ZDF mit schwarzem Rauch über Kernkraftwerk

Bei der Wahl eines neuen Papstes steigt weißer Rauch aus einem Schornstein der Sixtinischen Kapelle. Das Pendant ist schwarzer Rauch, der aus einem Kernkraftwerk steigt. Jedenfalls, wenn es nach dem ZDF und einer Webseite des Senders geht. Dort wurde kurzerhand ein Bild einer Anlage mit zwei Kühltürmen, aus denen weißer Wasserdampf steigt, kreativ nachbearbeitet, wie die Bild berichtet. Über dem Kraftwerk selbst sind schwarze Wolken zu sehen. Die Erklärung des Senders: Das wäre nachträglich gemacht worden, damit die Schrift besser zu erkennen ist, erscheint reichlich konstruiert. Dafür gibt es andere grafische Mittel. Weit plausibler wäre es doch gewesen, eine erfolgreiche Betriebsratswahl in der Anlage wäre durch den schwarzen Rauch signalisiert worden. Üblicherweise werden dann Autoreifen verbrannt…. Das Bild wurde mittlerweile ausgetauscht.

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Ein spannendes Interview befindet sich auf der Seite Meereisportal. Befragt werden Dr. Dörthe Handorf und Dr. Annette Rinke, Atmosphärenforscherinnen am AWI Potsdam. Es geht in erster Linie darum, welche Erkenntnisse aus der MOSAiC-Expedition gewonnen werden können, ganz besonders, um bestehende Klimamodelle zu verbessern.

“Annette Rinke: Außerdem sind wir gemeinsam mit Partnern aus 18 führenden Institutionen der internationalen Polarforschung an dem neuen EU-Projekt PolarRES beteiligt. In diesem geht es zum einen darum, wie wir mithilfe regionaler Klimamodelle unser Verständnis für die vielen Prozesse und Wechselwirkungen verbessern können. Zum anderen wollen wir all jene Prozesse in globalen Modellen besser darstellen, die wichtig sind, um die Auswirkungen des Klimawandels in der Arktis auf die mittleren Breiten besser zu simulieren. Hier verfolgen wir auf globaler Skala den Ansatz, dass wir Atmosphärenmodelle verwenden, die in der Lage sind, die Polarregionen feiner aufzulösen. Das heißt, während unsere Modelle die mittleren und niedrigen Breiten mit einer Standard-Rechengitter- Maschenbreite von etwa 80 Kilometer darstellen, verwenden sie in den Polarregionen eine Gitterweite von ungefähr 10 Kilometern, was eine verbesserte Darstellung polarer Klimaprozesse erlaubt. Außerdem planen wir in diesem Projekt Simulationen mit speziellen Prozessmodellen mit einer Auflösung von bis zu einem Kilometer Maschenbreite, denn nur so können wir kleinräumige Prozesse wie zum Beispiel Impuls- und Wärmeflüsse über Eisrinnen und Presseis-Rücken berücksichtigen, die am Ende ganz maßgeblich dafür sind, ob sich die große Kettenreaktion in Gang setzt. Die Grenzschichtprozesse sind aber nur einer von drei Projektschwerpunkten.”

“Dörthe Handorf: Das zweite Schwerpunktthema sind Wolken, ihr Wassergehalt und alle Prozesse, die von Wolken beeinflusst werden, denn noch schaffen wir es nicht, diese richtig in Klimamodellen darzustellen. Außerdem werden wir in PolarRES  die Rolle und den Einfluss des Schnees auf dem Eis auf die Energieflüsse genauer beleuchten. Diese Entscheidung beruht auf der Erkenntnis, dass schon eine kleine Veränderung der Schneeschicht auf dem Meereis für das Eiswachstum und -schmelzen bedeutsam ist und damit auch für die verbundenen Rückkopplungen mit atmosphärischen Prozessen.”

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Professor Jørgen Peder Steffensen vom Niels Bohr Institut in Dänemark untersucht Eisbohrkerne auf Grönland. Auf einem 4-minütigen Facebook Video erklärt er, wie er die Temperaturen aus den Kernen deutet. Untersucht hat er die letzten 8.000 Jahre. Auf seinem Plot ist die römische Warmzeit und die mittelalterliche Warmzeit gut zu erkennen. Aber auch die kleine Eiszeit. Steffensen geht davon aus, dass das Ende der kleinen Eiszeit auch das Ende der kältesten Periode der letzten 10.000 Jahre markierte.

(Abbildung: Screenshot Facebook)

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Schon spannend, wenn man die Situation im Disput Terli gegen Bojanowski ansieht und dann das Interview des ZDF-Meteorologen mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland liest. Statt auf Alarmismus setzt Terli nach eigenen Worten auf “die Kraft der Erklärung”. Im Fall des Welt-Journalisten Bojanowski lautet die Erklärung, dass der Artikel, um den es ging und über den wir berichteten, “lohnt nicht”. Inhaltliche Kritik fehlte komplett.

Dabei hatte Bojanowski zahlreiche Quellen bis hin zum Alfred-Wegener-Institut und dem IPCC zusammengetragen und versucht den aktuellen Stand der Forschung zu thematisieren. Genutzt hat es Bojanowski nichts, die Fans von Terli droschen ordentlich auf ihm herum auf Twitter. Die wenigsten dürften allerdings den Artikel gelesen haben, denn fachliche Kritik fand nicht statt.

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“Nur mal kurz” so lautet der Blog von Professor Joachim Weimann. In kurzen Videos erklärt Weimann bestimmte Begriffe. Das ist z. B. der Begriff Low Hanging Fruits, in Sachen Energie meint das Maßnahmen, die schnell und einfach umzusetzen wären. Ein Tempolimit wird gern als solche tiefhängende Frucht bezeichnet. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht, denn es werden Opportunitätskosten gerne vergessen.

Weimann rechnet gern und er rechnet auch vor, dass der TV-Dauergast Claudia Kemfert, offenbar gern mal Zahlen vergisst. Seine Betrachtung über die Mythen, die Kemfert entkräften will, ist es wert sich anzusehen. Sie “vergisst” mal eben die Marktprämien, die aber zu den Förderprämien gehören und die die Stromkunden natürlich ebenfalls bezahlen. Folglich fehlen in ihrer Berechnung gewaltige Summen.

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Polens Weg zur Kernenergie nimmt immer mehr Gestalt an. Das Land hat nach Angaben von businesswire eine Partnerschaft mit Westinghouse unterzeichnet, um seinen ersten Reaktor zu bauen.

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Von der Natur abgeschaut sind neuartige Fächerstrukturen, die nach Angaben von Forschern die Geräuschentwicklung von Windrädern reduzieren soll. Eulen waren das Vorbild laut Forschung und Wissen.

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Kann Deutschland kurzfristig Erdgas, Kohle und Öl aus Russland ersetzen? Nein sagt Daniel Wetzel von der Welt.

“Nach zum Teil noch unveröffentlichten Daten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) betrug die Energieabhängigkeit Deutschlands im Jahre 2020 insgesamt 64 Prozent. Die Energieabhängigkeit ist definiert als Verhältnis von Nettoimporten und verfügbarer Bruttoenergie.

 Den neuen BGR-Zahlen zufolge hatte Russland einen Anteil von 34 Prozent an den deutschen
Erdöl Importen. Bezogen auf den deutschen Verbrauch betrug der Anteil russischer Erdgas-Lieferungen knapp über 50 Prozent.”

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Wie geht es den Talsperren im Harz in Sachen Füllstände? Die größte Sperre, die Oker Talsperre, kommt auf 58% Füllungsgrad.

(Abbildung: Screenshot Hartzwasserwerke.de)

Bei den kleineren Sperren liegen die Werte höher – bis zu 83%. Da in der nächsten Zeit weiter eine westliche Strömung herrschen wird, sind die Aussichten auf weiteren Niederschlag sehr gut. Nach der ersten Woche im Februar weisen einige Regionen im Norden schon beachtliche Regenmengen auf. Schwerin hat z. B. schon 95% des üblichen Februarwerts erreicht, Leipzig hingegen erst 20%.

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: Grönlandeis

Eine Anmerkung zum Blog vom 07.02.2022. Es geht um den Beitrag zur Gletscherschmelze auf Grönland in den letzten 20 Jahren. Der Meeresspiegel ist dabei durch diese Gletscherschmelze um 1,2 cm angestiegen. Die Meldung über die Gletscherschmelze ging vor einigen Tagen durch die Medien. Dabei wurde auch berichtet, dass das Wasser der abgeschmolzenen Grönlandgletscher die gesamten USA 50 cm unter Wasser setzen kann. Solche Zahlen sehen natürlich dramatisch aus. Weshalb haben die Autoren nicht die mögliche Wasserbedeckung von Deutschland gewählt – das ergäbe einen Wasserstand von ca. 13,80 m?

Eine andere Überlegung lässt das ganze Ausmaß bei weitem undramatischer klingen. Würde das gesamte Grönlandeis abschmelzen, würde der Meeresspiegel um etwa 7,00 m ansteigen – darüber wurde hier im Blog schon berichtet. Setzt man jetzt die 1,2 cm in 20 Jahren in Bezug, dann sind es 12 cm in 200 Jahren, 1,20 m in 1.000 Jahren. Um den Anstieg von 7,00 m zu erreichen sind über 10.000 Jahre erforderlich. Das klingt deutlich weniger dramatisch. Auch ein weiterer Temperaturanstieg würde nicht zu einer Eisschmelze von z. B. 1,00 m in 100 Jahren führen. Wieviel soll denn die Temperatur steigen, um eine solche Schmelze zu erreichen?

Außerdem! Als vor 1.000 Jahren die Wikinger Grönland erreichten, nannten sie es „Grünland“. Das liegt daran, dass zumindest ein entsprechender Randstreifen abgetaut und ergrünt war. Der Name Grönland kommt von diesem Grünland. Auch damals gab es schon eine entsprechende Eisschmelze. Es handelt sich um natürliche Prozesse und sind in keiner Weise dramatisch.