Zahl der Naturkatastrophen steigt: Wegen Erdbeben

Am 12.10.2020 war Fritz Vahrenholt beim Fernsehsender RTF1 zu Gast und sprach über unser neues Buch Unerwünschte Wahrheiten: Was Sie über den Klimawandel wissen sollten.

Die Klimastiftung CLINTEL brachte eine englischsprachige Übersicht zu unserem Buch:

There is no emergency
The verdict on CO2 and the industry associated with it has long been made: harmful, dangerous, to be stopped. It is always astonishing that people forget that CO2 is the building material of life and that, despite all the possible negative effects, food yields, such as wheat and rice, have increased by about 15% due to the increased CO2. Who can tell the students of Fridays for Future that without the increase in CO2 we would certainly have too little food to feed the world? Just 15% less rice, wheat and soya would not be bearable for the world population in the long run. None of this releases CO2, nor does it release it to us humans who, in 150 years, have improved the living conditions for all people on earth by developing an industrial society, and who have also “pushed up” the CO2 concentration from 0.028% to 0.041%. What we do not know with sufficient accuracy is how much this and a further increase will change the climate.

There is no doubt that the community of states will have to react in the course of this century and reduce CO2 emissions. However, the faulty climate models must not be used as a basis for this.  They run 50% too hot compared to reality. That means we have twice as much time. Not in 2050, but in 2100 we have to say goodbye to fossil fuels to a large extent.

Low CO2 technologies must be developed in any case. And Germany plays a miserable role here. Anything that could sustainably satisfy the world’s hunger for energy beyond wind and solar energy is not taking place. Every year the Greens in the Budget Committee submit a motion to stop funding fusion research, research into inherently safe nuclear power plants is prohibited in Germany, fossil power plants with CO2 separation (CCS) are also prohibited. After the destruction of the German automotive industry, the aim is also to replace carbon in industry, steelworks, cement plants and refineries. Everyone looks around and discovers what they would do without petrochemicals, i.e. without pharmaceuticals, without CDs, without cell phone screens, without cable sheathing, cosmetics, paints, synthetic fibers, adhesives, detergents and cleaning agents, substances we depend on every day.  The electricity demand in Germany would more than triple. And this is to be met with the insane plan to satisfy our energy and hydrocarbon needs solely through nature-destroying wind power plants and inefficient solar roofs in Germany. It would therefore be extremely stupid to set out on this path and exclude other options a priori.

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Forbes brachte am 10.10.2020 einen kritischen Artikel zur Energiewende, in dem auch Fritz Vahrenholt genannt wird:

The West Intends Energy Suicide: Will It Succeed?

Suicide is viewed as a crime in many countries. In a court of law, it is a serious charge and the evidence needs to be conclusive for such an accusation to stand (e.g., did you actually see him attempt to jump off the bridge?). But when societies (or at least their leaders) attempt it, one can say that it safely falls under the rubric of the sovereign right to misrule. In the hallowed tradition of Western liberal democracy, so long as its political leaders are elected in free and fair elections, misrule leading to societal death by suicide is merely an unfortunate outcome of either gross negligence or culpable intention led by, say, an ideology of de-industrialization. Nevertheless, let us proceed with the case for the prosecution.

[…]

Let us move on to our second piece of evidence, this time from the other side of the “climate emergency” aisle.  Professor Fritz Vahrenholt is a giant among environmental circles in Germany. (The country is well known as the world’s leading champion for all things environmental and for pushing Europe to “net zero emissions by 2050”.) Prof. Vahrenholt holds a doctorate in chemistry and started his professional career at the Federal Environmental Agency in Berlin (responsible for the chemical industry) before joining the Hessian Ministry of the Environment. From 1984 until 1990 he served as state secretary for environment, from 1991 till 1997 as minister for energy and environment in the state of Hamburg.

Ganzen Artikel bei Forbes lesen

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Fridays For Future (FFF) hat eine Studie in Auftrag gegeben. Darin geht es um Deutschlands Weg bei der Energiewende. Finanziert wurde die Studie mit insgesamt 113 Seiten offenbar durch die GLS Bank und durchgeführt vom Wuppertal Institut. Der Spiegel berichtet über die Studie. Sie kann auch direkt heruntergeladen werden. Herausgekommen sind große Zahlen und die Annahme, dass Deutschland mit 1,2% Bevölkerungsanteil die Welt retten kann bzw. soll und die Anstrengungen hierzulande der Welt die Einhaltung der Pariser Ziele ermöglicht. Dazu wird mit allerlei Budgets und Zahlen hantiert. Bis 2035, so sagt die Studie, muss die Industrie in Deutschland komplett ohne Öl, Kohle und Gas funktionieren. Man vertraut dabei offensichtlich der Innovationskraft, weil es bestimmte Techniken noch gar nicht gibt.

„Zum einen sind bestimmte für Klimaneutralität benötigte Technologien bzw. Prozess noch nicht kommerziell verfügbar bzw. technisch ausgereift, zum anderen sind insbesondere in der Grundstoffindustrie die üblichen Anlagenlebensdauern sehr lang.“

Anderseits traut man Deutschland aber auch wieder weniger Innovationen zu.

„Sie geht zudem nicht davon aus, dass bald Technologien erfunden werden, mit denen CO₂ im großen Stil effizient und günstig gebunden werden kann. Solche Negativemissionen könnten theoretisch eine weniger rasante Transformation erlauben.“

Die Studie geht davon aus, dass Speicher oder Power2X Verfahren gebraucht werden, ganz besonders vor dem Hintergrund der Dekarbonisierung der Industrie. Speicher, so viel ist sicher, sind tatsächlich in großen Formaten bisher Wunschdenken. Power2X Verfahren leiden an den Wirkungsgradverlusten verbunden mit im Vergleich zu anderen Ländern deutlich teureren Stromkosten in Deutschland. Darauf geht die Studie leider nicht ein. Wohl aber auf gigantische Größen an Erneuerbarer Energie, um genügend Strom für die Wasserstoff-Produktion zu haben. Die Studie spricht von bis zu 90 GW, nennt aber auch die Kosten, falls Deutschland sich den Wasserstoff aus anderen Ländern importiert. Ansonsten sollen Solar und Windkraft jedes Jahr um 27 GW Leistung ausgebaut werden. Es wäre 1/3 dessen, was bereits installiert ist. Demnach würden etwa 10.000 Windräder pro Jahr in Deutschland dazukommen. Zumindest in der ersten Zeit. Wer sich nicht die gesamte Studie gönnen will, dem sei das Fazit empfohlen.

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Ist Fridays For Future (FFF) eine Glaubensgemeinschaft? Man kann den Eindruck gewinnen, wenn man einen entsprechenden Tweet der Deutschlandsektion von FFF liest.

Vorangegangen war eine Aussage des CDU Politikers Manfred Grund im ZDF. Er sprach davon, dass FFF eine Glaubensgemeinschaft wäre. Die Klima-Aktivisten haben reagiert und den Papst in Beschlag genommen, der sich Sorgen um das Weltklima macht. Auf Twitter brach daraufhin der übliche Krieg los. Jeder möchte gern die Lufthoheit über bestimmte Themen gewinnen. Der Hashtag #Glaubensgemeinschaft ging entsprechend in die Trends bei Twitter für Deutschland. Der Diskurs in Sachen Klima nimmt eigenartige Züge an.

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Die Polarstern ist zurück von der Expedition zum Nordpol. Die Welt berichtet über die Rückkehr, die Schwierigkeiten der Expedition und die Aufgabe der Auswertung der gewonnenen Daten. Spannend ist in der Tat die Neubewertung von Klimamodellen mit den gewonnenen Erkenntnissen.

„Klimamodelle sollen neu bewertet werden

Die Forscherinnen und Forscher hätten einen einmaligen Datenschatz gehoben, „von dem noch Generationen nach uns profitieren werden“, teilte Karliczek mit. „So können wir Klimamodelle präzisieren und neu bewerten.“ Die Forschungsministerin bezeichnete die Arktis als Epizentrum des Klimawandels.“

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Und wieder ein Tag mit wenig Wind und viel Bewölkung in Deutschland. Am 12.10.2020 um 14:45 kamen Wind und Solar auf wenig berauschende Werte bei der Stromerzeugung. Gerade einmal 15 GW betrug ihr Anteil, das waren 31% als Anteil der Erneuerbaren, Biogas mit eingerechnet um 14:45. Gegen Abend sank der Wert auf 25% Anteil, was etwa 8 GW durch Solar und Wind entsprach. Im Laufe des Abends sank der Anteil immer weiter, kein Wunder, die Sonne war untergegangen, der Wind fast eingeschlafen, es wurden gerade noch 2,3 GW Leistung durch Wind erzielt. Wind wird der Norden Deutschlands in den nächsten Tagen sehr wahrscheinlich bekommen, wenn ein Tief von der Ostsee kommt, aber leider auch Bewölkung. Damit könnte die Windkraft noch etwas bewegen, Solar eher weniger.

Noch mal zur Erinnerung, die beiden Stromquellen Wind und Solar sollen das Rückgrat der Energiewende sein oder es werden. Wer oder was soll den Anteil der konventionellen Versorgung übernehmen, wenn Kohle und Kernenergie demnächst wegfallen. Dringend benötigte Speicher fehlen ebenfalls. Das Delta, das entstehen kann, beträgt an Tagen wie dem 12.10.2020 mal eben 75% und mehr. Es wäre höchste Zeit, diese Frage zu beantworten. Außer dem Zubau weiterer volatiler Stromquellen scheint es aber keine Antwort zu geben. Der löst das Problem aber nicht, mit einem einfachen Dreisatz ist das zu erkennen. Man müsste Solar und Wind so erheblich steigern, um bei ähnlichen Verhältnissen genügend Strom produzieren zu können. Das aber wird sämtliche Dimensionen sprengen und zudem auch nicht die Natur überlisten, die uns einen Tag und eine Nacht vorgibt.

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Nikolaus Blome hat beim Spiegel die Nachfolge von Jan Fleischhauer angetreten als rechtes Pendant bei den Kolumnen. In seinem neuesten Meinungsartikel beim Spiegel geht er mit den Grünen hart ins Gericht und spricht über Popularität und Populismus.

„Kurzum: Die Grünenspitze scheint sich ernsthaft Sorgen um die Basis zu machen und ist bereit, fünfe gerade sein zu lassen, wenn es der Stimmung guttut. Genau das aber ist der Unterschied zwischen populär und populistisch: Die einen sind beliebt. Die anderen wollen sich beliebt machen.“

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Für die Tagesschau untersucht Jürgen Döschner das Thema Wasserstoff. Leider geht er mit keinem Wort auf die Wirkungsgradverluste ein, die bei der Erzeugung entstehen. Wer Jürgen Döschner auf Twitter folgt, der weiß, wo er in etwa steht in Sachen Klima und Energiewende. So endet der Artikel auch fast zwangsläufig mit einem Statement von Claudia Kemfert vom DIW. Die mag Wasserstoff nicht besonders, vielleicht ja aber auch nur, weil die Erzeugung in Deutschland durch die Wirkungsgradverluste sehr teuer ist. Die Rechnung sähe bei einem günstigeren Strompreis allerdings ganz anders aus. Davon sind die Erneuerbaren Energie, zumindest in Deutschland, trotz gegenteiliger Beteuerungen weit entfernt.

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Der Zeit gelingt ein Kunststück. Die Zahl der Naturkatastrophen steigt, das sagt jedenfalls ein neuer Bericht der UN, so die Wochenzeitung. Der Artikel deutet an, dass der Klimawandel Mitschuld hat an bestimmten Katastrophen in den letzten 20 Jahren. Es werden dann aber ausgerechnet 3 Katastrophen aufgeführt, von denen mindestens 2 die rein gar nichts mit Klima zu tun haben, nämlich Erdbeben.

„Besonders schlimm waren die Jahre 2004, 2008 und 2010. Gründe waren 2004 der Tsunami im Indischen Ozean mit rund 230.000 Toten, 2008 das Erdbeben in Haiti mit gut 220.000 Toten und 2008 der Wirbelsturm Nargis in Myanmar mit etwa 138.000 Toten.