Ein nüchterner Blick aus Norwegen auf die deutsche Energiewende – Teil 1

Die Energiewende ist teuer und wird aus dem Ausland angesichts ihrer geringen Effektivität belächelt. Nur ein reiches Land wie Deutschland kann sich solch ein Experiment überhaupt erlauben. Wirtschaftliche Wackelkandidaten hätten die Maßnahmen vermutlich nicht überlebt. Am Anfang der Energiewende stand sehr viel Idealismus und die Idee, dass man es einfach mal versuchen sollte, auch wenn man noch nicht für alles Lösungen parat hatte. So ein bisschen war es vielleicht wie bei den Ameisen von Joachim Ringelnatz:

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.

So will man oft und kann doch nicht
Und leistet dann recht gern Verzicht.

Auch die Energiewende befindet sich noch in Hamburg. Es gilt abzuwarten, wie weit die Füße noch tragen werden. Ob es diesmal vielleicht sogar bis Hamburg Blankenese reichen wird? Im Prinzip ist ein bisschen Sturheit zu Beginn von Projekten gar nicht schlecht. Erzählt man von eigenen Ideen, gibt es stets eine ganze Reihe von Bedenkenträgern, die eine Vielzahl von Gründen liefern, warum etwas nicht klappen kann. Natürlich soll man sich dem Rat nicht verwehren, aber oft gibt es dann doch Lösungen. Gutes Durchhaltevermögen, Robustheit und Wendigkeit, um auch schwierige Stellen zu meistern, zeichnen einen guten Projektmanager aus. Aber nicht alle Bedenken sind ausräumbar. Es gibt physikalische und ökonomische Gesetze und Verhältnismäßigkeiten, die auch der beste Projektentwickler zur Kenntnis nehmen muss. Dazu gehören zum Beispiel die Schwerkraft, der Energieerhaltungssatz, Grundlagen der Wirtschaftlichkeitsrechnung und weitere nichtverhandelbare Gesetzmäßigkeiten.

Genau an dieser Stelle hapert es nun an der Energiewende. Die Entwickler sind noch immer wie besoffen von den vermeintlich großen Taten, die sie vollbracht haben. Die Nation ist mittlerweile von oben bis unten mit Windmühlen und Solarzellen ausgestattet. Die Subventionen haben ein Ausmaß erreicht, wie man es nur in kommunistischen Planwirtschaften vermutet hätte. Trotzdem werden Erneuerbare Energiemacher von der Politik und Teilen der Gesellschaft vergöttert. The sky is the limit. Bei aller Freude, wäre nun aber auch ein guter Zeitpunkt, sich der berechtigten Kritik zu stellen. Die kritische Anfangsphase ist vorüber, die Miesmacher wurden ein Stück weit widerlegt, auch Dank der “kreativen” wenn auch nicht richtig nachhaltigen Finanzierung. Aber so richtig erfolgreich läuft es noch immer noch nicht. Woran liegt es? Vielleicht sollte man doch einmal ein wenig innehalten und selbstkritische Ursachenforschung betreiben.

Dabei kommt eine erfrischend nüchterne Analyse der deutschen Energiewende durch Oddvar Lundseng gerade zur rechten Zeit. Der Norweger besorgte sich die offiziellen Zahlen und wertete diese streng logisch aus. Die wichtigste Frage: Wie wird Deutschland die Volatilität von Wind und Sonne als Energieträger je meistern können? Welcher Grundlastenergieträger ist am Horizont erkennbar, der Kohle und schließlich Gas ablösen könnte?

Lundseng weist den deutschen Planern eine fatale Kurzsichtigkeit nach. Selbst bei allergrößter Anstrengung, kann die Abnabelung von den fossilen Brennstoffen nicht gelingen, insbesondere bei gleichzeitiger Aufgabe der Kernenergie. Es sind einfachste Relationen, die hier von den Energiemachern offenbar übersehen wurden. Wie die Hamburger Ameisen, hatten auch die grünen Energieplaner die Dimensionen unter- sowie die Länge der eigenen Beine überschätzt. Es bleibt zu wünschen, dass schon bald wieder Nüchternheit einkehren wird. Es ist klar: Ohne einen ausgewogenen Energiemix wird es nicht klappen. Je früher man dies einsieht, desto schneller kann die aktuell auf Hochtouren laufende Geldvernichtungsmaschine gestoppt werden.

Lundsengs hat seine Analyse in einer Powerpoint-Präsentation zusammengefasst, die Sie vom Kalte-Sonne-Server herunterladen können. Der erste Teil umasst 12 MB. Morgen werden wir dann Teil 2 zur Verfügung stellen.

Bitte hier Teil 1 herunterladen.

 

Guter Klimarealismus braucht Förderer: Unterstützer für das Kalte-Sonne-Blog gesucht

Lieber Leser,

Seit Februar 2012 berichten wir hier im Kalte-Sonne-Blog täglich über aktuelle Klimathemen aus einer klimarealistischen Sichtweise, die in anderen Medien oft zu kurz kommt. Wir kommentieren, kritisieren oder loben, ohne durch eine übergeordnete Institution eingeschränkt zu sein. Dabei erlauben wir uns, allein der wissenschaftlichen Logik und dem Common Sense zu folgen. Diese Freiheit bedeutet jedoch auch, dass uns keine staatlichen oder anderweitigen Fördergelder zur Verfügung stehen.

Im Gegensatz zu anderen Blogs wie etwa dem aktivistischen Klimareporter° werden unsere Autoren auch in Zukunft ehrenamtlich für Sie tätig sein. Allerdings gibt es andere Kosten, wie etwa den Webseitensupport, mobilen Internetzugang, Bildrechte oder Fachliteratur, für die wir bei Ihnen um Unterstützung werben wollen. Falls Sie unsere Arbeit fördern möchten, freuen wir uns über Ihre Spende – egal ob klein oder groß.

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Neue Doku: End of Landschaft – Wie Deutschland sein Gesicht verliert

Es ist ein verlockender Gedanke: Der Wind weht sowieso, weshalb sollte man seine Kraft nicht einfach einfangen und für die Menschheit nutzen. Genau das haben doch auch schon unsere Vorfahren gemacht, die mit den romantisch anmutenden Windmühlen Korn für das tägliche Brot gemahlen haben. Dann kamen die fossilen Energieträger, die den Menschen von den Launen der Natur unabhängig machten und die enorme Entwicklung der letzten 100 Jahre ermöglichte. Aus Angst vor einer drohenden Klimakatastrophe möchte man sich nun lieber wieder Wind und Sonne anvertrauen. Die sind zwar nicht immer zuverlässig am arbeiten, aber sie werden als hochgradig umweltfreundlich angesehen.

Das war jedenfalls einmal der naiv-romantische Gedanke. Heute wird diese Fabel wohl nur noch von den Profiteuren der Windkraftanlagen verfochten. Die Verpachtung von Land für Windräder bringt fünfstellige jährliche Mieteinnahmen. Die Betreiber der Anlagen beziehen hohe Subventionszahlungen vom Staat bzw. vom Stromkunden. Da werden die Probleme gerne ausgeblendet, die die Stahlkolosse verursachen. Der vermeintliche Kimaschutz fordert Opfer. Zuallererst wäre da die Landschaft, die zugespargelt wird. Die Rotoren töten einen großen Prozentsatz der Greifvögel, was weitreichende Folgen für die Nahrungskette hat. Dazu verursachen die Anlagen einen lokalen Wärmeeffekt, der sich mehrere Zehnerkilometer weit ins Land erstreckt, we neue Studien zeigen.

Ein neuer Film “End of Landschaft – Wie Deutschland sein Gesicht verliert” von Jörg Rehmann beschäftigt sich mit den Landschaftsschäden der “grünen” Energie. Die Doku läuft zur Zeit in Hessen, Brandenburg, Schleswig Holstein und Teilen NRWs mit großem Erfolg in den Programmkinos. Selbstredend, dass die grüne Lobby gegen den Film Sturm läuft. In der Filmbeschreibung auf der Homepage des Filmemachers heißt es:

“Seit Beginn der deutschen Energiewende hat es diverse filmische Auseinandersetzungen damit und mit dem Thema Klimaschutz gegeben. Allerdings waren die meisten Kino-Dokumentationen von Anbeginn Produkte, die von beteiligten Branchen finanziell massiv gesponsert wurden. Produktionen zu diesem Thema, die nicht von beteiligten Branchen unterstützt wurden, hatten es bislang eher schwer. Mit „End of Landschaft“ liegt nun eine faktenschwere Dokumentation vor, die vollkommen frei und journalistisch produziert wurde.”

Hier der Trailer:

 

Die FAZ rezensierte am 19. Oktober 2018:

Film „End of Landschaft“ : Ein südhessischer Blockbuster

Der Journalist und Filmemacher Jörg Rehmann zieht mit „End of Landschaft“ eine ernüchternde Bilanz der Energiewende. Vielen Odenwäldern spricht er aus dem Herzen.

Sage niemand, der Odenwald sei kein Ort für Inspiration. Dass der Journalist und Filmautor Jörg Rehmann vor mehr als drei Jahren auf die Idee kam, eine kritische Dokumentation über die Energiewende zu drehen, lag an einer für ihn zunächst unglaublichen Information, der Nachricht vom möglichen Bau von bis zu 400 Windkraftanlagen im Odenwald. Die hat ihn nicht ruhen lassen, da Rehmann der Umgang mit Natur und Landschaft interessiert. Schon 2016 war das Buch „Geopferte Landschaft“ erschienen, an dem er sich beteiligt hatte.

Vorführtermine des Films können Sie hier finden.

Ganz aktuell zum Thema auch eine ZDF-Doku zum Thema Infraschall von Windkraftanlagen. Die 30-minütige Doku gibt es als Online-Video hier. Text von der ZDF-Homepage:

Infraschall – Unerhörter Lärm

Infraschall ist tieffrequenter Schall mit Frequenzen unter 20 Hertz. Er entsteht in der Natur, aber auch durch technische Einrichtungen. Infraschall überwindet viele Kilometer, durchdringt selbst Mauern.

Zu den natürlichen Quellen des Infraschalls gehören zum Beispiel Erdbeben und die Meeresbrandung. Technische Quellen sind – um nur einige zu nennen – Blockheizkraftwerke, Flugzeuge und auch Windenergieanlagen. In den letzten Jahren haben sich Ärzte und Wissenschaftler vermehrt mit Infraschall aus Windenergieanlagen befasst. Denn mit der Energiewende und dem Ausbau der Windkraft nimmt die Belastung aus diesen Quellen zu.

Menschen, die in der Nähe von Windenergieanlagen leben, klagen häufig über Schlafstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Nicht selten als verrückt abgetan, bleibt ihnen meist nichts anderes als die Gegend zu verlassen. Denn nach gängiger Meinung sind Frequenzen unter 20 Hertz nicht hörbar und können deshalb auch keinen gesundheitlichen Schaden anrichten.

Wahrnehmung unterhalb der Hörgrenze

Doch ist das wirklich so? Professor Christian-Friedrich Vahl, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz fühlt sich bei einer solchen Argumentation an die frühen Radiologen erinnert, die mit Röntgenstrahlen experimentierten, aber „weil sie die nicht sahen, erst viel später erkannt haben, dass sie Krebs verursachen.“

Aus Medizin und Wissenschaft mehren sich die Hinweise, dass nicht nur einige Tierarten, sondern auch Menschen in der Lage sind, Infraschall unterhalb der Hörgrenze wahrzunehmen. Kein Wunder eigentlich, denn „Infraschall ist eine Energie”, erklärt Prof. Vahl, “Und jede Energie hat physikalische Effekte, ob Sie sie nun hören oder nicht.“. Er und sein Team widmen sich seit zwei Jahren der Frage, wie Infraschall die Kraft des Herzmuskels beeinflusst. Zwei Versuchsreihen, in denen sie die akuten Effekte von Infraschall auf menschliche Herzmuskelfasern untersuchten, haben sie bereits abgeschlossen, die Ergebnisse liegen vor: „In beiden Versuchsreihen hat man eine eindeutige Verminderung der Herzmuskelkraft bei Beschallung mit Infraschall-Signalen gesehen.“, so der Herzchirurg. Etwas, das man nicht bewusst wahrnimmt, kann also trotzdem krank machen. Oder zumindest einen Effekt haben.

Das Robert-Koch-Institut hat bereits 2007 auf die mögliche Gefahr durch Infraschall hingewiesen. Ebenso bilanziert die “Machbarkeitsstudie” von 2014 des Umweltbundesamtes, “dass negative Auswirkungen von Infraschall im Frequenzbereich unter zehn Hertz auch bei Schalldruckpegeln unterhalb der Hörschwelle nicht ausgeschlossen sind”.

Weiterlesen auf der ZDF-Homepage.

 

Klimamodelle rechnen mit falschen Rußdaten

Pressemitteilung des Paul Scherrer Institut (PSI) vom 17. Oktober 2018:

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Warum die Kleine Eiszeit Mitte des 19. Jahrhunderts endete

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte eine Serie grosser Vulkanausbrüche in den Tropen zu einer vorübergehenden globalen Abkühlung des Erdklimas. Dass in der Kleinen Eiszeit Alpengletscher wuchsen und anschliessend wieder zurückgingen, war ein natürlicher Prozess. Dies haben nun PSI-Forschende anhand von Eisbohrkernen nachgewiesen. Bislang wurde vermutet, dass industrieller Russ ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die damalige Gletscherschmelze ausgelöst hatte. Die erstmalige Analyse der im Eis eingeschlossenen und so historisch archivierten Russmenge widerlegt diese Vermutung nun. Die Ergebnisse wurden heute in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift The Cryosphere veröffentlicht.

In populärwissenschaftlichen Darstellungen werden oft Bilder der Alpengletscher aus den 1850er Jahren zum Vergleich herangezogen, um den menschengemachten Klimawandel zu visualisieren. Dies ist jedoch falsch, haben Forschende nun anhand von Daten aus Eisborkernen nachgewiesen. Die Wissenschaftler um Michael Sigl vom PSI analysierten die in den unterschiedlichen Eistiefen archivierte Luftzusammensetzung und darin vor allem die Menge an industriellem Russ. Sie erstellten so für Mitteleuropa die erste ununterbrochene Datenreihe zur Menge des industriellen Russes in der Atmosphäre für die Zeit von den 1740er Jahren bis heute.

Diese Daten zeigen eindeutig, dass industrieller Russ kaum verantwortlich sein kann für die damalige Schmelze der Alpengletscher, die sich vor allem zwischen 1850 und 1875 vollzog. „Bis 1875 waren bereits rund 80 Prozent des damaligen Gletscherrückgangs abgeschlossen“, so Sigl. Doch erst ab 1875 überstieg die Menge an industriellem Russ in Mitteleuropa die natürlich in der Atmosphäre vorhandene Menge. „Nur bei den letzten 20 Prozent des Rückgangs könnte der Russ eventuell einen Einfluss gehabt haben“, stellt Sigl klar.

Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war geprägt von mehreren grossen Vulkanausbrüchen in den Tropen, deren ausgestossene Schwefelpartikel zu einer vorübergehenden globalen Abkühlung führten. In dieser finalen Kaltphase der sogenannten Kleinen Eiszeit wuchsen bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Alpengletscher noch einmal stark an. Bislang dachte man, dass ihr Rückgang ab den 1860er Jahren auch auf den Beginn der Industrialisierung zurückzuführen sei. Doch die PSI-Ergebnisse wiederlegen diese Theorie nun eindeutig: Es handelte sich (zunächst) lediglich um einen Rückgang zur vorherigen, ungestörten Gletscherausdehnung.

1850 eignet sich nicht als Referenzjahr für Klimamodelle

Die Frage, ab wann der menschliche Einfluss auf das Klima beginnt, ist weiterhin offen“, sagt Sigl. Und dieser Beginn, so zeigt diese Studie, ist aufgrund weiterer Faktoren nicht unbedingt ein geeigneter Referenzwert für Klimamodelle. Sigl schätzt, dass sich die 1750er Jahre besser als vorindustrielle Referenzzeit eignen, also ein Zeitpunkt vor der Kleinen Eiszeit. Auch bisher wird schon – wann immer es die dünne Datenlage vergangener Jahrhunderte ermöglicht – 1750 als Referenzjahr angenommen, wenn es in Klimamodellen darum geht, Daten aus der vorindustriellen Zeit mit denen nach Beginn der Industrialisierung zu vergleichen. „Das ist sinnvoll, denn dass das Klima in der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht das urtümliche war, sehen wir in unseren Daten nun deutlich.“

Zukünftige Klimamodelle könnten die experimentellen Russdaten einberechnen

In Modellrechnungen zum Klimawandel geht auch der zeitliche Verlauf der Russmenge in der Atmosphäre als eine von vielen Variablen ein. „Bisher wird von den Modellierern jedoch ein Schätzwert der jeweiligen Russmenge eingesetzt“, so Sigl. Vor allem für das 19. Jahrhundert liegen hierbei nur grobe Schätzungen der einzelnen Industrienationen auf Grundlage des damaligen Energieverbrauchs zugrunde. Für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde bislang ein linearer Anstieg der Russmenge in der Atmosphäre angenommen, so Sigl. Dass dies nicht der Realität entspricht, lässt sich dank der Eisbohrkernuntersuchungen von Sigl und seinen Mitforschenden nun belegen. Die Forschenden plädieren daher dafür, dass in zukünftigen Modellrechnungen experimentelle Russdaten Einzug erhalten. Diese Modelle wiederum bilden einen wichtigen Teil des Berichts, den der als Weltklimarat bekannte IPCC, der Intergovernmental Panel on Climate Change, rund alle sieben Jahre herausgibt.

„Im IPCC-Bericht haben die Modellrechnungen, die das Klima seit 1850 mathematisch nachvollziehen, eine zentrale Rolle“, unterstreicht Margit Schwikowski, Leiterin des Projekts, in dessen Rahmen die Untersuchungen durchgeführt wurden. „Mit unserer Forschung haben wir nun dazu beigetragen, dass die Wissenschaftsgruppen, die solche Klimamodelle erstellen, im Bereich des industriellen Russes auf experimentelle Daten zurückgreifen werden können.“

Originalpublikation: 19th century glacier retreat in the Alps preceded the emergence of industrial black carbon deposition on high-alpine glaciers
M. Sigl, N. J. Abram, J. Gabrieli, T. M. Jenk, D. Osmont, M. Schwikowski
The Cryosphere, 17. Oktober 2018 (online)
DOI: http://dx.doi.org/10.5194/tc-12-3311-2018

 

Viel weniger Seen unter dem Eisschild der Ostantarktis als angenommen

Pressemitteilung des Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung vom 7. November 2018:

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Viel weniger Seen unter dem Eisschild der Ostantarktis als angenommen

AWI-Forscher überprüfen via Satellit detektierte Unter-Eis-Seen und finden kaum Wasser. Wie aber entstehen dann die großen Eisströme des Ostantarktischen Eisschildes?

Forschende des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung haben in einer aufwendigen Antarktis-Expedition mehrere Seen unter dem Recovery-Gletscher überprüft, die zuvor mithilfe von Satelliten entdeckt worden waren. Dabei haben die Forscher jedoch kaum größere Wasseransammlungen gefunden. Dieses Ergebnis überrascht: Bislang hatte die Wissenschaft nämlich angenommen, dass überlaufende Seen unter dem Ostantarktischen Eisschild der Grund sind, warum die Eismassen überhaupt ins Rutschen geraten und sich Eisströme bilden. Die neue Studie ist jetzt im Fachmagazin Journal of Geophysical Researcherschienen.

Der Recovery-Gletscher im antarktischen Coatsland ist bislang ein schlafender Riese. Im Schneckentempo von 10 bis 400 Meter pro Jahr transportiert er Eismassen vom Hochplateau des Ostantarktischen Eisschildes hinab Richtung Weddellmeer. Sein Einzugsgebiet reicht dabei vom Filchner-Schelfeis an der Küste rund 1000 Kilometer weit in das Landesinnere und erstreckt sich über eine Fläche fast dreimal so groß wie Deutschland. Beides könnte den Gletscher zu einem gefährlichen Akteur machen, sollte er eines Tages im Zuge des Klimawandels Tempo aufnehmen. Prognosen zufolge wäre er dann jener Strom, über den die Ostantarktis das meiste Eis verlieren würde. Ein Anstieg des weltweiten Meeresspiegels wäre die unmittelbare Folge.

Eine Antwort auf die Frage, warum sich die Eismassen des Recovery-Gletschers überhaupt in Bewegung setzen, ist jedoch nach einer Expedition von Glaziologen des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), ungewisser als je zuvor. Bislang hatte die Forschergemeinde angenommen, Schmelzwasserseen unter dem Ostantarktischen Eisschild würden den entscheidenden Impuls zur Entstehung des Eisstromes geben. Die Vorstellung war, dass diese Seen gelegentlich überlaufen und dabei einen Gleitfilm entstehen lassen, auf dem das Eis dann rutscht wie ein Auto beim Aquaplaning. Diese Annahme galt vor allem für jene Regionen des Ostantarktischen Eisschildes, in denen Schwerkraft allein nicht ausreicht, um Eis so schnell fließen zu lassen. Dazu zählt auch das Entstehungsgebiet des Recovery-Gletschers.

„Auf Satellitenaufnahmen des Gletschers erkennen wir gerade im oberen Einzugsgebiet viele flache, gleichförmige Bereiche an der Oberfläche. Von ihnen hatte man bisher angenommen, dass sich an der Unterseite des Eispanzers riesige Seen befänden, die den Eisstrom initiieren. Ohne diese Seen, so lautete die Vorstellung, würden Eisströme wie der Recovery-Gletscher gar nicht erst entstehen“, sagt Prof. Angelika Humbert, Erstautorin der neuen Studie und Leiterin der Sektion Glaziologie am AWI.

Sie und ihre Kollegen können diese Hypothese nun widerlegen. In einer aufwendigen Expedition haben die AWI-Wissenschaftler im antarktischen Sommer 2013/14 den Recovery-Gletscher von Bord des Forschungsflugzeuges Polar 6 aus großflächig mit dem Radar vermessen. Dessen Daten verraten bis zu einem gewissen Maße, ob der Untergrund unter dem Eisstrom nass oder trocken ist. „Bis zu unserer Expedition waren die Form des Recovery-Gletschers und die Gestalt des Felsbetts darunter weitgehend unbekannt. Einige der weißen Flecken auf der Antarktiskarte können wir nun mit Daten füllen“, sagt Angelika Humbert. Die postulierten Wasseransammlungen von der Größe des Bodensees und größer aber haben die Wissenschaftler nicht gefunden, obwohl sie ihre Radardaten auf jedes bekannte See-Merkmal hin untersucht haben.

„Um auf Nummer sicher zu gehen, haben wir zusätzlich Satellitendaten genutzt und die zuvor gefundenen Höhenänderungen, die auf auslaufende Seen schließen lassen, noch einmal überprüft. Wir können die Ergebnisse unserer Kollegen auch reproduzieren und verstehen, warum sie dort Seen vermuten. Wasser aber haben wir an den entsprechenden Stellen nicht nachweisen können“, so die Forscherin.

Dass es Unter-Eis-Seen in der Antarktis gibt, weiß man von russischen und britischen Forschungsprojekten am Wostoksee und Ellsworthsee. „Solche Seen sind Ansammlungen von Schmelzwasser, das entsteht, wenn Wärme aus dem Erduntergrund das Eis an seiner Unterseite schmelzen lässt. Das Wasser sammelt sich dann im Laufe von Jahrtausenden in Senken“, erklärt AWI-Glaziologe und Mitautor Dr. Thomas Kleiner.

Angesichts ihrer neuen Forschungsergebnisse haben die AWI-Forscher jetzt allerdings mehr Fragen als Antworten zur Rolle der Unter-Eis-Seen. „Unsere neuen Ergebnisse zeigen, dass überfließende Seen nicht der auschlaggebende Mechanismus für die Entstehung eines Eisstromes sein können“, sagt Angelika Humbert und fügt hinzu. „Gleichzeitig weisen unsere Radar-Untersuchungen Schwächen auf, die uns daran zweifeln lassen, ob diese Methode wirklich geeignet ist, subglaziale Seen im vollen Ausmaß nachzuweisen. Da sich nun aber auch die Oberflächen- und Höhenanalysen als ungeeignet erwiesen haben, bleiben uns eigentlich nur seismische Untersuchungen, um wirklich zu verstehen, warum sich Eisströme in Bewegung setzen.“

Seismische Studien lassen sich allerdings nicht vom Flugzeug aus durchführen und Landexpeditionen in entlegene Regionen wie dem Recovery-Gletscher sind um ein Vielfaches aufwendiger als die ohnehin schon schwierigen Flugzeug-Messkampagnen. Dennoch planen die AWI-Forscher eine Folgeexpedition. Im antarktischen Sommer 2020/21 wollen sie dem Recovery-Gletscher mit einer seismischen Traverse unter das Eis schauen. Parallel dazu soll eines der AWI-Forschungsflugzeuge den Gletscher mit dem neuen AWI-Ultra-Breitband-Eisradar untersuchen. Beide Datensätze zusammen werden dann hoffentlich mehr Aufschluss darüber geben, warum das Eis des Recovery-Gletschers in seinem Entstehungsgebiet zu gleiten beginnt. Erkenntnisse über diese ursächlichen Mechanismen des Gletscherflusses werden dringend gebraucht, um sie in Eis- und Klimamodelle einzubauen und auf diese Weise die Vorhersage-Genauigkeit der Modelle zu verbessern.

Originalpublikation: Angelika Humbert, Daniel Steinhage, Veit Helm, Sebastian Beyer and Thomas Kleiner: Missing evidence of widespread subglacial lakes at Recovery Glacier, Antarctica, Journal of Geophysical Research, DOI: 10.1029/2017JF004591

 

Nature-Artikel zum ozeanischen Wärmeinhalt: Autorin dankt für Kritik

Fabius Maximus berichtete am 9. November 2018 über unser 1,5-Grad-Paper:

Secrets about the 1.5°C world temperature limit

Summary: There has been a daily drumbeat of dark climate news to accompany the IPCC’s new report, “Global Warming of 1.5 °C.” Millions of people are terrified that climate change will wreck or destroy the world. Here is some information they probably do not know, because journalists do not mention it.

Abstract: This paper is ungated, and well worth reading in full for anyone interested in climate change – one of the key policy questions of our time.

Weiterlesen auf Fabius Maximus

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Vor einigen Tagen analysierten wir hier im Blog ein neues Alarm-Paper zum ozeanischen Wärmeinhalt. Nic Lewis hatte wichtige Fehler in der Nature-Studie nachweisen können. Nun gab es eine erste Reaktion: Die Erstautorin, Laure Resplandy, dankte Lewis jetzt  in ihrem Blog für den Hinweis:

New study estimate ocean warming using atmospheric O2 and CO2 concentrations. We are aware the way we handled the errors underestimated the uncertainties.  We are working on an update that addresses this issue.  We thank Nicholas Lewis for bringing this to our attention.

Sie danken Lewis für die berichtete “Unterschätzung der Ungenauigkeit”. Mit Verlaub, das ist eine sehr milde Reaktion auf Nics Post.  In Wahrheit sind nicht nur die Schlussfolgerungen der Nature-Arbeit maßlos übertrieben (und durch die “Ergebnisse” der Arbeit nicht gerechtfertigt), sondern sind auch die Ergebnisse selbst nicht nachvollziehbar, fehlerhaft und damit praktisch wertlos.

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Im Springer-Verlag erschien kürzlich ein neues Fachbuch zu einem hochinteressanten Thema, das laut IPCC gar nicht existiert: Der Einfluss solarer Aktivitätsschwankungen auf das Erdklima. Verfasst wurde das Buch von Indrani Roy. Titel: Climate Variability and Sunspot Activity: Analysis of the Solar Influence on Climate

Kurzbeschreibung:

This book promotes a better understanding of the role of the sun on natural climate variability. It is a comprehensive reference book that appeals to an academic audience at the graduate, post-graduate and PhD level and can be used for lectures in climatology, environmental studies and geography. This work is the collection of lecture notes as well as synthesized analyses of published papers on the described subjects. It comprises 18 chapters and is divided into three parts: Part I discusses general circulation, climate variability, stratosphere-troposphere coupling and various teleconnections. Part II mainly explores the area of different solar influences on climate. It also discusses various oceanic features and describes ocean-atmosphere coupling. But, without prior knowledge of other important influences on the earth’s climate, the understanding of the actual role of the sun remains incomplete. Hence, Part III covers burning issues such as greenhouse gas warming, volcanic influences, ozone depletion in the stratosphere, Arctic and Antarctic sea ice, etc. At the end of the book, there are few questions and exercises for students. This book is based on the lecture series that was delivered at the University of Oulu, Finland as part of M.Sc./ PhD module. 

 

Preisgekrönte Doku ‘Der Bauer und sein Klima’ jetzt kostenlos auf Youtube

Bereits mehrfach haben wir an dieser Stelle auf den Dokumentarfilm von 2017 “Der Bauer und sein Klima – eine unerwartete Reise” (engl. Titel “The Uncertainty Has Settled”) hingewiesen. Der Film von Marijn Poels wurde auf etlichen Filmfestivals mit Preisen ausgezeichnet. Nachdem der Film lange in Programmkinos lief, steht er ab sofort kostenlos auf Youtube in deutscher Version zur Verfügung. All jenen, die noch nicht die Gelegenheit hatten, den Film anzuschauen, ist er wärmstens empfohlen:

 

Das neueste Filmprojekt von Marijn Poels heißt ‘PARADOGMA’. Den Trailer gibt es hier:

Wie solide ist eigentlich das Begutachtungssystem der IPCC-Berichte? Teil 2

In unserem gestrigen Beitrag begannen wir einen Streifzug durch die Begutachtungsprotokolle des IPCC AR5 Berichts, am Beispiel des Paläoklima-Kapitels (Arbeitsgruppe 1). Hier die Fortsetzung der Analyse. Der renommierte schwedische Paläoklimatologe Fredrik Charpentier Ljungqvist gibt in einem Gutachterkommentar zu bedenken:

I would like to see some more discussion about the evolution of the climate in the first millennium CE prior to the Medieval Climate Anomaly, especially with the explicit mentioning of the Roman Warm Period and the Dark Age Cold Period. Since the publication of the IPCC Fourth Assessment Report many more long proxy records with high to medium temporal resolution – reflecting either changes in temperature, precipitation or drought – have been published making it potentially feasible to place the modern global warming into a much longer time perspective than was possible at the time of the IPCC Fourth Assessment Report. This is especially relevant since during the second millennium CE large volcanic eruptions and solar minimums have tended to coincide, making it hard to separate the influence of solar and volcanic forcing, whereas they are better separated during the first millennium CE. A better understanding of the regional to global climate during the first millennium CE is thus important in order to better understand the relative influence of volcanic and solar forcing, respectively, on decadal and longer time-scales. [Fredrik Charpentier Ljungqvist, Sweden]

Ein sehr guter Punkt. Die ausgeprägte vorindustrielle Klimavariabilität kann von den Klimamodellen noch immer nicht reproduziert werden. Das liegt auch daran, weil die natürlichen Klimaantriebe noch nicht vollständig verstanden sind und entsprechend nicht in die Modelle eingebaut werden konnten. Das ist für die IPCC-Seite natürlich überaus bequem, denn man kann die Antriebe weiter einfach ignorieren. Ljungqvist weist auf diesen Mißstand hin, vermutet vielleicht, dass die Rolle der Vulkane übertrieben und die der Sonne untertrieben sein könnte. Er fordert hier mehr Klarheit und Transparenz. Wie reagieren die IPCC-Autoren darauf?

Taken into account to the extent possible given space constraints. New section 5.5 (Holocene regional changes) briefly refers to this time period

Wir schauen in die finale Version des Kapitels und erschrecken. In Abbildung 5.12 lächeln uns gleich sieben Hockeystick-Kurven an. Gruselig. Im Text wurde jedoch ein wichtiger neuer Absatz ergänzt:

New warm-season temperature reconstructions (PAGES 2k Consortium, 2013; Figure 5.12) covering the past 2 millennia show that warm European summer conditions were prevalent during 1st century, followed by cooler conditions from the 4th to the 7th century. Persistent warm conditions also occurred during the 8th–11th centuries, peaking throughout Europe during the 10th century. Prominent periods with cold summers occurred in the mid-15th and early 19th centuries. There is high confidence that northern Fennoscandia from 900 to 1100 was as warm as the mid-to-late 20th century (Helama et al., 2010; Linderholm et al., 2010; Büntgen et al., 2011a; Esper et al., 2012a; 2012b; McCarroll et al., 2013; Melvin et al., 2013). The evidence also suggests warm conditions during the 1st century, but comparison with recent temperatures is restricted because long-term temperature trends from tree-ring data are uncertain (Esper et al., 2012a). In the European Alps region, tree-ring based summer temperature reconstructions (Büntgen et al., 2005; Nicolussi et al., 2009; Corona et al., 2010, 2011; Büntgen et al., 2011b) show higher temperatures in the last decades than during any time in the MCA, while reconstructions based on lake sediments (Larocque-Tobler et al., 2010; Trachsel et al., 2012) show as high, or slightly higher temperatures during parts of the MCA compared to most recent decades. The longest summer temperature reconstructions from parts of the Alps show several intervals during Roman and earlier times as warm (or warmer) than most of the 20th century (Büntgen et al., 2011b; Stewart et al., 2011).

Viel interessanter neuer Text, in dem über vorindustrielle Zeiten berichtet wird, in denen es so warm wie heute oder sogar noch wärmer war. In den Temperaturgraphiken ist davon aber nichts zu sehen. In der Zusammenfassung für Politiker gibt es eine erstaunliche Einlassung:

Continental-scale surface temperature reconstructions show, with high confidence, multi-decadal periods during the Medieval Climate Anomaly (year 950 to 1250) that were in some regions as warm as in the late 20th century. These regional warm periods did not occur as coherently across regions as the warming in the late 20th century (high confidence).

Es fehlt jedoch der Hinweis, dass die Klimamodelle diese starke vorindustrielle Erwärmung nicht reproduzieren können. Das wäre für die Politiker sicher ganz interessant zu wissen gewesen, denn dieselben Modelle werden ja für die Zukunftsprognosen verwendet. Die von Ljungqvist  geforderte ernsthafte Beschäftigung mit solaren und vulkanischen Klimaantrieben vermeidet man im IPCC-Autorenteam. Das in Abbildung 5.12 des AR5 (WG1) verwendete “strong solar forcing” ist noch immer so gering, das man sich dafür eigentlich schämen müsste.

In einem weiteren Gutachterkommentar legt Ljungqvist gleich nach:

Related to the comment above is the relative lack of discussion of natural multi-centennial (quasi)oscillations (e.g., the Bond cycles) in the climate system and their possible relationship to long-term changes in solar forcing. An improved understanding of natural multi-centennial climate (quasi)oscillations is important in order to better predict the direction of future natural climate evolution and for investigating if the cause of natural climate variability is likely to reinforce or counteract the anthropogenic global warming. A discussion of natural multi-centennial climate oscillations also places large-scale climate changes, as the Medieval Climate Anomaly and Little Ice Age, in a larger context. At the very least, the limitations of predicting climate from past multi-centennial climate (quasi)oscillations ought to be outlined. [Fredrik Charpentier Ljungqvist, Sweden] 

Several recent studies discuss climate cycles, and the following can be mentioned as examples: Wanner, H., Solomina, O., Grosjean, M., Ritz, S. P., and Jetel, M.: Structure and origin of Holocene cold events, Quaternary Sci. Rev., 30, 3109–3123, 2011; Humlum, O., Solheim, J., and Stordahl, K.: Identifying natural contributions to late Holocene climate change, Glob. Planet. Change, 79, 145–156, 2011; Breitenmoser, P., Beer, J., Brönnimann, S., Frank, D., Steinhilber, F., and Wanner, H.: Solar and volcanic fingerprints in tree-ring chronologies over the past 2000 years. Palaeogeogr. Palaeocl., 313–314, 127–139, 2012. Breitenmoser et al. (2012) provides a good presentation of the detection of the DeVries cycle of solar activity in tree-ring records. [Fredrik Charpentier Ljungqvist, Sweden]

Ein wichtiger Punkt, den Ljungqvist hier anspricht. Die holozänen Bond-Zyklen haben das Klima der letzten 10.000 Jahre im Millenniumstakt beeinflusst, wie in vielen Publikationen dokumentiert. Ljungqvist bemängelt zurecht, dass dieses wichtige Thema im Bericht (letztendlich auch in der finalen Version) fehlt. Was antworten die IPCC-Autoren?

Taken into account together with comments 5-1 and 5-7.

Eine glatte Lüge. Sucht man den Begriff “Bond” in der final veröffentlichten Version von Kapitel 5, so sucht man vergeblich. Und auch in der Zwischenversion des SOD wird Bond in Kapitel 5 mit keinem Wort erwähnt. Die IPCC-Autoren wurden auf den Mißstand ausdrücklich hingewiesen, zogen es aber vor, sich mit Flunkerei aus der Verantwortung zu stehlen.

Mit einem weiteren Review-Kommentar bemängelt Ljungqvist die zu kurze Beschäftigung mit dem Holozänen Thermischen Maximum, als es 7000-5000 Jahre vor heute an vielen Stellen der Erde deutlich wärmer als heute war. Ljungqvist fordert die IPCC-Autoren auf, sich mit der Diskrepanz zwischen realer Klimageschichte und Klimasimulaionen zu beschäftigen. Die Modelle vermögen es nicht, die reale Erwärmung zu reproduzieren:

I would like to see a somewhat longer section discussing the Holocene Thermal Maximum. Our knowledge of the Holocene Thermal Maximum has increased substantially since the publication of the IPCC Fourth Assessment Report. The Holocene Thermal Maximum is rather important for understanding non-linear feedbacks in the climate system. The direct results of the orbital changes during the mid-Holocene should have been a large warming in the summer in the Northern Hemisphere and a slight cooling during the winter, whereas the Southern Hemisphere would have experienced somewhat cooler summers and warmer winters. But much evidence nevertheless points to a substantial warming during all season in most of the extra-tropical Northern Hemisphere and also in large parts of the Southern Hemisphere. This means that the enhanced seasonal forcing resulted in strong positive feedbacks in the climate system, and likely large-scale reorganization of the latitudinal heat transport, that are still poorly understood and not fully captured in the climate models. In proxy data and model comparisons it is quite clear that the proxy records usually show larger changes in annual mean temperature than the majority of the models for most regions. [Fredrik Charpentier Ljungqvist, Sweden] 

Die Antwort der IPCC-Autoren:

Taken into account. Covered in new section 5.5 (Holocene regional changes) within space limitations.

Wir schauen im finalen Bericht nach und finden:

Terrestrial [Mid Holocene, MH] (~6 ka, Table 5.1) summer-season temperatures were higher than modern in the mid-to-high latitudes of the [Northern Hemisphere, NH], consistent with minimum glacier extents (Section 5.5.3) and PMIP2 and PMIP3/CMIP5 simulated responses to orbital forcing (Figure 5.11) (Braconnot et al., 2007; Bartlein et al., 2011; Izumi et al., 2013). There is also robust evidence for warmer MH winters compared to the late 20th century (e.g., Wanner et al., 2008; Sundqvist et al., 2010; Bartlein et al., 2011) (Figure 5.11), but the simulated high latitude winter warming is model dependent and is sensitive to ocean and sea-ice changes (Otto et al., 2009; Zhang et al., 2010). Overall, models underestimate the reduction in the latitudinal gradient of European winter temperatures during the MH (Brewer et al., 2007).

Die Sommer waren vor einigen Jahrtausenden auf der Nordhalbkugel wärmer als heute. Eine wichtige Feststellung, die den einen oder anderen Entscheider vielleicht interessiert hätte. Leider fehlt die Aussage in der Zusammenfassung für Politiker…

Genug für heute. Es wird klar, dass der Begutachtungsprozess in der jetzigen Art und Weise nicht haltbar ist. Kritische Stimmen werden entweder ignoriert oder Kernaussagen in der Zusammenfassung für Politiker ausgelassen. Nur tiefgreifende Reformen können hier wieder eine inhaltliche Balance garantieren, die dringend benötigt wird, um die Glaubwürdigkeit der Berichte wieder herzustellen.

 

Wie solide ist eigentlich das Begutachtungssystem der IPCC-Berichte? Teil 1

Die IPCC-Berichte werden von der Politik als Grundlage für weitreichende Entscheidungen verwendet. Als Autor kann sich jeder über die nationalen IPCC-Büros bewerben. Die endgültige Auswahl der Autoren geschieht jedoch hinter verschlossenen Türen in einem nichttransparenten Verfahren. Abweichler von der rechten Klimalinie des IPCC haben hier in der Regel keine Chance, in die Autorenteams aufgenommen zu werden.

Die Gewährleistung der wissenschaftlichen Robustheit der Berichte soll durch ein zweistufiges Begutachtungsverfahren gesichert werden. Aber wie solide ist dieses System eigentlich? Jeder, der eine akademische Ausbildung genossen hat und ein, zwei Papers zum weiten Feld “Klima” verfasst hat, kann sich als Gutachter bewerben. Hier haben auch Kritiker eine Chance, um ihre Ansichten zu äußern. Der IPCC ist dabei recht großzügig und öffnet den Begutachtungsprozess für eine große Gruppe von Prüfern. Eine gute Möglichkeit, alle vertretenen Meinungen anzuhören und in die Berichte einzubauen, möchte man meinen. Aber klappt das auch wirklich in der Praxis?

Der Ablauf der Begutachtung wird von den sogenannten Review-Editoren überwacht und organisiert. Diese werden wiederum vom IPCC bestimmt, ebenfalls in einem nichttransparenten Verfahren. Auch hier wird man also keine IPCC-Kritiker einsetzen. Entsprechend kann man sich ausmalen, wie mit Kritik umgegangen wird, wenn sowohl Autoren, als auch Review-Editoren handverlesene Verfechter der IPCC-Klimalinie sind. Unter diesen Umständen ist es ein Leichtes, Kritik zwar anzuhören, diese aber letztendlich ohne Konsequenzen einfach zu ignorieren.

Nachdem die Gutachter ihre Kommentare zum sogenannten First Order Draft (FOD) einreichen, hören sie erst einmal einige Wochen bis Monate nichts. Schließlich bekommen sie eine Email, dass nun die überarbeitete Version, der Second Order Draft (SOD) zur Begutachtung vorliegt. Eine konkrete Beantwortung der vorgebrachten Kritikpunkte gibt es nicht. Stattdessen muss jeder Gutacher in die überarbeitete Version hineingehen, und die bemängelten Stellen mühsam suchen. Findet er seine Kritik aus der ersten Runde unberücksichtigt, bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Kritik zu wiederholen. Dann folgen wieder etliche Wochen Stille. Und schließlich kommt der Tag der Veröffentlichung des jeweiligen IPCC-Berichts. Wieder muss der Gutachter in der finalen Version überprüfen, inwieweit seine Kritikpunkte aus der zweiten Runde berücksichtigt wurden. In vielen Fällen werden sie wieder ignoriert worden sein.

Welchen Wert hat ein Begutachtungsverfahren, in dem Kritik von Autoren und Review-Editoren einfach ignoriert wird, insbesondere wenn beide Gruppen so ausgewählt wurden, dass sie die IPCC-Fahne hochhalten und größere Abweichungen davon verhindern sollen? Darf ein solches Verfahren eigentlich ‘Peer Review’ genannt werden? Peers sind in der Regel Fachleute, die nicht direkt an der Erstellung der Arbeit beteiligt waren. Im weiteren Sinne sollten es auch Fachleute sein, die unabhängig sind und auch alternative Sichtweise haben könnten. Durch den undurchsichtigen Auswahlprozess der Autoren und Review-Editoren scheint der IPCC an diesem Punkt gescheitert zu sein. Wenn sowohl Spieler als auch Schiedsrichter vom selben Fußballclub stammen, kann kein faires Spiel stattfinden. Aber es kommt noch schlimmer: Gutachtern ist es vom IPCC nicht gestattet, im laufenden Reviewprozess ihre Kritikpunkte öffentlich zu machen. Der Maulkorberlass soll angeblich ein geordnetes und zivilisiertes Begutachtungsverfahren erlauben und die Entwürfe der Berichte im internen Kreis der Experten belassen. Letztendlich fördert die Geheimnistuerei aber die Macht der Seilschaften. Kritiker dürfen meckern, aber nur hinter verschlossenen Türen. Man tut so, als höre man ihnen zu. In Wirklichkeit interessiert man sich aber ziemlich wenig für ihre Punkte.

Das Dilemma: Kritiker beschweren sich, dass ihre Kritikpunkte ignoriert werden. Der IPCC behauptet, er habe ein effektives und gut funktionierendes Begutachtungssystem zur Verfügung. Aussage gegen Aussage. Wie könnte man nun überprüfen, wie es in Wirklichkeit aussieht? Zum Glück veröffentlicht der IPCC mit einiger Verzögerung auch die Gutachterkommentare und Zwischenversionen der Berichte. Für den soeben erschienenen 1,5-Grad-Bericht fehlen diese Unterlagen leider noch. Aber für den 5. Klimabericht (AR5) liegen die Dokumente vor. Was da wohl drin steht?

Wir gehen auf die Webseite des AR5, Arbeitsgruppe 1, naturwissenschaftliche Grundlagen. Auf der rechten Seite gibt es eine Rubrik “Drafts and Review Materials”. Wieviele Leute hier wohl schon nachgeschaut haben? Sicher nicht allzu viele. Wir interessieren uns für Kapitel 5, “Information from Paleoclimate Archives“. Die Gutachterkommentare zum ersten Berichtsentwurfs gibt es als pdf hier. Insgesamt wurden 1958 Kommentare abgegeben. Wahnsinn. Wer will die alle durchgehen? Aber alles ist feinsäuberlich dokumentiert.

Neben dem Gutachterkommentar ist auch der Name des Gutachters angebeben. In der Spalte rechts daneben ist die Antwort der IPCC-Berichtsautoren genannt. Die fällt in der Regel ziemlich knapp aus. Manchmal steht dort einfach “noted”, also registriert. Zunächst interessiert uns, ob wir einige der Gutachter vielleicht kennen. In der Tat gibt es einige Namen, die aus der paläoklimatologischen und Literatur bekannt sind bzw. die in der Klimadebatte immer wieder auftauchen:

Fredrik Charpentier Ljungqvist (Sweden), Andreas Fischlin (Switzerland), Olga Solomina (Russian Federation), Jay Curt Stager (United States of America), Thomas Stocker, Jonathan Overpeck (USA), Gabi Hegerl (UK), Valerie Trouet (USA), Raimund Muscheler (Sweden), Marcel Crok (The Netherlands), Gerrit Lohmann (Germany), Michael Mann (USA), Anders Moberg (Sweden), Eduardo Zorita (Germany), Hans W Linderholm (Sweden), Vincent Gray (New Zealand), Thierry Dudok de Wit (France), Petr Chylek (USA) uvm.

Bei dieser Gelegnheit müssen wir auch auf die Autoren des Kapitels schauen. Koordinierende Leitautoren waren Valérie Masson-Delmotte (France) und Michael Schulz (Germany). Masson-Delmotte ist Eiskernspezialistin, Michael Schulz ist Klimamodellierer am Bremer Marum. Zu den vier Review-Editoren gehört Heinz Wanner (Schweiz). Das sollen ersteinmal genug Namen gewesen sein. Schauen wir ein wenig in die Kommentare hinein. Findet sich hier etwas Substanzielles? Gab es größere Kritikpunkte oder handelt es sich überwiegend um i-Tüpfelchen?

Gleich zu Beginn ein Kritikpunkt von Takuro Kobashi (Japan), der durch grönländische Klimarekonstruktionen der letzten Jahrtausende in der Fachszene bekannt ist und eine Beteiligung von Sonnenaktivitätsschwankungen am Klimageschehen für möglich hält. Kobashi schreibt:

The coverage of the chapter seems a bit too limited and selective although I understand the number of pages are limited. For example, why abrupt climate change in the Holocene is not covered only those in the glacial? Some of the topics probably are dealt in earlier reports, but because of its importance for future implications coverage of the Holocene climate change should be increased.

Die AR5-Autoren antworten:

Taken into account. Covered in new section 5.5 (Holocene regional changes) within space limitations.

Kobashi’s Kommentar bezog sich auf das Kapitel “5.6 Evidence and Processes of Abrupt Climate Change” im FOD. Hier geht es um eine interessante klimatische Millenniumszyklik (“Dansgaard-Oeschger and Heinrich Events”), allerdings allein auf das Pleistozän bezogen. Trotz Kobashis Kritik haben sich die IPCC-Autoren nicht getraut, auch die holozänen Bond-Zyklen hier zu diskutieren. Dies wäre das logische Kapitel dazu. Chance verpasst. Die Ausrede “Platzprobleme” ist ärmlich. Offenbar war es den IPCC-Leuten zeitlich zu nah am modernen Klima dran. Da könnte man glatt auf “falsche Gedanken” bekommen, dass ein Teil des modernen Klimawandels vielleicht auch natürliche Ursachen haben könnte… Die in vielen Papers beschriebenen holozänen Bond-Zyklen werden im IPCC AR5 einfach totgeschwiegen. Der pauschale Hinweis auf “new section 5.5″ scheint ein Ablenkungmanöver zu sein. Immerhin findet man in der finalen Version diesen Satz:

There is medium confidence that southern South America (Neukom et al., 2011) austral summer temperatures during 950–1350 were warmer than the 20th century.

Der stand aber auch schon im FOD. Kobashi’s gut berichtigte Kritik blieb letztendlich unberücksichtigt. Der zweite Gutachterkommentar lässt einem die Nackenhaare sträuben:

Too many references in the text will distract the attention of the readers [Muhammad Amjad, Pakistan]

Die IPCC-Autoren antworten:

Noted

Das ist natürlich Quatsch. Die Aufforderung, weniger Literatur zu zitieren ist grundfalsch. Genau das Gegenteil sollte hier passieren: Eine bessere und umfassendere Anbindung an die Literatur sollte geschehen. Die Auslassung der Bond-Zyklen ist das beste Beispiel dafür. Weitere Kommentare bemängeln die enzyklopädische Darstellungsweise, das Fehlen großer Erzähllinien.

Genug für heute. Im Prinzip ist die Auswertung der Review-Protokolle eine zeitaufwendige Aufgabe für Wissenschaftshistoriker. Wir sind trotzdem neugierig geworden. Daher morgen hier im Blog mehr dazu.

 

Klimaalarm bequem per Internet buchen

Die Rollen in der Klimadebatte sind klar verteilt: Die ‘Bösen’ sind all jene, die den schrillen Alarmtönen der medialen Führungsriege nicht bedingungslos folgen wollen. Die ‘Guten’ sind diejenigen, die die gesamte Weltwirtschaft zur vermeintlichen Rettung des Planeten auf den Kopf stellen und das Vermögen von grundauf umverteilen wollen. Die heimlichen Profiteure dieser Revolution halten sich dabei dezent im Hintergrund und erfreuen sich an Milliarden-schweren Subventionen aus der Steuerzahlerkasse. Wenig bekannt ist, dass vermögende Aktivisten enorme Summen in die Klimaalarm-Lobbyarbeit stecken und auch langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen üppig finanzieren. LifeZette berichtete am 29. August 2018 über eine neue Analyse, die die Hintermänner solcher Aktivitäten in den USA benennt:

Deep-pocketed global warming activists have been pouring big bucks into attorneys general’s offices to pay for lawyers to advance their agenda and use the powers of the law to take actions they never could achieve alone, according to a new report. Released Wednesday by the Competitive Enterprise Institute (CEI), the 56-page document dubbed “Law Enforcement for Rent” paints a damning view of the cozy relationship between environmental activists and Democratic attorneys general in several states that have pulled off an end run around the democratic process — grabbing resources they have not been able to get from lawmakers.

Der Bericht ist hier als pdf verfügbar.

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Am 26. August 2018 berichtete die Limmattaler Zeitung über eine aggressive Klimapolitik der Grünen in der Schweiz:

Kantonsräte und Kantonsrätinnen der Grünen haben die heisse Sommerzeit genutzt, um gleich ein ganzes Dutzend Vorstösse zum Klimawandel auszuarbeiten. Gefordert werden unter anderem Steuerrabatte für Wenigfahrer, die Einreichung einer Standesinitiative beim Bund zur Einführung einer Kerosinsteuer und die Festschreibung des Klimaschutzes in der Kantonsverfassung. Zudem erkundigen sie sich in verschiedenen Anfragen zu Folgen von «Sturm- und anderen klimabedingten Schäden im Wald» und den Folgen von Hitze und Trockenheit im Sommer 2018. Martin Neukom, Kantonsrat und Regierungsratskandidat der Grünen, sagt auf Anfrage, dass man die Vorstösse bewusst gleichzeitig eingereicht habe. «Wir haben innerhalb der Fraktion festgestellt, dass aktuell etliche Ideen für Vorstösse im Zusammenhang mit dem Klimaschutz vorhanden sind.» [...] Der 32-jährige Spezialist für Solartechnologie hat den Klimaschutz zu seinem wichtigsten Wahlkampfthema erkoren.

Dass die Grünen sich stark für den Klimaaktivismus einsetzen ist nichts Neues. Der Name des Grünen-Politikers lässt jedoch aufhorchen. ‘Neukom’ ist kein alltäglicher Name. Ob es da einen Zusammenhang zwischen dem Zürcher Martin Neukom (32) und dem Berner Klimawissenschaftler Raphael Neukom (39) gibt? Raphael hat Betriebspraktika bei Versicherern wie Münchener Rück und Swiss Re absolviert, aber auch wichtige Papers zur vorindustriellen Klimageschichte Südamerikas geschrieben. Wahrscheinlich gibt es keinen familiären Zusammenhang. Aber wenn es ihn gäbe, sollte man ihn kennen, denn Raphael ist an wichtigen wissenschaftlichen Studien beteiligt, deren Ergebnisse für Martin außergewöhnlich wichtig wären…Nur mal so als Beispiel.

Man weiß leider viel zu wenig über den Hintergrund einiger Akteure in der Klimadebatte. Wieviel verdienen eigentlich Mojib Latif und Kollegen mit den unzähligen Auftritten in den Medien, bei Sparkassenfesten und Konferenzen? Sie können Latif nämlich für Ihre Veranstaltung ganz einfach über das Internet buchen. Wenn die Kasse stimmt, kommt er sicher vorbei. Gelistet ist er bei vielen Agenturen, z.B. Econ, London Speaker Bureau, Referentenagentur Bertelsmann, Celebrity Speakers, Redner und Perspektiven und vielen mehr. Als Klimawarner spielt er seine Rolle ausgezeichnet und wird dafür vermutlich gut bezahlt. Ein möglicher Interessenskonflikt bei seiner wissenschaftlichen Arbeit? Wie würden die Kunden wohl reagieren, wenn er relativierender auftreten würde? Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass dies nicht allzu gut für das Geschäft wäre.