Alterdiskriminierung: Altenheimbewohner sollen weniger Fleisch essen um das Klima zu schützen

Prof. Dr.-Ing. Hans-Günter Appel ist der Pressesprecher des NAEB e.V. Stromverbraucherschutz. In einem Artikel erläutert er, was gerade schief läuft in Sachen Energiewende:

Für ein stabiles Stromnetz sind große regelbare Kraftwerke erforderlich, die rund um die Uhr Grundlast liefern. Die Kraftwerke sind synchronisiert, das heißt, alle Kraftwerke speisen mit der gleichen Frequenz und Phase in das Netz ein. Die Frequenz wird durch die großen rotierenden Massen der Generatoren stabil gehalten. Schaltet sich ein weiterer Verbraucher ein, kommt der Strom zunächst aus der Rotationsenergie der Generatoren, die dadurch abgebremst werden. 

Die Frequenzänderung  ist das Signal, die Dampfzufuhr auf die Turbinen zu erhöhen, bis die 50 Hertz im Netz wieder erreicht sind. Schalten Verbraucher ab, wird die Dampfzufuhr vermindert. Die stark und schnell schwankenden Leistungen der Wind- und Solaranlagen erfordern wesentlich höhere Regelleistungen. Die Grundlast muss wenigstens 45 Prozent betragen, sonst bricht das Netz zusammen.  Ein Stromnetz mit mehr als 65 Prozent Wind- und Solarstrom wird instabil.

Die deutsche Zukunft ist in Kalifornien, USA, schon Realität. Der Staat will in den USA Vorreiter in der Klima- und Wendepolitik werden und hat viele Kohle- und Gaskraftwerke, sowie auch Kernkraftwerke abgeschaltet. Am 14. August 2020 war abends akuter Strommangel, weil nach Sonnenuntergang die Klimaanlagen noch voll in Betrieb waren. Es musste jeweils eine Stunde wechselweise der Strom für 200.000 bis 250.000 Kunden abgeschaltet werden, um einen Netzzusammenbruch zu verhindern. Insgesamt traf dies rund 4 Millionen Menschen. In dieser Zeit zahlten die Stromversorger mehr als einen Dollar für eine Kilowattstunde, um die Versorgung notdürftig aufrecht zu erhalten.

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Wie war der Sommer 2020? Der Deutsche Wetterdienst gibt bereits seine Statistik für den Monat August heraus. Mit 18,2 Grad lag der Sommer 2020 (Juni/Juli/August) 1,9 Grad über dem Mittelwert 1961-1990 und 1,1 Grad über dem Mittelwert 1981 – 2010. Das Niederschlagsmittel wurde um 9 Liter verfehlt, es fielen durchschnittlich 230 Liter Regen. Allerdings verteilten die sich sehr ungleichmäßig. Während z. B. das Saarland stellenweise nur 70-100 Liter Niederschlag hatte, kommen die Alpen auf 700 Liter. Die Dürre betraf also Deutschland nicht flächendeckend.

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Insideresources.com:

Climate Change Lawsuits Collapsing Like Dominoes

Climate change activists went to court in California recently trying to halt a long losing streak in their quest to punish energy companies for aiding and abetting the world’s consumption of fossil fuels.

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Baden Online im März 2020:

Wenig Interesse an Film zum Thema Klimawandel in Haslach

14 Besucher bekommen im Haslacher Bürgerhaus einen sehenswerten Film gezeigt. Der Vorsitzende  des BUND Mittleres Kinzigtal, Karl-Heinz Wössner, freute sich aber über die rege Diskussion. 

Mehr Interessenten hätte am Donnerstagabend der Film „Be Wild – die Normalität ist Radikal“ und die anschließende Diskussion über den Klimawandel mit den Filmemachern verdient gehabt. Eingeladen hatte in das Bürgerhaus der BUND Mittleres Kinzigtal. 

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Die Klimakampagne nimmt absurde Züge an. Inzwischen versuchen Firmen für ihr Marketing Klimahysteriker einzubinden und ihnen eine Plattform für Hatespeech gegen die „Klima-Leugner“ bereitzustellen. Beispiel Zahnhygiene, hydrophil.com:

HYDROPHIL ruft Euch auf, bei unserer #zeigzähne Aktion mitzumachen und gemeinsam mit uns all denjenigen, die den Klimawandel immer noch leugnen die Zähne zu zeigen. Die katastrophalen klimatischen Veränderungen nicht ernst zu nehmen ist ein Problem, das unser Wasser und dadurch jede*n Einzelne*n von uns bedroht. Mit unserer Kampagne räumen wir mit Klimamythen auf und sammeln wissenschaftliche Fakten zum menschengemachten Klimawandel.             

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Parchimer Zeitung (Paywall):

Stadtvertretersitzung in Parchim: AfD-Fraktion leugnet Klimawandel nicht mehr

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RND im Januar 2020 mit einer geschmacklosen Geschichte, kurz vor Corona:

Für den Klimaschutz: Altenheimbewohner sollen weniger Fleisch essen

–Auf jeden Bewohner eines Seniorenheims kommen im Schnitt acht Tonnen CO₂ pro Jahr – deutlich mehr, als das Pariser Klimaabkommen vorsieht.

–Einrichtung in Bochum will nun gegensteuern.

–Ab sofort kommt hier weniger Fleisch auf den Teller.

Das Büro zur Altersdiskriminierung reagierte am 3.2.2020:

Weniger Fleisch für AltenheimbewohnerInnen

Die Propagandamaschinerie gegen die Alten dreht mal wieder auf Hochtouren. Das zeigt ein Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland mit der Überschrift „Für den Klimaschutz: Altenheimbewohner sollen weniger Fleisch essen“. Berichtet wird darin über einen Bericht in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, deren Artikel wiederum auf einer Auswertung der Arbeiterwohlfahrt beruht. Die hat festgestellt, dass auf jeden Bewohner und jede Bewohnerin eines Altenheims in Bochum im Schnitt acht Tonnen C02 im Jahr entfallen. Das sei achtmal mehr, als im unverbindlichen Pariser Klimaabkommen vereinbart wurde.

40 Prozent dieser Emissionen würden laut Auswertung durch die Verpflegung der BewohnerInnen verursacht. Schlussfolgerung: Die BewohnerInnen sind schuld daran, denn sie essen zu viel Fleisch! Deshalb wird nun das Gewicht einer Bratwurst von 120 auf 100 Gramm verringert und in die Spaghettisauce kommt kein Hackfleisch mehr, sondern Gemüse.

Wer jemals in einem Seniorenheim Gast bei einer Mittagsmahlzeit gewesen ist, weiss, dass dort kein Kalbsbraten, keine Hämchen, Kassler, halben Hähnchen, Steaks, Filets, Kottelettes oder Rouladen auf den Tisch kommen, auch keine Leber, keine sauren Nierchen oder Ochsenbrust. Die allermeisten BewohnerInnen essen wie Vögelchen und wenn überhaupt es überhaupt Fleisch gibt, dann Billigfleisch, Bratwurst oder Hack halt.

Es sind deshalb Zweifel daran berechtigt, dass 40 Prozent der C02 Emissionen in diesem Altenheim durch den Fleischverzehr von AltenheimbewohnerInnen entstehen sollen. Eher wird das schädliche Treibhausgas wohl benutzt, um eine innovative Begründung für die Kostenreduzierung bei der Verpflegung liefern zu können, aber dem alten Motto folgend: Mehr Wohlfahrt für die Wohlfahrt. Emissionsbehauptungen machen`s möglich. Und wenn auch noch ein Altenbashing dabei herausspringt, wird das in den Chefetagen auf jeden Fall lieber gesehen, als z.B. der Hinweis darauf, dass im Jahr 2018 von der Energiewirtschaft hierzulande 311 Millionen Tonnen C02 in die Luft geblasen wurden und im Sommer das Steinkohlekraftwerk Datteln 4 in Betrieb genommen werden soll – mit Kohle aus Kolumbien und Sibirien! Und gerne hätte man auch gewusst, wo denn das Bochumer Altenheim seine Fleischwaren einkauft. H.S.

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