Zweierlei Maß – das bemerkenswerte Verhalten der Grünen in Sachen Wissenschaft

Hinweis: Der folgende Beitrag stammt von einem Gastautor und spiegelt allein dessen Meinung wider. Die Wirkung von Homöopathie wird in der Gesellschaft kontrovers diskutiert. Das Kalte-Sonne-Blog möchte hier keine offizielle Position einnehmen, da unser Hauptthema der Klimawandel und die Energiewende sind. Homöopathie ist wirksam, wenn man daran glaubt, schrieb uns eine Leserin. Vielleicht ist genau das schon aureichend…

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Von: Gastautor

Leider nur bis 13.12.2019 in der ZDF Mediathek aufrufbar war ein Video des Satirikers Jan Böhmermann aus dem Sommer 2019 zum Thema Homöopathie mit den Titel

„Homöopathie wirkt*    
*nicht über den Placebo-Effekt hinaus.“

Kenner wissen allerdings, dass das Video danach bei YouTube weiter abrufbar ist. In dem 23 Minuten Stück nimmt Böhmermann sich der Zuckerperlen an, die zwar teuer sind, aber wissenschaftlich keine Wirkung haben, bis auf den Placeo-Effekt. Patienten, die die weißen Kugeln schlucken, denken also, dass es ihnen hilft. Irgendwie.

Screenshot ZDF Mediathek


Der Glaube versetzt manchmal Berge, wer also ganz fest daran glaubt, dass Karamellpopcorn, Zwiebelringe oder warmes Wasser gegen Krankheiten helfen, der wird diesen Effekt möglicherweise sogar bestätigen können. Wenn demjenigen diese drei „Medikamente“ nach einer ausführlicher Amnesie noch von einem vertrauenseinflößenden Dritten aka Heilpraktiker ans Herz gelegt werden, dann vermutlich noch mehr. Es kann aber auch einfach sein, dass die ausführliche Beschäftigung durch einen Homöopathen mit dem Patienten, sprich die Zeit, in Kombination mit dem Glauben hilft. Die Zuckerperlen selber können es wie gesagt wissenschaftlich zu 100% nicht sein.

Mittlerweile bezahlen einige Krankenkassen Homöopathie, weil sie sich offenbar davon einen Wettbewerbsvorteil versprechen. Das monierte auch Böhmermann in seinem Video. Bei der Partei „Die Grünen“ wurde das Thema Homöopathie auf dem Parteitag Mitte November in Bielefeld ebenfalls besprochen. Doch anders als beim Thema Klima, spielte die Wissenschaft keine Rolle. Wissenschaft ist bei Grüns offenbar nicht gleich Wissenschaft. Ganz elegant schob der Parteitag das Thema, ob die zutiefst unwissenschaftliche Behandlungsmethode eine Kassenleistung sein sollte, einfach 12 Monate ins nächste Jahr. Ein Fachausschuss soll sich mit dem Thema beschäftigen, man wollte die Esoterik-Fans in der eigenen Partei offenbar nicht vergrämen. Ein Fachausschuss, der genau was herausfinden soll?

Man stelle sich vor, die Grünen würden beim Thema Klima genauso vorgehen? Dort wird immer die Wissenschaft vorgeschickt und selbst wenn es eine unwissenschaftliche Metastudie ist, die den menschenverursachten Klimawandel mit Werten bestätigt, von denen selbst die SED bei Volkskammerwahlen in der DDR nur träumen konnte. Dabei hatte Axel Bojanowski im Spiegel schon 2014 vor der „97% Falle“ gewarnt und auch die methodischen Schwächen derjenigen Studie verwiesen, deren Ergebnis jeder Grüne im Schlaf beherrscht.

Hört auf die Wissenschaft, bei den Grünen offenbar aber immer nur dann, wenn es zum eigenen Narrativ passt. Und wenn es ins eigene Weltbild passt, ist es auch egal, wie unwissenschaftlich diese Wissenschaft ist. Ist das glaubwürdig? Nein, aber beim Glauben ist alles halt erlaubt: Zuckerpillen, Karamellpopcorn, Zwiebelringe und Wasser, wobei der Genuss der letzten drei keine Kassenleistung ist und auch nicht sein sollte. Nur ist es dann halt Glauben und keine Wissenschaft, auf die man sich berufen sollte. Der Glaube an eine 97% Studie gehört offenbar zu den Grünen, genauso wie der Glaube, dass Zuckerpillen wirksam sind. Ein schöner Spagat.