Wissenschaft ist vorläufig – das ist ihre Stärke

Wer hat es gesagt?

„Ich schlage vor, daß wir die Wirtschaft jetzt mal gegen die Wand fahren. Lassen wir doch TUI und Co einfach mal absaufen. Und dann probieren wir etwas Neues aus, etwas, das klima- umwelt- und menschenfreundlich ist.“

(   )  Margot Kässmann, evang. Kirche

(   )  Claudia Roth, Grüne

(   )  Karola Wille, früher SED, mdr-Intendantin, zeitweilig ARD-Chefin

(   )  Sahra Wagenkecht, LINKE, Kommunistische Plattform

(   )  Greta Thunberg, Klimaaktivistin

(   )  Elke Büdenbender, Präsidentengattin

(   )  Saskia Esken, SPD

(   )  Kevin Kühnert, SPD, JUSO-Chef

(   )  Anja Reschke, NDR, Journalistin

(   )  Robert Schlick, Grünen-Lokalpolitiker

(   )  Jürgen Habermas

(   )  Jan Philipp Reemtsma

Die Auflösung finden Sie am Ende dieses Blogartikels

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Etwas Nachdenkliches zum Thema Wissenschaft. Karl Popper hätte sicherlich seine Freude daran gehabt. Bei den Ruhrbaronen findet sich ein schöner Artikel von Robert von Cube:

„Wissenschaft ist vorläufig – das ist ihre Stärke“

Wissenschaftliche Erkenntnisse sind zwar zumeist etwas langlebiger als die Ministerpräsidentenschaft von Thomas Kemmerich, aber wie diese sind sie von vorneherein dazu gedacht, in Frage gestellt und möglichst bald durch etwas Besseres ersetzt zu werden.“

„Es ist ja wahr: Wissenschaftliche Methoden werden benutzt – sagen wir missbraucht – um Ideologien zu stützen, um Meinungen zu bestätigen und um Zeug zu verkaufen.“

„Es sind die Medien, mit ihrer Obsession für knallige Überschriften, es sind die Marketing-Abteilungen mit ihrem Zwang nach verkaufsfördernden Vereinfachungen, es sind die Politiker, mit ihrem Bedürfnis nach Legitimierung des eigenen Handelns, die aus den Aussagen der Wissenschaftler simple Rezepte machen.“

Hoffentlich liest die „Science is settled Fraktion“ dieses Stück nicht.

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Nochmal ein Nachtrag zum Film Planet Of The Humans, der in diesem Blog schon besprochen wurde. Die linke TAZ kritisiert den Film und schafft etwas ganz eigenartiges. Der Kommentator beschuldigt die Filmemacher, dass sie Fake-Facts benutzen, um dann in den Leserkommentaren auseinandergenommen zu werden. Denn das Entlarven von Fake-Fakts besteht in erster Linie aus folgendem Satz:

„Er führt Deutschland als Beispiel an, dass auch hier die Erneuerbaren kaum zum Energiemix beitrügen und sich dann vor allem auf die Verbrennung von Holz konzentrierten – und operiert dabei mit alten und falschen Daten.“

Warum es falsch ist? Keine weitere Erklärung. So kann man es auch machen, aber dann darf man sich über kritische Leserkommentare nicht wundern. Der Film wurde in den USA gedreht und folglich auch die USA als Schwerpunkt. Das scheinen einige und besonders der TAZ Autor nicht verstanden zu haben.

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So langsam haben sich die Anti-CO2- und Pro-Energiewende-Päpste vom Schock erholt, dass sie durch Michel Moore unter „Friendly Fire“ genommen wurden und wagen sich mit Filmkritik zu „Planet of Humans“ aus der Deckung. Natürlich auch der Schweizer Ober-Klimaguru Prof. Knutti. Sein Fazit lautet: Waldabholzen für „grüne“ Energie wäre kein Problem, solange es nicht zuviel wird und solange man die Bäume nachwachsen lässt. Das letzteres schon etwas dauern kann, scheint Knutti nicht in den Sinn zu kommen. Immerhin ist es bemerkenswert, dass in einem grossen Schweizer Mainstream-Medium überhaupt so prominent auf den Film hingewiesen wird.

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Reinhard Bingener im September 2019 in der FAZ (kostenpflichtig):

Waldökologe im Gespräch: „Eichen könnten die Gewinner des Klimawandels sein“

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Krankheiten von Meeresfauna- und Flora sind laut Ergebnissen der Cornell University an Temperaturveränderungen der Ozeanzyklen gekoppelt.

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Erinnern Sie sich noch an das Skandal-Paper von Resplandy et al. zur Ozeanwärme, das nach Fehlern zurückgezogen werden musste? Die GWPF schrieb nun einen Brief an den IPCC und forderte ihn auf, den IPCC-Spezialbericht zu den Ozeanen und zur Kryosphäre (SROCC) zu korrigieren, der das fehlerhafte Paper verwendet hatte.

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Der SPIEGEL im Oktober 2019 (kostenpflichtig):

„Das ist Wichtigtuerei von reichen Nordeuropäern“

Der Klimaforscher Hans von Storch warnt im Interview vor Aktionismus. Greta Thunberg rede „dumm Tüch“ – dummes Zeug.

SPIEGEL: Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg erneut gefordert, wir sollten angesichts der globalen Erwärmung in Panik ausbrechen. Hat sie recht?

Storch: Wenn jemand Freude an Panik hat, bitte schön. Ich verstehe durchaus, dass viele Menschen verzweifeln angesichts der Probleme in der Welt. Aber allein wegen des Klimawandels Panik zu verbreiten, ist für mich die Wichtigtuerei von reichen Nordeuropäern.

SPIEGEL: Den Staatenlenkern wirft Greta Thunberg vor, nichts gegen den Klimawandel zu unternehmen. „Unser Haus steht noch immer in Flammen“, erklärte Thunberg in Davos. „Eure Untätigkeit heizt die Flammen weiter an, und zwar stündlich.“

Storch: Ich bezweifle, dass junge unausgebildete Leute in Nordeuropa beurteilen können, was Regierungschefs in China, Tansania oder Polen tun oder nicht tun – geschweige denn welche schwierigen Abwägungsprozesse in den einzelnen Ländern ablaufen. Was die jungen Klimaaktivisten anbieten, ist ein wilder Mix aus Fakten und Spekulationen. Das hilft uns nicht weiter.

Weiterlesen auf spiegel.de

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Auflösung der Frage „Wer hat es gesagt?“:

Es war der Grünen-Lokalpolitiker Robert Schlick via Twitter. Quelle: Wirre Thesen: Corona als Bote der Weltverbesserung