Wer haftet für fehlerhafte oder unvollständige Energiewendestudien?

Diese Frage stellte sich Professor Dr.-Ing. Holger Watter im letzten Jahr. Watter ist als Professor an der FH Schleswig-Holstein für den Bereich Energie und Biotechnologie tätig. Zusammen mit einem Team hat er im August 2021 eine Agora-Studie (an der auch andere Institute gearbeitet haben) zum Thema Klimaneutralität 2045 in Deutschland begutachtet. Das Ergebnis ist für die Think-Tanks wenig schmeichelhaft. Beim Peer-Review wurde festgestellt:

“dass in Ihrer Studie wesentliche Fragen außer Acht gelassen wurden, dass gestellte Fragen nicht nach dem Stand der Wissenschaft beantwortet wurden, dass der Lösungsraum für Klimaneutralität unnötig eingeschränkt wurde, dass politische Vorgaben unzulässigerweise unhinterfragt blieben, und dass an vielen Stellen wissenschaftliche Mindeststandards nicht erfüllt wurden.”

Agora und die Mitstreiter ließen diese Majestätsbeleidigungen natürlich nicht unbeantwortet. Auf der Webseite von Watter lassen sich die Antworten von Agora einsehen bzw. als pdf herunterladen. Auch die Antworten auf die Rechtfertigungen sind aufschlussreich. Vor allem der Punkt Selbstzitation fällt auf. Man zitiert sich bei Agora offenbar gern selbst. Was kann da schon schiefgehen?

Wenn man überlegt, welche weitreichenden Schlüsse eine Regierung aus solchen Studien zieht, dann stellt sich die Frage, warum dann nicht auf ein Peer-Review der Studie gepocht wurde. Es ist eher zu befürchten, dass Agora im Zuge der Neuausrichtung des Wirtschaftsministeriums noch deutlich mehr Gutachten liefern wird. Sollte dieses nicht besser in Form von Gutachten mit Peer-Review geschehen?

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Wunsch und Wirklichkeit. Der MDR hat Elektroautos getestet. Es ging in erster Linie um die Reichweite der Batterien. Das Ergebnis war ernüchternd. Es gab Unterschiede von bis zu 40% gegenüber den Herstellerangaben. Die Fahrten wurden auf einer Autobahn mit Tempo 120 km/h gemacht. Wer als Fahrer stur nur 100 Km/h fährt, hat nach Aussage der Tester gute Chancen etwas weiterzukommen. Die angegebene Reichweite wird dennoch nicht erreicht.

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Wird Helgoland zu einer Industrieinsel? Glaubt man den Plänen, die die NZZ vorstellt, dann kann Deutschlands einzige Hochseeinsel zukünftig ein Hub für Wasserstoff werden.

“Über 70 europäische Industrieunternehmen wie RWE, Vattenfall, Ørsted, Siemens und einige Forschungsunternehmen haben sich zusammengetan, um die etwa einen Quadratkilometer grosse Insel zum Wasserstoffgiganten zu machen: Hunderte neuer Windkraftanlagen sollen im Meer vor der Insel Strom gewinnen, der Strom gleich vor Ort Wasserstoff erzeugen, der wiederum per Pipeline nach Helgoland gebracht wird. Von da aus geht es per Schiff weiter ans Festland.”

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Ghana konkretisiert seine Pläne für den Einstieg in die Kernenergie.

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Die neue Bundesumweltministerin Lemke kündigt ein Nein zu den EU-Plänen der Taxonomie von Kernenergie an. Derweil kümmert sich Lemke um die großen Probleme der Energiewende. Dazu gehört offenbar auch, dass Elektrozahnbürsten zukünftig länger halten sollen mit einem wechselbaren Akku.

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Wie geht Grüne Mathematik und Logik? Eigentlich ganz einfach. Das Kernkraftwerk Isar 2 wird wegen eines Störfalls (ein Leck an einem Regelventil im sekundären Wasser-Dampf-Kreislauf) vom Netz genommen. Gleichzeitig liefern Wind und Sonne entweder nicht oder nur sehr wenig. Am 10.01.2021 um 08:00 waren es 3,2 GW durch Wind und 0 GW durch Sonne laut Electricitymap. Benötigt wurden aber 64 GW Leistung.

(Abbildung: Screenshot Electicitymap.org)

Wer ist nun schuld daran, dass die Emissionen hochschnellen? Richtig, der abgeschaltete Reaktor Isar 2.

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Japan kündigt an, einen Kernfusionsreaktor zu bauen. Laut Futurezone soll bis 2050 ein Prototyp fertiggestellt sein.

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Märkte reagieren auf die Knappheit eines Gutes mittels steigender Preise. Vermehrte Nachfrage kann zu einer Verknappung führen. Bei n-tv gibt es einen Artikel über Greenflation. Es geht um die Preissteigerungen bei Rohstoffen, die für die Energiewende benötigt werden. Wer bezahlt es am Ende? Richtig, der Verbraucher.

“Der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel warnte gegenüber dem RND vor den sozialpolitischen Folgen: „Die Greenflation kann noch erhebliche Probleme aufwerfen.“ Hickel verwies auf eine Addition von marktbedingten und politisch gewollten Preissteigerungen, die am Ende vor allem Geringverdiener und Transferbezieher belasten könnten. Die Gesamtwirkung dieser Preissteigerungen sei in Berlin „noch nicht hinreichend analysiert worden“.”

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Ja, er lebt noch. Mojib Latif vom Club of Rome gibt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland seine Sicht der Dinge bekannt. Danach sieht es nicht gut aus für Deutschland in Sachen Wetterextreme.

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Einen kritischen Artikel hat Susanne Aigner bei Telepolis verfasst. Es geht um die Windkraft und deren Ausbau in Wäldern.

“Überwiegend an der Naturparkgrenze zu Nordrheinwestfalen stehen bereits 41 Windanlagen in Naturparkgebieten. Obwohl alle ausgewiesenen Flächen Schwachwind-Gebiete sind, werden diese paradoxerweise besonders hoch subventioniert, wundern sich die Windkraftgegner. Der Energieertrag der Windräder sei zweifelhaft. Abgesehen davon, dass die riesigen Windräder nicht nur das einzigartige Landschaftspanorama, sondern auch die Zukunftsperspektive einer ganzen Gegend zerstören, die als strukturschwache Region auf den Tourismus angewiesen ist.” …
“Klar ist: Die Verbrennung fossiler Energieträger können wir uns künftig nicht mehr leisten. Klar ist aber auch: Wir brauchen gesunde Wälder, und zwar umso mehr, je mehr Bäume durch Dürren und Schädlingsbefall absterben. Denn Laubmischwälder, die Dürren, Stürme und Schädlinge bisher überlebt haben, könnten auch künftig einen Beitrag leisten – nicht nur zur Erhaltung der Artenvielfalt, sondern auch zum Klimaschutz. Werden sie für den Bau von industriellen Windrädern gerodet, könnten die angestrebten Klimaschutzeffekte geringer ausfallen.”

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Wirtschaftsminister Habeck drückt aufs Tempo. Laut Tagesschau will er es mit Sofortmaßnahmen versuchen. Die Blumigkeit seiner Worte ist erstaunlich.

“Zudem gelte es, den Ausbau der Windkraft mit dem Artenschutz zu versöhnen, wie es heißt. Insgesamt soll ein umfangreiches Klimaschutz-Sofortprogramm bis Ende des Jahres auf den Weg gebracht werden, damit die Maßnahmen im kommenden Jahr greifen.”

Gemeint ist hier das Verklappen des Artenschutzes. Die Idee der Grünen hierzu lautet: Man nimmt das Töten von Tieren insbesondere Vögel billigend hin, und drückt den Arten die Daumen, dass sie außerhalb der Gebiete sich doch bitte irgendwie erhalten mögen. Das Blöde ist nur, so funktioniert der Artenschutz in der EU nicht. Und noch blöder ist, dass die gleichen Grünen, die das jetzt vorhaben, diese Regelung in der EU durchgesetzt haben.

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Outdoor Chiemgau am 31.12.2021:

Stromnetz – Blackout News – Dezember 2021 – RIP Kraftwerke + Warnung der Behörden

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Globaltimes.cn:

World’s first nuclear power plant using 4th generation high-temperature gas reactor officially enters operation in E China’s Shandong

Nochmal Globaltimes.cn:

Zhejiang Province extracts nuclear power steam to heat residences

Und nochmal globaltimes.cn:

East China’s Shandong uses nuclear power plant residual steam to heat homes

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Johannes Gutenberg-Universität Mainz:

Neandertaler veränderten Ökosysteme vor 125.000 Jahren

Untersuchungen in Neumark-Nord bei Halle zeigen: Feuer wurde verwendet, um Waldgebiete offen zu halten

Jäger und Sammler haben vor 125.000 Jahren eine Veränderung des Ökosystems verursacht. Zu diesem Ergebnis kommt eine interdisziplinäre Studie von Archäologen der Universität Leiden in Zusammenarbeit mit Forschenden der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM). Neandertaler nutzten demnach Feuer, um die Landschaft offen zu halten, und hatten damit einen weit größeren Einfluss auf ihre lokale Umgebung als bislang angenommen. Die neue Studie wurde in dem Wissenschaftsmagazin Science Advances veröffentlicht.

Archäologen gehen seit Langem der Frage nach, wie und seit wann der Mensch in die Ökosysteme unseres Planeten eingegriffen hat. Untersuchungen in einem Braunkohleabbaugebiet in der Nähe von Halle lieferten nun wichtige Hinweise. „Im Tagebau von Neumark-Nord wurden in den letzten Jahrzehnten archäologische Forschungen durchgeführt. Neben einer großen Menge an Daten über die frühe Umwelt wurden auch zahlreiche Spuren der Aktivität von Neandertalern gefunden“, sagt Prof. Dr. Sabine Gaudzinski-Windheuser, Professorin für Pleistozäne Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Leiterin des archäologischen Forschungszentrums und Museums für menschliche Verhaltensevolution MONREPOS, einer Einrichtung des RGZM. „Wir haben unter anderem die Überreste von Hunderten von geschlachteten Tieren gefunden, umgeben von zahlreichen Steinwerkzeugen und einer großen Menge an Holzkohleresten.“

Jäger und Sammler hielten Waldgebiete während 2.000 Jahren offen

Die Spuren wurden in einer Landschaft gefunden, die vor 125.000 Jahren ein Waldgebiet war. Nicht nur Beutetiere wie Pferde, Hirsche und Rinder, sondern auch Elefanten, Löwen und Hyänen lebten hier, wie die zooarchäologischen Untersuchungen von Dr. Lutz Kindler, Wissenschaftler am RGZM, und Sabine Gaudzinski-Windheuser zeigen. Dieser Laubmischwald erstreckte sich von den Niederlanden bis nach Polen. An mehreren Stellen in diesem Gebiet befanden sich Seen und an einigen dieser Seen wurden Spuren von Neandertalern am Ufer entdeckt. Als die Neandertaler damals dort auftauchten, wich der geschlossene Wald großen offenen Flächen, teilweise aufgrund von Bränden. Es wurde bisher diskutiert, ob der Wald durch die Ankunft des Menschen geöffnet wurde oder ob Menschen hierherkamen, eben weil die Landschaft offen war. Die neue Studie fand jedoch genügend Beweise, um zu dem Schluss zu kommen, dass Jäger und Sammler das Gebiet mindestens 2.000 Jahre lang offen hielten.

Vergleichende Untersuchungen der Leidener Paläobotanikerin Prof. Dr. Corrie Bakels haben gezeigt, dass an ähnlichen Seen der Gegend, wo die gleichen Tiere umherzogen, es aber keine Spuren von Neandertalern gibt, die dichte Waldvegetation weitgehend intakt blieb.

Bisher wurde allgemein angenommen, dass die Menschen erst mit der Einführung der Landwirtschaft vor etwa 10.000 Jahren begannen, ihre Umwelt zu gestalten – indem sie zum Beispiel Bäume fällten, um Felder anzulegen. Viele Archäologen gehen jedoch davon aus, dass dies schon viel früher, in kleinerem Umfang, erfolgte, wobei Neumark-Nord das früheste Beispiel für einen solchen Eingriff ist. Die neuen Forschungsergebnisse sind nicht nur für die Archäologie von Bedeutung, sondern auch für Disziplinen, die sich beispielsweise mit Renaturierung befassen. Sie zeigen, dass frühe Jäger und Sammler ihre Landschaft gestaltet haben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass in Zukunft weitere Hinweise gefunden werden, dass bereits die frühen Menschen in der tiefsten Vergangenheit ihre Umwelt schon viel früher stark beeinflusst haben, als bisher angenommen.

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New York Post:

Facebook admits the truth: ‘Fact checks’ are really just (lefty) opinion

Facebook finally admitted the truth: The “fact checks” that social media use to police what Americans read and watch are just “opinion.”

That’s thanks to a lawsuit brought by celebrated journalist John Stossel, which has exposed the left’s supposed battle against  “misinformation” as a farce.