Was ist da los? Arktisches Meereis um Spitzbergen so ausgedehnt wie selten

Ein Seeadler ist keine Amsel, so viel steht fest. Kein geistig stabiler Mensch würde die beiden Vogelarten in einen Topf werden, Windkraftanlagen-Fans allerdings schon. Sie ziehen bei jeder Gelegenheit eine Schätzung über die getöteten Garten- und Singvögel aus dem Hut und betreiben damit feinstes Derailing, wenn es um getötete Greifvögel geht. Während der Tod von Amseln wegen Fensterscheiben, Autos, Katzen oder anderen Dinge mit Todesfolge für die Gartenvögel zwar bedauerlich ist, aber die Population nicht gefährdet, sieht es bei Seeadlern leider komplett anders aus. Ihre Feinde sind ganz andere und die Windkraftanlagen gehören neben bleihaltigem Schrot aus Munition von Jägern dazu.

Ein Tötungsfall durch eine Windkraftanlage ist kürzlich geschehen in Nadrensee (Vorpommern) dicht an der Grenze zu Polen. Mit 380 Brutpaaren leben ca. 50 % der deutschen Brutpaare in Mecklenburg Vorpommern. Schätzungen gehen hingegen von 8 Millionen Brutpaaren in Deutschland für die Amsel aus, wenngleich die Singvögel die letzten Jahre unter einem Virus extrem gelitten haben. Der Nordkurier berichtet über den getöteten Seeadler.

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Und noch ein Update in Sachen Planet Of The Humans, dem neuen Dokumentarfilm von Oscargewinner Michael Moore. Jetzt wird Druck auf den Vertrieb des Films ausgeübt, und dieser ist offenbar schon eingeknickt. Es muss sehr irritierend für Green-Energy-Aktivisten in den USA sein, dass sie quasi von links angegriffen werden. Dass aber in einem Land, in dem die Meinungsfreiheit ein so hohes Gut ist, ein Vertrieb so schnell kleinbeigibt, das ist sehr erstaunlich, zeigt aber auch, welche Macht diese Leute haben.

In dem Film kommt auch 350.org (entspricht Fridays For Future in Europa und 350 bezieht sich auf den CO2 Anteil in der Luft) nicht gut weg. Die Organisation hat natürlich reagiert und Bill McKibben (Senior Advisor und Gründer), der in dem Film prominent auftaucht, schreibt ein langes Rechtfertigungsschreiben auf der Homepage von 350.org. Es ist absolut erstaunlich, dass er sich dort rechtfertigt für Vorwürfe, die in der Dokumentation gar nicht erhoben werden – mit keinem Wort. Einen der intensivsten Momente hat der Film als Bill McKibben nach den Geldgebern von 350.org in einem Interview befragt wird. Zunächst kann er, obwohl er in führender Position dort tätig ist, nur sehr zögerlich die Geldgeber nennen.

Ihm fällt dann aber doch ein, dass der Hauptgeldgeber eine Rasmussen Foundation aus Schweden ist. Leider gibt keine Suchmaschine einen Treffer zu so einer Stiftung in Schweden, es gibt allerdings eine in Dänemark (Kann Rasmussen Foundation) und die zeigt auch 350.org auf der Liste der finanzierten Organisationen. Die Stiftung scheint sich über Investments zu finanzieren, also Beteiligungen. Über die genauen Beteiligungen gibt die Webseite leider keine Auskunft, ebenso wenig über die Höhe der Zuwendungen für 350.org. Da Villum Kann Rasmussen, Gründer der Stiftung, der Erfinder der Velux-Fenster ist, könnte das Velux-Geschäft die Stiftung mit Geld speisen. Auch in den Finanzberichten von 350.org findet man leider keine Transparenz über die Einnahmen, was auch immer die Gründe dafür sein mögen. Die kanadische Grüne Elisabeth May twittert etwas konsterniert, als Antwort auf die Schauspielerin Daryl Hannah, die dem Film schwere Vorwürfe macht. Ob eine Schauspielerin eine Expertin in Sachen Erneuerbare Energie ist?

Die Frage ist nur welchen Schaden sie meint? Wir behalten die aufgeregte Szene in Nordamerika im Blick und berichten weiter. Denn bis jetzt gibt es noch keine wirklich sachliche Auseinandersetzung mit dem Film, Gegenargumente sucht man vergebens. Ob es keine gibt?

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Im Atlantik um Spitzbergen ist etwas Unerwartetes passiert: Die Ausdehnung des Meereises liegt dort weit über dem langjährigen Durchschnitt, wie die folgende Graphik des Norwegian Meteorological Institute zeigt:

Was ist da los im nördlichen Atlantik? Wie passt dieses viele Eis zu den Warnungen der Vergangenheit, dass das Meereis immer weniger wird? Der Dipl. Meteorologe Klaus Paetzold zeigt auf seiner Webseite viele weitere interessante Beobachtungen zu Eis und Schnee auf der Nordhemisphäre.

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Auszüge aus einem lesenswerten Beitrag von Christoph von Marshall am 23. April 2020 im Tagesspiegel:

Gastwirte, Linke, Rad-Lobby, Migration: So frech agieren die Trittbrettfahrer der Pandemie

„In der Pandemie konnten Gesellschaft und Politik lernen, wie irreführend der Schlachtruf von „Fridays for Future“ ist: „Follow the science!“ Wissenschaftler sind sich nie völlig einig. Gut so, denn Zweifel, Widerspruch und Konkurrenz befördern die Erkenntnis. Die Virologen Christian Drosten und Alexander Kekulé gaben unterschiedlichen Rat, das Robert-Koch-Institut wieder anderen. Die Leopoldina und die Helmholtz-Gemeinschaft widersprachen sich. Drosten betonte, wie begrenzt das Wissen der Wissenschaftler ist. Dass sie irren können. Dass sie sich nur in ihrem kleinen Bereich auskennen.

[…] Wenn Deutschland diese Neugier und Vielfalt auf die Klimadebatte übertragen würde, wenn die Praxis, Andersdenkende als „Klimaleugner“ zu verleumden, enden würde, wenn ein öffentlicher Argumentationsaustausch zwischen den „Klimapäpsten“ in Potsdam, die in deutschen Medien fast ein Monopol haben, und ihren weniger prominenten Kollegen wie Hans von Storch, die den Klimawandel nicht bestreiten, aber schon seit Jahren andere Schlüsse über Treibkräfte, ihre jeweilige Bedeutung und Gegenstrategien ziehen, Alltag würde, dann wäre viel gewonnen.“