News und Termine

Al Gore will Klimaskeptiker bestrafen lassen

Al Gore will Klimaskeptiker am liebsten bestrafen lassen, wie EcoWatch.com am 16. März 2015 meldete:

Al Gore [...]: We Need to ‘Punish Climate-Change Deniers’ and ‘Put a Price on Carbon’
For the third time in the last few years, Al Gore, founder and chairman of the Climate Reality Project, spoke at the festival on Friday. Naturally, his interactive discussion focused on addressing the climate crisis. The former vice president focused on the need to “punish climate-change deniers, saying politicians should pay a price for rejecting ‘accepted science,’” said the Chicago Tribune.

Accepted science? Anstatt sich der fachlichen Diskussion zu stellen, erklären die Anhänger der Klimakatastrophentheorie die Debatte einfach für beendet. In unserer Reihe “Um Antwort wird gebeten” sehen wir eine ganze Reihe von Beispielen für diese Taktik. Immer wenn es brenzlig wird, bleibt man einfach stumm. Oder man bestraft einfach denjenigen, der unbequeme Fragen stellt, auch eine effektive Methode, die in vielen Diktaturen der Welt lange erfolgreich durchgeführt wurde.

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Dazu passend ein Beitrag aus der Washington Times vom 15. März 2015. Wenn jemand eine wissenschaftliche Debatte einfach für beendet erklärt, dann ist es höchste Zeit skeptisch zu sein:

The myth of ‘settled science’
When the left shuts down debate, it’s time for skepticism

National Geographic’s latest cover story has generated lots of attention because it sneers at those close-minded Americans — mostly conservatives, of course — who do not accept scientific “facts.” Only 40 percent of Americans (according to Pew Research Center) “accept that human activity is the dominant cause of global warming,” and the magazine finds it “dispiriting” that so many “reasonable people doubt science.”

National Geographic compares global warming doubters to those disbelieve NASA’s moon landing and those who think water fluoridation is an evil plot. How could so many dismiss “established science?” Well, here’s one reason: The public has come to distrust government warnings and the scientific experts; they are often wrong.

Ironically, National Geographic’s sermon on settled science could have hardly come at a more inopportune time. In recent months, leading scientists have reversed themselves and have admitted their expert findings and advice were wrong on eating fat. After decades of telling us not to do so, we now learn that fat can be good for your diet and for weight loss. What we all thought to be true based on the expert testimonies, turned out to be precisely the opposite of the truth. Oops.

Weiterlesen in der Washington Times.

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Am 16. März 2015 erschien auf Sciencefiles.org Kritik an der Energiewende: (weiterlesen …)

Wendepunkt in der Klimadebatte? Klimamodelle nähern sich den Realitäten an

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Zu vielen Gelegenheiten machten wir an dieser Stelle auf die Diskrepanzen zwischen der beobachteten Welt und deren Wiederspiegelung in den neuesten Klimamodellen des IPCC (CMIP5) aufmerksam (vgl. hier und hier). Die Modellwerte liefen einfach viel zu deutlich von den Beobachtungen davon, das macht auch diese Darstellung von Roy Spencer deutlich:

Abb.1: Die Abweichung der Modellwerte zu den Satellitenbeobachtungen bis 2013, Quelle: Roy Spencer.

 

Jetzt nahmen sich ein Experte für Modellierung, Thomas Mauritsen und einer für Wolken und Aerosole,  Björn Stevens vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg der Sache an. In einer brandaktuellen Arbeit in Nature Geoscience (im Folgenden MS15) “Der fehlende Iris-Effekt als ein möglicher Grund für den unterdrückten Wasserzyklus und die hohe Klimasensivität in Modellen“ nahmen sie die Ist-Situation auf (die einigermaßen schlecht verständliche Pressemitteilung dazu kann man hier lesen):

1) Die Modelle reagieren offensichtlich zu empfindlich auf den Treibhausgasantrieb, die neueren Arbeiten zu den Beobachtungen ermitteln deutlich geringere Werte für diesen Antrieb. Die Klimasensivität (ECS) für einen sehr langen dauernden Zeitraum bis zum eingeschwungenen Zustand nach einer Treibhausgaserhöhung wird von Modellen im Mittel mit 3,3 Grad Celsius Erwärmung ausgegeben, die Beobachtungen weisen auf einen Wert um 2 Grad Celsius.

2) Der globale Wasserkreislauf wird in den Modellen nicht richtig berücksichtigt (zu gering).

Darüber hinaus ergibt sich ein weiteres Phänomen: Die obere Troposphäre in den Tropen sollte sich aufgrund jeder Erwärmung nach den Modellen viel mehr aufheizen als das auf dem Boden festzustellen ist. Das wird jedoch nicht in dem Maß beobachtet – wir berichteten darüber im Beitrag “Houston, wir haben ein Problem: Wir können den Hotspot nicht finden“. Die Autoren suchten nach einer gemeinsamen Erklärung für die Diskrepanzen, indem sie einen in Modellen bisher nicht berücksichtigten kühlend wirkenden Effekt im Geschehen suchten, und wurden fündig. Sie griffen einen älteren Ansatz von Richard Lindzen und seinen Kollegen aus dem Jahre 2001 auf: Die Erde hat eine „Iris“, eine Gegenkopplung, die dafür sorgt, dass bei mehr Erwärmung auch mehr Wärme abgegeben wird als bei kühleren Temperaturen. Dieser Mechanismus, so Lindzen, wirkt in den Tropen/Subtropen. In der aktuellen Arbeit wird das so illustriert:

 

Abb.2: Bei höheren Temperaturen entstehen mehr Gewitter über dem Meer und das Gebiet ohne hohe Wolken („Dry and clear“) dehnt sich mehr aus, die Wärme kann besser abgestrahlt werden („Strong OLR“) als bei geringeren Temperaturen, bei denen die Iris kleiner ist. Quelle: Bild 1 aus MS15.

 

Diese  „Selbstregulierung“ der Temperaturen der Erde nach Lindzen wurde natürlich  vom „Mainstream“ der Klimawissenschaft zurückgewiesen. So schrieben Chambers et al. im Journal of Climate 2002: (weiterlesen …)

Um Antwort wird gebeten: Weshalb zeigt “Planet Schule” immer noch die von der Fachwelt verworfene PIK-Golfstrom-Hypothese?

An: Redaktion von Planet Schule
Von: Dr. habil. Sebastian Lüning

Gesendet: 18.4.2015
Antwort: Bislang unbeantwortet

 

Sehr geehrte Redaktion von Planet Schule,

Sie senden am 24.4.2015 im SWR-Fernsehen einen Film über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Golfstrom. Es handelt sich offenbar um einen 3-minütigen Clip aus dem Jahr 2011.
http://www.planet-schule.de/sf/php/sendungen.php?sendung=9683

Die Animation zur Wirkungsweise des Golfstroms ist sehr gelungen und illustriert die Funktionsweise dieser wichtigen Meeresströmung ausgezeichnet. Allerdings hat sich die wissenschaftliche Diskussion seit 2011 maßgeblich weiterentwickelt. Insbesondere können die allermeisten Fachinstitute die vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) behauptete Abschwächung des Golfstroms nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, der Golfstrom scheint heute so stabil wie eh und je.
http://www.kaltesonne.de/neue-golfstrom-publkation-des-pik-fallt-in-der-fachwelt-glatt-durch/

Ich finde es daher nicht mehr angemessen, dass Sie deutschen Schülern immer noch die heute veraltete Theorie als wahrscheinlichstes Modell vorstellen. Gerade im Bereich Schule sollte wissenschaftlich besonders sauber gearbeitet werden, was bei diesem Film leider nicht der Fall ist. Weshalb beschränken Sie sich nicht zum Beispiel auf die Darstellung des Golfstroms unter Verwendung der schönen Animationssequenzen und betonen die positiven Auswirkungen für die europäische Seite des Atlantiks?

Mich würde abschließend noch interessieren, mit welchen wissenschaftlichen Beratern Sie bei dieser Produktion zusammen gearbeitet haben. Vielen Dank für Ihre Antwort im voraus, die wir gerne mit unseren Lesern auf www.kaltesonne.de teilen würden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. habil. Sebastian Lüning

 

Gute Nachrichten aus der Landwirtschaft: Neue Zuchtbohnen können Klimaerwärmung gut meistern

Klimaalarmistisch unterwanderte Behörden haben nun einen effektiven Weg gefunden, ihre Ideologie mit Gewalt durchzusetzen. In den USA hat jetzt die Federal Emergency Management Agency (FEMA) allen Abweichlern von der Klimaalarm-Linie gedroht, die Katastrophenmittel zu streichen. Nur US-Bundesstaaten, die ein klimaalarmistisches Glaubensbekenntnis abgegeben haben, kommen in den Genuss der Zahlungen. Man könnte fast meinen, das wäre Erpressung. philly.com und WUWT haben die Einzelheiten.

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Wer zahlt, beeinflusst das Ergebnis von Studien? Dann gibt es hier eine faustdicke Überraschung: Michael Mann hat Forschungsgelder der Kohleindustrie angenommen! Und es scheint in Ordnung gewesen zu sein, jedenfalls hat sich niemand beschwert.

Was in der Wissenschaft – vor allem im kürzlichen Fall Willie Soon – ein Riesenproblem darstellen soll, ist in der Politik Tagesgeschäft. Die Welt brachte am 31. März 2015 eine Übersicht, der Lobbyisten mit den tiefsten Taschen:

Parteispenden – Wer von wem wie viel Geld bekommt
Im Wahljahr 2013 haben Unternehmen und Verbände 24,2 Millionen Euro an die bis dahin im Bundestag vertretenen Parteien gespendet. Die mussten nun alle Spenden von mehr als 10.000 Euro offenlegen. Unser Diagramm zeigt: Welches Unternehmen aus welcher Branche hat welcher Partei wie viel Geld gespendet?
[...] Die wichtigsten Spender kommen aus jenen Branchen, die der Staat stark reguliert. Die er in schnellem Takt mit neuen Gesetzen und Verordnungen konfrontiert. Die viel zu gewinnen haben – und viel zu verlieren, wenn sie nicht gut lobbyieren. 1,7 Millionen Euro zahlte die Finanzindustrie, eine Branche, die die deutsche Politik beäugt wie keine zweite. Vor allem Versicherer setzen auf Parteispenden. Alle großen Namen finden sich unter den Gönnern, von der Allianz über die Münchener Rück bis zu Ergo und den R+V Versicherungen.

Ganzen Artikel auf welt.de lesen.

Das bringt uns zum wichtigen Punkt, dass Politiker und Wissenschaftler wohl Spenden annehmen können, egal aus welcher Richtung, solange sie ihre Unabhängigkeit behalten. In der Wissenschaft ist es zudem deutlich einfacher. Die Studienergebnisse werden von der jeweiligen Fachzeitschrift einer unabhängigen Begutachtung unterzogen, so dass Trickserei verhindert wird. Es sollte daher viel mehr diskutiert werden, ob es in der Forschung qualitative Mängel gibt, anstatt Verschwörungstheorien zur angeblichen Wissenschaftsfälschung durch Spender in die Welt zu setzen.

Scott Armstrong plädierte am 24. März 2015 in der Washington Times in dieselbe Richtung:

Missing the mark on climate change skepticism
It’s not about the money, it’s about the science

During the past few weeks, a series of articles in the press have implied that Willie Soon, a well-known global-warming skeptic, had violated ethical standards by failing to disclose information about research funding.

Attacks on the integrity of global-warming skeptics are nothing new. As a co-author of two papers with Mr. Soon, I’ve been subjected to them myself. This time, however, the attacks have reached a feverish pitch. In addition, the government has gotten involved. Democratic Rep. Raul Grijalva of Arizona has requested information from seven universities about funding for research by global warming skeptics, while Democratic Sens. Barbara Boxer of California, Ed Markey of Massachusetts and Sheldon Whitehouse of Rhode Island asked for similar information from 100 corporations. With respect to our papers, the press repeated innuendos that Mr. Soon received funds from Southern Co. He did not, which is a matter of public record. Other than salaries from our employers, Mr. Soon, co-author Kesten Green and I received no money for our two papers at issue. Interestingly, it is our impression that our employers believe in the “dangerous man-made global warming hypothesis.”

Fortunately, science provides a procedure for resolving concerns about possible bias: replication. This eliminates the need to speculate because it requires full disclosure of data and procedures. It allows researchers to assess, for example, whether unexplained revisions in the data might consistently favor one hypothesis, as has been shown, for example, in research supporting forecasts of global warming. Replication can also reveal whether researchers have properly disclosed their data. For example, in preparing my testimony for Mrs. Boxer’s 2008 U.S. Senate hearings on polar bear populations, I requested data from government-funded research that led to a dire forecast. My request was refused. Replications may also yield evidence of improper scientific procedures, such as “advocacy”, whereby researchers seek evidence to confirm a favored hypothesis. Researchers using advocacy nearly always confirm their hypothesis.

Weiterlesen in der Washington Times.

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Gute Nachrichten aus der Gemüsewirtschaft: Die Bohnen sind sicher. Auch im Zeitalter des Klimawandels. Die Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR) berichtete am 25. März 2015 in einer Pressemitteilung über erstaunliche Zuchterfolge:

Discovery of beans that can beat the heat could save “meat of the poor” from global warming

As a result of a major breakthrough, beans – once feared to be a casualty of climate change – are now set to withstand extreme temperatures, protecting a staple food of the poor in developing countries. Amidst fears that global warming could zap a vital source of protein that has sustained humans for centuries, CGIAR bean breeders announced today the discovery of 30 new types, or lines as plant breeders refer to them, of “heat-beater” beans that could keep production from crashing in large swaths of bean-dependent Latin America and Africa. (weiterlesen …)

Der Klimaprophet

Gerd Ganteför ist Professor für Clusterphysik an der Universität Konstanz und Autor des lesenswerten Buches “Klima – Der Weltuntergang findet nicht statt“. Ganteför teilt die Meinung des IPCC, dass das CO2 ein starkes Treibhausgas ist. Trotzdem ist er ein entschiedener Gegner des Klimaalarmismus und weist auf die Vielzahl gesellschaftlicher Probleme hin, die alle unsere Aufmerksamkeit verlangen. Eine alleinige Fokussierung auf die CO2-Frage wird der Komplexität unserer Welt nicht gerecht.

Die Klimalounge-Truppe um Stefan Rahmstorf kann Ganteför verständlicherweise nicht leiden. Dort war man über Ganteförs Buch sichtlich empört, beschimpfte es als “Machwerk” und machte sich über mögliche Reputationsschäden des Physikers Sorgen.

Ganteför ließ sich nicht beirren. In einem kürzlichen Satirebeitrag in seinem Blog faszinationphysik.ch ließ er es mal wieder so richtig krachen:

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Der Klimaprophet

Von Gerd Ganteför

Schon morgens beim Frühstück wird man nicht in Ruhe gelassen. Aber ich hätte den Fernseher ja auch nicht einschalten müssen. Im Morgenmagazin wurde ein asketisch aussehender älterer Herr mit strenger Miene interviewt. Ein Klimaforscher. Die junge Dame, die ihn interviewen sollte, machte den Eindruck einer schlecht vorbereiteten Studentin. Sie verhaspelte sich und in einer Prüfung bei dem Herrn wäre sie wohl durchgefallen. Aber sie machte tapfer weiter. Der Klimaforscher wandte sich unvermittelt an uns und ich vergaß zu kauen. Wenn wir nicht sofort unsere Lebensgewohnheiten drastisch änderten und auf unseren Komfort verzichteten, würde die Welt untergehen. Unser maßloser Konsum produziere zu viel Kohlendioxid und das bewirke die Erderwärmung. Ich blickte schuldbewusst auf das Brötchen. Wie viel Kohlendioxid war wohl für seine Herstellung freigesetzt worden? Ich beschloss, morgens nur noch Müsli zu essen.

Nun tadelte der Klimaforscher unseren hohen Energieverbrauch für das Heizen und das Autofahren. Da hatte er Recht, aber was sollte ich tun? Ohne Heizung ist es kalt und ohne Auto komme ich nicht zur Arbeit. Die Moderatorin wagte es, den Propheten zu unterbrechen. Sie wies darauf hin, dass es in den letzten 15 Jahren gar nicht mehr wärmer geworden sei und ob nicht die Möglichkeit bestünde, dass die Klimamodelle fehlerhaft seien. Nach der Miene des Propheten zu schließen war ihr mit dieser Frage ein Langzeitaufenthalt in der Hölle der Klimaforscher sicher. Der Prophet knurrte, dass es das Klima auf die Dauer nicht wagen würde, von seinen Vorhersagen abzuweichen. Es würde bald auf den rechten Weg zurückfinden und dann würde es sehr warm werden. Jetzt konzentrierte er sich wieder auf mich, so schien es mir jedenfalls. Es ginge uns viel zu gut, donnerte er, und wir müssten vom Luxusleben abschwören. Klimaschädliches wie Autos, Fernseher und Plastiktüten müsse vernichtet werden. (weiterlesen …)

Klimaprophetin Naomi Klein: Fürchtet Euch sehr, nur noch fünf Jahre bis zum Weltuntergang!

Das NET-Journal brachte in seiner Ausgabe März/April 2015 eine Rezension unseres Buches “Die kalte Sonne”. NET steht dabei für “Neue Energie-Technologien”. Das Journal existiert bereits seit 1996 und wird von Adolf und Inge Schneider herausgegeben. In der Zeitschrift geht es um innovative Lösungen des weltweiten Energieproblems, um die Vorstellung konkreter Geräte und Erfindungen auf diesem Gebiet. Die Rezension beginnt wie folgt:

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Besprechung dieses Buches mit dem provozierenden Untertitel “Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet” ist eigentlich ein Nonsens, nicht etwa, weil das Buch nicht der Rezension würdig wäre, sondern weil es vergriffen ist und laut Auskunft des Verlags Hoffmann und Campel nicht wieder aufgelegt werden soll. Laut Auskunft des Verlags sind die Rechte an die Autoren zurück gegangen. Trotzdem oder gerade deshalb wurde die Redaktorin neugierig durch einen Hinweis von Prof. Dr. Carl Otto Weiss vom Europäischen Institut für Klima und Energie EIKE auf dieses Buch (siehe Rubrik “Leserbriefe”), weshalb sie es direkt bei Prof. Dr. Fritz Vahrenholt bestellte. Man kann darüber spekulieren, weshalb das Buch nicht neu aufgelegt werden soll, aber Ulli Kulke von “Die Welt” schreibt zum Buch: “Endlich ein Beitrag zur Versachlichung der Klimadebatte.”

Weiterlesen im NET-Journal (nur für Abonnenten).

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Auf der Webseite des Europäischen Parlaments erschien am 31. März 2015 ein Artikel mit einer sehr guten Frage in der Überschrift:

COP21: Wer soll den Kampf gegen den Klimawandel bezahlen?
Wie können Maßnahmen, um das Klima zu erhalten, finanziert werden? Nationale Parlamentarier und EU-Abgeordnete diskutierten darüber am Montag (30.3.) während einer Anhörung zu den Herausforderungen bis zur Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015. Die österreichische Vorsitzende des Umweltausschusses im Nationalrat Christiane Brunner sagte, dass die Arbeit nun beginne. Es sei Aufgabe der nationalen Abgeordneten, den Regierungen die richtige Position mit nach Paris zu geben. [...] Der deutsche S&D-Abgeordnete Jo Leinen sagte, dass das Geld das große Problem sei. “Wer ist bereit Milliarden von Euros bereitzustellen, die wir in Paris präsentieren müssen”, sagte Leinen.

Grandiose Feststellung. Einige Tage zuvor war der saarländische Europaabgeordnete Jo Leinen (SPD) vom Europaparlament für seinen langjährigen Einsatz im Umwelt- und Klimaschutz als Abgeordneter mit “hervorragenden Leistungen” in seinem Fachgebiet ausgezeichnet worden.

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Echo-Online.de hatte am 31. März 2015 gute Nachrichten aus dem Odenwald:

Rehe haben kein Problem mit dem Klimawandel

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Der fünftgrößte CO2-Verursacher der Erde – Russland – will gerne seine CO2-Emissionen reduzieren – aber nur wenn in der Rechnung auch die riesigen Waldflächen des Landes als CO2-Senken eingerechnet werden. Ein cleverer Schachzug.

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Der Weltuntergang steht wieder einmal bevor. Klimapredigerin Naomi Klein sieht ihn kommen und jettet um den Globus, um das nahende Ende zu promoten: Die Welt geht unter und Ihr hab alle Schuld! Der Kapitalismus muss weg! Der SRF fand am 1. April 2015 den richtigen Titel für die Untergangsprophetin:

Nur noch fünf Jahre bis zur Katastrophe
Naomi Klein, der Pop-Star der Globalisierungskritik, stellt die Systemfrage: In ihrem neuen Buch «Die Entscheidung. Kapitalismus vs. Klima» beschreibt sie den Klima-Krieg zwischen einem ökonomischen System, das auf Wachstum basiert und unserem bedrohten Weltklima. [...] (weiterlesen …)

Schopenhauer: Erkenntnisgewinn wird vor allem durch Vorurteile behindert

The discovery of truth is prevented more effectively, not by the false appearance things present and which mislead into error, not directly by weakness of the reasoning powers, but by preconceived opinion, by prejudice.

Arthur Schopenhauer

 

Klimawandel im Immobilienhandel

Der Klimawandel hat jetzt auch das Immobiliengeschäft erreicht. Während man früher vor allem geschaut hat, ob das Objekt an einer ruhigen Straße liegt, einen Garten mit Südwestlage besitzt, das Dach noch trägt oder der Keller trocken ist, kommt jetzt offenbar noch eine Klimawandel-Checkliste hinzu. Wird die Veranda noch nutzbar sein, wenn es 2050 0,3°C wärmer sein sollte? Halten die Wasserleitungen stand, falls sich die Winter weiter abkühlen sollten? Zum Glück hat die Immobilienbranche nun ein neues Tool bekommen, wie das Deal Magazin am 30. März 205 meldete:

Neues Onlinetool zur Kalkulation von Risiken des Klimawandels in acht europäischen Ländern
Die RICS hat eine neue Studie sowie ein Onlinetool veröffentlicht, um Immobilienexperten über die Risiken des Klimawandels aufzuklären und Planungen zur Eindämmung seiner negativen Auswirkungen zu ermöglichen.
Die neue RICS-Studie „The Climatic Risk Toolkit: The impact of climate change in the Non-Domestic Real Estate sector of eight European countries” setzt sich zum Ziel, Branchenteilnehmern praktische Werkzeuge an die Hand zu geben, die helfen sollen, die Risiken des Klimawandels für Gewerbeimmobilien vorauszusehen und Strategien zur Klimaschonung und zum Werterhalt zu entwickeln.

Weiterlesen im Deal Magazin.

RICS steht für ‘Royal Institution of Chartered Surveyors’, die britische Vereinigung der amtlichen Landvermesser. Die Meldung basiert auf einer Pressemitteilung der RICS. Nach einer Anmeldung kann man sich auch einen Bericht zum Onlinetool als pdf herunterladen. Die Pressemitteilung liest sich fast wie die Verlautbarung einer Klimaaktivistengruppe. Und in der Tat wird auf Forderungen der European Climate Foundation (ECF) verwiesen, einer bestens finanzierten grünen Lobbyorganisation.

Im Report wird in der Einleitung auf den Seiten 8 und 9 behauptet, das Wetter hätte sich bereits aus dem Bereich der natürlichen Variabilität entfernt, Extremwetter wäre häufiger geworden. Alles Quatsch. Es werden Europakarten mit Hitzetoten gezeigt, aber keine mit Kältetoten. Fotos mit Überflutungsschäden sollen die Gefahr des Klimawandels zeigen, dabei ist die wichtigste Lehre, dass man Häuser einfach nicht in die (zugegebenermaßen idyllischen) Flussniederungen baut. Vernünftige Häuserdämmung in kalten Gebieten – eine gute Idee, um Energie zu sparen. Warum muss man hier mit dem Klimawandel drohen? Auf S. 43 geht es um den städtischen Wärmeinseleffekt.

Warum das Toolkit “Online” heißt ist unklar. Nach Registrierung kann man eine Excel-Datei herunterladen, das die Klimaprognosen für die Immobilienbranche durchrechnet. Das große Problem des Toolkit ist, dass es unwahrscheinliche, extreme IPCC-Visionen als Basis verwendet. Es werden Szenarien für 2050 aufgestellt, die höchst fragwürdig sind. Insofern sind die Berechnungen in der Praxis leider nicht zu gebrauchen. Schade.

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Vor einigen Monaten erschien das Buch “Leipzig. Alle Wetter!” von Peter Noack, Franz Jacobs und Michael Börngen in der Reihe EAGLE-Einblicke. I diesem Buch wird man vermutlich vergeblich nach der Klimakatastrophe suchen. Einer der Autoren ist langjähriger Wetterbeobachter, die anderen sind Geowissenschaftler. Vielleicht haben Sie Lust einmal reinzuschauen? Auf Amazon gibt es die Funktion “Blick ins Buch”, das einige Seiten zum Probelesen aufruft.

(weiterlesen …)

Um Antwort wird gebeten: Weshalb soll das Risiko zukünftiger Klimakipp-Punkte gestiegen sein?

An: Dr. Thomas Lontzek, Institut für Betriebswirtschaftslehre, Universität Zürich
Von: Dr. habil. Sebastian Lüning

Gesendet: 7.4.2015
Antwort: unbeantwortet

 

Sehr geehrter Herr Lontzek,

Mit Interesse sah ich Ihre kürzliche Publikation zu den klimatischen Kipppunkten in Nature Climate Chance
http://www.nature.com/nclimate/journal/vaop/ncurrent/full/nclimate2570.html

sowie die Berichterstattung hierzu im Standard (“Risiko zukünftiger Klimakipp-Punkte bisher zu tief bewertet”).
http://derstandard.at/2000013409085/Risiko-zukuenftiger-Klimakipp-Punkte-bisher-zu-tief-bewertet

Als Geologe ist für mich allerdings schwer zu verstehen, wie Sie zu Ihrem Schluss einer gesteigerten Kipppunkt-Gefahr kommen. Aus naturwissenschaftlicher Sicht hat sich die Kipppunkt-Debatte nämlich eher entspannt, anstatt weiter verschärft. Der Standard zählt als Kipppunkt-Beispiele das grönländische Eis, den Amazonas-Regenwald und den El Nino an. Wissenschaftliche Studien der vergangenen Jahre konnten zeigen, dass man hier den Klimaalarm-Bogen wohl kräftig überspannt hat. Wir haben darüber in unserem Blog ausführlich berichtet (Studien sind dort verlinkt):

Grönländisches Eis
http://www.kaltesonne.de/?p=13546

Amazonas-Regenwald
http://www.kaltesonne.de/?p=9311

El Nino
http://www.kaltesonne.de/?p=18968

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir erläutern könnten, weshalb Ihr Modell von den naturwissenschaftlichen Einschätzungen so sehr abweicht. Gerne würde ich Ihre Antwort im Blog www.kaltesonne.de bekanntgeben.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Lüning
Lissabon

 

Unerwartete Wendung: Laut der dritten Bundeswaldinventur geht es dem deutschen Wald gut

Es scheint fast, als stünde die totalitäre orwell’sche Gesellschaft vor der Tür. In der Schweiz gibt es jetzt den Vorschlag eine sogenannte Energiebank einzurichten, die den Energieverbrauch eines jeden Bürgers eng reguliert. Für jeden soll es ein Konto geben, auf dem sämtliche energieverbrauchenden Aktivitäten registriert sind. Wer zuviel verbraucht, muss Strafzahlungen leisten und Energieerlaubisscheine nachkaufen. Das Ganze läuft unter dem Begriff “Die 2000 Watt-Gesellschaft”. Wohlgemerkt, das ist kein Scherz. Hören Sie es sich selbst an, falls Sie sich gruseln wollen. Der Beitrag lief im SRF Radio am 23. März 2015 und ist online verfügbar (2. Beitrag: Energiebank hier).

Ein schweizerischer Leser unseres Blogs hofft jedoch, dass das Konzept noch scheitert. Glücklicherweise wäre die Schweiz eine direkte Demokratie und es bestünde noch berechtigte Hoffnung, dass derartige Bürger-Kontroll-Albträume, wie diese Energiebank, nicht durchsetzbar wären.

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Am 18. März 2015 wandte sich eine der Kalte-Sonne-Redaktion namentlich bekannte Lehrerin für Biologie und Chemie an den Klett-Verlag, um einige Unklarheiten in einem Klimawandelartikel in einem Schulbuch zu recherchieren (siehe “Um Antwort wird gebeten: Wie gehen Schulbuchverlage mit der Klimadiskussion um?“). Der Verlag antwortete der Lehrkraft am 25.3.2015, gab aber leider keine Erlaubnis, den Text hier im Blog zu veröffentlichen. Offenbar wollte man nicht, dass auch andere diese Erklärung lesen. Was steckt hinter dieser Heimlichtuerei?

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Am 20. März 2015 hatten wir an die Pressestelle des Geomar geschrieben, da in einer Pressemitteilung des Instituts behauptet wurde, Klimaskeptiker würden die gesamte Erwärmung des 20. Jahrhunderts der Sonne anlasten (siehe “Um Antwort wird gebeten: Weshalb behauptet das Geomar, Skeptiker würden die Sonne als alleinigen Klimatreiber ansehen?“). Das stimmt natürlich nicht, da ein Großteil der Klimaskeptiker hier durchaus einen Mix aus Sonne, CO2 und Ozeanzyklen sehen.

Zwei Wochen später erhielten wir Antwort. Warum die differenzierte Sichtweise unseres Buches “Die kalte Sonne” vergessen wurde, konnte uns die Pressestelle leider nicht erklären. Stattdessen wurde auf einzelne Gespräche verwiesen, in denen eine extreme Sonnenposition vertreten worden wäre.

Lesen Sie die Antwort des Geomar in der kompletten Version hier.

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Eine differenzierte Sichtweise der natürlichen und anthropogenen Klimatreiber vertritt auch der israelische Physiker Nir Shaviv. Er veröffentlichte am 11. Mai 2015 in seinem Blog einen Artikel, in dem er die begründete Ansicht äußert, die CO2-Klimasensitivität liege am unteren Rand des vom IPCC für möglich gehaltenen Spektrums. Zudem vermutet er, dass etwa die Hälfte der Erwärmung im 20. Jahrhundert auf die erstarkende Sonnenaktivität zurückzuführen sein könnte:

The results have two particularly interesting implications. First, they bring yet another link between the galactic environment and the terrestrial climate. Although there is no direct evidence that cosmic rays are the actual link on the 32-million-year time scale, as far as we know, they are the only link that can explain these observations. This in turn strengthens the idea that cosmic ray variations through solar activity affect the climate. In this picture, solar activity increase is responsible for about half of the twentieth-century global warming through a reduction of the cosmic ray flux, leaving less to be explained by anthropogenic activity. Also, in this picture, climate sensitivity is on the low side (perhaps 1 to 1.5°C increase per CO2 doubling, compared with the 1.5 to 4.5°C range advocated by the IPCC), implying that the future is not as dire as often prophesied.

Mit Dank an Notrickszone.

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Finanznachrichten.de schockierte am 20. März 2015 mit einer ganz unerwarteten, im Zeitalter des Klimawandels viel zu positiven Nachricht:

Tag des Waldes: Dem deutschen Wald geht es gut (weiterlesen …)

Um Antwort wird gebeten: Zwei Fragen an den Soziologen Michael Hartmann zum Industriesponsoring

An: Prof. i. R. Dr. Michael Hartmann, Professur für Elite- und Organisationssoziologie, TU Darmstadt
Von: Dr. habil. Sebastian Lüning

Gesendet: 6.4.2015
Antwort: unbeantwortet

 

Sehr geehrter Herr Hartmann,

Mit Interesse las ich Ihren Diskussionsbeitrag in der Zeit Online vom 12. März 2015 zum Thema “Werden die Hochschulen zu Sklaven der Wirtschaft?”.
http://www.zeit.de/2015/11/drittmittel-michael-hartmann-hochschulen

Sie bemängeln an einer Stelle die wissenschaftliche Arbeit des Forschers Wei-Hock Soon vom Harvard-Smithsonian Center für Astrophysik. Ich stimme mit Ihnen überein, dass es transparenter gewesen wäre, wenn er die Förderung durch die Ölindustrie klar herausgestellt hätte. Andererseits ist es im Forschungsbereich der solaren Klimabeeinflussung schwierig, ausreichend staatliche Fördermittel zu erhalten. Die meisten von Soons Studien erschienen in anerkannten internationalen und begutachteten Fachzeitschriften. Halten Sie es für möglich oder wahrscheinlich, dass die Journal Reviews versagt haben könnten? Können wir uns auf das wissenschaftliche Review-System nicht mehr verlassen? Welche fachlichen Fehler wirft man Soon vor, die er bewusst für die Ölindustrie in seine Papers eingeschmuggelt haben könnte?

An einer anderen Stelle Ihres Diskussionsbeitrags bemängeln Sie die Einflussnahme durch Stiftungsprofessuren. In unserem Blog hatten wir Anfang 2013 einen solchen Fall im Zusammenhang mit einer Versicherungsgesellschaft bereits einmal bemängelt ( http://www.kaltesonne.de/?p=7867 ). Wie bewerten Sie diesen Fall?

Ich würde Ihre Antwort gerne auf www.kaltesonne.de bekanntgeben.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Lüning
Lissabon

 

Naturwissenschaftler entsetzt: Ökonomen verschärfen einseitig klimatische Kipppunkt-Gefahr

Der Soziologe Michael Hartmann stellte auf Zeit Online am 12. März 2015 eine kühne These auf:

“Wer Geld aus der Wirtschaft einwerben will, muss sich an deren Interessen orientieren. Das passiert selten so spektakulär wie bei den von Ölkonzernen gekauften Stellungnahmen des US-Wissenschaftlers Wei-Hock Soon vom Harvard-Smithsonian Center für Astrophysik. Er erstellte für insgesamt über eine Million Dollar Studien, die den Zusammenhang zwischen Erderwärmung und CO₂-Verbrauch leugneten, hielt die Finanzierung durch die Ölindustrie aber geheim.”

Das wirft die Frage auf, wie Wei-Hock “Willie” Soon denn die Gutachter der Fachzeitschriften getäuscht haben soll? Oder gehen wir noch einen Schritt zurück: Welche fachlichen Fehler wirft man Soon vor, die er bewusst für die Ölindustrie in seine Papers eingeschmuggelt haben müsste? Bislang gibt es hier aus den letzten Jahren keine angezeigten Mängel.

An einer anderen Stelle des Beitrags schreibt Hartmann:

Zusätzlich nimmt die Wirtschaft auch durch die Einrichtung von Stiftungsprofessuren Einfluss. Inzwischen gibt es bundesweit an die 1.000 von ihnen, zumeist von Unternehmen finanziert. Da die Stiftungsprofessuren in der Regel nur fünf Jahre vom Stifter bezahlt werden, danach aber von den Hochschulen aus ihren Etats, können die Stifter auf diesem Wege Einfluss auf die inhaltliche Ausrichtung der Hochschulen nehmen.  

Im Januar 2013 bemängelten wir genau solch eine Konstellation. Siehe unseren Blogartikel “”Schweizerische Mobiliar-Versicherung finanziert Klima-Professur “. Meint Hartmann etwas in dieser Art? Wir haben ihn angeschrieben und sind auf die Antwort gespannt.

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Der Standard unterrichtete seine Leser am 29. März 2015 über ein überraschendes Studienresultat:

Risiko zukünftiger Klimakipp-Punkte bisher zu tief bewertet
Wahrscheinlichkeit, dass das Weltklima kippt, haben nun Wissenschafter neu berechnet.
Der grönländische Eisschild, der Amazonas-Regenwald oder auch El Niño zählen für Klimaforscher zu sogenannten Kipp-Punkten: Veränderungen in diesen Regionen, also ein erhöhtes Abschmelzen, Austrocknen oder Steigen der lokalen Ozeantemperaturen, könnten das Klima weltweit zum Kippen bringen. Wissenschafter der Universitäten Zürich, Chicago, Stanford und Exeter haben nun in einer neuen Studie das Risiko, dass solche Kipp-Szenarien eintreten, anhand eines stochastischen Modells berechnet. Es zeigte sich, dass das Risiko zukünftiger klimatischer Kipp-Punkte bisher zu tief bewertet wurde.

Weiterlesen im Standard.

Die entsprechende Studie war einige Tage zuvor im IPCC-freundlichen Fachblatt Nature Climate Change erschienen (Lontzek et al. 2015). Die mutige Aussage zur Kipppunkt-Gefahr verwundert schon etwas, wenn man bedenkt, dass der Leitautor Thomas Lontzek der Studie gar kein Naturwissenschaftler sondern lupenreiner Ökonom ist. Wie kann Lontzek dann etwas zu diesem Thema beitragen, zumal naturwissenschaftliche Studien die Kippunkt-Diskussion in letzter Zeit auf den Boden der Tatsachen zurückgestuft haben? Dies gilt insbesondere für die vom Standard angesprochenen Bereiche des grönländischen Eises, Amazonas-Regenwald und El Nino, die wir in den folgenden Blogbeiträgen an dieser Stelle besprochen haben:

Vermutlich kennt Lontzek diese Studien gar nicht. Trotzdem interessiert uns, wie er zu seinen fragwürdigen Schlussfolgerung kommt. Einen Hinweis liefert die Kurzfassung der Arbeit seines Teams:

Stochastic integrated assessment of climate tipping points indicates the need for strict climate policy
Perhaps the most ‘dangerous’ aspect of future climate change is the possibility that human activities will push parts of the climate system past tipping points, leading to irreversible impacts1. The likelihood of such large-scale singular events2 is expected to increase with global warming1, 2, 3, but is fundamentally uncertain4. A key question is how should the uncertainty surrounding tipping events1, 5 affect climate policy? We address this using a stochastic integrated assessment model6, based on the widely used deterministic DICE model7. The temperature-dependent likelihood of tipping is calibrated using expert opinions3, which we find to be internally consistent.

Verwendet wird ein theoretisches Modell. Modelle gibt es viele. Die meisten Modelle in den Klimwissenschaften liegen leider daneben. Die Lontzek-Gruppe hat ihr Modell jedoch “kalibriert”, daher muss es wohl stimmen, oder? Die kleine “3″ hinter dem Kalibrierungshinweis im Paper führt direkt zu einem Paper von Hans Joachim Schellnhuber vom PIK aus dem Jahr 2009. Keine überzeugende “Kalibrierung”, berücksichtigt man, dass Schellhnubers Klimaverständnis in der Fachwelt hochumstritten ist (siehe unseren Beitrag “Zweifel an Hans-Joachim Schellnhuber mehren sich: Teile der deutschen Politik haben genug von seinem Klimaalarmismus“). Zu allem Überfluss erschien das Schellnhuber-Paper auch noch im Fachblatt PNAS (siehe “Mysteriöse Häufung von Schellnhubers Veröffentlichungen in Zeitschrift der National Academy of Science: Wussten Sie, dass Mitglieder ihre PNAS-Gutachter selber auswählen dürfen?“).

Die Überschrift im Artikel im Standard “Risiko zukünftiger Klimakipp-Punkte bisher zu tief bewertet” ist schlichtweg nicht haltbar. Wer hat hier die Feder geführt?

 

Siehe auch Artikelübersicht von Alfred Brandenberger zur Kipppunkt-Debatte.

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Josef Kowatsch und Stefan Kämpfe teilen ein überaus interessantes Hobby: Sie fahnden im Internet nach Originalwetterdaten und versuchen hieraus klimatische Fragestellungen zu beantworten. Dabei stoßen sie immer wieder auf unerwartete Diskrepanzen mit in der Presse verbreiteten Berichten. Ihre neueste Datenauswertung präsentierten die beiden Wetterdatenspezialisten am 1. April 2015 im EIKE-Blog:

Der Frühling beginnt in Deutschland seit fast drei Jahrzehnten etwas später. Warum? (weiterlesen …)

Verdacht auf Temperaturdatenmanipulation: NOAA versteckt die Rohdaten hinter einem antklimatischen Viertel-Millionen-Dollar Schutzwall

Das Greenpeace Magazin machte am 26. März 2015 Werbung für ein neues Quiz-Spiel zum Klimawandel:

Spielen gegen den Klimawandel
Crowd vs. Wissenschaft: Mit einem neuen Quiz kann man sein Wissen über den Klimawandel testen und die eigenen Angaben mit den wissenschaftlichen Prognosen abgleichen. Gar nicht so einfach.
Was genau bedeutet Treibhauseffekt? Welchen Anteil hat Kohlendioxid am Klimawandel? Und wie viel Prozent durchschnittliches Schneewasseräquivalent wird die Schneedecke der amerikanischen Sierra Nevada am 1. Mai 2015 enthalten? Wer überzeugt ist, viel über die Erderwärmung und ihre Ursachen zu wissen, wird von dem heute veröffentlichten Klimawanldel-Quiz „Climate Challenge“ auf die Probe gestellt. Das Webprojekt entstand in Zusammenarbeit der privaten Modul-Universität in Wien mit der amerikanischen Wetter- und Ozeanographiebehörde NOAA. Während des Spiels muss der Nutzer aus vorgegebenen Antworten die richtige wählen oder auf einer Skala Vorhersagen treffen. Anschließend werden die eigenen Angaben mit den wissenschaftlichen Daten und den Prognosen der Experten abgeglichen. Damit ist Climate Challenge nicht einfach nur ein Quiz, sondern geht der Frage nach, ob das geballte Wissen der Crowd an das der offiziellen Experten heranreicht.

Weiterlesen bei greenpeace-magazin.de

Die kalte-Sonne-Redaktion hat das “Spiel” einmal ausprobiert. Unter anderem wird nach der persönlichen Einschätzung der Begriffe “Shopping Center”, “City Star”, “Season Opener”, “Blood Pressure” und “Fan Base” gefragt. Nach zehn Minuten und 1070 Punkten ist der Tester leider eingeschlafen und erst am nächsten Morgen erwacht. Fazit: Ermüdend. Das Ganze scheint eine getarnte Konsumenten-Umfrage zu sein.

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Der Mitbegründer von Greenpeace, Patrick Moore, erläuterte am 20. März 2015 auf der Webseite des Heartland Instituts, weshalb er zum Klimaskeptiker wurde:

Why I am a Climate Change Skeptic

I am skeptical humans are the main cause of climate change and that it will be catastrophic in the near future. There is no scientific proof of this hypothesis, yet we are told “the debate is over” and “the science is settled.”

My skepticism begins with the believers’ certainty they can predict the global climate with a computer model. The entire basis for the doomsday climate change scenario is the hypothesis increased atmospheric carbon dioxide due to fossil fuel emissions will heat the Earth to unlivable temperatures.

In fact, the Earth has been warming very gradually for 300 years, since the Little Ice Age ended, long before heavy use of fossil fuels. Prior to the Little Ice Age, during the Medieval Warm Period, Vikings colonized Greenland and Newfoundland, when it was warmer there than today. And during Roman times, it was warmer, long before fossil fuels revolutionized civilization.

The idea it would be catastrophic if carbon dioxide were to increase and average global temperature were to rise a few degrees is preposterous.

Recently, the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) announced for the umpteenth time we are doomed unless we reduce carbon-dioxide emissions to zero. Effectively this means either reducing the population to zero, or going back 10,000 years before humans began clearing forests for agriculture. This proposed cure is far worse than adapting to a warmer world, if it actually comes about.

IPCC Conflict of Interest (weiterlesen …)

Um Antwort wird gebeten: Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen beim Tricksen erwischt. Wann wird der Fehler korrigiert?

Der Fall:
Das mächtige Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (UN World Food Programme, WFP) leistet sich auf seiner Webseite eine krasse, klimaalarmistische Falschaussage. Ein Bürger aus der Schweiz bemerkt den Fehler, nimmt Kontakt mit dem WFP auf, um den Fehler korrigieren zu lassen. Daten des UN-eigenen Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) belegen die Fehlinterpretation des WFP. Der WFP macht dennoch keine Anstalten, seinen Fehler auf der Webseite zu korrigieren. Es stellt sich heraus, dass die Falschaussage auf der WFP-Webseite aus der Broschüre einer Klimaaktivistengruppierung stammt.

Weshalb schreitet die offizielle Wissenschaft nicht ein, deren Arbeit offensichtlich fehlinterpretiert und in fragwürdiger Weise politisch instrumentalisiert wird?

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An: Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (UN World Food Programme, WFP)
Von: Martin Schlumpf, Schweiz

Gesendet: 31. März 2015
Antwort: siehe unten

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Auf ihrer Webseite wfp.org habe ich unter dem Stichwort Hunger und den Ursachen dazu Folgendes gelesen:

“Allein zwischen 1980 und 2006 hat sich die jährliche Zahl der klimabedingten Wetterdisaster vervierfacht. Auf kurze Sicht wird es zu mehr Hungerkrisen aufgrund von Naturkatastrophen kommen. Auf lange Sicht droht der Klimawandel, den Armen der Welt mehr und mehr die Möglichkeit zu nehmen, dem Hunger zu entkommen.”
http://de.wfp.org/klimawandel

Da ich nicht weiss, woher sie diese Fakten haben (insbesondere die im 1. Satz angesprochene Viervierfachung der klimabedingten Wetterdisaster), bitte ich sie, mit die Quellen dazu mitzuteilen, damit ich sie nachvollziehen kann. Dazu gehört eine belastbare Aussage über solche Wetterdisaster über mindestens 30 Jahre (Klima!) vor 1980 als Vergleichszahl und eine entsprechende  Aufstellung in der eigentlich noch zu kurzen Zeit von 1980-2006.

Ich danke ihnen herzlich für die Vermittlung der diesbezüglichen Unterlagen.

Mit freundlichen Grüssen

Martin Schlumpf

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Von: [Communications Consultant], Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, Berlin
An: Martin Schlumpf, Schweiz

Gesendet: 31. März 2015

Sehr geehrter Herr Schlumpf,

Vielen Dank für Ihre Nachricht, wir freuen uns über Ihr Interesse an der Arbeit von WFP.

Gern erläutere ich Ihnen kurz den Ursprung der genannten Informationen:

1.       „Allein zwischen 1980 und 2006 hat sich die jährliche Zahl der klimabedingten Wetterdisaster vervierfacht“ beruht u.a. auf der Studie von Oxfam International From Weather Alert to Climate Alarm, Oxfam Briefing Paper, November 2007 (hier der Briefing Report als PDF: https://www.oxfam.org/sites/www.oxfam.org/files/climate%20alarm.pdf)

2.       „Auf kurze Sicht wird es zu mehr Hungerkrisen aufgrund von Naturkatastrophen kommen.“ Erläuterungen hierzu finden Sie in einer gemeinsamen Studie von WFP, des International Food Policy Research Institute, der New York University Center on International Cooperation, des  Grantham Institute at Imperial College London, und des Walker Institute, University of Reading (United Kingdom), welche diverse Prognosen zur Entwicklung des Hungers in der Welt bis 2050 enthält:
http://documents.wfp.org/stellent/groups/public/documents/newsroom/wfp212536.pdf

3.       „Auf lange Sicht droht der Klimawandel, den Armen der Welt mehr und mehr die Möglichkeit zu nehmen, dem Hunger zu entkommen“ – im Anhang finden Sie dazu eine Infografik, die recht anschaulich den Zusammenhang von Natur- und Klimakatastrophen und Hunger darlegt, sowie deutlich macht, warum die Ärmsten für die Folgen des Klimawandels und dieser Katastrophen besonders anfällig sind.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

[Communications Consultant, WFP Berlin]

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An: [Communications Consultant] Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, Berlin
Von: Martin Schlumpf, Schweiz

Gesendet: 4. April 2015

Liebe Frau [Communications Consultant],

Besten Dank für ihre Informationen. Da nur die 1. Aussage etwas Messbares betrifft (Nr. 2 und 3 sind Projektionen, Erwartungen), möchte ich mich auf diese konzentrieren. Der Bericht, auf dem diese Aussage beruht, stammt von 2007 und ist von einer Umweltaktivisten-Gruppe verfasst. Sie selber zitieren auf ihrer Webseite auch den IPCC, der weltweit sicherlich als anerkanntestes Gremium zu diesem Thema den Stand der Dinge zusammenfasst. Ich stelle ihnen hier eine Reihe von Zitaten zur Verfügung, die alle aus dem 5. Sachstandsbericht (IPCC AR5 WGI Chapter 2) von 2013 stammen:

  • “Overall, the most robust global changes in climate extremes are seen in measures of daily temperature, including to some extent, heat waves. Precipitation extremes also appear to be increasing, but there is large spatial variability”
  • “There is limited evidence of changes in extremes associated with other climate variables since the mid-20th century”
  • “Current datasets indicate no significant observed trends in global tropical cyclone frequency over the past century … No robust trends in annual numbers of tropical storms, hurricanes and major hurricanes counts have been identified over the past 100 years in the North Atlantic basin”
  • “In summary, there continues to be a lack of evidence and thus low confidence regarding the sign of trend in the magnitude and/or frequency of floods on a global scale”
  • “In summary, there is low confidence in observed trends in small-scale severe weather phenomena such as hail and thunderstorms because of historical data inhomogeneities and inadequacies in monitoring systems”
  • “In summary, the current assessment concludes that there is not enough evidence at present to suggest more than low confidence in a global-scale observed trend in drought or dryness (lack of rainfall) since the middle of the 20th century due to lack of direct observations, geographical inconsistencies in the trends, and dependencies of inferred trends on the index choice. Based on updated studies, AR4 conclusions regarding global increasing trends in drought since the 1970s were probably overstated. However, it is likely that the frequency and intensity of drought has increased in the Mediterranean and West Africa and decreased in central North America and north-west Australia since 1950”
  • “In summary, confidence in large scale changes in the intensity of extreme extratropical cyclones since 1900 is low”

Es ist nicht schwierig, diese Aussagen dahingehend zusammenzufassen, dass das IPCC zum Schluss kommt, dass es bisher noch praktisch keine wissenschaftlich relevanten Fakten gibt, die eine signifikante Erhöhung von wetterbedingten Ereignissen weltweit anzeigen (lokal mag es hie und da anders aussehen). Aus dieser Faktenlage muss ich den Satz:

“Allein zwischen 1980 und 2006 hat sich die jährliche Zahl der klimabedingten Wetterdisaster vervierfacht”

als extreme Falschpropaganda bezeichnen. Ich bitte sie deshalb, diesen Satz aus ihrer Webseite zu streichen oder umzuformulieren. Bezüglich ihrer Antwort möchte ich sie auch noch fragen, ob sie damit einverstanden sind, unseren Mailverkehr auf dem Blog von www.diekaltesonne.de zu publizieren.

Mit freundlichen Grüssen

Martin Schlumpf

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Von: Communications Consultant, Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, Berlin
An: Martin Schlumpf, Schweiz

Gesendet: 7. April 2015

 

Sehr geehrter Herr Schlumpf, (weiterlesen …)

Aufgeflogen: Klimawissenschaften müssen sich nun schnell von John Cook und Stephan Lewandowsky distanzieren, um ihre Glaubwürdigkeit wiederherzustellen

In regelmäßigen Abständen zitieren Medien ein von Klimaaktivisten lanciertes Paper, dass angeblich einen 97-prozentigen Konsens zur Theorie des gefährlichen anthropogenen Klimawandels fand. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass auch moderate klimaskeptische Ansichten in die 97%-Kategorie fallen. Ironischerweise hatten die Autoren den Wert 97% bereits vor Beginn der Untersuchung als Zielgröße ausgeplaudert. Die Daten wollten die Autoren zunächst auch nicht rausrücken. Rationalen Beobachtern wird schnell klar, dass das Paper wenig Wert hat.

Nun hat der ehemalige IPCC-Autor Richard Tol die Methodik der Studie im Detail analysiert und die gravierenden Mängel bestätigt. Insbesondere bemängelt er eine subjektive Datensammlung, die qualitativ weit entfernt von sonst in der Wissenschaft üblichen anonymen “blind test” Verfahren ist. Auch während der Datenauswertung gab es unerklärliche Vorfälle. Einer der eingesetzten Aktivisten wurde per Zeitstempel dabei überführt, wie er 675 Publikations-Kurzfassungen innerhalb von nur 72 Stunden “bewertete”. Supermann lässt grüßen. Im Folgenden ein Auszug aus Tols Analyse, die am 25. März 2015 in seinem Blog erschien (deutsche Übersetzung bei EIKE):

Global warming consensus claim does not stand up (author’s cut)
[...] Cook and colleagues studied some 12,000 papers, but did not check whether their sample is representative for the scientific literature. It isn’t. Their conclusions are about the papers they happened to look at, rather than about the literature. Attempts to replicate their sample failed: A number of papers that should have been analysed were not, for no apparent reason. [...] Cook enlisted a small group of environmental activists to rate the claims made by the selected papers. Cook claims that the ratings were done independently, but the raters freely discussed their work. There are systematic differences between the raters. Reading the same abstracts, the raters reached remarkably different conclusions – and some raters all too often erred in the same direction. Cook’s hand-picked raters disagreed what a paper was about 33% of the time. In 63% of cases, they disagreed about the message of a paper with the authors of that paper. The paper’s reviewers did not pick up on these things. The editor even praised the authors for the “excellent data quality” even though neither he nor the referees had had the opportunity to check the data. [...]

Requests for the data were met with evasion and foot-dragging, a clear breach of the publisher’s policy on validation and reproduction, yet defended by an editorial board member of the journal as “exemplary scientific conduct”. Cook hoped to hold back some data, but his internet security is on par with his statistical skills, and the alleged hacker was not intimidated by the University of Queensland’s legal threats. Cook’s employer argued that releasing rater identities would violate a confidentiality agreement. That agreement does not exist. Cook first argued that releasing time stamps would serve no scientific purpose. This is odd. Cook’s raters essentially filled out a giant questionnaire. Survey researchers routinely collect time stamps, and so did Cook. Interviewees sometimes tire and rush through the last questions. Time stamps reveal that.

Cook later argued that time stamps were never collected. They were. They show that one of Cook’s raters inspected 675 abstracts within 72 hours, a superhuman effort. The time stamps also reveal something far more serious. After collecting data for 8 weeks, there were 4 weeks of data analysis, followed by 3 more weeks of data collection. The same people collected and analysed the data. After more analysis, the paper classification scheme was changed and yet more data collected. Cook thus broke a key rule of scientific data collection: Observations should never follow from the conclusions. Medical tests are double-blind for good reason. You cannot change how to collect data, and how much, after having seen the results.

Im abschließenden Absatz seiner Analyse erweitert Tol die Diskussion auf die Klimawissenschaften allgemein: Er bedauert, dass der Wissenschaftszweig seine Unparteilichkeit und ihren Ruf verloren habe. Unterdrückte Wahrheiten der Climategate-Email-Korrespondenz, ein ehemaliger IPCC-Chef der sich mit Vorwürfen wegen sexueller Belästigung konfrontiert sieht, ein bewusst gefälschtes Memo eines IPCC-nahen Aktivisten. Das 97%-Cook et al.-Paper reiht sich laut Tol nahtlos in diese Sammlung von Peinlichkeiten ein. Tol schreibt im Original: (weiterlesen …)

Vortrag von Reinhard Hüttl (GFZ) am 30.5.2015 in Grimma: Das System Erde und die Klimadebatte

Vortragsankündigung:

Das System Erde und die Klimadebatte
Prof. Dr. Dr. Reinhard Hüttl, Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, Potsdam (weiterlesen …)

Direktor des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie: Aerosole kühlen weniger stark als vormals angenommen

In unserem Buch “Die kalte Sonne” wunderten wir uns sehr über die stark kühlende Wirkung, die in den Klimamodellen den  Aerosolen zugemessen wird. Aerosole sind kleine Staubteilchen und Tröpfchen, die das einfallende Licht der Sonne zerstreuen und damit die Erde in der Regel kühlen. Aber um wieviel? In Kapitel 5 unseres Buches schrieben wir:

Die abkühlende Wirkung arbeitet nach IPCC-Angaben mit zwei Dritteln der Kraft des CO2 entgegen. Nach Ansicht des IPCC reduzieren Aerosole die von allen Treibhausgasen zusammen generierte Erwärmung um 45 Prozent. Aber die Unsicherheit ist groß, es könnten auch nur 15 Prozent sein oder 85 Prozent, denn man habe halt nur „ein mittleres bis kleines Niveau des wissenschaftlichen Verständnis“ der Zusammenhänge.

Die Wenigsten wissen: Die Klimamodelle erzeugen viel mehr Erwärmung als wir in der Wirklichkeit der letzten 100 Jahre gemessen haben. Die IPCC-Strategie: Die überschüssige Wärme wird einfach mit Aerosolen heruntergekühlt, bis es wieder “passt”. Der abkühlende Aerosol-Joker wird also dringend gebraucht, um die hohe CO2-Klimasensitivität beizubehalten.

Im März 2015 kam nun jedoch Bewegung in die Aerosol-Diskussion. Einer der Autoren des jüngsten IPCC-Berichts hat nun erklärt, die Unsicherheitsspanne der klimatischen Aerosol-Wirkung habe sich durch neue Forschungsresultate stark verringert, und es spräche mittlerweile viel dafür, dass man das Kühlpotential der Schwebteilchen wohl in der Vergangenheit deutlich überschätzt habe. Der wahre Kühlwert befände sich am unteren Rand der bislang vom IPCC angenommenen Bandbreite.

Die wichtigen und mutigen Aussagen stammen von Bjorn Stevens, einem der drei Direktoren des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPIM). Das entsprechende Paper erschien im Journal of Climate. Im Folgenden die Kurzfassung der Arbeit:

Rethinking the lower bound on aerosol radiative forcing
Based on research showing that in the case of a strong aerosol forcing, this forcing establishes itself early in the historical record, a simple model is constructed to explore the implications of a strongly negative aerosol forcing on the early (pre 1950) part of the instrumental record. This model, which contains terms representing both aerosol-radiation and aerosol-cloud interactions well represents the known time history of aerosol radiative forcing, as well as the effect of the natural state on the strength of aerosol forcing. Model parameters, randomly drawn to represent uncertainty in understanding, demonstrates that a forcing more negative than −1.0 W m−2 is implausible, as it implies that none of the approximately 0.3 K temperature rise between 1850 and 1950 can be attributed to northern-hemispheric forcing. The individual terms of the model are interpreted in light of comprehensive modeling, constraints from observations, and physical understanding, to provide further support for the less negative ( −1.0 W m−2 ) lower bound. These findings suggest that aerosol radiative forcing is less negative and more certain than is commonly believed.

Man sollte generell mit dem Begriff “sensationell” sparsam umgehen. Aber diese Arbeit passt durchaus in diese Kategorie. Überraschenderweise blieb die deutsche Presse mucksmäuschenstill. Eine Google News-Suche ergab keinen einzigen Artikel zur Studie. Ungeliebte Neuigkeiten, die man lieber nicht in der Öffentlichkeit weiter verbreitet?

In der Fachwelt erkannte man die Bedeutung der Veröffentlichung sofort. Nic Lewis erläuterte in einer am 19. März 2015 auf Steve McIntyres Climate Audit und Judith Currys Climate Etc. erschienenen Analyse des Papers die weitreichenden Implikationen: Auch die CO2-Klimasensitivität lässt sich entsprechend weiter eingrenzen und liegt höchstwahrscheinlich ebenfalls im unteren Bereich der vom IPCC angegebenen Spanne. Lewis Berechnungen unter Verwendung der neuen Stevens-Werte ergaben einen wahrscheinlichsten Mittelwert für die CO2-Klimasensitivität (und zwar die langfristige “ECS”) von 1,45°C Erwärmung pro CO2-Verdopplung. Die von Lewis vorgeschlagene neue Gesamtspanne reicht von 0,9 bis 1,65°C pro CO2-Verdopplung. Dies liegt weit unterhalb der vom IPCC im letzten Klimabericht präsentierten Spanne von 1,5 bis 4,5°C pro CO2-Verdopplung.

Abbildung 1: Wertespanne der CO2-Klimasensitivität laut Berechnungen von Nic Lewis unter Verwendung der neuen Stevens 2015-Werte. Quelle.

 

Bjorn Stevens war sich durchaus bewusst, was für eine Lawine er lostreten würde. Aber es ist ihm hoch anzurechnen, dass er seine Position zur Aerosol-Kühlung nun dennoch klar abgesteckt hat. Es wird ein wenig dauern, bis seine IPCC-Kollegen diesen Brocken verdaut haben werden und die neuen Erkenntnisse in ihre Modellierungsarbeiten einfließen lassen können. Bis dahin soll offenbar jeder Mediensturm vermieden werden. Das MPIM hat daher offenbar bewusst keine Pressemitteilung anlässlich der Veröffentlichung verfasst. Als dann in den englischsprachigen Medien die logische Schlussfolgerung der Arbeit diskutiert wurde, sah man sich in Hamburg dann doch genötigt eine Erklärung abzugegeben. Am 2. April 2015 teilte Stevens per Erklärung mit, seine Arbeit würde nur von den Aerosolen handeln und er wäre nicht für Spekulationen hinsichtlich der CO2-Klimasensitivität zu haben. Damit erkaufte er sich zunächst etwas öffentlichen Frieden. Der Konsequenz des Papers wird die Fachwelt mittel- bis langfristig jedoch nicht ausweichen können. Zu gerne wäre man jetzt Mäuschen in den Planungsetagen der Institute: Wie sag ich’s meinem Kinde?

 

Siehe weitere Artikel zum Stevens-Paper auf mrc TVBreitbart, Bishop Hill, Daily Caller.

 

Gib Korbmann einen Korb

Ein ständiger „Born der Freude“, wenn es um realistische Klimaberichterstattung geht, ist das Portal „Klimaretter.info“.  Der Suffix der Internetadresse verspricht das jedenfalls. Wie sieht die Realität aus? Am 30. März 2015 lasen wir dort voller Besorgnis diese Überschrift:

Rekordtemperaturen in der Antarktis

Sollte etwa der Kollaps…? Zwei Wetterstationen hatten Tages-Maximalwerte (!)  von über 17 Grad gemessen. Sie liegen auf der antarktischen Halbinsel, außerhalb des Polarkreises. Die Redakteure ficht das nicht an, sie verpflanzen den Messort mal schnell an den Südpol:

„Wenn irgendwo am Südpol wärmere Temperaturen zu erwarten wären, dann hier.“    

Der Ort mit 90°S in den Koordinaten ist allerdings die Kleinigkeit von 2450 km entfernt, etwa die Entfernung Berlin-Lissabon. Die Meldung hätte auch so lauten können: „Sturmböen von Tief Niklas in Berlin bedrohen die Iberische Halbinsel!“. Die Wetterdaten der antarktischen Halbinsel sind auch in keinster Weise für die Antarktis repräsentativ. Daher hier eine kurze Nachhilfe: Wer sich wirklich für die Temperaturen am Südpol interessiert, kann die Daten hier bei GISS finden. Die Werte werden  an der Forschungsstation Amundsen/Scott direkt am Südpol seit 1957 mit nur sehr wenigen Lücken erfasst. Für den Monat Februar ergibt sich da ein ganz anderes Bild:

 

Der Abwärtstrend ist statistisch signifikant auf dem 95% Konfidenzniveau. Auch die Jahresmitteltemperaturen haben am Südpol einen negativen Trend, der ist jedoch nicht signifikant. Kein Kollaps! Ein entsprechender Kommentar mit dem gezeigten Diagramm auf der Website der „informierenden Klimaretter“ hielt übrigens am 2.4.2015 mehrere Minuten dem Sendungsbewusstsein der Moderatoren stand, bevor er entfernt wurde. Wer sich also da weiter „informieren“ will… nur zu!

Siehe auch Diskussion auf Real Science und Examiner.

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Kurz vor Weihnachten 2014 gab es wieder eine von Reiner Korbmann initiierte Wahl zum “Wissenschafts-Blog” des Jahres. Da die klimaskeptischen Blogs mittlerweile die IPCC-nahen Seiten in der Beliebtheit überholt haben, wurden die beiden Kategorien einfach abgetrennt. Ein fragwürdiges Vorgehen. Als wenn man den Hundertmeterlauf in einen 105 m-Lauf und einen 95 m-Lauf unterteilt. Neben der kalten Sonne landete auch das nichtklimatische Wissenschafts-Blog “Science Files – Kritische Wissenschaft” in der “Esoteriker-”Gruppe. Die Blog-Verantwortlichen der Science Files haben jetzt genug von der diskriminierenden Behandlung und rufen mit dem Slogan “Gib Korbamnn einen Korb” offen zum Boykott der nächsten Wahl auf. Am 23. März 2015 schrieben sie in ihrem Blog:

Der doppelte Korbmann: Von Wissenschaftlern und Ideologen
Jeder Jahr um die Weihnachtszeit wiederholt sich ein Vorgang. Ein bis dato weitgehend unbedeutendes Blog mit dem Namen “Wissenschaft kommuniziert” schießt in den Rankings plötzlich nach oben, um dann, im Verlauf von Januar bis November, wieder in Unbedeutendheit zu versinken. Die Ursache dafür ist ein Marketing-Trick, den sich Reiner Korbmann, seit 35 Jahren, wie er sagt, auf der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kommunikation tätig, ausgedacht hat: Die Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres. Die Rechnung, auf die wir auch schon reingefallen sind, ist einfach: Nominiert werden u.a. die zehn Blogs in der Kategorie “Wissenschaft und Forschung”, die den meisten Publikumsverkehr haben. Die Nominierung, so das Kalkül, wird Legionen von Lesern dieser Blogs auf den Korbmann Blog leiten und dem Büro der Wissenschafts- und Technikkommunikation der Science&Media, die Korbmann repräsentiert, publicity und wer weiß, Kunden verschaffen. (weiterlesen …)

Fachwelt ist sich einig: El Nino-Prognose bleibt schwierig. Das PIK hingegen spricht von einem “Durchbruch” der Vorhersagekunst

Egal ob Wetter oder Klima: Vorhersagen bleiben schwierig. Insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen. Axel Bojanowski illustrierte dies am 13. März 2015 auf Spiegel Online am Beispiel des Wetterphänomens El Nino:

Änderung des Weltwetters: El Niño blamiert Meteorologen
Selten wurden Meteorologen dermaßen vorgeführt. Seit vier Jahren haben sie nahezu monatlich die gleiche Prognose veröffentlicht: In Kürze werde El Niño im Pazifik aufziehen. Die Vorhersage des Phänomens ist die wichtigste Wetterprognose der Welt, denn sie betrifft den halben Globus. Vergangenen Juni hoben die Experten die Wahrscheinlichkeit für El Niño gar auf 80 Prozent. [...] 2013 erschienen sogar begutachtete Studien in bekannten Wissenschaftsmagazinen, die mit neuen Methoden El Niño für 2014 vorhersagten. Indes: Der Klimarowdy blieb weg. “El Niño oder La Nada?”, also “El Niño oder das Nichts?”, spottete die “Washington Post”. Zuletzt waren die Prognosen deutlich vorsichtiger geworden – und plötzlich ist er da: Im Pazifik herrschten El-Niño-Verhältnisse, das Meer habe sich deutlich erwärmt, meldet der US-amerikanische Wetterdienst NOAA. [...] Der aktuelle El Niño und einhergehende Wetteränderungen aber würden diesmal wohl schwach ausfallen, erklärt die NOAA. Die Qualität der Prognose muss jedoch bezweifelt werden. Die verfehlten Vorhersagen der vergangenen Jahre zwängen die Forschung, ihre Methoden zu überdenken, sagte NOAA-Experte Gabriel Vecchi dem Magazin “Nature”.

Überrascht es Sie, dass das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) nur eine knappe Woche später die folgende Pressemitteilung herausgab?

So früh wie nie zuvor: „El Niño“ korrekt vorhergesagt
Das aktuelle Wetterphänomen „El Niño“ ist von einem Team aus deutschen und israelischen Wissenschaftlern über ein Jahr im Voraus angekündigt worden – so früh wie nie zuvor. Dieser Durchbruch in der Vorhersage des wichtigsten natürlichen Klimaphänomens gelang mit Hilfe eines neuen Algorithmus, der auf einer Netzwerk-Analyse der Lufttemperaturen im Pazifikraum beruht. Solche langfristigen Vorhersagen können Bauern in Brasilien, Australien oder Indien helfen, sich vorzubereiten und die Aussaat entsprechend anzupassen. Die Wissenschaftler vom Institut für Theoretische Physik der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der Bar-Ilan-Universität in Tel Aviv hatten sich dazu entschieden, die Frühwarnung vor über einem Jahr in dem renommierten Wissenschaftsmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) zu publizieren – dabei waren sie sich des Risikos eines Fehlalarms und des damit verknüpften Reputationsrisikos bewusst.

Bereits zwei Jahre zuvor, am 2. Juli 2013 hatte das PIK per Pressemitteilung einen ähnlichen “Durchbruch” vermeldet:

Durchbruch für El Niño-Vorhersage
In unregelmäßigen Abständen kommt es über dem östlichen Pazifik zu einer Erwärmung, von peruanischen Fischern El Niño genannt, die mitunter verheerende Folgen haben kann. Als weltweit wichtigstes Phänomen natürlicher Klima-Schwankung kann es Überflutungen in Südamerika auslösen, Dürren in Australien, und Missernten in Indien. Um den Vorhersage-Zeitraum von sechs Monaten auf ein Jahr oder mehr zu erweitern, haben jetzt Wissenschaftler eine neuartige Herangehensweise vorgestellt. Sie beruht auf der Analyse von Netzwerk-Verbindungen, angewendet auf das Klimasystem. Dieser Ansatz nutzt hochwertige Lufttemperaturdaten und leistet mehr als bislang genutzte Methoden. Die Studie wird diese Woche in der Zeitschrift der US-Akademie der Wissenschaften veröffentlicht (abgekürzt PNAS).

Vermutlich meinte Bojanowski diese Studie (Ludescher et al. 2013), deren Prognose letztendlich entgegen der Überschrift in der Pressemitteilung scheiterte. Co-Autor der Studie ist übrigens kein Geringer als PIK-Chef Hans Joachim Schellnhber persönlich. Der konnte als Mitglied der National Academy of Sciences (NAS) auch gleich die Gutachter des eingereichten Manuskripts offenbar selber aussuchen (siehe unseren Blogartikel “Mysteriöse Häufung von Schellnhubers Veröffentlichungen in Zeitschrift der National Academy of Science: Wussten Sie, dass Mitglieder ihre PNAS-Gutachter selber auswählen dürfen?“).

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Bei der Deutschen Bundesregierung scheint sich eine ganze Abteilung damit zu beschäftigen, neue Klimahorrorgeschichten zu produzieren, um die Drohkulisse für ein “verbindliches Klimaabkommen” zu schaffen. Dabei bleibt die eine oder andere Panne nicht aus. In einem Brief baten wir die Bundesregierung am 12. März 2015 um Klärung einiger Unklarheiten (siehe “Um Antwort wird gebeten: “Kleine Anfrage” bei der Deutschen Bundesregierung zum Klimawandel“). Man stellte sich einfach stumm. Das Schreiben blieb bis heute unbeantwortet.

Just an jenem Tag erschien auf bundesregierung.de auch schon die nächste Klimastory:

Globaler Klimaschutz: Das folgenreiche Ende des Dauerfrosts
Wenn sich die Erde weiter erwärmt und, wie beispielsweise in Sibirien, der sogenannte Permafrostboden taut, hat das weitreichende Folgen für Landschaft, Ökologie und Wirtschaft. Deshalb drängt die Kanzlerin auf ein verbindliches Klimaabkommen. [...]
Ein weiteres Kipp-Element des Klimasystems sind tauende Permafrostböden, zum Beispiel in Sibirien. Dort tun sich seltsame Krater auf.[...] Wo der Permafrost auftaut, verändern sich ganze Landschaften. Wälder und Tundra-Regionen versumpfen, Seen versickern, der Untergrund sackt ein oder legt sich in Wellen. Straßen reißen auf, Eisenbahnschienen verbiegen sich, Häuser neigen sich zur Seite, Stützen von Ölpipelines geraten in Schieflage. Keine Szenen aus einem Science Fiction Film, sondern Realität.

Der Permafrostboden würde nun schlagartig schmelzen, ein angeblich gefährliches Kippelement im Klimasystem. Dies sehen Experten aus Hannover gänzlich anders, wie Ulli Kulke in seinem Blog Donner + Doria-Blog darstellte: (weiterlesen …)

Der DWD ist unter die Hellseher gegangen!

Von Dr. D. E. Koelle

In seiner Pressemitteilung zur diesjährigen DWD-Klimakonferenz im März 2015 wird festgestellt:

Die Klimaveränderung hin zu höheren Temperaturen ist zumindest für die kommenden 100 Jahre unumkehrbar.

Damit hat der DWD Weltspitze für Zukunfts-Vorhersagen erreicht – und das ausgerechnet beim Klima, von dem das IPCC schon im Jahr 2001 so treffend feststellte, dass eine langfristige Klimavorhersage nicht möglich ist – inzwischen durch die reale Entwicklung in den letzten 17 Jahren bewiesen. Die Abbildung des DWD dokumentiert den festen Glauben an eine weitere Klimaerwärmung in Deutschland, die sich auf theoretische Modellergebnisse und vor allem auf einem festen Glauben stützt. Als Begründung wird der Anstieg um 1,3°C seit 1881 genannt, aber der gehört natürlich zur Klimaerholung nach der Kaltzeit von 1450 bis 1750 (auch “Little Ice Age” genannt).

 

Bild 1: Die Klima-Zukunftsprojektion des DWD nach den theoretischen Klimamodellen

 

Ebenfalls erwähnt als Begründung wird das Auftreten der Warmphasen nach dem Jahr 2000.  Dabei war das wegen des 1000-Jahreszyklus absolut zu erwarten, genauso wie dies vor 1000, 2000, 3000 … Jahren der Fall war. Nicht erwähnt wird die Tatsache, dass es noch im Zeitraum vor 1000-900 Jahren gleich warm oder wärmer war als heute. Und das ist nach den Klimamodellen schlichtweg unmöglich, denn der CO2-Gehalt der Atmosphäre betrug damals nur 280 ppm (heute 400 ppm) !  Es ist unglaublich, was sich die Natur erlaubt. Und das muss natürlich ignoriert werden.

Beim DWD freut man sich über den neuen Temperaturrekord von 2014 in Deutschland von 10,3 °C, aber dies ist ein einmaliger Jahres-Spitzenwert, der wenig Einfluss auf den Temperaturtrend hat. Wie Bild 2 zeigt, bleibt der Negativ-Trend seit dem Jahr 2000 erhalten (und wird sich wieder verstärken, wenn das Jahr 2015 im normalen Schwankungsbereich liegt).

Bild 2: Temperaturtrend Deutschland, Daten nach DWD

 

Der beim DWD zuständige oberste Klimaexperte schrieb 2013 völlig korrekt:

“Das Klimasystem ist ein hoch komplexes Wechselwirkungssystem, dessen Entwicklung ausschließlich bei gleichzeitiger Berücksichtigung aller Faktoren abgeschätzt werden kann”.

Nun ist bekannt, dass die Klimamodelle sich fast ausschließlich auf den CO2-Anstieg beziehen und viele Einfluss-Faktoren nicht berücksichtigt werden können, weil deren Zukunftsentwicklung unbekannt ist. So z.B. die variable globale Wolkenbedeckung, welche die Insolation regelt, d.h. die gemessene Sonneneinstrahlung am Boden. Diese wiederum ist jedoch primär maßgebend für die Temperatur am Boden, bzw. den Ozeanen, und damit für die Lufterwärmung. Die theoretischen Modelle ignorieren auch die existierenden natürlichen Klimazyklen, ebenso wie der DWD davon nichts wissen will.  Es ist aber relativ unwahrscheinlich, dass diese seit mindesten 900 000 Jahren existierenden Zyklen plötzlich ihre Tätigkeit eingestellt haben sollten.

Aber beim DWD glaubt man unerschütterlich an die theoretischen Klimamodelle, bzw. muss das tun, weil es zum politischen Dogma erhoben wurde. Dabei ist die Bilanz der globalen Klimamodelle mehr als dürftig, wie Bild 3 zeigt: der Vergleich der Modell-Projektionen mit der Realität. Bei WUWT wurden diese Modelle im Jan. 2015 von Leo Smith als “simplistic nonsense” bezeichnet.

Bild 3: 75 Klimamodelle, für die zig-Millionen an Steuergelder ausgegeben wurden, im Vergleich zu den durch Satelliten und Wetterballons gemessenen realen Temperaturdaten. Quelle: John Christy.

 

Für die Behauptung des DWD bezüglich einer ansteigenden Temperaturentwicklung in den nächsten 100 Jahren gibt es keine sachliche Basis. Die Wahrscheinlichkeit ist sogar wesentlich höher, dass es in den nächsten 100 Jahren zu einem deutlichen Temperatur-Abfall kommt, wenn sich die Klima-Zyklen der Vergangenheit fortsetzen (siehe Blog-Beitrag “Klimazyklen III“)