Wetterextreme in England während der Kleinen Eiszeit

Leserpost von Thomas Mock:

Zur Windkraft: Die alten Windanlagen werden derzeit gerade nicht bzw. nur wenig abgebaut.

1. Man meidet den Rückbau wegen der Entsorgungsprobleme und -kosten

2. Man lässt die Anlagen weiter laufen, weil plötzlich Strom an der EEX sündhaft teuer ist und dadurch auch Windstrom ohne EEG wirtschaftlich. Das belegt, dass Windanlagen eben keine Billigmacher, sondern Teuermacher sind und im Windschatten von teurem Gas-und LNG-Strom viele Milliarden Euro Sondergewinne machen. Diese müssen die privaten Stromnutzer zusätzlich zahlen (DIW aktuell 77). Herr Minister Habeck will sie auf keinen Fall wegsteuern bzw. abschöpfen, wie es mit Übergewinnen in anderen Nachbarländern passiert, um dies für soziale Gruppen einzusetzen. So etwas nennt man finanziellen Lobbyismus.

3. Dadurch dass viele alte Windanlagen weiter betrieben werden, werden die Flächen für die neuen großen und effizienteren Anlagen nicht frei. Der Flächendruck ist also auch ein lobbyinternes Problem, das an Dritte adressiert wird um von sich abzulenken.

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Der britische Wetterdienst „Met Office“ gab vor kurzem eine Prognose für den Sommer 2022 ab. Er könnte zu heiß werden (40% Wahrscheinlichkeit) oder zu kalt (10% Wahrscheinlichkeit). Die verbleibenden 50%? Vermutlich ein normaler Sommer. Das folgende Zitat des Met Office muss man sich auf der Zunge zergehen lassen (via The Telegraph):

“The increased chance of hot conditions could just as easily reflect a mix of hot and cool days, warm nights or less extreme levels of warmth rather than heatwave conditions specifically”.

Alles klar?

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Beitrag von Erich Kuhn:

Winter in der Schweiz mit Überraschungen: Entgegen der oft gehörten oder gelesenen Behauptung, es gebe eine Tendenz zu schneeärmeren Wintern, gibt es an etlichen Schweizer Messorten eine Zunahme der Schneetage. Als Quelle diente der staatliche Wetter- und Klimadienst MeteoSchweiz (www.meteoschweiz.admin.ch). In einem Vorort der Hauptstadt Bern ist die durchschnittliche Zahl der Schneetage pro Kalenderjahr seit Beginn der 90er-Jahre von etwa 19 auf deutlich über 20 Tage angestiegen. Letztes Jahr wurden über 40 gemessen. Am meisten Tage mit Schneedecke gab es in der 90-jährigen Messreihe entgegen den Erwartungen nicht in lange zurückliegender Zeit, sondern um 2010 (über 80 Tage). Im Herbst (September bis November) beträgt der Trend seit 1931 satte plus 20,8 Prozent! (Messort 553 Meter über Meer)

Sehr Interessantes gibt es auch aus Basel zu vermelden. Die Stadt am Rheinknie, mit gut 300 m ü. M. einer der tiefstgelegenen Messorte der Eidgenossenschaft, hat eine bis ins 19. Jahrhundert zurückreichende Messreihe. Zum Glück, muss man sagen. Zwischen 1890 und 1900 gab es nämlich eine Häufung von aufeinanderfolgenden schneearmen Jahren, wie sie seither nie mehr registriert wurde. Im Herbst beträgt der Trend unglaubliche plus 120 Prozent seit 1886, allerdings auf tiefem Niveau von weniger als einem auf fast zwei Herbsttage mit Schneedecke pro Jahr.

Auch an anderen Messorten wie Zürich, Genf, St. Gallen und sogar Lugano (im warmen, sonnigen Süden des Landes) gibt es mindestens gleich viele oder sogar mehr Schneetage als vor etwa 30 Jahren. Skifahren, Langlaufen, Rodeln und andere Aktivitäten sind also weiterhin und wahrscheinlich auch in näherer Zukunft möglich, Klimaalarmismus ist nicht gerechtfertigt. Günther Aigner (www.zukunft-skisport.at) ist nach der Analyse von offiziellen Daten für österreichische alpine Standorte zu ähnlichen Schlüssen gekommen – auch in Oesterreich ist Schneesport nicht vom Aussterben bedroht. Auf Youtube gibt’s mehrere Videos von ihm.

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Beitrag von Heinz Günther

Fritz Vahrenholt überraschte mich mit einer Grafik in seiner monatlichen Kolumne vom 3.3.2022: „Die Temperaturen im Februar die Versorgungssicherheit“. In einer Grafik war abzulesen, dass Wind und Sonne nur 5,1% am Gesamtenergieverbrauch (Fachjargon: Primärenergie) ausmachen sollte. Ich ging von einem Fehler aus, recherchierte über das Internet diese Zahl und stellte fest, dass sie richtig  aber nicht leicht aufzufinden war. Auch mein Bekanntenkreis konnte zunächst diesen 5,1% nicht glauben, da diese beiden Energieträger doch mit über 100 Milliarden € subventioniert und immer noch subventioniert wurde.

Da entschloss ich mich, mir eine größeres Meinungsbild einzuholen und stieß auf die Firma Google mit ihrem Umfragetool „ Google Surveys“. Dieses Instrument stellt die Fragen – um es jetzt ganz einfach zu beschreiben – in die „online Community“ ein, wo die User die Möglichkeit haben, diese zu beantworten. Die eingehenden Antworten werden zum Schluss so gewichtet, dass sie den nationalen Bevölkerungsanteilen nach Alter, Geschlecht (m/w) und Regionen entsprechen*

Hier die wichtigsten Umfrageergebnisse auf Basis von 1004 Befragten im Alter von 18+, die am 27./28.4. durchgeführt wurde:

a) Ca. 80% in der Gesamtbevölkerung 18+ schätzen den Anteil der Sonnen – und Windenergie an der Gesamtenergie zu hoch ein (5,1% ist der tatsächliche Wert)

b) Ca. 1/3 an der Gesamtbevölkerung  geben an, dass der Anteil sogar über 30% liegt

c) Ca. 14%  (jeder 7.) an der Gesamtbevölkerung sieht den Anteil sogar bei über 50% 

d) Im Durchschnitt glaubt die Bevölkerung, dass der Anteil von Wind und Sonne ca. 26% am Gesamtenergieverbrauch ausmacht.

 Mein Fazit:

Der Anteil von Wind – und Sonnenenergie wird im Durchschnitt um das 5 fache überschätzt.!!!!! Vielleicht ist das ja so von der Politik gewollt?

*Da dies meine erste Umfrage mit „Google Surveys“ war, habe ich 8 Tage später die Umfrage bei 1000 Personen mit der gleichen Fragestellung wiederholt und somit validiert. Alle o.g. Aussagen können auch bei der Validierungsumfrage gemacht werden. Die statistischen Abweichungen sind minimal. So schätzte unsere Bevölkerung bei der ersten Umfrage, dass der Anteil der Wind – und Sonnenenergie im Durchschnitt bei 26,2% liegt, die zweite Umfrage kommt auf 26,8%, ein statistisch zu vernachlässigende Abweichung, da sie im statistischen Fehlertoleranzbereich liegt.

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Alex Reichmuth im Nebelspalter:

Ein Klimaforscher rechnet ab

Der Deutsche Jochem Marotzke gehört zum innersten Kreis der Weltklimarats. Doch jetzt klagt er seine Wissenschaftskollegen an. Diese würden Worst-Case-Szenarien verbreiten. Die Ängste vor einem Untergang der Menschheit wegen der Erderwärmung seien völlig übertrieben.

Weiterlesen im Nebelspalter

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Willis Eschenbach hat auf WUWT den neuen Erwärmungshiatus beleuchtet. Die Graphiken sind wirklich sehenswert:

The Recent Decline

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Genauso lesenswert ist die Klimazusammenfassung für 2021 von Ole Humlum, via GWPF. Das pdf ist hier.

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Kurioser Artikel auf The Conversation:

Sustainable fashion expert: why I’m cutting my wardrobe down to ten items this month

The rise of fast fashion has led to huge increases in the amount of clothes made, bought and thrown away. Between 80 and 100 billion items of clothing are made globally each year. Greenhouse gas emissions from textile production are greater than those from international flights and the shipping industry combined, making the fashion industry a significant contributor to climate change.
Yet a survey of UK adults found that 57% of respondents owned new clothes they’d never worn. Meanwhile, less than one in four UK adults cite concerns about the environment as the main reason they would buy fewer clothes.

Weiterlesen auf The Conversation

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Spannende Online-Datenbank:

Weather Extremes in England’s Little Ice Age 1500-1700

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Ecole Polytechnique Federale de Lausanne:

Scientists map Arctic aerosols to better understand regional warming

Scientists at EPFL and the Paul Scherrer Institute (PSI) have studied the chemical composition and origin—whether natural or anthropogenic—of aerosols in a region spanning from Russia to Canada. Their findings provide unique insights for helping researchers better understand climate change in the Arctic and design effective pollution-mitigation measures. The work was made possible thanks to the joint effort of scientists from three continents.

The tiny particles suspended in the air known as aerosols play an important role in heating and cooling our planet, but their effects still aren’t fully understood. The particles can occur naturally, such as from volcanoes, forests and oceans, or be produced by human activity, such as fossil-fuel combustion and industrial manufacturing. They interact with solar radiation, either reflecting it back out into space and lowering the Earth’s temperature, or absorbing it and raising the temperature. They are also essential for the formation of clouds, which similarly play a role in cooling off or warming up the planet by reflecting solar radiation out into space or re-emitting terrestrial radiation back down to the Earth. Cloud formation in the Arctic is particularly sensitive to aerosols.

To gain deeper insight into these mechanisms, scientists at ENAC’s Extreme Environments Research Laboratory, headed by tenure-track assistant professor Dr. Julia Schmale, and the PSI’s Laboratory of Atmospheric Chemistry, whose Research Laboratory Head is Dr. Imad El Haddad, analyzed samples taken from eight research stations across the Arctic over several years. The Arctic is a crucial region for understanding climate change because the temperature there is rising two to three times faster than the rest of the planet. „If we know what kind of aerosols exist in different areas and at different times of year, and what the origin and composition of those aerosols are, we will have a better grasp of how they contribute to climate change,“ says Schmale. „That will also help us design more targeted measures to reduce pollution.“ The study was led by Vaios Moschos as part of his Ph.D. thesis, supervised jointly by Schmale and El Haddad.

Anthropogenic in the winter and natural in the summer

In a first study, Moschos et al. looked specifically at organic aerosols. Scientists still have little data on these aerosols even though they make up nearly 50% of total particulate matter. The researchers in this study analyzed the chemical composition of samples taken in the Arctic and found that, in the winter, most of those aerosols come from human activity. They attribute this to the Arctic haze that occurs each year when emissions from oil extraction and mining operations in North America, Eastern Europe and Russia are carried to the Arctic and trapped there during the winter.

On the other hand, the study found that most organic aerosols in the summer come from natural sources. That’s because the transport of anthropogenic aerosols from mid-latitudes to the Arctic is diminished during the warmer months, and the high latitude emission rate of biogenic aerosols or their precursors rises. „We didn’t expect to see so much naturally occurring organic aerosols,“ says Schmale. „These particles come from boreal forests as well as phytoplankton, a micro-organism that lives in oceans. Here we might see a consequence of global warming in the future—as forests expand northwards and the permafrost thaws more organic molecules can be released from land, and as sea ice retreats, more open ocean leaves space for microbial emissions.“

Mitigation is now possible

In another study, the EPFL and PSI scientists used the same samples but analyzed the composition and origin of all the aerosols, both organic and inorganic. They found that the inorganic aerosols included black carbon, sulfate and sea salt; black carbon is of particular concern to the scientific community because it absorbs solar radiation and contributes to global warming. „We knew that black carbon emissions were high in regions with oil and gas extraction facilities, but we didn’t have collocated pan-Arctic measurements to understand how large their circle of influence is,“ says Schmale. „Thanks to the data collected in this study, we were able to map black carbon concentrations and origins in each Arctic region throughout the year and recommend the most appropriate measures to take.“

The scientists were able to perform the studies thanks to a unique joint effort bringing together scientists from Canada, Denmark, Finland, France, Germany, Greece, India, Italy, Norway, Russia, Slovenia and the US. The eight research stations at which samples were collected (see list below) are run by research groups from various countries. The samples were analyzed at the two labs in Switzerland. El Haddad explains: „Analyzing organic aerosols requires mass spectrometers, which are expensive, sophisticated instruments, along with trained experts. That’s one reason why we still have little data from the Arctic on this subject. Our lab is at the forefront of research on organic aerosols and their origin.“

Papers:

Vaios Moschos et al, Elucidating the present-day chemical composition, seasonality and source regions of climate-relevant aerosols across the Arctic land surface, Environmental Research Letters (2022). DOI: 10.1088/1748-9326/ac444b

Vaios Moschos et al, Equal abundance of summertime natural and wintertime anthropogenic Arctic organic aerosols, Nature Geoscience (2022). DOI: 10.1038/s41561-021-00891-1