Weltuntergangsstimmung in Hamburg

Der Hamburger Unternehmer und Ex-Grüne Erwin Jurtschitsch mit einer Wahlwarnung für die Bürgerschaftswahl am 23.02.2020 in Hamburg. Rot-Grün oder Grün-Rot kommt nicht gut weg bei seinem Artikel in der WELT.

„Bei den Bezirkswahlen haben die Grünen im Bezirk Rotherbaum/Eimsbüttel die Mehrheit gewonnen und zweimal versucht, ihre Kandidatin zum Bezirksamtsleiter wählen zu lassen. Das hat nicht funktioniert. Jetzt haben die Grünen einen Antrag eingebracht, wonach nun ein „Klimabeauftragter“ dafür sorgen soll, dass die gesamte Behörde nach grünen Plänen ausgerichtet wird. Alle Maßnahmen des Amtes sollen über seinen Tisch. Und denen, die dabei nicht mitmachen, wird schon im Antrag mit personellen Konsequenzen gedroht. Man könnte auch sagen, hier sollen das Amt und der demokratisch gewählte Amtsleiter von einem Politkommissar überwacht werden. Das erinnert fatal an den Politruk in der Sowjetunion.“

Auch im weiteren Verlauf mag man kaum glauben, dass Erwin Jurtschitsch einst die TAZ gegründet hat. Und er zieht eine interessante Parallele zwischen Ängsten ums Klima und Angst vor Migration.

„Eine besonders schlimme Rolle spielt der grüne Umweltsenator, der Weltuntergangsstimmung verbreitet. Die Untersuchungen und Studien, die er zitiert, um zu beweisen, dass Hamburg in den Fluten der Nordsee untergeht, sind hoch umstritten. Wie sagen die Grünen immer so schön: Wir sollten uns an die Wissenschaft halten. Die weitaus große Mehrheit im Klimarat IPCC teilt eben nicht seine Einschätzung. Wer den Rechten vorwirft, bei dem Migrationsthema mit Panik und Apokalypse die Ängste der Menschen zu schüren, sollte es beim Klima nicht genauso machen.“

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Jeff Bezos, der Chef von Amazon, will 10 Mrd. Dollar spenden, um den Klimawandel zu bekämpfen. Der Bezos Earth Fund soll Wissenschaftler, Aktivisten und Organisationen unterstützen laut Süddeutscher Zeitung. Ob die Maßnahme geeignet ist, den enormen Kohlendioxidausstoß, den Amazon jedes Jahr durch Flugzeuge, Lastwagen und Lieferautos verursacht, zu kompensieren?

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Hart aber fair. Das Thema der Sendung am Montag, den 17.02.2020 war: Welt im Klimawandel: Wieviel können wir selbst tun?

Eine illustre Runde trat an. Eine Zusammenfassung bzw. Bewertung der polarisierenden Sendung gibt es in der WELT.

„Anstatt Milliarden in die E-Mobilität zu pumpen, sollte man auch andere Technologien weiterentwickeln. Denn niemand weiß, ob die Batterietechnik ökologisch sinnvoll ist“, sagt der FDP Politiker Graf Lambsdorf“

Michael Baumgart, der als zusätzlicher Gast in der Sendung für das Cradle to Cradle Prinzip und für klimapositives Verhalten warb:

„Nur weil GretaThunberg mit dem Zug fährt, hat sie das Klima nicht geschützt. Sie hat es nur weniger zerstört“, sagt der Chemiker Michael Braungart zum Thema: „Welt im Klimawandel: Wie viel können wir selbst tun?“

Baumgart nannte zudem ein unterschätztes Thema: Das Material, das für klimafreundliche Mobilität gebraucht wird. Er nannte dafür aber nicht Lithium oder Kobalt sondern Kupfer. Der Grüne Boris Palmer wies auf die enormen Anstrengungen und Kosten hin, wenn überall Schnellladestationen installiert werden sollen. Die gesamte Sendung kann noch bis zum 17.02.2021 in der ARD Mediathek angesehen werden.

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Freie Welt im Oktober 2019:

Kritik an Thunberg & Co.: »Hört auf, den Kindern Angst zu machen«

Ex-Umweltsenator Vahrenholt warnt vor Klima-Hysterie

Als Hamburger Umweltsenator legte Fritz Vahrenholt bereits 1990 ein Klimaschutz-Programm vor, nun beklagt der Chemiker, dass die Klima-Diskussion hysterische Züge angenommen habe, es auch keinen Klima-Notstand gebe. Man treibe unnötig die Menschen in Angst.

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Radiointerview von Fritz Vahrenholt auf NDR 90,3 aus dem Oktober 2019:

Vahrenholt aber warnt in seinem Statement vor zu schnellen Schlüssen: „Die Panik, die jetzt verbreitet wird, führt die Politik zu Fehlern.“ Die Menschheit habe ein ganzes Jahrhundert Zeit, um die Energieversorgung umzustellen. Dafür bedürfe es weltweit vermehrter Forschung, man könne „doch nicht glauben, dass wir in Deutschland alleine dieses Thema lösen.“

Interview hier online anhören.

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Einige erinnern sich vielleicht noch an das Paper von Resplandy et al. zur Ozeanwärme, das später zurückgezogen werden musste. Genau dieses Paper wurde jetzt offenbar in einem IPCC-Spezialbericht zitiert. Sollte es für die IPCC-Berichte nicht eine Art Korrigendum geben, wo so etwas vermerkt wird?