Déjà vu: Bereits vor 1000 Jahren blieb in Kapstadt für einige Jahrhunderte der Winterregen aus und führte zu Dürren

Frankreichs Präsident Emmanuelle Macron hat eine neue Webseite erstellen lassen, die Klimaforscher nach Frankreich locken soll. Dort könne man noch schön im alten Alarm-Stil forschen. Erfahrenen Wissenschaftlern mit mehr als 15 Jahren Erfahrung bietet Macron ein Paket von 1,5 Millionen Euro an, das für 4 Jahre reichen soll und aus dem neben dem Gehalt des Hauptforschers auch noch 2 Angestellte, 2 Studenten und Projektausgaben zu bestreiten sind. Der Deutschlandfunk berichtete am 9. Juni 2017 über die Initiative:

Kampf gegen den KlimawandelMacrons neue Webseite
Mit seinem Aufruf “Make our planet great again” hat Frankreichs Präsident Emmanuelle Macron für Aufsehen gesorgt. Jetzt hat die französische Regierung eine Internetseite geschaffen, um für den Kampf gegen den Klimawandel zu mobilisieren – und Forscher nach Frankreich zu locken.

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Vielleicht könnte man hier eine Forschergruppe zum Paläoklima anbieten? Die Mühe kann man sich aber wohl sparen, denn beim letzten Versuch, die französische Regierung für das Paläoklima zu interessieren, zog der französischen General-Kommissar für nachhaltige Entwicklung kurzerhand die Notbremse. Wie ernst ist der Aufruf also diesmal gemeint?

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Im “Blog der Republik” wurde am 9. Juni 2017 die aktuelle Dürre in Südafrika ohne lange zu fackeln mit dem Klimawandel verbandelt. Ohne Frage, Trump hat Schuld an der Wasserknappheit!

Auch wenn US-Präsident Trump den Klimawandel leugnet, Kapstadt leidet unter dramatischer Dürre
Die südafrikanische Metropole Kapstadt leidet unter der schlimmsten Dürre seit 113 Jahren. Drastische Notverordnungen sollen das Wassersparen forcieren. Dazu sollen auch drastisch erhöhte Preise und viel Kommunikationsarbeit beitragen. Alles nur Tropfen auf dem heißen Stein und zu spät? Obwohl sich das Drama seit Jahren angekündigt hatte, verließ sich die Politik allein auf den Winterregen – und der ist bisher wieder ausgeblieben. Jetzt leiden Bevölkerung und Wirtschaft. [...] Auch wenn der US-Präsident Donald Trump den Klimawandel leugnet, in Südafrika sind seine Folgen unübersehbar.

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Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig sich die Kommentatoren in der Klimageschichte auskennen. Aufgrund dieser historischen Kurzsichtigkeit konstruieren sie dann abenteuerliche Zusammenhänge. Die allererste Frage sollte doch sein, ob der Winterregen zuvor stets stabil war oder es auch früher schon Schwankungen gegeben hat. Falls der Regen geschwankt hat, was war der Antrieb der Variabilität? Und schon sind wir wieder bei unserem Projekt zur Mittelalterlichen Klimaanaomalie, das neben Temperaturschwankungen auch historische Veränderungen in den Niederschlägen erfasst. Ein Klick auf die Projektkarte reicht, um die entsprechenden Studien aus dem Winterregengebiet Kapstadts zu identifizieren. Untersuchungen am Offshore Sedimentkern GeoB 8323 sowie in Lake Verlorenvlei, Princessvlei Lake und Katbakkies Pass zeigen, dass der Winterregen bereits vor 1000 Jahren für 200 Jahre reduziert war und Dürren verursachte. Dies sind die gelb-gefärbten Punkte auf der Karte (sowie ein nahegelegener roter Punkt). Wenn Sie auf die Punkte klicken, können Sie sogar die wichtigsten Abbildungen öffnen, die die historischen Schwankungen im Winterregen dokumentieren.

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Und dann war da noch ein ganz kurioser Artikel aus der Schweiz. Im Tages Anzeiger war Ende 2015 doch tatsächlich zu lesen:

«Steigender Meeresspiegel lässt unser Land verschwinden»