Wer hat an der Uhr gedreht?

Es gibt wiederkehrende Ereignisse, nach denen kann man seine Uhr stellen. Weihnachtsgebäck ab Ende September in den Discountern gehört beispielsweise dazu. Wenn man nicht wüsste, dass die Adventszeit naht, spätestens der jährliche Spendenaufruf von Wikipedia würde uns eindringlich daran erinnern, dass das Jahr bald zu Ende geht. Wer das Mitmach-Lexikon dieser Tage besucht, der bekommt ein Banner angezeigt. Man muss zugeben, die Wikipedianer kommen schnell zur Sache. Sie wollen Geld, denn ansonsten sehe es schlecht aus um Wikipedia. Nur ganz wenige Menschen, die den Banner sehen, würden spenden.

(Abbildung: Screenshot Wikipedia.de)

Wir haben in diesem Blog schon einige Male auf die Situation Bei Wikipedia aufmerksam gemacht. Wikipedia geht finanziell keinesfalls am Stock. Genau das wird aber suggeriert. Die letzten verfügbaren Finanzzahlen sind beindruckend. Assets von fast 250 Millionen Dollar stehen in den Büchern. Das Prinzip ist ganz einfach: Reiche Länder mit spendenfreudigen Bürgern geben weit mehr als zum Betrieb des Dienstes in dem Land benötigt wird. Daher fließen große Summen auf einen großen Haufen in den USA. Und dieser Haufen wird seit Jahren immer größer.

Im Jahre 2020 überwies die deutsche gemeinnützige Wikimedia Fördergesellschaft mbH mehr als 10 Millionen Euro in die USA. Mittelweiterleitung nennt es sich dort. Wie sich das mit deutscher Gemeinnützigkeit verträgt, das ist ein Rätsel, denn Spender können ihre Steuerschuld mindern – mit Transfers, die dann später in die USA gehen. Und trotz dieser enormen Werte, startet jährlich eine neue Bettelrunde. So auch dieses Jahr. Gesegnete Adventszeit.

(Abbildung: Screenshot Wikimedia Foundation)

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Deutschland steht vor einem milden Winter. Das berichtet jedenfalls Montelnews und beruft sich dabei auf den Deutschen Wetterdienst.

““Die Winterprognose des Deutschen Wetterdienstes ist für alle Energieverbraucher eine gute Nachricht. Wir erwarten einen vergleichsweise milden Winter“, sagte Tobias Fuchs, Leiter der Abteilung Klima und Umwelt des DWD. „Wenn das Modell stimmt, können wir dadurch Heizenergie sparen“, so Fuchs. In den drei Wintermonaten dürften die Temperaturen bei mindestes 2 C mitteln, was über dem Durchschnittswert von 1,4 C der Referenzperiode von 1991-2020 liege, so die Prognose. Ein kalter Winter könnte die deutsche Gasversorgung gefährden, da Russland nach Beginn seines Angriffskriegs auf die Ukraine fast kein Gas mehr nach Europa liefert. Um sich für den Winter zu wappnen hatte die Bundesregierung verbindliche Zielmarken für die Gasspeicherfüllstände festgelegt und den Marktgebietsbetreiber THE mit dem Kauf von Gasmengen für besonders schlecht gefüllte Speicher beauftragt. Die Maßnahmen und ein bisher milder Wetterverlauf im Herbst hatten dazu geführt, dass die Speicherstände aktuell ein Rekordniveau von 99,6% erreicht haben. Das entspricht 244,2 TWh an eingespeichertem Gas.”

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Die Zeitschrift Cicero klagt gegen das Wirtschaftsministerium. Es geht um die Weigerung, Daten und Informationen zur Prüfung der Kernenergiefrage an Cicero zu übermitteln. In Deutschland haben Medien einen Anspruch auf die Herausgabe solcher Daten.

“Am 1. November reichte Cicero eine Untätigkeitsklage samt Eilantrag gegen das Bundeswirtschaftsministerium beim Verwaltungsgericht Berlin ein. Am 7. November reagierte das Ministerium daraufhin mit einem Bescheid: Unserem Umweltinformationsantrag wird darin nur zu einem kleinen Teil stattgegeben. Ein paar wenige und nicht sonderlich aussagekräftige Unterlagen lagen bei. Alle anderen Dokumente zur Atomkraft-Frage will Robert Habeck offenbar weiterhin geheim halten. Darunter sind auch die Unterlagen, die uns vor allem interessieren: Stellungnahmen und Einschätzungen aus den eigenen Fachabteilungen. Diese Unterlagen sind deshalb interessant, weil es in den Akten des Umweltministeriums bereits Hinweise gibt, dass sich Habecks Strom-Experten für eine AKW-Laufzeitverlängerung ausgesprochen haben.

Auch was den Klimaschutz angeht, besteht Aufklärungsbedarf. Im gemeinsamen Prüfvermerk, den Wirtschafts- und Umweltministerium Anfang März zur Laufzeitverlängerung veröffentlicht haben, spielt die gute CO2-Bilanz der Kernkraft keine Rolle. Das Thema taucht zwar in einer Zwischenüberschrift auf: „Energiewirtschaftliche und klimapolitische Bewertung“ wird dort der vorletzte Abschnitt 7 angekündigt. Doch in den beiden Absätzen dieses Abschnitts ist von CO2-Ausstoß und Klima an keiner Stelle die Rede. Merkwürdig.”

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Die USA planen 4 Kernkraftwerke zur Produktion von Wasserstoff einzusetzen. Das berichtet energy.gov.

“Most of the hydrogen currently produced in the U.S. is made through steam-methane reforming. In this process, Methane reacts with high-temperature steam to produce carbon monoxide, carbon dioxide, and hydrogen.

One way to produce hydrogen without emissions is through low- and high-temperature electrolysis by splitting water into pure hydrogen and oxygen. High-temperature electrolyzers use both heat and electricity to split water and are more efficient.

Traditional and advanced nuclear reactors are well-suited to provide this constant heat and electricity needed to produce clean hydrogen, which could open new markets for nuclear power plants.

DOE estimates that a single 1,000-megawatt reactor could produce up to 150,000 tons of hydrogen each year. This could be sold regionally as a commodity for fertilizers, oil refining, steel production, material handling equipment, fuel cell vehicles, or even carbon-neutral synthetic fuels.”

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Akkus gelten als gefährlich, wenn ein E-Auto einen Unfall hat. Bei Mercedes Benz arbeitet man laut Golem an einem besseren Schutz der Akkus.

“Im Bereich der Fahrzeugfront bildet Mercedes-Benz die Knautschzone mit einer Kombination aus verschiedenen Stahl- und Aluminiumprofilen beziehungsweise -blechen. „Die Deformationszone mit den Längsträgern ist anders geformt als bei Verbrennern“, erläutert Hinners. Die Batterie stelle ein sehr steifes Gehäuse dar und werde außen durch Strangpressprofile eingerahmt, die als Kollisionsschutz und Deformationsbereiche dienten. Diese Seitenprofile seien viel massiver ausgeführt als bei Verbrennern.

Die Batterie sei darauf ausgelegt, sich bei einem Crash nicht selbst zu zerlegen. Aber selbst wenn das Batteriegehäuse beschädigt werde, gebe es immer noch ein bisschen Luft bis zur ersten Zelle. „Das Ziel ist, die Zellen sollen auch bei einem schweren Unfall möglichst unbeschädigt sein“, erklärt Hinners.

Der spezielle Schutz betrifft aber nicht nur die Zellen, sondern auch die weiteren Hochvoltkomponenten wie die Kabel. „Wir haben uns aus dem realen Unfallgeschehen angesehen, welche Zonen bei verschiedenen Unfällen deformiert werden, wo Beschädigungen auftreten, und haben die kritischen Komponenten vor allem in die Bereiche gelegt, in denen möglichst wenig Deformationen auftreten sollten“, erläutert Hinners. Die Hochvoltkabel seien verstärkt worden, damit sie nicht aufgescheuert oder aufgerissen werden könnten und es nicht zu Kurzschlüssen komme.”

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Grüner Wasserstoff zum Heizen. Noch einmal Golem mit einem Artikel über ein Projekt in Holzwickede.

“Den Wasserstoff liefert Air Liquide, ein französischer Gasspezialist, der im Rhein-Ruhr-Raum eine rund 200 Kilometer lange Pipeline betreibt, die speziell für den Transport von Wasserstoff ausgelegt ist. Nach Auskunft des Unternehmens speisen mehrere Wasserstoffhersteller ein, die unterschiedliche Produktionsverfahren haben. Meist ist es grauer Wasserstoff, der aus Erdgas gewonnen wird. Das dabei anfallende Kohlenstoffdioxid (CO2) wird teilweise abgespalten und von Chemieunternehmen verwertet.

Streng genommen bekommen die Unternehmen in Holzwickede also keinen grünen Wasserstoff. Allerdings betreibt Air Liquide in Dänemark einen Elektrolyseur, der – emissionsfrei versorgt mit Ökostrom – Wasserstoff erzeugt. Dieser wird ortsnah verwendet, aber offenbar gegengerechnet mit dem Wasserstoff, den die in Holzwickede angesiedelten Unternehmen technotrans, Fritz Ostermann und Gatter 3 Technik beziehen.”