Helmholtz-Zentrum Geesthacht: Winterstürme in Nordwesteuropa bisher nicht vom Klimawandel beeinflusst

Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrum Geesthacht (Zentrum für Material- und Küstenforschung) vom 6. Oktober 2014 (Fettsetzung ergänzt):

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UNSERE WINTERSTÜRME BISHER NICHT VOM KLIMAWANDEL BEEINFLUSST

Während extreme Hitzewellen in einem deutlichen Zusammenhang zum Klimawandel stehen, ist diese klare Abhängigkeit für andere Extremereignisse wie Starkregen, Dürren oder Stürme nicht immer erkennbar. Diese Erkenntnisse wurden jetzt in dem internationalen Bericht „Explaining Extreme Events of 2013 from a Climate Perspective” veröffentlicht. Für den Bericht beleuchteten 20 internationale Forschungsgruppen die Ursachen von 16 im Jahr 2013 weltweit aufgetretenen extremen Wetterereignissen. Auch Dr. Frauke Feser und Prof. Hans von Storch vom Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht gehören zu den Autoren der international beachteten Publikation.

Auswertungen zum Sturm „Christian“

In Zusammenarbeit mit Dr. Susanne Häseler und Dr. Christiana Lefebvre vom Deutschen Wetterdienst und Dr. Martin Stendel vom Dänischen Meteorologischen Institut werteten die Küstenforscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht unter anderem die Daten zum Sturm „Christian“ aus. „Christian“ zog am 27. und 28. Oktober 2013 über West- und Nordeuropa und richtete in den Küstenregionen schwere Schäden an. Die Ergebnisse zu „Christian“ bestätigen frühere Auswertungen: „Winterstürme über dem Nordatlantik und Nordwesteuropa zeigen starke, jahrzehntelange Schwankungen, jedoch ist derzeit kein Langzeittrend in der Abhängigkeit zum Klimawandel sichtbar “, erläutert Dr. Frauke Feser vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht.

Erkennbar sind eine Verringerung der Sturmaktivität seit den 1880ern bis Mitte der 1960er Jahre und ein darauf folgender Anstieg bis Mitte der 1990er Jahre. Ab Mitte der 1990er Jahre verringert sich dann wiederum die Sturmaktivität. „Anders als bei beobachteten Hitzewellen können diese Schwankungen der Sturmtätigkeiten allein auf natürliche Variabilität zurückgeführt werden. Wir schließen damit aber auch nicht aus, dass der bestätigte menschengemachte Klimawandel in der späteren Zukunft einen Einfluss auf die Sturmaktivitäten haben könnte“, verdeutlicht Prof. Hans von Storch.

Der Zusammenhang von Hitzewellen und menschengemachten Klimawandel dagegen ist deutlich. In dem Bericht beschreiben amerikanische Wissenschaftler beispielsweise die extreme Hitzeperiode in Kalifornien an der Westküste der USA, die das ganze Jahr 2013 über andauerte. Die atmosphärischen Voraussetzungen für Hitzewellen wie diese treten heute laut den Forschern deutlich häufiger auf als in vergangenen Jahren.

 

Gletscherentwicklung in Europa durch natürliche Zyklen geprägt: Wachstums- und Schmelzphasen wechselten sich stets ab

Schottland ist seit dem Ende der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren gletscherfrei – das jedenfalls dachte man bisher. Nun allerdings fand ein Forscherteam, dass man die natürliche Klimadynamik offenbar unterschätzt hat. Der Standard berichtete am 25. Januar 2014:

Überraschende Entdeckung: Spuren von Vergletscherung, die etwa 11.000 Jahre jünger sind als gedacht
Während die kontinentaleuropäischen Hochgebirge noch heute Gletscher tragen, schüttelte Schottland die eisige Last am Ende der letzten Kaltzeit vor etwa 12.500 bis 10.000 Jahren ab. So dachte man bislang zumindest. Nun gibt es aber Hinweise darauf, dass in Teilen Schottlands noch sehr viel später Gletscher vorhanden waren. […] Die Ergebnisse der Analysen weisen darauf hin, dass das Geröll erst im vergangenen halben Jahrtausend von einem Gletscher aufgehäuft wurde, also lange nach dem Ende der letzten großen Kaltzeit. Die kühlste Periode seitdem war die sogenannte Kleine Eiszeit, die sich vom 15. bis ins 19. Jahrhundert erstreckte, insbesondere aber von der Mitte des 17. bis zum frühen 18. Jahrhundert eine deutliche Abkühlung mit sich brachte.

Ganzen Artikel im Standard lesen.

Die entsprechenden Studien von Harrison et al. und Kirkbride et al. erschienen im Februar 2014 im Fachmagazin The Holocene. Die Autoren halten es für möglich, dass nicht nur auf dem Höhepunkt der Kleinen Eiszeit, sondern auch in anderen Kälteperioden Gletscher in Schottland existiert haben könnten.

Interessanterweise haben Bergsteiger kürzlich auf dem höchsten Berg Großbritanniens, dem Ben Nevis in den Schottischen Highlands, Anzeichen für die Entstehung eines neuen Gletschers gefunden. Feiern die kühlen Eiszungen nach zweihundert Jahren Pause jetzt ein Comeback? Basierend auf einem BBC-Bericht meldete Wetter-Center.de am 1. September 2014:

An der Nordseite des Berges wurden Schneefelder in Rinnen und an Geröllhängen gefunden, die auch im Sommer nicht abgeschmolzen sind. Teilweise hat sich dieser Schnee bereits zu harten, eisartigen Schichten verdichtet und sogenanntes Firn gebildet. Das ist die erste Stufe zur Gletscherbildung. Die Forscher fanden auch Schneefelder mit einem Gewicht von mehreren hundert Tonnen, außerdem Tunnel und Risse im Eis, auch bekannt als Bergschrund, die normalerweise am oberen Ende eines Gletschers zu finden sind.

Springen wir jetzt über die Nordsee nordwärts nach Norwegen. Wie wir bereits im September 2013 an dieser Stelle gemeldet hatten, waren die Gletscher Westnorwegens vor 2000 Jahren kürzer als heute. Eine unbequeme Wahrheit.

Ein weiterer Sprung nach Norden bringt uns nach Island. Aus dieser Region hatte Deutschlandradio Kultur am 9. November 2013 Schreckliches zu vermelden: (weiterlesen …)

Neue Studien bestätigen: Alpengletscher hatten bereits zur Zeit der Römischen und Mittelalterlichen Wärmeperioden “Fieber”

„Hilfe, die Gletscher schmelzen! Seht her, was der böse Klimawandel mit unseren geliebten Eisströmen macht. Noch nie war es so schlimm wie heute.“ Diese und ähnliche tränentreibenden Geschichten können wir in schöner Regelmäßigkeit in der Presse lesen. Nehmen wir zum Beispiel einen Text von der aktuellen Greenpeace-Webseite (Fettsetzung ergänzt):

Gletscher gelten als das Gedächtnis der Klimageschichte, die Gebirgsgletscher als das Fieberthermometer der Erde. Kaum irgendwo lässt sich so deutlich ablesen wie hier, was mit unserem Klima geschieht. Die Gletscher schmelzen mit einer Geschwindigkeit, die selbst Klimaforscher überrascht. […] In den Alpen ist die Veränderung besonders gut dokumentiert. Seit Beginn der Industrialisierung um 1850 haben die Gletscher dort etwa ein Drittel ihrer Fläche und die Hälfte ihrer Masse verloren. Vor allem seit den 90er Jahren hat sich das Tempo erhöht und wird sich in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter steigern: Die heutige Schmelze wurde durch Treibhausgasemissionen vor dreißig Jahren verursacht.

Aber ist die Gletscherschmelze wirklich so neu und unerwartet wie stets behauptet? Greenpeace führt die Alpen als angebliches Paradebeispiel an. Und genau dort wollen wir auch unseren heutigen Faktencheck beginnen. Zunächst einmal wundert man sich, dass der Alpengletscherschwund bereits gegen Ende der Kleinen Eiszeit um 1850 begann, als das anthropogene CO2 noch keine klimaprägende Rolle gespielt haben kann. Dies hatte bereits der Quartärgeologe Albert Schreiner 1997 in seinem Lehrbuch „Einführung in die Quartärgeologie“ (S. 188, Abb. 91).

Noch größere Kopfschmerzen bereitet jedoch der Blick zurück in die Klimageschichte der letzten Jahrtausende. Bereits in früheren Beiträgen hatten wir darauf hingewiesen, dass die Alpengletscher auch in den früheren Wärmeperioden signifikant abschmolzen. Die Schmelzphasen während der Mittelalterlichen Wärmeperiode vor 1000 Jahren sowie der Römischen Wärmeperiode vor 2000 Jahren sind mittlerweile gut dokumentiert (siehe unsere Blogartikel „Berner Geologe Christian Schlüchter: Alpengletscher endeten zu Zeiten Hannibals 300 Höhenmeter über dem heutigen Niveau„ und „Eine unbequeme Wahrheit: Alpengletscher waren in der Vergangenheit kürzer als heute“). Im April 2014 wurden nun zwei weitere Arbeiten publiziert, die diese bislang unterschätzte natürliche Gletscherdynamik eindrucksvoll bestätigen. In den Quaternary Science Reviews erschien die Studie eines Forscherteams um Anaëlle Simonneau von der französischen Univ. Orléans, in der die Gletscherbewegungen der letzten Jahrtausende in den Französischen Alpen rekonstruiert wurden. Die Wissenschaftler dokumentierten dabei mehrere Gletscherschmelzphasen, die – wie nicht anders zu erwarten – auch die Römische und Mittelalterliche Wärmephase umfassten (Abbildung 1). Hier ein Auszug aus der Kurzfassung:

Holocene palaeoenvironmental evolution and glacial fluctuations at high-altitude in the western French Alps are reconstructed based on a multiproxy approach within Lake Blanc Huez (2550 m a.s.l.) drainage basin.  […] periods of reduced glacial activities dated from the Early Bronze Age (ca 3870–3770 cal BP), the Iron Age (ca 2220–2150 cal BP), the Roman period (ca AD115–330) and the Medieval Warm Period (ca AD760–1160). 

 

 

Abbildung 1: Rekonstruktion der Gletscheraktivität in den Französischen Alpen. In der untersten Zeile sind die Gletschervorstöße in blau und Schmelzphasen in rot gekennzeichnet. Jahresskala in 1000 Jahren vor heute. Die Mittelalterliche Wärmperiode liegt bei 1 (=1000 Jahre vor heute), die Römische Wärmeperiode bei 2 (=2000 Jahre vor heute). Außerdem: In der Zeit von 9000-6000 Jahre vor herrschte in den Alpen eine massive Gletscherschmelze. Quelle: Simonneau et al. 2014.

 

Die zweite Arbeit stammt von Martin Lüthi von der Universität Zürich und erschien im Fachmagazin The Cryosphere. Sie enthält eine Rekonstruktion der Alpengletschergeschichte für die vergangenen 1600 Jahre. Interessanterweise wiesen die untersuchten sieben Gletscher während der Mittelalterlichen Wärmeperiode eine ähnliche Länge wie heute auf (Abbildung 2). (weiterlesen …)

Neue Geomar-Studie: Nordatlantik wird sich im kommenden Jahrzehnt leicht abkühlen

Das Kieler Geomar gab am 15. Oktober 2014 eine Pressemitteilung zu einem neuen Paper unter Beteiligung von Mojib Latif heraus. Wortreich und etwas trocken werden zunächst die klimatischen Grundlagen geschildert, bis ganz am Ende des Textes das eigentliche Highlight verkündet wird: Der Nordatlantik wird sich im kommenden Jahrzehnt wohl abkühlen! Ein überraschendes Resultat, wenn man bedenkt, dass wir uns angeblich mitten in einer CO2-getriebenen Hitzespirale befinden sollen. Aus diesem Grund verschlüsselt Latif die Botschaft so gut er kann:

„Unser Modell sagt uns, dass die Phase mit eher hohen Oberflächentemperaturen im Nordatlantik auch im kommenden Jahrzehnt anhalten wird, allerdings mit einem leicht negativen Trend“, sagt Professor Latif.

Offenbar hatte das Geomar nicht den Mumm, die bevorstehende Abkühlung in der Überschrift zu erwähnen. Im Folgenden die Vollversion der Pressemitteilung:

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Wie entwickeln sich die Temperaturen im Nordatlantik?
GEOMAR-Klimaforscher finden Methode zur Verbesserung von Klimavorhersagen

Die Stärke einer Hurrikansaison, Niederschläge in Westafrika, Winterverläufe in Mitteleuropa – die Oberflächentemperaturen des Nordatlantiks sind ein entscheidender Faktor für all diese Vorgänge. Sie schwanken in Zeiträumen von Jahrzehnten synchron mit dem Klima auf den angrenzenden Landregionen. Doch eine zuverlässige Vorhersage galt bisher als schwierig, da zu wenige Messdaten vorhanden sind. Klimaforscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel beschreiben jetzt in der internationalen Fachzeitschrift „Earth and Planetary Science Letters“ den Mechanismus dieser dekadischen Schwankungen der nordatlantischen Oberflächentemperaturen und zeigen, dass diese ein hohes Vorhersagepotential besitzen.

Für das Klima, aber auch das Wetter in Europa spielen Prozesse im Nordatlantik eine entscheidende Rolle. Der Golfstrom und seine Ausläufer wie etwa der Nordatlantikstrom transportieren Wärme tropischen Ursprungs quer über den Ozean, in der Atmosphäre über dem Meer entscheidet sich, ob es in Mitteleuropa stürmt oder die Sonne scheint. Die Wassertemperaturen an der Oberfläche des Atlantiks beeinflussen die jeweilige Hurrikansaison oder die Niederschlagsmengen auf den angrenzenden Kontinenten. All diese Prozesse unterliegen jedoch natürlichen Schwankungen, die sich über Jahre, Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte abspielen. „Konkrete Messreihen reichen oft nur wenige Jahrzehnte zurück“, sagt der Klimaforscher Professor Dr. Mojib Latif vom GEOMAR-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, „deshalb ist es sehr schwierig, Schwankungen auf längeren Zeitebenen richtig einzuschätzen und von möglichen durch den Menschen hervorgerufenen Änderungen zu unterscheiden“. (weiterlesen …)

Veranstaltung “Die Energiewende: Vision und Wirklichkeit” am 17. November 2014 in Kreuzlingen

Am Montag den 17. November 2014 findet um 19:30 Uhr im schweizerischen Kreuzlingen am Bodensee die Veranstaltung “Die Energiewende: Vision und Wirklichkeit” statt. Dabei handelt es sich um eine Kooperationsveranstaltung des Kanton Thurgau und der Universität Konstanz. Vortragende sind Prof. Dr. Ulrike Lohmann, Leiterin des Instituts für Atmosphäre und Klima an der ETH Zürich, und Prof. Dr. Gerd Ganteför, Professor für Experimentalphysik an der Universität Konstanz. Die Veranstaltung im Refektorium der Pädagogischen Maturitätsschule ist für alle offen. Hier die Einladung mit Programm.

Europaparlament lässt am 4. November 2014 den IPCC-Chef zum neuen Klimabericht Stellung nehmen

Der Wissenschaftsausschuss des Europaparlaments richtet am 4. November 2014 um 17 Uhr in Brüssel eine Vortragsveranstaltung zum 5. Klimazustandsbericht des IPCC aus. In der Ankündigung des European Parliamentary Research Service (EPRS) heisst es dazu:

On 4th November 2014, answers to such questions will be outlined in a special event at the European Parliament (EP) as the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) presents the latest findings from its 5th Assessment Report (AR5). The event, organised by the EP’s own Scientific Foresight Unit, in partnership with the European Commission, represents the first chance for EU citizens, legislators and policy-makers to discuss the contents of AR5 at the heart of European government. [...] Following a welcome speech from the Vice-President of the European Parliament, Ms. Mairead McGuinness MEP, the IPCC’s Chairman, Dr Rajendra Pachauri, will present the key findings from the IPCC’s report, hot off the press, and take part in a Q&A session at the European Parliament to debate the report’s contents.

Ganzen Artikel bei EPRS lesen.

 

Wie empfindlich ist unser Klima gegenüber der Erwärmung durch Treibhausgase?

Von Frank Bosse

Diese Frage stellen sich die Klimatologen und von ihrer Beantwortung hängen politische Fragen in vielerlei Hinsicht ab. Man bedient sich dabei zweier Größen: Die „Transient Climate Response“ (TCR) und die „Equilibrium Climate Sensivity“ (ECS). Die letztere beschreibt die sich ergebende Temperatursteigerung,  die nach einer Verdopplung des Treibhausgasgehalts der Atmosphäre eintritt, wenn ein neuer Gleichgewichtszustand erreicht ist. Das kann Jahrhunderte dauern. Die Energie die in die Meere mit ihrer thermischen Trägheit gegangen ist, braucht so lange zum Ausgleich. Daher spielt sie z.B. für die Beantwortung der Frage, ob und wann bis 2100 das politische Ziel der Begrenzung auf 2 Grad C Erwärmung „gerissen“ werden könnte, nicht die vorrangige Rolle. Die TCR ist für diese Belange die aussagefähigere Größe. Sie ist definiert als die Temperaturerhöhung die sich einstellt, wenn pro Jahr 1% mehr Treibhausgase (Green House Gases, GHG) hinzukommen und sich schließlich ihr Niveau gegenüber einem definierten Ausgangswert verdoppelt hat. Sie berücksichtigt den Ausgleich der Meere praktisch nicht.

Die direkte Beobachtung der Größe ist kaum möglich, zu viele Einflussgrößen wirken auf unser Klima. Man teilt sie grob ein in Antriebe  (Forcings) von außen oder innen (wie die Sonne, Vulkane, Schwebestoffe in der Luft, GHG) und in eine interne Variabilität (wie das El Nino- Geschehen im Pazifik, Ozeanströmungen im Atlantik und Pazifik, Wirkungen der Biosphäre). Das wirkt alles im Chor, und eine Messung der Auswirkung nur einer Größe ist nur sehr schwer möglich. Das IPCC fasste die Bandbreite der möglichen TCR in einem Bild zusammen:

Abb.1: Die Verteilungen der TCR nach der Wahrscheinlichkeit gem. IPCC AR5, Fig.2 Box 12.2 des IPCC- Berichtes von 2013. Im oberen Teil sind die Ergebnisse von Arbeiten zusammengefasst, auch sie bestreichen eine größere Bandbreite.

 

Unten im Bild sind die Modellresultate (CMIP5) mit aufgeführt, sie liefern ca. 1.9°C/CO2-Verdopplung. Die Langzeituntersuchungen unter Berücksichtigung von jahrhundertelangen Reihen unter Benutzung von fossilen „Stellvertretern“ (Proxy-Daten) für Thermometermessungen kommen oft auf noch höhere Werte für die TCR.

Neuere Arbeiten aus Beobachtungen liefern meist kleinere Werte, eine ganz neue von Nic Lewis und Judy Curry gibt den Bereich von 0,9-2,5 mit der höchsten Wahrscheinlichkeit bei 1,3 an. Ein geschlossenes Bild ist schwierig zu erhalten, die drei beschriebenen Methoden kommen zu sehr unterschiedlichen Resultaten. Momentan wird allen das gleiche Gewicht beigemessen, die deutsche Wikipedia z.B. hält nach wie vor 2,0 für am wahrscheinlichsten und zitiert in diesem Zusammenhang den vorletzten IPCC- Bericht aus 2007. Eine Aktualisierung täte der Seite sicher gut!

Die Ergebnisse der  CMIP5- Klimamodelle werden auch heute noch  gleichberechtigt zu den Beobachtungen gesetzt. Wir wollen uns hier die Frage stellen, ob dies gerechtfertigt ist. Hierzu verwenden wir die beobachteten Daten seit 1945 nach GISS für die globale Oberflächenmitteltemperatur der Erde (GMST) und die CMIP5- Daten, wie sie hier zur Verfügung gestellt werden. Die Modelle selbst geben verschiedene Szenarien aus, die unterschiedliche Bedingungen simulieren. Für das reine Strahlungsforcing durch GHG genügen jedoch die Mittelwerte (Ensemble-Means), die aus vielen Modellläufen verschiedener Modelle gewonnen werden.

Nun berechnen wir die Steigungen der linearen Trends (minimal 30 Jahre lang) von jedem Jahr an und zwar zum Einen bis 2004 und zum Anderen bis zum aktuellen Jahr 2014. Für den noch nicht 100%ig feststehenden Wert das Jahres wurde der Mittelwert der ausgewerteten Monate Januar-September herangezogen, die Abweichungen bis einschließlich Dezember werden nur wenige hundertstel Grad C betragen. (weiterlesen …)

Australische Regionalregierung fördert Theaterstück “Tod den Klimaleugnern” mit 18.793 Dollar

Die australische Regionalregierung von Canberra hat kürzlich eine Theaterproduktion mit $18,793 gefördert, um das Stück “Kill Climate Deniers” – auf deutsch übersetzt “Tod den Klimaleugnern” – zu inszenieren. Eine peinliche Geschichte. Daraufhin hagelte es Kritik. Die Aspen Island Theatre Coompany musste reagieren und veröffentlichte auf ihrer Webseite eine Verlautbarung, die jedoch die Sache nur noch schlimmer machte. Ganz offensichtlich soll in dem Theaterstück eine Geiselnahme im Australischen Parlament durch Ökoterroristen verherrlicht werden, die offenbar keinen anderen Ausweg als diesen sehen, um auf die angeblich menschheitsgefährdende Klimaproblematik aufmerksam zu machen. Ein absurdes Theater. Hier der Text der Schauspiel-Truppe in der Originalversion:

[The Aspen Island Theatre Company] has received funding through the ACT Government Arts Fund for a two week creative development of Kill Climate Deniers, written by David Finnigan and directed by Julian Hobba. The creative development of the script, which is currently in draft form, will take place in January and February 2015. The scenario of the work sees an Australian environment minister confront an armed siege of the Australian Parliament by a group of eco-terrorists. In our application for funding to develop the piece, we made clear and explicit that through this scenario we in no way encourage or endorse those actions. It is a fictional scenario, and we take as given a common understanding that to depict something does not mean to condone it. An idea, or scenario, can be treated in many ways. It is premature to judge the way our production – which we hope to follow our creative development – will do this. Our application for funding describes that we will explore the idea through a satirical exploration of the tropes of the hostage-crisis action film genre. While we make no apologies for being urgently interested in the politics of climate change in Australia, the title of the piece points to the hyperbolic nature of the fictional scenario. This is not uncommon in the titles of plays or films. We hope, in time, to be judged not on the title of the work, but its content, and not on the notion of the idea at the centre of the work, but its treatment. For those interested, we will report back on the creative development early next year.

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Angesichts des bedrohlichen aktuellen Erwärungsstopps schlug der Indische Ministerpräsident jetzt außergewöhnliche Maßnahmen vor, um den Klimawandel nun endlich in den Griff zu bekommen. Der Mannheimer Morgen berichtete am 1. Oktober 2014:

Mit Yoga gegen Klimawandel
Indiens Ministerpräsident Narendra Modi hat in New York einen Weltyogatag gefordert [...]. “Yoga schafft die Einheit von Geist und Körper, Gedanken und Taten, Zurückhaltung und Erfüllung”, sagte er vor den Delegierten aus aller Welt. “Es sorgt für Harmonie zwischen Mensch und Natur. Wenn wir unseren Lebensstil ändern und Bewusstsein schaffen, kann Yoga auch gegen den Klimawandel helfen.”

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Eine neue Studie aus Japan hat jetzt die drängendste Gefahr identifiziert, die vom Klimawandel zu drohen scheint: Das Geschlechtsverhältnis Männer zu Frauen würde durch die klimatischen Vorgänge aus dem Gleichgewicht geraten. Vor allem die männlichen Föten wären durch die befürchteten klimatischen Verschiebungen in Gefahr, behaupten die Wissenschaftler. Das sind gute Nachrichten für Estland, die Ukraine und Dschibuti, wo derzeit ein spürbarer Männerüberschuss herrscht.

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Der böse Klimawandel, jetzt lässt er auch noch den Wald schneller wachsen als erlaubt. Die WAZ berichtete am 29. September 2014:

Klimawandel: Der Wald in NRW wächst schneller – aber die Gefahren auch
Die zunehmende Erderwärmung sorgt für längere Vegetationsperioden bei den Bäumen in Nordrhein-Westfalen. Doch in den Himmel wachsen werden sie wohl trotzdem nicht. Denn auch die Gefahren für die Baumwelt in NRW wachsen. Schädlinge und die Witterung machen den Bäumen stärker zu schaffen.
Treibhauseffekt – das muss doch eine tolle Sache sein, wenn man Pflanze ist, oder? Und, so eine Studie der Technischen Universität München, die Bäume wachsen tatsächlich besser dank des Klimawandels. Ein Trend, den Mathias Niesar vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW auch für unsere Region bestätigt.

Ganzen Artikel auf derwesten.de lesen.

Das wäre ja auch schlimm, wenn die Bäume in den Himmel wachsen würden. Dann müsste man nämlich den Luftraum über den deutschen Wäldern für Flugzeuge sperren. Zu groß wäre die Gefahr, dass ein durch den Treibhauseffekt wuchernder Ast die Außenseite einer 747 aufreißen könnte. Auch würden die Riesenwälder gigantische Schatten auf die hochsubventionierten Solarzellenflächen werfen. Dann müsste man die Sonnenkollektorbesitzer womöglich noch als Klimawandelopfer entschädigen. Nein, nein, das ist schon gut, dass die Wälder nicht unendlich hoch wachsen.

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In unserem Buch “Die kalte Sonne” hatten wir zeigen können, dass wir das 2-Grad-Ziel unter Berücksichtigung einer realistischen Klimaentwicklung gut schaffen können. In Nature veröffentlichten die beiden Wissenschaftler David Victor und Charles Kennel am 1. Oktober 2014 nun einen Artikel, in dem sie für die Abschaffung des 2-Grad-Ziels plädieren. Es wäre kein guter Indikator für den klimatischen Gesundheitszustand unseres Planeten, meinen sie jetzt: (weiterlesen …)

Zahl der Naturkatastrophen sinkt 2013 auf Zehn-Jahres-Tief

Angesichts der Verhandlungsfehlschläge auf internationalen Klimakonferenzen und der seit nunmehr 18 Jahren stockenden Erwärmung verlieren klimaalarmistische Ansätze weiter an Boden. Die Stuttgarter Zeitung berichtete am 27. September 2014 über realistischere Ansätze:

Klimaschutz: Es geht auch ohne einen Klimavertrag
[...] Was die Klimapolitik so vertrackt macht, haben neulich David Victor, Experte für Umweltpolitik an der University of California in San Diego, und zwei weitere Autoren des UN-Klimarats im Magazin „Science“ erläutert: Je mehr Länder mitwirken sollen, den Ausstoß an Treibhausgasen zu senken, desto unwahrscheinlicher werde es, dass ein einzelnes Programm mit bindenden Zielen und Zeitplänen funktioniere. Man müsse flexibler werden. „Klimapragmatiker“ wie Victor kämpfen nicht für eine globale Deckelung des Treibhausgasausstoßes. Sie empfehlen vielmehr, die Entwicklung von kohlenstoffarmen Energiequellen und von Techniken effizienter Energienutzung zu fördern – bis sie sich von selbst auf dem Markt durchsetzen. Ähnliche Programme werden in letzter Zeit immer öfter propagiert. Das „Breakthrough Institute“ vertritt diesen Klimapragmatismus besonders konsequent. Die kalifornische Denkfabrik gab im April zusammen mit der Arizona State University eine Stellungnahme heraus. Darin versuchen 13 Umwelt- und Energieexperten die Klimapolitik mit dem globalen Wirtschaftswachstum zu versöhnen. „Our High-Energy Planet“ – „Unser Hochenergie-Planet“ – lautet der Titel des Dokuments. Die Pointe dieser Strategie: man soll die Entwicklungskurve, die alle industrialisierten Länder durchgemacht haben, begleiten und nutzen, anstatt sie zu bekämpfen. Erst der rasante Ausbau der Energiesysteme habe den Wohlstand ermöglicht, in dem Umweltschutz wichtig wurde und der Ausstoß an Treibhausgasen wieder zu sinken begann.

Ganzen Artikel in der Stuttgarter Zeitung lesen.

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Al Gore bekam vor einigen Jahren für seinen Klimaalarmismus einen Nobelpreis. Aber der Ruhm währt nicht ewig. Heute ist das Interesse an seiner durchsichtigen Panikmache auf einem Tiefpunkt angekommen. Auf Youtube hatte Gore eine seine Klimareden hochladen lassen. Peinlich: In den ersten 12 Tagen klickten nur 38 Zuschauer seinen Auftritt an. Heute steht der Zähler natürlich etwas höher. Die meisten Klicks scheinen jedoch von schadenfrohen Klimaskeptikern zu kommen, die die aktuelle Klickrate begutachten wollten.  Entscheiden Sie selbst, ob Sie mal vorbeischauen.

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Vor einigen Jahren malte die Versicherungsindustrie noch den Extremwetterteufel an die Wand, nun machen sie ordentliche Profite, auch weil die Extremwetterschäden in Realität bei weitem niedriger ausgefallen sind als stets prognostiziert. Ein phantastisches Geschäftsmodell. Näheres auf WUWT.

Auch die Süddeutsche Zeitung hat es am 16. Oktober 2014 bemerkt:

Zahl der Naturkatastrophen sinkt 2013 auf Zehn-Jahres-Tief
Die Zahl der Naturkatastrophen ist im vergangenen Jahr so niedrig gewesen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das geht aus dem „Weltkatastrophenbericht 2014” hervor, den die Föderation der Rotkreuz- und Roter-Halbmond-Gesellschaften (IFRC) in Genf veröffentlichte. Demnach wurden im vergangenen Jahr 337 Naturkatastrophen gezählt, fast die Hälfte des Höchststandes 2005. Die Zahl der Toten lag bei 22 452 und damit deutlich unter dem Durchschnitt des Jahrzehnts von 97 954 Opfern.

Weiterlesen in der Süddeutsche Zeitung.

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Keine Woche ohne Mojib Latif in den Medien. Am 29. September 2014 traf der Klimaprediger im α-Forum des Bayerischen Rundfunks auf. Das pdf der Sendung gibt es hier. Darin dehnt Latif die Erwärmungspause interessanterweise auf 2020 und sogar 2025 aus. Das ist also noch bis zu 11 Jahre hin und dürfte für ihn locker bis in die Zeit der Rente reichen. Clever, dieser Latif. Hier der entsprechende Auszug aus dem Interview: (weiterlesen …)

Bildzeitung: Plastik-Abfall gefährlicher als Klimawandel

In der Münchener Galerie art room9 ist ab dem 6. November 2014 die Fotoausstellung “Images Beyond the Naked Eye” zu sehen, in der internationale Fotokünstler Bilder zum Thema Global Warming präsentieren. Die Galerie teilt hierzu mit:

Die Ausstellung „Images Beyond the Naked Eye“ zeigt Werke international bekannter Fotografen zum Thema Klimawandel. Da die Fotografie weitreichende Veränderungen und räumliche Eindrücke darzustellen vermag, kann sie das zeigen, was dem bloßen Auge verborgen bleibt. Die Ergebnisse fotografischer Abbildungen erzeugen Assoziationen, oft auch Erstaunen oder gar Betroffenheit. Sie regen unsere Neugier an und konfrontieren uns mit Tatsachen, die uns zum Nachdenken anregen, den Dingen auf den Grund zu gehen. Genau diese Eigenschaften sind es, die die Fotografen herausfordern, die abstrakten und komplexen Zusammenhänge von Klimawandel und Klimaerwärmung sichtbar zu machen.

Folgende Fotografinnen und Fotografen nehmen an der Ausstellung teil:

Abbas, Pavel Banka, Gabriele Basilico, Desiree Dolron, Hubertus Hamm, Robert F. Hammerstiel, Stefan Hunstein, Tokio Ito, Robert Glenn Ketchum, Robert Lebeck, Gerd Ludwig, Laura McPhee & Virginia Beahan, Esko Männikko & Pekka Turunen, Duane Michals, Sarah Moon, Martin Parr, Werner Pawlok, Jorma Puranen, Sebastiao Salgado, Miro Svolik, Massimo Vitali, Robert Walker.

Die Vernissage für geladene Gäste und den Künstlern findet am 6. November 2014 statt. Man darf gespannt sein, wie die Künstler die Erwärmungspause der letzten nunmehr 18 Jahre mit der Kamera eingefangen haben. Wurden Fotos zum wachsenden antarktischen Meereis zugelassen? Vielleicht gibt es Leser in München, die die Ausstellung für uns einmal besuchen und uns Rückmeldung geben könnten.

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Vor einiger Zeit hatten Aktivisten ein Paper durch das Peer Review geschmuggelt, in dem sie behaupteten, es gäbe einen 97 prozentigen Konsens in den Klimawissenschaften. Den gibt es wirklich, allerdings in einer gänzlich trivialen Asusage, nämlich dass sich das Klima generell wandelt und der Mensch etwas dazu beiträgt. Diese nichtquantitative Feststellung kann aber fast jeder unterschreiben, egal ob Alarmist oder Skeptiker. Ein Konsens ohne Wert. Spiegel Online kritisierte am 23. September 2014, dass IPCC-Wissenschaftler diese Studie mittlerweile für eigene Zwecke missbrauchen und die Inhalte in unzulässiger Weise öffentlich ausschlachten:

Missglückter Forscher-Aufruf zum Uno-Klimagipfel: Die 97-Prozent-Falle 
“97 Prozent der Wissenschaftler stimmen überein: Klimawandel ist eine Tatsache, menschengemacht und gefährlich”, ließ US-Präsident Barack Obama per Twitter melden. Er berief sich auf eine mittlerweile berühmte Studie, die zu diesem Ergebnis kam – weitestgehende Einigkeit unter den Klimaforschern. Das Problem ist allerdings: Der Konsens der Wissenschaftler ist ein anderer, als Obama suggeriert. Klimaforscher fördern das Missverständnis nun mit einer Kampagne. Anlässlich des Uno-Klimagipfels am Dienstag in New York haben 97 von ihnen Stellungnahmen veröffentlicht, die Einigkeit zum Klimathema betonen sollen. Sie warnen vor schmelzenden Gletschern, steigendem Meeresspiegel, versauernden Ozeanen und “katastrophalen Umweltveränderungen in der nahen Zukunft” – all das könnten Folgen des Klimawandels sein, wie zahlreiche Studien zeigen. Indes: Die 97 Wissenschaftler suggerieren mit ihrer Kampagne, bei der sie sich auf die Konsens-Studie berufen, es herrsche Einigkeit zu all diesen Themen unter 97 Prozent der Klimaforscher. Doch damit täuschen sie die Öffentlichkeit.

Weiterlesen auf spiegel.de.

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Die Kritik an den alarmistischen Thesen des IPCC wächst, auch im Heimatland der IPCC-Zentrale. Die Schweizerzeit schrieb am 23. September 2014: (weiterlesen …)