich gegen die Lithium-Knappheit vorgehen – die Produktionskapazität für Batteriezellen soll bis zum Jahre 2030 um fast das Fünffache auf 5,8 TWh ansteigen – werden diese Bemühungen selbst für die am wenigsten ehrgeizigen Elektropläne zu wenig sein, ganz zu schweigen von anderen Ideen für den elektrischen Verkehr.”

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Kolumbien hat ein Bruttosozialprodukt von etwa 300 Milliarden Dollar. Auf der UN-Klimakonferenz COP27 fordert das Land nun jährliche Schadenersatzzahlungen wegen Klimaschäden von 800 Milliarden Dollar. Das berichtet CFact.

“This preposterous claim shows the dangerous absurdity of the “loss and damage” doctrine. At this rate of damage the global total would run around TWO HUNDRED TRILLION DOLLARS A YEAR. There is not that much money in the whole world.

The $800 billion a year is from a report presented by Colombia at COP27. The mainstream green press either did not notice or decided to ignore it, lest it raise issues best left alone until the proposed UN Loss and Damage Facility is created.

Look at it this way. Colombia is a relatively small country with a GDP of around $300 billion a year, about the 40th largest in the world and just 0.4% of the global total. Its “loss and damage” claim is roughly 2.5 times its GDP, so let’s assume that ratio globally.”

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“Der zweifelhafte Kampf der Klimaschützer-Elite um gesellschaftliche Hoheit”

Axel Bojanowski beschreibt in einem Kommentar in der Welt (Bezahlartikel), dass die Pläne von Klimaschützern in Entwicklungsländern nicht immer auf Gegenliebe stoßen.

“Afrikanische Staaten haben zur UN-Klimakonferenz deutlich gemacht, dass sie ihre Ressourcen an Erdgas nutzen möchten, um ihre Bevölkerung aus der Armut zu holen. „Reiche Länder haben die ökonomischen Vorteile fossiler Energien über Jahrzehnte ausgenutzt“, sagte der Erdölminister Guineas vor der UN-Konferenz.

Planungen gibt es: Eine Erdölpipeline in Ostafrika könnte die Wirtschaftskraft Ugandas um zehn Prozent heben, Millionen Menschen aus der Armut holen, haben Ökonomen berechnet. Doch die Regeln der UN-Klimapolitik erschweren die Finanzierung.”

Im weiteren Verlauf des Kommentars geht es darum, dass Klimaschützer bzw. deren NGOs den Wunsch nach Kontrolle haben. Nicht immer zum Vorteil der Entwicklungsländer. Als Beispiel dient ihm Gentechnik, in diesem Fall Golden Rice.

“In Sachen Menschenfeindlichkeit macht niemand Greenpeace etwas vor mit dessem erschreckend erfolgreichen Feldzug gegen Nahrungsmittel für hungerleidende Länder, den selbst der Aufruf von 158 Nobelpreisträgern bislang nicht stoppen konnte. Die Wissenschaftler hatten Greenpeace 2016 aufgefordert, seinen Widerstand gegen „goldenen Reis“ zu beenden: „Wie viele Menschen müssen sterben, bevor wir von einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgehen?“, schrieben die Gelehrten.

Unter der Überschrift „Dieser Reis könnte jedes Jahr Millionen Kindern das Leben retten“, hatte 2000 das Magazin „Time“ über die gelungene Herstellung von „goldenem Reis“ berichtet. Mittels Gentechnik war es Biochemikern gelungen, eine Reissorte mit erhöhten Mengen einer Vitamin-A-Vorstufe zu entwickeln. Hunderttausende Kinder jährlich erblinden wegen Vitamin-A-Mangels, etwa die Hälfte von ihnen stirbt.”

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Chinese Academy of Sciences:

Discovery of a tripole winter precipitation change pattern around the Tibetan Plateau in the late 1990s

The Tibetan Plateau (TP) is referred to as the „water tower“ of Asia for being home to the headwaters of many major rivers in Asia, including the Yangtze, Yellow, Ganges, and Indus. Therefore, TP precipitation is important for not only local, but regional water resources too. On the other hand, the TP can strongly modulate the Asian climate through dynamic and thermal processes. Previous studies have shown that TP snow in winter/spring can significantly influence the Asian monsoon at interannual to interdecadal time scales. TP snow increased after the late 1970s and decreased after the late 1990s, contributing to simultaneous East Asian summer rainfall changes. However, little attention has been paid to the possible mechanism of TP precipitation change at interdecadal time scales.

In an attempt to understand this issue, Associate Prof. Yali Zhu from the Institute of Atmospheric Physics, Chinese Academy of Sciences, has uncovered a tripole winter precipitation change pattern around the TP in the late 1990s. In this pattern, the precipitation decreased over eastern India, from the southern TP, to southern China, and increased in the two regions to the north and south. The results have been published in Atmospheric and Oceanic Science Letters.

Further dynamical diagnosis and numerical experiment results show that tropical Pacific SST changes can induce strengthened Walker circulation over the Pacific, causing ascending motion anomalies over the Indo-Pacific region. The regional meridional–vertical circulation is thus modulated, leading to descending motion anomalies over eastern India, to the southern TP, to southern China. Combined with the effect of the changes in the East Asian westerly jet stream, a tripole precipitation pattern is formed around the TP.

„But other factors can also influence TP precipitation change, and more investigation is needed,“ adds Associate Prof. Zhu. Against the background of global warming, the impact of high-latitude climate systems, such as the Arctic sea ice, as well as anthropogenic activity, on TP precipitation, requires further analysis.

Paper: Yali Zhu, A tripole winter precipitation change pattern around the Tibetan Plateau in the late 1990s, Atmospheric and Oceanic Science Letters (2022). DOI: 10.1016/j.aosl.2022.100223

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metswift im Juni 2022:

Spring Rainfall Shortages in Europe: Is La Niña to Blame?

Europe is currently heading into what are typically the peak weeks of the summer heat on the back of widespread rainfall deficits.  As shown below, only the south-western quarter has seen above normal amounts, while most of the south-eastern quarter has been exceptionally dry.

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