News und Termine

Um Antwort wird gebeten: Weshalb lässt N24 die Küstenabsenkung in den Sundabarns unerwähnt und fokussiert stattdessen allein auf den Klimawandel?

An: Redaktion N24
Von: Sebastian Lüning

Gesendet: 26.3.2015

 

Sehr geehrte Redaktion,

Am 19.2.2015 brachten Sie auf http://www.n24.de/n24/Wissen/Mensch-Natur/d/6173506/dem-sundarbans-bleiben-noch-15-jahre.html einen Beitrag zu den Sundarbans. Sie berichten “Der Meeresspiegel steigt in der Region etwa doppelt so schnell wie im weltweiten Durchschnitt.” Allerdings versäumen Sie es in dem Beitrag den allerwichtigsten Faktor dieses erhöhten regionalen Meeresspiegelanstiegs zu nennen, nämlich die enorme Küstenabsenkung, die typisch für Deltagebiete ist. Weshalb erwähnen Sie diessen Effekt in Ihrem Beitrag nicht und fokussieren stattdessen allein auf den Klimawandel?
Wir wüden Ihre Antwort gerne in unserem Blog bekanntgeben. Siehe:

http://www.kaltesonne.de/flussdeltas-in-indien-und-bangladesch-saufen-ab-n24-lasst-kustenabsenkung-als-folge-der-sedimentverfestigung-als-wichtigsten-grund-unerwahnt/

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Lüning

Mojib Latif: Keine weitere Erwärmung bis 2020

Eine schon fast kuriose Schlagzeile produzierte Mojib Latif am 5. März 2015 auf wetter.de (via dpa):

Mojib Latif: Die Erderwärmung steigt rasant an

Haben wir da irgendetwas verpasst? Die unerwartete Erwärmungspause ist soeben in ihr 17. Jahr eingetreten und Latif berichtet von einem Hitzeinferno? Wie ist das gemeint? Dazu lesen wir ein Stückchen weiter:

Der Klimaforscher Mojib Latif vom Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung rechnet damit, dass sich die Erderwärmung in den kommenden Jahren beschleunigen wird. „Spätestens nach 2020 werden die Temperaturen wieder stark ansteigen“, sagte Latif dem Nachrichtenmagazin ‚Der Spiegel‘. „Dann wird es noch schneller wärmer werden auf dem Planeten, als wir es selbst in den Achtziger- und Neunzigerjahren erlebt haben.“

Achso. Die eigentlich wirklich interessante Nachricht ist also, dass es auch bis 2020 keine weitere Erwärmung geben wird. Das sind immerhin 5 Jahre. Der darauf folgende Temperaturanstieg ist nur eine Idee, kein gesichertes Wissen. Andere Forscher wie Judith Curry sagen, dass es bis Mitte der 2030er Jahre dauern kann, bis es mit der Erwärmung weiter geht. Eine viel bessere Schlagzeile wäre daher für die dpa-Meldung:

Mojib Latif: Keine weitere Erwärmung bis 2020

Knapp eine Woche später, am 10. März 2015, das selbe Theater in der Wirtschaftswoche Green:

US-Forscher zeigen in einer neuen Studie, dass sich der Klimawandel im Vergleich mit den vergangenen 1000 Jahren deutlich beschleunigt.

Verlinkt wird dabei auf eine englischsprachige Pressemitteilung auf EurekAlter:

The climate is starting to change faster
[...] An analysis of changes to the climate that occur over several decades suggests that these changes are happening faster than historical levels and are starting to speed up. The Earth is now entering a period of changing climate that will likely be faster than what’s occurred naturally over the last thousand years, according to a new paper in Nature Climate Change, committing people to live through and adapt to a warming world.

All diese Weisheiten basieren aber auf Computermodellierungen, die schon die aktuelle Erwärmungspause nicht haben kommen sehen. Nicht gerade sehr vertrauenserweckend. Die Behautptung der Forscher ist schon mutig: Schon bald soll sich das Klima schneller erwärmen als in den letzten 1000 Jahren. Nun ja. Heute ist es genauso warm wie vor 1000 Jahren, zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode. Die Netto-Erwärmung über diesen langen Zeitraum ist also genau – Null! Und in den letzten anderthab Jahrzehnten ist die Erwärmung ebenfalls Null. Woher nehmen die Forscher bloß den Mut zu ihrer steilen These? Ist dies vielleicht die Voraussetzung für neue Forschungsgelder? Oder wäre es im aktuellen alarmistischen Denkmuster sogar noch mutiger, die nüchterne Wahrheit auszusprechen?

Die oben erwähnte Judith Curry besprach in ihrem Blog am 5. März 2015 zwei neue Papers zur Erwärmungspause. Eines davon stammt von Hockey-Stick-Erfinder Michael Mann. Wieder einmal wurde die Rolle der Ozeanzyklik unterschätzt. Curry schlussfolgert:

Brilliant to use climate models that don’t correctly simulate internal variability, particularly the PDO, to claim that the AMO and PDO aren’t correlated and not part of a stadium wave oscillation. /sarc   The stadium wave paper showed that it is  the lag that gives rise to maximum correlation between the AMO and PDO.  Steinman and Mann conclude that the linear detrending is likely to cause artificially high observed (lagged) correlations between the AMO and PDO  in the stadium wave.

So where does all this leave us?  Internal variability only partly explains the pause – how big that part is remains somewhat unclear, but there is growing evidence that it is the major cause of the pause.  The critical issues are how long will the pause last, inability of climate models to simulate a pause beyond 20 yrs with increasing CO2, and what will happen once the internal variability flips to a warming situation.

Is there a looming ‘warming spurt’ at the ‘end’ of the pause?  Maybe, but it depends on what is going on with the sun.  Many solar scientists expect a coming solar cooling.  How increasing CO2, solar cooling and internal variability will play out in terms of influencing the global climate over the next several decades is of central importance to our understanding of the climate system, which still has substantial uncertainties (no matter what the IPCC, EPA etc say).

Bottom line: The pause in global warming is NOT finally explained.

 

 

Klima-Zyklen IV: Die Milankovic-Zyklen. Über die Ursache der alle 100 000 Jahre aufgetretenen Warmzeiten

Von Dr. Dietrich E. Koelle

Das Klima der letzten 800 000 Jahre zeigt eine markante Charakteristik:  im Abstand von etwa 100 000 Jahren traten jeweils starke kurzzeitige Erwärmungsphasen auf (Bild 1). Die gegenwärtige  Warmzeit, die seit etwa 10 000 Jahren andauert, wird bekanntlich als Holozän bezeichnet, das die Würm-Kaltzeit des Pleistozäns ablöste. Tatsächlich aber befinden wir uns seit ca. 2,5 Millionen Jahren in einer langfristigen Eiszeit, die dem großen Klima-Zyklus von 150 bis 180 Millionen Jahren entspricht und entsprechend dem Verlauf der bisherigen Klimahistorie mindesten noch 50 bis 60 Millionen Jahre andauern dürfte (siehe Beitrag im Blog vom 1.1.2015). Umso interessanter ist die Frage, woher kommen diese kurzen Warmzeiten ? Sie dauerten in den letzten 350 000 Jahren immer nur 12 000 bis 14 000 Jahre, wenn man Temperaturen über 13°C zugrunde legt.

Bild 1: Die globale Temperaturhistorie der letzten 500 000 Jahre  nach den Daten der Eiskernbohrungen in Grönland und der Antarktis

 

Es handelt sich dabei nicht um einen normalen Klimazyklus, z.B. etwa verursacht durch die Änderung der Exzentrizität der Erdbahn um die Sonne, wie man es auch noch bei Wikipedia findet. Dazu ist die Änderung der Sonneneinstrahlung durch die Änderung der Orbit-Geometrie zu gering und vor allem erfolgt diese sehr langsam. Ein normaler Zyklus hat einen eher sinusförmigen Verlauf, nicht einen so steilen Anstieg und Anfall wie diese Warmphasen.

Interessant ist in diesem Fall auch der Zusammenhang zwischen Temperatur und CO2-Gehalt der Atmosphäre, wie er in Bild 2 als Ergebnis der Eiskernbohrungen vorliegt. Bei dem eiszeitlichen Temperaturniveau war der CO2-Gehalt jeweils auf nur noch 190 ppm zurückgegangen – das absolute Minimum, das der Vegetation gerade noch das Überleben erlaubte. Mit dem Temperaturanstieg folgte jeweils mit zeitlicher Verzögerung auch ein Anstieg des CO2-Niveaus, wie Bild 2 veranschaulicht. Es stieg damals vom eiszeitlichen Niveau von ca. 190 ppm auf ein Maximum von 290 ppm an, durch Ausgasung aus den wärmer werdenden Ozeanen.  Die Spitzentemperaturen lagen dabei deutlich über dem heutigen Niveau, was im Gegensatz zu der IPCC-Theorie steht. Deswegen ist diese Tatsache dort auch  äußerst unbeliebt. Das Diagramm in Bild 2 stellt eines der wichtigsten Forschungsergebnisse über das Klima der letzten 400 000 Jahre dar – aber man sucht es vergebens im einschlägigen Kapitel 5.3.4 des letzten IPCC-Berichtes. (weiterlesen …)

Kieler Professsorin behauptet: “Bei der momentanen Erderwärmung spielt die Sonne keine Rolle”. Kalte Sonne hakt nach.

Die Bildzeitung meldete am 25. März 2015 ein sensationelles Konferenzergebnis:

Keine Schuld am Klimawandel: Freispruch für die Sonne
Führende Wissenschaftler haben bei einer Konferenz von Sonnen- und Klimaexperten in Kiel unsere Sonne freigesprochen. Das eindeutige Urteil: Sie ist nicht schuld am aktuellen Klimawandel und der fortschreitenden Erderwärmung. [...] Prof. Katja Matthes, Meteorologin und Klimaforscherin am renommierten Kieler Geomar-Institut (Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung) zu BILD: „Sicher hat die Sonne langfristig einen Einfluss auf das Klima unserer Erde. Sie kann Eis- aber auch Warmzeiten beeinflussen, aber Fakt ist auch: Bei der momentanen Erderwärmung spielt sie keine Rolle.“ Dieses Ergebnis der jüngsten Forschungen widerlegt damit eindeutig Klimaskeptiker, die immer wieder versuchen, den Einfluss der Menschen auf die Erderwärmung herunterzuspielen, um dafür der Sonne die Schuld zu geben.

Früher ja, heute nicht. So richtig will das nicht einleuchten. Und welche Eis- und Warmzeiten sind gemeint? Die Kleine Eiszeit vor dreihundert Jahren und die Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP) vor 1000 Jahren? Während der Kleinen Eiszeit war die Sonnenaktivität gering, während der MWP hoch. Momentan erleben wir eine Neuauflage der MWP mit ähnlich hohen Temperaturen. Und interessanterweise erreichte die Sonnenaktivität in den letzten Jahrzehnten Rekordwerte, wie sie im Laufe der letzten 10.000 Jahre nur selten ausgebildet waren. Mit welcher Methode hat Frau Matthes nun den Einfluss der Sonne auf die Klimaerwärmung im 20. Jahrhundert ausgeschlossen? Die Erklärung hierzu bleibt uns die Bildzeitung leider schuldig. Damit bleibt die Behauptung erst einmal nur eine unbelegte Idee.

Wir begeben uns auf Spurensuche. Zunächst schauen wir auf der Homepage des Geomar vorbei. Gibt es hier vielleicht eine Pressemitteilung mit einer näheren Erklärung? Leider nein (Stand 25.3.2015). Überhaupt gibt sich das Geomar zum Thema Sonne öffentlich eher einsilbig. Bereits am 18. März 2015 hakten wir beim Geomar wegen einer fragwürdigen Behauptung in der Ankündigung zum Kieler Sonnenkongress nach (siehe unseren Beitrag “Um Antwort wird gebeten: Weshalb behauptet das Geomar, Skeptiker würden die Sonne als alleinigen Klimatreiber ansehen?“). Leider gibt es auch eine Woche danach immer noch keine Antwort.

Wir haben Frau Matthes jetzt eine Email geschrieben. Vielleicht kann Sie Licht in das Dunkel zur Bildzeitungsgeschichte bringen:

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Von: Sebastian Lüning
An: Katja Matthes, Geomar

Gesendet: 25.3.2015
Antwort: Bislang unbeantwortet

 

Sehr geehrte Frau Matthes,

In der Bildzeitung vom 25.3.2015 werden Sie zitiert:

„Sicher hat die Sonne langfristig einen Einfluss auf das Klima unserer Erde. Sie kann Eis- aber auch Warmzeiten beeinflussen, aber Fakt ist auch: Bei der momentanen Erderwärmung spielt sie keine Rolle.“
http://www.bild.de/ratgeber/2015/klimawandel/sonne-ist-nicht-schuld-am-klimawandel-40260020.bild.html

Die historische Perspektive teile ich auf jeden Fall mit Ihnen. Eine große Anzahl an geologischen Studien hat den starken solaren Einfluss auf das Klima eindrucksvoll belegen können. Allerdings will mir nicht ganz einleuchten, weshalb der solare Einfluss nun plötzlich angeblich keine Rolle mehr für das Klima spielen soll. Was genau soll passiert sein, das die Sonne nun plötzlich unwirksam macht? Wie Sie wissen, erreichte die Sonnenaktivität in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Rekordwerte, wie sie nur selten in den letzten 10.000 Jahren aufgetreten sind. Dies fällt im Großen und Ganzen mit der bekannten starken Klimaerwärmung zusammen. Die heutigen Temperaturen bewegen sich etwa auf dem Niveau der Mittelalterlichen Wärmeperiode, als eine ähnlich hohe Sonnenaktivität herrschte. Abweichungen im Detail-Verlauf von Temperatur und Sonnenaktivität im 20. Jahrhundert können durchaus mit klimabeeinflussenden Ozeanzyklen (AMO, NAO, PDO) sowie der Trägheit des Klimasystems erklärt werden.

Meine Frage an Sie: Wie begründen Sie Ihre Aussage “Bei der momentanen Erderwärmung spielt [die Sonne] keine Rolle“? Im genannten Bildzeitungsartikel konnte ich leider keine Hinweise hierauf finden.

Mir geht es nicht darum, die Klimawirkung des CO2 abzustreiten. Im Gegenteil. Auch ich gehe von einer erwärmenden Wirkung des Kohlendioxids aus. Allerdings sollte die Sonne in der Klimagleichung des 20. Jahrhunderts nicht unnötig marginalisiert werden.

Wir würden Ihre Antwort gerne bei uns im Blog www.kaltesonne.de bekanntgeben.

Mit besten Grüßen

Sebastian Lüning

 

Um Antwort wird gebeten: Fastenkalender mit fragwürdigen Klimavisionen

An: Fastenopfer, Brot für alle, Partner sein
Von: Sebastian Lüning

Gesendet: 18.3.2015
Antwort: 24.3.2015 (siehe unten)

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit Interesse las ich Ihren Fastenkalender 2015.
http://www.sehen-und-handeln.ch/Media/01_texte/de/materialien/agenda/2015_fastenkalender_web.pdf

Zunächst freue ich mich sehr, dass Sie gegen Armut und Ungerechtigkeit in der Welt kämpfen. Ihre Stichworte „nachhaltige Waldnutzung“, „sicheres Einkommen“, „mehr Liebe statt Hass“, „gemeinsam gegen die Agrar-Barone“ unterstütze ich. Allerdings verstecken sich in Ihrem Kalender auch Aussagen zum Klimawandel, die aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar sind. Es handelt sich um folgende Passagen:

Pdf-Seite 11:
Wirbelstürme auf den Philippinen, vertrocknete Felder in Haiti, rutschende Berge in der Schweiz – die ganze Welt wird den Klimawandel zu spüren bekommen oder spürt ihn bereits. Am stärksten darunter leiden werden Entwicklungsländer, in denen die Bevölkerung schon heute ums Überleben kämpft. Gleichzeitig sind das diejenigen Menschen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben. Das ist ungerecht.

Pdf-Seite 12:
«Dieses Jahr blieb es während der Regenzeit zwei Monate trocken. Ich habe über die Hälfte meiner Maisernte verloren», berichtet Cristiano Patricio, ein Kleinbauer im brasilianischen Cerado. So wie ihm geht es vielen Menschen in südlichen Ländern, deren Leben von fruchtbarem Land, Wasser und vielfältigen Ackerpflanzen abhängt. Der Klimawandel bedroht ihre Existenzgrundlage.

 

Wirbelsturm Haijan (Philippinen)
Haiyan war einer der stärksten tropischen Wirbelstürme seit Beginn verlässlicher Wetteraufzeichnungen. Laut dem letzten Bericht des Uno-Klimarats gibt es jedoch keine erkennbaren Langzeittrends bei tropischen Zyklonen, also bei Hurrikanen und Taifunen. Eine globale Steigerung ist nicht zu erkennen. Auch die lokale Entwicklung lässt wenig Raum für Spekulationen. Ein Forscherteam um Kubota et al. veröffentlichte 2009 in den Geophysical Research Letters eine Taifunstatistik der Philippinen für die letzten 100 Jahre. Erneut das gleiche Bild: Kein Anstieg der Taifunaktivität trotz globaler Erwärmung in der gleichen Zeit um mehr als ein halbes Grad.
Siehe Gesamtdarstellung hier: http://www.kaltesonne.de/taifun/

Dürren auf Haiti
Dürren hat es in der Karibik immer schon gegeben. Ihre Häufigkeit ist natürlichen Schwankungen unterlegen. Ende September 2013 erschien im Journal of Quaternary Science eine neue derartige Studie zur Klimageschichte der Karibik. Michael Burn und Suzanne Palmer von der University of the West Indies analysierten darin Seensedimente der letzten 1000 Jahre und erstellten eine Übersicht über die Dürrehäufigkeit in der Region. Die Forscher entdeckten, dass sich die schlimmsten Dürren der Karibik während der Kleinen Eiszeit vor einigen hunderten von Jahren ereigneten. Burn und Palmer sehen dabei einen direkten Zusammenhang mit der geringen Sonnenaktivität, die damals herrschte. Eine schwache Sonne führt zu häufigeren Dürren in der Karibik.
http://www.kaltesonne.de/neue-studie-im-journal-of-quaternary-science-durren-in-der-karibik-haufen-sich-wahrend-solarer-schwachephasen/

Dürren in Zentralbrasilien
Auch Brasilien erlebte in der Vergangenheit bedeutende Dürrephasen. Eine langfristige Steigerung konnte die Wissenschaft nicht finden. Impulsgeber für die klimatischen Niederschlagsveränderungen scheinen solare Aktivitätsschwankungen zu sein. Siehe:
http://www.kaltesonne.de/solarer-210-jahres-zyklus-beeinflusste-das-klima-in-nordostbrasilien/
http://www.kaltesonne.de/starker-einfluss-von-sonnenaktivitatsschwankungen-und-el-nino-auf-temperaturen-und-regenmengen-in-sud-brasilien-wahren-der-letzten-100-jahre/

Die von Ihnen dargestellten Ereignisse spiegeln Extremwetter wieder, das es in der Vergangenheit stets gegeben hat. Eine aktuelle Steigerung jenseits der natürlichen Klimavariabilität ist nicht erkennbar. Meine Frage: Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage ordnen Sie diese Ereignisse als Folge des anthropogenen Klimawandels ein? An Zitaten entsprechender Facharbeiten oder wissenschaftlicher Zusammenfassungen wäre ich interessiert. Ihre Antwort würden wir gerne unseren Lesern im Blog „Die kalte Sonne“, www.kaltesonne.de mitteilen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. habil. Sebastian Lüning

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Von: Stefan Salzman, Fastenopfer
An: Sebastian Lüning

Gesendet: 24.3.2015

Sehr geehrter Herr Lüning!

Vielen Dank für ihre Anfrage und wir freuen uns, wenn sich die Leser unserer Materialien genauer mit dem Thema auseinandersetzen. Sehr interessant auch die Texte auf ihrer Webseite „Kaltesonne“. Antworten und Rückmeldungen zu ihren Fragen erlaube ich mir in Rot direkt unten in ihre Mail zu integrieren! Veröffentlichen sie gerne unsere Position auf ihrem Blog.

Freundliche Grüsse aus Luzern,

Stefan Salzmann

 

Zu den zitierten Passagen aus dem Kalender:
Diese Aussagen die Sie zitieren sind nicht Aussagen von Wissenschaftlern und wir wollen sie deshalb hier auch nicht wissenschaftlich begründen. Es sind Aussagen von KleinbäuerInnen die in den entsprechenden Ländern wohnen und in ihrem Alltag eine Veränderung der klimatischen Bedingungen feststellen – Regenperioden, die vorher immer im März begonnen haben, beginnen plötzlich im April. Sie sind nicht repräsentativ oder empirisch belegt im Sinne einer Wissenschaftlichen Untersuchung. Aus unserer Sicht bedeutet dies aber nicht, dass sie weniger wahr sind. Im Gegenteil: als Hilfswerke wollen wir auch Menschen eine Stimme geben, die nicht die Mittel haben, wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen. Dass sie betroffen sind von veränderten klimatischen Bedingungen (egal wer sie verursacht hat) ist aber lebensbedrohend für diese Menschen – das wissen wir, weil wir uns mit diesen Menschen vor Ort unterhalten und mit ihnen zusammenarbeiten.

Zum Extremwetter:
Dass die globale Durchschnittstemperatur ansteigt, ist wissenschaftlich mit fast maximaler Wahrscheinlichkeit belegt. Den IPCC-Bericht kennen sie wahrscheinlich besser als ich. Der globale Temperaturanstieg ist aber nicht linear (es gibt Schwankungen) und regional sehr unterschiedlich. Es häufen sich aber Ereignisse, welche durch die Schwankungen die statistischen Grenzwerte von „Hitzetagen“ oder „Niederschlagsmengen“ etc. öfters überschreiten als in Refernzperioden. Regional ist der Alpenraum stark betroffen. Hier haben wir aber die nötigen Mittel, uns anzupassen. Hierzu verweise ich auf eine Publikation des Schweizerischen Bundesamtes für Umwelt (http://www.bafu.admin.ch/dokumentation/umwelt/index.html?lang=de). In den letzten Jahren sind in der Schweiz mehr Hitzetage gemessen worden. Es häufen sich sowohl gemessene Niederschlagsrekorde wie auch Trockenperioden in den Jahren seit 2000 (immer im Vergleich zur gesamten Messperiode mit Daten bis zu 150 Jahren). Ich habe selber an einem solchen Projekt der ETH mitgearbeitet (zu Studienzeiten), welche solche Daten aufbereitet hat. Dabei nehmen die Tage / Monate mit Wetterextremen zu und sind auch spürbar. Während wir nicht merken, dass die jährliche Durchschnitttemperatur um 0.x Grad zunimmt, merken wir den Hitzesommer 2003, auf welchen bereits 2009 der nächste folgte. Die Zeitabstände solcher Ereignisse werden kürzer und die Gletscher schmelzen schneller.

Ein weiterer Aspekt extremer Wetterereignisse ist auch immer die Anzahl betroffener Menschen. So werden immer mehr arme Menschen (z.B. in den Philippinen) vom Land in die Städte getrieben (z.B. auf der Suche nach Arbeit). So sind mehr Menschen von Taifunen betroffen, selbst wenn die Häufigkeit konstant bleibt. Immer mehr Menschen sind also betroffen und dass den Küstenbewohnern in den Philippinen die Anpassung schwerer fällt als Alpenbewohnern in der Schweiz ist auch ohne wissenschaftliche Begründung als Fakt akzeptierbar in unseren Augen.

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Kommentierung der Antwort durch die Kalte-Sonne-Redaktion: (weiterlesen …)

Winter in Deutschland immer milder? Februar-Temperaturen sind während der vergangenen 28 Jahre immer weiter abgesackt

Am 14. März 2015 wandten wir uns im Rahmen unserer Serie “Um Antwort wird gebeten” an den Tagesspiegel aus Berlin. Die Zeitung hatte 2007 über angebliche Folgen des Klimwandels in der Mongolei berichtet. Neue Studien konnten nun jedoch zeigen, dass weniger der Klimawandel, sondern vielmehr Bergbau und Landwirtschaft zur Versteppung des Landes geführt haben. Wir fragten an, ob der Tagesspiegel über diese neue Erkenntnis berichten werde. Freundlicherweise antwortete uns die Redaktion zehn Tage später und ergänzte im angesprochenen Online-Artikel eine Anmerkung:

Anmerkung vom 23. März 2015: In einer aktuellen Studie im Fachblatt “PNAS” haben Forscher um Jingyun Fang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften die Ausbreitung der Steppe erneut begutachtet. Sie kommen zu einem anderen Schluss. Ihren Untersuchungen zufolge wurde der Wasserverlust – markiert durch den Schwund von Seen auf dem Mongolischen Plateau – vorrangig durch Bergbau und Landwirtschaft verursacht.

Den genauen Wortlaut des Antwortschreibens der Zeitung finden Sie hier. Wir danken dem Tagesspiegel für die Ergänzung. Vielleicht wäre dies sogar Thema für einen neuen, aktuellen Artikel?

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Am 9. März 2015 startete eine historische Flugmission, die angeblich ohne einen Tropfen Sprit die Welt umrunden soll. Die Welt meldete an jenem Tag:

Solar-Flieger zu historischer Mission aufgebrochen
“Solar Impluse 2″ soll in fünf Monaten 35.000 Kilometer zurücklegen – mit nur einem Piloten und ohne einen Tropfen Kerosin an Bord. Bei der Weltklimakonferenz in Paris wird Bilanz gezogen.

Weiterlesen in der Welt.

Kein Tropfen Kerosin? Naja, das Solarflugzeug selber benötigt in der Tat keinen Sprit, die Gesamtmission hingegen verschlingt gleich tonnenweise fossilen Treibstoff. Eine Riesen-Mogelpackung. Tatsächlich müssen nämlich der jeweilige Ersatz-Pilot, die mehrköpfige technische Boden-Crew und Tonnen von mechanischen und logistischen Material mit konventionellen Charterflugzeugen hinterher fliegen, um die Reise des Solarfliegers überhaupt zu ermöglichen, was ohne grosse Mengen fossiler Treibstoffe ein Ding der Unmöglichkeit wäre. Dieser offenkundige Widerspruch wird freilich in den üblichen Berichten geflissentlich übersehen, und es ist schwierig hierfür Belege im Internet zu finden. Allerdings wurde dieser Schwachpunkt in einem Schweizer Radiobericht versehentlich ganz locker ausgeplaudert (siehe vorletzter Beitrag hier). Und auch auf der Homepage des Projekts findet man Belege hierfür, siehe z.B. die Vorstellung der Boden-Crew, die sich sicher nicht einfach “hinterher-Beamen” kann.

 

Siehe auch Beitrag auf notrickszone.com.

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In Deutschland wird es immer heißer und heißer. Unsere Kinder werden nicht mehr wissen, was Schnee ist. Schon bald können wir ganzjährig in kurzen Hosen herumstapfen. So oder so ähnlich erklären uns die Experten die Lage. Nur seltsam, dass in den seltensten Fällen Temperaturkurven gezeigt werden. Will man die Bevölkerung nicht mit langweiligen Graphiken überfordern?

Gerne helfen wir hier im Blog aus und füllen die Lücke. Josef Kowatsch hat sich die offiziellen Februar-Temperaturen für Deutschland vom Deutschen Wetterdienst (DWD) besorgt und in der folgenden Kurve geplottet (Abbildung 1).

 

Abbildung 1: Entwicklung der Februar-Temperaturen in Deutschland während der vergangenen 28 Jahre. Daten: DWD. Graphik: J. Kowatsch.

 

Überraschenderweise ergibt sich trotz einiger Zappelei ein deutlicher Abkühlungstrend. Ganz langsam zum Mitschreiben: Der Februar ist in den letzten anderthalb Jahrzehnten in Deutschland im Mittel immer kälter geworden. Darüber liest man in der Presse recht wenig. In der  Sächsischen Zeitung konnten man am 22. März 2015 sogar das ganze Gegenteil erfahren. Beim Lesen der Schlagzeile ist es allerdings schwer, ein Schmunzeln zu unterdrücken:

Milder Winter – Landwirte befürchten Invasion der Feldmäuse
Der zweite milde Winter in Folge lässt die Gefahr einer Mäuseplage in Sachsen wachsen. „Es deutet sich schon an, dass wir mit Feldmäusen in diesem Jahr größere Probleme kriegen“, sagte Andreas Jahnel vom Landesbauernverband.

Ab und zu ein milder Winter, das muss drin sein. Das menschliche Gedächtnis ist vor allem auf den Nahbereich fokussiert. Schnell sind die klirrenden Winter der Vorjahre vergessen. Stefan Kämpfe und Josef Kowatsch haben in einem EIKE-Artikel die Entwicklung der Wintertemperaturen in Deutschland beschrieben (Abbildung 2). Auch hier ist in den letzten 28 Jahren eher eine Abkühlung zu erkennen. Von “immer milder” keine Spur: (weiterlesen …)

Flussdeltas in Indien und Bangladesch saufen ab: N24 lässt Küstenabsenkung als Folge der Sedimentverfestigung als wichtigsten Grund unerwähnt

Klimatische Endzeitstimmung am 19. Februar 2015 auf n24:

Klimawandel extrem: Dem Sundarbans bleiben noch 15 Jahre
Der Klimawandel bedroht die ganze Menschheit, doch einige sind davon ganz besonders betroffen. Im Sundarbans ist schon bald die Existenz von 13 Millionen Menschen bedroht. [...] Salzwasser hat den Flecken Land auf der indischen Insel Bali überschwemmt, auf dem Mondol einst Reis anbaute und Fischteiche bewirtschaftete – so wie seine Vorfahren seit rund 200 Jahren. Das Wasser hat ihnen alles andere genommen – und eines Tages wird es sich auch noch diese Hütte nehmen. “Jedes Jahr müssen wir ein bisschen weiter ins Landesinnere ziehen”, sagt er. Das indische Bali ist wesentlich kleiner als die indonesische Insel gleichen Namens. Mondol lebt in den Sundarbans, einer tiefgelegenen Deltaregion zwischen Indien und Bangladesch mit rund 200 Inseln und rund 13 Millionen Einwohnern. Die meisten hausen in ärmlichen Verhältnissen. Der Meeresspiegel steigt in der Region etwa doppelt so schnell wie im weltweiten Durchschnitt. Zehntausende sind bereits obdachlos geworden. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern könnte der größte Teil der Sundarbans in 15 bis 25 Jahren überflutet sein.

Deltagebiete sind dafür bekannt, dass sie durch die allmähliche Verfestigung ihrer Sedimente – die sogenannte Kompaktion – absinken. Diese Kleinigkeit hat n24 doch glatt ausgelassen. Dabei hatte Nature India zwei Jahre zuvor explizit am 30. April 2013 darauf hingewiesen, dass die Überflutung nicht allein durch den Klimawandel verursacht wird:

Seven years after the first report on the ‘vanishing islands’ of Sundarbans, Subhra Priyadarshini revisits the fragile delta in the Bay of Bengal to find that it is not just climate change that threatens the existence of this world heritage mangrove tiger-land spread across the Indo-Bangladesh border. [...] “In the last 25 years, the rate of relative sea level rise comes close to 8 mm/year, significantly higher than the rate of 3.14 mm/year in the previous decade,” he says. In a recent report he co-authored for the World Wide Fund for Nature (WWF)3, Hazra says besides global warming and the subsequent thermal expansion of water, the rather rapid subsidence of the Bengal delta (2-4 mm/year), compaction of silt and other local causes may be responsible for the exceptionally high rate of relative sea level rise in the Indian Sundarbans.

Die Wissenschaft hat das Absenkungsproblem bereits intensiv studiert, umso seltsamer, dass n24 kein Wort über die Ergebnisse verliert. So berichtete 2013 der Geologe Till Hanebuth über Ergebnisse aus dem Deltabereich Bangladeschs. Sein Team fand natürliche Absenkungsraten von mehr als 4 Millimeter pro Jahr. Diese Rate ist deutlich höher als der klimatisch-bedingte Meeresspiegelanstieg. In der Ergebnisbeschreibung des Projektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft heisst es:

Assessing the recent subsidence of the central coastal Delta of Bangladesh by dating submerged kilns The densely populated low lying Ganges‐Brahmaputra Delta is highly vulnerable to the global sea‐ level rise. In order to estimate the subsidence of the delta, we examined submerged salt‐producing kiln sites in the coastal Sundarbans. These kilns were built just above the previous winterly spring high‐tide level, but are currently located ~155 cm below the corresponding modern level. According to optically stimulated luminescence (OSL) dating, the kilns were ultimately fired ~300 years ago and salt production was terminated by a catastrophic event, which affected the kiln sites at different levels and locations. AMS‐14C ages of charcoal at the kiln’s base and associated mangrove stump ho‐ rizons support the OSL dates. Based on the elevations and the ages, the 300‐year‐average rate of sinking of the outer delta is 5.2 ± 1.2 mm/a, which includes 0.8 mm/a of eustatic sea‐level rise. Reasonably postulating that the sub‐ sidence rate will not change during the next few decades and accepting the estimates of current sea‐ level rise of 1.8–3.0 mm/a or 2.7–7.1 mm/a, a RSL rise of 6.4 ± 1.7 mm/a or 8.9 ± 3.3 mm/a, respectively, must be assumed along the Sundarbans coasts.

Ähnliche Absenkungsbeträge fanden übrigens auch bereits auch Stanley & Hait (2000).

 

Siehe auch unseren Blogbeitrag "Bangladesch und die Pazifikinseln wachsen trotz steigendem Meeresspiegel: Klimamodellierer benötigen dringend Nachhilfe in Geologie"

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Der langjährige Vorsitzende des Weltklimarats, Rajendra Pachauri, verursachte im Laufe seiner Amtszeit eine ganze Reihe von Skandalen und Skandälchen. Zuletzt musste er vorzeitig beim IPCC seinen Hut nehmen, da zwei Mitarbeiterinnen seines Instituts in Indien ihn der sexuellen Belästigung beschuldigten (siehe unseren Beitrag “Weltklimarat in der Krise: IPCC-Chef Pachauri tritt wegen Vorwurfs der sexuellen Belästigung zurück“). Nun wird ein neuer Leiter gesucht. Die schweizerische Pendlerzeitung 20 Minuten berichtete am 19. Februar 2015 über einen Kandidaten, der in der Vergangenheit in der Klimadiskussion keine besonders gute Figur gemacht hat. 20 Minuten schreibt:

Klimaforscher Thomas Stocker von der Uni Bern wurde vom Bundesrat als Präsident des Weltklimarates vorgeschlagen.

Im Interview wird Stocker dann auch zu seiner Stategie in der Klimadiskussion befragt:

20 min: Wie begegnen Sie Zweiflern des Klimawandels?
Stocker: Zweifel ist zwar immer die Quelle des wissenschaftlichen Fortschritts, aber Zweifel an belegten Fakten ist Ignoranz.

Genau dieser Faktendiskussion entzieht sich Stocker jedoch systematisch. Siehe unsere Blogbeiträge “IPCC-Berichts-Chef Thomas Stocker zeigt im Weltwoche-Interview unerklärliche Gedächtnislücken: Die Gesprächsanalyse” und “Führender IPCC-Wissenschaftler im Streitgespräch über die kalte Sonne: Thomas Stocker vs. Fritz Vahrenholt auf dem Berner Bundesplatz“. Kein guter Kandidat.

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Die kanadische Regierung hat genug von günen Aktivisten, die mihilfe von wilden Klimaalarmszenarien die wirtschaftliche Entwicklung des Landes behindern. Die Zeitung The Guardian berichtete jetzt über einen vertraulichen Regierungsbericht, der Maßnahmen gegen die Aktivisten für notwendig hält: (weiterlesen …)

Um Antwort wird gebeten: Wie gehen Schulbuchverlage mit der Klimadiskussion um?

An: Klett-Schulbuchverlag
Von: Lehrerin für Biologie und Chemie [anonymisiert, um Probleme im Kollegium zu vermeiden]

Versendet: 18.3.2015
Antwort: Bislang unbeantwortet

Sehr geehrte Damen und Herren,

da der allgemeine Mail-Kontakt auf Ihrer Homepage blockiert ist, nutze ich diese Adresse und bitte Sie, meine Anmerkungen zum Thema Klimawandel an die zuständige Redaktion weiterzugeben:

Bei meiner Unterrichtsvorbereitung (Biologie Klasse 7) bin ich in Ihrem Band Prisma Biologie 2, ISBN 978-3-12-068390-2 auf eine Darstellung der Ursachen des Klimawandels gestoßen, die ich für  unseriös und unwissenschaftlich halte. Unter der Überschrift „Der Treibhauseffekt wird verstärkt“ findet sich folgender Text: „ Seit einigen Jahrzehnten messen die Wissenschaftler eine ständige Zunahme der Treibhausgase in der Atmosphäre. Gleichzeitig steigt die Durchschnittstemperatur der Erde, da die wärmeundurchlässige Gashülle immer dichter wird…“

Hier wird eine Kausalität vorgetäuscht, die alles andere als gesichert ist. Warum stellen Sie nicht die Entwicklung der mittleren globalen Temperatur in der Vergangenheit dar? Daraus könnten Schüler erkennen, dass es immer wieder Warmzeiten gegeben hat, lange bevor der Mensch Einfluss auf die Erdatmosphäre nehmen konnte. Sie könnten erkennen, dass das Klima im Mittelalter etwa so wie heute war und deutliche Vorteile für die damals lebenden Menschen hatte.

Meiner Ansicht nach ist es wissenschaftlich unseriös, nur eine Zunahme der letzten Jahrzehnte aufzuzeigen. Hier wird suggeriert, dass es vorher keine Klimaveränderungen gegeben habe.

Warum stellen Sie nicht dar, wie verschwindend gering der Anteil des Menschen am gesamten CO2-Haushalt der Erde ist?

Warum verschweigen Sie die Diskussion über die Klimasensitivität des CO2?

Warum verschweigen Sie, dass die globale Mitteltemperatur der Erde in den vergangenen 18 Jahren nicht mehr gestiegen ist, obwohl die CO2-Konzentration der Erdatmosphäre gleichzeitig zunahm?

Warum erwähnen Sie nicht, dass nach mehreren Studien in der Vergangenheit zuerst die Temperatur stieg und erst danach der CO2- und Methan-Gehalt der Atmosphäre und daher die treibende Kraft für die Erdtemperatur eben nicht diese Gase gewesen sein können.

Warum gehen Sie nicht darauf ein, dass sich die Klimamodelle, die eine deutliche Erwärmung der Erde prognostizieren, in den vergangenen Jahren als falsch erwiesen haben?

Besonders manipulativ und unseriös finde ich die Aufgabe „ Bewerte die einzelnen Informationsquellen mithilfe dieses Satzes: Wer hat was mit welcher Absicht ins Internet gestellt?“ Hier geht es nur um Spekulationen und Manipulation 13-Jähriger, die überhaupt nicht über das notwendige Wissen verfügen, um die Seriosität einer Quelle im Internet beurteilen zu können. Es mag ja sein, dass die ideologischen Vorgaben politischer Parteien einen Schulbuchverlag dazu verleiten, die Realität so darzustellen, dass sie ins politische Konzept passen. Mit Wissenschaft hat dies aber nichts mehr zu tun.  Seriös wäre es, die unterschiedlichen Vorstellungen über die Klimaveränderungen der letzten 150 Jahre wertneutral nebeneinander darzustellen und so viele gesicherte Fakten wie möglich hinzuzufügen.

Mit freundlichen Grüßen

2015 – Ende der angstbasierten Politik und Rückkehr zur reinen Vernunft. Ein Appell

Von Volker Rachui

Einige Vertreter der Politik, Wirtschaft aber auch der Wissenschaft haben das Thema „Klimavariation“ annektiert und in ihrem Sinne zum „Klimawandel“ bzw. aktuell zum „anthropogenen Klimawandel“ transformiert – und so der normalen (empirischen/messenden) Wissenschaft entrissen. Unterschiedliche bis gegensätzliche Auffassungen über den Grad, Ursachen und Bewertungen von beobachteten Veränderungen wurden nivelliert und selektiert, Umfragen und Szenarien aus Modellrechnungen zum Beweis erhoben und in Form eines zusammenfassenden Berichtes (IPCC-Sachstandsbericht, Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger) so eine Art Klima-Suren oder biblia sacra als Handbuch zur Rettung der Menschheit geschaffen.

Die quasi-Machtübername der sog. postnormalen Wissenschaft, die sich allein durch Verwendung unwissenschaflicher Bewertungs-Termini , wie „hohes Vertrauen“, „sehr wahrscheinlich“, „etwa so wahrscheinlich wie nicht“ oder „außergewöhnlich unwahrscheinlich“ entlarvt, ist für jede Gesellschaft gefährlich, da sie nach Belieben von unterschiedlichen Interessengruppen in manipulativer Weise eingesetzt werden kann und nicht dem Zuwachs an Wissen und Erkenntnis für die Menschheit dient. Der unselige aber eben auch bewusste Einsatz von Begriffen wie „Klima-Katastrophe“, „Klimakiller CO2“ oder „anthropogener Klimawandel“ reiht sich ein in die Phalanx früherer Wortschöpfungen wie Hölle, Ketzerei, Hexe, Rassenschande, Waldsterben, Ozonloch – immer mit dem Impetus „der Mensch hat gesündigt“ und „das ist das Ende der Menschheit, der Welt, der Zivilisation …“. Die neuen „Weltretter“ predigen wie die alten:

„Wehe Euch, wenn Ihr nicht ablasst!“ Der Emissionshandel, die radikale Transformation der Energiewirtschaft (EEG) und die unselige Energie-Einsparverordnung (EnEV) sind in Deutschland bereits Realität.

So wurde aus einer wissenschaftlich nachgewiesenen Fehldeutung  der Kausalität  von CO2-Gehalt in der Atmosphäre und einer imaginären Welt-Durchschnittstemperatur eine Klimatheorie generiert, die am Ende auch noch den Menschen als für alles verantwortlich zeichnete (s. Hockey-Stick-Kurve von Michael E. Mann, Autor von „The Hockey Stick and the Climate Wars – Dispaches from the front lines“). Die Hollywood-Industrie und die Medien im Allgemeinen haben sich dankbar des Katastrophenthemas angenommen um Kasse zu machen – nun ja, das ist ihr Geschäft. Wenn aber staatlich geförderte Institutionen (IPCC,WBGU, PIK, CSC, IASS  u.a.)* sich allein auf Modellrechnungen stützen ( Szenarien und Wenn-dann-Projektionen), die unterschiedliche Zukunftsszenarien simulieren (z.B. was passiert, wenn der Meeresspiegel um 2m ansteigt, oder die Durchschnittstemperatur um 4° steigt), deren Basisdaten sehr zweifelhafter (spekulativer) Natur sind und das für unser Leben (die Biosphäre) so notwendige Spurengas Kohlendioxyd (CO2) verteufeln und sogar als Verschmutzung bezeichnen (0,038% -Anteil in der Atmosphäre, Steigerung in 150 Jahren um 0,01%), dann wird das für die Gesellschaft insgesamt zu einem gravierenden Problem. (weiterlesen …)

Um Antwort wird gebeten: Weshalb behauptet das Geomar, Skeptiker würden die Sonne als alleinigen Klimatreiber ansehen?

An: Geomar, Pressestelle
Von: Sebastian Lüning

Gesendet: 18.3.2015
Antwort: unbeantwortet

 

Sehr geehrter Herr Steffen,

Mit Interesse sah ich Ihre Pressemitteilung “Wie stark beeinflusst die Sonne das Klima?” vom 13.3.2015. Ich freue mich sehr, dass das wichtige Thema der Wechselwirkung zwischen solarer Aktivität und Klima im Rahmen der Tagung und Podiumsdiskussion intensiv erörtert wird und wünsche der Veranstaltung gutes Gelingen.

Im zweiten Absatz Ihrer PM wurde ich allerdings stutzig. Sie schreiben dort:

Wer ist schuld am aktuell zu beobachtenden Klimawandel? In der öffentlichen Debatte zu diesem Thema taucht immer wieder die Behauptung auf, es sei allein die schwankende Aktivität der Sonne. Dieses Argument nutzen vor allem Jene, die menschliche Einflüsse wie die künstliche Freisetzung von Treibhausgasen ignorieren möchten.

Eine der letzten populärwissenschaftlichen und medial intensiv besprochenen Darstellungen stellt wohl unser Buch “Die kalte Sonne” dar, dass ich mit Fritz Vahrenholt geschrieben habe. Darin gehen wir von einem Mix von Klimatreibern aus, der aus Sonne, Ozeanzyklen und Kohlendioxid besteht. Meine Frage: Auf wen bezieht sich also der zitierte Absatz aus der PM? Ich kenne niemanden, der hier allein die Sonne am Werke sieht.

Ihre Antwort würden wir gerne unseren Lesern im Blog „Die kalte Sonne“, www.kaltesonne.de mitteilen. 

Mit freundlichen Grüßen 

Dr. habil. Sebastian Lüning

 

Brisant: Der tote Briefkasten der Klimaretter

Der Weltenergierat macht sich angesichts des riskanten Energiealleingangs in Deutschland große Sorgen, wie MMnews am 20. Februar 2015 unter Hinweis auf eine Weltenergierat-Umfrage enthüllte:

EEG gefährdet Stromversorgung in ganz Europa
Weltenergierat warnt: Deutsche Energiewende gefährdet Stromversorgungssicherheit Europas / Experte: „Kein Exportschlager“
Internationale Experten hegen große Zweifel am Erfolg der deutschen Energiewende. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Weltenergierats, aus der das Nachrichtenmagazin Focus exklusiv berichtet. Drei Viertel der Befragten sehen in der Energiewende eine Gefahr für die Versorgungssicherheit mit Strom in Europa. Zwei Drittel gehen davon aus, dass die Energiewende die deutsche Wirtschaftskraft kurz- und mittelfristig schwächt. Nur drei Prozent glauben, dass Deutschland den Umstieg auf erneuerbare Energien im vorgesehenen Zeitraum schafft.

Weiterlesen auf MMnews.

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Der Mathematikprofessor Rudolf Taschner meldete sich am 20. Februar 2015 in der Tageszeitung Die Presse aus dem tiefverschneiten Österreich mit einer bemerkenswerten Kolumne zu Wort:

Es war das Wetter, das die Französische Revolution auslöste
Niemand wird je all die vielfältigen Faktoren benennen können, die den sich ständig vollziehenden Wandel des Klimas hervorrufen.
[...] Der Anblick der Winterlandschaft lässt mich an die vor knapp 15Jahren von Mojib Latif getätigte Prognose denken, der damals Dozent am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie war und heute Vorstandsmitglied des Deutschen Klima-Konsortiums sowie in Funk und Fernsehen häufiger Studiogast als Experte zum Thema globale Erwärmung ist: „Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben“, gab er großspurig von sich. Zur gleichen Zeit behauptete der englische Klimawissenschaftler David Viner, dass „in wenigen Jahren“ Schneefall in Großbritannien „ein sehr seltenes und aufregendes Ereignis“ – ja „eine Sache der Vergangenheit“ sein werde. „Kinder werden nicht mehr wissen, was Schnee ist.“ Tatsächlich konnten, wie Eugen Sorg vor wenigen Tagen lakonisch in der „Basler Zeitung“ feststellte, Schottlands Skilifte im Jänner 2013 nicht in Betrieb genommen werden, „aber eben nicht, weil es keinen Schnee mehr gab, sondern weil es zu viel geschneit hatte. Sowohl Großbritannien als auch der Rest der Welt erlebten weiterhin strenge, kalte oder auch mildere Winter – so wie schon seit Menschengedenken.“

Ganzen Artikel in Die Presse lesen.

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Die IPCC-nahe Klimaaktivisten-Webplattform Klimaretter bietet jetzt einen ganz besonderen Service an: Man kann brisantes Enthüllungsmaterial über Klimaskeptiker jetzt in einem toten Briefkasten deponieren:

klimaretter.info – Partner der Whistleblower
[...] Dem trägt klimaretter.info mit einem anonymen Briefkasten Rechnung: Hier können Sie uns diskret und anonym interne Papiere, Informationen, Datensätze, Kontoauszüge und ähnliches übermitteln – wenn Sie finden, dass die Öffentlichkeit davon erfahren muss.

Ein attraktives Angebot, das das Kalte-Sonne-Team sogleich nutzte. Im Zuge der vertraulichen Datenzuspielung ließen wir den Klimarettern jetzt ein umfangreiches Geheimpaket zukommen, bestehend aus (1) wichtigen Fachartikeln zur solaren Klimabeeinflussung, (2) einem Kontoauszug eines brisanten Pizzeria-Besuchs anlässlich der letzten internationalen Klimakonferenz sowie (3) diskreten Meeresspiegelpegeldaten mit einem durchschnittlichen Anstieg von 1,5 mm/Jahr. Wir nehmen unsere Aufgabe als Whistleblower ernst und möchten auch in Zukunft gerne an Enthüllungsstories mitarbeiten. Ganz besonders interessiert uns, wer eigentlich Al Gores anonymer Gönner ist, der großzügig andere Spenden an sein Climate Reality Project verdoppelt.

Falls auch Sie explosives Enthüllungsmaterial besitzen, hier geht es zum toten Briefkasten der Kimaretter.

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Den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur kennen Sie: In der Demokratie kommen alle Meinungen in einer freien Presse zu Wort. In der Diktatur hingegen sind die Presseinhalte feinsäuberlich vorgefiltert, damit die Öffentlichkeit nicht auf dumme Gedanken kommt – die Meinung des Herrschers ist Trumpf. Nun genießen wir im Westen bekanntlich das hohe Gut der Meinungsfreiheit. Allerdings gibt es durchaus Bereiche, die eher diktatorischen Charakter besitzen, da eine freie Diskussion nicht zugelassen wird. Sie werden es schon erahnen, es ist der Bereich der “Klimadiktatur”. Eine große Anzahl von Medien hat nun ihren Mitarbeitern aufgetragen, klimaskeptische Stimmen nicht mehr in der Berichterstattung zuzulassen. Der Washington Examiner berichtete am 10. Februar 2015 Bedenkliches:

Reporters told to stop interviewing ‘irrelevant’ climate change critics
A new study of how environmental reporters cover global warming and climate change reveals that they see the issue as one America has endorsed and, as a result, no longer include critics in their reports because they are “generally irrelevant.” And the orders are coming from editors. [...] “As one reporter said, ‘there is pretty much understanding across the board in the United States media now that this is real, this is true, it’s happening, [and] we’re responsible. That debate is over.’ For this reason, he concluded, ‘in this day and age, including climate denialists in a story about climate change is generally irrelevant,’” said the study. The anonymous journalists told the scholars that “this practice of ignoring skeptics was largely supported by their managers and editors. In fact, one reporter’s news organization had recently developed an explicit editorial policy discouraging reporters from quoting climate change deniers in environment or science coverage.”

Ganzen Artikel im Washington Examiner lesen.

Ähnliches geschieht auch in den meisten anderen Ländern der Welt, dazu gehört leider auch Deutschland.

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In einer Pressemitteilung vom 9. Februar 2015 berichtete die University of Vermont, dass das Kyoto-Protokoll in Brasilien genau das Gegenteil des gewünschten Effekts gebracht hat:

Climate change efforts backfire in Brazil’s steel industry

Mitigation strategies under Kyoto Protocol failed, doubling carbon emissions

University of Vermont

New research shows that climate change mitigation efforts in Brazil’s steel industry have failed. Instead of reducing greenhouse gas pollution, scientists discovered that programs under an international climate treaty led to an overall doubling of carbon dioxide emissions in the industry. (weiterlesen …)

Löste Klimawandel den Syrien-Krieg aus? Spiegel Online meldet Zweifel an

Der Klimawandel ist bekanntlich für alles Übel in der Welt verantwortlich, natürlich auch für Kriege. Oder vielleicht doch nicht? Spiegel Online wagte am 7. März 2015 zu widersprechen:

Umstrittene Studie: Löste Klimawandel den Syrien-Krieg aus?
Eine alarmierende Studie hat weltweit für Aufregung gesorgt. Die Autoren behaupten, der Klimawandel habe Dürre und Bürgerkrieg in Syrien mitverursacht. Doch die These ist kaum zu halten.
Den “ersten Klima-Krieg der Neuzeit”, meldet das “Hamburger Abendblatt”. “Eine starke Verbindung” zwischen Klimaerwärmung und dem Krieg in Syrien erkennt die “New York Times”. Und “Spektrum der Wissenschaft” stellt fest: “Die Erderwärmung trägt eine Mitschuld am Bürgerkrieg in Syrien.”

Weiterlesen auf Spiegel Online.

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Die Deutschlandfunk-Warmistas arbeiten sich wieder einmal an der heissen Luft von Rindviechern ab. Am 2. Februar 2015 konnte man dort hören:

Pille gegen Methan: Abgasfilter für Kühe
Vor acht Jahren sorgte der Vorschlag eines deutschen Tierernährungsexperten für Aufsehen. Er wollte Rindern eine Pille verabreichen, um die Methanbildung in ihrem Pansen zu hemmen. Doch statt Forschungsgeldern erntete er Spott und Hohn – für seine wegweisende Idee ist die Zeit erst heute reif. [...] [Masterstudent Steffen] Lippold: “Unser Ansatz beschäftigt sich damit, dass wir einen Organismus in die Kuh bringen wollen, der das Methan direkt abbaut.” [...] Zurück zu den genetisch veränderten Darmbakterien, die Methan abbauen. Die Braunschweiger Biotechnologen würden sie Kühen ebenfalls mit einer Art Pille zuführen. Eine, die – wie Steffen Lippold hofft – nicht bespöttelt wird, sondern tatsächlich kommt. Jedenfalls in Ländern, die Gentechnik in der Viehhaltung gestatten. Es sei nämlich abzusehen, sagt Lippold, “dass die Methanemission immer weiter steigt und deswegen es immer mehr von Interesse sein wird in Zukunft.”

Verhinderung des Klimawandels durch Gentechnik. Wie werden sich Greenpeace, WWF & Co. hier entscheiden?

Siehe auch unseren Beitrag "Die Kuh ist kein Klimakiller"

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Im Rahmen des Projekts “Der Medien-Doktor” bewerten Journalisten am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der Technischen Universität Dortmund Umwelt-Wissenschaftsartikel. Anhand von festen Kriterien werden Beiträge auf Herz und Nieren geprüft. Am 23. Februar 2015 bewertete der Medien-Doktor einen Artikel aus dem Hamburger Abendblatt, der über Ergebnisse einer Studie von Jochem Marotzke und Piers Forster zur anhaltenden Erwärmungspause berichtet (siehe unsere Analyse hier). Mittlerweile gibt es jedoch mehrere Dutzend Theorien zum Temperaturhiatus, die alle miteinander konkurrieren. Hierzu schweigt das Hamburger Abendblatt interessanterweise. Der Medien-Doktor merkt und kritisiert dies:

Es wird [...] nicht klar, ob es die bislang einzige Untersuchung ist, die den Abweichungen nachgeht, oder ob es dazu schon frühere Arbeiten gab. Es kann so der Eindruck entstehen, dass es sich um die erste Studie zu dieser Frage handelt. Wie aus einem News & Views-Kommentar in der Fachzeitschrift Nature hervorgeht, haben aber bereits viele andere Arbeiten nach Fehlern in den Klimamodellen gesucht, um die Abweichungen zu erklären. Der Kommentar macht zugleich die Besonderheiten der aktuellen Studie deutlich. Beispielsweise hebt er als wesentliche Innovation die Art und Weise hervor, wie die Kopplung von Ozeanen und Atmosphäre in die Berechnungen einbezogen wird. Der journalistische Beitrag informiert über diese Aspekte nicht.

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Klimprognosen der vergangenen Jahrzehnte geben immer wieder Anlass zum Schmunzeln. Was wurde nicht alles vorhergesagt: Kein Schnee mehr, mehrere Grad Erwärmung, die Sintflut. Alfred Brandenberger hat auf seiner Webseite einmal die schönsten Prognose zusammengestellt:

Immer wieder schön sind die Abkühlungsprognosen der 1970er Jahre (siehe hier). Aber auch die extremen Hitzeszenarien sind unterhaltam (siehe hier).

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Deutschland hat den steinigen Weg zu mehr Erneuerbaren Energien eingeschlagen. Im Prinzip kein schlechter Gedanke. Leider ist man das Ganze wohl zu aggressiv und naiv angegangen. Nun wird man die Geister, die man rief nicht mehr los. Ironischerweise ist in dieser wichtigen Phase auch noch der CO2-Ausstoß angestiegen anstatt abzusinken. Das bringt neben dem enormen Strompreisanstieg weitere Akzeptanzprobleme. Nun sind die CO2-Emissionen kürzlich erstmals wieder gesunken. Ein Erfolg der Ökoenergie-Politik? Mitnichten. t-online berichtete am 1. Februar 2015:

HWWI-Chef: Sinkenden CO2-Ausstoß in Deutschland nicht überbewerten (weiterlesen …)

Um Antwort wird gebeten: Wird der Tagesspiegel über neue Ergebnisse zur Versteppung der Mongolei berichten?

An: Redaktion der Tageszeitung “Der Tagesspiegel”
Von: Sebastian Lüning

Gesendet: 14.3.2015
Antwort: 23.3.2015 (siehe unten)

 

Sehr geehrte Redaktion,

Am 17.7.2007 befassten Sie sich in Ihrer Zeitung mit der Versteppung der Mongolei, die Sie dem Klimawandel zurechneten:
http://www.tagesspiegel.de/klimawandel-bedroht-steppen-und-nomaden-in-der-mongolei/1113428.html

Kürzlich haben Forscher jedoch erkannt, dass die wahren Gründe dieser Entwicklung wohl doch im Bergbau und der Landwirtschaft zu suchen sind:
http://www.pnas.org/content/112/7/2281.abstract
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/drohende-versteppung-das-mongolische-plateau-trocknet-aus-a-1016361.html

Meine Frage: Haben Sie bereits über diese neue Erkenntnis in Form eines Artikels berichtet oder planen dies zu tun? Da Sie das Thema in der Vergangenheit aufgegriffen haben, sollte es auch heute noch von Interesse sein. Wir würden Ihre Antwort gerne in unserem Blog “Die kalte Sonne” (www.kaltesonne.de) bekanntgeben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. habil. Sebastian Lüning

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Von: Redaktion “Wissen und Forschen” der Tageszeitung “Der Tagesspiegel”
An: Sebastian Lüning

Gesendet: 23.3.2015

Sehr geehrter Herr Lüning,

danke für Ihre Nachricht. Der von Ihnen verlinkte Beitrag geht zurück auf ein Video, das im Jahr 2007 auf tagesspiegel.de veröffentlicht worden ist. Dieses wird nicht mehr angezeigt. Der Text zu dem Film mit einigen O-Tönen ist jedoch nach wie vor aufzufinden (zwar nicht über die Tagesspiegel-Homepage, aber über Google).

Wie Sie treffend anmerken, kommen in der Frage nach den Ursachen für die Versteppung bzw. Wüstenbildung der Mongolei Jingyun Fang und Kollegen in ”PNAS” zu einem anderen Schluss als Bazardorj Davaajav, der in dem Beitrag von 2007 zitiert wurde.

Um den Internetnutzern, die sich zu dem Thema informieren möchten, die neuen Befunde zugänglich zu machen, haben wir den genannten Beitrag um die aktuelle Studie erweitert.

Danke für den Hinweis und freundliche Grüße

Ralf Nestler

Ralf Nestler
Der Tagesspiegel
Redaktion Wissen & Forschen
Askanischer Platz 3
10963 Berlin

 

Geomar-Konferenz am 16.-19. März 2015 in Kiel: Wie stark beeinflusst die Sonne das Klima?

Pressemitteilung des Geomar vom 13. März 2015:

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INTERNATIONALES EXPERTENTREFFEN UND ÖFFENTLICHE POIUMSDISKUSSION IN KIEL

Die Sonne spielt für das Klima auf der Erde zweifellos eine wichtige Rolle. Doch wie groß ist ihr Einfluss genau, zum Beispiel beim Klimawandel? Mehr als 90 Expertinnen und Experten aus 23 Ländern tauschen sich nächste Woche in Kiel über aktuelle Forschungsergebnisse zu diesem Thema aus. In einer öffentlichen Podiumsdiskussion am Donnerstag, dem 19. März, präsentieren vier renommierte Forscherinnen und Forscher die neuesten Erkenntnisse und beantworten Fragen zum Verhältnis zwischen Sonne und Klima.

Wer ist schuld am aktuell zu beobachtenden Klimawandel? In der öffentlichen Debatte zu diesem Thema taucht immer wieder die Behauptung auf, es sei allein die schwankende Aktivität der Sonne. Dieses Argument nutzen vor allem Jene, die menschliche Einflüsse wie die künstliche Freisetzung von Treibhausgasen ignorieren möchten.

Doch während in der Wissenschaft ein breiter Konsens zur Treibhauswirkung von Kohlenstoffdioxid besteht, sind zum genauen Einfluss der Sonne auf unser Klima noch einige Fragen offen. „Die Sonne ist sozusagen der Energiemotor für unser Wetter. Unterschiedliche Sonnenaktivitäten machen sich also auf der Erde bemerkbar. Doch die Details sind zum Teil noch nicht genau verstanden“, sagt die Meteorologin Prof. Dr. Katja Matthes vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Vom 16. bis 19. März treffen sich in Kiel über 90 Expertinnen und Experten aus 23 Ländern zur „Conference on Sun-Climate Connections 2015“, um aktuelle Forschungsergebnisse zu diesem Thema auszutauschen. (weiterlesen …)

Kehrtwende in der Dürreforschung: Ursachen der Austrocknung des Mongolischen Plateaus liegen nicht im Klimawandel, sondern in Bergbau und Landwirtschaft

Am 8. März 2015 fragten wir beim Chefredakteur des Klimaretter-Blogs nach, weshalb in einem Artikel die natürliche Variabilität der Niederschläge in den peruanischen Anden unerwähnt blieb. Auch mehr als eine Woche später haben wir auf diese Email keine Antwort bekommen. Daraufhin stellten wir eine verkürzte Version der Anfrage in das Blog-Forum des Artikels, und siehe da: Ein Redakteur antwortete prompt und empfahl uns wenig hilfreich, Kontakt mit dem peruanischen Kartoffelzentrum aufzunehmen. Auf eine fachliche Argumentation ließ man sich auf der Aktvistenplattform nicht ein. Was steckt hinter dieser Verweigerung zur offenen Diskussion?

Den ganzen Schriftwechsel kann man hier nachlesen: “Um Antwort wird gebeten: Weshalb erwähnt der Klimaretter die natürliche Variabilität der Niederschläge in den peruanischen Anden nicht?

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Die Bevölkerung kommt allmählich angesichts der überhasteten Energiewende ins Grübeln, wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) am 28. Januar 2015 berichtete:

Umfrage der IG BCE Energiewende verliert an Zustimmung bei Bürgern
[...] In der Bevölkerung und in der Wirtschaft schwindet die Zustimmung zur Energiewende. Innerhalb eines Jahres ist die Unterstützung der Bundesbürger von 68 auf 57 Prozent gesunken, wie aus einer repräsentativen Umfrage hervorgeht, die die Gewerkschaft IG BCE heute vorstellen will. Von den energieintensiven Unternehmen befürwortet nur noch jedes vierte das Projekt – vor zwei Jahren waren es noch 39 Prozent. „Wir brauchen bei der Energiewende dringend eine Verschnaufpause“, sagte IG-BCE-Chef Michael Vassiliades der HAZ.

Ganzen Artikel in der Hannoversche Allgemeine Zeitung lesen.

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Neue realistische Töne beim Deutschlandfunk am 30. Januar 2015:

Klimaforschung Schwere Stürme könnten in Zukunft weniger werden
Zu diesem Schluss kommt jedenfalls eine internationale Forschergruppe. [...] In “Science” schreiben die Forscher, dass sie für die Zukunft weniger schwere Stürme erwarten. Allerdings nur im globalen Mittel. In einzelnen Regionen wie der Karibik, sei weiterhin mit extremen Wetterereignissen zu rechnen.

Ganze Artikel im Deutschlandfunk lesen.

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In den letzten Jahren war es schon fast ein Automatismus: Jede beobachtete klimatische Verschiebung wurde spontan dem menschengemachten CO2-Treibhauseffekt zugeschlagen. Dabei “vergaß” man, dass es auch eine Vielzahl von natürlichen Klimaschwankungen gibt. Und gerne übersah man auch, dass es auch andere anthropogene Beeinflussungen gibt, abseits des Kohlendioxids. Spiegel Online griff am 3. Februar 2015 ein solches Beispiel auf:

Bergbau und Landwirtschaft: Das Mongolische Plateau trocknet aus
Staubstürme häufen sich, Seen werden kleiner: Forscher warnen vor dem Austrocknen des Mongolischen Plateaus – die Region ist achtmal so groß wie Deutschland. Ursache seien Bergbau und Landwirtschaft. [...] Die Forscher ermittelten auch die Gründe für die Verwüstung – der Klimawandel gehört nicht dazu. In der dünn besiedelten Mongolei schwand die Anzahl der Seen seit den Achtziger Jahren um knapp 18 Prozent, in der Inneren Mongolei, mit einer etwa zehnfach höheren Bevölkerungsdichte, dagegen fast doppelt so stark – um 34 Prozent. Wichtigste Faktoren seien die Bewässerung für die Landwirtschaft, die den Grundwasserspiegel senkt, und vor allem der Bergbau. Unter der Region schlummern Bodenschätze wie Kohle, Öl, Kupfer oder Gold. Wegen der steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln und Bodenschätzen rechnen die Forscher mit einer Verstärkung des beobachteten Trends in den kommenden Jahrzehnten.

Ganzen Artikel auf Spiegel Online lesen.

Auf dem Höhepunkt der Klimaalarm-Welle 2007 war Der Tagesspiegel noch ganz den alten Denkmustern verhaftet:

Klimawandel bedroht Steppen und Nomaden in der Mongolei
Die endlosen Steppen der Mongolei werden seit der Zeit Dschingis Khans im 12. Jahrhundert von Nomadenvölkern bewohnt. Doch die Lebensgrundlage der Hirten ist in Gefahr: Wegen des Klimawandels dehnt sich die Wüste in dem asiatischen Land immer mehr aus. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen haben sich rund zwei Millionen Hektar der mongolischen Steppe seit den fünfziger Jahren in Wüste verwandelt. Die wachsende Wirtschaft und die Industrialisierung fordern das sensible Ökosystem zusätzlich heraus. Und das spüren auch die Nomaden.

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Björn Lomborg übte am 1. Februar 2015 im Wall Street Journal heftige Kritik am Klimaalarmismus: (weiterlesen …)

Aktivisten wollen Trickfilm-Prinzessin Elsa zu Klimaalarm-Zwecken instrumentalisieren: Disney-Studios lehnen ab

Anfang des Jahres gab es einen großen Trommelwirbel. Das Jahr 2014 wurde in vielen Pressebeiträgen zum wärmsten Jahr seit Beginn der Temperaturmessung gekrönt. Allerdings war dies ein wenig wie beim Boxen mit einer ganzen Reihe von konkurrierenden Weltverbänden. Die meisten Datensätze konnten den angeblichen Wärmerekord nicht nachvollziehen. Nur im GISS-System lag das Jahr 2014 mit zwei schlappen hundertstel Grad vorne.

Das große Mediengetöse war sogar dem GISS-Leiter, Gavin Schmidt, unheimlich. In einem Blogbeitrag auf der IPCC-nahen Webplattform Realclimate enttäuschte er die Alarmgemeinde und erklärte, dass die Minispitze keine Relevanz besitze und nur von den wahren Fragen der Klimawissenschaften ablenke. Er schrieb:

This is also despite the fact that differences of a few hundredths of a degree are simply not that important to any key questions or issues that might be of some policy relevance. A record year doesn’t appreciably affect attribution of past trends, nor the projection of future ones [...] A lot of energy and attention is focused on issues with little relevance to actual decision-making and with no particular implications for deeper understanding of the climate system.

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David DuByne von der Firma OilSeedCrops macht sich Sorgen, dass eine möglicherweise bevorstehende solar-bedingte Klimaabkühlung den Ernteertrag zurückgehen lassen könnte. Er rät seiner Kundschaft zum Anbau kälteunempfindlicherer Saatgutsorten.

Mit Dank an Steven Michelbach für den Hinweis.

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Freunde des Klimaalarms schrecken auch vor der Instrumentalisierung von Kinderfilmen nicht zurück. Kürzlich trat ein Aktivist an den Disney-Konzern heran, um die beliebte Trickfilm-Prinzessin Elsa zur Förderung der Klimakatastrophe einzuspannen. Disney lehnte zum Glück ab. Man schätze die politische Neutralität, erklärte Disney den Alarmisten. Die FAZ berichtete am 27. Januar 2015:

Mit ökologischen Katastrophen kennt sich Prinzessin Elsa aus dem Trickfilm „Frozen“ aus. Was läge näher, als sie zur Missionarin für ein neues Klima-Bewusstsein zu machen? Disney ist dagegen. [...] Admiral Robert Papp, der pensionierte Kommandant der Küstenwache der Vereinigten Staaten [...] hat einen Plan, den er jetzt auf einer Tagung im norwegischen Tromsø enthüllt hat: Er möchte mit Königin Elsa und Prinzessin Anna ein Bündnis eingehen, eine Allianz der willigen Herzerwärmer. In einem Informationsfilm der Regierung sollen die Heldinnen von „Frozen“ und ihre drolligen Dienstmannen, der Schneemann und der Eisverkäufer, für den Klimabewusstseinswandel werben. [...] Schon vor dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg produzierte Walt Disney Werbefilme für kanadische Kriegsanleihen. Im Bürgerkrieg um die Klimapolitik möchten seine Erben neutral bleiben.

Ganzen Artikel in der FAZ lesen.

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Noch 2010 machte man sich auf Spiegel Online ganz große Sorgen um den Monarchfalter. Der Klimwandel und anderes Übel würden ihm an den Kragen gehen: (weiterlesen …)

Im Ural fällt heute bis zu doppelt so viel Schnee wie noch vor 100 Jahren

Das europäische Wirrwarr bei der Förderung Erneuerbarer Energien kostet richtig Geld. Mit einem auf Europaebene besser koordinierten Ansatz ließe sich viel Geld sparen. Eine Studie fand jetzt, dass ein Viertel der Ausgaben unnötig gewesen sind. Bloomberg meldete am 16. Februar 2015:

The European Union’s carbon market, designed to save the environment, is being undercut by a patchwork of national subsidies for renewables and misaligned energy policies that have helped cut in half the volume of power being traded. The bloc wasted a quarter of the $550 billion spent on renewable energy, according to analysis by consulting firm Bain & Co. presented last month at the World Economic Forum in Davos, Switzerland. Some energy-saving policies cost more than 18 times the price of the region’s carbon allowances, Bain said. Power-trading volume in 2014 was 46 percent that of three years previously, broker data show.

Weiterlesen auf Bloomberg.

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Der ansonsten der Klimakatastrophe zugeneigte Deutschlandfunk überraschte am 26. Januar 2015 mit einem klimarealistischen Beitrag aus dem Ural:

Ural: Schnee lässt Baumgrenze steigen
Der Klimawandel bedeutet nicht allein, dass die Temperatur zunimmt. Er kann auch die Niederschlagsmuster verändern. Auf den Bergen des Ural in Russland fällt im Winter deutlich mehr Schnee als noch vor 100 Jahren. Diese Entwicklung hat überraschende Folgen: Die größeren Schneemassen lassen die Baumgrenze ansteigen. [...] Im Sommer ist es im Ural in den vergangenen 100 Jahren im Durchschnitt nicht nennenswert wärmer geworden. Die Wintertemperaturen sind aber um zwei Grad von minus 18 auf minus 16 Grad Celsius angestiegen. Wärmere Tiefdruckgebiete bringen dann mehr Niederschläge in die Berge. Im Ural fällt heute bis zu doppelt so viel Schnee wie noch vor 100 Jahren. Und das wirkt sich auf die Baumgrenze aus.

Ganzen Artikel auf der Webseite des Deutschlandfunks lesen.

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Wandern in der Natur ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, einmal aus der Stadt auszubrechen und die Umwelt in ihrer ganzen Pracht und Detailfülle zu erleben. Leider scheint das Wandern im heutigen Computerzeitalter ziemlich in Vergessenheit geraten zu sein. Wie bekommt man die Leute wieder an die frische Luft? Vielleicht würden die Menschen dann auch endlich ihre künstliche Klimaangst verlieren. Luft, Wind, Wasser werden von Vielen nur noch als Bedrohung angesehen, anstatt sich an ihnen zu erfreuen.

Ironischerweise soll nun gerade die Klimaangst die Lust am Wandern wieder anfachen, wie die evangelische Kirche in Westfalen am 30. Januar 2015 auf ihrer Webseite berichtete:

Ein deutscher Pilgerweg für Klimagerechtigkeit wird im Oktober auch durch Westfalen führen. Ziel sei die UN-Klimakonferenz Ende November in Paris, auf der ein neues internationales Klimaschutzabkommen beschlossen werden soll. Die Route wird den Angaben nach von Flensburg über Trier bis zur Seine-Metropole verlaufen mit einem aus Süddeutschland kommenden Zulauf. Die etwa 1.470 Kilometer lange Wegstrecke solle die uralte Tradition des Pilgerns mit modernem politischen Engagement verbinden, hieß es. So würden die Teilnehmer unter anderem Kohlekraftwerke und Tiermastbetriebe aufsuchen, um auf die Bewahrung der Schöpfung aufmerksam zu machen. Dazu aufgerufen hat der Weltkirchenrat.

Weiterlesen auf evangelisch-in-westfalen.de.

Auch das Hilfswerk Misereor surft weiter auf der Klimaalarmwelle. Kein Geringerer als Hans Joachim Schellnhuber tritt dort in Anzeigen als Werbezugpferd auf, um Klimaablassgelder einzuwerben:

Siehe auch unsere Beiträge “Anstatt gegen den Welthunger kämpfen Misereor und Brot für die Welt nun für die Verschärfung des Emissionshandels” und “Klimaaktivist Toralf Staud und Misereor – Eine unheimliche Liaison“.

 

Die Sprachen der Welt – eine Schöpfung des Klimas?

Das war eigentlich sowieso klar: Es gibt nichts, was das omnipotente Klima nicht beeinflussen kann. Ein Artikel in der FAZ vom 12. Februar 2015 bestätigte dies noch einmal einrücklich:

Klima und Stimme: Große Sprachen liegen in der Luft
Die Sprachen der Welt – eine Schöpfung des Klimas? Zumindest findet man einen bemerkenswerten Zusammenhang zwischen Luftfeuchtigkeit und dem tonalen Reichtum vieler Sprachen. Wir Europäer hatten da schlechte Karten.

Das klingt ziemlich rätselhaft. Was sind eigentlich tonale Sprachen? Wikipedia hilft:

Als Tonsprache, Tonalsprache oder tonale Sprache bezeichnet man eine Sprache, bei der mit einer Änderung der Tonhöhe oder des Tonverlaufs in einer Silbe in der Regel auch eine Änderung der Bedeutung des entsprechenden Wortes (bzw. Morphems) einhergeht.

Mit diesem Rüstzeug ausgestattet, schauen wir nun in den Hauptteil des FAZ-Artikels, wie das mit dem Klima und den Sprachen funktionieren soll:

Tonsprachen werden vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten gesprochen, während sie in anderen Weltgegenden kaum vorkommen. Ein Wissenschaftlerteam um Seán G. Roberts vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen hat nun herausgefunden, dass diese geographische Verteilung nicht zufällig, sondern durch die natürliche Umwelt bedingt ist. Auf die Spur brachte die Wissenschaftler der Umstand, dass in den Regionen, in denen Tonsprachen beheimatet sind, eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht.

Ganzen Artikel in der FAZ lesen.

In Deutschland und dem Rest Europas macht man sich nun bereits ernsthafte Sorgen. Hier bilden Tonsprachen nämlich die Ausnahme. Und durch den Klimawandel soll die Luftfeuchtigkeit in den kommenden Jahrzehnten steigen, wie Die Welt am 11. Oktober 2007 meldete:

Mit der Klimaerwärmung wird auch die Luft feuchter
Lange vermutet, jetzt bewiesen: Mit der Klimaerwärmung steigt die Luftfeuchtigkeit. Eine Kombination von Erderwärmung und Autoabgasen führten zu dem Dampfeffekt.

Es ist also nur eine Frage der Zeit, dass die Tonalität auch in Europa zunimmt. Dadurch wird ein heiloses Durcheinander entstehen. Viele traditionelle Wörter werden zusätzliche Varianten mit anderem Tonverlauf zur Seite gestellt bekommen, die eine ganz andere Bedeutung als die Urversion haben. Beispielsweise könnte der Begriff “Klimaerwärmung” mit Betonung auf dem “i” weiterhin “Temperaturerhöhung” bedeuten. Das gleiche Wort “Klimaerwärmung” mit Betonung auf “ä” hingegen würde dann “Temperaturabkühlung” heißen. Oder nehmen wir den Terminus “IPCC”. Betonung auf “i”: “Weltklimarat”. Betonung auf dem letzten “c”: “Freunde des Klimaalarms”. Rettet die Sprache! Drosselt den CO2-Ausstoß, ansonsten droht ein babylonisches Chaos.

Wer jetzt noch Lust hat, die Original-Pressemitteilung der University of Miami vom 26. Januar 2015 zu lesen, bitteschön:

Climate Affects The Development of Human Speech

Researchers from the University of Miami, the Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology and the Max Planck Institute for Psycholinguistics discover a correlation between climate and the evolution of language. (weiterlesen …)

Nordlink: Bauen die Norweger Wasserkraftwerke nur damit Deutschland seinen Ökostrom speichern kann?

Unser Leser M.W. fragte uns kürzlich:

Sehr geehrte Herren,

mir als Laien kommt die Berichterstattung über die Nordlink Stromleitung (welt.de) merkwürdig vor. Bauen die Norweger Wasserkraftwerke nur damit Deutschland seinen Ökostrom speichern kann? Über weiterführende Informationen vielleicht in einem Beitrag auf ihrem Blog würde ich mich freuen.

Ihr geneigter Leser [M.W.]

Gerne wollen wir das Thema näher beleuchten. Im Folgenden Fritz Vahrenholts Antwort:

Sehr geehrter Herr [M.W.],

Norwegens Stromerzeugung basiert fast vollständig auf Wasserkraft. Im Wesentlichen handelt es sich um Speicherbeckenkraftwerke. Das sind wohlgemerkt keine Pumpspeicherwerke.  Leitungen gibt es nach Holland, nach Schweden und über Schweden nach Deutschland. Pläne für eine solche Leitung durch die Ostsee gab es immer wieder, ich selbst hatte 1993 die Vertragsverhandlungen zwischen HEW und Statkraft geführt. Damals ging es vor allem darum, nachts Kernenergiestrom nach Norwegen zu transportieren und über Tags zurückzuholen. Die Norweger achten immer sehr darauf, dass es sich um Austausch handelt und es nicht zu Nettoexporten kommt. Denn in Abhängigkeit von der nordatlantischen Oszillation kommt es in Norwegen immer wieder zu trockenen Jahren, die mit einem extremen Anstieg der Strompreise verbunden sind. Bekanntlich wird in Norwegen auch die Wärme durch Strom erzeugt.

Es macht durchaus Sinn, Spitzen der Windenergie oder Photovoltaik-Erzeugung nach Norwegen weiterzuleiten. Die Kraftwerke dort lassen dann weniger Wasser ablaufen und können dies dann bei Flaute in Deutschland zurückfließen lassen. Es handelt sich also um reines Trading. Der Vorteil für die Norweger ist folgender: wenn bei uns Starkwind ist, verfallen die Preise, sie werden mitunter negativ, d. H. In solchen Situation zahlen wir noch drauf, damit der Strom abgenommen wird (obwohl der Strom schon teuer durch das EEG bezahlt wurde). Wir importieren, wenn der Strom knapp ist (und kein Wind ist) und dann ist der Strom teuer. Diese Arbitrage deckt die Kosten der Verbindung plus anständiger Rendite. Die Kosten (zwei Umspannwerke plus HGÜ Leitung) pro kWh  zahlen wir also auch noch, um den Wind  bedarfsgerecht zu machen.

Doch es löst unser Problem des Abfallstroms nicht, denn wir reden über 1400 MW. Jedes Jahr kommen aber 2000-3000 MW Windkraft hinzu. Übrigens: das Projekt Brunsbüttel-Norwegen wurde vom Grünen Umweltminister in Kiel torpediert. Die UVP über die Auswirkungen eines Stromkabels auf das Wattenmeer wurde so in die Länge gezogen, bis die Norweger einen holländischen Partner (Nuon) fanden. Und so wurde die Leitung sehr schnell durchs holländische Watt gelegt.

Mit freundlichen Grüßen

Fritz Vahrenholt

 

Altbundeskanzler Helmut Schmidt: Klimatischen Wechsel hat es auf dieser Erde gegeben, seit es sie gibt

“Klimatischen Wechsel hat es auf dieser Erde gegeben, seit es sie gibt. [...] Die Gründe für diesen vielfältigen Klimawechsel sind einstweilen nicht ausreichend erforscht. Und es gibt überhaupt keinen Grund anzunehmen, dass es nicht so weitergeht. Aber sich darüber aufzuregen und zu meinen, diesen Wechsel könnte der Mensch durch gemeinsamen Beschluss in Heiligendamm aufhalten, das ist reine Hysterie, das ist dummes Zeug.”

Helmut Schmidt, im Interview in der Bildzeitung am 3. Juni 2007