Globale Erwärmung: Natürliche Klimafaktoren gewinnen immer mehr an Bedeutung

Unsere Schulen machen beim Klimawandel kein gutes Bild. Ein offizielles Schulbuch verwendet unser Buch “Die kalte Sonne” in einer Klimadiskussion, wobei den Schülern indirekt klar suggeriert wird, in welche Ecke wir zu stecken wären. Da die Grundkenntnisse der Lehrer im Bereich Klimawandel meist recht beschränkt sind, erhalten die Schüler in der Regel nicht einmal die Chance, sich ernstaft mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Weltwoche brachte Mitte Oktober 2017 einen schockierenden Erlebnisbericht eines Schülers:

Zweifel unerwünscht

Mein Sohn wagte es im Gymnasium, die Theorie vom menschengemachten Klimawandel anzuzweifeln. 
Es folgten Krisensitzungen und Elterngespräche. Die heutige Schule verwechselt Bildung mit Erziehung und, ja, Indoktrination.

Es war an einem Maitag vor vier Jahren. Mein sechzehnjähriger Sohn kam wieder einmal wütend aus dem Unterricht des Gymnasiums Biel-Seeland nach Hause. Sein Geografielehrer gab der PAM-Klasse (PAM steht für Physik und Anwendungen der Mathematik) eine Lerneinheit zur drohenden Klimakatastrophe. Mein Sohn erklärte seinem Lehrer, dass die Temperaturen in den letzten fünfzehn Jahren nicht mehr gestiegen seien, [...]

Weiterlesen in der Die Weltwoche. Für alle ohne Abo: Der Artikel erschien auch auf kath.ch, wo er kostenfrei abgerufen werden kann.

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Am 4. Juli 2017 erschien im Fachblatt Atmospheric and Climate Sciences ein Artikel von Maxim Ogurtsov, Markus Lindholm und Risto Jalkanen, der ein wichtiges Thema anspricht. Die Erwärmung der letzten 150 Jahre nach Ende der Kleinen Eiszeit wird immer wieder gerne zu 100% mit anthropogenen Ursachen erklärt. Dies macht natürlich wenig Sinn, denn die Kleine Eiszeit stellt die kälteste Phase der letzten 10.000 Jahre dar und wurde durch natürliche Ursachen wie eine solare Schwächephase bzw. Vulkanausbrüche verursacht. Wenn dann die Sonne wieder erstarkt und die Vulkanausbrüche ausbleiben, erwärmt sich die Erde halt wieder. Dass es neben dieser natürlichen Wiedererwärmung auch eine anthropogene Erwärmungskomponente gibt, soll nicht bestritten werden. Die Erwärmung der letzten 150 Jahre ist durch einen Mix aus natürlichen und anthropogenen Ursachen bedingt. Der IPCC macht hier einen großen Fehler, wenn er in seinen Betrachtungen von 100% anthropogen ausgeht.

Ogurtsov und Kollegen vergleichen die moderne Erwärmung nun mit der Temperaturgeschichte der letzten 10.000 Jahre. Dabei finden Sie, dass es nur wenige ähnliche Erwärmungsphasen gegeben hat, wenn man die volle Erwärmung der letzten 135 Jahre betrachtet. Wenn man jedoch nur die Hälfte der Erwärmung als natürlich ansieht, so ereignen sich ähnliche Erwärmungsphasen im Durchschnitt alle paar Jahrhunderte. Die Autoren schlussfolgern, dass die natürliche Komponente in den Modellen viel stärker berücksichtigt werden muss. Im Gegenzug muss die Rolle der anthropogenen Faktoren reduziert werden, um ein insgesamt stimmiges Bild im Vergleich mit der realen Entwicklung zu erhalten. Hier der Abstract:

On the Possible Contribution of Natural Climatic Fluctuations to the Global Warming of the Last 135 Years
A number of numerical experiments with artificial random signals (the second order autoregressive processes), which have important statistical pro- perties similar to that of the observed instrumental temperature (1850-2015), were carried out. The results show that in frame of the selected mathematical model the return period of climatic events, analogous to the current global warming (linear increase of temperature for 0.95˚C during the last 135 years) is 2849-5180 years (one event per 2849-5180 years). This means that global warming (GW) of the last 135 years can unlikely be fully explained by inherent oscillations of the climatic system. It was found however, that natural fluctuations of climate may appreciably contribute to the GW. The return period of climatic episodes with 0.5˚C warming during the 135 years (half of the observed GW) was less than 500 years. The result testifies that the role of external factors (emission of greenhouse gases, solar activity etc.) in the GW could be less than often presumed.

 

 

Interessenskonflikt: Profiteure der Klimakatastrophen-Ideologie machen gemeinsame Sache mit Versicherungen und wollen Energiefirmen kräftig melken

Die FAZ brachte am 12. September 2017 einen ganz besonders hochqualitativen Artikel:

Papst nennt Leugner des Klimawandels „dumm“ und „stur“
Angesichts der zerstörerischen Hurrikan-Serie in der Karibik, den Vereinigten Staaten und Mexiko hat Papst Franziskus Leugner des Klimawandels als „dumm“ gebrandmarkt. Diejenigen, die den Klimawandel anzweifelten, sollten sich an Wissenschaftler wenden und diese befragen, sagte Franziskus am Montag auf dem Rückflug von Kolumbien nach Rom vor Journalisten. Die Experten seien „sehr klar, sehr präzise“.

Weiterlesen in der FAZ

Hat sich das der Papst selber überlegt oder hat es ihm sein päpstlicher Berater Hajo Schellnuhber zugeraunt? Wie auch immer, beiden sei angeraten, sich noch einmal gründlich mit der klimahistorischen Hurrikan-Literatur zu beschäftigen. Die himmlische Wahrheit: Es gibt keinen Trend. Das aktuelle Geschehen bewegt sich voll und ganz im Bereich der natürlichen Schwankungsbreite. Beispiele:

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Ein australischer Klimawissenschaftler wurde jetzt zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, da er mehr als eine halbe Millionen australische Dollar an Forschungsgeldern auf sein Privatkonto abgezweigt hat.

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Eine Studentin der University of Wyoming beschrieb auf WUWT, wie sie zur Klimaskeptikerin wurde.

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Spiegel Online am 5. September 2017:

Antarktis Vulkan verursachte vor 18.000 Jahren ein Ozonloch
Fast 200 Jahre lang wütete ein Vulkan einst in der Antarktis. Forscher glauben: Der Feuerberg hat schon damals einen Klimawandel eingeleitet.

Weiterlesen auf Spiegel Online

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Am 13. September 2017 überraschten Anthony J. Webster und Richard H. Clarke in Nature mit einer schrägen Idee: “Böse” konventionelle Energiefirmen sollen einen Riesenbatzen Geld an die “guten” Versicherungen überweisen, die dann als verlässliche Partner der Regierungen nachhaltige Projekte damit finanzieren:

Insurance companies should collect a carbon levy
[...] Here we propose that insurers collect a levy from energy producers according to the carbon intensity of their products. The funds generated should be invested in climate adaptation and low-carbon energy. This would be fair — polluters should redress the problems they create. The biggest beneficiaries of fossil fuels would then pay for the benefits they have derived at the expense of others, including future generations. [...]

Unerwähnt bleibt ein massiver Interessenskonflikt: Die Versicherungen haben ein handfestes Interesse an der Verbreitung des Klimakatastrophengedankens. Sie können unter diesem Hintergrund Prämien erhöhen, Kunden werben und zu teure weil zu gefährliche Gebiete aus dem Versicherungsschutz ausschließen. Mittlerweile regt sich Widerstand gegen dieses fragwürdige Geschäftsmodell:

Ein bisschen verworren klingt das alles schon. Daher lohnt es sich, den Hintergrund von Anthony Webster zu beleuchten. Vor kurzem wechselte er von der Physik in die Statistik. In seinem LinkedIn-Profil zählt er seine vielfältigen Interessen auf, wobei seine Klimaaktivitäten irgendwie nicht zum Rest seiner Tätigkeit passt:

My publications discuss Insurance and Climate Change, Foams, Emulsions, Plasma Equilibrium and Stability, and applications of Probability and Statistics.

Ist er vielleicht im privaten Bereich Aktivist? Was trieb ihn nach 15 Jahren Physik in den Karrierewechsel und den Klimakampf gegen die Energiekonzerne? Sein Co-Autor Richard Clarke leidet auf jeden Fall unter einem schwerwiegendem Interessenskonflikt. Er arbeitet für die Firma ‘Predict Ability’, die ihr Geld mit dem Verkauf von Software für den Kohlenstoff-Emissions-Handel verdient. Auf der Webseite heißt es:

PAL provides carbon pricing software and services that help financial institutions and public agencies understand, quantify and track carbon risk exposure.

Je schlimmer das Klimaproblem, desto mehr Kohlenstoffhandel, desto mehr Software und Beratung. Und das Geld soll von den Energiefirmen kommen, die Clarke zusammen mit dem Neu-Statistiker Webster in ihrem Nature Artikel finanziell ausquetschen wollen. Im Artikel selber muss Clarke seinen entsprechenden finanziellen Interessenskonflikt angeben:

Competing financial interests
R.H.C. is Director (Research) of Predict Ability Limited (PAL) and author of the book Predicting the Price of Carbon: How to Crack the Climate Code for Good, which is self-published by PAL. PAL is a science-led start-up limited company (incorporated in 2015) that claims to have determined a realistic carbon price based on insurance loss and damage, specifically using the Munich Re disaster database and other sources of mass data. A simple, lightning-based global attribution method has been used in the absence of the widespread event attribution system called for in the Nature Comment article. PAL has been privately funded since its beginning in 2015 by Dr Bruce Menzies (Chairman). The three directors are the only shareholders. More at http://predictability.ltd.uk/wp.

Zunächst einmal liest sich die Erklärung fast wie eine Werbeanzeige für PAL und das Buch. Eine Verbandelung mit Munich Re über ihre Extremwetter-Datenbank wird angegeben. Nature scheint es nicht gestört zu haben, sonst wäre der Artikel wohl nicht erschienen.

 

 

 

Klimaspuren der Bäume: Strahlungsschwankungen der Sonne als Impulsgeber

Heute wollen wir Ihnen ein neues, spannendes Buch empfehlen. Burghart Schmidt und Wolfgang Gruhle sind Dendrochronologen, das heißt, sie rekonstruieren das Klima der letzten Jahrhunderte und Jahrtausende anhand von Baumringen. Dabei stießen sie offenbar auf interessante Klimamuster, die sich im Takte der Sonnenaktivität veränderten. Hochspannend. Das Buch “Klimaspuren der Bäume: Strahlungsschwankungen der Sonne als Impulsgeber” erschien im August 2017 im Nünnerich-Asmus Verlag. Einen Flyer zum Buch gibt es auf der Verlagswebseite (pdf). Dort können Sie es auch für € 24,90 online bestellen, oder natürlich bei Amazon. Hier die Buchbeschreibung:

Bäume lügen nicht – Ihre Berichte zum Klimawandel

Jahrringe von Bäumen als historisches Archiv zum Klimawandel

Den Klimawandel in den Jahrringen von Bäumen gelesen, haben die Autoren des Bandes „Klimaspuren der Bäume – Strahlungsschwankungen der Sonne als Impulsgeber“, Burghart  Schmidt und Wolfgang Gruhle.

Da die Jahrringe von Bäumen Ausdruck des lokalen und regionalen Klimageschehens sind, denn ihre Breite wird durch die jährlich unterschiedliche Witterung bestimmt, haben die beiden Autoren die Wuchsmuster von Bäumen in Europa, Amerika, Asien und Neuseeland erfasst und in einer Kurve über 8000 Jahre zurückverfolgt. Diese 8000-jährige Kurve weist ähnlich verlaufende Marker wie die Temperatur- und Niederschlagskurven sowie die Sonnenfleckendaten auf, und kann damit auch klimatisch interpretiert werden. Auf der Suche nach den Ursachen für die zeitlichen Schwankungen zwischen feuchten und trockenen Klimaphasen während der letzten 8000 Jahre fanden die Autoren die Strahlungsschwankungen der Sonne als Taktgeber.

 

 

Wissenslücke schließt sich: Die Mittelalterliche Wärmeperiode auf der Südhalbkugel

In Nature Climate Change erschien kürzlich ein Editorial, das die wachsende Beteiligung der Bevölkerung an Klimaforschungsprojekten beschreibt:

Getting involved
Public participation in climate change research is reaching new-found heights due to an explosion in the number and diversity of citizen-science projects. These offer distinct opportunities for scientists to encourage education and outreach whilst maximising scientific gain. [...] Citizen science describes the collaborative participation of amateur scientists — usually volunteers — in research projects, through providing observations, data analysis, or loaning of tools. [...]

Ganzen Artikel in Nature Climate Change lesen.

Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Bürgern ist sehr zu unterstützen, wenn wirklich alle am selben Ziel interessiert sind, nämlich der ergebnisoffenen Herangehensweise und der Erweiterung unseres Wissens. Wir sind selber Teil dieser positiven Entwicklung, da einige von Ihnen – unsere Blogleser – das Kartierprojekt zur Mittelalterlichen Klimaanomalie (bzw. Mittelalterliche Wärmpeperiode, MWP) durch Crowdfunding unterstützt haben. Uns allen war klar, dass die Sachlage zu ungenau bekannt war, die vorhandenen Daten daher systematisch mit modernen Methoden ausgewertet werden mussten. Unser Aufruf zum Projekt ist nun schon ein Weilchen her, und der eine oder andere mag sich gefragt haben, was daraus geworden ist.

Es gibt gute Nachrichten. Sie wissen bereits, dass wir fast 1000 Studien in unsere Google Maps MWP-Online-Karte eingetragen haben. Weitere 1000 Publikationen befinden sich in der Wartschleife. Vor einem Jahr begannen wir, unsere Auswert-Methodik zu vervollständigen. Software wurde organisiert, gelernt, verfeinert. Online-Tools wurden identifiziert und ausprobiert. Kooperationen wurden geschlossen. Unzählige Emails wurden an Wissenschaftler geschrieben, um Daten auszutauschen und Ergebnisse zu diskutieren. Es läuft wirklich gut, die Kooperationsbereitschaft ist hoch, eine echte Teamarbeit. Ende Oktober 2017 kam nun unser erstes wissenschaftliches Paper im Fachblatt Paleoceanography heraus:

Warming and Cooling: The Medieval Climate Anomaly in Africa and Arabia
The Medieval Climate Anomaly (MCA) is a well-recognized climate perturbation in many parts of the world, with a core period of 1000-1200 AD. Here we present a palaeotemperature synthesis for the MCA in Africa and Arabia, based on 44 published localities. The data sets have been thoroughly correlated and the MCA trends palaeoclimatologically mapped. The vast majority of available Afro-Arabian onshore sites suggest a warm MCA, with the exception of the southern Levant where the MCA appears to have been cold. MCA cooling has also been documented in many segments of the circum Africa-Arabian upwelling systems, as a result of changes in the wind systems which were leading to an intensification of cold water upwelling. Offshore cores from outside upwelling systems mostly show warm MCA conditions. The most likely key drivers of the observed medieval climate change are solar forcing and ocean cycles. Conspicuous cold spikes during the earliest and latest MCA may help to discriminate between solar (Oort Minimum) and ocean cycle (Atlantic Multidecadal Oscillation, AMO) influence. Compared to its large share of nearly one quarter of the world’s land mass, data from Africa and Arabia are significantly underrepresented in global temperature reconstructions of the past 2000 years. Onshore data are still absent for most regions in Africa and Arabia, except for regional data clusters in Morocco, South Africa, the East African Rift and the Levant coast. In order to reconstruct land palaeotemperatures more robustly over Africa and Arabia, a systematic research program is needed.

Kurz zusammengefasst: Alle Land-Daten aus Afrika und Arabien zeigen eine Erwärmung während der MWP, mit Ausnahme von Israel, wo offenbar eine Abkühlung zu verzeichnen war. Vor den afrikanischen Küsten sah es anders aus. Hier haben veränderte Winde an vielen Stellen zu einem verstärkten Auftrieb kalter Tiefenwässer geführt, so dass die MWP eine Abkühlung erfuhr. Dies sind aber lediglich schmale Streifen, so dass sie flächenmäßig nicht übermäßig ins Gewicht fallen. Insgesamt ist festzustellen, dass es viel zu wenige Studien zur MWP-Temperaturentwicklung Afrikas/Arabiens gibt. Die beiden Gebiete machen ein Viertel der gesamten Landfläche der Erde aus und sind in den gängigen globalen Temperaturrekonstruktionen nur spärlich vertreten. Hier müssen dringend Studien aus schwerer zugänglichen Gebieten aus der Region her, in die sich die Forscher bislang aus logistischen Gründen nicht gewagt haben.

Wie geht es jetzt weiter? Ein Manuskript zum MWP-Hydroklima Afrikas ist zur Begutachtung eingereicht. Eine Studie zur MWP-Temperaturentwicklung der Antarktis ist in Arbeit, etwa zur Hälfte fertig. Im Anschluss wollen wir Australien/Ozeanien und Südamerika angehen, so dass wir daraus zusammenfassend einen Überblick zur MWP auf der Südhalbkugel gewinnen können. In der Vergangenheit wurde immer darauf hingewiesen, dass es die MWP auf der Südhalbkugel nicht gäbe bzw. die Sachlage unklar wäre. Wir wollen dabei helfen, in dieser Frage Klarheit zu erlangen. Wir gehen dabei absolut ergebnisoffen vor. Am Ende zählt die wissenschaftliche Wahrheit, unabhängig vom Standpunkt in der Klimadiskussion.

Unser Crowdfunding-Ziel von € 25.000 haben wir Dank Ihrer Unterstützung bereits zu 60% erreicht. Es wäre toll, wenn wir die verbleibenden 40% auch noch schaffen würden. Computer brechen zusammen, Monitore geben Ihren Geist auf, Graphiksoftware muss gekauft werden, Kosten für Vortragsreisen entstehen. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf, falls Sie geeignete Spender kennen bzw. selber helfen wollen. Auf diesem Weg bekommen Sie auch unsere Projekt-Kontonummer. Zudem gibt es weiterhin die online Paypal-Spenden-Option.

Apropos Vorträge. Sebastian Lüning wird am 8. November 2017 einen Vortrag zum paläoklimatologischen Kontext des 1,5-Gradziels halten. Der Vortrag findet in Birmingham auf Einladung der West Midlands Regionalgruppe der Geological Society of London statt. Beginn: 18:00 Uhr, Lapworth Museum of Geology and Earth Imaging Laboratory, Earth Sciences, University of Birmingham. B15 2TT.

Kommt das Geld für den IPCC bald von Aktivisten-Stiftungen?

In der Neuen Zürcher Zeitung erschien am 1. September 2017 ein lesenwerter Artikel von Sonja Margolina:

Die ideologischen Seiten des Klimawandels
Darüber, dass der Klimawandel allein menschengemacht ist, herrscht ein Konsens, der aggressiv gegen alle verteidigt wird, die Bedenken anmelden. Dabei ist der Konsens durchaus auch interessengeleitet. [...] Wer an den Klimawandel glaubt, neigt dazu, alle ungewöhnlichen Naturerscheinungen – ob ungewöhnliche Kälte oder Hitze, Bergsturz oder Überschwemmung – als Bestätigung seines Glaubens wahrzunehmen. So entsteht eine Plausibilität der Zusammenhänge, die das bereits verinnerlichte Weltbild bestätigt. Solches öffnet einem irrationalen Wettlauf um die Weltrettung Tür und Tor – vom Fleisch- oder Dieselverbot bis zur Dekarbonisierung der Weltwirtschaft.

Ganzen Artikel in der NZZ lesen.

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Eine Forschergruppe um Geli Wang veröffentlichte im April 2017 in Scientific Reports einen spannenden Artikel, in dem die bislang vernachlässigte natürliche Klimavariabilität zum Thema gemacht wird. Die Wissenschaftler analysierten die Temperaturdatenreihe Englands für die vergangenen 350 Jahre und fanden eine deutliche El Nino- und solare Hale-Zyklizität. Letztere hätte es eigentlich gar nicht geben dürfen, wenn man den IPCC-Modellen Glauben schenken würde. Die Autoren entdeckten zudem ein wichtiges Klimasignal im Jahrtausendbereich. Hier der Abstract:

Identification of the driving forces of climate change using the longest instrumental temperature record
The identification of causal effects is a fundamental problem in climate change research. Here, a new perspective on climate change causality is presented using the central England temperature (CET) dataset, the longest instrumental temperature record, and a combination of slow feature analysis and wavelet analysis. The driving forces of climate change were investigated and the results showed two independent degrees of freedom —a 3.36-year cycle and a 22.6-year cycle, which seem to be connected to the El Niño–Southern Oscillation cycle and the Hale sunspot cycle, respectively. Moreover, these driving forces were modulated in amplitude by signals with millennial timescales.

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Dem IPCC geht das Geld aus. Da viele Länder ihren Beitrag säumig bleiben und die USA unter Präsident Trumpwohl nicht mehr so tief in die Tasche greifen, muss sich der Weltklimarat nun um neue Geldquellen kümmern. Die Handelszeitung aus der Schweiz berichtete am 11. September 2017:

Der Klimaforschung gehen die Mittel aus
Wegen schlechter Zahlungsmoral seiner Mitglieder und einem allfälligen Rückzug der USA sucht der Weltklimarat (IPCC) nach neuen Einnahmequellen. Dies hat der Rat an seiner 46. Session in Montreal beschlossen. In Frage kommen etwa Crowdfunding oder Stiftungen.

Weiterlesen in der Handelszeitung

Klasse Idee. Da werden einige grüngefärbe Stiftungen sicher ein großes Interesse dran haben. Profiteure der Erneuerbaren Energien werden dann zu großzügigen Crowdfundern, um ihr Businessmodell auf diesem Wege weiter zu untermauern. Schon jetzt handelt es sich beim IPCC um einen “closed shop”. Wer versucht, an der Erstellung der Bericht mitzuwirken und nicht 100% auf IPCC-Linie ist, wird ausgeschlossen. Es mangelt an Ausgewogenheit. Aktivistengruppen platzieren munter ihre Kandidaten, Klimarealisten ist der Zugang dagegen verwehrt. Wenn nun auch noch die Finanzierung über windige Stiftungen und undursichtiges Crowdfunding organisiert wird, braucht man die Berichte gar nicht mehr zu öffnen. Ein neues System müsste her, das die alten Seilschaften nachhaltig stoppt und wieder Raum für fachlich fundierte und ergebnisoffene Synthesen schafft, im Sinne einer wirklich unabhängigen Schiedsrichterevaluierung.

Weitere Hinweise auf einen “closed shop” liefert auch eine Studie von Philip Leitfeld und Dana Fisher, die am 25. September 2017 in Nature Climate Change erschien. Die Wissenschaftler untersuchten den Autoren-Auswahlprozess am Beispiel des Millennium Ecosystem Assessment und fanden, dass persönliche Kontakte und Bekanntschaften aus früheren Berichten offenbar ein wichtiges Kriterium für eine Nominierung sind. Zudem scheinen einige wenige Einzelpersonen der Autorenauswahl ihren Stempel aufzudrücken und eigene Wunschkandidaten durchzudrücken. Mit anderen Worten: Klüngel. Ähnliches ist sicher auch für den IPCC anzunehmen. Hier der Abstract:

Membership nominations in international scientific assessments
International scientific assessments are transnational knowledge-based expert networks with a mandate to advise policymakers. A well-known example is the Millennium Ecosystem Assessment (MA), which synthesized research on ecosystem services between 2001 and 2005, utilizing the knowledge of 1,360 expert members. Little, however, is known about the membership composition and the driving forces behind membership nominations in the MA and similar organizations. Here we introduce a survey data set on recruitment in the MA and analyse nomination patterns among experts as a complex network. The results indicate that membership recruitment was governed by prior contacts in other transnational elite organizations and a range of other factors related to personal affinity. Network analysis demonstrates how some core individuals were particularly influential in shaping the overall membership composition of the group. These findings add to recently noted concerns about the lack of diversity of views represented in international scientific assessments.

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Stöbertipp in Alfred Brandenbergers Klima-Vademecum: Aus der Panik-Küche.

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Pressemitteilung der University of New South Wales vom 13. September 2017:

Ancient tree reveals cause of spike in Arctic temperature

A kauri tree preserved for 30,000 years has revealed a new explanation for how temperatures in the Northern Hemisphere spiked several degrees centigrade in just a few decades during the last global ice age.

A kauri tree preserved in a New Zealand peat swamp for 30,000 years has revealed a new mechanism that may explain how temperatures in the Northern Hemisphere spiked several degrees centigrade in just a few decades during the last global ice age. Unexpectedly, according to new research led by scientists from UNSW Sydney and published in Nature Communications, it looks like the origin of this warming may lie half-a-world away, in Antarctica. Rapid warming spikes of this kind during glacial periods, called Dansgaard-Oeschger events, are well known to climate researchers. They are linked to a phenomenon known as the “bipolar seesaw”, where a rise in temperatures in the Arctic happens at the same time as cooling over the Antarctic, and vice versa.

Until now, these divergences in temperature at the opposite ends of the Earth were believed to have been driven by changes in the North Atlantic, causing deep ocean currents, often referred to as the ocean “conveyor belt”, to shut down. This led to warming in the Northern Hemisphere and cooling in the south. But the study, which examines a specific Dansgaard-Oeschger event that occurred around 30,000 years ago, suggests Antarctica plays a role too.

The paper describes how the researchers used a detailed sequence of radiocarbon dates from an ancient New Zealand kauri tree to precisely align ice, marine and sediment records across a period of greatly changing climate. “Intriguingly, we found that the spike in temperature preserved in the Greenland ice core corresponded with a 400-year-long surface cooling period in the Southern Ocean and a major retreat of Antarctic ice,” says lead author and UNSW scientist Professor Chris Turney.

“As we looked more closely for the cause of this opposite response we found that there were no changes to the global ocean circulation during the Antarctic cooling event that could explain the warming in the North Atlantic. There had to be another cause.” A clue to what might be going on if the oceans weren’t involved appeared in lake sediments from the Atherton Tableland in Queensland. The sediments showed a simultaneous collapse of rain-bearing trade winds over tropical northeastern Australia. It was a curious change, so the researchers turned to climate models to see if these climate events might somehow be linked.

They started by modelling the release of large volumes of freshwater into the Southern Ocean, exactly as would happen with rapid ice retreat around the Antarctic. Consistent with the data, they found that there was cooling in the Southern Ocean but no change in the global ocean circulation. They also found that the freshwater pulse caused rapid warming in the tropical Pacific. This in turn led to changes to the atmospheric circulation that went on to trigger sharply higher temperatures over the North Atlantic and the collapse of rain-bearing winds over tropical Australia.

Essentially, the model showed the formation of a 20,000 km long “atmospheric bridge” that linked melting ice in Antarctica to rapid atmospheric warming in the North Atlantic. “Our study shows just how important Antarctica’s ice is to the climate of the rest of the world and reveals how rapid melting of the ice here can affect us all. This is something we need to be acutely aware of in a warming world,” says Professor Turney. It also showed how deeply the climate was linked across great distances says fellow author and climate modeler from the University of Tasmania, Dr Steven Phipps.

“Our research has revealed yet another remarkable example of the interconnections that are so much a part of our climate system,” says Dr Phipps. “By combining past records of past events with climate modeling, we see how a change in one region can have major climatic impacts at the opposite ends of the Earth.” This research was funded by the Australian Research Council and the United Kingdom’s Natural Environmental Research Council.

 

 

 

Wie gut tut den Grünen die Nähe zu Aktivisten?

Was macht man, wenn einem inhaltlich die Argumente ausgehen? Man beschimpft seinen Diskussiongegner einfach persönlich. Das kann man gerade bei den Grünen sehr schön beobachten, da sich der Klimawandel nicht so entwickelt hat, wie man es sich erhofft hatte. Berliner Zeitung vom 31. August 2017:

Klimawandel: Grüne werfen FDP Nähe zur AfD vor
Die grüne Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt hat der FDP vorgeworfen, sich in der Klimapolitik der AfD anzunähern. Anlass ist ein aktueller Tweet von FDP-Generalsekretärin Nicola Beer. „Die FDP stilisiert sich immer mehr zum Klimaleugner und macht sich Positionen der AfD zu eigen“, sagte Göring-Eckardt dieser Zeitung. „Damit widerspricht die FDP zudem den klaren Aussagen von Wissenschaft und Forschung.“

Göring-Eckardt verwendet das böse Wort “Klimaleugner” und muss dafür 50 cent in die Schmuddelkasse zahlen. Man muss es ihr nachsehen, sie ist verzweifelt. Gerade die Klimawandel-Aussagen der Grünen sind dafür bekannt, dass sie sich oft abseits der wissenschaftlichen Sachlage bewegen. Ihre beiden großen Verbündeten Lesch und Rahmstorf sollen dem Treiben einen seriösen Anstrich geben, was aber misslingt.

 

Am Ende des kurzen Artikels legt sich der Autor des Artikels, Markus Decker, nochmal fachlich kräftig auf die Nase:

Dass extremes Wetter Folge des Klimawandels ist, ist unter Klimaforschern weithin Konsens. Der Hurrican „Harvey“ über Texas und den US-amerikanischen Nachbarstaaten gilt als Beleg dafür. Durch den Klimawandel erhitzen sich die Weltmeere. Dadurch entsteht Feuchtigkeit, die sich bei Gelegenheit über Land entlädt.

Falsch. Der IPCC und die Wissenschaft argumentiert hier sehr viel vorsichtiger. Tipp: Mal beim IPCC nachschlagen. Mit Ausnahme der Hitzewellen wird vom Weltklimarat bisher kein deutlicher Bezug zum anthropogenen Klimawandel hergestellt. Peinlich, Herr Decker. Bleiben Sie lieber bei Politik und Gesellschaft, das haben Sie vermutlich studiert.

 

 

 

University of Sussex: Syrischer Bürgerkrieg hat nichts mit dem Klimawandel zu tun

Wie oft mussten wir lesen und hören, dass der Bürgerkrieg in Syrien ein Paradebeispiel dafür wäre, wie der Klimawandel zu Aggressionen und Klimaflüchtlingen führen würde. Der anthopogene Klimawandel hätte zu Dürren geführt, die dann Wanderungsbewegungen führten, welche dann den Krieg auslösten. Kaum jemand hat diese Logik richtig hinterfragt, denn sie klang gerecht und in den heutigen Zeitgeist passend. Ein Wissenschaftlerteam um Jan Selby hat die Behauptung jetzt trotzdem systematisch geprüft und kam zu einem ernüchternden Ergebnis: Es spricht sehr wenig dafür, dass der Klimawandel einen Beitrag zum Bürgerkrieg in Syrien geleistet hat. Dieses im September 2017 im Fachblatt Political Geography publizierte Ergebnis mag zwar gar nicht in den herrschenden Zeitgeist passen, nähert sich aber dafür der unspektakulären Wahrheit an. Hier der Abstract der Studie, der für sich spricht:

Climate change and the Syrian civil war revisited
For proponents of the view that anthropogenic climate change will become a ‘threat multiplier’ for instability in the decades ahead, the Syrian civil war has become a recurring reference point, providing apparently compelling evidence that such conflict effects are already with us. According to this view, human-induced climatic change was a contributory factor in the extreme drought experienced within Syria prior to its civil war; this drought in turn led to large-scale migration; and this migration in turn exacerbated the socio-economic stresses that underpinned Syria’s descent into war. This article provides a systematic interrogation of these claims, and finds little merit to them. Amongst other things it shows that there is no clear and reliable evidence that anthropogenic climate change was a factor in Syria’s pre-civil war drought; that this drought did not cause anywhere near the scale of migration that is often alleged; and that there exists no solid evidence that drought migration pressures in Syria contributed to civil war onset. The Syria case, the article finds, does not support ‘threat multiplier’ views of the impacts of climate change; to the contrary, we conclude, policymakers, commentators and scholars alike should exercise far greater caution when drawing such linkages or when securitising climate change.

Die University of Sussex gab zur Studie die folgende Pressemitteilung heraus:

New research disputes claims that climate change helped spark the Syrian civil war

A new study, published today in the journal Political Geography, shows that there is no sound evidence that global climate change was a factor in causing the Syrian civil war.

Claims that a major drought caused by anthropogenic climate change was a key factor in starting the Syrian civil war have gained considerable traction since 2015 and have become an accepted narrative in the press, most recently repeated by former US vice president Al Gore in relation to Brexit. This study, led by Professor Jan Selby at the University of Sussex, takes a fresh look at the existing evidence for these claims as well as conducting new research into Syrian rainfall data and the experiences of Syrian refugees.

Professor Jan Selby, Director of the Sussex Centre for Conflict and Security Research at the University of Sussex, says: “Our paper finds that there is no sound evidence that global climate change was a factor in sparking the Syrian civil war. Indeed, it is extraordinary that this claim has become so widely accepted when the scientific evidence for it is so thin.

“Global climate change is a very real challenge, and will undoubtedly have significant conflict and security consequences, but there is no good evidence that this is what was going on in this case. It is vital that experts, commentators and policymakers resist the temptation to make exaggerated claims about the conflict implications of climate change. Overblown claims not based on rigorous science only risk fueling climate scepticism.”

Professor Selby worked on the study with Christiane Fröhlich from the University of Hamburg’s Center for Earth System Research and Sustainability (CEN), Omar Dahi from Hampshire College, and Mike Hulme from King’s College London. Their article is published in a special section of the journal Political Geography, the leading outlet worldwide for the study of climate-conflict linkages. The article is accompanied by three responses from leading US-based academics, and a rejoinder from Selby and colleagues. All are available open access for a limited period.

Selby and colleagues’ article finds that:

  1. Although northeast Syria did experience an exceptionally severe drought prior to its civil war, this drought was not necessarily caused by human influences on the global climate;
  2. Though the 2006/07 to 2008/09 drought did contribute to migration away from northeast Syria, this was on nothing like the scale which has been claimed (most likely 40-60 thousand families, rather than the 1.5 million people often quoted), and was probably more caused by economic liberalisation than by the drought;
  3. There exists no meaningful evidence that drought-related migration was a contributory factor in the onset of the civil war.

Mike Hulme at King’s College London led original analysis of Syrian rainfall data, which showed the precise geographical and temporal limits of the 3-year drought. He says: “The drought in northeastern Syria was undoubtedly very severe, but is not necessarily part of a desiccating trend and cannot unambiguously be attributed to greenhouse gas emissions.”

Christiane Fröhlich from the University of Hamburg’s Center for Earth System Research and Sustainability (CEN) conducted interviews with Syrian refugees in Jordan with experiences of the pre-civil war drought. She says: “We need to bring the lived experience of those affected by global environmental change in to the scientific study of global warming in order to gain a fuller understanding of how its effects impact different parts of a society to varying degrees.”

Omar Dahi at Hampshire College says that: “Many aspects of Syria before and after March 2011 are widely accepted as fact despite little evidence. The climate change thesis is one of them, endlessly repeated without being properly interrogated.”

Ein weitere Studie warnt vor zu schnellen Interpretationen. Vally Koubi veröffentlichte am 23. Oktober 2017 im Fachblatt Current Climate Change Reports den folgenden Artikel:

Climate Change, the Economy, and Conflict

In den Conclusions heißt es:

“…these studies show there is no robust evidence for a “direct” climate-economy-conflict connection. Instead, they provide considerable suggestive evidence that climate-driven economic downturns lead to conflict in agricultural dependent regions and in combination and interaction with other socioeconomic and political factors.”

 

 

 

War der Bergsturz von Bondo wirklich eine Folge des Klimawandels?

Im August 2017 ereignete sich im schweizerischen Bondo ein schlimmer Bergsturz, der etliche Menschen unter sich begrub. Schnell war der Schuldige ausgemacht: Der Klimawandel, wer denn sonst? Die Basler Zeitung stellte dabei eine rühmliche Ausnahme dar und bot eine seriösere Sichtweise an:

Der Klimawandel von Bondo
Dass Leben ausgelöscht wurden, ist traurig und schlimm, hat aber mit dem Klimawandel nichts zu tun, sondern nur mit einem fehlenden Verständnis zur Unberechenbarkeit der Natur.

Der Bergsturz von Bondo hat wieder einmal in drastischer Deutlichkeit die unheimlichen und zerstörerischen Kräfte der Natur demonstriert. Es dauerte weniger lang als die nachfolgenden Murgänge, dass beflissene Klimahysteriker das Phänomen dem Klimawandel zuordneten. Nicht einmal unsere Bundespräsidentin konnte sich diesen Aussagen entziehen. Hier kann nun einmal mit Sicherheit und Deutlichkeit festgehalten werden, dass das grober Unfug ist.

Nicht nur als Geologe muss man solche Falschaussagen verurteilen. Berge sind gigantische Massen potenzieller Energie, die durch erosive Prozesse in unterschiedlichster Form gelockert und gelöst werden und irgendwann mal in kleinen oder grossen Mengen runterkommen. Erosion findet in tropischem, arktischem, nassem oder trockenem Klima statt. Der Prozess, der den Niedergang auslöst, ist zweitrangig.

Weiterlesen in der Basler Zeitung

Und auch Andreas Maurer warnte am 2. September 2017 in der Aargauer Zeitung vor vorschnellen Schuldzuweisungen:

Falsche Debatte
Trotz Bondo: Klimawandel führt nicht zu mehr Felsstürzen – im Gegenteil
Die Katastrophe von Bondo hat eine Debatte über die Folgen des Klimawandels ausgelöst. Bundespräsidentin Doris Leuthard sagte, der Felssturz sei Folge des Klimawandels. Ueli Gruner, Geologe und Lehrbeauftragter für Naturgefahren der Universität Bern, kontert. Eine Häufung in den letzten 150 Jahren könne nicht beobachtet werden.

Weiterlesen in der Aargauer Zeitung

In Alfred Brandenbergers Klima-Vademecum finden Sie weitere Artikel und Kommentierungen zum Thema Bergsturz.

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Am Samstag, dem 25. November 2017, findet von 14:00 – 19:30 Uhr in Berlin der Freiräume-Kongress statt. In mehreren Podiumsdiskussionen und Vorträgen geht es u.a. um Meinungsfreiheit, Verbraucherpolitik, ‚disruptive‘ Technologien, Einwanderung und die Zukunft der Europäischen Union. Es diskutieren Volker Tripp (Digitale Gesellschaft e. V.), Stefan Laurin (Herausgeber des Blogs Ruhrbarone), Peter Heller (Astrophysiker), Michael Wohlgemuth (Open Europe Berlin), Maja Göpel (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen), Kenan Malik (Publizist) und viele weitere Gäste. Zum vollständigen Programm geht’s hier. Der Kongress findet anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Magazins Novo statt. Er wird in Zusammenarbeit mit dem Verein Freiblickinstitut e.V. organsiert und ist ein „Satellite-Event“ des internationalen Battle of Ideas-Debattenfestivals.

Ort:  University of Applied Science Europe, Dessauer Str. 3-5, 10963 Berlin
Eintritt: siehe Tickets & Service

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Und noch ein Kongress: Am 9. und 10. November 2017 richtet EIKE die 11. Internationale Klima- und Energiekonferenz in Düsseldorf aus. In der Einladung zur Veranstaltung heißt es:

Im zehnten Jahr von EIKE laden wir hiermit zu unserer internationalen Klima- und Energiekonferenz nach Düsseldorf ein. Vom 9.-10. November präsentieren und diskutieren Forscher und Experten weniger bekannte wissenschaftliche und politische Aspekte von Klima und Energie.

Denn auch wenn gegenwärtig verschiedene Ereignisse im Wechsel die Schlagzeilen beherrschen, scheint das Überthema „Klimaschutz“ und damit verbunden die „Energiewende“ schier unsterblich zu sein. Denn ungeachtet der enormen Kosten der Energiewende und ihres fraglichen Nutzens, hält die Politik, unterstützt von fast allen etablierten Medien, daran fest

Seien sie mit dabei, wenn z.B. die Professoren Shaviv (Israel) und Svensmark (Dänemark) den Einfluss kosmischer Strahlung auf das Klima und seinen Wandel präsentieren, Marc Morano aus Washington die US Klima- und Energiepolitik erklärt oder wenn der Präsident der Schweizer Antiwindkraftvereinigung zeigt, wie man erfolgreich die Landschaft vor der Verschandelung durch Windkraftanlagen schütz.

Diese und viele andere Referenten geben Ihnen die Chance, sich ein eigenes Bild zu machen und gleichzeitig andere Personen zu treffen, die sich ebenfalls jenseits des Mainstreams informieren möchten.

Sollten Sie selbst nicht an der Konferenz teilnehmen können, würden wir uns freuen, wenn Sie die Einladung an Interessierte weiterleiten.

Wir freuen uns Sie in Düsseldorf begrüßen zu können

Dr. Holger Thuss

 

 

 

 

Verführer der Massen: Wenn sich Antifa-Aktivisten in die Klimaberichterstattung einschleichen

Das Kalte-Sonne-Blog ist politisch unparteiisch und gründet sich alleinig auf der Wissenschaft und der wissenschaftlichen Diskussion zum Klimawandel und seiner Folgen. Da die Klimadebatte jedoch leider hochpolitisch geworden ist, müssen wir trotzdem ab und zu in die Politik hinüberschielen. Im Vorfeld der kürzlichen Nationalratswahlen in Österreich brachte das Portal “Vice” am 9. Oktober 2017 einen Artikel, der den Standpunkt der FPÖ zum Klimawandel zum Thema hatte:

Warum die FPÖ den Klimawandel in Frage stellt
“Ich habe da eine ganz eindeutige Meinung. Es ist mir nicht das größte Herzensanliegen, den Klimaschutz zu bekämpfen.”

“Die Erderwärmung wird man angesichts zunehmender Sonneneruptionen und einer Erwärmung der Sonne nicht korrigieren können.” Das erklärt Parteichef Heinz-Christian Strache im Juni 2017 im Mittagsjournal des ORF.

Die Rolle der Sonne als Klimatreiber ist in der Tat ernst zu nehmen, wie hunderte von Publikationen zur Klimaentwicklung der letzten 10.000 Jahre eindrucksvoll zeigen. Auch wenn Strache hier die Details nicht vollständig im Griff hat, sollte man hier nicht vorschnell urteilen. Gemeint ist vermutlich der starke Anstieg der Sonnenaktivität im 20. Jahrhundert, der parallel zur globalen Erwärmung ablief. Ähnliche Bezüge zwischen Sonnenaktivität und Temperatur kann man auch zu vielen Zeiten in der vorindustriellen Klimageschichte entdecken. In den letzten 15 Jahren sackte die solare Aktivität dann wieder ab. Ob es purer Zufall ist, dass seitdem auch die Erwärmung ins Stocken geraten ist? Lesen wir weiter auf VICE:

Und damit es keine Zweifel an seiner Position gibt, erklärt Strache dann, dass keineswegs erwiesen sei, dass der Anteil des Menschen am Klimawandel so hoch sei wie so gut wie alle KlimaforscherInnen erklären.  

An dieser Aussage gibt es nichts auszusetzen. Der IPCC selber ist sich unsicher, wie hoch der anthropogene Anteil an der Erwärmung wirklich ist. Die Spanne der CO2-Klimasesnsitivität ist enorm und reicht von 1,5-4,5°C Erwärmung pro CO2-Verdopplung. Im Prinzip beruft sich Strache hier auf den IPCC selbst, der in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten keinerlei Fortschritt gemacht hat, um diese Unsicherheitspanne weiter einzugrenzen. Weiter auf VICE:

Sehen wir uns kurz die Fakten an. “Österreich erlebte die elf wärmsten Sommer der Messgeschichte im Zeitraum 2000 bis 2017″, erklärt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). An diesem Institut werden in Österreich die Wetteraufzeichnungen geführt. Das Jahr 2017 etwa war der drittwärmste Sommer seit dem Beginn der Messungen, also seit dem Jahr 1767.

Es verwundert nicht, dass die Temperaturen derzeit ganz oben sind. Die Messungen begannen 1767, also im natürlichen Kältetief der Kleinen Eiszeit. Eignet sich diese anomal kalte Phase wirklich als Null-Linie zu Vergleichszwecken? Wohl kaum. Weshalb wird hier nicht die Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP) vor 1000 Jahren angsprochen, als es ähnlich warm wie heute war? Klicken Sie auf die roten Punkte unserer MWP-Online-Karte, um die entsprechenden Studien zur MWP in Österreich aufzurufen. Was war der Grund dieser vorindustriellen Erwärmung, die von den gängigen Klimamodellen nicht reproduziert werden kann, da offenbar wichtige natürliche Klimafaktoren noch unberücksichtigt blieben bzw. quantitativ falsch dimensioniert worden sind, möglicherweise die Sonne? Weiter auf VICE:

So nehmen etwa sogenannte Starkwetter-Ereignisse deutlich zu, etwa Stürme. Auch die jüngsten Hurricanes in der Karibik und auf dem amerikanischen Kontinent seien laut Klimaforscher Michael E. Mann durch den Klimawandel weit tödlicher ausgefallen. Die Wetterumschwünge betreffen auch die Ernte. Sogar der sogenannte Arabische Frühling und der Krieg in Syrien könnten mit den Folgen des Klimawandels zusammenhängen.

Hier schreibt offenbar wirklich ein absoluter Klimalaie. Autor Michael Bonvalot lässt auch wirklich keine Gelegenheit aus, um sich lächerlich zu machen. Weder ist bei den Stürmen ein langfristiger Trend zu erkennen, noch gab es negative Langfrist-Trends bei den Ernten, noch ist der Krieg in Syrien dem Klimawandel zuzuordnen. Die seriöse Wissenschaft hat hier klare Zahlen und Veröffentlichungen vorgelegt, die eine klare Sprache sprechen. Bonvalot ist ganz offensichtlich auf schlechte Berater getroffen, wie das Zitat von Michael Mann zeigt, der den Klimawissenschaften durch seine fehlgeleitete Hockeystick-Kurve jahrelangen Schaden zugefügt hat. Einige Jahre später hat er dann seinen Fehler zum Glück selber korrigiert, wobei die neue Version seiner Temperaturrekonstruktion jetzt viel realistischer ist als sein fragwürdiger Ansatz um die Jahrtausendwende.

Besitzt Michael Bonvalot überhaupt den notwendigen naturwissenschaftlichen Hintergund, um kompetent über den Klimawandel und seine Ursachen schreiben zu können? Auf seiner Webseite schweigt er sich zu seiner Ausbildung und Studium aus. Vielmehr stellt er sich selber als eine Art Aktivisten-Journalist dar:

Ich sehe, was um mich herum geschieht und verspüre dann oft diesen unstillbaren Drang, darüber zu schreiben. Und erst, wenn ich fertig bin, kann ich wieder ruhig atmen. Am liebsten schreibe ich über die Dinge, die mich bewegen, die mich glücklich machen, die mich empören. Das Motto auf meiner Seite drückt genau das aus: Journalismus mit Meinung und Haltung.

Überhaupt scheint der Autor eher dem extremen linken Spektum zuzuordnen sein, wie auf Info-Direkt zu lesen ist:

Dabei ist sein politischer Hintergrund ohnehin leicht einzusehen: Bonvalot schreibt nicht nur für das „Antifaschistische Infoblatt“, sondern trat schon 2004 als Sprecher der „Antifaschistischen Linken“ auf. Eine gleichnamige Gruppe „Antifaschistische Linke“ in Berlin wurde vom Verfassungsschutz eindeutig dem linksextremen Spektrum zugeordnet. Gegenüber Info-DIREKT äußert sich Michael Bonvalot, dass es außer einer „zufälligen Namensgleichheit“ keine Verbindungen zur genannten Gruppe aus Berlin gab oder gibt.

Offenbar verharmloste Bonvalot anlässlich des Hamburger G20-Treffens auf Twitter die Plünderung eines Suppermarkts. Laut österreichischem Wochenblick könnte der Vorfall nicht ganz ohne Folgen für Bonvalot geblieben sein:

Der zur deutschen Zeitung „Zeit“ gehörende, staatlich geförderte Blog „Störungsmelder“, für den auch Bonvalot und Kohlhuber schreiben, hat sich aufgrund der radikalen Standpunkte nun von zwei Mitarbeitern getrennt. „Beide ehrenamtlichen Autoren waren während G20 nicht im Auftrag des Störungsmelders aktiv. Wir haben aber versucht, die Vorfälle gemeinsam mit ihnen zu rekonstruieren. Die Verharmlosung oder Rechtfertigung von Gewalt ist nicht mit einer Mitarbeit beim Störungsmelder vereinbar. Wir werden daher mit beiden Autoren in Zukunft nicht mehr zusammenarbeiten“, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung zu den Vorfällen.

Keine guten Voraussetzungen, um in der politisierten Klimadebatte einen kühlen Kopf zu behalten und die wissenschaftlichen Fakten fair abzuwägen. Insofern können wir uns die weitere Lektüre seines Artikels an dieser Stelle schenken. Die vorgebrachten Argumente haben zuwenig Tiefgang und Faktenbasis, als dass sich eine ernsthafte Diskussion hier lohnen würde. Erneut wird klar, dass eine Art Klimaführerschein für Journalisten notwendig wäre, um fundiert üner den Klimawandel berichten zu können. Aktivistenstücke sind dabei eher kontraproduktiv. Es verwundert, dass seriöse Klimawissenschaftler nicht gegen diese Art der Berichterstattung aufbegehren.

 

CO2-Schwankungen während der Permokarbonen Vereisung: Beifahrer oder Chauffeur?

Eiskernuntersuchungen der letzten 1 Millionen Jahre in Grönland und der Antarktis haben gezeigt, dass sich der CO2-Gehalt der Atmosphäre rhythmisch im Takt der letzten Eiszeiten und Warmzeiten geändert hat. Dabei scheint das CO2 während der Warmzeiten (Interglaziale) regelrecht aus dem Meerwasser auszugasen, da wärmeres Wasser weniger Gase lösen kann. Siehe unsere früheren Blogartikel zum Thema:

Zunächst einmal ist das CO2 also nur “Beifahrer” in diesem Prozess, werden die Änderungen in der CO2-Konzentration durch das Klima gesteuert. Die Frage ist nun, inwieweit die CO2-Änderungen wiederum auf das Klimageschehen wirken. Nun, das hängt stark von der angenommenen CO2-Klimasensitivität ab. Bei hohen Werten, gäbe es eine positive Rückkopplung, das heißt, die geringen CO2-Werte während der Kaltzeiten würden zu einer weiteren Abkühlung führen, bzw. die hohen CO2-Werte in den Warmzeiten zu einer weiteren Erwärmung.So wird aus dem ehemaligen Beifahrer CO2 schnell der Chauffeur.

Bei einer niedrigen CO2-Klimasensitivität würde die Rückkopplung allerdings nur eine geringe bzw. vernachlässigbare Rolle spielen. Da die primären Antriebsprozesse der Eiszeiten in Form von Erdbahnparameterschwankungen noch immer schlecht bekannt sind und schlecht modelliert werden können, bieten sich hier großartige Möglichkeiten für die Anhänger der starken CO2-Rückkopplung, die sie dankbar in ihre Simulationen und Überlegungen aufnehmen.

In der Erdgeschichte hat es immer wieder Vereisungsphasen gegegen. Eine dieser Kaltezeiten ereignete sich im Permo-Karbon, also vor 290 Millionen Jahren. Auch damals schwankten die CO2-Gehalte der Atmosphäre im Takt der Temperaturschwankungen. Hier spielen neben dem Ausgasen aus dem Ozean auch Verwitterungsprozesse und Veränderungen des Pflanzenbewuchses eine Rolle. Wiederum stellt sich die Frage: Beifahrer oder Chauffeur? Die zeitliche Auflösung der Studien ist natürlich nicht hoch genug, um dies aus den Gesteinsarchiven herauszubekommen.

Georg Feulner vom Potsdamer PIK hat die großen Freiräume in der Diskussion nun prächtig ausgenutzt und eine extreme Hypothese publiziert: Der CO2-Rückgang während der Permo-Karbonen Vereisung wäre durch die Bildung der Kohlelagerstätten und den damit verbundenen Entzug vo CO2 aus der Atmosphäre entstanden. NTV fand die Idee so gut, dass sie umgehend berichteten:

Fast kompletter “Schneeball”: Kohle-Entstehung ließ Erde vereisen
Bei der Verbrennung von Kohle wird CO2 frei. Das trägt zur Erderwärmung bei. Aber als sich der Brennstoff vor langer Zeit bildete, wurde der Atmosphäre CO2 entzogen – mit extremen Folgen.

Nach Bildung der heute genutzten Kohle ist die Erde vor etwa 300 Millionen Jahren nur knapp an einer vollständigen Vereisung vorbeigeschrammt. Zu diesem Schluss kommt Georg Feulner vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) anhand von Klimamodellen in den “Proceedings” der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (“PNAS”). Der Großteil der Kohle, die heute verfeuert wird und damit auch zur Erderwärmung beiträgt, entstand während des Karbon-Zeitalters vor 359 bis 299 Millionen Jahren, wie es in der Studie heißt. In gewaltigen Wäldern starben damals Bäume ab, deren Überreste sich langsam im Boden in Kohle umwandelten.

Weiterlesen auf ntv.

Wie sagte John von Neumann schon so schön über die großen Freiheiten von Modellen:

“With four parameters I can fit an elephant, and with five I can make him wiggle his trunk.”