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PIK-Studie: Bewohner der Malediven sehen sich nicht als Klimaflüchtlinge

Der El Nino 2015/16 ließ die globalen Temperaturen nach oben schießen. Seitdem kühlt sich der Planet wieder ab (Abb. 1). Der Gradient zeigt mit einer Abkühlungsrate von mehr als 0,6°C pro Jahrzehnt steil nach unten… Das neue Jahr (2019) ist bereits zweieinhalb Monate alt und es stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? Die GWPF veranstaltet einen Vorhersagewettbewerb. Wer mit seinem Tip dem wahren Endwert für 2019 am nächsten kommt kann tolle Preise gewinnen. Hier geht es zur Tippabgabe.

Abbildung 1: Globale Temperaturentwicklung seit 2015 (rote Kurve, HadCRUT-Daten), mit linearem Trend (grüne Linie). Quelle: Woodfortrees.

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Imme wieder hören wir von Millionen von Klimaflüchtlingen, die bereits auf gepackten Koffern sitzen. Grüne wollen großzügig Klimapässe verteilen. Aber wie stimmig ist das Konzept “Klimaflucht” überhaupt? Könnte es vielleicht auch andere Gründe geben, deretwegen viele Menschen ihrer Heimat den Rücken kehren? Eine Forschergruppe um Ilan Kelman hat Interviews mit der Bevölkerung der Malediven geführt und die Ergebnisse jetzt im Fachblatt Climatic Change veröffentlicht. Das überraschende Fazit: In den wenigsten Fällen führten die Befragten den Klimawandel als Migrationsgrund an. Vielmehr ging es um einen verbesserten Lebensstandard und bessere Jobmöglichkeiten. Es sind vor allem ausländische “Experten” die den Inselbewohnern erklären, sie wären einer Klimagefahr ausgesetzt. Die Bevölkerung selber teilt diese Bedenken aber offenbar nicht, obwohl sie heutzutage Zugang zu Medieninformationen hat. Hier der Abstract der Studie:

Does climate change influence people’s migration decisions in Maldives?
The influence of climate change and perceptions of it on people’s migration decisions has received significant prominence, especially for people living on low-lying islands. To contribute to this literature, this paper uses Maldives as a case study for exploring the research question: How does climate change influence or not influence people’s migration decisions in Maldives? Previous work tends to start from a disciplinary climate change perspective, while this study combines migration, mobility, and island studies perspectives, within which climate change sits. As well, rather than focusing on the area around the capital, Malé, as with many previous studies, the 113 interviews here were conducted in eight islands across three atolls. The method was qualitative, semi-structured, face-to-face interviews using purposive sampling of ordinary people. Contrary to a view of islanders preparing to flee their islands as “climate change refugees”, the interviewees provided nuanced and varied responses. They rarely identified the potential of future impacts due to climate change as influencing their migration-related decisions. When migration was considered, it was chiefly internal movement seeking a better standard of living via improved services, better living conditions, and more job opportunities. If migration related to potential climate change impacts might happen, then it was assumed to be in the future for decisions then. This lack of influence of climate change-related perceptions on Maldivians’ migration decisions fits well within island mobilities studies, from which climate change perspectives could adopt wider contexts.

Aus der Zusammenfassung:

“Thus, this paper’s research question is answered: at the moment, the potential for future impacts due to climate change does not provide much influence on people’s migration decisions in Maldives…Thus, perhaps the main responsibility of policy- and decision-makers might be to make material available through multiple conduits rather than pushing information, recommendations, and decisions onto the people, often under the presumption that external or élite “experts” inevitably know better than the people.”

Klimaflucht – eine Erfindung von ausländischen “Experten” und Eliten? Unter den Autoren ist übrigens auch eine Mitarbeiterin des PIK, Frau Himani Upadhyay. Die Arbeit erschien in Climatic Change am 6. Februar 2019 im open access format, kann also kostenlos heruntergeladen werden. Eine Pressemitteilung zur Arbeit verkniff sich das PIK aus verständlichen Gründen.

 

Die Sonne im Januar 2019 und eine Klima-Hitzewelle (?)

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Unser (nahezu) einziger Energielieferant im Zentrum unseres Planetensystems war auch im Januar sehr schwach, auch wenn uns bewusst ist, dass wir uns in diesen Monaten im Minimum der Fleckenaktivität befinden. Die festgestellte SSN (für Sun Spot Number) von 7,8 erreichte nur 24% des Mittelwertes im Monat 122 aller bisher berücksichtigten 23 Zyklen seit 1755. Hier muss man allerdings hinzufügen, dass eine ganze Reihe von Zyklen im jeweiligen laufenden  Monat 122 seit Beginn bereits beendet war.

An 16 Tagen war die Sonne gänzlich fleckenlos, alle Aktivität an den übrigen Tagen spielte sich vorrangig durch eine Fleckengruppe des Zyklus 24 auf der Nordhemisphäre der Sonne ab. Der neue langsam sich entwickelnde Zyklus machte sich erst wieder im Februar 2019 mit entsprechend umgekehrt gepolten Magnetfeldern von winzigen Flecken bemerkbar. Der Januar gehörte also gänzlich dem vergehenden SC  (für Solar Cycle) 24.

Abb.1: Der Verlauf des SC24 (rot) im Vergleich zu einem errechneten monatlichen Mittelwert der Zyklen 1-23 (blau) und dem seit 2013 sehr ähnlichen SC 5 (schwarz).

 

Weiterhin „dümpelt“ die Sonnenaktivität auf sehr niedrigem Niveau, deutlich geringer als im Mittel (Abb. 2).

Abb. 2: Die Aktivität der einzelnen Zyklen im Vergleich.  Die Zahlen entstehen durch das Aufaddieren der monatlichen Differenzen zum Mittelwert (blau in Abb.1) bis zum jeweiligen Monat 122 der Zyklen, so diese noch andauerten.

 

Das einzig spannende bleibt: wie lange verharrt der Zyklus im Minimum und wann „zündet“ der neue SC25? Bisher gibt es dafür keine Anzeichen. Es kann dauern, zumal schwache Zyklen öfter länger brauchen ehe sie endgültig vorüber sind.

 

Hitzewelle im adriatischen Raum: der anthropogene Klimawandel begünstigte ihn (?)

Eine interessante Arbeit erschien recht aktuell.  Die Autoren um Sarah Kew vom niederländischen  KNMI untersuchten die Hitzewelle im August 2017. Sie benutzten verschiedene Datenquellen um dieses Ereignis zu bewerten: War es Klimawandel und wie stark wirkte er sich aus: Wie viel  öfter haben wir mit solchen Ereignissen zu rechnen durch die anthropogene Erwärmung? Der Schauplatz wird in Abb. 1b der Arbeit dargelegt:

Abb.3: Die Lokalisation der Hitzewelle Anfang August 2017 mit den Temperatur-Abweichungen vom langjährigen Mittelwert dieser Tage. Das schwarz gezeigte Viereck ist das Untersuchungsfeld. Quelle: Abb.1b von Kew et al. (2019).

 

Solche Hitzewellen kommen vor in dieser Gegend, davon kann der Mitautor (FB) dieses Artikels ein Lied singen, wenn er im Sommer die griechischen Gestade segelnd befährt. Entsprechend hoch sind für diese Tage dann auch die Abweichungen vom mittleren Temperaturwert, eben weil die heißen Tage „ausgemittelt“ werden bei 30 betrachteten Jahren. Mit regionalen und globalen Klimamodellen forschten die Autoren nach dem menschgemachten Anteil am gegebenen Ereignis. Bei sich generell erhöhenden Temperaturen werden wohl auch Hitzewellen heißer. Das Ergebnis der Arbeit: so einfach ist es nicht! Die Autoren stellen fest, dass die benutzten Modelle  nicht ausreichen, einen soliden Zusammenhang zu etablieren. Sie schreiben:

„A formal attribution to anthropogenic climate change is therefore not possible but is very plausible given the attributed rise in seasonal mean temperatures“

Dann geben sie sogar Zahlen an, mit der genau  diese Hitzewelle durch den Klimawandel heutzutage öfter vorkommen wird als um 1950: etwa 5 fach häufiger!  Wie machen sie das? Sie erzeugen einen Zusammenhang mit der globalen Temperaturanomalie und der Amplitude der Tmax (maximale Tagestemperatur) sowie mit der Rückkehrwahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses. Wer will kann dies mithilfe von Abb.2 in der Arbeit nachvollziehen. Der Schluss ist also: es wurde global wärmer und das führt zu einer 5-fache erhöhten Wahrscheinlichkeit für sehr heiße Tage im Sommer in diesem Raum. Wir halten diese Aussage für nicht haltbar und wollen dies begründen.

Wenn man lokale Extremereignisse untersucht, so sollte man sich vergewissern, dass man zumindest alle großskaligen dort wirkenden Einflüsse berücksichtigt. Es ist lange bekannt, dass die Sommertemperaturen in Europa auch von der atlantischen multidekadischen Oszillation (AMO) beeinflusst werden. Erst unlängst erschein hierzu eine hoch interessante Arbeit von einem Team unter Bo Wu vom Institut für Atmosphärenphysik in Bejing sowie auch zwei Wissenschaftler vom MPI Hamburg und vom Deutschen Wetterdienst DWD. Sie suchen Wege, die dekadischen Vorhersagen der sommerlichen Landtemperaturen der Extratropen der Nordhalbkugel zu verbessern, was u.a. auch für die Landwirtschaft von großer Wichtigkeit ist. Diese Vorhersagen waren bisher von eher schlechter Qualität und daher ist das Ziel der Arbeit nachvollziehbar. Was wirken da für Faktoren? Es sind zwei, die bestimmend sind: Eine Langzeiterwärmung vor allem durch den anthropogenen Antrieb, so die Autoren, und die AMO. Mit ausgeklügelten statistischen Werkzeugen berechnen die Wissenschaftler die relative Stärke der Einflüsse und zeigen das in ihrem Bild 2b der Arbeit. Wir haben das Gebiet (vgl. Abb.3) vergrößert:

Abb. 4: Der Einfluss der AMO , je mehr rot desto stärker, in der Spitze etwa 25%, recht genau in dem Gebiet, das von der Hitzewelle 2017 betroffen war. Quelle: aus Abb. 2b, Wo et al. (2019)

 

Die Wirkung der Langzeiterwärmung geht zu ca. 45% ein, folgt man Wu et al.(2019). Der Rest ist Wetter. Die Einflüsse der AMO (manche nennen sie auch AMV für –Variabilität) auf die Sommertemperaturen in Europa sind schon sehr lange bekannt und oft bestätigt, es gibt dutzende Arbeiten hierzu und auch wir hatten dazu schon 2016 berichtet. Umso mehr muss es verwundern, dass in einer Arbeit über Sommerereignisse in Europa (Kew  et al.) das Wort AMO oder AMV nicht ein einziges Mal erwähnt wird! Es gibt diesen nachgewiesenen natürlichen Einfluss schlicht in der Studie nicht. Wenn man natürliche Einflüsse „vergisst“ wird jede Veränderung dem anthropogene Antrieb zugeschlagen.

Zumindest ein Mit-Autor hätte es wohl wissen sollen: G.-J.-v. Oldenborgh schrieb 2009 eine Arbeit, in der er einen später oft benutzten AMO-Index entwickelte. Nun, wir können aushelfen. Wir haben die Methode der Arbeit nachvollzogen. Sie bildet zunächst 3-tägige Mittelwerte der Tmax in dem Gebiet, die von einer europäischen meteorologischen Reihe des KNMI stammen.  Alsdann suchten wir die Maximaltemperaturen der einzelnen Jahre (Hitzewellen) und trugen diese auf. Das gleiche mit der AMO nach dieser Arbeit.

 

Abb. 5: Die heißesten Tage des Jahres im Gebiet definiert in Abb. 3 und die AMO, beides leicht 5-jährig geglättet.

 

Der Zusammenhang ist nicht nur offensichtlich sondern auch statistisch hoch signifikant, R²=0,18; p=0,00026, und damit sind die Ergebnisse aus Wu et al. (2019)-Abb.4- bestätigt. Wir haben das Verfahren auch erprobt, indem wir noch die Dauer von Hitzewellen über 30°C einfließen ließen, es ist das gleiche Ergebnis. Den Hitzerekord hält tatsächlich 2017 mit 34,6°C, es folgt 2007 mit 34,2°C und mit auf dem Podest steht 1950 (!) mit 33,9°C. Donnerwetter: 2017 war 0,7°C in der Spitze wärmer als 1950!

Die AMO hatte ihr Maximum  vor 1950 in den 30er und  40 er Jahren, zumindest bis dahin zurück sollte man die europäischen  Hitzewellen  also untersuchen, um irgendeine Aussage zu treffen, die hier notwendigerweise die Berücksichtigung der AMO erfordert. Für Nordamerika ist das jedenfalls in der Literatur auch gut bekannt: 30% mehr Hitzewellen in warmen AMO-Phasen. Es ist wie so häufig: Natürliche Einflüsse werden in solchen „Attributierungs-Arbeiten“ oft vernachlässigt, hier ist es total unverständlich. Dadurch wird der anthropogene Anteil übertrieben dargestellt.

Wir möchten uns hier nicht die Mühe machen, den Einfluss der AMO auf die konkrete Hitzewelle in 2017 bestimmen zu wollen. Vermutlich ist das auch nicht möglich, da zu viel „Wetter“ einfließt. Den Autoren hätten wir als Editoren jedoch die Arbeit zurück geschickt mit dem Hinweis, dass die Vernachlässigung der natürlichen  AMO die Ergebnisse ihrer Arbeit stark infrage stellt. Warum die vielen Fachleute unter den Autoren selbst und die lange Liste der Editoren (5 Personen!) dies nicht erkannten, darüber kann nur gemutmaßt werden. Sollte also in einigen Medien alsbald die These vertreten werden: „5 mal so viele Hitzewellen durch den Klimawandel in Europa!“ dann wissen Sie, dass das auf einer Arbeit beruht, die fundamental korrigiert gehört.

 

Außertropische Vulkane beeinflussen das Klima stärker als vermutet

Pressemitteilung des Geomar vom 28. Januar 2019:

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Außertropische Vulkane beeinflussen das Klima stärker als vermutet:
Studie zeigt überraschend starke Abkühlung nach Eruptionen in hohen und mittleren Breiten

Der Ausbruch des Pinatubos im Jahr 1991 hatte erhebliche Auswirkungen auf das Klima und senkte die globale Durchschnittstemperatur um etwa 0,5 Grad. Wie die berühmten Eruptionen des Krakatau (1883) und Tambora (1815) liegt der Pinatubo in den Tropen. Das wurde bislang als wichtiger Faktor für den starken Klimaeinfluss angesehen. Eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel hat heute jedoch eine Studie in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht, die zeigt, dass auch explosive Eruptionen außerhalb der Tropen einen starken Einfluss auf das Klima haben können.

In den vergangenen Jahrzehnten haben mehrere Vulkaneruptionen außerhalb der Tropen Schwefel bis in die untere Stratosphäre transportiert. Dazu gehören beispielsweise der Ausbruch des Kasatochi (Alaska, USA, 2008) und des Sarychev (Kurilen, Russland, 2009). Die Auswirkungen auf das Klima waren jedoch schwach und kurzlebig. Bisher ist die Wissenschaft davon ausgegangen, dass dies einer allgemeinen Regel entspricht: Vulkanausbrüche außerhalb der Tropen haben einen schwächeren Einfluss auf das Klima als ihre tropischen Pendants. Forscherinnen und Forscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, der Universität Oslo, des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg sowie Kollegen aus der Schweiz, Großbritannien und den USA widersprechen dieser Annahme nun in einer Studie, die heute in der internationalen Fachzeitschrift Nature Geoscience erscheint.

„Unsere Untersuchungen zeigen, dass viele extratropische Vulkanausbrüche in den letzten 1250 Jahren zu einer ausgeprägten Oberflächenabkühlung auf der Nordhalbkugel geführt haben. Tatsächlich sind extratropische Ausbrüche sogar effizienter als tropische, wenn man die Abkühlung auf der jeweiligen Halbkugel im Verhältnis zur ausgestoßenen Schwefelmenge sieht”, sagt Dr. Matthew Toohey von GEOMAR, Erstautor der aktuellen Studie.

Eine großräumige Abkühlung nach Vulkanausbrüchen erfolgt, wenn diese große Mengen an Schwefelgasen in die Stratosphäre transportieren. Sie ist die zweitniedrigste Schicht der Atmosphäre und beginnt etwa bei 15 Kilometern Höhe. Dort erzeugen die Gase einen schwefelhaltigen Aerosolschleier, der über Monate oder Jahre anhält. Die Aerosole reflektieren einen Teil der einfallenden Sonnenstrahlung, der die unteren Schichten der Atmosphäre und die Erdoberfläche nicht mehr erreichen kann.

Bisher wurde angenommen, dass Aerosole aus Vulkanausbrüchen in den Tropen eine längere Lebensdauer in der Stratosphäre haben, da sie erst in mittlere oder hohe Breiten wandern müssen, bevor sie wieder aus der Stratosphäre entfernt werden. Dadurch hätten sie einen größeren Einfluss auf das Klima. Aerosole aus Eruptionen in höheren Breitengraden würden dagegen schneller aus der Atmosphäre entfernt.

Die jüngsten Ausbrüche außerhalb der Tropen, die minimale, aber messbare Auswirkungen auf das Klima hatten, passen in dieses Bild. Diese Ausbrüche waren jedoch viel schwächer als der des in den Tropen liegenden Pinatubo 1991. Um die Klimaauswirkungen von extratropischen und tropischen Eruptionen besser einschätzen zu können, verglichen Dr. Toohey und seine Kolleginnen und Kollegen neue, auf Eiskernanalysen beruhende Langzeitrekonstruktionen des vulkanischen Schwefeleintrags in die Stratosphäre mit drei Rekonstruktionen der Sommertemperatur der nördlichen Hemisphäre aus Baumringen, die bis 750 n. Chr. zurückreichen. Überraschenderweise fanden sie heraus, dass explosive extratropische Eruptionen im Verhältnis zu ihrer geschätzten Schwefelfreisetzung eine viel stärkere Abkühlung auf der jeweiligen Erdhalbkugel erzeugten als tropische Eruptionen.

Um diese Ergebnisse besser zu verstehen, führte das Team Simulationen von Vulkanausbrüchen in mittleren bis hohen Breitengraden durch. Sie nutzten virtuelle Schwefelmengen und Eintragshöhen in die Stratosphäre, die denen des Pinatubo entsprachen. So fanden sie heraus, dass die Lebensdauer des Aerosols aus diesen explosiven Ausbrüchen außerhalb der Tropen nur geringfügig geringer war als bei Eruptionen in den Tropen. Darüber hinaus verteilte sich das Aerosol nicht weltweit, sondern nur über der Erdhalbkugel des Ausbruchs, was die Klimaauswirkungen innerhalb dieser Hemisphäre verstärkte.

Die Studie zeigt weiterhin die Bedeutung der Höhe des Schwefel-Eintrags in die Stratosphäre für die Klimaauswirkungen. „Kommen die Schwefelgase nur in die untersten Schichten der außertropischen Stratosphäre, sind die Aerosole sehr kurzlebig. Erreichen sie jedoch Höhen wie bei den großen tropischen Eruptionen, entspricht die Lebensdauer der Aerosole in etwa denen der tropischen Eruptionen“, sagt Co-Autorin Prof. Dr. Kirstin Krüger von der Universität Oslo.

Die Ergebnisse werden helfen, die Auswirkungen von Vulkanausbrüchen auf vergangene Klimaschwankung besser zu verstehen. Sie deuten auch darauf hin, dass das zukünftige Klima von explosiven extratropischen Ausbrüchen beeinflusst wird. „In den vergangenen Jahrhunderten gab es in den mittleren und hohen Breiten im Vergleich zu den Tropen relativ wenige große explosive Eruptionen. Aber sie passieren definitiv“, sagt Dr. Toohey. Die stärkste Abkühlungsepisode der vergangenen 2500 Jahre auf der Nordhalbkugel begann mit einem extratropischen Vulkanausbruch im Jahr 536 n. Chr. Die neue Studie hilft zu erklären, wie diese Eruption zu einer so starken Abkühlung geführt haben könnte.

Originalarbeit:
Toohey, M., K. Krüger, H. Schmidt, C. Timmreck, M. Sigl, M. Stoffel, R. Wilson (2019):  Disproportionately strong climate forcing from extratropical explosive volcanic eruptions. Nature Geoscience, https://doi.org/10.1038/s41561-018-0286-2

 

Die übernächste Generation wickelt gerade ihre Zukunft ab

Von Uli Weber

Schule schwänzen für Klimagerechtigkeit, welch ein genialer Einfall – da wären wir damals nie drauf gekommen. Denn damals war dieses Land noch das der Dichter und Denker und gerade dabei, sich mit einem sogenannten „Wirtschaftswunder“ aus selbstverschuldeten Trümmern zu erheben. Dieses Wirtschaftswunder ist wiederum untrennbar mit der Sozialen Marktwirtschaft von Ludwig Ehrhard verknüpft, der die Kräfte des freien Marktes zu stärkten suchte und dabei gleichzeitig eine soziale Teilhabe an dem dadurch erwirtschafteten Wachstum förderte – also das genaue Gegenteil von Planwirtschaft in Gang setzte.

Heute protestieren wohlalimentierte Schüler in ihrer Unterrichtszeit für einen sofortigen Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung und für die globale Klimagerechtigkeit. Bei näherer Betrachtung scheint es sich dabei aber gar nicht wirklich um eine spontane Graswurzelaktion zu handeln. Vielmehr beschafft sich eine menschenverachtende Klimaideologie mit dieser Instrumentalisierung von Schutzbefohlenen offenbar die gesellschaftliche Rechtfertigung für ihre globale ökologische Transformation. Und indem sie diejenigen Technologiefelder, die aus klimapolitischen Gründen erwünscht sind, mit Subventionen gegen den freien Markt herbeizaubern will, errichtet sie eine neue Planwirtschaft. Denn Marktwirtschaft beruht auf dem Gewinnstreben von eigenverantwortlichen Unternehmern, und wenn mit einer gesellschaftspolitisch erwünschten Technologie keine Gewinne zu erzielen sind, dann muss man dafür halt eine Zwangsalimentierung einführen. Dass die erforderlichen Subventionsmittel aber wiederum nur durch die unerwünschte fossil betriebene Industrie erwirtschaftet werden können, ist offenbar noch keinem derjenigen Politiker aufgefallen, die durch ihr Mandat ja meist nicht aus der produktiven Wertschöpfungskette unseres Landes gerissen wurden, sondern die bis dahin bereits mit Steuergeldern alimentiert worden waren. Am Ende einer solchen planwirtschaftlichen Hans-im-Glück Wirkungskette steht dann ein wirtschaftlicher Zusammenbruch, wie ihn uns die sozialistischen Staaten Ende der 1980-er Jahre vorexerziert hatten.

Da Schüler ja noch Lernende sind und sich möglicherweise auch noch keinen vollständigen Überblick über die Kulturgeschichte der Menschheit verschafft haben, folgt hier ein kurzer Rückblick auf die kulturelle Evolution, die am Ende zu den Segnungen unseres Industriezeitalters geführt hatte. Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge hatte sich in mehreren revolutionären Schritten drastisch erhöht, und alle diese Übergänge hatten sich in freier marktwirtschaftlicher Konkurrenz zu dem jeweils vorher bestehenden System entwickelt:

  • Steinzeit (= kleine dörfliche Gemeinschaften von Jägern und Sammlern): Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge betrug etwa das 3 bis 6-fache des menschlichen Grundbedarfs.
  • Zeitalter von Ackerbau und Viehzucht (=fortgeschrittene regionale Kulturen): Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge betrug etwa das 18 bis 24-fache des menschlichen Grundbedarfs.
  • Industriezeitalter (=globalisierte Welt): Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge beträgt heute etwa das 70 bis 80-fache des menschlichen Grundbedarfs.

Erst der industrielle Gebrauch von fossilen Energieträgern seit Beginn der Industrialisierung hat dann unseren Lebensstandard, die Verfügbarkeit und die Qualität von Lebensmitteln, die tägliche Arbeitszeit, das freie Wochenende, den jährlichen Urlaubsanspruch, das Gesundheitswesen, die individuelle Lebenserwartung, das Transportwesen, die Kommunikation und den allgemeinen technologischen Standard auf unser heute als „ganz normal“ empfundenes Niveau angehoben. Wir alle leben heute nämlich so, wie sich das vor zweitausend Jahren nur die römischen Kaiser leisten konnten, und zwar dank fossiler Energieträger, modernster Technologien und jederzeit verfügbarer Energie. Im Umkehrschluss heißt das, unser gegenwärtiger Lebensstandard – und auch unser gegenwärtiger Sozialstaat – beruhen zwingend auf der Nutzung fossiler Energieträger. Die geplanten ideologischen Wenden, also Energiewende, Verkehrswende und Agrarwende, sind im wahrsten Sinne sozialistische Planwirtschaft und können im ökonomischen Sinne keinen Mehrwert erzielen; der erzeugte Mehrwert ist vielmehr rein emotional.
Meine Generation hatte sich erst Ende der 1960-er Jahre von den überkommenen autokratischen Dogmen einer totalitär geprägten Gesellschaft befreit. Die folgende Grenzwertanalyse mag diesen Prozess für die indoktrinierten Schülergarden etwas beschleunigen:

Der Grenzwert für eine subventionierte Planwirtschaft: Eine subventionierte Planwirtschaft unterliegt keinerlei Erwerbsstreben im Wettbewerb alternativer Lösungen um eine positive Kaufentscheidung des Kunden. Vielmehr wird dort eine vorgegebene Lösung durch Subventionen vorangetrieben, weil der Zwangsabnehmer ja gar keine alternative Wahl hat. Weil aber durch ebendiese Subventionen der Konkurs als ökonomisches Regulativ ausgeschaltet wird, müssen alle Fehlentscheidungen und Fehlplanungen zukünftig ebenfalls durch Subventionen ausgeglichen werden. Ein Abbau solcher Subventionen ist also systembedingt gar nicht möglich, weil ein planwirtschaftliches Produkt im wahrsten Sinne des Wortes alternativlos ist. Vielmehr führt eine subventionierte Planwirtschaft à la Ostblock auch zu einer entsprechenden Verringerung von Angebot, Qualität und Innovation – und kann schließlich die Nachfrage nicht mehr befriedigen.

Der Grenzwert für einen emotionalen Mehrwert: Die Zwei-Erden-Argumentation verlangt Verzicht von allen Klimagläubigen, um dadurch unsere natürliche Umwelt und das Weltklima für die nachfolgenden Generationen zu bewahren. Eine aktive Teilnahme an der Umsetzung dieses hohen ökologischen Zieles verschafft allen aktiv Beteiligten neben wirtschaftlicher Sicherheit emotionale Glücksgefühle und eine Bestätigung ihres religiös überhöhten Selbstbildes. Diese Überhöhung lässt es schließlich auch nicht mehr zu, sich mit Andersdenkenden über Alternativen auseinanderzusetzen und muss somit über einen „gestaltenden Staat“ direkt in einen ökologischen Totalitarismus führen.

Synthese dieser beiden Grenzwerte:  Eine subventionierte Planwirtschaft muss zwingend in einer sozialistischen Mangelwirtschaft konvergieren, weil das ökonomische Regulativ eines freien Wettbewerbs fehlt. Damit schlägt dann die Zwei-Erden-Argumentation in ihr Gegenteil um, denn für eine ökologisch korrekte Ernährung der gesamten Weltbevölkerung wären dann ebenfalls zwei Erden erforderlich. Der erhöhte Flächenverbrauch für die glaubensgerechte Erzeugung von Nahrung und Energie muss daher zwingend in einer ökonomischen Versorgungskatastrophe enden. Und weil der menschliche Überlebenswille nun einmal stärker ist als jeder Umweltschutzgedanke, bricht dadurch wiederum der Ökototalitarismus zusammen; und die Überlebenden werden schließlich die ökologischen Ressourcen unseres Planeten erbarmungslos ausplündern.

Fazit: Die Dekarbonisierung der Welt stellt also nicht etwa einen kulturellen Fortschritt für die Menschheit dar, sondern führt direkt zurück in ein ökologisches Mittelalter mit einer verfügbaren pro-Kopf Energiemenge von etwa dem 18 bis 24-fachen des menschlichen Grundbedarfs. Wenn diese Analyse die verführten Lernenden nicht als Motivation zu selbständigem und kritischem Denken anregen sollte, dann sei ihnen eine Klassenfahrt in die Sahelzone anzuraten, wo man sich dann gerne vor Ort bei Menschen im täglichen Überlebenskampf über aktiven Umweltschutz informieren kann.

Abschlussfrage an die übernächste Generation: Wovon wollt Ihr denn eigentlich nach 2038 leben?

 

Geomar: Nordatlantische Tiefenwasserbildung in Modellen fehlerhaft

Pressemitteilung des Geomar vom 31. Januar 2019:

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Neue Erkenntnisse zu Tiefenwasserbildung und Meeresströmungen im Atlantik
- Langzeitbeobachtungen widersprechen bisherigen Auffassungen -

Für die globale Ozeanzirkulation spielt der subpolare Nordatlantik eine entscheidende Rolle. Durch oberflächennahe Abkühlung wird warmes Wasser in kaltes und schweres Tiefenwasser umgewandelt, das in der Tiefe äquatorwärts strömt. Gestützt auf Modelldaten ging man bisher davon aus, dass der Hauptanteil des Tiefenwassers in der Labradorsee gebildet wird. Langzeitbeobachtungen eines internationalen Konsortiums mit Beteiligung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zeigen nun erstmals, dass der wesentliche Beitrag der Umwälzzirkulation im östlichen Nordatlantik stattfindet. Die Ergebnisse wurden jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

Meeresströmungen werden hauptsächlich durch den Wind und durch Unterschiede in der Dichte des Meerwassers hervorgerufen. Für die Strömungen im Nordatlantik sind beide Prozesse von großer Bedeutung. Über den Golfstrom und seine Ausläufer wird warmes und salzreiches Wasser weit nach Norden transportiert. Dabei wird das Wasser abgekühlt, was zu einem Anstieg der Dichte des Meerwassers führt und daher ein Absinken bewirkt. Das dichte Tiefenwasser strömt dann wieder Richtung Äquator. Dieses Strömungssystem wird auch als Atlantische Umwälzzirkulation bezeichnet. Es ist für das Klima, insbesondere für die vergleichsweise milden Winter in Nordeuropa, von großer Bedeutung. In bestimmten Regionen, allen voran der Labradorsee, kann es zum Absinken des Oberflächenwassers bis in die Tiefsee kommen. Die Zufuhr von Süßwasser, etwa durch Abschmelzen von Landeismassen als Folge der globale Erderwärmung, reduziert die Dichte des Oberflächenwassers. Ein Versiegen der Tiefenwasserbildung und damit der Umwälzzirkulation hätte direkte Auswirkungen auf das Klima in Europa. Nicht zuletzt deshalb ist die Atlantische Umwälzzirkulation Gegenstand intensiver Forschung.

„Die Atlantischen Umwälzzirkulation ist ein komplexes Ineinandergreifen vieler Prozesse. Direkte Beobachtungen sind daher rar und viele Zusammenhänge sind bisher nur aus Modellstudien abgeleitet“, erläutert Dr. Johannes Karstensen vom GEOMAR, einer der Ko-Autoren einer Studie, die jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde. Um diese theoretischen Erkenntnisse aus Modellen auch mit Beobachtungen zu verifizieren, wurde 2014 mit Beteiligung von sieben Ländern die erste komplette Vermessung der subpolaren Umwälzzirkulation des Atlantiks unter dem Namen „OSNAP“ (Overturning in the Subpolar North Atlantic Program) gestartet. Das Beobachtungssystem OSNAP teilt sich in zwei Abschnitte auf: quer über die Labradorsee, von Kanada zur Südspitze Grönlands, und über den östlichen subpolaren Nordatlantik, von der Südspitze Grönlands bis Schottland. Eine Vielzahl an permanenten Messstationen (Verankerungen) stellen das Rückgrat des Systems dar. An den Stationen werden kontinuierlich Strömungsdaten aber auch Temperaturen und Salzgehalte des Wassers aufgezeichnet.

„In der 21 Monate überdeckenden Zeitserie der Umwälzzirkulation aus den OSNAP Messungen sehen wir eine erstaunlich hohe Variabilität. Das im Moment überraschendste Ergebnis ist aber, dass die Labradorsee, die wir immer als wichtigste Tiefenwasserbildungsregion angesehen haben, nur etwa 15 Prozent zur Umwälzzirkulation beiträgt“, erläutert Dr. Karstensen. „Wir müssen nun überlegen, wie wir das Konzept von Tiefenwasserformation und Umwälzzirkulation anpassen. Dazu gilt es die Prozesse, die für die Schwankungen in der OSNAP-Zeitreihe verantwortlich sind, genauer zu identifizieren“, so Dr. Karstensen.

„Beispielsweise ist es möglich dass der OSNAP Messzeitraum von 2014 bis 2016 nur einen speziellen Zustand der Umwälzzirkulation erfasst hat. Eine Frage die sich nur durch längere Messreihen ermitteln lässt“, so Dr. Karstensen. Im Sommer 2018 waren die OSNAP-Teams aus Europa, den USA, Kanada und China wieder mit den Forschungsschiffen im Subpolaren Nordatlantik unterwegs. Zurzeit werden die Daten analysiert, und es wird erwartet, dass die OSNAP-Zeitserie der Atlantischen Umwälzzirkulation in Kürze um zwei weitere Jahre verlängert sein wird. „Diese Region ist eine der empfindlichsten Stellschrauben unsere Klimasystems. Hier können durch relativ kleine und rasche Veränderungen globale und langzeitliche Auswirkungen auf das Klima ausgelöst werden. Deshalb ist ein umfassendes Verständnis der Prozesse in dieser Region so wichtig“, argumentiert Dr. Karstensen.

Zudem fließen die von dem internationalen Team zusammengetragenen Daten auch in die Berichte des Weltklimarates (IPCC) ein, dessen nächster Bericht in wenigen Jahren erstellt wird und die Basis für Handlungsempfehlungen zum Klimaschutz darstellt.

Originalarbeit:
Lozier, M.S., F. Li, S. Bacon, F. Bahr, A. Bower, S. Cunningham, F. de Jong, L. de Steur, B. DeYoung, J. Fischer, S. Gary, B. Greenan, N.P., Holliday, A. Houk, L. Houpert, M. Inall, W. Johns, H. Johnson, C. Johnson, J. Karstensen, G. Koman, I. LeBras, X. Lin, N. Mackay, D. Marshall, H. Mercier, M. Oltmanns, R.S. Pickart, A. Ramsey, D. Rayner, F. Straneo, V. Thierry, D.J. Torres, R.G. Williams, C. Wilson, J. Yang, I. Yashayaev, J. Zhao, 2019: A sea change in our view of overturning – first results from the Overturning in the Subpolar North Atlantic Program. Science, http://science.sciencemag.org/content/363/6426/516.abstract

Influence of solar activity on European rainfall

Press Release of the Institute of Hydrography, Geoecology and Climate Sciences (IFHGK), 15 February 2019, www.ifhgk.org

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Influence of solar activity on European rainfall

A balanced level of precipitation provides the basis for a wide range of economic and social activities in Europe. Particularly agriculture, drinking water supply and inland waterway transport are directly affected. However, the amount of rain fluctuates strongly from year to year. While it may pour torrentially in one year, rain may remain absent for weeks in another year. The population is used to this variability and knows how to deal with it.

The chance discovery by an agricultural scientist from Münster, Germany, now suggests that in certain months rain over Germany and other parts of Europe follows a pattern that up to now has remained undetected. As part of agricultural consultation, Ludger Laurenz analyzed decades of rainfall records of his home weather station in Münster and noticed a constant up and down that followed an 11-year rhythm – especially in February. After detailed examination it was clear that this rhythm correlated closely with the activity of the sun: the well-documented 11-year sunspot cycle.

Laurenz next teamed up with two colleagues to examine the extent to which the observed pattern from Münster is reproducible in other parts of Germany and Europe, and whether the phenomenon also exists for the other months of the year. Horst-Joachim Lüdecke from the HTW University of Applied Sciences in Saarland gathered the precipitation data collected in Europe since the beginning of the 20th century. The physicist emeritus then developed a computer algorithm to determine the similarity of changes in rainfall and solar activity. All 39 European countries and every one of the 12 months of the year were quantified over a total of 115 years using mathematical correlations.

In order to include possible delay effects, the data series of rain and sunspots were systematically checked for shifts. For this purpose, the time series were gradually shifted in time against each other like combs and the respective change of the correlation quality was noted. The multidimensional data obtained in this way were evaluated for systematic trends by geoscientist Sebastian Lüning and visualized cartographically. Lüning is associated with the Swiss Institute of Hydrography, Geoecology and Climate Sciences (IFHGK) and is specialized in the research of solar climate effects.

The mapped out results show that the link between February precipitation and solar activity originally discovered in Münster is valid for large parts of Central and Northern Europe and has good statistical significance there. Towards southern Europe, however, the correlation weakens significantly.

The statistical investigation was also able to demonstrate systematic phase shifts across the continent. In Germany and neighboring countries, February precipitation was particularly low when the sun was very strong four years earlier. The delay seems to be due to the slow deep circulation of the Atlantic, as earlier work had already suggested. On the basis of the statistically-empirically determined correlation, February 2018 in Germany with particularly low precipitation can now also be explained, which followed a particularly high intensity peak of solar activity at the beginning of 2014.

Similar relationships between rainfall and solar activity have been observed in other months, although somewhat weaker, especially in April, June and July, which account for a large part of the vegetation period in Central Europe. The result was a complex interplay of sun and rain in Europe, which showed clear trends over 1000 km and varied strongly from month to month.

The study thus confirms the concept of a solar participation in the European hydroclimatic development, which had already been indicated by a whole series of local case studies of other authors. The exact mechanism by which the solar signal influences precipitation is still largely unclear and requires further research.

The solar precipitation effect now mapped out across Europe for the first time opens up new possibilities for improved medium-term precipitation forecasts. Agriculture in particular, but also protection measures against extreme weather damage in connection with heavy rainfall and droughts could benefit from this. The next step in refining the forecasting methodology is a more precise quantification of the effects of Atlantic Ocean cycles, which also play an important role in rainfall, especially in Western Europe.

 

Original publication:

Laurenz, L., H.-J. Lüdecke, S. Lüning (2019): Influence of solar activity on European rainfall. J. Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics, 185: 29-42, doi: 10.1016/j.jastp.2019.01.012

The pdf version can be downloaded free of charge at the following link until early March: https://authors.elsevier.com/a/1YXWZ4sIlkiVhv

 

Unternehmen macht Werbung für klimaaktivistische Veranstaltung und zeigt sich ahnungslos

Im Zeitalter der zuckerigen Industriesäfte kehren immer mehr Menschen zu den Ursprüngen zurück und greifen zum effektivsten Durstlöscher aus der Getränkepalette: Wasser. Was gibt es schöneres als Wasser, wenn man erschöpft vom Sport kommt oder sich in der Sommerhitze erfrischen will? Genau diese Qualitäten besitzt sicherlich das Carolinen-Mineralwasser, das von Mineralquellen Wüllner GmbH & Co. KG mit Sitz in Bielefeld vertrieben wird.

Ende 2018 fanden Mineralwassertrinker in der Region auf Flaschen der Carolinen classic jedoch eine fragwürdige Werbeaktion für einen “Schüler-Klimagipfel” am 22.11.2018 in Bad Salzuflen. Alle Schulen konnten mitmachen, hieß es. Als Internetadresse wurde www.planet1st.de angegeben.

 

 

Im Prinzip ist es positiv, wenn sich ein Unternehmen für die Jugend einsetzt. Es ist wichtig, die Jugend an ein umweltbewusstes und ressourcenschonendes Leben heranzuführen. Aber ist ein “Schüler-Klimagipfel” wirklich der richtige Ansatz? Auch Mineralquellen Wüllner sollte es nicht entgangen sein, dass der Klimawandel in der Gesellschaft ein hochkontroverses Thema darstellt. Mittlerweile hat sich eine ganze Klimaalarm-Industrie herausgebildet, die die Gesellschaft mit Klima-Hiobsbotschaften dauerberieselt. Dazu gehört auch das PIK in Potsdam. In der Wissenschaft selber gibt es hingegen ein weites Spektrum von wissenschaftlichen Ansichten. Ein großer Teil der Klimaforscher sieht die Sachlage sehr viel differenzierter und hält beispielsweise einen signifikanten natürlichen Beitrag zur Erwärmung der letzten 100 Jahre durchaus für denkbar.

All das hat sich die Marketingabteilung von Mineralquellen Wüllner sicher nicht so richtig überlegt. Anstatt sich für eine differenzierte Diskussion der Sachverhalte einzusetzen, wird lieber die aktivistische Kinderkarte gespielt. Letztendlich produziert der “Schüler-Klimagipfel” nur eines: Kinder-Klimaaktivisten. Dies ist hochbedenklich, da den Kindern selbstverständlich die fachliche Grundlage fehlt und sie daher einfach das nachplappern, was ihnen erwachsene Aktivisten einflüstern.

Die auf der Mineralwasserflasche angegebene Webseite www.planet1st.de wollen wir uns näher anschauen. Dort lernen wir als erstes, dass es sich nicht um eine einmalige Aktion aus dem November 2018 handelt, sondern eine ganze Serie von Klima- und Umwelt-Schülerveranstaltungen, die etwa alle 2 Monate stattfinden. So wird es am 22. März 2019 in Bielefeld einen “Wasser-Gipfel” geben. Der nächste Schüler-Klimagipfel ist für den 12. November 2019 in Herford geplant. Ganz oben auf der Webseite gibt es einen Link “News“,  der zu den “Klimanews” weiterleitet. Was finden die hierher surfenden Schüler? Ein kurzer Blick zeigt es: Klimaalarm vom feinsten! Ein paar Beispiele:

09.08.2018 – Ursache der langanhaltenden Hitzeperiode – Focus Online.

06.08.2018 – Der Erde droht eine „Heißzeit“ – ZDF

04.08.2018 – Bis zu 38 Grad möglich – Waldbrandgefahr bleibt hoch – T-Online

03.08.2018 – Hitze! Waldbesitzer sprechen von Jahrhundertkatastrophe – FAZ

29.07.2018 – Extremwetter durch Erderwärmung? – Spektrum

26.7.18 – Ein Sommer der Extreme – PIK-Potsdam

21.07.2018 – Die Erde glüht – Tagesspiegel

Dazu werden O-Töne von Stefan Rahmstorf und PIK-Pressemitteilungen gereicht. Verlinkungen auf neutralere Forschungsergebnisse aus den Klimawissenschaften sucht man vergeblich. Hier hat sich wirklich ein Klimaalarmist ausgetobt, der den Schülern ein vollkommen verzerrtes Bild der Klimawandeldebatte auftischt.  

Meldungen wie diese fehlen:

 

Das Programm des Schüler-Klimagipfels im November 2018 in Bad Salzuflen ist auf der Webseite offenbar schon wieder gelöscht. Allerdings findet man noch einen verlinkten Pressebericht der Lippischen Landes-Zeitung zur Veranstaltung:

Klimagipfel: Schüler treffen sich in Bad Salzuflen
Sie sind die Hauptpersonen des diesjährigen Klimagipfels gewesen: Gut 450 Jugendliche aus ganz Deutschland haben das Salzufler Stadttheater am Donnerstag ganz für sich eingenommen. Den gesamten Tag über drehte sich alles um den Klimaschutz. [...] Diesmal habe man das vor allem durch ein vielfältiges Programm versucht. „Längst stehen nicht mehr nur Vorträge im Fokus – darüber hinaus werden beispielsweise auch Videos gezeigt. Und: In den Pausen gibt es verschiedene Mitmachaktionen an diversen Informationsständen”, erzählt der Schüler.

Gerne würde man wissen: Wer hat vorgetragen, welche Videos wurden geschaut? Die NRW-Energieagentur führt zumindest einige der Vortragenden auf:

Zu den Referenten gehören unter anderem Dr. Klaus Grosfeld (Klimaforschern der deutschen Klimaforschungsinstitute Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven), Dr. Tobias Bayr (GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung in Kiel), Clara von Glasow (Vertreterin der Klimadelegation der UN) sowie per Videokonferenz Associate Professor Dietmar Dommenget (School of Earth, Atmosphere and Environment an der Monash University in Australien).

Bei Clara von Glasow handelt es sich um eine lupenreine Aktivistin, die für die Klimaaktivistengruppe “Klimadelegation” tätig ist. Die Organisation hat folgendes Ziel:

Wir sind eine politisch unabhängige Gruppe klima- und umweltpolitisch engagierter junger Menschen im Alter zwischen 16 und 35 Jahren, in und aus Deutschland. Wir setzen uns dafür ein, dass junge und zukünftige Generationen ein klimagerechtes und nachhaltiges System und einen lebenswerten Planeten vorfinden. Zudem setzen wir uns dafür ein, dass die Interessen junger Menschen ernst genommen werden und stärker in politische Entscheidungen einfließen — auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Dazu nehmen wir seit 2012 an den UN Klimaverhandlungen teil. Dort vertreten wir die klimapolitischen Interessen junger Menschen und zukünftiger Generationen. Zudem berichten und informieren wir über die Verhandlungen und klimapolitische Prozesse, insbesondere um junge Menschen zu sensibilisieren und für eigenes Engagement zu motivieren.

Sie geben vor, die Interessen junger Menschen zu vertreten. Aller junger Menschen? Wohl kaum. Es wird sich vor allem um ‘grüne junge Menschen’ handeln. So lesen wir auf der Team-Webseite der Klimadelegation über Clara von Glasows Anfänge bei der Grünen Jugend:

Clara studiert im Jura und BWL in Wiesbaden und ist seit Februar 2017 Mitglied der Klimadelegation. Ihre ersten Berührungspunkte mit Klimapolitik hatte Clara im Rahmen ihres Engagements bei der Grünen Jugend Hennef

Sie ist Verfechterin des Klimfastens, wie sie im Interview mit Think Tank 30 erläutert:

Die Idee hinter dem Klimafasten ist es, während der Fastenzeit bewusst auf Konsumgüter und Verhaltensweisen zu verzichten, die das Klima belasten.

Auf der Webseite der Klimadelegation gibt es auch einen Hinweis auf einen “Jugendaustausch GerFiji”, was für gegenseitige Besuche von Jugendlichen aus Germany und Fiji steht. Klickt man auf den Link, führt der jedoch ins Nichts. Hat man die vielen schönen Reisfotos der touristisch hochattraktiven Fahrt schon wieder gelöscht? Ist man dorthin auch mit der Bahn gefahren, wie Greta? Mit ein bisschen Googlen findet man dann doch die Seite auf klimadelegation.de, die im August 2017 für die Abenteuerreise warb:

Die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen und die Klimadelegation des Jugendbündnis Zukunftsenergie organisieren in diesem Zusammenhang in Zusammenarbeit mit Project Survival Pacific Youth aus Fidschi einen Austausch zwischen 15 deutschen und 15 fidschianischen Jugendlichen zum Thema Klimaschutz. Dieser Austausch findet voraussichtlich zwischen dem 1. und 14. Oktober 2017 statt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit prüft derzeit die Förderung und strebt eine Unterstützung im Rahmen der COP23 an. In Fidschi werden wir uns Maßnahmen zum Klima- und Meeresschutz anschauen und mit Aktivist*innen zusammenarbeiten. Außerdem treffen wir uns mit Vertreter*Innen von Regierung und internationalen Organisationen.

Hat das BMU die Flugreise auf die Fidschiinseln letztendlich bezahlt? Offensichtlich ja, denn im November 2018 dankte Aktivistin Anna Braam via Twitter dem BMU für die Unterstützung. Über die Finanzierung der “Klimadelegation” findet man auf der Webseite der Gruppe leider keine Informationen. Eine Anfrage bei der Klimadelegation läuft derzeit, vermutlich ohne Aussicht auf Erfolg. Im Sinne der Transparenz sollten die Förderer der Aktivistengruppe klar benannt werden, um Interessenskonflikte klar aufzuzeigen bzw. zu vermeiden.

Nächste Frage: Wer hat den Schüler-Klimagipfel finanziert und ausgerichtet? Zu letzterem lesen wir im Artikel der Lippischen Landes-Zeitung:

Veranstaltet wurde der diesjährige Klimagipfel erstmals gemeinsam von der Agentur „GetPeople“, der „EnergieAgentur.NRW” und dem Klimapakt Lippe.

Zu den Partern des Klimapakt Lippe gehören auch lokale Grupen von Bündnis 90/Die Grünen. Andere politische Parteien sind nicht beteiligt.

Neben der Klimaaktivistin Clara von Glasow trat beim Schüler-Klimagipfel auch ein Mitglied der Geomar-Arbeitsgruppe von Mojib Latif auf. Normalerweise greift Latif selber jedes Mikrofon, was man ihm entgegenhält. Diesmal hat er die Aufgabe jedoch offenbar an einen Untergebenen delegiert, Tobias Bayr. Man kann davon ausgehen, dass der Chef die Vortragsfolien von Bayr zuvor auf Aktivistenlinie getrimmt hat. Hier einige frühere Beiträge zu Latifs aktivistischer Öffentlichkeitsarbeit:

 

Thema von Bayr war:

Der natürliche und menschengemachte Treibhauseffekt

Zu gern hätten wir die Folien zu dem Vortrag gesehen. Denn gerade im Themenbereich des Vortragstitels scheint die Latif-Gruppe etwas unsicher zu sein. Latif selber behauptet, der IPCC würde bis zu 49% natürliche Faktoren bei der Erwärmung der letzten 100 Jahre einräumen (bzw. mehr als die Hälfte wäre anthropogenen Ursprungs). Liest man jedoch den neuen 1,5°C-Spezialbericht des IPCC, so entpuppt sich dies schnell als falsch. Der IPCC geht knallhart von 100% anthropogenen Ursachen für die Erwärmung in moderner Zeit aus. Eigentlich müsste Latif gegen den IPCC Sturm laufen. Tut er aber nicht.

Neben dem allgegenwärtigen Aktivismus steht auch die fachliche Robustheit der Veranstaltung auf dem Prüfstand. Es beginnt schon bei Kleinigkeiten wie der falschen Hochstellung der 2 in der Molekülbezeichnung CO2. Auszug aus dem Originalprogramm:

 

Zusammenfassend fällt die fehlende Ausgewogenheit und politische Grünfärbung der Veranstaltung auf. Eine der HauptrednerInnen ist eine Klimaaktivistin, die früher bei den Grünen Jugend aktiv war. Die Finanzierung der Aktivistengruppe ‘Klimadelegation’ – zu der die Rednerin gehört – ist undurchsichtig. Ein Mitveranstalter des Klimagipfels (Klimapajt Lippe) ist stark durch Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen geprägt. Ein weiterer Hauptredner (T. Bayr) stammt aus der Arbeitsgruppe eines bekannten wissenschaftlichen Klimaaktivisten (Latif). Hand aufs Herz: Würden Sie ihre Kinder gerne zu einer solch einseitig informierenden Veranstaltung schicken? Die meisten Eltern würden dies wohl ablehnen, mit Ausnahme von Grünen-Wählern.

Umso verständlicher ist es, wenn Bürger aus der Region über die klimaaktivistische Werbeaktion auf den Mineralwasserflaschen empört sind. Dazu gehört auch der Zahnarzt Dr. Klaus Rocholl, der seinem Ärger in einem Schreiben an Mineralquellen Wüllner am 5. Februar 2019 Luft machte (Auszug):

Seit längerer Zeit bezieht meine Praxis über einen Getränkegroßhandel u. a. ihr Mineralwasser. In der heutigen Mittagspause machte mich eine Mitarbeiterin auf den Aufdruck auf Ihrem Flaschen aufmerksam, auf den ich nur mit Fassungslosigkeit reagieren kann! Es ist schlimm genug, daß unsere Kinder und Jugendlichen u. a. in Schulen, Medien und sonstigen Foren mit der sogenannten „Klima‐Rettungs“‐Ideologie indoktriniert werden. Daß sie als Wirtschaftsunternehmen sich an dieser Indoktrination beteiligen, nehme ich mit kompletter Fassungslosigkeit und ebensolchem Unverständnis zur Kenntnis. 

Gleichzeitig kündigte Dr. Rocholl an, auf Mineralwasser anderer Marken umsteigen zu wollen. Das Unternehmen reagierte prompt und suchte den Kontakt. Ein Mitarbeiter zeigte sich überrascht und stellte die Veranstaltung als grundsolide und neutral dar. Vielleicht war der Firma wirklich nicht bewusst, in wieweit sich Aktivisten und grüne politische Gruppierungen bereits in den Schulalltag vorgemogelt haben. Im Sinne eines produktiven Dialogs nahm sich Dr. Rocholl daraufhin die Zeit, dem Getränkeunternehmen detailliert zu antworten und seine Bedenken zu spezifizieren (wiederum Auszüge):

Sehr geehrter Herr …

Erst mal ein Kompliment: Ich hatte nicht ernstlich eine Reaktion Ihrer Firma erwartet. Meine Erfahrungen in dieser Richtung sind andere…  Sie fragen, was mich an der Aktion des „Kinder-Klimagipfels“ und des Sponsorings Ihrer Firma so verärgert habe. Diese Frage beantworte ich Ihnen gerne:

[...]

Meine Position zu Ihrer „Aktion“ fasse ich zunächst einmal wie folgt zusammen:

[...]

Der IPCC-beeinflußte „Mainstream“ sowohl der Medien und der Politik als auch der „Klimawissenschaftler“ behauptet, die Diskussion um den „menschengemachten Klimawandel“ sei „gesettled“, der Hauptverursacher CO2 sei gefunden und sicher identifiziert und die von ihm verursachte Erwärmung der Erde sei erwiesen. Ich bin sicher der letzte – und mit mir jeder, der sich seriös an dieser Diskussion beteiligt – der die Existenz von „Klimawandel“ bestreitet … oder „leugnet“.

Erstens ist „Klima“ per Definition „der Mittelwert aus 20 Jahren Wetter“ – also ein rein statistischer Wert – und es hat sich seit Beginn der Erdgeschichte schon immer geändert und wird sicher auch nicht damit aufhören. Alle anderen oben genannten Fragen oder Zusammenhänge sind aber, wenn man sich ein wenig breiter in das Thema „einliest“, in der Wissenschaft alles andere als unumstritten; alle oben genannten Behauptungen

  • daß die Erde sich seit Beginn der Industrialisierung kontinuierlich erwärmt,
  • daß die Ursache dieser Erwärmung die steigende Konzentration von CO2 in der Atmosphäre sei,
  • daß diese Steigerung des CO2 ausschließlich menschengemacht sei,
  • daß die Lösung in vermehrter oder ausschließlicher Nutzung sog. „erneuerbarer“ Energien liege („erneuerbare Energien“ – was ist das überhaupt? Gilt der Energieerhaltungssatz nicht mehr (Grundkurs Physik!)),

 

wird von sehr vielen – wenn nicht dem allergrößten Teil – der nicht mit der UN-Organisation IPCC – also der Politik – verbandelten seriösen Wissenschaftler stark angezweifelt oder bestritten.  Dazu weiter unten mehr …

Wenn es so ist, daß in dieser Diskussion gar nichts“ gesettled“ ist, sondern daß alle Faktoren – angefangenen von der Frage, ob eine Erwärmung der Erde überhaupt stattfindet über die Frage, was das CO2 damit zu tun hat,
bis hin zu der Frage, ob Menschen Klima überhaupt beeinflussen können (und es versuchen sollten) – ganz zu schweigen von der Bewertung der hierzulande stattfindenden „Energiewende“ und ihren Folgen – hoch umstritten sind, was ist ein „Kinder-Klimagipfel“, auf dem nach Ihrer Aussage „Kinder ihre „Klima-Projekte““ vorstellen können, dann anderes als eine Propagandaveranstaltung für die Ideologie des „menschengemachten Klimawandels“?

Eine Propaganda- und Indoktrinationsveranstaltung, auf der Kindern die Sicht der derzeit herrschenden Politiker und der UNO als Wahrheit dargestellt wird, die nicht etwa hinterfragt werden soll, sondern innerhalb derer ausschließlich „mitgemacht“ werden soll?

Diese Art von Beeinflussung – treffender gesagt Gehirnwäsche von Kindern – also der Erwachsenen von morgen – war und ist in jeder mittelmäßigen Diktatur üblich und eines der wesentlichen Kennzeichen von Totalitarismus [...]. Zitat Prof Ottmar Edenhofer, „Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung“   :  „Aber man muss klar sagen: Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. Dass die Besitzer von Kohle und Öl davon nicht begeistert sind, liegt auf der Hand. Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik, mit Problemen wie Waldsterben oder Ozonloch, fast nichts mehr zu tun.“

[...]

Finden Sie es vor dem Hintergrund der oben dargelegten Fakten gut, Kindern einzureden, die „Geschichte vom Klimawandel“ sei wahr – und sie zu „Klimaprojekten“ (was soll das bitte sein – so nebenbei???) aufzustacheln? Finden Sie es verwunderlich, daß so aufgehetzte und indoktrinierte Kinder einem ebenso indoktrinierten Kind, das an Asperger-Syndrom leidet hinterherlaufen, wegen „direkt bevorstehenden Weltuntergangs“ in Panik geraten und für selbstmörderische Ziele („Kohleausstieg“) streiken? Ich finde das alles sehr besorgniserregend und diesen erneuten Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen für eine (links-totalitäre) Ideologie ekelerregend und widerlich!
Als Vater eines 6-jährigen Sohnes sehe ich es als meine Pflicht an, mit allen Kräften und innerhalb meiner Möglichkeiten gegen diese Ideologie vorzugehen und mein Kind – und so viele andere wie möglich! – vor dieser Ideologie zu beschützen – z. B. durch Boykott von Firmen, die solches unterstützen und Öffentlichmachen solcher Verhaltensweisen.

Sie haben mich gefragt – ich habe geantwortet. Tun Sie einfach, was Ihre Aufgabe im Gemeinwesen ist: Stellen Sie hochwertiges und gesundes Mineralwasser her, machen Sie gute Umsätze und Gewinne, seien Sie ein fürsorglicher und gerechter Arbeitgeber und zahlen Sie ihre Steuern.

Halten Sie sich einfach aus Ideologie und „Weltrettungs“-bestrebungen heraus. Solches ist in diesem Lande schon mehrmals gründlich schiefgegangen. Ich befürchte – wie ich finde mit guten Gründen – daß es auch diesmal mit fürchterlichen Folgen für alle schiefgehen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Klaus Rocholl

 

Die Kältewelle in Nordamerika entlarvt den Klimaalarmismus

Von Uli Weber

Prolog: Die ARD meldete am 11. Februar 2019 auf ihrer Internetseite „Die Welt hat Angst vor dem Klimawandel“ als Ergebnis einer globalen Studie. Das ist ja zunächst einmal auch kein Wunder, denn die Medien sind ja jeden Tag voll davon, also vom „menschengemachten“ Klimawandel. Diese ARD-Meldung bezieht sich nun auf eine Umfrage des „unabhängigen, überparteilichen Pew Research Centers in Washington“, das im vergangenen Frühjahr mehr als 27.000 Menschen in 26 Ländern zu unterschiedlichen Angst-Themen befragt haben will. Die befragte Gruppe steht hier also repräsentativ für die Meinung der Weltbevölkerung, also von etwa 7.500.000.000 Menschen auf dieser Erde. Damit spricht jeder Einzelne immerhin für eine Großstadt von knapp dreihunderttausend Einwohnern.

Laut Wikipedia ist das „Pew Research Center“ seit 2004 Teil der „The Pew Charitable Trusts“, Zitat aus Wikipedia:

The Pew Charitable Trusts ist eine 1948 gegründete unabhängige US-amerikanische Non-Profit-Organisation mit Sitz in Philadelphia. Sie wurde von den Kindern des Sunoco-Gründers Joseph Newton Pew gegründet und verfügt über ein Vermögen von 5 Milliarden US-Dollar, ein Budget von 250 Millionen US-Dollar und über 600 Mitarbeiter. Die Organisation engagiert sich unter anderem für den Schutz der Meere, der Umwelt und des Klimas.“

Eine unabhängige Klimaschutz-NGO findet also mit einer repräsentativen Umfrage heraus, dass die Menschen auf dieser Welt sich vor dem Klimawandel fürchten – das ist schon eine ganzseitige öffentlich-rechtliche Meldung wert, wobei die Bezeichnung „unabhängig“ vielleicht als Inversion des Frosch-Sumpf-Paradoxons missverstanden werden könnte.

Wenn Sie übrigens auch Angst vor einem „menschengemachten“ Klimawandel haben sollten, dann können Sie jederzeit an einer aktuellen Simulation des natürlichen Klimawandels mit dem Namen „Frühling, Sommer, Herbst und Winter“ teilnehmen – aber Vorsicht, die örtlichen Temperaturschwankungen in dieser Simulation sind etwa um eine Zehnerpotenz höher als der befürchtete globale Temperaturanstieg durch einen „menschengemachten“ Klimawandel…

Apropos Winter, kommen wir also endlich zum Thema: Die Kältewelle in Nordamerika, über die in den Medien derzeit ausführlich berichtet wurde, soll mit dem „menschengemachten“ Klimawandel zusammenhängen. Erinnern wir uns, ein sogenannter atmosphärischer Treibhauseffekt, der das Klima auf unserer Erde bestimmt, soll sich durch den anthropogenen CO2-Ausstoß noch weiter verstärken und zur Unbewohnbarkeit der Erde führen. Ein ungelöstes Problem dieser These ist die immer noch fehlende quantitative Unterscheidung zwischen natürlichen und „menschengemachten“ Klimaveränderungen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre also eine exakte wissenschaftliche Beschreibung des atmosphärischen Treibhauseffektes. Die vorliegenden Erklärungen für diesen Treibhauseffekt bleiben nämlich auch nach fast vier Jahrzehnten klimaalarmistischer Höchstleistungscomputerforschung pauschal und völlig undifferenziert, denn es fehlen bis heute ausgerechnet diejenigen jahreszeitlichen und geographischen Bezüge, deren Kenntnis für eine qualifizierte Bewertung der aktuellen Kältewelle in Nordamerika absolut nötig wäre. Das Umweltbundesamt erklärt den atmosphärischen Treibhauseffekt beispielsweise folgendermaßen, Zitat:

Die Erdatmosphäre enthält Gase, die kurzwellige Sonnenstrahlung zum großen Teil passieren lassen, (langwellige) Wärmestrahlung jedoch absorbieren und damit das System erwärmen. In Analogie zu einem Treibhaus – das Sonnenstrahlung durchlässt und Wärmestrahlung „festhält” – werden diese Gase auch als Treibhausgase bezeichnet. Vor allem Wasserdampf und Kohlendioxid absorbieren einen Teil der von der Erdoberfläche abgegebenen Wärmestrahlung und verringern deshalb den Anteil der in den Weltraum abgegebenen Wärmestrahlung. Dieser – natürliche – Treibhauseffekt bewirkt, dass das globale Mittel der bodennahen Lufttemperatur 15°C beträgt. Ohne Treibhausgase in der Atmosphäre läge die Mitteltemperatur bei -18°C und die Erde wäre vereist.“

Die Erhöhung der durchschnittlichen Temperatur von minus 18°C (entsprechend einer global gemittelten temperaturwirksamen Sonneneinstrahlung von 235 W/m²) auf plus 15°C (entsprechend einer Strahlung von 390 W/m²), also um 33°C, erfordert einen zusätzlichen Strahlungsantrieb von 155 W/m², der den sogenannten Treibhausgasen zugeschrieben wird. Vom absoluten Nullpunkt aus gerechnet entspricht dieser zusätzliche Strahlungsantrieb nun einem Temperaturäquivalent von etwa 229 Kelvin. Ein konstanter natürlicher Treibhauseffekt müsste also verhindern, dass es irgendwo auf der Erde kälter als diese etwa 229 Kelvin oder minus 44 Grad Celsius werden kann, was aber wiederum dem Kälterekord in der Antarktis von minus 98,6 Grad Celsius widerspricht.

Der atmosphärische Treibhauseffekt ist nun aber der entscheidende Faktor für die Angst vor einem „menschengemachten“ Klimawandel. Die Lösung dieses Kälte-Paradoxons wäre somit eine verdienstvolle Aufgabe für eine wohlalimentierte Klimaforschung mit dem Ziel einer wissenschaftlich exakten Beschreibung dieses natürlichen atmosphärischen Treibhauseffektes. Und diese Beschreibung wäre dann wiederum ein erster Schritt auf dem Weg zu einer finalen Trennung zwischen natürlichen und „menschengemachten“ Klimaveränderungen. Aber anstatt diesen Weg endlich konsequent zu beschreiten, werden in der Klimaforschung einfach alte Narrative durch neue ersetzt, um den Klimawandel weiterhin in seiner Gesamtheit für eine globale Klimapropaganda vereinnahmen zu können.

t-online“ erklärt den Zusammenhang zwischen der gegenwärtigen Kältewelle in Nordamerika und dem Klimawandel beispielsweise folgendermaßen, Zitat:

Bekannt ist, dass sich die Arktis im Zuge des Klimawandels doppelt so schnell erwärmt wie der übrige Planet. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass dadurch die Temperaturdifferenz zwischen Polen und Tropen sinkt. Das könnte zu einer Abschwächung des Jetstreams führen und diesen anfälliger für Schwankungen machen. In der Folge könnte es zu häufigeren oder weitreichenderen Polarlufteinbrüchen in südlicheren Regionen kommen.“

Eine mögliche Abschwächung des Jetstreams stellt eine völlig neu konstruierte Erklärung für das Wettergeschehen in Nordamerika dar, und dient damit wiederum als Argument für einen „menschengemachten Klimawandel“.
Apropos „Abschwächung“ – klingelt da vielleicht irgendetwas bei Ihnen? Der Golfstrom war es doch, der von Klimaalarmisten als Beweis eines „menschengemachten“ Klimawandels so lange medienwirksam zu Grabe getragen worden war, bis sich, durch sein nicht mehr zu leugnendes Überleben, diese Argumentation schließlich von selbst totgelaufen hatte. Nun ist es also ein „abgeschwächter“ Jetstream, der sich, bis auf weiteres, ganz hervorragend als Beweis für den „menschengemachten“ Klimawandel eignet.

Bisher galt allerdings die geographische Oberflächenstruktur Nordamerikas als wetterbestimmend, wie das bereits seit vielen Generationen im Erdkundeunterricht an unseren Schulen vermittelt worden war und offenbar auch weiterhin vermittelt wird. Denn auf aktuellen Lernplattformen findet man immer noch diesen herkömmlichen geographischen Bezug, Zitat von „lernhelfer.de“:

Im Unterschied zu Europa gibt es [in Nordamerika] keine den Kontinent querende Gebirge. Das hat zur Folge, dass zwischen Rocky Mountains und Appalachen ein ungehinderter Austausch kalter Polarluft und warmer tropischer Luft stattfinden kann, was in allen Jahreszeiten schroffe Witterungs- und Temperaturwechsel verursacht. Im Sommer führt weit nach Norden vordringende feuchtwarme tropische Luft vom Golf von Mexiko (Southers) häufig bis nach Kanada hinein zu großer Schwüle und heftigen Gewittern. Umgekehrt wird der Süden oft von aus subarktischen Breiten stammender Kaltluft heimgesucht, die der Landwirtschaft schwere Schäden zufügen kann. Arktische Kaltluftwellen, die Northers, mit heftigen, Blizzards genannten Schneestürmen gefährden im Winter nicht selten die Zitruspflanzungen in Florida und an der Golfküste. Oder sie legen den Straßenverkehr in Großstädten tagelang lahm.“

Offenbar besitzen konstruierte klimareligiöse Scheinargumente, die alarmistisch in den Medien breitgetreten werden, in unserem Lande eine deutlich höhere Autorität als selbständig erworbenes Schulwissen; denn solche klimamedialen Fehlleistungen erzeugen bei uns nicht etwa überwältigende Heiterkeitsausbrüche, sondern festigen im Gegenteil den Klimaaberglauben. Und im Zeichen einer solchen „menschengemachten“ Klimakatastrophe gilt inzwischen eigentlich fast jeder Sommer als „der heißeste“ und fast jeder Winter als „der kälteste“, und das geht nun schon seit vielen Jahren so:

Winter 2017/2018, Winter 2015/2016, Winter 2014/2015, Winter 2013/2014, Winter 2009/2010.

Das globale Wetter soll durch den „menschengemachten“ Klimawandel also immer extremer werden, wie man das ja inzwischen täglich den Nachrichten über Extremwetterereignisse in aller Welt entnehmen kann. Schaunmeralsomal ganz genau hin:

Nach Aussage der seriösen Klimaforschung hat der Mensch seit Beginn der Industrialisierung die globale Durchschnittstemperatur bereits um ein Grad Celsius erhöht, und eine weitere Erwärmung darf höchstens noch weitere eineinhalb Grad zusätzlich betragen, um den „amtlich zugelassenen“ Temperaturkorridor von 2,5°C nicht zu verlassen und einen Wärmetod unserer Erde zu verhindern. Die zugrunde liegenden Fakten lauten:

Die momentane globale Durchschnittstemperatur von 14,8°C liegt mit plus 1°C knapp unterhalb der Mitte eines vorgeblich zulässigen Temperaturkorridors zwischen 0 und plus 2,5 Grad Celsius, definiert zu einer sogenannten vorindustriellen Durchschnittstemperatur.

Klima ist per Definition das 30-jährige Mittel von Wetter.

Und: Uns liegen seit etwa 1850 umfangreiche Wetteraufzeichnungen vor.

Daraus folgt, dass wir aus der Vergangenheit ausreichend Daten zur Verfügung haben sollten, um die Entwicklung von Extremwetterereignissen durch einen „menschengemachten“ Klimawandel konkret und eindeutig in einem gleitenden 30-jährigen Klimafenster über einen Zeitraum von mehr als 150 Jahren zu verfolgen. Das IPCC stützt sich mit seinen Aussagen über Extremwetterereignisse nun allerdings nicht etwa auf diese vorliegenden Zeitreihen, sondern sagt lediglich für die Zukunft einen Anstieg von Extremwetterereignissen aus hochgerechneten Klimamodellen von klimagerecht betriebenen Supercomputern voraus, Zitat aus dem „Summary SPM for Policymakers“ unter Punkt B.1 auf Seite 7:

Climate models project robust differences in regional climate characteristics between present-day and global warming of 1.5°C, and between 1.5°C and 2°C. These differences include increases in: mean temperature in most land and ocean regions (high confidence), hot extremes in most inhabited regions (high confidence), heavy precipitation in several regions (medium confidence), and the probability of drought and precipitation deficits in some regions (medium confidence). {3.3}

Inhaltliche Übersetzung: Klimamodelle sagen robuste Unterschiede zwischen heute und einer Erwärmung von 1,5°C und 1,5°C-2°C voraus. Diese Differenzen schließen einen Anstieg der Durchschnittstemperaturen, Hitzeextreme, Starkregen und Trockenheit ein.

Das ist nun aber wirklich eigenartig, eine Häufung von Extremwetterereignissen durch einen „menschengemachten“ Klimawandel wird vom IPCC mittels „menschengemachter“ Klimamodelle erst für einen zusätzlichen Anstieg der Globaltemperaturen um weitere 1,5°C prognostiziert. Und die besagten 1,5°C bezeichnen exakt das Klimaziel von Paris, das zu einer globalen Dekarbonisierung der Welt bis zum Jahre 2100 herhalten muss. In Wirklichkeit fürchten wir uns also gar nicht vor dem Hitzetod unserer Erde, sondern vor dem, was hinten aus Computern herauskommt – und was anhand exakter Wetteraufzeichnungen über mehr als 150 Jahre wissenschaftlich gar nicht nachzuweisen ist.

Fazit: Ganz offensichtlich lässt sich eine Häufung von Extremwetterereignissen aus den bisher vorliegenden gemessenen Wetterdaten gar nicht herleiten und wird daher in eine hochspekulative Zukunft verlegt. Allein die Zunahme von Medienberichten über weltweite Extremwetterereignisse scheint damit unserer gegenwärtigen Klimarealität zu entsprechen.

Wann also merken die EEG-geschröpften Stromsteuerzahler endlich, dass von den Klimaalarmisten ständig und immer wieder dieselbe Extremwettersau in unterschiedlichen Verkleidungen durchs Mediendorf getrieben wird?
Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten, denn sie hängt im Wesentlichen von Intelligenz und Leidensfähigkeit der Betroffenen ab, aber es gibt noch Hoffnung, denn beides ist nicht unbegrenzt.

Und wann merken sogenannte „Klimaforscher“ endlich, dass Klima der Durchschnitt von 30 Jahren Wetter ist und, rückblickend gesehen, bereits mehr als 150 Jahre Wetterdaten für jedweden wissenschaftlichen Beweis von zunehmenden Extremwetterereignissen in den Archiven vorhanden sind?

Die Antwort auf diese Frage ist recht einfach: Gar nicht, die Frösche werden doch ihren Sumpf nicht trockenlegen, denn am Ende stehen hier Arbeitsplätze gegen Arbeitsplätze, also die subventionierten Arbeitsplätze in der Klimaindustrie gegen wertschöpfende  Arbeitsplätze in den Braunkohlerevieren. Und somit ist es menschlich durchaus verständlich, wenn vermehrt innovative Klimazusammenhänge medialisiert werden, damit die Arbeitsplätze in der Klimaindustrie auch weiterhin sicher bleiben. Allerdings stellt sich abschließend dann wiederum die Frage, wer denn diese subventionierten Arbeitsplätze später finanzieren soll, wenn alle wertschöpfenden Arbeitsplätze zwecks Klimarettung „endlich“ abgeschafft worden sind…

 

Ausser Sicht: Ozeanographie für Seereisende

 

 

Wie Veränderungen auf der Sonne unseren Regen beeinflussen

Pressemitteilung des Instituts für Hydrographie, Geoökologie und Klimawissenschaften (IFHGK) vom 10. Februar 2019:

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Wie Veränderungen auf der Sonne unseren Regen beeinflussen

Ein ausgewogenes Maß an Niederschlägen bildet die Grundlage vielfältiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Aktivitäten in Europa. Insbesondere Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung und Binnenschifffahrt sind hiervon direkt betroffen. Allerdings schwanken die Regenmengen stark von Jahr zu Jahr. Während es in einem Jahr wie aus Kübeln gießt, bleibt im anderen Jahr der Regen oft wochenlang aus. Die Bevölkerung ist an diese Variabilität gewohnt und weiß in der Regel damit umzugehen. Aber was steckt hinter den starken Veränderungen? Gibt es hier irgendeine Systematik oder handelt es sich um pures atmosphärisches Rauschen?

Die Zufallsentdeckung eines Agrarwissenschaftlers aus Münster deutet nun an, dass der Regen in Deutschland und anderen Teilen Europas in gewissen Monaten einem bislang verborgen gebliebenen Muster folgt. Im Rahmen der Agrarberatung durchforstete Ludger Laurenz die jahrzehntelangen Niederschlagsaufzeichnungen der Wetterstation Münster, wobei ihm besonders im Februar ein ständiges Auf und Ab im 11-Jahresrythmus auffiel. Nach eingehender Prüfung war klar, dass der Rhythmus eng mit der Aktivität der Sonne korrelierte, dem gut dokumentierten 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus.

Laurenz tat sich daraufhin mit zwei Kollegen zusammen, um zu überprüfen, inwieweit das beobachtete Muster aus Münster in anderen Teilen Deutschlands und Europas reproduzierbar ist und ob das Phänomen auch in anderen Monaten existiert. Horst-Joachim Lüdecke von der Hochschule HTW des Saarlandes besorgte sich daraufhin die gesammelten Niederschlagsdaten Europas seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Der emeritierte Physiker entwickelte einen Rechner-Algorithmus, mithilfe dessen die Ähnlichkeit der Veränderungen im Regen und der Sonnenaktivität bestimmt wurde. Alle 39 europäischen Länder und alle 12 Monate eines Jahres wurden über insgesamt 115 Jahre anhand mathematischer Korrelationen quantifiziert.

Um mögliche Verzögerungseffekte mit einzuschließen, wurden die Datenreihen von Regen und Sonnenflecken dabei auch systematisch auf Verschiebungen hin überprüft. Dazu wurden die Zeitreihen wie Kämme zeitlich gegeneinander schrittweise verschoben und die jeweilige Veränderung des Korrelationsmaßes notiert. Die auf diese Weise erhaltenen mehrdimensionalen Daten wurden vom Geowissenschaftler Sebastian Lüning auf systematische Trends hin ausgewertet und kartographisch visualisiert. Lüning ist mit dem schweizerischen Institut für Hydrographie, Geoökologie und Klimawissenschaften (IFHGK) assoziiert und hat sich auf die Erforschung solarer Klimaeffekte spezialisiert.

Die auskartierten Ergebnisse zeigen, dass die ursprünglich in Münster entdeckte Verknüpfung von Februar-Niederschlägen und der Sonnenaktivität für weite Teile Mitteleuropas und Nordeuropas Gültigkeit und dort sehr hohe statistische Signifikanz besitzt. In Richtung Südeuropa schwächt sich die Korrelation hingegen deutlich ab. Die statistische Untersuchung konnte zudem systematische Phasenverschiebungen über den Kontinent hinweg nachweisen. In Deutschland und Nachbarländern waren die Februar-Niederschläge jeweils besonders gering, wenn die Sonne vier Jahre zuvor sehr stark war. Die Verzögerung scheint über die langsame Tiefenzirkulation des Atlantiks zustande zu kommen, wie frühere Arbeiten andeuten. Auf Basis des statistisch-empirisch ermittelten Zusammenhangs lässt sich nun auch der besonders niederschlagsarme Februar 2018 in Deutschland erklären, der einer besonders hohen Intensitätsspitze der Sonnenaktivität Anfang 2014 folgte.

Ähnliche Zusammenhänge zwischen Regen und Sonnenaktivität ließen sich in abgeschwächter Weise auch in einigen anderen Monaten feststellen, insbesondere im April, Juni und Juli, was einen Großteil der Vegetationsperiode in Mitteleuropa ausmacht. Es entstand ein komplexes Bild des Zusammenspiels von Sonne und Regen in Europa, welches deutliche Trends über 1000 km hinweg erkennen ließ und von Monat zu Monat teils stark variierte. Die Studie erhärtet damit das Konzept einer solaren Beteiligung an der europäischen hydroklimatischen Entwicklung, was sich bereits aus einer ganzen Reihe von lokalen Fallstudien anderer Autoren angedeutet hatte. Der genaue Mechanismus, mit dem das Sonnensignal Einfluss auf die Niederschläge nimmt, ist jedoch noch weitgehend unklar und erfordert weitere Forschungsbemühungen.

Der nun erstmals flächenmäßig über Europa auskartierte solare Niederschlagseffekt eröffnet neue Möglichkeiten für eine verbesserte Mittelfrist-Vorhersage von Niederschlägen. Insbesondere die Landwirtschaft, aber auch die Abwehr von Extremwetterschäden im Zusammenhang mit Starkregen und Dürren könnten davon profitieren. Nächster Schritt bei der Verfeinerung der Vorhersagemethodik ist eine genauere Quantifizierung von Effekten durch atlantische Ozeanzyklen, die für das Regengeschehen speziell in Westeuropa ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

 

Originalpublikation:

Laurenz, L., H.-J. Lüdecke, S. Lüning (2019): Influence of solar activity on European rainfall. J. Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics, 185: 29-42, doi: 10.1016/j.jastp.2019.01.012

Das pdf kann bis Anfang März 2019 kostenlos unter der folgenden URL abgerufen werden: https://authors.elsevier.com/a/1YXWZ4sIlkiVhv

 

Klimawandel auf unseren Nachbarplaneten hilft Rolle des CO2 für das Erdklima besser zu verstehen

Die Erde hat sich in den letzten 100 Jahren erwärmt, kein Zweifel. Aber was war der Auslöser der Erwärmung? Ein alleiniges Werk des anthropogenen CO2, wie es der IPCC behauptet, oder eine Folge der Erhöhung der Sonnenaktivität, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine der stärksten Phasen der letzten 10.000 Jahre errreichte? Oder ein Wirkungsgefüge aus beidem?

Gehen wir einmal logisch an die Sache heran. Im Prinzip müsste man doch nur jeweils einen der Faktoren entfernen und dann überprüfen, ob und um wieviel sich die Temperatur verändert. Da sich die Sonne schlecht aus der Gleichung entfernen lässt, da sie während der gesamten Existenz der Erde immer da war und wirkte, müssen wir also Vergleichsfälle wählen, in denen wir das CO2 ausklammern. Es bieten sich dabei zwei Fälle an: Der Blick in die vorindustrielle Zeit der letzten 10.000 Jahre (vor 1850), als die CO2-Konzentration relativ stabil war, sowie die moderne Zeit auf Nachbarplaneten und ihren Monden, auf denen anthropogenes CO2 keine Rolle spielt. Den ersten Fall greifen wir hier im Blog regelmäßig auf und wundern uns, dass es einen sehr dynamischen vorindustriellen Klimawandel gibt, obwohl doch die Sonne laut IPCC-Modellen keine große klimabeeinflussende Wirkung besitzt. Den zweiten Fall griff Mark Perry am 23. Dezember 2018 in der österreichischen Kronenzeitung auf:

Fiebernde Planeten
Gewaltige Staubstürme toben auf dem Mars! Unvorstellbar für uns in ihrer Dimension und Gewalt. Und sie bedecken die Oberfläche mit einer Schicht hellen Staubs. Das aber führt dazu, dass die “Fieberkurve” des Roten Planeten kontinuierlich steigt, weil sich die Rückstrahlfähigkeit der Oberfläche ändert. Durch das sogenannte Albedo wird nämlich gesteuert, wie viel Sonnenenergie der Planet speichert und wie viel er ins All zurückschickt! Funkelnder Mars-Staub auf der Oberfläche reflektiert also das Licht der Sonne und ihre Hitze zurück in den Weltraum. Doch wenn der rötliche Staub durch Winde aufgewirbelt wird, wirft die Oberfläche eben weniger Energie in das Universum zurück.

Weiterlesen auf genios.de (gegen Gebühr).

Im Artikel werden mehrere Arbeiten zitiert, die eine planetenweite Erwärmung des Sonnensystems andeuten sollen. Das wäre spektakulär, denn dies würde ein starkes Argument für einen solar-bedingten Klimawandel auch auf der Erde liefern. Im Artikel werden zwar Forscher und Erwärmungswerte genannt, jedoch keine konkreten Quellen bzw. Veröffentlichungen. Aufgrund der besonderen Bedeutung des Themas, wollen wir die Aussagen im Krone-Artikel kurz vorstellen und dann mithilfe der Litertaur überpüfen. Wie belastbar sind die Aussagen?

Zunächst berichtet Mark Perry über eine Klimaerwärmung auf dem Mars. Dort soll laut Lori Fenton eine Erwärmung von 0,86°C während der letzten 100 Jahre eingetreten sein. Basis sollen Vergleiche mit Viking-Bildern der 1970er sein. Mehr Wärme, mehr Stürme, geringere Albedo, positiver Feedbackmechanismus. Zudem wurde ein Abschmelzen der südlichen Polkappe des Mars beobachtet. Ein vollständiges Abschmelzen gäbe einen “Ozean” von 11 Meter Tiefe auf dem Mars. Wo kommen die Zahlen her? Eine kurzes Googlen fördert ein Paper von Lori Fenton und Kollegen 2007 in Nature zutage (populärwissenschaftlicher Begleitartikel hier):

Global warming and climate forcing by recent albedo changes on Mars
For hundreds of years, scientists have tracked the changing appearance of Mars, first by hand drawings and later by photographs1,2. Because of this historical record, many classical albedo patterns have long been known to shift in appearance over time. Decadal variations of the martian surface albedo are generally attributed to removal and deposition of small amounts of relatively bright dust on the surface. Large swaths of the surface (up to 56 million km2) have been observed to darken or brighten by 10 per cent or more3,4,5. It is unknown, however, how these albedo changes affect wind circulation, dust transport and the feedback between these processes and the martian climate. Here we present predictions from a Mars general circulation model, indicating that the observed interannual albedo alterations strongly influence the martian environment. Results indicate enhanced wind stress in recently darkened areas and decreased wind stress in brightened areas, producing a positive feedback system in which the albedo changes strengthen the winds that generate the changes. The simulations also predict a net annual global warming of surface air temperatures by ∼0.65 K, enhancing dust lifting by increasing the likelihood of dust devil generation. The increase in global dust lifting by both wind stress and dust devils may affect the mechanisms that trigger large dust storm initiation, a poorly understood phenomenon, unique to Mars. In addition, predicted increases in summertime air temperatures at high southern latitudes would contribute to the rapid and steady scarp retreat that has been observed in the south polar residual ice for the past four Mars years6,7,8. Our results suggest that documented albedo changes affect recent climate change and large-scale weather patterns on Mars, and thus albedo variations are a necessary component of future atmospheric and climate studies.

Im Paper, das vor mehr als 10 Jahren erschien, wird eine Erwärmung von 0,65°C auf Basis eines Vergleiches von Albedo-Karten der 1970er und 1990er Jahre festgestellt. Allerdings wurde hieraus kein Langzeittrend geschlossen, wie Lori Fenton auf eine Anfrage von uns dankenswerterweise erläuterte. In den 1970er Jahren hatte es einige große Stürme auf dem Mars gegeben, die hellen Staub über der ganzen Oberfläche verteilte, was die Albedo erhöhte und den Mars damit kühlte. Als die Bilder in den 1990er Jahren gemacht wurden, war es windstiller mit weniger hellem Staub, so dass die dunkle Oberfläche des Mars hervorkam. Das führte zu einer geringeren Albedo, weniger rückgestrahlter Sonnenenergie und somit höheren Temperaturen auf dem Mars.

Im Kronenartikel wird auch der Triton erwärmt. Laut  James L. Elliott soll sich der Neptunmond seit 1989 um 2°C erwärmt haben, von -236 auf -234°C. Dies basiert offenbar auf Studien von 1998. Gerne würden wir Elliott fragen, wie denn der neueste Stand der Dinge ist. Allerdings verstarb der Forscher bereits 2011. Mittlerweile wurde ein Pluto-Krater nach ihm benannt. Auch auf dem Pluto hatte James L. Elliott 2002 eine Klimaerwärmung festgtestellt. Seit 1989 soll dort die Temperatur um 1°C angestiegen sein. Auch hier fehlen jedoch neuere Daten.

Einen Klimawandel auf der Venus beschrieb das Institute of Space and Astronautical Science (ISAS), Teil der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) am 24. Januar 2019. Dort haben sich in den letzten 30 Jahren die Winde verändert:

Peralta next looked beyond the Akatsuki data, comparing results from previous Venus missions stretching back to 1978. While it is challenging to compare results from instruments on different spacecraft and ground-based telescopes, Peralta’s results implied that the speeds of Venus’s winds have shifted over the last thirty years. Such a discovery is not only consistent with a solar driver but may be suggestive of the first detection of climate change on another planet.

“If solar tides drive the super-rotating winds, this may imply that the cloud albedo (how reflective the clouds are) may have changed over time and affected the impact of the solar radiation,” Peralta explains.

Such a result is good news for tidally locked worlds. If Venus’s super-rotating winds can be driven by the Sun, then maybe such rapid circulation could be common on slow rotating but potentially more temperate worlds around other stars. While the weather beneath a super-rotating atmosphere would be very different from that on Earth, it might allow the planet to retain its atmosphere and even the desired surface conditions for life. By comparing the two Earth-sized planets in our own Solar System, we may learn much more about what it takes to be a habitable world.

Es wäre schön, wenn es systematischere Daten zur Temperaturentwicklung der Planeten im Sonnensystem gäbe. Würde sich wirklich herausstellen, dass sich die Planeten und ihre Monde in den letzten 100 Jahren aufgeheizt haben, wäre dies ein wichtiger Hinweis auf eine bedeutende Beteiligung der Sonnenaktivität für das Erdklima.

 

Gletscher in den südamerikanischen Tropen haben deutlich weniger Masse verloren als bisher hochgerechnet

Pressemitteilung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg vom 15. Januar 2019:

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Mit Satelliten den Eisverlust von Gletschern messen:
Geographen der FAU untersuchen Gletscher Südamerikas so genau wie nie zuvor

Wer historische Fotos von Gletschern mit aktuellen Aufnahmen vergleicht, wird feststellen, dass mittlerweile häufig Fels zu sehen ist, wo einstmals Eis lag. Geographen interessieren sich jedoch nicht vorrangig für die Ausdehnung, sondern vielmehr für die Masse eines Gletschers. Forscher der FAU haben erstmals alle vergletscherten Gebiete Südamerikas so detailliert wie nie untersucht – von tropischen Gebieten Venezuelas bis in subpolare Regionen Feuerlands. Ihre zwei wichtigsten Erkenntnisse: Die größten Massenverluste gibt es im patagonischen Inlandeis und die Gletscher in den Tropen haben deutlich weniger Masse verloren als bisher hochgerechnet – was aber trotzdem keine gute Nachricht ist. Ihre Ergebnisse haben die Forscher jetzt im Fachmagazin Nature Climate Change veröffentlicht.*

Dass Gletscher vermessen werden, ist nichts Neues. Zwei Methoden kommen dabei besonders häufig zum Einsatz: Entweder nehmen Forscher einige Messungen direkt an einem Gletscher vor und rechnen die Ergebnisse auf ganze Regionen hoch. Das ist besonders in großen Gletschergebieten wie den großen Eisfeldern in Patagonien problematisch, da von dort kaum solche In-situ-Messreihen vorliegen. Die andere Möglichkeit sind sogenannte Schwerefeldmessungen mit Hilfe von Satelliten. Dafür machen sich Wissenschaftler die Tatsache zu Nutze, dass sich die Schwerkraft auf der Erde nicht nur je nach Ort, sondern auch im Zeitverlauf verändert. Sie wird unter anderem durch die unterschiedliche Zusammensetzung der Erdoberfläche, Gebirgsmassive, Bewegungen im Erdkern und Plattenverschiebungen beeinflusst – oder eben wenn Gletscher an Masse verlieren. Ein Nachteil dieser Methode: Sind nur kleine Gebiete von Gletschern bedeckt wie in den südamerikanischen Tropen, ist das Signal, das der Satellit empfängt schwach und die Messung wird sehr ungenau.

Ein Messverfahren für alle Gletscher

Die FAU-Geographen aus den Bereichen Fernerkundung und Geoinformation sowie physikalische Klimatologie um Prof. Dr. Matthias Braun und Dr. Tobias Sauter haben für ihre Vermessung der südamerikanischen Gletscher zwar ebenfalls auf Satellitendaten gesetzt, jedoch auf Höhenmessungen und nicht Schwerefeldanalysen. Seit 2010 kreisen zwei Radarsatelliten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) um die Erde. Ziel der TanDEM-X-Mission war ein dreidimensionales Abbild der Erde in einheitlicher Qualität und bislang unerreichter Genauigkeit – Höhenunterschiede im Gelände wurden auf einen Meter genau erfasst. Diese Daten aus dem Zeitraum 2011-2015 nutzten auch die FAU-Geographen und verglichen sie mit Messungen der Shuttle Radar Topography Mission aus dem Jahr 2000. Aus den Differenzen berechneten sie in einem komplexen Verfahren – unter anderem mussten sie verschiedene Korrekturen und Fehlerberechnungen durchführen – die Höhenveränderungen in den Gletscherregionen Südamerikas und daraus die Veränderungen der Gletschermassen. Das Besondere daran: Sie konnten mit einem einheitlichen Messverfahren alle vergletscherten Gebiete in der Region erfassen. Zudem lieferte die Methode sogar präzise Daten für einzelne Gletscher. Durch den Vergleich der Messungen aus den beiden Raumfahrtmissionen entstand so ein detailliertes Bild für ganz Südamerika. Erstmals war es den Forschern auch möglich, die großen patagonischen Inlandeisflächen getrennt von umliegenden, kleineren Gletschern zu analysieren.

Ganze Gletscher verschwunden

Die größte Abnahme, sowohl absolut als auch relativ im Vergleich zu den anderen südamerikanischen Gletschern, stellten sie bei den beiden Patagonischen Inlandeisfeldern fest – zwei Gebiete, die mit einer Fläche von rund 18.000 Quadratkilometern in etwa so groß sind wie Rheinland-Pfalz. Die Masse der Gletscher ist dort zwischen 2000 und 2011/15 um rund 17,4 Gigatonnen pro Jahr geschrumpft, das entspricht 19,3 Kubikkilometer pro Jahr. Selbst Gletschergebiete, die in den Tropen liegen, haben nicht einen derart hohen Anteil ihrer Masse verloren. Der Grund dafür könnte sein, dass die großen Auslassgletscher in Patagonien, die nach engen Tälern zum Beispiel ins Meer oder in Seen fließen, eine dynamische Anpassung unterlaufen: Sie haben sich von einer stabilen Position zurückgezogen und müssen erst wieder eine neue stabile Front ausbilden. Diese Prozesse sind für Gezeitengletscher, die im Meer enden, bekannt und  zunächst unabhängig von klimatischen Einflüssen, auch wenn diese Auslöser gewesen sein können. Dieses Phänomen spielt bei großen Gletschern, wie sie in Patagonien vorkommen, sogar eine bedeutendere Rolle als Einflüsse durch Temperaturänderungen. Was die Wissenschaftler bereits bei vorhergehenden Untersuchungen festgestellt hatten: Ganze Gletscher sind in Patagonien verschwunden – ein Ergebnis, das zwar für andere Gebiete in Bolivien bereits bekannt war, nicht jedoch in Patagonien.

Rückgang in Tropen geringer

Die zweite wichtige Erkenntnis: Die Massenänderungen der Gletscher in den tropischen Regionen Südamerikas, in Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien, sind deutlich geringer als bisher gedacht. So kamen bislang Hochrechnungen zu dem Ergebnis, dass die rund 2900 Gletscher dort eine Massenänderung von rund 6 Gigatonnen pro Jahr zeigen. Die FAU-Geographen haben jedoch herausgefunden, dass es nur 0,55 Gigatonnen pro Jahr sind, also nur rund 10 Prozent der bisherigen Schätzungen. Dieses Ergebnis ist deshalb wichtig, da in den tropischen und subtropischen Regionen die Gletscher relevant für die Wasserversorgung in der Trockenzeit sind: Wenn kein Regen fällt und die Temperaturen am höchsten sind, wird aus dem Schmelzwasser der Gletscher Trinkwasser gewonnen, werden damit Pflanzen bewässert und Kraftwerke angetrieben. Gerade für diese Regionen ist es daher wichtig zu wissen, wie stark sich die Gletscher ändern – und dafür sind quantitative Aussagen zu den Volumina und Massen von Bedeutung, nicht nur zu den Flächenänderungen. In einigen Gebieten wie den zentralen Anden von Chile und Argentinien oder der Cordillera Real in Bolivien gehen Experten sogar davon aus, dass die maximale Wassermenge durch Abschmelzen bereits überschritten ist. Das ist ein Hinweis darauf, dass Gletscher unaufhaltsam auf dem Rückzug sind und in absehbarer Zeit ganz verschwunden sein werden. Diese Gebiete werden also in Zukunft in der Trockenzeit mit weniger Wasser rechnen müssen.

Im Rahmen der Studie wurden jedoch auch einige Gebiete erstmals systematisch untersucht, die kaum Änderungen zeigten wie zum Beispiel die Anden im nördlichen Chile und Argentinien sowie im südlichen Bolivien auf der geographischen Breite der Atacama-Wüste.

Die Erlanger Forscher hoffen nun, dass ihre Studie Eingang in den nächsten Bericht des Weltklimarats findet – schließlich trägt ein Teil des abgeschmolzenen Gletschereises zum Anstieg der Meeresspiegel bei, vor allem die riesigen Eisflächen in Patagonien sind dafür relevant. Doch auch für andere Übersichtsanalysen werden Gletscher als ein Indikator für Klimaänderungen herangezogen. Die FAU-Geographen möchten nun ihre Analysen weiter ausdehnen auf andere Regionen und vor allem zeitlich fortschreiben. Derzeit läuft eine Aktualisierung des globalen Geländemodells der TanDEM-X-Mission – die Forscher hoffen, von diesen Daten in Zukunft profitieren zu können. Zudem setzen sie auf weitere geplante nationale Missionen wie die Tandem-L-Satelliten, die unter anderem solche Messungen mit höherer zeitlicher Wiederholungsrate ermöglichen würden.

*Paper: https://doi.org/10.1038/s41558-018-0375-7

 

Jörg Kachelmann kritisiert faktenfreie Wetterberichterstattung

Greenpeace hat sich im Laufe der Zeit zu einem Unternehmen entwickelt, das pro Jahr eine dreistellige Millionensumme umsetzt. Ein kürzlicher Bericht einer Gruppe um Willie Soon sowie den ehemaligen Greenpeace Mitbegründer Patrick Moore hat nun ein Portrait von Greenpeace zusammengestellt, das das “Geschäftsmodell” der Organisation durchleuchtet, welches auf dem Faktor “Angst” basiert. In einer Übersicht auf heartland.org beschreiben die Autoren die Strategie wie folgt:

Greenpeace is a very successful business. Their business model can be summarized as follows:

1) Invent an “environmental problem” which sounds somewhat plausible. Provide anecdotal evidence to support your claims, with emotionally powerful imagery.

2) Invent a “simple solution” for the problem which sounds somewhat plausible and emotionally appealing, but is physically unlikely to ever be implemented.

3) Pick an “enemy” and blame them for obstructing the implementation of the “solution”. Imply that anybody who disagrees with you is probably working for this enemy.

4) Dismiss any alternative “solutions” to your problem as “completely inadequate”.

Das pdf des Berichts können Sie hier herunterladen. Deutsche Zusammenfassung auf EIKE hier. Einen dazugehörigen Beitrag von Andy May gibt es hier. Passend dazu kam Ende Dezember 2018 ans Licht, dass Greenpeace seine ausgemusterten Schiffe in Bangaldesch am Strand auseinanderschweißen lässt, eine Praxis, die die Organisation jahrenlang aufs heftigste bekämpft hat. Ein schönes Beispiel dafür, wie hier wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen wird.

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Weltwoche am 23. Januar 2019:

Wir basteln uns eine Klima-Ikone

Am WEF wird das 16-jährige Poster-Girl des Klimaschutzes, Greta Thunberg, umschwärmt. Ihre schwedische Kollegin Izabella Nilsson Jarvandi, 15, findet kaum Gehör. Warum wohl?

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass die sechzehnjährige Schwedin Greta Thunberg eine der prominentesten Klimaschutzaktivistinnen unserer Zeit ist. Sie hat rasch weltweit Bekanntheit erlangt und ist inzwischen so etwas wie eine Expertin auf diesem Gebiet. Kein Wunder, dass sie am diesjährigen Weltwirtschaftsforum teilnimmt – aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes fährt sie aus Skandinavien mit der Bahn nach Davos. Thunberg hat es auch geschafft, ihre Eltern dazu zu bringen, künftig auf Flugreisen zu verzichten, wie sie kürzlich in der Talkshow «Skavlan» erzählte, die in Schweden und Norwegen ausgestrahlt wird. Kaum jemand weiss, dass sie ihre Bekanntheit einer PR-Kampagne verdankt. Gleichzeitig kämpfen andere Teenager, wie etwa die fünfzehnjährige Izabella Nilsson Jarvandi, gegen die Globalisierung und den Uno-Migrationspakt. Doch in den Mainstream-Medien finden nur politisch korrekte Stimmen Gehör.

Weiterlesen in der Weltwoche.

Am selben Tag erschien in der Weltwoche ein lesenswerter Beitrag von Jörg Kachelmann:

Essay der Woche: Jörg Kachelmann
Nachrichten aus dem Paralleluniversum

Bei manchen Dingen weiss man nicht, wann sie begonnen haben. Aber irgendwann hat es angefangen, das mit der faktenfreien Wetterberichterstattung.

Ältere Menschen erinnern sich noch, wie es war, als das Wetter sich noch einigermassen normal verhielt. Es hat im Winter geschneit, manchmal und ausnahmsweise noch in den Frühling hinein. Der Sommer zeigte sich mal nass, zuweilen trocken, mal kühl und zwischendurch auch heiss. Es schien uns nicht ungewöhnlich, wir kleideten uns entsprechend und wurden durch das Auftreten der Jahreszeiten nicht weiter überrascht. Es gab Kalender, und wir ahnten, was es bedeutete, wenn wir uns im Januar befanden.

Disentis als «Geisterstadt»

Heute sind diese früheren Selbstverständlichkeiten («Was das Grosi noch wusste») verlorengegangen. Herrschen völlig jahreszeitengemässe 5 Grad unter null am Morgen, erschreckt einen ein grosser Aufmacher im Online-Teil der früher ehrwürdigen Frankfurter Allgemeinen Zeitungmit dem Titel «Deutschland muss frieren». Die kürzlich in den Wintersportgebieten sehr willkommenen Schneefälle erfuhren ein Upgrade zur Schneekatastrophe, ein Schweizer Gratisblatt machte Disentis, das wegen Lawinengefahr für sehr kurze Zeit von aussen nicht mehr erreichbar war, zur «Geisterstadt», und wer regelmässig Radio hört, wird von sturzbetroffenen jungen Menschen an milden Wintertagen vernehmen, dass es draussen «frostige [plus] 10 Grad» kalt sei.

Vor allem Online-, immer häufiger auch Printmedien kreieren so ein Paralleluniversum, das wir jeden Tag bewundern dürfen. Zuletzt, als den staunenden Deutschen am vergangenen Wochenende beschieden wurde, sie würden vor einer vier Wochen dauernden Periode «sibirischen Winters» stehen. Das war von Anfang an frei erfundener Blödsinn, nur für den Klick, für den Augenblick.

Die moderne Medienwelt, in welcher das Anklicken einer Geschichte zum Mass aller Dinge und zur Basis der Bezahlung durch Werbekunden geworden ist, hat bei den meisten Journalisten jegliche Hemmungen fallen lassen, was den Umgang mit der Wahrheit angeht. Es gibt keinen Tag, an dem nicht im Zusammenhang mit Wetter und Klima völliger Humbug zu lesen ist. Die Spannweite reicht von grotesken Übertreibungen über falsche Einordnungen eines Ereignisses bis zu – wie bei den «sibirischen Wochen» – freien Erfindungen von Nachrichten. Diese werden häufig mit alliterationsaffinen Attributen garniert, die mit der Gründung des medialen Paralleluniversums einhergehen: «Russenpeitsche», «Kältekeule», «Schneeschelle».

Weiterlesen in der Weltwoche für Abonnenten. Den Text gibt es auch bei EIKE.

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 01/19: Klimatische Überraschungen

7. Februar 2019

Sehr geehrte Damen und Herrn,

die Sonnenaktivität war auch im Dezember 2018 sehr unternormal. Die Sonnenfleckenzahl betrug lediglich 3,1 - deutlich unter dem Mittelwert aller bisherigen Sonnenzyklen. An 24 Tagen war die Sonne fleckenfrei. Wir befinden uns mitten im Minimum des Sonnenzyklus.

Klimaüberraschungen

Im Januar 2019 erschien in Science eine lesenswerte Arbeit von Geoffrey Gebbie  und Peter Huybers mit dem Titel “The Little Ice Age and the 20th-century deep Pacific cooling”. Das Ergebnis : der Pazifik hat sich in der Tiefe abgekühlt von 1870 bis heute, der Atlantik nicht. Die Zirkulation der Tiefsee bringt es mit sich, dass die pazifischen Tiefen noch heute von der mittelalterlichen Warmperiode (MWP, etwa 950 bis 1250) und dem Übergang zur kleinen Eiszeit (ca.  1500-1800) beeinflusst werden. Das erwärmte Wasser von vor 1000 Jahren braucht so lange, bis es im Pazifik in Tiefen um 3000 m ankommt! Das impliziert zweierlei: Die MWP war ein globale Erwärmung von vergleichbarer Größe der heutigen Erwärmung, wie wir es auch im Projekt MWP  und in mehreren Veröffentlichungen (hier, hier, hier) nachweisen. Die IPCC-Modelle können diese Erwärmung nicht abbilden, sie versagen in der Rückschau.

Warum ist diese Veröffentlichung so wichtig? Im Jahre 1750 war das Klima eben noch nicht im Gleichgewicht, wie es die Modelle voraussetzen. Weil die Modelle die Erwärmung seit 1750 auf anthropogene Anteile zurückführen, vernachlässsigen sie,dass noch Restwärme aus der MWP in den Tiefenwässern des Pazifik vorhanden war. Das Wachstum im Gesamtwärmeinhalt der Ozeane  bis heute ist also kleiner, als die Modelle annehmen. Anders ausgedrückt: Die Empfindlichkeit des Klimas gegenüber CO2 ist deutlich kleiner als bisher angenommen. Der IPCC-Bericht müsste also grundlegend überarbeitet werden.

Es spricht also viel dafür, dass die Temperaturerhöhung bei Verdoppelung von CO2  nicht 1,85 °C (IPCC) sondern eher allenfalls 1,3 °C beträgt. Eine Überschreitung der 1,5°/2 °C- Ziele in diesem Jahrhundert ist nicht zu befürchten. Wir hätten also wesentlich mehr Zeit – bis zum Ende des Jahrhunderts-, um auf eine CO2- arme Energieversorgung umzustellen. Diese Erkenntnis hätte umwälzende Auswirkungen auf die Politik, wenn diese sich nicht allein auf Berater wie Prof. Schellnhuber stützen würde, der uns ja eine Erwärmung von 6-8°C prophezeit.

 

Bundesregierung gibt die gesicherte Energieversorgung Deutschlands auf

Die Bundesregierung hat die Ergebnisse der Kohlekommission begrüsst und wird diese umsetzen. Danach werden bis zum Jahre 2022  Kohlekraftwerke mit 12700 MW stillgelegt, bis 2038 insgesamt 52100 Megawatt (einschl.Kernkraftwerke). Die heutige Höchstlast beträgt etwa 75 000 Megawatt. Die Kosten werden auf 80 Milliarden geschätzt. Eine selbst von der Kommision eingeräumte Strompreiserhöhung von 1,5 € ct/kwh wird den Industriestrompreis für die Aluminium-, Stahl-, Metall- und chemische Industrie um 40 % erhöhen. Das hat Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit dieser Industrien.

Die Bundesregierung will diese Preiserhöhung aus dem Bundeshaushalt kompensieren. Ob die EU-Komission das mitmacht, steht in den Sternen.
Der Wirtschaftsminister Altmaier erklärte zum Kohleausstieg “Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet.” Er weiss es besser und sollte uns nicht anlügen. Schon Mitte Januar konnte in Deutschland die Stromversorgung nur dadurch gesichert werden, dass Grossverbraucher wie die Aluminiumindustrie mit 1025 MW für drei Stunden vom Netz genommen wurden. Bereits in 2018 musste die Aluminiumindustrie 78 Abschaltungen erdulden (siehe meinen Vortrag vor der Stiftung Marktwirtschaft  vom 8.2. 2019). Die Bundesnetzagentur befürchtet ab 2022 “erhöhte Wahrscheinlichkeit von Lastabschaltungen, erhöhtes Risiko von Großstörungen”.

Wie will die Kommission den Wegfall von gesicherter Leistung ausgleichen? “Um die Nachfrage jederzeit zu decken …, muss  die Flexibilisierung der Nachfrage vorangetrieben werden” (S. 21 des Berichts) Das bestätigt unsere Vermutung, dass  der Lastabwurf zum neuen energiepolitischen Credo erhoben wird, also die Abschaltung von Industriebetrieben und Regionen, so wie wir es aus Schwellenländern kennen.

Das nächste Mittel zum Ausgleich ist “der Einsatz von Erneuerbaren Energien, Speichern und Power-to gas” ( S.8 des Berichts). Damit wir wissen, worüber wir reden : um eine 10 -tägige Windflaute durch Batteriespeicher zu überbrücken, brauchen wir etwa 16 Terawattstunden Strom. Dies erfordert bei Speicherkosten von 100 €/kwh (die heute noch nicht erreicht werden) 1600 Milliarden an Investitionen. Um die Schwankung eines Jahres auszugleichen 4000 Milliarden € Investitionen – alle 8-10 Jahre.Der Strom wäre dann dreimal so teuer wie heute. Zu Power-to-Gas reichen zwei Zahlen: heutige Gestehungskosten etwa 50 €ct/kwh. Börsenpreis heute 4-4,5 €ct/kwh.

 

Gesicherte Leistung durch Windkraft ?

Ernst machen will man mit dem Zubau durch Windkraftanlagen : Es ” müssen für Windenergieanlagen und Freiflächen-PV Flächen in relevanter Göße ausgewiesen, akzeptiert und genehmigt werden” (S. 21 des Berichts). Bei Verdoppelung der Windkraftankagenzahl steht durchschnittlich alle 2,7 km eine Windkraftanlage. Naturschutz? Bürgerbetroffenheit? Muss akzeptiert werden. Dabei sollte zumindest die Bundesregierung wissen, dass heutzutage schon nahezu die Hälfte der erzeugten Windenergie ins Auslands verschoben wird. Wir zahlen 27 Milliarden EEG-Kosten pro Jahr und fast die Hälfte (S.6 der Präsentation) der ach so stolzen 18 % Windstrom aus 2018 gehen über die Grenze aus Netzstabilitätsgründen.

Aber wir retten das Klima. Wirklich?  Für 80 Milliarden Steuergelder werden die heutigen Emissionen von 256 Mio t aus dem Stromsektor auf etwa 100 Mio t reduziert, denn ohne teurere Gaskraftwerke (mit der Hälfte der CO2-Emission wie Steinkohlekraftwerke), das sieht selbst die Kommission, geht es ganz und gar nicht. Das sind also etwa 500 €/t CO2. Der heutige CO2-Preis liegt bei 20 €/t. Es geht also nicht um Wirtschaftlichkeit, Wettbewerbsfähigkeit, es geht um den spektakulären Vorgang des Aussteigens, Abschaltens, Stillegens.

Aber wir  wollen ja ein Vorbild sein. Für wen? Bis 2030 bauen China mit 280 000 MW und Indien mit 174 000 MW die zehnfache Kohlekapazität auf. Woher ich die Zahlen habe? Das sind die offiziellen Notifizierungen zum Pariser Klimaschutzabkommen durch China und Indien. Wir sparen 150 Mio Tonnen ein und China wird bis 2030 10 Milliarden Tonnen zusätzlich ausstossen.In 62 Ländern der Erde werden in den nächsten Jahren 1600 Kohlekraftwerke gebaut. Viele davon mit chinesischer Hilfe.

Aber die Bürger scheinen das alles gut zu finden. 59% sprechen sich für eine baldigen Ausstieg aus der Kohle aus. Die Grünen liegen in den Umfragen bei 20% und die neunmalkluge Greta Thunberg wird von den deutschen Medien gefeiert. Was die Bürger wahrscheinlich nicht wissen, ist, dass zwei Drittel der Kohlekraftwerke durch Kraft-Wärme-Kopplung für Haus-und Industriewärme sorgen. Dann müssen wir uns wohl warm anziehen.

Herzlichst
Ihr
Fritz Vahrenholt

 

Spiegel räumt ein: Klimawandel-Artikel von Claas Relotius in wesentlichen Punkten gefälscht

Der Fall Claas Relotius schlug Ende 2018 hohe Wellen. Immer wieder hatte sich der hochgepriesene Redakteur Fakten selber ausgedacht. Da wundert es nicht, dass Relotius auch an Themen wie dem Klimawandel mitgeschrieben hat. Spiegel.de am 30. November 2018:

London, Paris und Polen sind untergegangen
Der Meeresspiegel steigt unaufhaltsam, für den Weltklimarat hat die Sintflut bereits begonnen. Welche Orte lohnt es zu schützen, welche nicht? Und was genau heißt das für die Menschen? Die Szenarien.  (Hören Sie hier die Geschichte 58:47 Minuten)
Von Uwe Buse, Hauke Goos, Laura Höflinger, Alexander Jung, Timofey Neshitov, Marc Pitzke, Claas Relotius, Alexander Smoltczyk

Ein Anreißer der von Klimaalarm nur so trieft. Ulli Kulke hat den Artikel am 27. Januar 2019 auf Achgut.com analysiert:

Klima: Mit Relotius unter dem Meeresspiegel

[...] In der langen Titelgeschichte des Spiegel am 1. Dezember 2018 konnte man über diese drei Orte auf dem Atoll Kiritimati, das zu Kiribati gehört, dies hier lesen:

„Und jetzt standen London, Paris, Polen zur Hälfte unter Wasser. Wellen erhoben sich auf der einen Strandseite und fielen, so wenig Land war übrig, auf der anderen wieder ins Meer. Die Seedeiche, die Wellenbrecher aus Mangroven und die Schutzmauern aus Beton hatten nicht gehalten, die Bewohner hatten ihre Häuser aufgegeben und ihre Heimat dem Ozean überlassen: London, Paris und Polen sind untergegangen“.

Dramaturgisch hingeführt auf diese Untergangsszene hatte Relotius noch mit einer anrührenden Anekdote:

„Vor ein paar Wochen stieg Ioane Teitiota, Bewohner der Inselrepublik Kiribati, eines der entlegensten Staaten der Erde, in ein Fischerboot und fuhr gemeinsam mit sechs anderen Männern zum Verwandtenbesuch nach London, Paris und Polen. Die Überfahrt dauerte acht Tage. Als sie ankamen, waren London, Paris und Polen so gut wie menschenleer.“

Auf jenen Teitiota werden wir hier noch zurückkommen. Doch zunächst mal sind wir ja doch vom Hocker gerissen von dieser Symbolkraft. Auch noch die europäischen Namen Paris, London, Polen, ein Menetekel dafür, was mit den beiden Millionen-Metropolen und dem gesamten ostmitteleuropäischen Land, mit uns allen dereinst geschehen wird, wenn die Menschheit nicht innehält. Deshalb die ständige Wiederholung: London, Paris, Polen. Als hätte der Herrgott selbst die Wellen über genau diese Ortschaften geführt, nur um Relotius zu leiten und die Spiegelleser in den fernen, für all dies verantwortlichen Ländern wachzurütteln.

Leider war nichts davon wahr, alles erstunken und erlogen. Der Spiegel-Reporter selbst war es, der da Herrgott gespielt hatte.

Ganzen Beitrag auf achgut.com lesen.

Spiegel.de räumt die Fehler mittlerweile ein und stellt dem Artikel den folgenden Disclaimer voran:

Dieser Text des ehemaligen SPIEGEL-Redakteurs Claas Relotius hat sich nach einer Überprüfung in wesentlichen Punkten als gefälscht herausgestellt. Darüber hinaus steht die gesamte Berichterstattung von Relotius im Verdacht weitgehender Fälschungen und Manipulationen (mehr zu den Hintergründen lesen Sie hier). Der SPIEGEL arbeitet den Fall Relotius derzeit auf; Verlag und Redaktion haben eine Kommission aus internen und externen Fachleuten eingesetzt: Sie soll die Vorgänge untersuchen und Vorschläge zur Verbesserung der Sicherungssysteme im Haus machen (mehr dazu hier). Bis die Kommission ihren Bericht vorlegt, bleiben die Artikel von Relotius unverändert im Archiv, auch um transparente Nachforschungen zu ermöglichen.

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Im Rahmen der 12. Internationalen Klima- und Energiekonferenz in München am 23. und 24.11.2018 hielt der Klimaforscher Henrik Svensmark einen sehenswerten Vortrag mit dem Titel “Der Einfluss kosmischer Strahlung auf das Klima“. Hier das Vortragsvideo (mit Dank an EIKE):

 

Weitere Hintergrundinformationen (übernommen von EIKE):

Professor Svensmark ist einer der führenden Physiker auf dem Gebiet der Klimaforschung im Zusammenhang mit kosmischer Strahlung. Diese Strahlung stammt nicht von der Erdsonne, sondern von weit entfernten Sternen, die als Supernova endeten und ihre Produkte, meist extrem schnell fliegende Eisenatome, in den Kosmos schleuderten. Diese auf die Erdatmosphäre treffenden Teilchen würden vom Sonnenwind in ihrer Zahl deutlich vermindert. Steige die Sonnenaktivität, sinke somit der Einfluß der kosmischen Strahlung auf die oberen Luftschichten/ Troposphäre. Als Anzeiger diene hiefür das radioaktive Kohlenstoffisotop C14, welches nach dem Aufprall von kosmischen Teilchen auf irdische Luftmoleküle in einer Kaskade entstehe. Komme das C14 nach einiger Zeit am Boden an, würde es zum Teil in Lebewesen eingebaut und könne heute in Fossilien nachgewiesen werden. Andere Kaskadenprodukte wie Aluminium Al26 oder Beryllium Be10 fänden sich im Eispanzer der Erdpole, da diese Teilchen aerosolisierten und als Kondensationskeim für Schneeflocken oder Wolkentröpfchen dienten. Tatsächlich korreliere die Wolkenbildung zwischen 1985 und 2005 eindeutig mit dem kosmischen Strahlungseintrag.

 

Guter Klimarealismus braucht Förderer: Unterstützer für das Kalte-Sonne-Blog gesucht

UPDATE 9.2.2019:
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Im Gegensatz zu anderen Blogs wie etwa dem aktivistischen Klimareporter° werden unsere Autoren auch in Zukunft ehrenamtlich für Sie tätig sein. Allerdings gibt es andere Kosten, wie etwa den Webseitensupport, mobilen Internetzugang, Bildrechte oder Fachliteratur, für die wir bei Ihnen um Unterstützung werben wollen. Falls Sie unsere Arbeit fördern möchten, freuen wir uns über Ihre Spende – egal ob klein oder groß.

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FAZ: Klimaschutz als Religion

Lesenswerter Kommentar von Holger Steltzner in der FAZ am 1. Februar 2019:

Klimaschutz als Religion

Die Bundesregierung erhebt das Klima weit über andere wichtige Politikfelder wie Soziales oder Wirtschaft. Darf man hoffen, dass die Union doch noch zur Besinnung kommt?

Will das Land der Erfinder von Otto- und Dieselmotoren diese wirklich abschaffen? Oder besinnen sich deutsche Politiker noch und stoppen die Zerstörung der wirtschaftlichen Herzkammer Deutschlands? Immerhin hat München nachgemessen und festgestellt, dass die Luft sauberer als befürchtet und vom Landesumweltamt gemessen sei. Das Bundesumweltamt hat übrigens mitgeteilt, dass die Feinstaubgrenzwerte in keinem deutschen Ballungszentrum mehr überschritten werden. Mal sehen, welchem Medium das heute eine Meldung wert war. Hoffentlich messen viele andere Städte ebenfalls nach, um Fahrverbote zu vermeiden. Hilft es dem Weltklima, wenn hiesige Dieselautos in Osteuropa fahren oder deutsche Kohlekraftwerke in Schwellenländern betrieben werden?

Weiterlesen in der FAZ

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Zwecks pflichtschuldigem täglichen Klima-Alarm, griffen die TV-Nachrichten-Redakteure von SRF am 14. Dezember 2018 wieder einmal zum alten Trick, eine Sanddünen-Insel, die sowieso wegen natürlicher Erosions und Verlagerung-Vorgänge nur bedingt für eine dauerhafte Besiedlung taugt, zum Klimawandel-Opfer zu stigmatisieren. Siehe hier in den Spätabend-Nachrichten “10 vor 10″ im 5. Beitrag der Sendung:

Verschwindet Tangier unter dem Meerspiegel?
Während die UNO-Konferenz in Polen immer noch um konkrete Schritte gegen den Klima-Wandel ringt, bezweifeln viele Bewohner und Bewohnerinnen der kleinen US-Insel Tangier einen Zusammenhang zwischen der Klima-Erwärmung und dem Anstieg des Meeresspiegels.

Interessant im Beitrag ist, dass die Einwohner der Insel Tangier/Virginia durchaus wissen und auch zum Ausdruck bringen, dass die natürliche Erosion das Hauptproblem für die Insel darstellt und nicht der Meeresspiegel-Anstieg durch den Klimawandel. Deshalb werden die Leute als naive Trump-Jünger dargestellt, die nicht wirklich verstehen, was Sache ist.

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Welt.de bot am 20. Dezember 2018 dem Klimaalarm eine fragwürdige Bühne:

Klimawandel verständlich erklärt: Studenten im Selbstverlag
Eine populärwissenschaftliche Erklärung des Klimawandels entwickelt sich zum Verkaufserfolg. Autoren sind die Studenten David Nelles und Christian Serrer, die das 130 Seiten starke Büchlein «Kleine Gase, große Wirkung: Der Klimawandel» im Selbstverlag veröffentlicht haben. Wenige Wochen nach dem Verkaufsstart sind nach Serrers Angaben bereits 35 000 Exemplare verkauft. Das Buch fällt in mehrfacher Hinsicht aus dem Rahmen. Nelles und Serrer – beide erst 22 – sind keine Naturwissenschaftler, sie studieren im fünften Semester Wirtschaftswissenschaften an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen am Bodensee.

Klimawandel-Bestseller von jungen Autoren, ohne naturwissenschaftlichen Hintergrund. Ein Wunder, dass die beiden noch nicht auf der Schwarzen Liste des Umweltbundesamtes gelandet sind, die ansonsten genauestens überwacht, wer sich in Deutschland zum Klimawandel öffentlich äußern darf. Weshalb wurde das Werk in diesem Fall “durchgewunken”?

Damit das Buch Hand und Fuß hat, wandten sie sich an die Fachwelt. «Dabei wurden wir von über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern – vom Doktoranden bis zum Institutsleiter – unterstützt», sagt Serrer. «Diese gaben uns bei der Erstellung des Buches wertvolle Tipps, standen uns bei Fragen zur Seite und haben unsere Texte gegengelesen.» Darunter war etwa Hans Joachim Schellnhuber, inzwischen emeritierter Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Finanziell unterstützt wurde das Projekt unter anderem vom Rückversicherer Munich Re, dessen konzerneigene Klimaforschungsabteilung international anerkannt ist. Ein prominenter Werbeträger ist ZDF-Moderator Claus Kleber.

Da waren sie wieder alle zusammen: PIK, Munich Re und Staatsmedien. Ein eng verwobenes Geflecht, bei dem sich politische und wirtschaftliche Interessen munter konfliktieren. Weshalb bietet Die Welt einer solchen Aktion eine öffentliche Bühne, ohne kritisch nachzuhaken?

 

Ist das noch Journalismus oder kann das wech?

Von Uli Weber

Am 04. Februar 2019 um 20:15 Uhr lief auf ARD-alpha die Reportage „Wie Energiekonzerne den Klimawandel vertuschen“, Zitat aus der Ankündigung:

Mit Donald Trump hat eine neue, alte Sicht auf den Klimawandel im Weißen Haus Einzug gehalten. Gute Zeiten für Ölfirmen wie Exxon, Shell und Chevron, die seit 60 Jahren im Geheimen wissenschaftliche Studien und Kampagnen finanzieren, die den Klimawandel bis heute kleinreden. Neue Unterlagen beweisen: Diese Firmen wussten seit 1957, dass das Verbrennen fossiler Brennstoffe das Klima verändert – eigene, streng geheim gehaltene Forschungen hatten das ergeben. Diese Forschungen dauerten 25 Jahre an – bis sie 1982 abrupt beendet wurden.“
Anmerkung: Der betreffende Link zur Reportage ist absichtlich erst am Ende eingefügt.

Für den durchschnittlich informierten Bürger stellt sich hier ein Verschwörungsszenario dar, nach dem die „bösen“ Ölkonzerne seit mehr als einem halben Jahrhundert einen ihnen bekannten „menschengemachten“ Klimawandel verschleiern, weil sie ihn angeblich mit der Förderung von Öl und Gas selber herbeigeführt haben sollen. Der in dieser Reportage geschilderte Ablauf hatte aber einen ganz anderen klimawissenschaftlichen Hintergrund, als man dem empörten Bürger hier offenbar weiszumachen versucht. Fangen wir ganz einfach mal mit den oben in der Ankündigung angegebenen Zeitlichkeiten an:

Also die Ölfirmen wussten seit 1957 von einem Klimawandel und ihre diesbezüglichen Forschungen dauerten 25 Jahre an, „bis sie 1982 abrupt beendet wurden“. Dazu aus einem Artikel der Süddeutsche Zeitung vom 10.4.1975 (Sekundärzitat), der von Welt.de am 10.12.2009 später in dem Artikel „Als uns vor 30 Jahren eine neue Eiszeit drohte“ zitiert worden war:

Das Ende der Welt beginnt mit einem Sommer, der keiner mehr ist. Es bleibt kalt. Der Schnee vom letzten Winter bleibt liegen. Für Nigel Calder, ehemals Herausgeber des angesehenen britischen New Scientist, ist diese „Götterdämmerung“ im Mythos nordischer Völker realistisches Szenarium für unsere Zukunft, den Beginn der nächsten Eiszeit. Droht eine neue Eiszeit? Calder hält dies für wahrscheinlich und veröffentlichte jüngst zum Beleg ein Buch mit aktuellen Forschungsergebnissen.“

Der Klimawandel, von dem die Ölindustrie wusste, war also damals auch der breiten Öffentlichkeit wohlbekannt; es handelte sich nämlich um eine „neue Eiszeit“. Und damit hatten die an dem Ölfeld Prudhoe Bay beteiligten Ölkonzerne tatsächlich ein echtes Problem, Zitat aus Wikipedia:

Die kommerzielle Ölförderung in Prudhoe Bay begann in den 1960er Jahren. Wegen der Lage an der Nordküste Alaskas war die Erschließung eine besondere Herausforderung. Die technische Erschließung des gesamten Ölfelds wurde bereits 1968 durch die Atlantic Richfield Company vorgenommen, der Transport des Öls war aber noch nicht gesichert. Im Sommer 1969 fuhr der zu einem Eisbrecher umgebaute Tanker Manhattan als erster Tanker durch die Nordwestpassage. Dies war jedoch keine praktikable Transportform. Deshalb wurde die Öl-Förderung erst 1977 aufgenommen, als die Trans-Alaska-Pipeline durch die Alyeska Pipeline Service Company fertiggestellt worden war.“

Im Dezember 1985 erschien schließlich eine öffentliche „WARNUNG VOR EINER DROHENDEN KLIMAKATASTROPHE“ von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Zitat daraus:.

Es besteht der begründete Verdacht, daß bei weiterer Anreicherung der Luft an diesen Spurengasen schon innerhalb der nächsten 50 bis 100 Jahre

die mittlere Temperatur auf der Erde um mehrere Grad ansteigen wird,

die äquatornahen Trockengebiete sich ausweiten und nach Norden,

in Europa bis in den Mittelmeerraum hin verschieben werden,

innerhalb weniger 100 Jahre die Meeresspiegel um 5 bis 10 Meter ansteigen werden.“

Dieser Text stellt den zwischenzeitlich vollzogenen Paradigmenwechsel in der politischen Klimawissenschaft dar. Das Klimaszenario der Deutschen Physikalischen Gesellschaft enthält bereits den gesamte Schreckenskatalog, wie er uns noch heute, also nach mehr als 30 Jahren und Milliarden von Forschungsgeldern, in gleicher Weise von Klimaalarmisten und Klimawissenschaftlern vorgebetet wird. Offenbar ist mit den zwischenzeitlich eingesetzten Forschungsmitteln lediglich eine  Visualisierung dieser uralten Schreckensszenarien erfolgt.

Die Ölgesellschaften hatten als Wirtschaftsunternehmen tatsächlich keinerlei Veranlassung mehr, noch weiter Klimaforschung zu betreiben, als Ende der 1970-er / Anfang der 1980-er Jahre die „Eiszeitthese“ durch eine „Heißzeitthese“ ersetzt worden war. Das in der Ankündigung von ARD-alpha angegebene Jahr 1982 passt also genau in den Kontext dieses klimawissenschaftlichen Paradigmenwechsels, die Argumentation in der „Reportage“ dagegen überhaupt nicht…

Einige weitere Auffälligkeiten aus dieser Reportage nachfolgend in Stichworten:

„Pollution“ bedeutet „Umweltverschmutzung“ und nicht „Klimawandel“.

Klage gegen EXXON: EXXON hätte die Aktionäre nicht über mögliche Minderung des Aktienwertes durch die Klimaerwärmung informiert. Na klar, konnten sie auch nicht, weil sie damals eine neue Eiszeit erwartet hatten…

Bauer aus Peru: Was nützt ein höherer Damm gegen den Klimawandel? Eigentlich werden doch bessere (und sichere) Ableitungen für das zusätzliche Schmelzwasser benötigt.

Klage New York gegen EXXON: Diese Klage wurde zwischenzeitlich niedergeschlagen.

Und jetzt noch ein Schmankerl zum Schluss: Schauen Sie sich die Episode ab Minute 11:53 einmal vor dem Hintergrund einer befürchteten Eiszeit ganz bewusst an. Alle Äußerungen von Robert Beha (?) passen zwanglos und vollständig in ein solches Szenario. Denn die vor dem Hintergrund „Eiszeit“ getroffenen technischen Maßnahmen reichten nach der plötzlich aufgetauchten Theorie von einer „menschengemachten“ Klimaerwärmung für diese wärmere Zukunft völlig aus. Die neue „Heißzeit“ hatte also alle weiteren Untersuchungen der Ölindustrie einfach überflüssig gemacht… Eine solche journalistische Meisterleistung lässt den informierten Betrachter sprachlos zurück…

Und hier der Link zur ARD-alpha-Reportage https://www.br.de/mediathek/video/reportage-wie-energiekonzerne-den-klimawandel-vertuschen-av:5c198d9c3fffbe0018618905

 

Schäbig: Klimaaktivisten instrumentalisieren den Tod des kleinen Julen für ihre Zwecke

Wunderground  – ansonsten dogmatische Vertreter des Global Warming – haben am 18. Januar 2019 in ihrem Blog einen hochinteressanten – und in der Laienöffentlichkeit vielbeachteten Post über den Einfluss der Sonne auf das Klima veröffentlicht:

Church of Sol: The Solar Cycle’s Potential Impact on Weather and Climate

[...] Scientists have spent centuries trying to tease out connections between the solar cycle and earthly weather. Any such links aren’t at all obvious, and with good reason. For one thing, the sun’s total energy varies by only 0.1% from solar peak to solar minimum.

“I was a complete skeptic regarding any tangible impacts of the solar cycle, from when I started here in 2000 through about 2008 or 2009,” said Todd Crawford (@tcrawf_nh), who leads The Weather Company’s seasonal prediction activities. Eventually, Crawford found himself intrigued by the fact that ultraviolet radiation varies a great deal more across the solar cycle—by as much as 10%—and that some of this UV radiation is absorbed by ozone, thus heating up the equatorial stratosphere.

At that point, said Crawford, “Things became a little more interesting to me. Then I dug into the observations, and that’s when I became a true believer in the ‘Church of Sol’.” [...]

Ganzen Artikel auf wunderground.com lesen.

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Jürgen Langenbach 26. Januar 2019 in ‘Die Presse‘ mit einem bemerkenswerten Artikel zur globalen Abkühlung der letzten drei Jahre:

Wo bleibt die Wärme?

Die CO2-Werte sind gestiegen, die Temperaturen nicht: 2018 war global kühler als 2017 und 2016. Die Lösung des Rätsels könnte in den Meeren liegen.

Das Jahr 2018 war – global – das viertwärmste der Messgeschichte. Das heißt auch, dass es nicht das wärmste war, es war etwas kühler als 2017 (0,09 Grad Celsius) und noch etwas kühler als 2016 (0,19), so bilanzierte vorläufig die zuständige World Meteorological Organisation (WMO). Auch zuvor ging es bei der Erwärmung nicht ständig hinauf, seit 1998 war sie auf hohem Niveau, stieg aber kaum. Das hatte sie zuvor getan; seit Ende der 1970er-Jahre, es hatte dazu geführt, dass die WMO und die Uno-Umweltbehörde Unep 1985 bzw. 1987 bei Tagungen in Villach Alarm geschlagen hatten: „Es herrscht nun allgemeine Übereinstimmung darüber, dass es bei Fortsetzung des gegenwärtigen Trends der Treibhausgasemissionen eine globale Erwärmung geben könnte, die größer als jede in der Geschichte der Menschheit ist.“

Weiterlesen auf diepresse.com (für Abonnenten, oder kostenlos als Schnupperabo)

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Emilio Rappoldam 26. Januar 2019 auf welt.de mit einer schäbigen Instrumentalisierung des Tods des kleinen Julen, der in Spanien in einen Brunnenschacht stürzte:

Der 107 Meter tiefe Brunnenschacht, in den das Kind am 13. Januar bei einem Familienausflug stürzte, wurde nach Behördenangaben auf der Suche nach Wasser ohne Genehmigung gegraben. In Spanien ist das keine Seltenheit. Im Gegenteil: Nach Schätzungen der Umweltorganisation Greenpeace gibt es im ganzen Land über eine Million solcher illegaler Löcher. Die Zeitung „El Mundo“ schrieb, in Wirklichkeit seien es viel mehr. Und „diejenigen Bohrungen, die nicht zum Erfolg führen, werden mehr schlecht als recht zugedeckt“. Seit Jahren regnet es in Spanien aufgrund des Klimawandels zu wenig. Flüsse trocknen aus, vor allem im Süden und im Landesinneren gibt es immer mehr steinwüstenähnliche Landschaften.

Es ist wirklich widerlich, dass Aktivisten einen solchen Fall für ihre Zwecke schamlos ausschlachten. Im Licht des klimahistorischen Kontext entpuppen sich die Behauptungen schnell als haltlos. Siehe den Beitrag “Rästelhafte Dürregeschichte Spaniens während der vergangenen 300 Jahre“.

 

The Neglected Sun