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Deutscher Wetterdienst beschreibt 2012 als “ungewöhnlich warm”, versäumt jedoch, die warmen letzten 15 Jahre in die Referenzperiode zu integrieren

Anfang Mai 2013 rührte der Deutsche Wetterdienst (DWD) wieder kräftig die Werbetrommel für die Klimakatastrophe. Da die realen Messwerte nicht so mitspielten wie geplant, mussten statistische Hilfskonstrukte aushelfen, um die Bevölkerung auf Alarm-Linie zu halten. Zwar räumte man zähneknirrschend ein, dass die weitere Erwärmung seit nunmehr 15 Jahren ausgeblieben ist, trotzdem wollte man auf die liebgewonnene Katastrophe nicht verzichten. Die Ruhr Nachrichten berichteten am 7. Mai 2013 über die DWD-Meldung:

Auch ohne neue Hitzerekorde war es 2012 in Deutschland erneut ungewöhnlich warm: Die durchschnittlichen 9,1 Grad Celsius lagen deutlich über dem langjährigen Mittel von 8,2 Grad, berichtete der Deutsche Wetterdienst am Dienstag in Berlin.

Wie kann das sein? Das Jahr 2012 reihte sich nahtlos in die monotone Reihe des Erwärmungsplateaus seit 1998 ein und der DWD sieht trotzdem eine “ungewöhnliche Wärme”. Da kann doch etwas nicht stimmen. Um diesem Mysterium auf die Spur zu kommen, sollten wir kurz klären, was für den DWD eigentlich “gewöhnlich” bzw. “normal” bedeutet. In der Original-Pressemitteilung des DWD vom 7. Mai 2013 werden wir fündig:

Auch in Deutschland lag die Mitteltemperatur im Jahr 2012 mit 9,1 Grad Celsius (°C) erneut deutlich über dem vieljährigen Mittel von 8,2 °C. Das Jahr 2012 war damit kein Rekordjahr, aber das 16. wärmste seit 1881. Nach Auswertungen des DWD waren 24 der vergangenen 30 Jahre in Deutschland zu warm. In diese drei Jahrzehnte fielen zugleich 9 der 10 wärmsten Jahre der inzwischen 132jährigen Zeitreihe des nationalen Wetterdienstes.

Der DWD bezieht sich also auf ein ominöses “vieljähriges Mittel”. Leider versäumt es die Behörde in der Pressemitteilung bekanntzugeben, um welchen “vieljährigen” Vergleichszeitraum es dabei eigentlich geht. Ist dieser Zeitraum überhaupt geeignet für einen solchen Vergleich? Handelt es sich vielleicht um die letzten 30 Jahre, wie es in der Definition des Begriffs Klima gefordert wird? Dies wäre der Zeitraum 1983-2012. Auf der Suche nach Antworten werden wir im offiziellen Rede-Transskript der DWD-Klima-Pressekonferenz vom 7. Mai 2013 fündig. Dr. Thomas Deutschländer, Leiter des Bereichs Klimaanalyse des Deutschen Wetterdienstes führt darin aus:

Im Jahr 2012 lag die Mitteltemperatur in Deutschland mit 9,1 Grad Celsius (°C) erneut deutlich über dem vieljährigen Mittel der internationalen Referenzperiode 1961-1990 von 8,2 °C.

Nun ist es also raus: Der DWD verwendet eine Uralt-Vergleichsperiode, die mit dem modernen Temperaturgeschehen herzlich wenig zu tun hat. Die erste Hälfte der Referenzperiode fällt in eine ausgeprägte Kältephase, vermutlich ausgelöst durch die kalte Phase der großen 60-jährigen Ozeanzyklen sowie eine äußerst inaktive Sonne in den 1970er Jahren. Wenn man die Referenzperiode bewusst in diese Zeit zurückverlagert, ist es kein Wunder, dass nun jedes Jahr ”ungewöhnlich warm” ausfällt. Vielleicht sollte man dem DWD noch dankbar sein, dass er nicht die Temperaturen der letzten großen Eiszeit von vor 50.000 Jahren als “Referenzperiode” ausgewählt hat, als es 10 Grad kälter war. Macht man sich diesen unredlichen Referenz-Taschenspielertrick erst einmal klar, dann wird schnell deutlich, dass hier augenscheinlich die Öffentlichkeit hinters Licht geführt wird. In den zahlreichen Zeitungsartikeln, die auf Grundlage der abgespeckten DWD-Pressemitteilung entstanden sind, sucht man jedenfalls in der Regel vergeblich nach Aufklärung zur weit zurückliegenden “Referenzperiode”.

Und dann wäre da noch die Masche mit dem Extremwetter. Die Ruhr Nachrichten schreiben:

«Weltweit betrachtet war 2012 durch eine Reihe von Extremereignissen geprägt», betonte [DWD-Vizepräsident Paul] Becker: Anhaltende Dürre im Mittleren Westen der USA, Rekordminimum bei der arktischen Meereisbedeckung und Hurrikan Sandy. Zwar ließen solche Einzelereignisse keine konkreten Rückschlüsse auf das Fortschreiten des Klimawandels zu. Aber es gehe um eine langfristiges Aufsummieren menschlicher und natürlicher Einflüsse.

Eine durchsichtige Sache. Erst zählt man mit bebender Stimme alle Extremwettereignisse des letzten Jahres auf, sichert sich dann mit dem Standard-Disclaimer zum Einzelereignis vorsorglich ab und behauptet dann, in den kommenden Jahren würden sich diese Extremereignisse angeblich häufen. Dem nüchternen Faktencheck halten solche Behauptungen meist nicht stand. Im konkreten Fall ist weder bei Hurrikanen, noch bei Dürren ein besonderer Häufungstrend zu erkennen. Die Hurrikanhäufigkeit liegt noch immer weit unterhalb der sturmreichen früheren Zeiten und in den USA halten die Dürren der 1930er Jahre noch immer fast alle Rekorde. Beim arktischen Meereis sollte man mit der letzten Wärmeperiode vor 1000 Jahren vergleichen, als die Wikinger locker flockig mit ihren Schiffen durch den in vielen Bereichen eisfreien arktischen Ozean segelten.

Und dann erfahren wir via Ruhr Nachrichten noch etwas ganz Seltsames vom DWD:

«Vor allem ältere Menschen werden unter den höheren Temperaturen leiden», sagte Becker. So schätzt der DWD, dass es etwa im Oberrheingraben um die Jahrhundertmitte in einem Drittel der Nächte zwischen Mai und September über 25 Grad Celsius warm werden dürfte – und zwar in Innenräumen einer Durchschnittswohnung. «Das kann ein 35-jähriger Gesunder vielleicht wegstecken, aber ein 88-jähriger Senior nicht mehr unbedingt».

Da bekommt man es ja richtig mit der Angst zu tun. Werden unsere Hochbetagten demnächst alle am Klimawandel sterben, weil es in der Spitze an einigen Tagen ein paar Grad wärmer werden könnte? Kleiner Plausibilitäts-Check. Wenn dies so wäre, dann müsste die Bevölkerung in den heißen südeuropäischen Ländern folglich heute im Vergleich zum kühleren Norden eine deutlich geringere Lebenserwartung aufweisen. Das lässt sich leicht nachprüfen. Bei Betrachtung der harten Fakten ist die Überraschung groß: Laut einer neuen Untersuchung, die im Fachmagazin Lancet 2013 erschien, ist Spanien bei der Lebenserwartung ihrer Bürger führend in Europa. Auch bei einem Vergleich der Regionen ist kein Unterschied zwischen Südeuropa und Nordeuropa feststellbar: Beide Regionen weisen sehr ähnliche Werte in der Lebenserwartung auf. Lieber Herr Becker, irgendetwas scheint hier mit ihrem simplistischen Klima-Modell nicht zu stimmen. Wie peinlich. DWD – Quo vadis?

 

Klimawissenschaften in Bedrängnis: Nachträgliche Wettervorhersage soll Vertrauen in Modellierungen zurückgewinnen

Im April 2013 erschien im Fachmagazin Nature Climate Change ein bizarrer Artikel, in dem sich eine Gruppe IPCC-naher Wissenschaftler Gedanken über den Erwärmungsstop macht. Bekanntlich hatte kein einziges der IPCC-Modelle diesen Erwärmungsstop vorhergesagt, so dass der IPCC von den Ereignissen der letzten Jahre vollkommen überrascht wurde. Die Gruppe um Virginie Guemas hat nun eine elegante Lösung für das IPCC-Problem gefunden. Das Team führte einfach eine “retrospektive” Prognose für die letzten Jahre durch. Das klingt ziemlich gut und professionell. Übersetzt heißt dies jedoch nichts anderes als eine “nachträgliche Vorhersage”, was wenig beeindruckend und nicht allzu nützlich ist. Die Lottozahlen nachträglich vorherzusagen ist halt wirklich keine große Kunst. Der IPCC scheint sich nun offenbar auf diesen neuen Zweig der Vorhersagen zu konzentrieren, um seine arg gebeutelte Erfolgsquote aufzubessern.

Im Artikel wundern sich die Autoren, weshalb die Temperaturen wohl in den letzten 15 Jahren nicht weiter angestiegen sind, obwohl doch der CO2-Austoß ungebrochen war und die Kohlendioxid-Konzentrationen stetig nach oben gingen. Als Rettungsanker wählten Virginie Guemas und Kollegen den Ozean. Hier würde die ganze Wärme derzeit versenkt werden. Aber warum haben die IPCC-Modelle diese Wärmeversenkung nicht vorhergesagt? Der Ozean ist integraler Bestandteil dieser Modelle und dann passiert eine solch eklatante Panne? Teile der Wissenschaft geraten ins Grübeln. Wurde die CO2-Klimasensitivität vielleicht doch eher viel zu hoch in den Modellen angesetzt? (Siehe unseren Blogbeitrag “Hinweise auf eine niedrigere CO2-Klimasensitivität verdichten sich: Drei neue Arbeiten erteilen den IPCC-Katastrophenszenarien eine Absage“). Das Team um Virginie Guemas steckt noch tief in seinen CO2-potenten Träumen und kommt in der Nature Climate Change zum folgenden überraschenden Schluss (aus der Kurzfassung):

Die Fähigkeit, die gebremste Erwärmung retrospketiv vorherzusagen stärkt nicht nur unser Vertrauen in die Robustheit unserer Klimamodelle, sondern steigert auch die sozioökonomische Relevanz von Klimavorhersagen im Jahrzehntmaßstab.

Realsatiren wie diese zeigen, wie weit sich die Klimaforschung bereits von der guten wissenschaftlichen Praxis entfernt hat. Es ist offensichtlich, dass in jeder anderen Disziplin ein solches Papier nicht durch die Begutachtung gekommen wäre. Der “Wert” nachträglicher Modellierungen ist seit langem bekannt und in einem historischen Gespräch der bekannten Physiker Freeman Dyson und Enrico Fermi treffend festgehalten (aus P.M.):

Dyson wies auf die gute Übereinstimmung von Theorie und Experiment hin, doch Fermi fragte ihn nur nach der Anzahl der frei zu bestimmenden Parameter. Als ihm Dyson sagte, es wären deren vier, entgegnete Fermi: “Mein Freund John von Neumann pflegte zu sagen, mit vier Parametern kann ich einen Elefanten in ein Mauseloch einpassen, und mit fünf Parametern lass ich ihn auch noch mit dem Rüssel wedeln.”

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Die Vereinten Nationen empfehlen derzeit den Völkern der Erde, verstärkt Insekten zu essen. Auf diese Weise könnten große Mengen an Treibhausgasen eingespart werden, heißt es. Insekten können 2 kg Fliegenfutter in 1 kg essbares Fleisch umwandeln. Rinder brauchen hierfür die vierfache Menge an Futter. Allerdings scheint die UN dabei übersehen zu haben, dass Rindfleisch ungefähr 200 mal besser schmeckt als Insektenfleisch… Wohl bekommts!

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Der ehemalige Direktor des Hamburger Max-Planck-Instituts, Lennart Bengtsson, veröffentlichte im Klimazwiebel-Blog einen lesenswerten Meinungsbeitrag zu Fehlentwicklungen in der aktuellen Klimaforschung. Hier ein Auszug:

The global temperature has not increased steadily but in irregular intervals. Typical features are a distinct warming trend 1910-1940, a slight cooling trend 1945-1970 followed by the sharp warming trend until the end of the 20th century and finally the last 15 years without any clear warming trend. The lack of any significant warming in the tropical troposphere since the beginning of space observations in 1979 is particularly intriguing in particular as present models show a warming trend over the same time of 0.3-0.4°C in the average, figure 2. Such results, scientifically very puzzling as they are, have hardly received any media attention but instead the public has been overwhelmed in recent years by excessive reports of a rapid and threatening global warming very soon running out of control, unless the most drastic steps are taken to stop it. If there are no obvious global signals available, suitable arguments are created from an endless number of extreme weather events. The fact that similar extreme weather has been found to be a property of the present or undisturbed climate is not recognized. The global warming has been taken out of the hands of the meteorologists and traditional climatologists and is now run by professional media experts and different well-recognized members (political or otherwise) of the general public that have found the present climate hype to be a suitable way to remain or be obtain a place in the media limelight.
For some parts of the industry as well as for different NGOs such as Greenpeace and WWF a threatening climate warming have become a necessity and a source of extra income as it provides continued subventions for wind and solar energy as well as contributions from worried parents and grandparents that are anxious to protect their children and grandchildren from an approaching climate catastrophe.

Weiterlesen im Klimazwiebel-Blog.

 

Foto: André Karwath aka Aka / Lizenz: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license

                    

Dubiose Klimabroschüre des Umweltbundesamtes geht nach hinten los: Fach- und Medienwelt sind entsetzt

Mitte Mai 2013 hat das Umweltbundesamt (UBA) eine layout-technisch professionell durchgestylte neue Broschüre mit dem Titel “Und sie erwärmt sich doch” herausgegeben, in der die Behörde mit Journalisten und Wissenschaftlern abrechnet, die einen menschengemachten katastrophalen Klimawandel für nicht erwiesen halten. Noch vor wenigen Jahren hätte das UBA für ein solches Heft wohl vermutlich eher anerkennendes Schulterklopfen geerntet. Die Klimawissenschaften haben sich jedoch seitdem merklich weiterentwickelt. Heute ist klar, dass sich die Natur nicht an das simple CO2-zentrierte Katastrophenmodell hält und die Rolle natürlicher Klimafaktoren signifikant unterschätzt wurde. Das Echo auf die wissenschaftlich unausgewogene UBA-Broschüre fiel entsprechend deutlich aus: Fach- und Medienwelt sind entsetzt. Man muss kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass dieser Fauxpas für UBA-Leitung und Autoren möglicherweise unangenehme Folgen haben könnte. Mittlerweile hat sich die Empörung über den Skandal bereits so weit gesteigert, dass sich sogar die ansonsten eher IPCC-nahe heute-Redaktion des ZDF auf ihrer Webseite mit dem UBA-Pamphlet kritisch auseinandersetzte:

Das Dokument vergreift sich dabei im Ton – und in der Sache, meint Reinhard Schlieker. In seiner neuen Broschüre, deren Autor die Behörde verschweigt (Impressum: “Fachgebiet I 2.1 – Klimaschutz”) führt das Amt Fragen und Antworten zum Klimaschutz auf, etwa: “Wie kann man überhaupt das Klima vorhersagen, wenn schon eine Wettervorhersage für zwei Wochen im Voraus nicht stimmt?”, oder “Ist ein wärmeres Klima nicht generell von Vorteil?”. Alle diese Fragen werden dahingehend beantwortet, dass die Standpunkte der etablierten Klimaforscher bestätigt werden (Klimavorhersage ist natürlich etwas anderes als Wettervorhersage, und ein wärmeres Klima ist natürlich nicht von Vorteil, sondern führt zu Katastrophen und zum Aussterben ganzer Arten). Kurz: Die menschengemachte Erwärmung ist eine Tatsache, punktum. “Und sie erwärmt sich doch” – ein Titel, der wohl an Galileo Galilei erinnern soll: Große Fußstapfen für eine simple Behörde. Der Titel ist Programm. Das Umweltbundesamt hat sich auf seine Wahrheit festgelegt.

Mit den klimawissenschaftlichen Thesen des UBA haben wir uns bereits ausführlich in einem früheren Blogbeitrag zu einer ähnlichen UBA-Vorgängerbroschüre mit dem Titel “Sonne, Treibhausgase, Aerosole, Vulkanausbrüche – gibt es einen Favoriten bei den Klimaänderungen?” auseinandergesetzt (siehe unseren Blogbeitrag “Einseitiges Klima im Umweltbundesamt: Was steckt dahinter?“). Bereits damals wurde klar, dass die Behörde unbequeme Fakten im Zweifelsfall ignoriert und den Lesern wichtige Zusammenhänge vorenthält, wohl um die eigene Argumentation zu stützen. Um Duplikationen zu vermeiden, wollen wir uns daher in dieser Besprechung auf Kapitel 5 ”Klimawandelskeptiker in Deutschland” der neuen Broschüre konzentrieren, das auf Seite 111 beginnt (das pdf des Heftes ist übrigens kostenfrei auf der UBA-Homepage herunterladbar).

Bereits die Begrifflichkeit der Kapitelüberschrift ist falsch: Die angeblichen “Klimawandelskeptiker” bezweifeln nämlich gar nicht, dass sich das Klima wandelt. Und sie bezweifeln in der Regel noch nicht einmal, dass es einen menschengemachten Anteil am Klimawandel gibt. Besser würde hier daher der Begriff “Klimarealist” passen, da es hier vor allem um Gedanken zur quantitativen Aufteilung der verschiedenen anthropogenen und natürlichen Klimatreiber im Klimamix geht. Grundlage hierfür sind zahlreiche paläoklimatische sowie physikochemische Daten aus der reichen Flut an neuen Studie zu diesem Thema. Eine solch differenzierte Betrachtungsweise passt jedoch offenbar nicht in das grobe Schwarz-Weiß-Muster, das sich in das deutsche klimawissenschaftliche Establishment in den letzten Jahren eingeschlichen hat. Für die polarisierte UBA-Sichtweise werden auf jeden Fall keine wissenschaflichen Graustufen benötigt (UBA S. 111, Fettsetzung ergänzt):

“Beck 2010 weist darauf hin, dass sich in der Bundesrepublik beispielsweise bereits ab Mitte der 1980er Jahre durch die Arbeit der Enquete-Kommission „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre” des Deutschen Bundestages ein breiter Konsens darüber herausgebildet hat, dass der Klimawandel bereits stattfindet, katastrophale Folgen haben wird und sofort und umfassend gehandelt werden muss.”

Die Katastrophe ist also schon lange beschlossene Sache. Das wundert wenig, war doch der heutige UBA-Präsident Jochen Flasbarth von 1992-2003 hauptamtlicher Präsident des der Klimakatastrophe zugeneigten Naturschutzbundes Deutschland (NABU) und forderte 2009 für die Mitte des 21. Jahrhunderts gar ein “CO2-freies Deutschland”. Da ist es egal, dass die aktuelle Forschung dies mittlerweile ganz anders sieht. Auf der gleichen Seite der Broschüre beginnt dann eine ‘Schwarze Liste’ mit Namen von prominenten “Klimawandelskeptikern” in Deutschland, die (O-Ton UBA:) “hierzulande Zweifel verbreiten.” Gleich an Nummer zwei auf der Liste erscheinen die Autoren des Buches “Die kalte Sonne“, Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning. Was haben wir uns zuschulden kommen lassen, dass man unser Buch von Staats wegen als wissenschaftliche unsittliche Literatur brandmarkt? In der UBA-Broschüre wird es dankenswerterweise erläutert:

“Die beiden Autoren stellen grundlegende Erkenntnisse der Klimaforschung in Frage. In erster Linie machen sie natürliche Ursachen wie die schwankende Strahlungsintensität der Sonne für die globale Erwärmung in den letzten Jahrzehnten verantwortlich.”

Ja, das ist ja ungeheuerlich. Jeder sollte doch eigentlich wissen, dass man in der Wissenschaft niemals “grundlegende Erkenntnisse in Frage stellen” sollte. Alfred Wegener kann ein Lied davon singen. Der Vater der Kontinentaldrift hatte damals den Aufstand gewagt und dafür auch prompt die Quittung in Form von wissenschaftlicher Erniedrigung und Karrierebremsen bekommen. Hätte er damals als Meteorologe nicht die Courage gehabt gegen das geologische Establishment aufzubegehren, wer weiß ob die Erdplatten vielleicht noch heute unbeweglich vor sich hindämmern würden (siehe unseren Blogartikel “Kontinentalverschiebung und Klimawandel: Die wundersame Wiederholung der Wissenschaftsgeschichte“).

Was ist aus den Thesen der kalten Sonne geworden, gut ein Jahr nach Veröffentlichung des ketzerischen Werkes? Die Überprüfung fördert Überraschendes zutage: Vahrenholt/Lüning hatten damals über Hinweise geschrieben, dass die CO2-Klimasensitivität wohl deutlich geringer ausfällt als vom IPCC angenommen. Und in der Tat, die Wissenschaft scheint momentan genau diese These zu bestätigen. Im Monatstakt erscheinen derzeit neue Publikationen in begutachteten Fachzeitschriften, in denen von Klimasensitivitäten ausgegangen wird, die zum Teil nur halb so hoch sind wie die in den IPCC-Modellen (siehe unseren Blogbeitrag “Hinweise auf eine niedrigere CO2-Klimasensitivität verdichten sich: Drei neue Arbeiten erteilen den IPCC-Katastrophenszenarien eine Absage“).

Eine weitere These im vom UBA als fehlerhaft dargestellten Vahrenholt/Lüning Buch war, dass ein signifikanter Anteil der Erwärmung 1977-1998 auf das Wirken von Ozeanzyklen zurückgehen soll. Auch diese These wurde mittlerweile von der aktuellen Wissenschaft bestätigt (siehe unsere Blogartikel “Neue Arbeit in PNAS: 40% der Erwärmung der letzten 50 Jahre ist durch Ozeanzyklen bedingt” und “Wu et al. 2011: Erwärmung im späten 20. Jahrhundert durch Ozeanzyklen verstärkt“).

Und dann wäre da noch die Sonne, die laut UBA angeblich so nahezu keine Klimawirkung haben soll. Das Geoforschungszentrum Potsdam widerspricht dem mittlerweile vehement (siehe unsere Blogbeiträge “Geoforschungszentrum Potsdam: Solarflaute vor 2800 Jahren löste Kälteperiode in Mitteleuropa aus” und “GeoForschungsZentrum Potsdam mit neuer wegweisender Sonderpublikation zur Klimadebatte“).

Anstatt in der Broschüre diese neuen Entwicklungen anzuerkennen und eine fruchtbare wissenschaftliche Weiterentwicklung bestehender Modelle zu versuchen, werden die Autoren Vahrenholt/Lüning vom UBA lieber persönlich diffamiert (S. 112):

Es ist deshalb für – zudem fachfremde – Einzelpersonen kaum möglich, sich neben einer andersgearteten hauptberuflichen Tätigkeit tiefgründig in „verschiedene Klimamodelle” einzuarbeiten.

Fachfremd? Vahrenholt ist promovierter Chemiker, und die Chemie ist integraler Bestandteil der stark interdisziplinären Klimawissenschaften. Lüning ist promovierter und habilitierter Geologe. Auch die Geologie ist bekanntlich einer der fachlichen Grundpfeiler der Klimawissenschaften. Würde man der fehlgeleiteten UBA-Argumentation folgen, müsste man auch Stefan Rahmstorf als “fachfremd” ansehen, da er “nur” Physik und Ozeanographie und eben nicht “Klimawissenschaften” studiert hat. Das UBA stellt den Lesern dann Vahrenholts Lebenslauf vor, mit dem verborgenen Ziel, ihn als eine Art Öl-/Gas-/Kohlemanager aussehen zu lassen:

Fritz Vahrenholt promovierte im Fach Chemie, arbeitete von 1991 bis 1997 als Umweltsenator von Hamburg, war danach im Vorstand der Deutschen Shell AG und ist seit 2001 Manager des Energieversorgungskonzerns RWE.

Falsch! Vahrenholt hat 2001 das Windkraftunternehmen REpower  gegründet, hat es zur Weltspitze in der Branche geführt und war bis 2008 Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. So viel grüne Energie passte dem UBA offenbar nicht in die Story. Daher verschweigt die Behörde ihren Lesern wohl auch, dass Vahrenholt’s Aufgabe bei Shell seinerzeit der Aufbau der Erneuerbaren Energien im Konzern war. In Vahrenholts Shell-Vorstandszeit fällt zum Beispiel der Bau der ersten Solarfabrik in Deutschland. Erst 2008 wurde Vahrenholt zum Geschäftsführer der von ihm mitgegründeten RWE Innogy ernannt, einer Gesellschaft für Erneuerbare Energien, die Jahr für Jahr der größte deutsche Investor in diesem Sektor war. Ebenfalls verschwiegen wurde eine andere pikante Einzelheit. Vahrenholt war nämlich von 1976 bis 1981 Fachgebietsleiter „Chemische Industrie“. Und zwar wo genau? Na klar, beim Umweltbundesamt! (weiterlesen …)

Umweltbundesamt rätselt über den Erwärmungsstopp

In Ulli Kulkes Blog Donner + Doria erschien Anfang Mai eine nüchterne Betrachtung der 400 ppm CO2-Marke. Hier ein Auszug:

Wieder ein Klima-Rekord, der keiner ist

Die Alarmstimmung steigt wieder in Sachen globaler Erwärmung. Anfang Mai sei wieder ein neuer Rekord gebrochen worden, ein Kipppunkt sei jetzt erreicht, wahlweise auch ein Meilenstein oder eine magische Grenze, Aufregung in den Medien. Worum geht es? Nein, es gab keine neue Rekordtemperatur, auch sind die Ozeane nicht über die Ufer getreten. Was erreicht wurde, ist ein neuer Höchststand beim Anteil des Kohlendioxids in der Erdatmosphäre. Doch das unterschied jetzt den 1. Mai nicht vom 30. Mai des Vorjahres (an dem trotz jenes Gassenhauers die Welt schon mal nicht untergegangen ist), auch nicht vom 12. September oder dem 23. August oder jedem anderen beliebigen Tag. Der CO2-Anteil steigt und steigt, täglich, wöchentlich, jährlich. Der einzige Unterschied: Jetzt sind wir offenbar bei einem Anteil von 400 ppm („millionstel Teile“) angekommen. Und schon ist von „Rekord der Menschheitsgeschichte“ die Rede. Das trifft zwar zu, war aber auch schon bei 300 ppm der Fall, und bei allen Werten und an allen Tagen dazwischen, wenn wir mal den Homo Erectus nicht als Menschen sondern als Vorläufer ansehen, denn 300 ppm gab es (vor der industriellen Zeit) das letzte Mal vor 800.000 Jahren. Die taz sieht (genau bei 400, komisch) einen Kipppunkt erreicht, bei dem, so muss man es wohl sehen, dann nichts mehr zu retten sei. Und jetzt? Ich habe den Eindruck, dass manche von denen, die jetzt Alarm, Alarm rufen, damit den Eindruck erwecken wollen, dass die Erhöhung des CO2-Gehaltes ein erneuter Beweis dafür ist, wie gefährlich der Stoff die Erde aufheizt. Der Zusammenhang mag prinzipiell bestehen, aber ein Beweis dafür ist diese Erhöhung nun gerade nicht, eher schon für das Gegenteil. Denn die globale Temperatur ist dem CO2-Anstieg gerade nicht gefolgt. Die Kurven haben sich in den letzten Jahren eher noch weiter entkoppelt als das sie sich angenähert hätten.

Weiterlesen auf Donner + Doria

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Eine Reihe von neueren Arbeiten hat in den letzten Monaten gezeigt, dass die Klimawirkung des CO2 wohl deutlich überschätzt wurde (siehe unseren Blogbeitrag ” Hinweise auf eine niedrigere CO2-Klimasensitivität verdichten sich: Drei neue Arbeiten erteilen den IPCC-Katastrophenszenarien eine Absage“). Mittlerweile haben dies auch einige große Zeitungen mitbekommen und bereiten ihre Leserschaft in vorsichtigen Worten auf die veränderte Sichtweise vor. So diskutierte die New York Times am 13. Mai 2013 das Thema ausführlich und lässt dabei unter anderem Pierre Gosselin vom Blog ‘Notrickszone.com’ zu Wort kommen.

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Die wissenschaftlichen Hinweise auf eine signifikante Beteiligung von Sonnenaktivitätsschwankungen am Kimageschehen häufen sich. Das Science & Public Policy Institute hat im April 2013 nun einen neuen Bericht herausgegeben, in dem eine Vielzahl dieser Studien ausgewertet und zusammengefasst wird. Das pdf der Arbeit mit dem Titel “Solar influence on global temperature” ist kostenlos als pdf herunterladbar.

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Das Umweltbundesamt (UBA) produziert im Rahmen des “Green Radio” regelmäßig eigene Radiosendungen, wohl in der Hoffnung, dass Radiostationen die Beiträge übernehmen und verbreiten könnten. Ende Februar 2013 brachte Green Radio einen Beitrag mit dem Titel “Klimawandel – warum die Erderwärmung scheinbar Pause macht”, in dem der Hamburger Klimamodellierer Jochem Marotzke interviewt wird. Gemeinsam rätseln UBA und Marotzke in der Sendung, warum es seit nunmehr 15 Jahren auf der Erde gar nicht mehr wärmer geworden ist und warum peinlicherweise kein einziges IPCC-Klimamodell dies für möglich gehalten hatte. Den gut 5-minütigen Beitrag können Sie sich hier anhören. Eine Zusammenfassung und Kommentierung gibt es von Pierre Gosselin auf notrickszone.com.

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Auf Kopp Online erschien Mitte Mai 2013 der Artikel “Klimawandel-Schwindel in der Kritik” von William Engdahl. Hier ein Auszug:

Klimawissenschaftler in Erklärungsnot

Angesichts dieser Erkenntnisse, die sich im Verlauf der letzten Jahre immer mehr bestätigten, geraten die Wissenschaftler, die immer wieder dramatische Untergangsszenarien der Klimaerwärmung mit schmelzenden Eisbergen und der Überflutung von Küstenstädten und  regionen heraufbeschworen haben, in Erklärungsnot, weil ihre Klimamodelle diese Entwicklung nicht erklären können. Die meisten Klimamodelle versagten bei der Vorhersage der seit 2000 langsam steigenden Temperaturen. Zudem mehren sich die Hinweise auf ein Absinken der Durchschnittstemperatur seit 2007. Zur Rettung ihrer Vorhersagen und ihrer Modelle verstiegen sich einige Klimaforscher sogar zu der Behauptung, die industrielle Umweltverschmutzung in Asien verhindere, dass die Sonnenstrahlen die Erde erreichten. 

Das IPCC musste bereits einen Bericht aus dem Jahr 2007 korrigieren, in dem von einer übertrieben hohen Geschwindigkeit des Schmelzens der Himalaja-Gletscher ausgegangen worden und deshalb fälschlicherweise behauptet worden war, diese Gletscher könnten bereits 2035 völlig verschwunden sein. Einige Wissenschaftler, die zuvor der These von der Klimaerwärmung gefolgt waren, sahen sich genötigt, diese ganz in Frage zu stellen. »Mein Vertrauen in die Daten hat sich in den vergangenen fünf Jahren gemindert«, sagte Richard Tol, ein Experte für Klimawandel und Wirtschaftsprofessor der britischen Universität Sussex. [...]

Es ist längst überfällig, eine offene und umfassende Diskussion über die globale Erwärmung zu beginnen, um verhängnisvolle politische Fehlentscheidungen auf der Grundlage falscher wissenschaftlicher Erkenntnisse rückgängig zu machen oder zu vermeiden.

Weiterlesen auf Kopp Online.

 

Neues zum CLOUD-Experiment am CERN

Am 10. Mai 2013 erschien im ORF ein seltenes Interview mit dem Leiter des CLOUD-Experiments am Europäischen Kernforschungszentrum CERN, Jasper Kirkby. Im Rahmen des CLOUD-Projektes wird untersucht, inwieweit die Sonnenaktivität über die kosmische Strahlung und die Wolkenbildung Einfluss auf das Erdklima nimmt (siehe Kapitel 6 in unserem Buch “Die kalte Sonne“). Hier ein Auszug aus dem lesenswerten Interview:

ORF: Wie hängt die Sonnenaktivität mit den kosmischen Strahlen zusammen?

Kirkby: Kosmische Strahlen bestehen aus energiereichen, geladenen Teilchen. Wenn Sie unser Sonnensystem erreichen, werden sie durch Magnetfelder der Sonne abgelenkt. Vor allem durch das Magnetfeld des Sonnenplasmas. Wenn die Sonne aktiv ist, erreichen weniger kosmische Strahlen die Erde. Das ist der Zusammenhang zum Sonnenzyklus: Wenn viele Sonnenflecken da sind, bekommt die Erde um zehn bis 20 Prozent weniger kosmische Strahlen ab.

Dieser Zusammenhang ist gesichert?

Ja, das ist bestens belegt. Wir wissen auch, dass die kosmische Strahlung jeden Kubikzentimeter der Atmosphäre ionisiert. Unklar war bisher, ob das auch einen klimatischen Effekt haben könnte. Wolken sind jedenfalls für das Klima der Erde extrem wichtig. Angenommen, ich könnte sämtliche Wolken in der Atmosphäre wegzaubern: Dann würden 30 Watt zusätzliche Wärmeenergie auf jeden Quadratmeter der Erde treffen.

Um diese Zahl zu kontextualisieren: Die Erwärmung der Atmosphäre durch den Einfluss des Menschen wird derzeit mit 1,5 Watt pro Quadratmeter beziffert. Geringe Variationen der Wolkendecke könnten also große Wirkungen haben.

Was zeigen Ihre Experimente?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir nicht sagen, ob kosmische Strahlen das Klima beeinflussen. Was wir bisher untersucht haben, ist die Produktion von Kondensationskeimen für Wolkentröpfchen. Und zwar solche, die aus Gasen entstehen: Der Fachbegriff dafür heißt “Gas-to-particle-conversion”. Sie machen rund die Hälfte der Kondensationskeime in der Atmosphäre aus. Die restlichen Keime stammen von Ruß und Staub.

Welche Gase sind an diesem Prozess beteiligt?

Wir haben uns zunächst Schwefelsäure und Ammoniak angesehen. Die Ergebnisse der ersten Versuche waren: Die kosmischen Strahlen verstärken die Bildung von Kondensationskeimen aus Gasen um den Faktor zehn. Aber das allein ist zu wenig, um die Wolkenbildung nennenswert zu beeinflussen. Laut unseren letzten Experimenten muss es noch andere Gase bzw. Dämpfe geben, die diesen Prozess verstärken. Vermutlich organische Substanzen.

Welche?

Die Ergebnisse sind gegenwärtig bei einer Fachzeitschrift unter Begutachtung. Ich kann leider nicht mehr darüber sagen. Nur so viel: Die Resultate sind sehr interessant. Im Laufe des Jahres wird es einige Veröffentlichung dazu geben.

Angenommen, Sie weisen nach, dass kosmische Strahlen tatsächlich die Wolkenbildung in größerem Maße fördern. Was würde das bedeuten?

Ich glaube, dass diese Experimente in zweierlei Hinsicht bedeutend sind. Zum einen, weil sie eine neue natürliche Quelle des Klimawandels aufzeigen würden. Und zum anderen, weil sie auch das Verständnis des anthropogenen Klimawandels verändern würden. Über Treibhausgase wissen wir gut Bescheid. Worüber wir viel zu wenig wissen, sind die Aerosole. Also Schwebeteilchen, die durch unsere Industrie in die Atmosphäre gelangen. Sie haben mit Sicherheit einen kühlenden Effekt. Nur haben wir keine Ahnung, wie groß dieser Effekt ist. Er könnte klein sein, aber auch sehr groß. Vielleicht ist er sogar so groß, dass er die Wirkung des zusätzlichen CO2 in der Atmosphäre ausgleicht. Wir wissen es nicht.

Weiterlesen auf ORF.at

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Der staatliche Radiosender “Stimmme Russlands” berichtete am 22. April 2013 über neue Ergebnisse des Pulkovo Observatoriums in Sankt Petersburg laut denen es aufgrund sinkender Sonnenaktivität in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auf der Erde wieder etwas kälter werden soll. Während der 11-jährige Sonnenzyklus das Klima lediglich zu 1-2% beeinflusst, sitzt gemäß den russischen Wissenschaflern die wahre Klimakraft im 200-Jahreszyklus, dem sogenannten Suess-de Vries-Zyklus, der bis zu 50% des Klimageschehens ausmacht. Siehe auch Beitrage im German Herald.

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In einem kürzlichen Radiointerview mt einem kanadischen Sender bezeichnete der US-amerikanische Klimawissenschaftler James Hansen die Regierung Kanadas als Neanderthaler, da sie die angeblich offensichtlichen Hinweise auf eine bevorstehende Klimakatatrophe nicht sehen würden. Kanada hatte 2011 das Kyoto-Protokoll beerdigt.  Zudem hatte der kanadische Minister für natürliche Rohstoffe es doch tatsächlich gewagt, Hansens alarmistische Klimathesen zu hinterfragen. Ob Hansen vielleicht nicht mitbekommen hat, dass die Neandertaler heute als überaus fortschrittlich angesehen werden? Die Neue Zürcher Zeitung hatte Mitte 2012 über neue Erkenntnisse berichtet:

Das Gehirn des Neandertalers war gross, teilweise sogar grösser als jenes des modernen Menschen. Und wenn man bei diesen beiden Hominiden gleich grosse Gehirne finde, müsse man davon ausgehen, dass diese für gleich hohe kognitive Leistungen entstanden seien, erklärt Christoph Zollikofer von der Universität Zürich – ausser man flüchte sich in die letztlich unbeweisbare Annahme, dass das Neandertaler-Gehirn weniger effizient verschaltet gewesen sei. Hinzu komme, dass grosse Gehirne «teuer» seien, sowohl in der Entwicklung als auch im Unterhalt, und weitreichende Folgen für die Biologie eines Individuums hätten, etwa seine Lebensspanne oder die Überlebensrate. Daher sei anzunehmen, dass die Neandertaler ihr grosses Gehirn benutzt und nicht «zum Spass» entwickelt hätten, erklärt der Neurobiologe. Entsprechend hält Zollikofer es für sehr wahrscheinlich, dass moderner Mensch und Neandertaler über ähnliche geistige Kapazitäten verfügten. 

Siehe auch unsere Blogartikel “Was ist eigentlich aus James Hansens Temperaturvorhersage von 1988 geworden? Zeit für eine Überprüfung” und “Wer ist James Hansen?(weiterlesen …)

Hans von Storch hinterfragt Klimapäpste, erster Mai-Schnee in Arkansas seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und warum eigentlich will der Eon-Chef den CO2-Ausstoß so drastisch verteuern?

Ganz allmählich wird den deutschen Entscheidern bewusst, was für ein seltsames Klimaspiel mit ihnen die letzten Jahre getrieben wurde. Die Industrie-Webplattform ‘Welt der Fertigung’ brachte im Mai 2013 den lesenswerten klimaskeptischen Beitrag “Klimawandel: Die meteorologische Scheinwelt“, in der eine Vielzahl von Ungereimtheiten in den aktuellen IPCC-Modellen thematisiert wird.

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Eine australische Zeitung hatte schon frühzeitig erkannt, dass das Weltklima in Gefahr ist. Im Jahre 1881 berichtete die Zeitung ‘Bendigo Advisor’, dass der Zuwachs an Telegraphenleitungen möglicherweise zu einer Umpolung des Erdmagnetfeldes führen könnte, was zum Schmelzen der polaren Eismassen und einer klimatischen Katastrophe führen würde. Wir können von Glück sagen, dass die Telegraphen heute alle vom Markt genommen wurden, was im Sinne des Klimaschutzes ausdrücklich zu begrüßen ist. Ob auch das Internet zu einer Umpolung und Gletscherschmelze führen kann, ist derzeit noch unbekannt.

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In den Philosophical Transactions der Royal Society erschien Ende 2010 eine Arbeit, in der für Wirtschaftkrisen als Klimaschutzmaßnahmen geworben wird. Suchen Sie im frei verfügbaren pdf des Artikels einmal nach folgendem Satz:

“dangerous climate change can only be avoided if economic growth is exchanged for a period of planned austerity”

Eurokrise als Klimaschutzmaßnahme?

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Der Klimawandel schreitet immer weiter voran und die Klimarekorde purzeln wie die Kegel. Aus dem US-Bundesstaat Arkansas ist jetzt eine solche neue Bestleistung bekannt geworden. Zum allerersten Mal in der gesamten, langen Geschichte der Wetteraufzeichnungen hat es jetzt im Jahr 2013 in Arkanas im Monat Mai Schnee gegeben. Eneut hat der Klimawandel erbarmungslos zugeschlagen und Schuld ist natürlich der  Mensch. Wer denn sonst.

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In der Welt vom 29. April 2013 erschien ein interessater Artikel mit dem Titel “”Wissenschaftler sollten nicht Priester spielen”, in dem Welt-Redakteur Jens Meyer-Wellmann mit Klimaforscher Hans von Storch unter anderem über die Elbvertiefung und den Klimawandel spricht. Hier ein Auszug:

“Es gibt leider in der Klimaforschung die Tendenz, absolute Wahrheiten zu verkünden und diese gleich mit Handlungsanweisungen zu verknüpfen”, sagte von Storch. “Der Klimapapst sagt, was zu tun ist, und für die Bürger gilt: Maul halten. Wissenschaftler nehmen mittlerweile die Rolle von Schamanen oder Priestern ein. Das ist nicht die Aufgabe von Wissenschaft. Wissenschaft soll helfen, Probleme zu verstehen. Und Möglichkeiten zeigen, damit umzugehen, am besten viele Möglichkeiten. Danach muss der politische Prozess entscheiden, welchen Weg wir nehmen.”

Einige seiner Forscherkollegen verwendeten aber gerne “Storys, die hin zur Katastrophe weisen”, so der Professor für Meteorologie. Ein Beispiel sei die Annahme, wir würden in unserer Region “mörderisch heftige Stürme” bekommen. Dafür gebe es aber überhaupt keine Hinweise. “Das Ganze hat auch einen kulturellen, anthropologischen Hintergrund”, sagte von Storch. “Wenn man sündigt, wird man bestraft. Und die Strafe hat auch immer eine Umweltdimension, da gehörten früher auch schon Stürme dazu. Früher ging es um Gottes Strafe, heute um eine Strafe der Natur. Die Natur soll den Menschen im Zaum halten. Und dazu sehen wir dann idiotische Filme wie ‘The day after tomorrow.’”

Mit “peppigen” und verkürzten Aussagen wie “Es wird keinen Schnee mehr geben”, setzten die “Lautsprecher” unter den Forschern die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft insgesamt aufs Spiel.

Weiterlesen auf welt.de

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Das Manager Magazin brachte am 27. April 2013 die Meldung “Eon-Chef will CO2-Ausstoß drastisch verteuern”:

Eon-Chef Johannes Teyssen fordert eine neue Klimaschutzinitiative. Ohne strengere Klimaziele drohe eine Dekade des Stillstands im Kampf gegen die Erderwärmung, sagte Teyssen im Interview mit der “Süddeutschen Zeitung”. “Der europäische Emissionshandel ist ein todkranker Patient. Entweder therapieren wir ihn jetzt schnell, oder er stirbt”, warnte er. “Und das hätte nicht nur für den Klimaschutz kaum absehbare negative Folgen.”

Überraschende Aussagen des Chefs von Deutschlands größtem Stromversorger. Wie wurde er zum Anhänger der fragwürdigen IPCC-Klimakatastrophentheorie? Spielt hier vielleicht eine Rolle, dass Eon viel weniger Kohlekraftwerke besitzt als direkte Mittwettbewerber? Das Manager Magazin schrieb am 5. März 2013:

Der größte Wettbewerber [von RWE] Eon dagegen hält nur Beteiligungen an drei Braunkohleblöcken, ist aber Spitzenreiter bei Atomkraft und Erdgas – den beiden Verliererthemen. Das hilft zu erklären, warum sich die früher unzertrennlichen Stromkonzerne in öffentlichen Äußerungen zur Energiepolitik neuerdings so stark unterscheiden.

Eon hatte in letzter Zeit verstärkt auf Gaskraftwerke gesetzt, die sich unter den aktuellen Rahmenbedingungen jedoch als unrentabel herausstellten. Sind es daher wirklich klimawissenschaftliche Überzeugungen, die Teyssen hier antreiben? Zweifel dürfen angemeldet werden.

 

Klimawandel führt zu mehr Magenverstimmungen, Übergewichtige treiben die Temperaturen in die Höhe und Leipziger Strombörse mit weihnachtlicher Strombeschenkung

Ein mit 2,4 Millionen Euro von der EU gefördertes Forschungsprojekt hat nun herausgefunden, was wir schon immer befürchtet haben: Der Klimawandel wird in der Bevölkerung zu mehr Magenverstimmungen führen. Die stolzen Studienautoren verkündeten ihre neuen Erkenntnisse jetzt via Pressemitteilung auf der Webseite der Europäischen Kommission.  Das Resultat war allerdings bereits zu erwarten gewesen, denn der Klimawandel ist bekanntlich für fast sämtliches Übel auf der Welt verantwortlich. In  China fiel zum Beispiel neulich ein Sack Reis um. Schuld daran war die Klimakatastrophe, durch deren verheerendes Wirken die Reiskörner schwach und krank wurden, was schließlich zum Kollaps des Sackes geführt hat. Die Forscher wollen sich jetzt in einem zukünftigen Projekt in der chinesischen Provinz Chinzu um einen Bilderrahmen kümmern, der vom Haken fiel. Die Experten vermuten, dass auch hier das sich wandelnde Klima seine Finger mit im Spiel hat.

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Und hier gleich noch eine wirklich aufschlussreiche Studie, über die der Scientific American Mitte 2012 berichtet hatte: Übergewichtige Menschen sind schlimmere Klimasünder als normalgewichtige Mitbürger. Wird Peter Altmeier unter diesen Umständen Bundeumweltminister bleiben können? Noch ist unklar, wie die Schwergewichte nun für diesen zusätzlichen Klimaschaden haftbar gemacht werden sollen. All jene, die sich keine Klimazertifikate leisten können, müssen demnächst wohl etwas langsamer atmen, um de persönlichen CO2-Fußabdruck wieder auszugleichen.

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Zu Weihnachten 2012 ereignete sich an der Strombörse in Leipzig ein Weihnachtswunder. In den frühen Morgenstunden des ersten und zweiten Weihnachtstages zeigte man sich dort in feierlicher Geberlaune und verschenkte massenhaft Strom. Lesen Sie im Folgenden die von Helmut Alt aufgezeichnete wundersame aber wahre Geschichte aus dem Energiewendeland Deutschland:

Am ersten und zweiten Weihnachtstag wurden an der Strombörse in Leipzig in der Zeit ab Mitter-nacht bis 9 Uhr morgens auf dem PHELIX-Spotmarkt 689 Millionen kWh verkauft (verschenkt) und die Käufer (Beschenkten) erhielten aus Dank, dass diese den Strom abgenommen hatten, noch 74,88 Millionen Euro dazu geschenkt. Da dieser – aus technischen Gründen überschüssige – Stromanteil der Windanlagenbetreiber aber von den ÜNB`s wie Amprion, Tennet, 50 Hertz und EnBW für rd. 70 Millionen € nach dem EEG im Netz aufgenommen, vergütet und an die Börse gebracht werden musste, gehen die insgesamt ent-standenen Kosten in Höhe von 144,88 Millionen € zu Lasten aller Stromverbraucher!

Weiterlesen auf der Webseite von Prof. Dr.-Ing. Helmut Alt (pdf)

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Im Gegensatz zur deutschen Bundeskanzlerin, die noch immer krampfhaft an klimaalarmistischen Beratern wie Hans Joachim Schellnhuber festhält, ist beim britischen Premierminister offenbar nun ein erstes Umdenken zu erkennen. Seit Mai 2013 lässt sich David Cameron im Bereich der Außenpolitik von einem der prominentesten Klimaskeptiker des Landes beraten. Peter Lilley war einer der vier Parlamentarier, die gegen das Klimawandelgesetz gestimmt hatten.

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Anfang des Jahres (2013) hat Michael Miersch einen beachtenswerten Vortrag mit dem Titel “Warum ich Optimist geworden bin” auf dem Freihheitssymposium 2013 gehalten. Die Einführung zum Vortrag gibt Alexander Neubacher.

 

Einstein über die Dummheit

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Albert Einstein

 

Mojib Latif hatte Recht: Wohl keine Erwärmung in den nächsten Jahren

Von Frank Bosse

In  Mojib Latifs Arbeit „Is the Thermohaline Circulation changing“ (Latif et al. 2006) kommt er mit seinen Co- Autoren zu dem Schluss, dass die thermohaline Zirkulation einem Auf und Ab unterworfen ist.  Die thermohaline Zirkulation, umgangssprachlich auch globales Förderband genannt, ist ein Bündel von Meeresströmungen, die Ozeane miteinander verbinden und sich dabei zu einem Kreislauf globalen Ausmaßes vereinen. Im Nordatlantik wird die thermohaline Zirkulation als MOC (Meridional Overturning circulation) wahrgenommen: Bestandteile sind hier der Golfstrom und der Nordatlantikstrom.

In seiner Arbeit untersucht Latif den rhythmischen Wechsel des Druckluftunterschieds zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch, Nordatlantische Oszillation (NAO) genannt, in den Monaten Dezember-März (NAO DJFM). Latif und Kollegen stellen nun dieser atmosphärischen „Druckschaukel“ den Unterschied der Wasseroberflächentemperaturen  (SST- sea surface temperatures) zwischen Teilen des Nordatlantiks und des südlichen Atlantiks gegenüber. In Abbildung 3 der Arbeit ist  die Winter-NAO (DJFM) [Nordatlantische Oszillation, Dezember-März] dargestellt (Schattenlinie) und der definierte SST-Dipol-Index, der ein Ausdruck der Meridionalen Overtuning Circulation (MOC) sei. In der Bildunterschrift wird erklärt, dass die Winter-NAO mit ca. einem Jahrzehnt die MOC anführt und wohl der treibende Faktor der MOC ist.

 

 

Abbildung 3 aus Latif et al. (2006)

 

Schreibt man die Beobachtung bis Ende 2012 bzw. 2013 für die NAO und die Meeresoberfächentemperatur fort, ergibt sich das nachfolgende Diagramm. Zusätzlich wurden in das Bild die Temperaturen der nördlichen Hemisphäre (NH, rot) 11-jährig geglättet aufgenommen.

Nordatlantische Oszillation (NAO, grau), Temperatur der nördlichen Hemisphäre (HadCRUT4 NH, rot), Latif’s “atlantischer Dipol” Parameter der Meeresoberflächentemperatur (Atlantic Dipole SST, blau, ungeglättet und 11-jährig geglättet)

 

Gut zu sehen ist, dass sich der Peak der NAO in 1992 mit 14 Jahren Verzögerung wie bereits 2006 vorhergesagt im Peak des atlantischen Dipols und in den Temperaturen der NH manifestiert. Der weitere Verlauf der NAO lässt den Schluss zu, dass sowohl der SST-Dipol als auch die Temperaturen der NH nicht weiter steigen werden, bis mindestens 2020.

In einer weiteren Arbeit aus 2008 legt das Team um Latif nach: Sie wagen eine Vorhersage und erklären:

„Our results suggest that global surface temperature may not increase over the next decade, as natural climate variations in the North Atlantic and tropical Pacific temporarily offset the projected anthropogenic warming.”

Oder hier nochmal Latif im Originalton auf deutsch in einem kürzlichen Interview im Deutschlandfunk auf die Frage, warum es denn in den letzten Jahren gar nicht mehr wärmer geworden ist:

Latif: Ja, das ist völlig normal. Ich selber habe ja in einer Studie im Magazin “Nature” schon darauf hingewiesen 2008, dass es so eine Atempause geben wird. Das sind einfach die natürlichen Klimaschwankungen, die arbeiten mal mit, mal gegen die globale Erwärmung. Aber langfristig pendelt sich das aus und langfristig wird einfach die Temperatur ansteigen. Deswegen noch mal: Nächstes Jahr, übernächstes Jahr, das bedeutet gar nichts, selbst wenn die Temperatur nicht weiter steigen würde. Wir haben immer 2050, 2100 im Blick, das heißt die langfristige Entwicklung.

Ehring: Trauen Sie sich denn eine mittelfristige Prognose für die nächsten Jahre zu?

Latif: Nein. Da sind wir noch ganz am Anfang. Wie gesagt, ich habe es nur einmal probiert 2008, das scheint ja ganz in Ordnung gewesen zu sein, bisher jedenfalls. Wir haben gesagt, bis 2015 wird die Erderwärmung nicht weitergehen. Ich denke mal, dann werde ich mich aufraffen mit meinen Kollegen zusammen und dann werden wir wieder neue Prognosen machen. Mal sehen, wie es dann aussehen wird. (weiterlesen …)

Deutscher Wetterdienst konzediert: „Die Erdmitteltemperatur stagniert seit etwa 15 Jahren auf hohem Niveau”

Der Realismus kehrt allmählich zurück. In einer Pressemeldung vom 7. Mai 2013 bestätigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) jetzt einen Umstand, den einige Anhänger der Klimakatastrophe noch immer nicht wahr haben wollen:

„Die Erdmitteltemperatur stagniert seit etwa 15 Jahren auf hohem Niveau”

Es wäre schön, wenn der DWD in einem nächsten Schritt nun auch die bedeutende Rolle natürlicher Klimafaktoren im aktuellen Klimageschehen einräumen würde.

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Im Focus erschien am 5. Mai 2013 ein interessanter Artikel mit dem Titel “Klimaforscher streiten über die Macht der Sonnenflecken”, in dem die Klimawirkung von Sonnenaktivitätsschwankungen diskutiert wird.

Russische Wissenschaftler warnten jüngst wieder vor einer katastrophalen Abkühlung des Erdklimas – einer nächsten Eiszeit. Grund dafür seien die Zyklen der Sonnenflecken. Doch die sind längst nicht so regelmäßig wie vermutet.

Kommt nun eine neue Kleine Eiszeit, oder kommt sie nicht? Darüber streiten echte und selbsternannte Klimaforscher seit geraumer Zeit. Auch manche Medien heizen die Debatte an. So warnte jüngst die „Welt“ unter Berufung auf „russische Wissenschaftler“ vor einer katastrophalen Abkühlung des Erdklimas (allerdings sind beide nicht als Klimatologen bekannt, sie haben laut „Welt“ ihre Studie für das Forschungsinstitut Vniigaz des Gazprom-Konzerns erarbeitet).

Sonnenflecken als Klimabeeinflusser

Anlass des Disputs war das eigenartige Verhalten der sogenannten Sonnenflecken. Sonnenflecken sind dunkle Punkte auf der Sonne, verursacht von Magnetfeldern. Die Aktivität der Sonne schwankt in Zyklen von etwa elf Jahren. Dabei gibt es Zeitpunkte mit einem Fleckenminimum und solche mit einem Fleckenmaximum. Experten vermuten, dass bei einem Ausbleiben der Sonnenflecken die auf der Erde ankommende Strahlungsenergie der Sonne etwas schwächer wird. Als Folge würde es dann kälter auf der Erde. Im Frühjahr 2007 hatte der letzte der elfjährigen Zyklen sein Minimum erreicht. Damit sank auch die Zahl der Sonnenflecken auf einen Tiefpunkt.
Nun sollte ein neuer Zyklus starten, verbunden mit der Rückkehr der dunklen Flecken. Es war der 24. Zyklus seit Beginn der systematischen Sonnenbeobachtung Mitte des 18. Jahrhunderts. Doch auf unserem Zentralgestirn blieb es ruhig, kaum ein Sonnenfleck tauchte auf. Im Jahr 2009 waren 260 Tage fleckenlos, 2008 sogar 266 Tage. Es war damit das fleckenärmste Jahr seit 1913, und seit 1849 gab es nur drei noch fleckenärmere Jahre.

Weiterlesen auf focus.de

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Kennen Sie den “Dunning-Kruger-Effekt”? Wikipedia weiß:

Als Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet man eine Spielart der kognitiven Verzerrung, nämlich die Tendenz inkompetenter Menschen, das eigene Können zu überschätzen und die Leistungen kompetenterer Personen zu unterschätzen. Der populärwissenschaftliche Begriff geht auf eine Publikation von David Dunning und Justin Kruger aus dem Jahr 1999 zurück.

„Wenn jemand inkompetent ist, dann kann er nicht wissen, dass er inkompetent ist. […] Die Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu finden, [sind] genau jene Fähigkeiten, um zu entscheiden, wann eine Lösung richtig ist.“
– David Dunning

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Frank Bosse berichtet in diesem Blog allmonatlich über die Entwicklung der Sonnenaktivität. Das Solar Dynamics Observatory der NASA hat jetzt einen sehenswerten Videoclip zusammengestellt, der die Aktivitätsentwicklung unserer Sonne für die letzten 3 Jahre zeigt:

 

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Die Weltwoche brachte am 2. Mai 2013 einen lesenswerten Artikel mit dem Titel “Warten auf die Katastrophe”:

Überschwemmungen und Trockenzeiten, Erdrutsche und Hagelschlag drohen der Schweiz wegen des Klimawandels, in ferner Zukunft zumindest. Gegenwärtig sehen die Forscher keinerlei Trend – zum Handeln drängen sie die Schweizer gleichwohl.

Der Satz dient als Motto für ein erfülltes Bürokratenleben. «Auch wenn aktuell kein Problem von erheblichem Ausmass vorliegt», schrieb das Bundesamt für Umwelt in einem Bericht zur Wasserknappheit, so bestehe doch «ein unbefriedigender Zustand mit Defiziten und Verbesserungsbedarf, dem mit der Entwicklung geeigneter Lösungen rechtzeitig zu begegnen ist». Und diese Lösungen für nicht vorhandene Probleme findet nur der Staat. 

Nach dem trockenen Sommer 2009 wollte SVP-Nationalrat Hansjörg Walter eigentlich mit einem Postulat nur wissen, wie das knappe Wasser in solchen Zeiten zu verteilen sei. Das Bundesamt aber legte als Antwort nach gut zwei Jahren Selbstbeschäftigung dem Bundesrat einen 87-seitigen Bericht vor. Dieser hielt fest, die Schweiz erweise sich gemäss einer Analyse des Hitzesommers 2003 als «gegenüber Trockenperioden relativ unempfindlich» und verfüge dank einer «Gunstlage» auch in Zukunft über genügend Wasser. Aber: Die ­Klimaforscher sagen für die zweite Hälfte des Jahrhunderts heisse und trockene Sommer ­voraus – um dieses Problem müsse sich die Verwaltung kümmern. 

Planung um der Planung willen

Wir haben kein Problem, also machen wir uns welche: Es ist das Motto vieler Bürokraten, nirgends aber so wie im Umgang mit dem Klimawandel. Denn es gilt nicht nur, das Land auf ­Hitze und Dürre vorzubereiten, sondern auch auf Extremereignisse wie Starkregen und Windstürme samt ihren katastrophalen Folgen. «Wenn immer verheerendere Unwetter ­unsere Infrastrukturen, Dörfer und Städte ­verwüsten, werden wir immer wieder mit gros­sem Leid und hohen Kosten konfrontiert», warnt CVP-Nationalrätin Kathy Riklin, die Präsidentin des «Beratenden Organs für Fragen der Klimaänderung», das schon seit 1996 den Schweizern schlimme Folgen verheisst, wenn sie nicht auf Benzin und Gas verzichten. Und auch der aktuelle Bericht «Klimaänderung in der Schweiz», den die Bundesämter für Umwelt und für Meteorologie Anfang ­April veröffentlichten, mahnt – mit immerhin weniger alarmistischem Vokabular – zum Handeln: «Um geeignete wirtschaftliche und politische Anpassungen vornehmen zu können, müssen die schädlichen Folgen der Klimaänderungen früh genug nachgewiesen und die Wirksamkeit der getroffenen und vorgesehenen Massnahmen evaluiert werden.»

Weiterlesen auf weltwoche.ch (für Abonnenten)

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And now for something completely different:

Siehe auch tagesschau.de

Klimawandel lässt Menschen in Peru frieren

Im Dresdner UniversitätsJournal vom 13. November 2012 (Nr. 18) erschien auf der Titelseite ein überraschender Artikel aus dem wir hier einen Auszug bringen:

Klimawandel lässt Menschen in Peru frieren

Humboldt-Stipendiatin Andrea Vásquez befasst sich an der TUD mit Klimaproblemen ihrer Heimat

Seit Oktober 2012 arbeitet Andrea Váquez als Humboldt-Stipendiatin an der TU Dresden. Am Institut für Bauklimatik der Fakultät Architektur befasst sich die 36-jährige peruanische Mechatronik-Ingenieurin zunächst ein Jahr lang damit, wie Passivhaus-Technologiekonzepte in ländlichen Häusern der kalten Hochlandregionen Perus adaptiert werden können. Die Förderung im Programm »Internationale Klimaschutzstipendien für Entwicklungs- und Schwellenländer« hilft ihr dabei.

Viele Regionen der Erde erwärmen sich durch den Klimawandel. In den Hochregionen Perus ist es anders. »In den Anden treten immer häufiger kalte Winde und Frost auf. In bewohnten Höhenlagen unterhalb 3500 m kommt es immer öfter zu Nachttemperaturen bis minus 20 Grad Celsius und die kalte Jahreszeit verlängert sich«, berichtet sie. »Für die dortigen zwei bis drei Millionen Menschen, die Landwirtschaft und die Umwelt hat das dramatische Folgen. Die traditionellen Häuser genügen nicht mehr den thermischen Mindestanforderungen. Oft kühlt sich die Raumluft bis unter 2 Grad Celsius ab. Die Bevölkerung verbraucht dadurch mehr natürliche Brennstoffe, Abholzen gefährdet den Baumbestand, viele vor allem junge Menschen wandern in die großen Städte aus. Das traditionelle Vieh, Alpaka und Lama, leidet zunehmend unter Fehlgeburten.«

Weiterlesen im Dresdner UniversitätsJournal (pdf). Ob diese Kälte auf der Südhalbkugel auch irgendwie mit dem schwindenden arktischen Eis zu tun hat? Potsdam, bitte melden Sie sich.


Mit Dank an D. Ufer.
Foto: Martin St-Amant (S23678) / Lizenz: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

 

Steine, die einem in den Weg gelegt werden

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen

Johann Wolfgang von Goethe

 

Bald kein Schnee mehr in der Schweizer Alpen? MeteoSwiss-Studie widerspricht und belegt Zunahme der Schneemengen seit 2000

Es war einmal….

Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben.

Dieses Märchen hatte uns Mojib Latif im Jahr 2000 in einem Spiegel-Beitrag erzählen wollen. Dem Modell folgend, erschien sechs Jahre später eine OECD-Studie, die zu dem Schluss kam, dass sich die Schweiz ernsthaft Sorgen um ihren Schnee machen müsse. Die Webplattform Swissinfo.ch berichtete damals:

Fast die Hälfte aller Skigebiete in der Schweiz muss wegen dem Klimawandel um die Schneesicherheit fürchten. Zu diesem Schluss kommen eine europäische und eine Schweizer Studie. [...] Der durchschnittliche Temperaturanstieg war in den vergangenen zweieinhalb Jahren drei mal grösser als im globalen Durchschnitt. Die Jahre 1994, 2000, 2002 und 2003 seien die wärmsten der letzten 500 Jahre gewesen. Die Modell-Rechnungen würden zeigen, dass in den kommenden Jahrzehnten die Entwicklung noch schneller fortschreiten dürfte. Weder Schneekanonen noch andere Massnahmen sind für die OECD-Forscher ein geeignetes Mittel. Möge künstliche Beschneiung heute noch wirtschaftlich sein, sei sie in Zukunft viel aufwändiger und ab einem gewissen Niveau nicht mehr möglich. Für OECD-Forscher Agrawala wird heute zu viel auf Technologie statt auf einen Strategiewechsel im Tourismusmarketing gesetzt.  

Heute wissen wir, dass Mojib Latif mit seinen Befürchtungen voll daneben lag. In den letzten Wintern gab es Schnee in rauhen Mengen. Zudem sind die Temperaturen seit Latifs Fehlprognose 2000 nicht mehr angestiegen. Und auch die auf Swissinfo.ch zitierte OECD-Studie scheint die Situation vollkommen falsch eingeschätzt zu haben. Mittlerweile sind 7 weitere Jahre ins Land gegangen, hat sich die Schneeschmelze in den Schweizer Alpen wirklich so rasant weiterentwickelt wie vom OECD und Swissinfo.ch orakelt? Hierzu schauen wir in eine neue Arbeit einer schweizerischen Forschergruppe um Simon Scherrer vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSwiss, die im Februar 2013 im International Journal of Climatology erschien. Die Wissenschaftler schauten sich die schweizerische Schneestatistik der letzten 150 Jahre an und fanden eine große Variabilität ohne langfristige Trends. Und noch eine große Überraschung: Seit 2000 haben die Schneemengen in der Schweiz wieder zugenommen. Dies wird als mögliche Folge des Temperaturplateaus gesehen, wobei die Wintertemperaturen in den letzten Jahren sogar leicht gefallen sind. Offensichtlich ist die vom OECD befürchtete Schneeschmelze nicht eingetreten und das Gegenteil ist der Fall. Von schnell steigenden Temperaturen in den Alpen ist ebenfalls keine Spur. Die OECD-Studie entpuppt sich als trauriger Fehlschlag.

Im Folgenden die Kurzfassung der neuen MeteoSwiss-Arbeit im englischen Original:

We present a climate analysis of nine unique Swiss Alpine new snow series that have been newly digitized. The stations cover different altitudes (450–1860 m asl) and all time series cover more than 100 years (one from 1864 to 2009). In addition, data from 71 stations for the last 50–80 years for new snow and snow depth are analysed to get a more complete picture of the Swiss Alpine snow variability. Important snow climate indicators such as new snow sums (NSS), maximum new snow (MAXNS) and days with snowfall (DWSF) are calculated and variability and trends analysed. Series of days with snow pack (DWSP) ≥ 1 cm are reconstructed with useful quality for six stations using the daily new snow, local temperature and precipitation data. Our results reveal large decadal variability with phases of low and high values for NSS, DWSF and DWSP. For most stations NSS, DWSF and DWSP show the lowest values recorded and unprecedented negative trends in the late 1980s and 1990s. For MAXNS, however, no clear trends and smaller decadal variability are found but very large MAXNS values (>60 cm) are missing since the year 2000. The fraction of NSS and DWSP in different seasons (autumn, winter and spring) has changed only slightly over the ∼150 year record. Some decreases most likely attributable to temperature changes in the last 50 years are found for spring, especially for NSS at low stations. Both the NSS and DWSP snow indicators show a trend reversal in most recent years (since 2000), especially at low and medium altitudes. This is consistent with the recent ‘plateauing’ (i.e. slight relative decrease) of mean winter temperature in Switzerland and illustrates how important decadal variability is in understanding the trends in key snow indicators.

 

Siehe auch englischsprachiger Beitrag auf notrickszone.com.
Foto: Huber Gerhard / This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Klimawandel seit der Kleinen Eiszeit: Die Wirkung der Sonne wurde unterschätzt

Von Horst Malberg
Univ. Prof. (A.D.) für Meteorologie und Klimatologie

Die über den Klimawandel und seine primäre Ursache aussagekräftigsten Klima-/ Temperaturreihen finden sich in West- und Mitteleuropa. Dabei reichen die Beobachtungsdaten der Central England Temperatures (CET) bis ins 17. Jahrhundert, die der Mitteleuropareihe (Klimamittel aus Berlin, Basel, Prag, Wien) bis 1701 zurück. Bei der nachfolgenden Analyse ab 1671 wurden für die drei Dekaden 1671-1700 die Mitteleuropatemperaturen aus den CET-Daten abgeleitet (Reduktionsfaktor –0,5°C).

In den Beiträgen zur Berliner Wetterkarte (BWK) SO 29/09 bzw. SO 37/09 war der Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und Klimawandel in Mittel- bzw. Westeuropa getrennt untersucht worden. Im ersten Fall konnte dadurch die Auswirkung des integralen solaren Effekts auf einen primär kontinental geprägten, im zweiten auf einen ozeanischen Klimabereich erfasst werden. In Analogie zur Betrachtung des globalen Klimawandels, d.h. des Mittels aus primär ozeanischer Südhemisphäre und stark kontinental geprägter Nordhemisphäre, wird bei der vorliegenden Analyse eine Europa-Temperaturreihe als Mittel aus Central-England-Reihe und Mitteleuropareihe gebildet. Auf diese Weise wird eine repräsentative empirische Aussage über die integralen (direkten und indirekten) Auswirkungen solarer Aktivitätsänderungen auf den Klimawandel seit der Kleinen Eiszeit möglich.

Sonnenaktivität und Temperaturverhalten

In Abb. 1 ist die mittlere Sonnenfleckenzahl je Sonnenfleckenzyklus als Maß für die solare Aktivität wiedergegeben. Deutlich sind sowohl die kurzzeitlichen Fluktuationen als auch die klimarelevanten langzeitlichen Änderungen der Sonnenaktivität zu erkennen. Dem solaren Aktivitätsminimum im 17. Jahrhundert, dem Maunder-Minimum, folgte eine Zunahme der Sonnenaktivität im 18. Jahrhundert: der „ruhigen“ Sonne folgte eine zunehmend „aktive“ Sonne. Am Ende des 18. Jahrhunderts begann erneut eine Phase geringer Sonnenaktivität, das sog. Dalton-Minimum. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte erneut eine anhaltende Phase zunehmender Sonnenaktivität ein. Diese hielt bis zum Ende des 20.Jahrhunderts an. Seither nimmt die Sonnenaktivität wieder deutlich ab. In Abb.2 sind für denselben 330-jährigen Zeitraum die dekadischen Mitteltemperaturen in Europa dargestellt. Auch diese weisen eine hohe Fluktuation auf. Die Ursache dafür sind die vielfältigen
kurzfristigen Einflüssen von Ozean (v.a. El Niño/La Niña), Biosphäre, Sonnenaktivität und Vulkanismus auf die Atmosphäre.

Der langfristige Klimaverlauf wird durch die Ausgleichskurve beschrieben. Dem Temperaturminimum der Kleinen Eiszeit im 17. Jahrhundert folgte ein Temperaturanstieg im 18. Jahrhundert. Am Ende des 18. Jahrhunderts setzte eine rapide Abkühlung ein. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts folgte erneut eine Erwärmung. Diese erreichte 1998 ihren Höhepunkt. Seither stagniert die Temperatur global bzw. weist einen Abkühlungstrend auf. Im Gegensatz zu der globalen Klimareihe seit 1850, die allein die letzte Erwärmung erfasst, also nur eine einzige Phase des Klimawandels der letzten Jahrhunderte, lässt die Europareihe eine Untersuchung des Klimawandels seit der Kleinen Eiszeit zu.

 

 

Empirische Klimaanalyse

Wie schon der optische Vergleich von Abb.1 und Abb.2 belegt, weisen die langzeitlichen Kurvenverläufe der solaren Aktivität und der Europa-Temperatur seit 1671 unverkennbar ein synchrones Verhalten auf. Als „Klima“ definiert die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) das Integral über alle Wetter-/Witterungsereignisse, erfasst durch die Mittelwerte, in einem mindestens 30-jährigen Zeitraum. Entsprechend dieser Definition spiegeln daher nicht kurzfristige Sprünge von Jahr zu Jahr oder Dekade zu Dekade, sondern allein die Langfristverläufe den (wahren) Klimawandel wider. In der gegenwärtigen Klimadebatte wird aber ständig gegen die WMO-Definition verstoßen. Wenn es in die Ideologie passt, werden einzelne Wetter-/Witterungsereignisse (Hurrikan „Sandy“, Überschwemmungen) oder einzelne Jahre/Jahreszeiten als Beleg für die anthropogene Erwärmungshypothese angeführt. Äußerungen dieser Art sind unseriös und zeugen von wenig meteorologischem Sachverstand. Entsprechend der WMO-Klimadefinition wurde die Datenanalyse für Klimaperioden von 3 Sonnenfleckenzyklen (im Mittel 33 Jahre) durchgeführt. Da der solare Klimaantrieb kontinuierlich auf unser Klimasystem wirkt, werden der Auswertung gleitende Klimaperioden von 3 Sonnenfleckenzyklen zugrunde gelegt. (weiterlesen …)

Themenabend auf arte am 14.5.2013: Das Geschäft mit dem Klima

Am 14. Mai 2013 zeigt Arte von 20:15 bis 22:00 Uhr die beiden Sendungen “Saubere Energie – Das falsche Versprechen” und “Profit mit schmutziger Luft“.

Aus der Ankündigung des Senders:

DAS FALSCHE VERSPRECHEN In Europa plant die Politik die große Energiewende: Bis zum Jahr 2050 sollen die Stromanbieter ihren Strom ohne den Ausstoß von CO2 produzieren. Doch sind die Maßnahmen, mit denen dieses hehre Ziel erreicht werden soll, überhaupt wirksam? Die Dokumentation analysiert unterschiedliche Fördermaßnahmen für angeblich saubere Energien. (weiterlesen …)

Neue Arbeit in PNAS: 40% der Erwärmung der letzten 50 Jahre ist durch Ozeanzyklen bedingt

Die Geburtsstunde des Klimaalarmismus lag in der Phase von 1977 bis 1998, als die Temperatur plötzlich um ein halbes Grad nach oben schnellte. Wenn dies so weiterginge, dachte man, dann würde die Erde wohl bald den Hitzetod sterben. Man rechnete damals nicht damit, dass die Temperaturkurve in absehbarer Zeit wieder abflachen würde und malte entsprechende Horrorszenarien an die Wand. Doch das Unerwartete passierte: Ab 1998 stoppte die Erwärmung und verharrt seitdem auf einem Plateauwert.

Dabei ließe sich der Erwärmungsschub im letzten Viertel des 20. Jahrunderts im Prinzip recht einfach erklären. Einem längerfristigen Erwärmungstrend, der durch Sonnenaktivität und Treibhausgase bedingt ist, überlagerte sich von 1977-1998 die warme Phase eines 60-jährigen Ozeanzykus, der die Temperaturen nach oben drückte. Mittlerweile befinden wir uns in der kalten Phase dieses Zyklus, und die globalen Temperaturen stagnieren. Keine allzu große Überraschung.

Zwei Forscher der University of Washington in Seattle haben nun den Ozeanzyklus aus einer mehr als dreieinhalb Jahrhunderte umfassenden Temperaturmessreihe aus England herausgerechnet. Hierdurch ermittelten sie den darunterliegenden Langzeittrend für das 20. Jahrhundert, der lediglich 0,07 bis 0,08°C pro Dekade beträgt. Dies liegt deutlich unter der vom IPCC angenommenen Rate von 0,18°C pro Dekade. Die Arbeit von Ka-Kit Tung und Jiansong Zhou erschien im Januar 2013 in der Fachzeitschrift PNAS. Im Folgenden die Kurzfassung im englischen Original:

The observed global-warming rate has been nonuniform, and the cause of each episode of slowing in the expected warming rate is the subject of intense debate. To explain this, nonrecurrent events have commonly been invoked for each episode separately. After reviewing evidence in both the latest global data (HadCRUT4) and the longest instrumental record, Central England Temperature, a revised picture is emerging that gives a consistent attribution for each multidecadal episode of warming and cooling in recent history, and suggests that the anthropogenic global warming trends might have been overestimated by a factor of two in the second half of the 20th century. A recurrent multidecadal oscillation is found to extend to the preindustrial era in the 353-y Central England Temperature and is likely an internal variability related to the Atlantic Multidecadal Oscillation (AMO), possibly caused by the thermohaline circulation variability.

The perspective of a long record helps in quantifying the contribution from internal variability, especially one with a period so long that it is often confused with secular trends in shorter records. Solar contribution is found to be minimal for the second half of the 20th century and less than 10% for the first half. The underlying net anthropogenic warming rate in the industrial era is found to have been steady since 1910 at 0.07–0.08 °C/decade, with superimposed AMO-related ups and downs that included the early 20th century warming, the cooling of the 1960s and 1970s, the accelerated warming of the 1980s and 1990s, and the recent slowing of the warming rates. Quantitatively, the recurrent multidecadal internal variability, often underestimated in attribution studies, accounts for 40% of the observed recent 50-y warming trend.

 

Foto: NOAA / This image is in the public domain

Gletschersterben in Grönland überschätzt: Meeresspiegel steigt wohl doch langsamer als befürchtet

Vor einigen Jahren schockte der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf die Öffentlichkeit mit einer steilen These: Er glaubte Hinweise darauf gefunden zu haben, dass der Meeresspiegel bald sehr viel schneller ansteigen könnte als bislang. In einer Pressemitteilung von 2006 verbreitete Rahmstorf damals über die Webseite des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) die folgende Meldung:

Der Meeresspiegel könnte in den kommenden Jahrzehnten schneller steigen als bislang erwartet. Zu dieser Aussage kommt eine neue Studie des deutschen Ozeanexperten Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Anhand von Messdaten des 20. Jahrhunderts wies der Forscher einen engen Zusammenhang zwischen der globalen Temperaturerhöhung und der Geschwindigkeit nach, mit der sich der Meeresspiegel erhöht: je wärmer es wird, desto rascher steigt der Meeresspiegel. Bleibt dieser für das 20. Jahrhundert gefundene Zusammenhang auch für die kommenden 100 Jahre gültig, könnte der globale Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um 50-140 cm steigen. [...] „Die Tatsache, dass wir mit unterschiedlichen Methoden so unterschiedliche Abschätzungen erhalten, macht deutlich, wie unsicher unsere gegenwärtigen Meeresspiegelvorhersagen noch sind,“ sagt Rahmstorf. Ein wesentlicher Grund für diese Unsicherheit ist das Verhalten der großen Kontinentaleismassen inGrönland und der Antarktis, das nur schwer berechenbar ist. „Für ein gegebenes Erwärmungsszenario könnten wir auch den doppelten Anstieg des Meeresspiegels bekommen als man bislang erwartet hat.“

Nun sind seit Rahmstorfs furchteinflößender Studie sieben Jahre vergangen. Rahmstorf selbst gab damals an, dass die Eisschmelzsituation in Grönland eine große Rolle für den zu erwartenden Meeresspiegelanstieg spielen würde. Wie hat sich das Verständnis des grönlandischen Eises seitdem entwickelt? 2012 erschien hierzu im Fachmagazin Science eine aufschlussreiche neue Studie, die von einer US-amerikanischen Forschergruppe um Twila Moon von der University of Washington veröffentlicht wurde. Das Team untersuchte mit Hilfe von Satellitenbildern die Fließgeschwindigkeiten von grönländischen Gletschern. Frühere Beobachtungen hatten für den Beginn des 21. Jahrhunderts eine starke Zunahme der Fließbewegung des Eises festgestellt. Twila Moon und ihre Kollegen erweiterten nun den Untersuchungszeitraum auf eine volle Dekade. Dabei mussten sie feststellen, dass die in den Schreckenszenarien angenommene einheitliche Beschleunigung überhaupt nicht existiert, sondern sich die Fließbewegungen in komplizierter räumlicher und zeitlicher Weise ständig veränderten. Beschleunigung und Verlangsamung der Gletscher wechselten je nach Gebiet und Beobachtungszeitraum. Unter Berücksichtigung dieses differenzierten Bewegungsmusters kommen die Autoren in ihrer Arbeit zu dem folgenden überraschenden Schluss, der den Kollegen in Potsdam nicht gefallen wird. Hier die Kurzfassung des Artikels:

Frühere Untersuchungen (Pfeffer et al. 2008) basierten auf einem kinematischen Ansatz und ermittelten eine Obergrenze von 0,8-2,0 m  für den Meeresspiegelanstieg im 21. Jahrhundert. Für die Eiskappe Grönlands wurde damals im minimalen theoretischen Szenario eine Verdopplung der Gletscherbewegung für 2000-2010 postuliert, während im maximalen Szenario die Beschleunigung sogar um eine ganze Größenordnung höher ausfiel. Im Rahmen unserer Ermittlung der Gletscherbewegungen für die Zeit von 2000 bis 2010 konnten wir zeigen, dass die wahren Gletscherbeschleunigungen bei Betrachtung des gesamten grönländischen Eisschildes deutlich unter diesen Schätzwerten liegen. Dies hat zur Folge, dass der mit der grönländischen Eisschmelze verbundene Meeresspiegelanstieg wohl deutlich unterhalb des bisherigen minimalen Szenarios liegen wird, nämlich bei 9,3 cm bis 2100 unter Berücksichtigung des aktuellen Trends. Eine zusätzliche Beschleunigung würde einen Meeresspiegelanstieg bewirken, der im Bereich des minimalen Szeanrios liegen würde. Die von uns durchgeführte Untersuchung einer großen Population von Gletschern, von denen sich eine Vielzahl signifikant verkürzt und ausgedünnt haben, kommt zu dem Ergebnis, dass eine Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs im Bereich des früheren maximalen Szenarios, also eine Beschleunigung um eine ganze Größenordnung (46,7 cm bis 2100) nicht haltbar ist. Unsere Schlussfolgerung wird zudem durch neue numerische Gletscherbewegungsmodelle untermauert (Price et al. 2011).   

Siehe auch Beitrag “Die Zukunft de Polareises” in der Naturwissenschaftlichen Rundschau (65. Jahrgang, Heft 8, 2012) von Volker Kaminske.

 

Mit Dank an Nikola Friedl.
Siehe auch Artikel in der Welt.
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Zweifel an Hans-Joachim Schellnhuber mehren sich: Teile der deutschen Politik haben genug von seinem Klimaalarmismus

Lange Jahre herrschte auf dem Potsdamer Telegrafenberg absolute Narrenfreiheit. Im Monatstakt produzierte man dort schräge Pressemitteilungen mit Weltuntergangsszenarien, die bei den internationalen Fachkollegen Erstaunen und Entsetzen hervorriefen. Nun kam schließlich die Quittung. Die FDP setzte sich dafür ein, dass Institutsleiter Hans-Joachim Schellnhuber aus dem  “Wissenschaftlichen Beirat globale Umweltveränderungen” (WBGU) entfernt wird, dem Umwelt-Beirat der Bundesregierung, wie die Süddeutsche Zeitung am 2. Mai 2013 meldete. In unserem Buch Die kalte Sonne haben wir die problematische Positionierung des WBGU in Kapitel 8 “Wie Klimawissenschaftler versuchen, die Gesellschaft zu verändern” ausführlich dargelegt.

Spiegel Online berichtete hierzu:

Doch mittlerweile häuft sich Kritik an den Gutachten des WBGU. Der letzte große Bericht las sich wie Schellnhuber in Reinkultur: Der Beirat erneuerte seine alte Forderung nach einer “Großen Transformation” der Zivilisation. Der ambitionierte Weltplan sieht kontinentale Arbeitsteilung vor: Die gemäßigten Breiten produzieren Nahrung, die Subtropen Sonnenenergie, und die Tropen dienen der Erholung und der Erhaltung der Artenvielfalt. Das Gutachten sorgte für ungewöhnlich viel Zorn und Spott, insbesondere in konservativen Kreisen, auch im Wirtschaftsministerium. Der Beirat der Bundesregierung fordere eine “Ökodiktatur”, hieß es in Dutzenden Kommentaren. Das “ideologische Pamphlet” habe dem WBGU geschadet, nörgeln aber auch alte WBGU-Weggefährten Schellnhubers. Es habe die Befürchtung bestätigt, dass Schellnhuber in dem Gremium Kontrahenten fehlten. In den neunziger Jahren bevölkerten den WBGU noch allerlei “neoliberale Wirtschaftswissenschaftler”, wie die alten Kollegen sie heute abschätzig nennen. [...] Mittlerweile aber steht der WBGU auch wegen der Einhelligkeit seiner Gutachten in der Kritik. Zwar erlaubt die Satzung des Beirats ausdrücklich, dass abweichende Meinungen in den Gutachten betont werden. Dennoch führen die Wissenschaftler in keinem ihrer Werke Minderheitenvoten auf.
Weiterlesen auf spiegel.de

Außer Schellnhuber wird von der FDP auch die Neuberufung des Ökonomen Uwe Schneidewind hinterfragt, der das Wuppertal-Institut leitet, einer klimaalarmistischen Lobbygruppe. In den Kreis des WBGU soll laut Informationen des Spiegel auch der Bremerhavener Eis- und Meeresforscher Peter Lemke hinzustoßen. Lemke ist treuer Anhänger der IPCC-Katastrophenszenarien und fiel in der Vergangenheit mehrfach durch wissenschaftlich fragwürdige Äußerungen auf (siehe unsere Blogbeiträge “Das ZDF heute journal biegt sich das antarktische Meereis zurecht: 30 Jahre Eiszuwachs werden als “Wetter” verkauft“, ”Klimakatastrophe macht wohl einen Bogen um die Antarktis” und “Medienecho – Tag 16“).

Ein weiteres WBGU-Mitglied ist  der schillernde Stefan Rahmstorf aus Schellnhubers Potsdamer Alarm-Institut. Über Rahmstorfs alarmistische Thesen haben wir uns an dieser Stelle bereits vielfach gewundert (siehe z.B. unsere Blogbeiträge “Senat von North Carolina erteilt Rahmstorfs beschleunigtem Meeresspiegel eine Absage“, “Golfstrom bleibt laut neuen Messdaten stabil: Stefan Rahmstorfs Modell beginnt zu wackeln” und “Rätsel Rahmstorf“).

Was ist von solch einem Gremium zu halten, in dem sich abseits des klimawissenschaftlichen Mainstreams die klimatischen Weltuntergangsprediger versammeln, um Einfluss auf die deutsche Politik zu nehmen? Eine nachvollziehbare Einschätzung des WBGU lieferte auch der bekannte Klimawissenschaftler Hans von Storch, der in seinem Blog “Die Klimazwiebel” am 2. Mai 2013 wie folgt kommentierte:

Für mich ist der WBGU im Wesentlichen ein Alarmisten-Klub, der an Weltrettungsphantasien und chronischer Kompetenzüberschreitung leidet. Eigentlich ganz gut, daß eine politische Gruppe hier mal ein Einhalten verlangt. Im Übrigen ist für mich das Wirtschaftsministerium ebenso seriös wie das Umweltministerium. Letzteres hat doch die Sache mit dem Biotreibstoff initiiert, oder? Und durchgesetzt, daß ursprünglich nur eine Szenariosimulation an die Umweltbehörden auf Kreis- und Landesebenen  verteilt wurde.

Der FDP gebührt Anerkennung, dieses offensichtliche Problem und die einseitige Besetzung des WBGU öffentlich anzusprechen. Letztendlich konnte sich die FDP offenbar aber leider nicht durchsetzen, wie Ulli Kulke auf Donner + Doria meldete:

Den ganz großen Knall wollte Wirtschaftsminister Philipp Rösler dann doch nicht wagen. Er folgte nicht seinen Stäben und Beamten, die ihn zu einer pikanten Personalentscheidung veranlassen wollten. Wenn es nach ihnen gegangen wäre, hätte Rösler seine Zustimmung zur erneuten Berufung Hans Joachim Schellnhubers in den Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderung (WBGU) der Bundesregierung verweigert. Schellnhuber, Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung, war bisher nicht irgend ein WBGU-Mitglied, sondern Vorsitzender dieses Beirats. Die Nichtverlängerung von Schellnhubers Mandat hätte nicht nur innerhalb der Koalition für Unmut gesorgt, Umweltminister Altmaier hätte sich vehement für Schellnhuber eingesetzt, womöglich hätte Rösler sich dabei auch mit Kanzlerin Merkel angelegt, deren persönlicher Klimaberater der Forscher schließlich mal gewesen ist. Offenbar scheute sich Rösler – gewiss kein Freund Schellnhubers – auch davor, sich mit der kompletten Klimaschutzszene anzulegen. Schade. Eine personelle Alternative zu dem Potsdamer Forscher hätte für gehörig mehr Pragmatismus sorgen können in der Klimadebatte, der dieser gerade nach neuerlichen Erkenntnissen der Wissenschaft gut getan hätte. Nicht nur Klimaskeptiker beklagten, dass die Wissenschaft in diesem Bereich viel zu sehr politisiert ist, ja dass viele Experten in geradezu amtsanmaßender Manier die Klima- und Energiepolitik selbst übernehmen wollen.

Weiterlesen auf Donner + Doria.

 

Siehe auch Beiträge auf notrickszone.com (hier und hier)
Foto: Foto Hollin / Lizenz: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

                    

Hinweise auf eine niedrigere CO2-Klimasensitivität verdichten sich: Drei neue Arbeiten erteilen den IPCC-Katastrophenszenarien eine Absage

Als zwischen 1977 und 1998 die Temperaturen wie eine Rakete nach oben geschossen sind, staunten die Klimaforscher nicht schlecht. Das ist ja eine richtige Kanone, dieses CO2, so kraftvoll und überaus klimapotent. Kurzerhand maß man dem CO2 fast die gesamte Erwärmung von einem halben Grad zu. Pro CO2-Verdopplung sollte die Temperatur um 2,0-4,5°C nach oben getrieben werden, überlegte man sich. Nur hatte man in der ganzen Euphorie allerdings übersehen, dass es auch natürliche Faktoren geben kann, die bei dieser Erwärmung mitgeholfen haben: Die Sonne erreichte in den 1980er/90er Jahren eine der stärksten Intensitäten der letzten 10.000 Jahre. Und auch die 60-jährigen Ozeanzyklen bewegten sich zu dieser Zeit in ihrer warmen Phase. Ein historischer Wissenschaftsirrtum nahm seinen Lauf…

Nach nunmehr 15 Jahren Erwärmungsstopp dämmert es jetzt einigen Forschern allmählich, dass da wohl etwas schiefgelaufen ist. Fast im Monatstakt erscheinen derzeit neue Arbeiten, die die Klimawirkung des CO2 (die Klimasensitivität) nun nach unten korrigieren (siehe unsere Blogartikel “Reduzierte Klimawirkung des CO2 findet weitere Unterstützer in der Wissenschaft” und “Die Lawine rollt weiter: Norwegische Forschungsbehörde geht von einer stark reduzierten Klimawirkung des CO2 aus“). So erschien im April 2013 im Journal of Climate eine neue Studie von Nicholas Lewis, der aufgrund der vorliegenden Daten eine CO2-Klimasensitivität berechnet, die nur etwa halb so groß ist wie derzeit vom IPCC angenommen. Laut Lewis steigt die Temperatur lediglich um 1,1-2,2°C pro CO2-Verdopplung an (1,0-3,0°C unter Berücksichtigung weiterer Unsicherheiten).

Im gleichen Monat erschien im Fachjournal Climate Dynamics eine neue Arbeit von Troy Masters, der die CO2-Klimasensitivität auf Basis des ozeanischen Wärmeinhalts bestimmte. Masters verglich die Messwerte mit Klimamodellen der neuesten Generation, wie sie auch im gerade entstehenden neuen IPCC-Klimabericht verwendet werden. Es zeigte sich, dass die Klimamodelle viel zu empfindlich auf das CO2 reagieren. Masters ermittelte eine wahrscheinliche Spanne von 1,5-2,9°C pro CO2-Verdopplung. Diese Werte liegen ebenfalls deutlich unter den aktuellen IPCC-Annahmen.

Bereits Ende 2012 veröffentlichte eine Forschergruppe von der University of Illinois um Michael Ring im Fachblatt Atmospheric and Climate Sciences eine neue Studie, in der sie die Temperaturdaten der letzten 160 Jahre mithilfe zweier unabhängiger Methoden untersuchten und hieraus die CO2-Klimasensitivität ableiteten. Anhand einer Spektralanalyse sowie Klimamodellierungen fanden Ring und Kollegen eine CO2-Klimawirkung, die sich am untersten Rand der bisherigen IPCC-Annahmen bewegt, nämlich von 1,5-2,0°C pro CO2-Verdopplung. Das pdf dieser Arbeit ist frei herunterladbar, da es in einem frei zugänglichen ‘Open Access’ Journal erschienen ist.

In unserem Buch “Die kalte Sonne” präsentieren wir zwei Klimaszenarien auf Basis von Klimasensitivitäten von 1,0 und 1,5°C pro CO2-Verdopplung. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im Februar 2012 hagelte es aus der deutschen Medienlandschaft noch reichlich Kritik für diese Annahmen. Wie könne man von den Werten des IPCC nur so stark abweichen? Heute, knapp anderthalb Jahre später, scheint das im Buch vorgestellte 1,5°C-Klimasensitivitätsszenario im neu entstehenden Mainstream der Klimaforschung angekommen zu sein. So ändern sich die Zeiten…

Im Folgenden eine graphische Darstellung neuerer Klimasensitivitätsbestimmungen im Vergleich zu den überzogenen IPCC-Annahmen (Quelle: Pat Michaels & Paul Knappenberger, WUWT).

Foto oben rechts: Darkone / Lizenz: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license

Die Sonne im April 2013: Polt jetzt der Südpol um?

Von Frank Bosse

Auf den ersten Blick kann man schon davon sprechen, dass die Sonne ein wenig aktiver geworden ist im Monat April 2013. Die Sonnenfleckenzahl SSN betrug 72,4 und damit erreichte dieser 53. Monat des Zyklus immerhin 61% des Mittelwertes ( 119) aller Zyklen 1-23. Grafisch:

 

Verglichen werden die Zahlen des durchschnittlichen Zyklus (blau) mit denen des aktuellen Zyklus (dick rot) und denen des Sonnenzyklus Nr. 5 (SC5), dem ersten Zyklus des Dalton-Minimums. Ein kleiner Peak über den Vergleichswert des SC5 ist zu sehen. Interessant ist, dass sich im Laufe des Monats die Aktivität ein wenig mehr auf die Südhemisphäre der Sonne verlagerte. Ein aktuelles Bild der Sonne zeigt dies auch:

 

Quelle: solen.info

 

Diese Verlagerung war überfällig, denn das Maximum ist erreicht, wenn beide polare magnetische Felder umgepolt sind. Mit dem Nordpol ist das schon geschehen, der Südpol kann folgen, wenn die Reste der südhemisphärischen Flecken dorthin gedriftet sind. Ohne Aktivität kein Umpolen. Über die aktuelle Datenlage hinaus gibt es auch einige neue Beobachtungen. So bemerkten Svalgaard und andere, dass nicht nur die absolute SSN- Zahl, sondern auch die Anzahl der Flecken pro Fleckengruppe seit Jahren rückläufig ist:

Quelle: leif.org

 

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