Munich Re wundert sich: Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr 2017 dramatisch zurückgegangen

Die Basler Zeitung analysierte am 9. August 2017 einen Besuch der schweizerischen Bundespräsidentin Doris Leuthard in Grönland, die dabei vermutlich 100 Tonnen CO2 produzierte:

«Grönland schmilzt» – oder doch nicht

Bundespräsidentin Doris Leuthard fliegt für eine PR-Aktion ins grönländische Eis – SRF liefert die Begleitmusik.

Dank der «Tagesschau» von SRF sind wir ganz nahe dabei. Wir dürfen zuschauen, wie Konrad Steffen, Klimaforscher an der bundeseigenen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, für Doris Leuthard ein «Gstältli» kauft, einen Klettergurt, mit dem er die Bundespräsidentin bei ihrem Besuch im «Swiss Camp» in Grönland am Seil sichern will, falls sie im Eis von Grönland «es Stückli abechlättere» möchte.

Die Szene ist der Auftakt eines «Tagesschau»-Beitrags vom Montag über eine politische PR-Aktion. Schon bei der Anmoderation haben wir von Katja Stauber erfahren, dass Grönland das Gebiet sei, «in dem sich der Klimawandel in seinem ganzen erschütternden Ausmass zeigt». Damit ist der Rahmen vorgegeben, und er wird nicht mehr hinterfragt. Der Klimawandel ist schnell, gefährlich und ohne jeden Zweifel vom Menschen gemacht. Bundespräsidentin Leuthard schaut sich das nun an, um uns anschliessend zu sagen, was wir zu tun haben. Kritische Fragen zu Steffens Aussagen gehören nicht dazu. «Grönland schmilzt», kann der Klimaforscher deshalb sagen, ohne es belegen zu müssen.

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Eine der am häufigsten genannten Folgen des Klimawandels ist die prognostizierte Zunahme von Extremwetterschäden. Nicht zuletzt waren es die Versicherungen, die penetrant davor warnten und damit im Stillen einen fruchbaren Boden für die Kundenakquise und Preissteigerungen schafften. Ein kleines Problem jedoch gibt es: Die Natur will sich offenbar partout nicht an die Vorgabe des Klimaestablishments halten. Die Bayerische Staatszeitung berichtete am 18. Juli 2017 über die neueste Entwicklung:

Weniger Schäden durch Naturkatastrophen

Im ersten Halbjahr ging es auf dem Planeten vergleichsweise ruhig zu

Die Erde ist in der ersten Jahreshälfte weniger von schweren Naturkatastrophen in Mitleidenschaft gezogen worden als im langjährigen Durchschnitt. Die weltweiten Schäden summierten sich von Anfang Januar bis Ende Juni nach Daten des Rückversicherungskonzerns Munich Re auf die vergleichsweise geringe Summe von 41 Milliarden US-Dollar (aktuell rund 35,7 Mrd Euro). Das war weniger als die Hälfte der 111 Milliarden Dollar durch Naturkatastrophenschäden, die in der ersten Jahreshälfte 2016 angefallen waren.

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Ähnliches war bereits in den Vorjahren verzeichnet worden:

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Das Alfred Wegener Institut (AWI) brachte am 19. Juni 2017 eine dramatische Pressemitteilung zum beliebten Alarmthema “Kipppunkte”:

Wie sich das Klima an Kipppunkten in kurzer Zeit ändert

Neue Studie zeigt: Graduelle Veränderungen der CO2-Konzentration in der Atmosphäre können abrupte Klimaschwankungen auslösen

Während der letzten Eiszeit konnte der Einfluss von atmosphärischem CO2 auf den Nordatlantikstrom innerhalb weniger Jahrzehnte in Grönland einen Anstieg der Temperatur um bis zu 10 Grad Celsius verursachen. Das zeigen neue Klimaberechnungen von Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Instituts und der Universität Cardiff. Erstmals konnte damit nachgewiesen werden, dass es in der jüngeren Erdgeschichte Situationen gab, in denen graduell steigende CO2-Konzentrationen an sogenannten Kipppunkten abrupte Ozeanzirkulations- und Klimaänderungen ausgelöst haben. Diese abrupten Übergänge wurden in grönländischen Eiskernen beobachtet und sind als Dansgaard-Oeschger-Ereignisse bekannt. Die Ergebnisse der Studie sind nun in dem Fachjournal Nature Geoscience erschienen.

Während vergangener Eiszeiten kam es immer wieder zu abrupten Klimaänderungen in hohen Breitengraden der Nordhalbkugel. Wodurch diese Phänomene ausgelöst werden, ist allerdings bislang noch weitgehend ungeklärt. Um den Einfluss von CO2 auf solche abrupten Änderungen zu verstehen, haben Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) nun eine Reihe von Experimenten in einem gekoppelten Atmosphäre-Ozean-Meereismodell durchgeführt.

Erstautor Xu Zhang: „Mit unserer Studie konnten wir zum ersten Mal zeigen, wie ein allmählicher Anstieg von CO2 eine rasante Erwärmung auslöste.“ Dieser Temperaturanstieg geht auf eine Wechselwirkung zwischen Ozeanströmungen und der Atmosphäre zurück, die die Wissenschaftler in dem Klimamodell untersucht haben. Der CO2-Anstieg stärkt demnach die Passatwinde über Zentralamerika, indem sich der Ostpazifik stärker erwärmt als der Westatlantik. Hierdurch kommt es zu einem stärkeren Feuchtigkeitstransport aus dem Atlantik, wodurch sich Salzgehalt und Dichte des Oberflächengewässers erhöhen. Dieser Effekt löst schließlich einen abrupten Anstieg der Zirkulationsstärke aus. „Unsere Simulationen zeigen, dass bereits kleine Veränderungen der CO2-Konzentration ausreichen, um einen Wechsel der Zirkulationsmuster hervorzurufen. Diese können dann einen raschen Temperaturanstieg auslösen“, sagt Xu Zhang.

Die Verfasser der Studie zeigen außerdem, dass der CO2-Anstieg Hauptverursacher für veränderte Ozeanströmungen während des Übergangs von einer Eiszeit zur Warmzeit ist. „Ob der CO2-Anstieg in Zukunft ähnliche Effekte hervorrufen wird, können wir mit den Ergebnissen nicht zwingend vorhersagen, weil sich die Rahmenbedingungen heute von denen während einer Eiszeit unterscheiden. Allerdings können wir zeigen, dass es in der Erdgeschichte definitiv abrupte Klimaänderungen gegeben hat, die auf kontinuierlich steigende CO2-Konzentrationen zurückzuführen sind“, betont Klimawissenschaftler Gerrit Lohmann.

Die Arbeiten zu dieser Studie sind im Rahmen eines größeren Verbundvorhabens des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Paläoklimamodellierung (PalMod) unterstützt worden.

Paper in Nature Geoscience: Xu Zhang, Gregor Knorr, Gerrit Lohmann, Stephen Barker: „Abrupt North Atlantic circulation changes in response to gradual CO2 forcing in a glacial climate state“ DOI: 10.1038/NGEO2974

Es handelt sich um eine Geschichte aus der letzten Eiszeit. Damals herrschte eine starke Zyklizität, die zu den im Artikel genannten Dansgaard-Oeschger-Ereignissen (DO-Ereignissen) führte. Der Antrieb der DO-Zyklen ist noch immer nicht richtig verstanden. Stefan Rahmstorf hatte früher sogar einmal solare Aktivitätsschwankungen ins Spiel gebracht. Die AWI-Forscher lasten die Klimavariabilität nun dem CO2 an. Eine waghalsige These die nur durch fragwürdige Klimamodelle ermöglicht wird, die eine übersteigerte Erwärmungswirkung für das CO2 annehmen. In Wahrheit sieht die Zeitlichkeit zwischen CO2 und Temperatur genau andersherum aus: Zunächst steigt die Temperatur, dann das CO2. Letzteres gast bei Erwärmung des Wassers aus den Ozeanen aus. Das Phänomen wurde bereits vielfach dokumentiert. Weshalb das AWI diese Zusammenhänge nun ignoriert bleibt ein Rätsel. Siehe:

 

“Ich stand auf Larsen C in der Antarktis – dass dieser Eisberg abbrach, hat nicht direkt mit dem Klimawandel zu tun”

Vor kurzem stellten wir an dieser Stelle ein neues Forschungsförderprogramm der französischen Regierung zum Klimawandel. Nun gibt es dazu auch ein Zwillingsprogramm der deutschen Regierung. Am 13. Juli 2017 gab die deutsche Bundesregierung via BMBF bekannt:

Deutsch-Französisches Fellowship-Programm für Klima-, Energie- und Erdsystemforschung im Rahmen der französischen Initiative „Make our Planet great again”

Das Pariser Klimaabkommen stellt die Wissenschaft vor außergewöhnliche Herausforderungen, da die Vertragsparteien „die Notwendigkeit einer effektiven und zukunftsorientierten Reaktion auf das drängende Problem des Klimawandels auf der Grundlage der bestmöglichen verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse“ anerkannt haben.

Deutschland und Frankreich setzen sich gemeinsam für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens ein. Mit einem gemeinsamen Fellowship-Programm zur Förderung der Forschung in den Bereichen Klima-, Energie- und Erdsystemforschung gehen beide Länder mit gutem Beispiel voran. Im Rahmen der französischen Initiative „Make our planet great again” laden Deutschland und Frankreich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt ein, gemeinsam mit deutschen und französischen Partnern die Forschung in folgenden Bereichen der Nachhaltigkeitswissenschaften voranzutreiben:

Weiterlesen auf fona.de.

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Im Frühling 2017 diskutierten Frank Bosse und Fritz Vahrenholt hier im KS-Blog antarktische Blütenträume. Dominik Feusi griff das Thema am 18. Juli 2017 in der Basler Zeitung auf und stellte es einer großen Leserschaft vor. Lesenswert!

Wie die Antarktis «grün» geschrieben wurde

Eine britische Studie über Moose scheint den Klimawandel zu bestätigen, worauf sie trotz Lücken verbreitet wird. Die News zeigt, wie heute Wissenschaft manipuliert und für politische Zwecke eingesetzt wird.

Der Spiegel berichtete, die Zeit, der Österreichische Rundfunk (ORF) und in der Schweiz der Blick, die Tribunes de Genève oder die Lausanner 24heures: Die Antarktis, der riesige, mehrheitlich von Eis bedeckte Kontinent um den Südpol, werde, so die Meldung von Mitte Mai, «immer grüner». Es habe ein «nie da gewesenes Wachstum von Pflanzen» gegeben. Der früher «rein weisse» Kontinent, so hiess es in einer Meldung, ändere nun seine Farbe.

Schuld daran sei der Klimawandel. Ein Team um den Forscher Matthew Amesbury von der Universität Exeter in Grossbritannien habe herausgefunden, dass sich das Wachstum von Moos in den vergangenen 50 Jahren deutlich beschleunigt habe. Das sei eine «dramatische Auswirkung» des Klimawandels. Grüne und Linke sahen sich wieder einmal bestätigt: Den Klimawandel gibt es, er wird vom Menschen verursacht und er verändert die ganze Erde, sogar die Antarktis.

Missbrauch von Wissenschaft

Ein Team um den deutschen Chemiker und Naturschützer Fritz Vahrenholt wollte genauer wissen, was es mit der Nachricht auf sich hat und wie sie den Weg in die Medien gefunden hatte. Und mit jeder genaueren Information fiel die Meldung vom ungeheuerlichen Pflanzenwachstum, wo früher bloss Schnee und Eis regierten, mehr in sich zusammen. Die Rückverfolgung dieser News auf die tatsächliche Untersuchung in der Antarktis zeigt, wie heute Wissenschaft manipuliert und für politische Zwecke eingesetzt wird.

Weiterlesen in der Basler Zeitung

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Die Rhetorik der Klimadebatte ist relativ vorhersehbar und besitzt viele wiederholende Elemente. So drängen stets die Klimawandelwarner an die Mikrofone, wenn in den Polargebieten ein größerer Eisberg kalb. Dass das Gletscherkalben an sich ein ganz normaler Prozess ist, wird dabei geflisentlich verdrängt. Seriösen Forschern wird diese Alarmsucht mittlerweile zu bunt. Es regt sich Widerstand. Beispiel Adrian Luckman am 18. Juli 2017 auf krautreporter.de:

Ich stand auf Larsen C in der Antarktis – dass dieser Eisberg abbrach, hat nicht direkt mit dem Klimawandel zu tun
Mit meinem Team erforsche ich seit Jahren das Schelfeis in der Antarktis. Ich war erstaunt über die einseitigen Erklärungen, warum der Eisberg gekalbt hat. Als Professor für Gletscherkunde an der Swansea-Universität in Wales weiß ich nur eines sicher: Das Ereignis wird die Region von Grund auf verändern. [...] Was uns überrascht, ist das große Interesse an diesem zwar seltenen, aber durchaus natürlichen Vorkommnis. Denn trotz aller medialen und öffentlichen Begeisterung: Der Riss in Larsen C und das sogenannte Kalben des Eisbergs ist kein unmittelbares Warnzeichen für einen Anstieg des Meeresspiegels, und es besteht keineswegs ein direkter Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Weiterlesen auf krautreporter.de. Den ursprünglichen englischsprachigen Artikel gibt es in voller Länge hier bei Project MIDAS. In Eos wird auf ähnliche Eisschelf-Kollaps-Ereignisse vor 2000 Jahren hingewiesen:

Underlying warm seawater may have caused an ice shelf collapse deep in the past as well. At the 2016 American Geophysical Union Fall Meeting in San Francisco, scientists presented research indicating that warm water helped fuel ice loss in Antarctica’s Amundsen Sea 2000 years ago.

 

Drohendes Sardinenfangverbot: Welche Rolle spielen die atlantischen Ozeanzyklen?

Am 31. Juli 2017 berichtete Die Welt über eine Sardinenkrise in Portugal:

Sardinen: Portugals Fischern droht 15-jähriges Fangverbot
In jeder Sekunde werden in Portugal 13 Sardinen gekauft. Doch da die Bestände eingebrochen sind, fordern Experten ein jahrelanges Fangmoratorium. Portugal ist entsetzt – hat aber eine Hoffnung. [...] Bislang ist die Sardine – das Kilo ist im Laden für fünf bis sechs Euro zu haben – so etwas wie die Nahrung des Volkes. Bald aber könnte sie zum Luxusgut werden. Denn das in Dänemark beheimatete International Council for the Exploration of the Sea, kurz ICES, fordert wegen der Überfischung ein Fangmoratorium. Und das soll nicht nur vorrübergehend, sondern für mindestens fünfzehn Jahre gelten. Die Bestände seien so drastisch gesunken, dass sie jetzt einen langen Zeitraum bräuchten, um sich erholen zu können, sagen die Experten des ICES, der als Beratergremium für die EU-Kommission fungiert. [...] Während bei Bier keinerlei Knappheit zu verzeichnen ist, sind die Sardinenbestände in den vergangenen Jahren um mehr als 50 Prozent geschrumpft. Auch die Fangmengen brachen kräftig ein. Wurden 2013 noch 28.000 Tonnen aus dem Meer gefischt, waren es 2015 nur noch 13.729 Tonnen. [...] Portugiesische Politiker gehen schon mal auf die Barrikaden. Man habe in den letzten Jahren die Fangquoten stets reduziert und darauf geachtet, dass nur ausgewachsene Sardinen mit 11 cm Länge an Land gebracht würden, sagte José Apolinário, Staatssekretär für Fischerei in Lissabon. Nicht die Überfischung sei für die schwindenden Bestände verantwortlich, sondern der Klimawandel. [...]

Überfischung, Klimawandel. Über die Gründe wird im Artikel nur spekuliert, handfeste Informationen fehlen leider. Die Portugiesen beteuern, dass sie die Sardinenfischerei nachhaltig betreiben, und trotzdem brechen die Bestände ein. Ob der Verweis auf den Klimawandel hilft? Und welchen Klimwandel, den natürlichen oder anthropogenen? Gibt es jetzt Klimaausgleichszahlungen für die portugiesischen Fischer aus dem 100-Milliarden-Dollar schweren Klimatopf?

Aus anderen Regionen der Welt ist bekannt, dass die Ozeanzyklen einen großen Einfluss auf die Sardinenbestände haben können. Trift dies auch auf die Sardinen im Atlantik zu? Mit ein paar Google-Klicks stoßen wir auf ein Paper von Jürgen Alheit und Kollegen aus dem Jahr 2014:

Atlantic Multidecadal Oscillation (AMO) modulates dynamics of small pelagic fishes and ecosystem regime shifts in the eastern North and Central Atlantic
Dynamics of abundance and migrations of populations of small pelagic clupeoid fish such as anchovy (Engraulis encrasicolus), sardine (Sardina pilchardus), sardinella (Sardinella aurita), sprat (Sprattus sprattus) and herring (Clupea harengus) in the eastern North and Central Atlantic between Senegal and Norway vary in synchrony with the warm and cool phases of the Atlantic Multidecadal Oscillation (AMO). This is shown by compiling retrospective data on fish catches and anecdotal observations, which in some cases date back to the mid-19th century. The AMO is defined as the de-trended mean of North Atlantic (0–60°N) sea surface temperature anomalies. However, it is not primarily the temperature which drives the dynamics of the small pelagic fish populations. Instead, the AMO seems to be a proxy for complex processes in the coupled atmosphere–ocean system of the North Atlantic. This is manifested in large-scale changes in strength and direction of the current system that move water masses around the North Atlantic and likely involves the North Atlantic Oscillation (NAO), the Atlantic Meridional Overturning Circulation (AMOC), the Mediterranean Overflow Water (MOW) and the subpolar gyre (SPG). The contractions and expansions of the SPG apparently play a key role. This was particularly obvious in the mid-1990s, when the SPG abruptly contracted with the result that warm subtropical water masses moved to the north and east. Small pelagic fish populations in the eastern North and Central Atlantic, including those in the Mediterranean responded quickly by changing abundances and migrating northwards. It seems that the complex ocean–atmosphere changes in the mid-1990s, which are described in the text in detail, caused a regime shift in the ecosystems of the eastern North and Central Atlantic and the small pelagic clupeoid fish populations are the sentinels of this shift.

Im Haupttext wird erläutert, dass die Sardinen in Nordwest Afrika (und daher wohl auch in Südwest Europa) stark vom Ozeanzyklus der Antlantischen Multidekadenoszillation (AMO) abhängen:

Population fluctuations and long-term abundance trends of sardine off NW Africa are difficult to interpret because of (i) climatically induced expansions and contractions of distribution ranges,(ii) historically different beginnings for the various national fisheries and (iii) movements of the fisheries’ fleets (Zeeberg et al., 2008). Kifani (1998) gives a good description of changes of the northern stock between Cape Spartel and Agadir Bay observed from the 1960s to the 1990s. Catches were low during the warm AMO period from 1936 until the 1960s, then started to increase with the beginning of the cold AMO period, peaked in the mid-1970s and were low again from the early 1990s on.

Dazu werfen wir einen Blick auf die AMO-Kurve (Abb. 1). Die warme AMO-Phase reduziert die Sardinenpopulation, wohingegen die kalte AMO-Phase die Sardinen fördert. Und da wir uns momentan wieder in der warmen AMO-Phase befinden, wundert es kaum, dass die Sardinenzahl abgenommen hat.

 Abb. 1: Verlauf des AMO-Ozeanzyklus während der letzten 150 Jahre. Quelle: NOAA.

 

Fünfzehn Jahre Fangmoratorium werden gefordert. Wann kühlt die AMO ab, wann ist mit einer natürlichen Erholung der Bestände zu rechnen? Schreibt man den 60-Jahreszkyklus der AMO fort, dann wird die AMO wohl in der Tat in den kommenden anderthalb Jahrzehnten in der positiven Phase bleiben (Abb. 2), was den Sardinen so gar nicht behagt. Eine reduzierte Fangquote könnte daher durchaus Sinn machen, um die Zeit zu überbrücken, bis die Wassertemperaturen wieder absacken.

 

 Abb. 2: AMO-Prognose. Aus unserem Buch “Die kalte Sonne”.

 

Nun spielen aber offenbar auch der andere atlantische Ozeanzyklus, die NAO, eine Rolle (z.B. Ottersen et al. 2001). Auf jeden Fall lohnt es sich, die Literatur etwas genauer anzuschauen, bevor hinsichtlich der Sardinenfangquoten weitreichende Entscheidungen getroffen werden.

 

Wohin führt uns der aktuelle Zeitgeist?

Von Uli Weber

Seit der Christianisierung Mitteleuropas hat die Religion das Denken der Menschen als Angstglauben beherrscht und damit deren Handeln zwangsgesteuert, Zitat aus Wikipedia:

Religion kann Wertvorstellungen normativ beeinflussen, menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen, und in diesem Zusammenhang eine Reihe von ökonomischen, politischen und psychologischen Funktionen erfüllen. Diese umfassenden Eigenschaften von Religion bergen in sich das Risiko der Bildung religiöser Ideologien.“

Im ausgehenden Mittelalter begann sich der Mensch dann Kraft seiner Intelligenz und Logik langsam von dieser religiösen Ideologie zu emanzipieren, Zitat aus Wikipedia:

Mit Logik … oder auch Folgerichtigkeit wird im Allgemeinen das vernünftige Schlussfolgern und im Besonderen dessen Lehre – die Schlussfolgerungslehre oder auch Denklehre – bezeichnet. In der Logik wird die Struktur von Argumenten im Hinblick auf ihre Gültigkeit untersucht, unabhängig vom Inhalt der Aussagen.“

Diese Emanzipation mündete in das Zeitalter der Aufklärung, Zitat aus Wikipedia:

Als wichtige Kennzeichen der Aufklärung gelten die Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz, mit der man sich von althergebrachten, starren und überholten Vorstellungen und Ideologien „auch gegen den Widerstand von Tradition und Gewohnheitsrecht“ befreien will … Gesellschaftspolitisch zielte die Aufklärung auf mehr persönliche Handlungsfreiheit (Emanzipation), Bildung, Bürgerrechte, allgemeine Menschenrechte und das Gemeinwohl als Staatspflicht.“

Mit der Aufklärung befreite sich die Wissenschaft schließlich vom Korsett des Aberglaubens und schuf eine eigene Weltsicht, Zitat aus Wikipedia:

Die Wissenschaft ist ein System der Erkenntnisse über die wesentlichen Eigenschaften, kausalen Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten der Natur, Technik, Gesellschaft und des Denkens, das in Form von Begriffen, Kategorien, Maßbestimmungen, Gesetzen, Theorien und Hypothesen fixiert wird.“

Die Erkenntnisse der Wissenschaft führten dann schließlich zur Industrialisierung, Zitat aus Wikipedia:

Industrialisierung bezeichnet technisch-wirtschaftliche Prozesse des Übergangs von agrarischen zu industriellen Produktionsweisen, in denen sich die maschinelle Erzeugung von Gütern und Dienstleistungen durchsetzt. Das Gegenteil ist die Deindustrialisierung.“

Dieser Weg wird auch durch die individuelle wirtschaftliche Entwicklung nachgezeichnet. Im Zeitalter von Ackerbau und Viehzucht betrug die durchschnittlich verfügbare pro-Kopf Energiemenge etwa das 18 bis 24-fache des menschlichen Grundbedarfs. Und in unserem heutigen Industriezeitalter beträgt diese verfügbare pro-Kopf Energiemenge etwa das 70 bis 80-fache dieses Grundbedarfs. Jeder Einzelne von uns verfügt also etwa über das 3 bis 4-fache derjenigen Ressourcen, die einem vorindustriellen Menschen  im Mittelalter zur Verfügung gestanden hatten. Und diese wirtschaftlichen Ressourcen manifestieren sich in unserem technischen Lebensstandard, in der Verfügbarkeit und Qualität von Lebensmitteln, in Information und Kommunikation, Transportwesen und Logistik, unserem Gesundheitswesen und damit auch in unserer individuellen Lebenserwartung.

 

Wir müssen uns das hier wirklich noch einmal ganz klar vor Augen führen:

Es geht bei der Entwicklung des allgemeinen Lebensstandards ganz allein um die individuell verfügbare Energiemenge. Nahrung ist Energie und fossile Treibstoffe sind auch Energie – und beides steht uns heute fast unbegrenzt zur Verfügung, jedem Einzelnen von uns jeden Tag. Die Beschränkung des mittelalterlichen Menschen auf jahreszeitlich verfügbare Nahrung, Brennholz und ein wenig Wind- und Wasserkraft wird auch zutreffend als Mangelwirtschaft beschrieben. Und bereits diese ökologisch-vorindustrielle Gesellschaft hatte ihre Zukunftsängste um die begrenzt verfügbaren Ressourcen, Zitat aus Wikipedia:

Ängste vor einer Holznot markieren zeitgleich mit dem „Naturkult“ der Waldromantik zu Zeiten der Aufklärung den Beginn der modernen Umweltbewegung. Die Holznot im 18. Jahrhundert ist ebenso im Umfeld volksaufklärerischer und moralisierender Bemühungen zu sehen. Dabei wurden zum Beispiel Ideenwettbewerbe veranstaltet, bei denen Akademien und gelehrte Gesellschaften die Holznot auch im Themenspektrum Philosophie, Theologie und Ästhetik bis hin zu ökonomischen und staatstheoretischen Fragen besprachen.“

Menschlicher Erfindungsgeist hatte zu allen Zeiten der Endlichkeit unserer natürlichen Ressourcen abgeholfen. Auf die Holznot im 18. Jahrhundert folgte die technische Nutzung der Kohle – und später  dann der Gebrauch von Erdöl und Kernenergie. Im Unterschied zum ausgehenden Mittelalter basiert unser heutiger Lebensstandard also allein auf der technisch-industriellen Nutzung frei verfügbarer Energieträger sowie fossiler Derivate und der industrialisierten Landwirtschaft.

Wir könnten also eigentlich ganz zufrieden mit diesem komfortablen Leben in unserem hochindustrialisierten Paradies sein – aber wir sind es leider nicht.

Unsere Wohlstandsgesellschaft hat vielmehr ein sehr schlechtes Gewissen, weil es uns so gut geht. Und wir möchten das gerne ändern – also das schlechte Gewissen – natürlich bei gleichbleibendem Lebensstandard. Hierbei helfen uns diverse Ideologien, indem sie uns eine Vielzahl von Glaubenssätzen liefern, um kohlenstoff-basierte Technologien zu diffamieren. Die Generation Golf, die heute ihre Kinder mit dem SUV zu Schule fährt, ignoriert beispielsweise das Ergebnis von 5 Jahrzehnten Umweltschutz und skandalisiert verbliebene Restbelastungen, die oft überhaupt nur durch moderne Analyseverfahren nachweisbar sind, unter dem Mäntelchen einer moralischen Vorsorgereligion in ihr Gegenteil.

Und weil wir unser selbständiges Denken in die Clouds von Mietmäulern und Erziehungsmedien ausgelagert haben, glauben wir auch sonst wirklich alles, was man uns skandalisierend vorträgt:

  • Glyphosat schädigt angeblich Insekten und Vögel und gehört verboten: Aber Mais-Monokulturen für Biogasanlagen und windbetriebene ökologische EEG-Gebetsmühlen sind offenbar gut für Natur und Artenvielfalt und schädigen keinesfalls unsere Mitmenschen, Insekten, Vögel und Fledermäuse – mal ganz abgesehen vom Landschaftsverbrauch…
  • Das eigentliche Problem der deutschen Energiewende ist angeblich, dass die Kohlekraftwerke einfach nicht abgeschaltet werden: Aber ohne diese Kohlekraftwerke gäbe es in Deutschland zwangsläufig die ständige Gefahr von massiven Blackouts. Dagegen haben wir im europäischen Stromverbund mit unserem planwirtschaftlichen Zufallsstrom bereits die relativ sauberen Gaskraftwerke in den Ruin getrieben und die umweltfreundlichen  Wasserkraftwerke wirtschaftlich schwer geschädigt.
  • Viele Flüchtlinge, die in unser Land strömen, sind angeblich bereits Klimaflüchtlinge: Dagegen haben die menschenverachtende Umwandlung von Nahrungsmitteln in „klimaschonende“ Ökotreibstoffe und das damit verbundene „Land-Grabbing“ in der Dritten Welt mit möglichen Fluchtursachen offenbar überhaupt nichts zu tun – die Ursache ist vielmehr allein der vorgeblich menschengemachte Klimawandel…

Die Wissenschaft vom menschengemachten Klimawandel basiert auf dem weit verbreiteten Aberglauben an die menschliche Erbsünde vom verlorenen Paradies und weist erstaunliche Parallelen zur Holznot des 18. Jahrhunderts auf.
Schon das 97-Prozent Argument macht jedem aufgeklärten Menschen klar, dass es sich hierbei um eine quasireligiöse Ideologie handeln muss. Das postulierte „Ende der wissenschaftlichen Diskussion“ reicht dann historisch noch einen Schritt weiter in den Absolutismus zurück und gesteht den Adepten einer mittelalterlichen Glaubensmanifestation die Entscheidung über eine vorgeblich absolute Wahrheit zu. Mit einer solchen Argumentation hätte sich dieselbe Wissenschaft aber gar nicht erst entwickeln können, weil eine solche Haltung zu einem früheren Zeitpunkt jede Weiterentwicklung von vorn herein ausgeschlossen hätte.
Schließlich wird auch noch verbreitet, diese „wissenschaftliche Wahrheit“ über den Klimawandel sei viel zu komplex, als dass sie ein Einzelner überhaupt verstehen könne. Den gleichen Unsinn haben sicherlich auch katholische Priester über die lateinische Bibel verbreitet, bevor Luther sie dann schließlich ins Deutsche übersetzt hat …

Am Ende werden klimawissenschaftlich aufgepeppte Diffamierungen unserer industriellen Kultur wiederum von ökologischen Glaubensgemeinschaften benutzt, um uns den Weg zurück in ein neues Glaubensparadies schmackhaft zu machen. In diesem Paradies einer malthusianischen  Nachhaltigkeit wird eine reduzierte Weltbevölkerung am Ende ihre Nahrung wieder vollökologisch im Schweiße ihres Angesichtes erzeugen und ihren dringendsten Energiebedarf nur noch sporadisch durch Sonnenenergie und Wind zu decken vermögen. Wir folgen also schließlich dem medialen Trommelfeuer einer ideologischen Endzeitreligion kritiklos in eine mittelalterliche Reconquista:

Gott = Die gütige Mutter Gaia

Höllenfeuer = Der menschengemachte CO2-Treibhauseffekt

Religiöse Gebote = Das 2-Grad Ziel und die CO2-Vermeidung

Ablasszahlung = Die ökonomischen und ökologischen Kosten durch unwirksame planwirtschaftliche Subventionen und destruktive Maßnahmen wie den Ausstieg aus fossilen Energien (= Deindustrialisierung) und die Zerstörung der industriellen Landwirtschaft (= Ökologisierung)

Heilsversprechen = Das globale dekarbonisierte Paradies bis zum Jahre 2100

In allen Lebensbereichen treten heute selbsternannte Priester als die neuen Heilsbringer der Menschheit auf und verbergen die Realität ihrer technologiefeindlichen Ideologien hinter fraktierten Fakten. Und die unkritische schweigende Mehrheit lässt sich das ohne jeden individuellen Rest von logischem Verstand und historischem Bewusstsein gefallen.

Inzwischen befinden wir uns also schon längst wieder inmitten eines neureligiösen Angstglaubens, diesmal um eine vorgeblich durch den industriellen CO2-Ausstoß des Menschen verursachte Klimakatastrophe zu vermeiden. Und in vorauseilendem religiösem Gehorsam wird von der Menschheit verlangt, den Gebrauch der verfügbaren fossilen Ressourcen freiwillig einzustellen. Der Mensch wird sich am Ende dieser globalen Dekarbonisierung also in den Reservationen eines deindustrialisierten Ökoparadieses wiederfinden und diesen Planeten einer heiliggesprochenen Natur überlassen.

Unsere Wohlstandsgesellschaft hat offenbar vergessen was es heißt, wirklich arm zu sein und im Überlebenskampf den Status-Quo täglich neu aushandeln zu müssen; wir sehen unseren Lebensstandard vielmehr als gottgegeben an. Wenn wir also heute, aus einem infantilisierten Weltblick heraus, fortlaufend unsere demokratische Kultur, unsere wertschöpfende Industrie und unsere effektive Landwirtschaft denunzieren und Stück für Stück der Zerstörung durch selbsternannte Moralapostel preisgeben, dann reduzieren wir damit auch sehr nachhaltig den künftigen Lebensstandard nachfolgender Generationen.

Denn die Mittel für eine funktionierende öffentliche Verwaltung, öffentliche Infrastruktur, Bildung, Gesundheits- und Sozialleistungen, Umweltschutz und Entwicklungshilfe sind eben nicht gottgegeben, sondern müssen als gemeinschaftlicher Mehrwert über das individuell Überlebensnotwendige hinaus permanent neu erwirtschaftet werden. Und aus dieser fossil betriebenen Wirtschaft müssen außerdem die weiterhin steigenden Subventionen für alternative Heilstechnologien aufgebracht werden, die aus sich selbst heraus gar keine Wertschöpfung erzielen können. Kurz gesagt, in der Sahelzone werden Sie weder öffentliche Bücherhallen noch Genderaktivisten oder gar aktiven Umweltschutz finden, das alles sind reine Luxusphänomene; substantielle Transferleistungen in soziale, gesellschaftliche oder ökologische Projekte können sich nämlich nur fossil-basierte Industrienationen leisten.

Die Phase der Aufklärung zu eigenverantwortlichen Menschen in hochindustrialisierten Demokratien war offenbar nur eine sehr kurze Episode in der kulturellen Evolution. Nach dem Erreichen des „Point-of-no-Return“ für eine endgültige Zerstörung unseres fossil betriebenen technischen Paradieses werden wir also alle im gleichen dekarbonisierten Boot sitzen. Und für eine desinteressierte schweigende Mehrheit von Mitläufern gilt dann nicht etwa die historische Standardausrede, von alledem nichts gewusst haben zu wollen, sondern der harsche vorindustrielle Spruch „mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen“. Denn die zum selbständigen Denken erforderlichem Qualifikationen und Kenntnisse werden allen Menschen in unserem Lande per gesetzlicher Schulpflicht kostenfrei zwangsvermittelt…

Aber vielleicht handelt es sich bei dieser Endzeitpsychose einer globalen Dekarbonisierung  ja auch um eine untätigkeitsbedingte Übersprunghandlung. Medizinische Erkenntnisse legen beispielsweise nahe, dass die steigende Zahl von Allergikern mit den modernen hygienischen Lebensumständen einher geht. Kurz gesagt, je dreckiger die Umwelt ist, umso mehr hat unsere körpereigene Abwehr zweckbestimmt zu leisten – wenn sie allerdings nicht genug zu tun hat, kommt sie offenbar auf selbstzerstörerische Gedanken. Diese Erkenntnis könnte man im übertragenen Sinne ja auch auf unsere Endzeitpsychose einer von der menschengemachten Klimakatastrophe  anwenden: Je weniger unser Überlebenswille in einer hochindustrialisierten Wohlstandsgesellschaft gefordert ist, umso eher kommt er auf selbstzerstörerische Gedanken…

Sei es wie es sei – das traurige Fazit lautet jedenfalls: Offenbar haben die Klimawissenschaften heimlich vom verbotenen Baum der religiösen Erkenntnis genascht. Der durch den Klimavertrag von Paris politisch vorgezeichnete Weg in eine globale Dekarbonisierung wird die Menschheit aus diesem fossil betriebenen Paradies vertreiben und in eine ungewisse vorindustrielle Zukunft führen.

 

Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies. Michelangelo [Public domain], via Wikimedia Commons

 

 

Unerträglicher Klimaalarm: Wie ihm entgegentreten?

Fast täglich lesen wir in der Zeitung Klimaalarm. Wie soll man darauf reagieren? Einfach ignorieren? Einen Leserbrief schreiben, der vermutlich nicht veröffentlicht wird? Dem Redakteur oder Chefredakteur persönlich schreiben? Alle seine Freunde und Kollegen über den fehlerhaften Artikel per Rundschreiben informieren? Alles sehr gute Ansätze, die jedoch meist wenig Effekt haben. In einigen Fällen wird sich der Redakteur einige Gedanken machen. Meistens wird er den Brief einfach ignorieren, da nicht mit seiner ideologischen Einstellung kompatibel. Kritik unerwünscht. Man kann viel Zeit hineinstecken. Aber im Prinzip wiederholt sich der Alarm. Hier drei Beispiele.

Erster Fall. Auf nrz.de gab es am 24. Juni 2017 den folgenden Beitrag von Märle Häring:

Der Klimawandel ist am Niederrhein angekommen

Der Klimawandel ist in xyz angekommen. Das ist so eine Phrase, die sich wie Unkraut verbreitet hat. Was soll sie bedeuten? Aus wissenschaftlicher Sicht müsste der Schreiber zunächst einmal systematisch belegen, dass die aktuelle Entwicklung aus der Schwankungsbreite der natürlichen Klimavariabilität heraussticht. Dies unterbleibt in der Regel, so dass es bei einer unbelegten Behauptung bleibt. Schauen wir in den Artikel hinein: Was genau ist am Niederrhein passiert, dass der menschengemachte Klimawandel nun offensichtlich wurde?

Der Frühling beginnt früher, starker Regen oder große Trockenheit, Hagel und Unwetter: Auch am Niederrhein müssen sich die Menschen vorbereiten.

Der Frühling war bereits einmal vor 1000 Jahren zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP) zeitlich vorgerückt. Nichts Neues. Beim Starkregen gibt es keinen Trend, ebensowenig wie bei Dürren, Hagel und Unwetter. Einige Belege hier:

Kann man mit Fakten etwas gegen solch verkorkste Artikel anschreiben? Nein! Wir leben in einer postfaktischen Zeit, da interessieren Fakten kaum noch. Märle Häring wird einfach weitermachen, keine Frage.

 

Zweites Beispiel, vom 23. Juni 2017 auf bluewin.ch:

Forscher schlagen Alarm: Rekordtemperaturen im Mittelmeer

Forscher schlagen Alarm. Dramatische Ausmasse. Schon oft gehört und gelesen. Echte Alarmisten halt. Was für ein Rekord ist es denn, der da im Mittelmeer angeblich verzeichnet wurde? Noch nie so heiß wie heute? Wann war es das letzte mal so heiß?

Der Klimawandel und seine Folgen nehmen im Mittelmeer dramatische Ausmasse an. Wie Forscher des ligurischen Meteorologie-Verbands mitteilten, liegen die Temperaturen im Ligurischen Meer bei 25 Grad, fünf Grad über dem Durchschnitt in der zweiten Juni-Dekade.

5°C über einem Durchschnitt. Was für ein Durchschnitt überhaupt? Der letzten 100 Jahre oder 1000 Jahre oder was? Ein bisschen genauer wäre toll. Steht aber nicht im Beitrag. Schade. Die WMO hat einige Details. Vermutlich handelt es sich um eine Hitzewelle. Hätte man erwähnen sollen. Vor 400 Jahren war das Mittelmeer kalt, Stichwort Kleine Eiszeit. Und vor 1000 Jahren war es dort sehr warm,ähnlich wie heute. Klicken Sie einfach mal auf die roten Punkte auf unserer MWP-Karte.

 

Drittes und letztes Beispiel, Südtirol News vom 25. Juni 2017:

Trockenheit: Po-Ebene ruft Notstand aus
[...] Umweltminister Galletti machte den Klimawandel für die dramatische Lage verantwortlich: Hitze und Trockenheit würden dadurch langsam zur Normalität werden.

Einen Wechsel zwischen Trockenheit und Feuchtklima hat es in Norditalien und im Mittelmeerraum schon immer mal gegeben. Schwankungen der Sonnenaktivität scheinen eine wichtige Rolle zu spielen:

 

Staubablagerungen geben Neues zur Entstehungsgeschichte der Sahara preis

Pressemitteilung der Universität Leipzig vom 19. Juli 2017:

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Staubablagerungen geben Neues zur Entstehungsgeschichte der Sahara preis

Die Sahara ist mit etwa neun Millionen Quadratkilometern die größte Trockenwüste der Welt. Sie ist damit auch die größte Staubquelle der Erde, und die Stäube haben einen bedeutenden Einfluss auf die Düngung der Weltmeere, auf die Klimaentwicklung sowie auf die terrestrischen Ökosysteme. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Zielhofer, Physischer Geograph an der Universität Leipzig, hat nun in einer aktuellen Studie die Geschichte der Sahara-Staubstürme rekonstruiert und dabei neue Erkenntnisse zur Entstehungsgeschichte der Wüste erlangt. Veröffentlicht wurde die Studie jetzt in der renommierten geowissenschaftlichen Fachzeitschrift “Quaternary Science Reviews”.

An der interdisziplinären Studie sind unter anderem Geographen und Geowissenschaftler der Universitäten Leipzig, Manchester, Reykjavik und des Helmholtz-Zentrums Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) sowie mit Dr. Kerstin Schepanski eine Meteorologin des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung Leipzig und zwei Archäologen aus Rabat in Marokko und Köln beteiligt. Die Wissenschaftler konnten aus Ablagerungen eines Sees im Mittleren Atlas Marokkos Reste von Staubstürmen bis in eine Zeit vor 12.000 Jahren zurückverfolgen. “Wir gehen davon aus, dass die Staubablagerungen im Sidi Ali-See nicht nur lokale Stäube am nördlichen Rand der Sahara darstellen, sondern dass es sich vor allem auch um Fernstäube handelt, die zumindest teilweise auch aus dem sub-saharischen Raum der Sahelzone stammen”, sagt Christoph Zielhofer.

In den Zeitraum der vergangenen 12.000 Jahre fällt auch das Ende der sogenannten Afrikanischen Feuchtphase, welches nach bisherigen Studien zwischen 3.000 bis 7.000 Jahren vor heute lag. Davor war das Gebiet der heute hypertrockenen und lebensfeindlichen Sahara durch eine großräumige Savannen- und Steppenlandschaft gekennzeichnet, in der Elefanten und Löwen lebten und die von Nomadenstämmen besiedelt war. “Die Geschichte der Sahara-Stäube aus dem Sidi Ali-See gibt uns nun zeitliche Hinweise, wann das Ende der Feuchtphase erstmals einsetzte. Das hatte vermutlich nicht nur Konsequenzen auf die damalige Tier- und Pflanzenwelt in Nordafrika, sondern auch auf die dort lebenden Hirtennomaden”, sagt Staubforscher Hans von Suchodoletz vom Institut für Geographie der Universität Leipzig.

Die Wissenschaftler kamen zu dem überraschenden Ergebnis, dass das Ende der Afrikanischen Feuchtphase nicht wie bisher angenommen durch einen einmaligen klimatischen Übergang hin zur heutigen Wüste charakterisiert ist, sondern durch mehrere Staubphasen bereits vor 10.200, 8.200 und 6.600 bis 6.000 Jahren. “Dazwischen hat die Staubbelastung der Atmosphäre im Gebiet des marokkanischen Sidi Ali-Sees immer wieder abgenommen, bis dann spätestens vor 4.700 Jahren eine nachhaltig hohe Staubbelastung den bis in die aktuelle Zeit anhaltenden Trockenzustand der angrenzenden Sahara widerspiegelt”, erklärt Christoph Zielhofer.
Susanne Huster, Universität Leipzig

Publikation:
Originaltitel der Veröffentlichung in “”Quaternary Science Reviews”: “Millennial-scale fluctuations in Saharan dust supply across the decline of the African Humid Period”
https://doi.org/10.1016/j.quascirev.2017.07.010

El Nino verursacht riesige Pfütze auf dem Antarktiseis

Interessanter Artikel auf Spiegel Online am 16. Juni 2017 von Axel Bojanowski:

Doppelt so groß wie Deutschland Riesige Pfütze auf antarktischem Eispanzer
Normalerweise ist die Gegend trocken, selten fällt Schnee. Doch unlängst muss es in der Antarktis viel geregnet haben, eine riesige Pfütze hatte sich gebildet. Forscher haben eine Erklärung.

Weiterlesen auf Spiegel Online

Der El Nino war’s! Siehe auch Pressemitteilung der Ohio State University vom 15. Juni 2017:

Widespread snowmelt in West Antarctica during unusually warm summer

Strong El Niño played a major role in warming the air above the ice, researchers report

An area of West Antarctica more than twice the size of California partially melted in 2016 when warm winds forced by an especially strong El Niño blew over the continent, an international group of researchers has determined.

In the June 15 issue of the journal Nature Communications, they report that the warm spell persisted for more than two weeks in January 2016. Satellite data revealed a mix of melted snow and ice over most of the Ross Ice Shelf—a thick platform of floating ice that channels about a third of the ice flowing from the West Antarctic Ice Sheet into the ocean. While researchers have been gathering evidence for years that warm ocean water is melting West Antarctic ice shelves from beneath, this is one of the first times they’ve been able to document how warm air could also cause widespread melting from above. As it happens, researchers had installed the necessary instruments to investigate these processes in West Antarctica only a few weeks earlier, as part of a study to better understand how clouds affect the amount of energy that reaches the snow surface and influence its temperature.

“We were extraordinarily fortunate to be able to deploy state-of-the art equipment to West Antarctica just before this large melt event occurred,” said Dan Lubin, principal investigator of the Atmospheric Radiation Measurement (ARM) West Antarctic Radiation Experiment (AWARE). Lubin is a research physicist at the Scripps Institution of Oceanography in La Jolla, California and a coauthor of the Nature Communications study. “These atmospheric measurements will help geophysical scientists develop better physical models for projecting how the Antarctic ice sheet might respond to a changing climate and influence sea level rise,” Lubin added. Julien Nicolas, lead author of the paper, is a research associate at the Byrd Polar and Climate Research Center (BPCRC) at The Ohio State University. He’s part of the OSU team that provides weather and climate analysis for AWARE. When Nicolas got a January 2016 alert from the AWARE expedition that the weather at their campsite atop of the West Antarctic Ice Sheet had turned unseasonably warm, he checked to see in the satellite data what was happening to the rest of West Antarctica.

The presence of water in the snow is often hard to detect from visible satellite imagery, especially if clouds block the view. Instead, Nicolas analyzed satellite measurements of the microwave radiation emitted by the snowpack, since dry and wet snows have very different microwave signatures. What he saw during the melting event was an area of roughly 300,000 square miles, including most of the Ross Ice Shelf, that likely contained a mix of snow and water. “What probably happened is that the surface snowpack was able to contain the meltwater, acting as a buffer and preventing the formation of melt ponds and streams that can be common on some Antarctic ice shelves,” Nicolas said, “but we cannot rule out the presence of standing water in many locations.”

What makes this event particularly interesting to scientists is that it took place during one of the strongest El Niño events on record. “This conjunction of events was no coincidence,” he said. During an El Niño, warm waters from the equatorial Pacific Ocean move east. El Niños also favor weather patterns that steer warm air towards West Antarctica, but strong westerly winds that blow over the ocean to the north of the continent usually keep the warmer air at bay. BPCRC senior research associate Aaron Wilson, also a coauthor on the study, used climate models to show that melt events in West Antarctica are more likely to occur during El Niño conditions, especially when westerly winds are weak. What makes this January 2016 event unique, he explained, is that the warming occurred despite strong westerly winds.

“Without the strong westerlies, it’s likely there would have been much more melting,” Wilson said. Coauthor David Bromwich, professor of geography and leader of the Ohio State team, explained it this way: “In West Antarctica, we have a tug-of-war going on between the influence of El Niños and the westerly winds, and it looks like the El Niños are winning,” he said. “It’s a pattern that is emerging. And because we expect stronger, more frequent El Niños in the future with a warming climate, we can expect more major surface melt events in West Antarctica.” More frequent melting would accelerate the general deterioration of the ice sheet, he concluded.

Co-authors on the paper include former Ohio State master’s student Jonathan Wille, who served as a weather observer in West Antarctica in January 2016; Ryan Scott and Lynn Russell of Scripps Institution of Oceanography; Andrew Vogelmann of Brookhaven National Laboratory; Maria Cadeddu of Argonne National Laboratory; Johannes Verlinde of Penn State; Colin Jenkinson and Gregory Stone of the Australian Bureau of Meteorology; and Heath Powers and Maciej Ryczek of Los Alamos National Laboratory.

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Die US-amerikanische Forschungsbehörde NSF fördert aktuell ein Projekt mit 12.000 US$, in dem die Denkweise von Klimaleugnern besser verstanden werden soll. Wäre es nicht toll, wenn das Hauptresultat der Studie am Schluss wäre, dass man vielmehr das Phänomen Klimaalarmismus psychologisch untersuchen müsste? Wo wir gerade beim Thema Projekte sind. Eine besonders wichtige Untersuchung widmete sich neulich der feministischen Frage in der Gletscherforschung. Ebenfalls hochspannend.

 

Das Ende der Hotspot-Diskussion

Jede Diskussion hat ihren historischen Ballast. Das gilt auch für die Klimadiskussion. Beide Seiten der Debatte versuchten in der Frühphase schnelle Punkte zu machen, wobei so einiges schief ging. So versuchte sich die Alarmseite an einer Art “Gottesbeweis”, wollte ein Muster in der Atmosphäre gefunden haben, das nur mit CO2 zu erklären sei. Normalerweise nimmt die Temperatur der Atmosphäre mit der Höhe ab, jedoch sollten die Äquatorregionen angeblich eine Ausnahme bilden und sogar mit der Höhe wärmer werden. Im 4. IPCC Klimabericht von 2007 zeigte der IPCC eine “Beweisgraphik” aus einer Simulation (Abb. 1). Auf der y-Achse ist die Höhe (ausgedrückt in Luftdruck) zu sehen, auf der x-Achse die geographische Breite. Der Äquator liegt in der Mitte. Rote Farben zeigen warme und blaue Farben kalte Temperaturen an. Der rote Punkt über dem Äquator ist der berühmt-berüchtigte Hotspot.

Die einzelnen Teilabbildungen zeigen nun, wie die Temperaturmuster gemäß Klimamodell aussehen müssten, wenn einzelne Klimafaktoren dominieren würden. In Teilabbildung (a) wird die Sonne gezeigt, in (b) Vulkane und (c) CO2, und so weiter. Die Graphik ist so gestaltet, dass das CO2-Bild genauso aussieht wie das Gesamtbild aller Klimatreiber in Teilabbildung (f). Da wäre er also, der angebliche “CO2-Beweis”. Diskussion beendet!

 

 

Abb. 1: Zonal mean atmospheric temperature change from 1890 to 1999 (°C per century) as simulated by the PCM model from (a) solar forcing, (b) volcanoes, (c) well-mixed greenhouse gases, (d) tropospheric and stratospheric ozone changes, (e) direct sulphate aerosol forcing and (f) the sum of all forcings. Plot is from 1,000 hPa to 10 hPa (shown on left scale) and from 0 km to 30 km (shown on right). See Appendix 9.C for additional information. Based on Santer et al. (2003a). Abbildung aus IPCC AR4.

 

Allerdings gab es ein kleines Problem. Denn die Abbildung beschreibt ja nur die simulierte Welt, nicht die echte. Wenn man sich die realen Messdaten anschaut, dann gibt es den Hotspot – also den roten Punkt über dem Äquator – gar nicht. Peinlich. Also wurde das Hotspot-Modell in aller Stille wieder eingemottet. Die IPCC-nahe Aktivistenplattform Skeptical Science bemüht sich redlich um Schadensbegrenzung und vermutet ein “Mißverständnis”. Dort träumt man allen ernstes davon, dass die Messdaten falsch und die simulierten Daten korrekt sind:

Satellite measurements match model results apart from in the tropics. There is uncertainty with the tropic data due to how various teams correct for satellite drift. The U.S. Climate Change Science Program conclude the discrepancy is most likely due to data errors.

Obwohl die Hotspot-Debatte eigentlich tot ist, tauchen ab und zu Zombie-artige Beiräge auf, die versuchen, die Hotspot-Diskussion wiederzubeleben. Im Mai 2015 massierten und filterten Sherwood & Nishant die Mess-Daten in einer Art und Weise, dass sie ein Hotspot-Muster erhielten. In einer dazugehörigen Pressemitteilung erklärten sie die Disussion kurzerhand für beendet. Die Kritik an der heftigen Datenveränderung ließ nicht lang auf sich warten. Sehr detailliert z.B. auf JoNova:

Desperation — who needs thermometers? Sherwood finds missing hot spot with homogenized “wind” data

Who’s desperate to find the missing hot-spot? Sherwood’s new paper claims to have found it, but after years of multi-layered adjustments, and now kriging the gaps, and iteratively homogenizing, the results of the new data partly “solve” one problem while creating others. There’s no documented, physical reason for the homogenizing and there’s no new insight gained. The raw data was used by airlines, the military, and meteorologists for years, yet the suggested new results are quite different to the raw data. It’s as if we can’t even measure air temperature properly. Somehow we’ve made multivariate complex models work but not simple temperature sensors? The main problem with the old results was that they didn’t fit the models. Now, after torturing the data, they still don’t. 

Twenty-eight million weather balloons had shown by 1999 that the key assumption in the climate models was wrong. Without feedbacks, the models only produce 1.2°C of warming with a doubling of CO2. With feedbacks the simulations ramp that up to a dangerous 3 – 4 degrees C, and water vapor was the most important feedback. It’s just no fun for the Global Worriers without it.

Weiterlesen auf JoNova

Auch Roy Spencer, Spezialist für satellitengestützte Temperaturmessungen, kommentierte die neue Arbeit:

I’ve looked through the paper and find the statistical black box approach they used to be unconvincing. I’ll leave it to others to examine the details of their statistical adjustments, what what the physical reasons for those adjustments might be.

Siehe auch Kommentare auf WUWT zum Paper.

Im August 2016 legten Wallace II, John Christy und Joseph d’Aleo von der klimaskeptischen Seite eine detaillierte eigene Auswertung vor, die keinen Hotspot findet. Das pdf gibt es hier. Abstract:

These analysis results would appear to leave very, very little doubt but that EPA’s claim of a Tropical Hot Spot (THS), caused by rising atmospheric CO2 levels, simply does not exist in the real world. Also critically important, even on an all-other-things-equal basis, this analysis failed to find that the steadily rising Atmospheric CO2 Concentrations have had a statistically significant impact on any of the 13 critically important temperature time series analyzed. Thus, the analysis results invalidate each of the Three Lines of Evidence in its CO2 Endangerment Finding. Once EPA’s THS assumption is invalidated, it is obvious why the climate models they claim can be relied upon, are also invalid. And, these results clearly demonstrate–13 times in fact–that once just the ENSO impacts on temperature data are accounted for, there is no“record setting” warming to be concerned about. In fact, there is no ENSO-Adjusted Warming at all. These natural ENSO impacts involve both changes in solar activity and the 1977 Pacific Shift. Moreover, on an all-other-things-equal basis, there is no statistically valid proof that past increases in Atmospheric CO2 Concentrations have caused the officially reported rising, even claimed record setting temperatures. To validate their claim will require mathematically credible, publically available, simultaneous equation parameter estimation work. The temperature data measurements that were analyzed were taken by many different entities using balloons, satellites, buoys and various land based techniques. Needless to say, if regardless of data source, the results are the same, the analysis findings should be considered highly credible.

Schön wäre natürlich gewesen, wenn die Studie offiziell publiziert worden wäre, in einem etwas nüchternerem Stil. Die Debatte ist angesichts der Vorgeschichte noch immer emotionalisiert. Einer der Autoren hatte dies jedoch bereits in Douglass & Christy 2013 getan, ein Paper das in Energy & Environment erschien und ebenfalls keinen Hostpot betätigen konnte.

Im September 2013 hatte bereits ein Team um Costas Varotsos in den Geophysical Research Letters die Diskrepanz zwischen Modellen und Realität hinsichtlich des fehlenden Hotspots diskutiert. Die Autoren fanden wichtige Probleme in den Modellen und schlugen Korrekturmaßnahmen vor:

Plausible reasons for the inconsistencies between the modeled and observed temperatures in the tropical troposphere
We hereby attempt to detect plausible reasons for the discrepancies between the measured and modeled tropospheric temperature anomalies in the tropics. For this purpose, we calculate the trends of the upper-minus-lower tropospheric temperature anomaly differences (TAD) for both the measured and modeled time series during 1979–2010. The modeled TAD trend is significantly higher than that of the measured ones, confirming that the vertical amplification of warming is exaggerated in models. To investigate the cause of this exaggeration, we compare the intrinsic properties of the measured and modeled TAD by employing detrended fluctuation analysis (DFA). The DFA exponent obtained for the measured values reveals white noise behavior, while the exponent for the modeled ones shows that they exhibit long-range power law correlations. We suggest that the vertical amplification of warming derived from modeled simulations is weighted with a persistent signal, which should be removed in order to achieve better agreement with observations.

In der Realität scheint sich die tropische Atmosphäre entgegen der Hotspot-Theorie sogar in en letzten 50 Jahren abgekühlt zu haben, wie  Zerefos et al. 2014 im Fachblatt Atmospheric Chemistry and Physics schrieben. Eine detaillierte Besprechung des Paper finden Sie auf WUWT.

Man sollte das Hotspot-Modell nun endlich ruhen lassen und seine Energie auf wichtigere Bereiche konzentrieren. Selbst IPCC-Hardliner haben diesen Versuch eines “quick win” mittlerweile aufgegeben, da sich hier kein Blumentopf mehr gewinnen lässt. Hotspot – ruhe er in Frieden.

 

 

 

Vun‘d Fischer un sien Fru – oder: Unsere Frau Ilsebill und der EEG-Leuchtturm

Von Uli Weber

In Büsum steht ein Leuchtturm:

 

Und dieser Leuchtturm hat eine sehr nachhaltige Geschichte:

 

Aber diese Geschichte ist wenig EEG-freundlich:

 

Waren die Behörden früher etwa schlauer als heute oder einfach nur verantwortungsbewusster? Das EEG ist jedenfalls ein höchst kostenintensives Volksmärchen, das den tiefen Glauben an eine Erlösung der Welt durch planwirtschaftliche deutsche Windmühlen verkündet. Die plattdeutsche  Geschichte vom Fischer und seiner Frau endet dagegen eher tragisch:

Na, wat wüll se den? sech de But.                            Na, was will sie den, fragt der Butt.

Ach, sech he, se wüll waadn as de leve Gott.         Ach, sagt er, sie will werden wie der liebe Gott.

Gah man hem, se sitt all wedder in’n Pißpott.       Geh nach Hause, sie sitzt jetzt wieder in der alten Hütte.

Un daa sitten se no hüt in dissen Dag.                     Und dort sitzen sie noch bis zum heutigen Tage.

 

Wir alle können also sehr gespannt darauf sein, wie die Geschichte mit dem deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz und der klimareligiösen Weltrettung wohl schließlich ausgehen mag. Vielleicht sitzen wir am Ende ja auch alle wieder, deindustrialisiert anstatt dekarbonisiert, in einer verräucherten Hütte und träumen von Labskaus

 

Die Sonne im Juli 2017. CO2-Klimasensitivität sackt in neuer Arbeit dramatisch ab

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Unser Energie-und Lebensspender im Zentrum des Planetensystems war (wie sollte es anders sein?) auch im vergangenem Monat deutlich unternormal aktiv. Die festgestellte SSN (SunSpotNumber) betrug 18,3. Dies sind nur 36% des zu diesem Zykluszeitpunkt Üblichen (SSN=51) als Mittelwert aller 23 bisher komplett beendeten Zyklen. An 11 Tagen des Juli war die Sonne gänzlich fleckenfrei. Bemerkenswert: während in den vergangenen Monaten stets die Nordhemisphäre der Sonne aktiver war (im Juni waren ausschließlich Flecken dort), so war im letzten Monat die Südhemisphäre der aktivere Part. 60% der raren Flecken traten dort auf. Insgesamt ergibt sich dieses Bild für den aktuellen Zyklus Nr. 24:

Abb.1: Der aktuelle SC (SolarCycle) 24 (rot) im Vergleich zu einem mittleren Zyklus (blau) und dem oft vergleichbaren SC5 (schwarz).

 

Der Vergleich der  Zyklen untereinander:

Abb.2: Der Vergleich der Fleckenaktivität der bisher systematisch beobachteten Zyklen seit 1755.

 

Die Werte in Abb. 2 entstehen durch die Aufsummierung  der monatlichen Differenzen der einzelnen Zyklen zum Mittelwert, blau in Abb. 1. Die Aussichten für das, was an solarer Aktivität nach dem aktuellen Zyklus kommt, sind nach wie vor ein wenig unbestimmt. Der Fehler in den Daten der polaren Felder, der seit Mai 2017 bekannt ist, wurde noch nicht korrigiert. Daher ist es momentan nicht möglich, einigermaßen verlässliche Prognosen über die genauere Stärke  des kommenden Zyklus anzustellen. Eines jedoch ist sicher: der Zyklus wird  wiederum unternormal stark werden. Das Feldexperiment mit einer länger inaktiven Sonne wird weiter gehen.

 

Realismus vs. Katastrophe: 2:0

Eine hochinteressante Arbeit erschien am Monatsende des Juli 2017. Die beiden Autoren unter Führung von Thomas Mauritsen vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie unternahmen einen spannenden Ausflug in das Klima der Zukunft. Sie stellten sich die Frage: Wie viel Wärme ist schon in der „Pipeline“, also was wäre, wenn der Antrieb durch Treibhausgase auf dem heutigen Stand eingefroren würde und wir ins Jahr 2100 schauen? Ein (wirklich sehr) aufmerksamer Leser wird sich vielleicht erinnern, dass auch wir diesen Fall schon einmal betrachtet haben, und zwar im Oktober 2015, kurz vor der Pariser Klimakonferenz.

Das erste, was man für ein solches Experiment wissen muss, ist: wie empfindlich reagiert  unser Klima auf die Verdopplung  von CO2? In der Arbeit von Mauritsen & Pincus benutzen die Autoren löblicherweise nicht Modelle, sondern stützen sich auf Beobachtungen wie es jeder empirische Wissenschaftler bevorzugt tun würde. Sie ermitteln die „TCR“ (Transient Climate Response), das ist die Erwärmung durch Kohlendioxidverdopplung im Verlaufe der stetigen Erhöhung des Anteils dieses Treibhausgases in unserer Atmosphäre. Sie ist vornehmlich für das Temperaturniveau in dekadischen Zeiträumen (also bis mindestens 2100) verantwortlich. Sie fassen dies im Bild 1 der Arbeit zusammen, es sei hier mit der Bildunterschrift wiedergegeben:

Abb.3: Die wahrscheinlichsten Werte für TCR und ECS (Erklärungen: vgl. original Bildunterschrift): 1,32 °C; 1,79°C  aus Beobachtungen. Quelle: Fig.1 aus Mauritsen/Pincus (2017).

 

Diese Werte sind sehr nahe an denen, die auch in dieser Arbeit gefunden wurden: TCR= 1,35; ECS=1,64. Benutzt man Beobachtungen sehen die Ergebnisse für die Empfindlichkeit unseres Klimas gegenüber CO2- Erhöhungen alle sehr ähnlich aus, sie liegen deutlich unter denen des  Modell-Mittelwerts. In unserem Ansatz erhielten wir für TCR einen noch leicht geringeren Wert: 1,25°C. Warum erklären wir Ihnen später.

Im weiteren Verlauf ermitteln die Autoren von Mauritsen et.al (2017) den Anteil der Wärme, die bereits in den oberen Meeresschichten „gebunkert“ ist und selbst nach dem Reduzieren des CO2- Zuwachses auf Null zum Tragen kommt: es sind vom heutigen Temperaturniveau aus gesehen etwa 0,25°C, berücksichtigt man alle zur Zeit bekannten Umstände. Wir hatten in 2015 ca. 0,15°C dafür veranschlagt:

„Eine Steigerung um 2 Grad in 2100 zum vorindustriellen Niveau könnte ca. 0,15 °C enthalten, die eine bereits erfolgte Erwärmung der Meere nach sich zog („Wärme in der Pipeline“)“

In groben Zügen lagen wir nur sehr wenig neben den aktuellen Erkenntnissen von Mauritsen und Pincus. Wer den realen Wert besser getroffen hat, ist übrigens offen, denn wir möchten Sie auf den Beitrag des Vormonats verweisen.   Wir berichteten über die neuesten Ergebnisse  zum Antrieb durch „Aerosol-Cloud- Interactions“, den es offenbar nur in der Modellwelt gibt, nicht jedoch im realen Klimasystem. Diese Erkenntnisse waren Mauritsen/Pincus bei  Einreichung ihrer Arbeit offenbar noch nicht bekannt, obwohl der Verfasser des begleitenden Kommentars in „Nature“ , Björn Stevens, der Chef von Thomas Mauritsen ist.

Stevens machte sich schon in 2015 Gedanken zum Antrieb durch Aerosole und kam implizit zu dem Schluss: vermutlich wirken  Aerosole nur halb so viel dämpfend  auf die globalen Temperaturen als  in den vom IPCC dokumentierten Modellen  angenommen. Diese Erörterungen  berücksichtigten wir damals bereits in unserer TCR- Abschätzung, daher der noch etwas geringere Wert für die CO2- Empfindlichkeit als Mauritsen/Pincus ermitteln. Die physikalische Ursache dafür stellte sich erst in diesem Jahr heraus: es gibt den „Aerosol-Cloud-Effekt“ schlicht nicht im richtigen Leben, denn wie treffend hatte es Stevens ausgedrückt:  „Clouds are unfazed by haze“. Wir berichteten darüber im letzten Monat und ein englisch-sprachiger Beitrag darüber mit viel Resonanz erschien auch auf dem Blog von Judith Curry.

Welchen Beitrag der nur in Modellen vorkommende Effekt zum gesamten Antrieb durch  Aerosole in der Modellwelt liefert, erklärt diese Arbeit in ihrer Abbildung 3. Sie unterlegt, dass bei den historischen Simulationen der (negative) Antrieb durch den Effekt ca.  -0,4W/m² im Modell-Mittel beträgt, wohlgemerkt in der Modellwelt, nicht in der Realität. Dies sind in der Tat recht genau 50% des gesamten Aerosol- Antriebes. Das hat auch gewisse Auswirkungen auf das Ergebnis der Studie von Mauritsen/Pincus:

Abb.4: Die Temperaturentwicklung bis 2100 bei konstantem GHG- Antrieb auf dem Niveau von 2017 unter Berücksichtigung von verschiedenen Einflüssen, Fall e) (gelb) berücksichtigt alle. Quelle: Fig. 2 aus  Mauritsen et.al (2017).

 

Die großen Streubalken nach oben entstehen vor allem durch Unsicherheiten im Aerosol- Antrieb, die inzwischen nach unten korrigiert sind. Weniger (negativer) Aerosol- Antrieb bedeutet auch geringere Werte in Abb.4 und die Wahrscheinlichkeit für niedrigere ist mit den neuen Erkenntnissen gewachsen. Unsere Betrachtung aus dem Jahre 2015 könnten also der Realität sehr nahe kommen, dies zeigen die letzten aufschlussreichen wissenschaftlich begutachteten Arbeiten vor allem aus dem Hause des Meteorologischen Max Planck-Instituts in Hamburg. Wir hatten auch abgeschätzt, wie hoch die Konzentration an CO2 in der Atmosphäre anwachsen kann um das 2°C- Ziel nicht zu reißen: es sind um die 600ppm.

Geht man von aktuell 407 ppm CO2 aus und einem augenblicklichen Wachstum von 2,11 ppm im Mittel pro Jahr, wären die 600 ppm im Jahre  2108 erreicht. Natürlich wäre es notwendig, bis  Ende dieses Jahrhunderts die globalen CO2 –Emissionen auf nahe Null zu senken –eine Aufgabe für drei globale Generationen und nicht für drei deutsche Legislaturperioden. Lassen Sie sich also nicht verwirren von „Aktivisten“ in der Wissenschaft und anderswo: Wenn wir es schaffen, die Emissionen zu stoppen bei 600 ppm CO2 werden wir auch in den Kategorien des IPCC keine Katastrophe erleben. In nur zwei Monaten erschienen bedeutende Arbeiten, die  es noch schlechter aussehen lassen  für die Klimakatastrophe. Wir erwarten neue Forschungsresultate mit großer Spannung!