Zu viel Kompetenz macht unsympathisch

Mal angenommen…wir fahren nur noch mit Elektroautos. Das ist das Thema einer Sendung der ARD, genauer gesagt des Zukunftspodcasts der Tagesschau. Wir müssten 20-30% mehr Strom erzeugen als heute, sagt Andreas Heberlein vom ARD Hauptstadtstudio. Hier geht es zum Podcast.

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Zu viel Kompetenz macht unsympathisch. Das jedenfalls hat mal das Büroekel Bernd Stromberg in der gleichnamigen Serie zum Besten gegeben. Nach der Logik müsste sich Katharina Schulze von den Grünen sehr viele Sympathiepunkte in der Sendung von Markus Lanz geholt haben. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayrischen Landtag bekam kurz nach der Wahl in Bayern den Spitznamen Kerosin Katha. In dem Video „Flieg Katha Flieg“ kann man die Reisen der Politikerin inkl. Flugmeilen nachvollziehen, weil sie bereitwillig darüber in den sozialen Netzwerken Auskunft gibt. Dort finden sich zahlreiche Fotos aus aller Welt inkl. eines Fotos von einem Eisbecher, genossen in Kalifornien, stilecht im Einwegbecher mit Plastiklöffel.

Bei Markus Lanz in dessen Sendung geriet die Grüne dann doch etwas ins Stottern, weil sie eklatante Wissenslücken im Falle des aktuell hochbrisanten Themas Windkraftanlagen und deren Abstände zu Gebäuden hat.

Eine Analyse der Performance der Politikerin gibt es hier zu lesen: Biohuhn auf Speed.

„Schulze hat ganz offensichtlich nicht eine einzige Lösung für nicht ein einziges auch nur randständiges Problem. Sie hat sich selbst und ihre Vorstellung von einer Welt, in der ökonomische Gesetze durch politische Beschlüsse aufgehoben, andere Länder durch das verführerisch glitzernde deutsche Beispiel höchster Energiepreise zur Nachahmung bewegt und das „Erneuerbare Energiengesetz“ sogar „in viele andere Länder exportiert“ (Schulze) worden ist.

Auf Nachfrage von Bröcker, der in dieser späten Phase der Sendung mit Schulze milde und nachsichtig spricht wie mit einem verwirrten, in einem Fieberschub glühenden Kind, weiß Katharina Schulze selbstverständlich nicht eines jener Länder zu nennen.“

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Hans von Storch im Deutschlandfunk am 27.1.2020:

Klima- und Küstenforscher Hans von Storch: Durch Verzicht lässt sich das Klima nicht retten

Der Klima- und Küstenforscher Hans von Storch sieht die Entwicklungen gerade bei jungen Menschen im Kampf gegen den Klimawandel kritisch. Vor allem bezweifelt er die Wirksamkeit von Verzicht. Er warnt davor, dass beispielsweise der so oft geforderte Flugverzicht sogar eine „Neuauflage von Kolonialismus“ befördern könne, und eröffnet stattdessen ein anderes Konzept zur Reduzierung der CO2-Emissionen.

Weiterlesen im Deutschlandfunk

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Déjà-vu: Christian Bartsch 2007 in der FAZ:

Mehr Licht im Dunkel des Klimawandels

Die Sorge ums Weltklima ist in eine Klimahysterie umgeschlagen. Dabei wechselten sich in der Erdgeschichte Kalt- und Warmzeiten ständig ab, ohne dass das „Klimagas“ CO2 dabei eine Rolle spielte. Es droht eine Klimadiktatur, prophezeit Christian Bartsch.

Die vom IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ausgemachte „Klimakatastrophe“ hat den Blick auf andere Möglichkeiten der Interpretation völlig verstellt. Wir haben darum zusammengetragen, was sich zur Entwicklung von Wetter und Klima sagen lässt, ohne in Szenarien von Horror und dem Ende der Zivilisation zu verfallen.

Kalt- und Warmzeiten haben sich im Lauf der Erdgeschichte unablässig abgelöst. Dabei gab es keinen Zusammenhang zwischen Temperatur und CO2 in der Atmosphäre. Jüngste Berechnungen des Niels-Bohr-Instituts in Kopenhagen lassen vermuten, dass die abrupten Wärmeeinbrüche von sieben bis zehn Grad etwa alle 1470 Jahre zufällige Erscheinungen sind, chaotische Fluktuationen des Klimasystems selbst. Es fehlen derzeit alle Daten, um Beziehungen zwischen den verschiedensten Ereignissen herstellen zu können. Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre hatte darauf keinen Einfluss, er änderte sich völlig unabhängig davon.

Keine Grundlage für Klimahysterie

Der menschliche Beitrag zur Erzeugung von CO2 soll weder verniedlicht noch abgestritten werden. Nur taugt er nicht dazu, eine Klimahysterie auszulösen. Und schon gar nicht dazu, das Klima für 100 Jahre vorherzusagen, wenn es bereits schwerfällt, das Wetter für die kommenden drei Tage zu bestimmen.

Die Auswertung von Bohrkernen aus Eis und Sedimenten ergibt ein recht gutes Bild der großräumigen Temperaturentwicklung der vergangenen Erdzeitalter. Eis- und Warmzeiten lösten einander ab. Danach befinden wir uns zurzeit in der Warmzeit eines Eiszeitalters, das durch Gletscher an mindestens einem der Pole gekennzeichnet ist. Warmzeiten innerhalb eines Eiszeitalters sind immer relativ kurze Epochen. In der Zeit zwischen 8000 und 6000 vor Christus war es auf der Nordhalbkugel deutlich wärmer als heute, während der CO2-Gehalt der Atmosphäre ein Minimum von etwa 260 ppm (parts per million) durchlief, um danach ohne jeden menschlichen Einfluss anzusteigen, gleichzeitig sank die Temperatur.

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Stefan Aust am 25.1.2020 auf welt.de:

Im Luftreich der Träume

Die teuren Wunschvorstellungen von der Energiewende bedrohen deutsche Unternehmen. Wie absurd weit jenseits der Realität man sich bewegt, zeigen Rechnungen von Stefan Aust

Franzosen und Russen gehört das Land

Das Meer gehört den Briten

Wir aber besitzen im Luftreich des Traums

Die Herrschaft unbestritten.

Das wusste schon Heinrich Heine, als er 1843 „Deutschland. Ein Wintermärchen“ schrieb. Daraus ist im allgemeinen Bewusstsein nur das „Sommermärchen“ übrig geblieben, was inzwischen getrübt ist durch die krummen Machenschaften, mit denen die Fußballweltmeisterschaft 2006 nach Deutschland geschmiert wurde. Das „Luftreich des Traums“ steht immer noch, genauso wie sein Pendant, das „Luftreich des Albtraums“. Irrationalität ist geradezu das Kennzeichen der Gegenwart geworden.

Unter den 100 größten börsennotierten Unternehmen der Welt sind nur noch zwei aus Deutschland, SAP und Siemens. Daran, dass sich das ändert, arbeiten deutsche Klimaaktivisten – und Spitzenmanager helfen dabei. So lässt sich Siemens-Chef Joe Kaeser in die Debatte um die Lieferung einer Zug-Signalanlage für ein Kohlebergwerk in Australien treiben und lädt eine junge Aktivistin ein, im Aufsichtsrat am Niedergang des Unternehmens mitzuwirken. Womit er den PR-GAU des noch jungen Jahres schafft.

Kohle ist so schwarz wie die Seele des Kapitalismus. Da reicht es nicht, dass wir selbst aussteigen, sondern wir müssen global vorausmarschieren. Jede Firma, die ihre Kohle mit der Förderung der Kohle verdienen will, wird der „extinction“ geweiht. Dabei ist es schon zu Hause schwer genug, Traum und Wirklichkeit unter einen Hut zu bekommen.

Um den Blick auf die Wirklichkeit nicht ganz zu verlieren, helfen manchmal Zahlen. Es sind keine Computerprognosen notwendig, um die offiziellen Zahlen des Ministeriums für Wirtschaft und Energie zum Verbrauch der Primärenergie zu verstehen.

Die „Energietorte“ für 2018 zeigt, aus welchen Quellen wir unsere Energie beziehen. Und man kann leicht erkennen, worauf wir beim Ausstieg verzichten:

Kernenergie – Ausstieg beschlossen

Steinkohle – Ausstieg beschlossen

Braunkohle – Ausstieg beschlossen.

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