Zwei Drittel der Befragten einer Zeitungsumfrage lehnen einen weiteren Ausbau der Windkraft ab

Michael Shellenberger, Autor des Buches Apocalypse Never, sollte sich eigentlich bei einer Veranstaltung vor dem US Kongress zum Thema Energie Politik äußern. Es kam nicht dazu, wie er auf Quillette.com beschreibt. Zwei demokratische Abgeordnete überzeugten die Vorsitzende des Ausschusses Cathy Castor, dass er nicht sprechen sollte. Das ist für ein Land, in dem der erste Verfassungszusatz die Meinungsfreiheit betrifft, sehr bizarr.

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Der Windanlagen-Hersteller Nordex beantragt Staatshilfen. Es geht um Kreditbürgschaften der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und des Bundes. Prognostiziert waren Umsätze von 4,2 bis 4,8 Milliarden Euro und einem Ergebnis zwischen 160 – 240 Millionen Euro für 2020 laut dem Handelsblatt.

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Auch nach 3 Jahren immer noch sehenswert ist der Beitrag von Andreas Kieling über den Rotmilan. Er kann auch YouTube angesehen werden. 60% der Weltpopulation des Greifvögels lebt in Deutschland, zumindest von Frühling bis Herbst. Daher hat (hätte?) Deutschland hier auch eine besondere Aufgabe, diese Tiere zu schützen. Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten standen 25.000 Windkraftanlagen im Land, mittlerweile dürften es über 30.000 sein.

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Japan geht bei der Energieerzeugung einen ganz eigenen Weg. Das Land setzt massiv auf Kohle. Ein Artikel der NZZ beschreibt die Entwicklung in Japan, das eher auf Wirkungsgradverbesserung und CO2-Abscheidung setzt. Offenbar plant man bei der neuen Kraftwerkstechnologie auch für den Export.

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Anfang Juli 2020 twitterte Greta Thunberg über den vergleichsweise warmen Juni 2020 in Schweden. Der Juli 2020 zeigt für Schweden ein ganz anderes Bild, er war in Teilen von Schweden deutlich kühler als im Mittelwert. Teilweise musste man 50 Jahre in der Statistik zurückgehen, um auf vergleichbare niedrige Temperaturen im Juli zu stoßen. Eine ähnliche Entwicklung hat es im Juni in Norwegen gegeben, auch dort gab es teilweise sehr niedrige Temperaturen. Beide Entwicklungen sind Wetter und genauso wie ein 4 Grad Celsius zu warmer Juni 2020 zwar ungewöhnlich aber noch kein langfristiger Trend. Trotzdem dürfte es der Juni sein, der sich in den Köpfen vieler Menschen festsetzt, das ist allein durch die Reichweite von Twitterkanälen wie dem von Greta Thunberg geschuldet. In diesem Fall wäre es eigentlich gut, auf die Wissenschaft zu hören, die sagt, dass Klima gemitteltes Wetter auf 30 Jahre ist. Selbst zwei warme Juni Monate in Schweden nacheinander sind kein Klima, der kühle Juli natürlich auch nicht. Wetter und Klima sind immer besser auseinanderzuhalten.

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Laut der Bürgerinitiative Gegenwind wurden für den Bau von 2.000 Windkraftanlagen etwa 2.800 Hektar Wald gerodet.

Über die Problematik des Rückbaus haben wir in diesem Blog schon mal berichtet. Bis zu 1.300 Kubikmeter Beton und 180 Tonnen Stahl wollen erst einmal wieder ausgegraben sein. In Teilen Norddeutschlands bleiben diese Baustoffe im Boden und versiegeln ihn. Es wird dann nur eine obere Schicht abgetragen. Der NDR berichtete über diese Entwicklung. Die Problematik des Rückbaus wird sich in der nächsten Zeit noch verstärkt zeigen. Die Subventionen für die Windkraft laufen nach 20 Jahren bei den ersten Anlagen aus, und da es keinen freien Markt mit Angebot und Nachfrage beim Strom gibt, dürften Anlagen eher abgebaut werden als weiterlaufen.

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Nach Angaben des Umweltbundesamtes erreichte die Erzeugung von Strom durch Erneuerbare Energien im 1. Halbjahr 2020 einen neuen Rekordwert von 50%. Der Spiegel berichtet. Vor allem die Windkraft trug zu dem Ergebnis bei. Der Anstieg dürfte auch in einer verminderten Nachfrage liegen, da durch Corona Teile der Wirtschaft lahm lagen. Die kumulierten Zahlen sollten allerdings immer kritisch hinterfragt werden. Das Problem der nicht bedarfsgerechten Erzeugung von Strom durch Wind und Sonne bleibt bestehen. Windschwache Monate wie der Juni oder der Juli 2020 zeigen es sehr deutlich. Nach wie vor ungeklärt ist die Frage, wie in solchen Zeiten der Strom produziert werden soll, wenn demnächst zwei Energieträger (Kohle und Kernkraft) wegfallen. Ein Konzept für diese dringend benötigten Schattenkapazitäten gibt es nicht.

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Soll die Windkraft weiter ausgebaut werden? Das fragte die französische Zeitung Le Figaro seine Leser. Über 70.000 Leser beteiligten sich an dem Stimmungsbild und das Ergebnis ist eindeutig. 2/3 der Befragten lehnten einen weiteren Ausbau ab.

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Es gibt Tweets, da fragt man sich, was sich der Verfasser dabei eigentlich gedacht hat. Das fällt besonders bei Professor Volker Quaschning immer wieder auf. Jetzt hat es ihm der deutsche Wald angetan. Der ist nach zwei trockenen Sommern in keinem guten Zustand.

Die Dürre plus Borkenkäfer sind aber nur ein Grund. Es gibt durchaus auch Argumente, dass die Bewirtschaftung mit Monokulturen, vor allem Nadelbäumen, nicht klug ist. Solche Bäume bringen zwar schneller einen Ertrag als langsam-wachsende Laubbäume, aber sie sind häufig auch die ersten Opfer, wenn Niederschläge ausbleiben.

Jetzt einmal die „Idee“ von Professor Quaschning weitergedacht, der ja eine schnelle Lösung der „Klimakrise“ möchte: Windräder in Wäldern in Deutschland sollen dem deutschen Wald also helfen. Die Frage wäre hier: Wie genau sollen/werden sie ihm helfen? Bis wann rechnet jemand wie Professor Quaschning mit einer direkten Verbesserung der Situation (mehr Niederschlag?) durch Windkraft? Müsste es dem deutschen Wald nach einem ersten Halbjahr 2020 mit einem Anteil von 50% Erneuerbaren Energien in Deutschland nicht schon viel besser gehen oder hatte dieser Anteil womöglich gar keinen Einfluss auf den Niederschlag, der den Nadelbäumen so zu schaffen macht?

Eine Argumentationslinie der Aktivisten findet sich immer wieder. Zuletzt gesehen bei Simone Peter, die meinte, dass mehr Windkraft die normalen Sturmfluten bändigt oder die Hitzewellen (Normalerweise herrschen laut Peter dort im Sommer Null Grad!) in Sibirien beenden könnte. Stets wird ein konkretes Wetter-Ereignis genommen und eine vermeintliche Lösung (mehr Windkraftanlagen) präsentiert, aber nicht erklärt, warum es das „Problem“ löst. Natürliche Klimazyklen oder Oszillationen als Auslöser von Dürren werden mal eben zur Seite gewischt, obwohl es genügend Erkenntnisse darüber gibt. Windkonstellationen wie im Februar 2020 werden als menschengemacht gemacht. El Nino Phänomene sind es vermutlich auch. Ja, es sind halt nur nicht genügend Windkraftanlagen installiert. Das erklärt alles.

Es kommt aber noch besser oder soll man sagen schlimmer? Wenn Windkraftanlagen in Wäldern aufgestellt werden, dann müssen reichlich Bäume weichen. Das betrifft nicht nur den Platz für Fundamente sondern auch Zuwegungen, auf denen die großen Teile zum Aufstellort gebracht werden und Betonmischer fahren. Das führt zu bizarren Entwicklungen wie in Schottland, wo 14 Millionen Bäume der Windkraft weichen musste, sich die Windkraft-Industrie dann aber für das Neuanpflanzen von 100.000 Bäume tüchtig feiern lässt.

Am Ende – möchte man dem selbsternannten Experten zurufen – zerstört das Aufstellen von Windkraftanlagen den Wald deutlich schneller, denn man wird nur schwerlich ausschließlich vertrocknete Nadelbäume aus dem Weg räumen sondern als Kollateralschäden auch gesunde Laubbäume. Welche Auswirkungen Windkraftanlage in Wäldern für den Wald, seine Pflanzen und Tiere haben, ist noch völlig unklar. Genauso unklar ist, wie sich die Niederschlagssituation durch Windkraftanlagen für die Wälder verbessern soll. Wenn etwas paradox ist, dann eher die Denkweise der Aktivisten vom Schlage Peter oder Quaschning.

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Auch der letzte Tag im Juli 2020 war kein guter für Windkraft in Deutschland. Zur Mittagszeit am 31.07.2020 trug die Windkraft nicht einmal 1,8 GW zur Stromproduktion bei. Das sind gerade einmal 2,9% der möglichen Leitung und 2,6% des Bedarfs. Auch hier wieder der Dreisatz. Wie viele Windkraftanlagen bräuchte man, um – sagen wir 36 GW Leistung – zu erreichen? Ok, das war einfach, es sind 20 mal so viel, damit diese Leistung bei vergleichbaren Windverhältnissen erreicht werden kann. Auf Deutschland bezogen wären es 600.000 Anlangen und somit pro Quadratkilometer ca. 1,5 Anlagen. Wenn der Wind dann allerdings bläst, wären theoretisch 1.400 GW Leistung möglich. Beides ist utopisch und nur eine Rechenspielerei, allerdings eine, die aufzeigt, das Wind eine Laune der Natur ist und das Problem der Volatilität nicht einfach durch noch mehr Anlagen zu lösen ist, weil das eine Vielzahl anderer Probleme nach sich zieht.

Spannend dürfte es im Winterhalbjahr werden, wenn z. B. deutlich weniger Erzeugung durch Solaranlagen bereitsteht, die momentan die Erneuerbaren noch retten. Sollten dann ähnliche Windverhältnisse herrschen wie im Sommer 2020 wäre die große Frage, woher der Strom dann kommt. Vielleicht ja aus den berühmten virtuellen Kraftwerken (© Claudia Kemfert)?

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In der Wirtschaftwoche macht sich Andreas Freytag Gedanken zum offenen Brief von Greta Thunberg und Luisa Neubauer.

„Es handelt sich beim Klimawandel um ein sogenanntes Allmendeproblem; der Ausstoß von klimaschädlichen Gasen kann nicht kontrolliert werden, und die Folgen müssen alle Menschen tragen. Wenn in China die CO2-Emissionen steigen, leiden die Menschen auf der ganzen Welt darunter. Das bedeutet aber auch, dass Einsparungen an CO2-Emissionen hierzulande nicht notwendigerweise tatsächlich dazu führen, dass die Gesamtemissionen sinken.“ […]

„Wären sie wirklich ausschließlich am Klima interessiert (und nicht an der Abschaffung des Kapitalismus und der Erlangung von Macht), würden sie das Instrumentarium, dass der Wettbewerb und die Marktwirtschaft bieten, mit Augenmaß aufgreifen. Gerade das große Innovationspotential von privaten Unternehmen würden sie anzapfen wollen – anstelle eines statischen Command-and-Control-Denkens. Wenn die Rahmenbedingungen richtig gesetzt sind, werden unternehmerische Typen zu Treibern des Klimaschutzes, und das sogar mit der Aussicht auf gute Einkommen. Schaffen wir Marktwirtschaft und Rechtsstaat ab, werden diese Typen zu Unterlassern – dem Klima wäre nicht geholfen.“