Welt in Angst

Im Jahre 2019 haben wir in diesem Blog das Buch “Welt in Angst” vorgestellt. Der Verfasser war der US-Schriftsteller Michael Crichton, der offenbar schon sehr früh erkannte, wie bestimmte Mechanismen im Bereich Umwelt funktionieren. Aus seiner Feder stammten zahlreiche Buch- und Kinobestseller wie z. B. Jurassic Park. Chrichtons Szenario ist natürlich sehr überspitzt, denn er unterstellt Umweltschutzorganisationen absichtlich Naturkatastrophen herbeizuführen, um dann damit Spenden zu generieren. Der Autor verglich die Organisationen mit ganz normalen Unternehmen. Die Spenden sind die Umsätze dieser Unternehmen und wie fast jede Firma betreiben die NGOs Marketing mittels PR und Promotion mit dem Ziel die eigenen Umsätze zu erhöhen.

Es müssen nicht immer künstlich erzeugte Tsunamis wie bei “Welt in Angst” sein, um Aufmerksamkeit zu erregen. Im Falle von Greenpeace reicht auch eine hirnrissige Aktion wie einen Gleitschirmflieger in ein Fußballstadion zu entsenden und Leib und Leben des Aktivisten aber auch der Zuschauer zu gefährden. Wie durch ein Wunder wurde der Flieger nicht abgeschossen, für Terroristen ist es aber eine sehr gute Blaupause gewesen. Einfach etwas mit Greenpeace auf den Schirm pinseln und darauf hoffen, dass die Scharfschützen bei einem Event wie der Fußball-EM nicht abdrücken. Schon wäre ein Terrorakt problemlos möglich.

Die Rechnung von Greenpeace geht offenbar auf, denn es gibt einen Höchststand an Spenden. Das Kalkül sogar Tote in Kauf zu nehmen, um den Umsatz (die Spenden) zu erhöhen ist zwar im höchsten Maße zynisch, aber es funktioniert offenbar. Die Welt berichtet über diesen Spendenregen bei Greenpeace. Die NGO ist ohnehin sehr erfolgreich in Sache Wirtschaften. Wir haben hier schon einige Male über das kommerzielle Energieunternehmen Greenpeace Energy berichtet. Es ist, wenn man so will, eine Art Franchisenehmer der Marke Greenpeace. Stutzig wird man aber, wenn man hört, dass dieses Wirtschaftsunternehmen selber auch Lobbying betreibt. Offenbar fällt kaum jemandem auf, wer hier bei der Namensnähe unter welcher Flagge segelt.

Die Frage, die sich zwangsläufig stellt, was wird als nächste Stufe im Greenpeace Marketing gezündet? Dass Greenpeace Menschenleben leichtfertig auf das Spiel setzt, ist ja nun bekannt. Von der Aufklärung der Aktion hat man übrigens in den Medien nie wieder etwas gehört, dabei hatte Greenpeace sie eigentlich versprochen. Menschen vergessen offenbar schnell. Auch das ist vielleicht ein Kalkül bei Greenpeace.

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Der Gang nach Canossa war für den Grünen Co-Vorsitzenden Habeck der Weg zum Aufnahmestudio von Markus Lanz in Hamburg. Es spricht für Habeck, dass er sich den Fragen von Markus Lanz stellte. Und im Gegensatz zu Baerbock ist Habeck auch eloquent genug, die Antworten immer wieder watteweich zu verpacken. Man könnte auch sagen, er beantwortete einige Fragen schlicht nicht. Habeck schien sich eine Teflon Schicht angelegt zu haben, es glitt fast alles ab an ihm. Der Umgang der Grünen mit der Kritik an ihnen war einer seiner Punkte. Hier gestand er Fehler ein, aber auf den eigentlichen Grund für die Kritik ging er weniger ein. Außer bei der Verwendung von ganzen Sätzen eines Artikels bei der Deutschen Welle, die Annalena Baerbock so gut gefallen haben, dass sie diese stumpf kopierte und als eigenes Erlebnis verkaufte.

Das fand er bei Lanz dann “nicht so cool”. Lanz führte dann noch einmal ein Video vor, in dem beide Vorsitzenden interviewt wurden. Baerbocks Aussagen wirken nach all den Vorkommnissen der letzten Zeit noch befremdlicher. Sie die Völkerrechtlerin, er der Schweinehirt und Kühemelker. Aber auch da wandt sich Habeck aus der Situation als er erklärte, Landwirt sei ein ehrenhafter Beruf. Mit dem kleinen Unterschied, dass Habeck kein gelernter Landwirt ist, sondern lediglich Agrarminister in Schleswig-Holstein war. Auf die mitschwingende Arroganz durch Baerbock ging Habeck lieber nicht ein. So prallten also viele Dinge einfach an ihm ab, wer aber in das Gesicht von Habeck blickte, der konnte ahnen, was wirklich in ihm vorgegangen sein musste.

Die Welt hat eine Besprechung der Sendung. Bezeichnenderweise benutzte Habeck das Wort Kladderadatsch. Ob ihm bewusst war, dass es auch die Bedeutung Scherbenhaufen oder heilloses Durcheinander haben kann? Immerhin ist Habeck der Vorsitzende der Partei, und eigentlich hätte er diese Entwicklung auch sehen müssen? Oder wusste er womöglich, was kommt? Sollten die Grünen bei der Wahl im September nicht gut abschneiden, dann hätte sich das Thema Baerbock für alle Zeit erledigt, und der Weg wäre frei für ihn. Die Entwicklung rund um Annalena Baerbock scheint noch immer nicht am Ende zu sein, mal sehen, was es noch für Überraschungen gibt.

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Früher war es für Politiker üblich nach Naturkatastrophen den Betroffenen das Mitleid und die Solidarität mitzuteilen. Im Idealfall hat man schnelle Hilfe organisiert, in welcher Form auch immer. Heute ist das anders. Ein trauriges Beispiel, wie auf etliche Opfer der aktuellen Flutkatastrophe im Westen und Südwesten von Deutschland gepfiffen wird, um ein eigenes politisches Süppchen zu kochen, ist Konstantin von Notz von den Grünen. Er geht ähnlich vor wie der Grüne Oliver Krischer, der den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen persönlich für die Hitzetoten in Nordamerika verantwortlich gemacht hat. Von Notz benutzt die Katastrophe für einen Rundumschlag gegen alle anderen Parteien.


(Abbildung: Screenshot Twitter)

Wie gesagt, die Zahl der Toten durch die Unwetter steigt und was mag jemand, der sein Hab und Gut gerade verloren hat oder gar einen Angehörigen, bei solchen Tweets wohl denken? Irgendjemand im Umfeld des Politikers muss es ihm vielleicht sogar erzählt haben, denn er löschte den Tweet einige Zeit danach. Möglicherweise hat ihm auch jemand erzählt, dass seine Grünen bis 2017 in dem Land NRW in der Landesregierung waren und etliche Maßnahmen hätten treffen können, um die Auswirkungen solcher massiven Regenfälle zu mildern?

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Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ:

Fließgewässermonitoring: BUND startet gemeinsam mit Wissenschaftler:innen von UFZ und iDiv ein Citizen Science-Projekt

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig starten ein umfassendes Monitoring von deutschen Fließgewässern. Ziel ist es, die Belastung kleiner Fließgewässer durch Pestizide zu erforschen und die Auswirkungen auf aquatische Insektengemeinschaften zu erfassen. So soll langfristig der Zustand deutscher Kleingewässer untersucht, und auf dieser Grundlage die Artenvielfalt gefördert werden. Bürgerwissenschaftler:innen helfen dabei mit.

„Die Kleingewässer in Deutschland sind in einem kritischen Zustand“, sagt Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND. „Insbesondere in landwirtschaftlich geprägten Regionen sind die Belastungen durch Pestizide und andere Schadstoffe besonders hoch.“ Erst kürzlich hatten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Leitung des UFZ die Ergebnisse eines ersten bundesweiten Monitorings von Kleingewässern in Agrarlandschaften veröffentlicht. Sie zeigen, dass die staatlichen Grenzwerte für Pestizide in der Regel zu hoch angesetzt sind und selbst diese zu hohen Werte in über 80 Prozent der Gewässer noch überschritten werden.

Kleinere Bäche und Gräben machen mehr als 70 Prozent des deutschen Fließgewässernetzes aus. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten sind akut bedroht: Denn viele dieser Arten brauchen saubere und unbelastete Kleingewässer zum Überleben. Momentan werden Kleingewässer in Deutschland jedoch behördlich nicht systematisch überwacht.
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Citizen Science-Projekt „FLOW“ wird die bisherigen Arbeiten durch die Mitarbeit von Bürgerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern mit einer Vielzahl an Daten ergänzen. In den nächsten drei Jahren sind bundesweit mindestens 200 Monitoringeinsätze geplant, bei denen die Gemeinschaft der wirbellosen Tiere (Makrozoobenthos) untersucht und bestimmt wird. Außerdem wird die Gewässerstruktur beurteilt und die chemisch-physikalische Wasserqualität analysiert. Anschließend sollen auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse gemeinsam Maßnahmen zur Reduktion von Pestizideinträgen und zur Verbesserung des Zustands von Gewässern entwickelt werden. Unterstützt werden die Monitoringeinsätze durch die Umweltmobile der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU). „Die Bürgerwissenschaftler:innen, die sich im Projekt FLOW engagieren, werden durch ihre Aktivitäten in den nächsten drei Jahren erheblich dazu beitragen, Gewässer und Lebensgemeinschaften zu untersuchen und den Gewässerschutz zu verbessern“, betont Citizen Science-Expertin Prof. Aletta Bonn von UFZ und iDiv.

Nur etwa 8 Prozent der deutschen Fließgewässer befinden sich derzeit in einem „guten ökologischen Zustand“, obwohl dieses Ziel eigentlich schon 2015 erreicht sein sollte. Dieser Zustand ist laut Umweltbundesamt praktisch unverändert, seit die EU-Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2000 eingeführt wurde. Der BUND fordert die Bundesregierung auf, den Pestizideinsatz zum Schutz gesunder Ökosysteme zu reduzieren und besonders gefährliche Wirkstoffe zu verbieten. Kleine Bäche sind durch das geplante Insektenschutzgesetz noch nicht ausreichend vor Pestiziden geschützt. Eine umweltverträgliche Landwirtschaft muss künftig stärker gefördert werden, um unsere Gewässer, die aquatische Biodiversität und somit eine gesunde Umwelt zu schützen.

Das Projekt hat eine Laufzeit von Februar 2021 bis Januar 2024 und wird im Rahmen des Förderbereichs Bürgerforschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es gehört zu 15 Projekten, die bis Ende 2024 die Zusammenarbeit von Bürger:innen und Wissenschaftler:innen inhaltlich und methodisch voranbringen und Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen geben sollen. Weitere Informationen unter: www.bmbf.de/de/buergerforschung-225.html und www.buergerschaffenwissen.de

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Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT):

Was macht Mangroven zu effizienten Kohlenstoffspeichern?

Die Fähigkeit von Mangroven, große Mengen an CO2 und anderen Klimagasen als organisches Material einzulagern, hat ein zunehmendes Interesse an diesem Ökosystem geweckt. Doch wie müssen Mangrovenwälder beschaffen sein, um als Kohlenstoffspeicher besonders leistungsfähig zu sein? Eine neue Studie in Nature Communications gibt Antwort auf diese Frage.

Hohe Konzentrationen von CO2 in der Atmosphäre und die damit verbundene Klimaerwärmung führen uns immer deutlicher zu Bewusstsein, wie zwingend notwendig es ist, die Kohlenstoffspeicher unserer Erde zu erhalten. Die Fähigkeit von Mangroven, große Mengen an CO2 und anderen Klimagasen als organisches Material in ihrer Biomasse und ihren Sedimenten einzulagern, hat ein zunehmendes Interesse an diesem Ökosystem geweckt.

Insgesamt schätzen Experten, dass zwischen vier und 20 Milliarden Tonnen an organischem Kohlenstoff in den Gezeitenwäldern gespeichert sind. Mangroven tragen so erheblich zum Klimaschutz bei. Die Menge des Kohlenstoffs variiert jedoch stark zwischen Regionen und Mangrovenbeständen. Bisher war unklar, wie Mangrovenwälder beschaffen sein müssen, um als Kohlenstoffspeicher besonders leistungsfähig zu sein.

Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT) ging in einer Studie dieser Frage in den Sundarbans von Bangladesch nach. Dort, im Überschwemmungsgebiet von Brahmaputra und Ganges, erstreckt sich mit etwa 10.000 km² eines der größten Mangrovengebiete der Erde. Als UNESCO Weltnaturerbe sind in den Sundarbans Einflüsse durch den Menschen auf ein Minimum reduziert.

Die Studie, kürzlich erschienen in Nature Communications, basiert auf einer Waldinventur. In 150 Waldparzellen wurde die Artenzusammensetzung der Mangrovenbestände erfasst. Basierend auf Messungen schätzte das Team die Biomasse der Bäume und die Menge des im Sediment gespeicherten organischen Kohlenstoffs. Anschließend korrelierten die Forscher:innen diese Daten mit verschiedenen Eigenschaften der Mangrovenwälder: die Zahl der vorhandenen Baumarten, die Vielfalt ihrer Eigenschaften, und wie stark die Arten sich voneinander unterschieden.

Die Wissenschaftler:innen fanden heraus, dass die Mengen an gespeichertem Kohlenstoff in den Parzellen zum einen durch die Artenvielfalt erklärt werden konnte. Der wichtigste Faktor war jedoch eindeutig die Unterschiedlichkeit der Arten, die innerhalb einer Waldparzelle gemeinsam vorkommen: je unähnlicher die Baumarten, desto mehr Kohlenstoff wurde gespeichert. Die Vielfalt der Arteigenschaften spielte hingegen kaum eine Rolle.

„Einerseits bestätigen unsere Befunde die weit verbreitete Meinung, dass Biodiversität per se gut ist, dass Artenreichtum ein Treiber von Ökosystemprozessen und -leistungen ist“, erklärt Prof. Dr. Martin Zimmer, Mangrovenökologe am ZMT und Koautor der Studie. „Andererseits stellten wir fest, dass eine Aufforstung von Mangroven mit wenigen sehr unterschiedlichen Arten zielführender zu sein scheint als die Anpflanzung vieler sehr ähnlicher Arten, wenn es um ihren Beitrag zum Klimaschutz geht.“

Von Wäldern an Land weiß man, dass Bäume in Mischbeständen häufig besser wachsen und mehr Biomasse produzieren. Man nimmt an, dass die Bäume verschiedener Arten unterschiedliche Ressourcen nutzen und sich dadurch weniger Nahrungskonkurrenz machen, je stärker sich die Arten unterscheiden. Mit Blick auf die Mangroven vermuten die Forscher:innen ein ähnliches Prinzip.

Für den Schutz von Mangroven sind diese Erkenntnisse sehr relevant. Im Fall geschädigter oder zerstörter Mangrovenwälder ist eine Wiederaufforstung oft die einzige Möglichkeit, dem Verlust von Ökosystemleistungen wie der Speicherung von Treibhausgasen entgegenzuwirken.

„In klassischen Restaurationsansätzen ist das Ziel, einen Lebensraum so wiederherzustellen, wie er vor seiner Zerstörung war“, so Martin Zimmer. „Doch man sollte sich klar sein darüber, welche Leistungen des Ökosystems man besonders fördern möchte, und die Anpflanzungen dementsprechend gestalten.“

Martin Zimmer hat das Konzept des „Ökosystem-Designs“ entwickelt, das zum Schutz und Restauration von Lebensräumen wie Mangroven angewandt werden könnte. Was für eine Bewirtschaftung zugelassen wird, wie Schutzansätze oder eine Aufforstung umgesetzt werden, hängt dabei von einer Priorisierung der Bedarfe ab. Forschung über die Faktoren, die die Dienstleistungen von Ökosystemen beeinflussen, schafft hierfür die wesentliche Grundlage.

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CGTN:

Did Beijing fail air pollution battle due to sandstorms?